• #181
@Andreas76
Von dem was du hier berichtest, finde ich dich komplett "normal".
Kein Asperger, kein Langweiler, kein Sozialphobiker, keine extreme Schüchternis, keine Asexualität, keine Potenzschwäche, kein Unsympath usw.
Auch finde ich dein Freizeitverhalten inklusive Gaming-Gewohnheit ganz normal.
Ist evtl. eine Generationenfrage, wenn Gaming als No-Go betrachtet wird. Ich persönlich sehe da keinen Unterschied dazu, wenn Andere abends vor dem TV hocken und Tatort, Fußball oder irgendeinen Rosamunde Pilcher Film glotzen.
Im Gegenteil ist Gaming da noch interaktiver. Insbesondere wenn man in entsprechenden z.B. internationalen Communitys spielt und via Discord und Co. kommuniziert.

Das Einzige, was vom Gewohnten abweicht ist, dass du noch nie verliebt warst.
Warst du wirklich noch nie verliebt?
Hast du noch nie für ein Mädchen geschwärmt?
Keine sexuellen Fantasien von einer Frau (oder Mann)?
Kein tägliches Denken an jemanden? Kein Auge auf jemanden geworfen?

Ich meine, wenn man noch keine Beziehung hatte, das ist das Eine. Das kann vorkommen. Dafür kann es viele Gründe geben. Z.B. Verlustängste und Co.
Aber dass sich gefühlsmäßig noch nie etwas geregt hat, wäre schon was Anderes.
 
  • #182
Nach Lesen des Strangs habe ich eher das Gefühl, dass @Andreas76 unter Bindungsangst leidet. Stefanie Stahl behandelt das in ihren Büchern und Podcasts ausführlich. Ein häufiges Muster basiert auf einer Überanpassung - das Gefühl, es immer allen recht machen zu müssen, um geliebt zu werden. Das bedeutet gleichzeitig, dass derjenige das Gefühl hat, in Beziehungen nie er selbst sein zu können. Deshalb scheut er jegliche Art von Verpflichtung von vornherein oder sabotiert die Beziehung sobald es ernster wird.

Wenn du Lust hast, an dir zu arbeiten und diese Muster zu durchbrechen, hör dir gern mal die Podcasts (z.B. "Stahl aber herzlich" auf Audionow oder Youtube) an und schau, ob du dich darin wiederfindest.
 
  • #183
Was immer du sein magst, @Andreas76 , du verlierst nie die Fassung und bleibst immer höflich. Obwohl du doch zum Teil massiven Gegenwind bekommst. Kompliment!
Ich versuche die Position des Gegenüber zu verstehen und daraus eine für mich brauchbare Erkenntnis abzuleiten. Es ist ja nie jemand beleidigend geworden und selbst wenn - ich kenne meinen Selbstwert. Ich lege auch nichts auf die Goldwaage, da ich selber weiß wie meine Meinung schwanken kann. Selbst wenn jemand sich mal in einer Reallife Situation vordrängeln oder unhöflich werden sollte, so weiß ich dass dieser Mensch schwerwiegendere Probleme hat, als ich. Ist halt so. Muss man kein Drama zur Aufrechterhaltung des eigenen Egos draus machen.

Konfrontation schaukelt sich immer auf, wenn keiner nachgibt. Weltpolitisch ist dies gerade zu beobachten und man muss nur in die Vergangenheit schauen zu wieviel Leid und Zerstörung das geführt hat. Nicht mit mir. Manche mögen das als Schwäche auslegen, ich sehe das komplett anders. Ein respektvoller und friedvoller Umgang benötigt Verständnis und Rücksichtnahme. Man muss sich nicht an Kleinigkeiten aufreiben, das zermürbt nur. In erster Linie ist man selbst für sich verantwortlich, wieviel Ärger man an sich heranlässt und wieviel einfach durchrauscht. Und dazu muss man kein Buddhist sein, um das zu erkennen und zu leben.

Ich habe mich natürlich auch mit manipulativen Techniken auseinander gesetzt und brauche das ausschließlich als Selbstschutz. Ich möchte erkennen, wenn mit mir gespielt wird und was die Ziele sind. Ich vergleiche das mit Kampfsport. Man kann die Technik natürlich auch destruktiv einsetzen. Für mich ist das reine Selbstverteidigung. Es kommt drauf an was jeder daraus macht.

Liebe Grüße
Andreas
 
  • #184
Warst du wirklich noch nie verliebt?
Hast du noch nie für ein Mädchen geschwärmt?
Keine sexuellen Fantasien von einer Frau (oder Mann)?
Kein tägliches Denken an jemanden? Kein Auge auf jemanden geworfen?

Ich meine, wenn man noch keine Beziehung hatte, das ist das Eine. Das kann vorkommen. Dafür kann es viele Gründe geben. Z.B. Verlustängste und Co.
Aber dass sich gefühlsmäßig noch nie etwas geregt hat, wäre
Sexuelle Phantasien wird es sicher gegeben haben. Das aber ist ein Unterschied zum Verlieben in eine reale Person. Du hast jedoch Recht: möglicherweise war unser Themenersteller imstande, Gefühle zu entwickeln, ohne die Absicht, diese auch platzieren zu wollen.

Und in diesem Zusammenhang ist dann das interessant.

Nach Lesen des Strangs habe ich eher das Gefühl, dass @Andreas76 unter Bindungsangst leidet. Stefanie Stahl behandelt das in ihren Büchern und Podcasts ausführlich. Ein häufiges Muster basiert auf einer Überanpassung - das Gefühl, es immer allen recht machen zu müssen, um geliebt zu werden. Das bedeutet gleichzeitig, dass derjenige das Gefühl hat, in Beziehungen nie er selbst sein zu können. Deshalb scheut er jegliche Art von Verpflichtung von vornherein oder sabotiert die Beziehung sobald es ernster wird.
 
  • #185
Ist evtl. eine Generationenfrage, wenn Gaming als No-Go betrachtet wird. Ich persönlich sehe da keinen Unterschied dazu, wenn Andere abends vor dem TV hocken und Tatort, Fußball oder irgendeinen Rosamunde Pilcher Film glotzen.
Ja, zum Glück gibt es immer mehr weibliche Zockerinnen. Dies wäre auch Plan B gewesen. In einer MMORPG Community Kontakt und Vertrauen aufzubauen und dort ggf. jemand kennenzulernen. Allerdings ist das auch keine Partnerbörse, das ist ganz klar. In erster Linie geht es dabei um gemeinsamen Spaß beim Zocken zu haben. Da muss man auch schon Glück haben die Richtige zu finden. Allerdings sind dort romantische Ausritte im Sonnenuntergang an einer schönen Location erheblich einfacher zu organisieren als in RL :)
Das Einzige, was vom Gewohnten abweicht ist, dass du noch nie verliebt warst.
Warst du wirklich noch nie verliebt?
Hast du noch nie für ein Mädchen geschwärmt?
Keine sexuellen Fantasien von einer Frau (oder Mann)?
Kein tägliches Denken an jemanden? Kein Auge auf jemanden geworfen?
Ich habe meine Chancen meistens als sehr realistisch eingeschätzt. Gerade in jüngeren Jahren gewinnt meistens der aufdringlichere Mann. Die zurückhaltenden Männer werden meistens übersehen. Daraus lernt man natürlich auch und verliebt sich nicht hoffnungslos. Zu schwärmen ist was anderes, aber meistens ergibt der Realitätscheck dann, dass die Frau bereits in einer Beziehung ist. No Go für mich, sich da einzumischen und weiter zu schwärmen.

Sexuelle Phantasien sind natürlich da. Ich habe recht häufig Klarträume und kann die bei Bedarf auch induzieren, wenn ich möchte. Die Träume sind dann meistens sexueller Natur und recht intensiv. Dabei bekomme ich nochmal ein ganz anderes Bild auf die Welt und die Reizverarbeitung und bin mir der ganzen Wahrnehmungsfilter und Beschränkungen im Reallife noch bewusster.

Die aktuelle VR Technik (Virtual Reality) gibt natürlich auch sehr viel her. In einer Paarbeziehung dürfte ein VR Porno schon als fremdgehen, meiner Meinung nach, gewertet werden. Da bleiben bzgl. der Körper keine Fragen mehr offen. Das ist eine ganz andere Liga als Fernsehen und wird meiner Meinung nach die sexuelle Selbstbestimmung des Mannes in mittelferner Zukunft erheblich unterstützen.

Liebe Grüße
Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #186
Hmm, schwer zu sagen, ich habe hier zwar einen guten Artikel über Demisexualität gefunden kann, die unten genannten 5 Punkte aber weder richtig bejahen noch verneinen. 4 und 5 würde ich wohl klar bejahen. Ist so ein Mittelding. Von der dort beschrieben primären und sekundären sexuellen Anziehung trifft beides auf mich zu.


Was ich definitiv sagen kann, ist, dass das Hauptattraktivitätsmerkmal für mich ein hübsches Gesicht mit zum Gesicht passender Frisur ist. Die Frau könnte einen noch so schönen Körper haben. Wenn die Haare sehr kurz sind finde ich sie nicht für mich nicht attraktiv. Da findet Null Anziehung statt. Beim Körper selbst bin ich eher toleranter (Ja, ich weiß das klingt abwertend und oberflächlich). Aber das Gesicht muss passen. Und ja, bekleidete Frauen finde ich anziehender als unbekleidete Frauen.

Liebe Grüße
Andreas

Ja, bekleidete Männer finde ich grundsätzlich auch erst mal anziehender, das liegt bereits im Wort anziehend, also abgeleitet von angezogen. 🤣

Es ist immer vorteilhaft zu wissen, was man möchte. Auch ich habe klare Vorstellungen. Irritiert hat mich nur ein wenig der Schwenk von Demisexualität auf die Attraktion. Aber manchmal fließen die Gedanken auch einfach.
Eines Tages spielt sogar die 2mm-Haarlänge bei einer Frau keine Rolle mehr, wenn sie es ist. Auch wenn du dir das jetzt nie und nimmer vorstellen kannst. Das ist wie bei mir, wenn ich mir sage: nicht schon wieder einer, der raucht Muss es denn echt immer ein Raucher sein? (Zur Erklärung: bin selbst Nichtraucher.)
 
  • #187
Nach Lesen des Strangs habe ich eher das Gefühl, dass @Andreas76 unter Bindungsangst leidet. Stefanie Stahl behandelt das in ihren Büchern und Podcasts ausführlich. Ein häufiges Muster basiert auf einer Überanpassung - das Gefühl, es immer allen recht machen zu müssen, um geliebt zu werden. Das bedeutet gleichzeitig, dass derjenige das Gefühl hat, in Beziehungen nie er selbst sein zu können. Deshalb scheut er jegliche Art von Verpflichtung von vornherein oder sabotiert die Beziehung sobald es ernster wird.
Bindungsangst ist auf jeden Fall da. Das ist klar, wenn man ein sonst, recht glückliches, selbst bestimmtes Leben führt. Und je länger man alleine lebt, desto größer das Gefühl der Aufgabe.
Wenn du Lust hast, an dir zu arbeiten und diese Muster zu durchbrechen, hör dir gern mal die Podcasts (z.B. "Stahl aber herzlich" auf Audionow oder Youtube) an und schau, ob du dich darin wiederfindest.
Danke für den Tipp. Habe ich notiert und werde ich mir am Wochenende mal anhören.

Liebe Grüße
Andreas
 
  • #188
Du liest sich sehr angenehm , Andreas. Ganz anders als meine Persönlichkeit, aber dennoch kann ich alles nachvollziehen, was du von dir erzählst . Adoption und Bindung ist fast immer ein Thema, da solltest du vielleicht mal ansetzen . Ansonsten freu dich doch , dass du in einer liebevollen Familie aufgewachsen bist und auch so stabil durchs Leben gehst . Hast du enge Bindungen in deinem Leben ?
 
  • #189
Adoption und Bindung ist fast immer ein Thema, da solltest du vielleicht mal ansetzen .
Ja, ich denke, dass ich hier ggf. einen Entwicklungsschritt verpasst oder anders erlebt habe als andere Menschen. Ich komme so langsam zu der Erkenntnis, dass das professionell aufgearbeitet werden sollte. Ggf. erklärt das meine Distanziertheit zu anderen Menschen.

Ich habe in den ersten 35 Jahren immer Menschen um mich herum gehabt. Allerdings waren das nie wirklich tiefgehende Beziehungen. Aber immer positive Menschen. Da gab es keine Reibungen. Das waren gemeinsame Interessen, die verfolgt worden sind. Spielen mit den Nachbarskindern, Party machen mit den Schulfreunden, dann gemeinsame Zeit mit Kommilitonen und das Feierabendbier mit Arbeitskollegen. Wenn ein Lebensabschnitt fertig war ist man unterschiedliche Wege gegangen und hat sich aus den Augen verloren. Trotzdem habe ich die schöne Zeit noch in Erinnerung.
Ansonsten freu dich doch , dass du in einer liebevollen Familie aufgewachsen bist und auch so stabil durchs Leben gehst .
Definitiv. Mein Leben hätte unter anderen Umständen auch ganz anders verlaufen können.
Die größte Bindung habe ich immer noch zu meinen Eltern. Ich schaue meistens täglich mal eine Stunde vorbei. Meine Eltern freuen sich dann immer sehr. Für mich ist es manchmal Belastung, aber ich komme damit klar. Ansonsten habe ich keine enge Bindungen mehr. Mir fällt es schwer Bindungen aufzubauen. Als Kind, Jugendlicher und Student hat sich das einfach ergeben aber direkt neue Bindungen jetzt aufzubauen ist schwierig. Geht man in einen Verein, hat man das ganze Vereinsleben am Hals. Das habe ich einmal gehabt und brauche ich nie wieder. Joggen und Wandern kann ich alleine. Ist gerade schwierig, was passendes aufzubauen.

Liebe Grüße
Andreas
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #190
Ist evtl. eine Generationenfrage, wenn Gaming als No-Go betrachtet wird. Ich persönlich sehe da keinen Unterschied dazu, wenn Andere abends vor dem TV hocken und Tatort, Fußball oder irgendeinen Rosamunde Pilcher Film glotzen.
Im Gegenteil ist Gaming da noch interaktiver. Insbesondere wenn man in entsprechenden z.B. internationalen Communitys spielt und via Discord und Co. kommuniziert.
Gerade das Spielen in Gilden und Ligen kann Beziehungen belasten.
Ich hatte einen Freund, der halt drei Tage unter der Woche und Sonntag streng verplant war. Viele Dinge konntest du nie machen, weil Sonntag ab 16 Uhr ein "wichtiger Raid" war. Jeden Sonntag!
 
  • #191
Gerade das Spielen in Gilden und Ligen kann Beziehungen belasten.
Ja das funktioniert eigentlich nur wenn man in derselben Gilde ist oder zumindest die gleichen Raid Zeiten hat.
16 Uhr ist aber sehr früh. Normalerweise sind da ja viele mit kleineren Kindern so dass es meist gegen 19:30/20:00 losgeht am Sonntag.
Hab selber im lockdown fast jeden Tag WoW gezockt. So früh ist schon die Ausnahme. Aber ja, das Leben wird davon bestimmt.
 
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