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Gast

  • #1

Hilfe! Ich bin eine Chaotin!

Ich hab einen Mann kennengelernt und wir stehen am Beginn einer Beziehung.
Leider hab ich seit Jahren extreme Probleme mein Leben auf die Reihe zu bringen. Bin chaotisch in Hinblick auf Rechnungen, eigentlich jeglichen Papierkram, oft unpünktlich und vergesslich.
Diese Punkte machen mir das Leben schwer.

Ich möchte nicht, dass er mich so hilflos und desorganisiert erlebt.
Wer weiß wie ich die Sache am Besten angehe und diese für mich und meine Umgebung nervtötende Verhaltensweisen ändere?
 
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Gast

  • #2
Das Zauberwort heisst Disziplin!
Schreib in einen Tagesplaner alles sofort ein, was auftaucht. Fürs Abarbeiten bist nur du allein zuständig.
 
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Gast

  • #3
Liebe Fs,

wie alt bist du? Du weist doch schon länger, dass du so unstrukturiert bist, oder? Erst jetzt, wo du einen Mann kennengelernt hast, denkst du darüber nach, was zu ändern? Verstehe ich nicht.

Hier hilft nur zum Fachmann zugehen und eine Therapie zu machen, um zu klären, wo die wahren Ursachen liegen und dann an sich arbeiten, evtl. abklären zu lassen,ob ADHS vorliegt.

w 49
 
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Gast

  • #4
Liebe Fs. Sicher gibt es Ursachen für dein "Chaos". Möglicherweise eine Trennung die dich etwas aus der Bahn warf. Bekannterweise schafft man es dann zwar auf der Arbeit zu funktionieren und auch den beruflichen "Kram" zu bewältigen jedoch zu Hause ist die Festung noch nicht ganz sortiert. Mir halfen die Empfehlungen: erst innere Ordnung wiederherstellen! Vorher geht es mit der äusseren nicht. EVTL. bist Du ein Mensch der nie alleine mit Sich war, der sein Leben aus Liebe für andere aufforderte, für den Mann, die Kinder, die Eltern usw. Bist Du zu kurz gekommen? Wie ist es um deine Selbstliebe bestellt. Kannst Du 15 Minuten in einen Spiegel gucken, dir liebevoll in die Augen sehen ohne Fehler oder Falten zu suchen? Einfach nur dich anlächeln. Stehst Du morgens auf, freut dich auf den Tag u sagst sowas wie: Das Leben ist schön und ich bin dabei.? Nur wenn dir gelingt dich selbst zu lieben und Du dir kleine Schritte zumutest (heute freue ich mich darauf meine Lohnzettel abzuheften bspw.) wirst Du allmählich das Gefühl bekommen, die bunte Knopfkiste (Kopf) wird sortierter. Viel Glück- alles braucht seine Zeit.
 
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Gast

  • #5
Bei Dir helfen nur zwei Sachen :

1. einen Coach der Dir hilft Deine Umgebung zu sortieren und zu organisieren mittels Zeitmanagement und Ordnungsmanagement

und

2. ein Psychologe der Dir hilft Dein inneres Chaos in den Griff zu bekommen damit Du Dich änderst - denn andere können Dich nicht ändern nur Du alleine

Glaub mir ich habs auch geschafft und mir gehts mittlerweile Super
 
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Gast

  • #6
Liebe FS!
Warst du denn schon immer so, also auch als Kind/Jugendliche?
Ich habe genau das gleiche Problem und bei mir wurde im Alter von 7 ADS festgestellt, aber nie behandelt, weil ich vernachlässigt wurde. Chaos war normal, ich war kaum lebensfähig, hatte tausende von offenen Rechnungen, nie was zu essen im Haus, Uni hat auch sehr drunter gelitten, wichtige Termine verschwitzt, Freunde vergessen und und und..

Habe vor drei Jahren eine Therapie angefangen und es wurde nach und nach besser. Mittlerweile merkt man so gut wie nichts mehr vom Chaos. Den inneren Kampf wird man leider auch nicht los, aber ist tatsächlich eine Konditionierung.
Lebe ein paar Wochen strikt nach Plan (schön in Stunden aufgeteilt) und irgendwann übernimmst du es.

Meine Wohnung ist nun sehr sauber, ich stehe kurz vor meinem Uni Abschluss und alle Rechnungen sind bezahlt.

Mach ne Therapie ;)
 
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Gast

  • #7
Du bist nun einmal eine Chaotin. Das zu ändern ist sehr schwer. Unangenehme Gewohnheiten auszuleben ist einfach, diese aber wieder in den Griff zu bekommen sehr, sehr schwer. Du wirst diesem Mann schon einen Einblick in dein Leben geben müssen, oder willst du dich auf Dauer verstellen?
Dann lerne diszipliniert deinen Papierkram abzuarbeiten. Wenn man sich da einmal durchgearbeitet hat ist das ganz einfach.
Sortiere nach Wichtigkeit, lege dir eine Ablage zu (kein Schuhkarton!) und hefte alles 1x pro Woche ab! Belüge dich nicht selbst mit Ausreden wie jetzt keine Zeit, muss erst einkaufen etc. Vielleicht bittest du deinen Freund dir behilflich zu sein oder das er dich ganz lieb an die Aufgaben erinnert.
Unpünktlichkeit und etwas vergessen hat auch etwas mit Respekt den anderen Menschen gegenüber zu tun. Respektlos willst du doch nicht erscheinen, oder? Also, strenge dich an. Ohne Fleiß keinen Preis!
 
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Gast

  • #8
Hallo! Mir geht es leider auch so wie Dir.

Man merkt es mir zwar als Außenstehender nicht unbedingt an (ich werde komischerweise oft für ordentlich und diszipliniert gehalten), aber ich bin derart chaotisch und unorganisiert, vor allem was Rechnungen und meinen Briefkasten angeht, dass ich sogar schon mal einen Gerichtsvollzieher vor der Tür stehen hatte.
Das war der Punkt an dem ich Angst bekam und beschloss, mein Leben zu ändern. Leider musste ich feststellen, dass ich gewissen Mustern folge, die es mir sehr schwer machen, die nötige Selbstdisziplin aufzubringen, unangenehme Dinge anzupacken und z. B. neue Rechnungen sofort abzuheften..Das funktioniert ein paar Wochen ganz gut, bis ich es wieder schleifen lasse und im Chaos versinke. Eine Therapie mache ich übrigens schon lange. Die chaotischen Muster sind trotzdem noch vorhanden, wenn auch etwas weniger verheerend als früher. Ich bin auch immer damit beschäftigt, neue Wege aus dem Chaos zu finden, aber bisher funktioniert es einfach nicht langanhaltend.

Die Angst, in einer Beziehung so, wie man ist, nicht zu funktionieren, kenne ich leider auch. Vielleicht ist ja besagter Mann besonders ordentlich und würde sich freuen, Dir beim Strukturieren und Ordnung halten zu helfen? :) Manche Männer schreckt das Chaos gar nicht ab und diejenigen, die damit überhaupt nicht klar kommen, passen vielleicht sowieso nicht zu einer Chaotin.

Liebe Grüße
w, 26
 
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Gast

  • #9
Willkommen im Club! Ich brauche manchmal etwas Zeit, um meine Sachen zu sortieren, und dann läuft es wieder. Das Problem ist, dass die Zeit oft fehlt, da es schon eine langwierigere Angelegenheit ist, wenn man im Chaos ist, und nach und nach wieder herauskommt und die Dinge ihren geregelten Lauf nehmen.

Kann es sein, dass auch ein gewisser Perfektionismus dahintersteckt? Dadurch erscheinen die Dinge unangenehmer und schwerer als sie sind. Es war bei mir auch nicht immer so - solche Dinge kann man also ändern. Oft stecken auch andere ungeordnete Dinge im Inneren dahinter. Ein neuer Mann kann da aber auch heraushelfen, er motiviert einfach dadurch, dass es ihn gibt. Zumindets bei mir war das so. Zugleich ist es aber schön, wenn man ehrlich zu ihm sein kann. Ehrlich zu seinem Problem stehen und zugleich es angehen.

Ich würde zum einen dazu stehen, dass du eine Chaotin bist. Dazu zu tendieren, finde ich als Eigenschaft nicht schlimm, sondern sogar sympathisch. Oft sind das auch Menschen, die sich verzetteln und (zu) intensiv auf manche Dinge einlassen. Dadurch gerät die Balance aus dem Gleichgewicht.

Aber, obwohl die Tendenz nicht schlimm ist, ist es in jedem Fall hilfreich, das Verhalten zu ändern. Wie wäre es dabei erst einmal mit "Anfangen"? Fange an, die unerledigten Dinge zu sortieren. Wenn du das ein paar Stunden lang tust, kannst du wahrscheinlich gar nicht mehr aufhören, weil es beginnt, Spaß zu machen. Anschließend musst du Regeln finden, die Ordnung beizubehalten, z. B. sich regelmäßig eine bestimmte Zeit für Rechnungen, aufräumen o. ä. zu nehmen. Es gibt auch Bücher dazu. Auch eine Beratung kann nur helfen. Viel Erfolg!
 
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Gast

  • #10
Ich bin 59 und auch eine Chaotin. Im Job bin ich sehr strukturiert, aber mein Privatleben ist ganz anders. Ich hasse Papierkram und wenn es an die Steuererklärung geht, bekomme ich Panik. Ich finde nie etwas und auch sonst herrscht einfach das Chaos.
Jahrelang hatte ich mein Problem damit, ich habe immer wieder diesen schlauen Menschen geglaubt, die mir etwas von Disziplin erzählt haben, die mir Tipps gegeben haben und Bücher geschenkt haben, um mein Chaos in den Griff zu bekommen.
Immer wieder habe ich gehört, dass ich etwas ändern muss. Und dann habe ich einen Mann getroffen, der mich so geliebt hat, wie ich bin. Er fand mich erfrischend anders und hat an mir meine Kreativität und Spontaneität geliebt.
Inzwischen habe ich kapiert, worum es geht, Nicht darum, so zu sein, wie die Norm es uns vorgibt sondern sich so anzunehmen, wie man ist. Sich selbst so zu akzeptieren und zu lieben.
Wenn du selbstbewusst zu deinen Eigenheiten stehst, dann wird auch kein Mann ein Problem damit haben.
Du lebst bisher so - warum dann nicht in einer Beziehung. Muss eine Beziehung geordnet und strukturiert ablaufen? Nein, muss sie nicht. Lass dir nichts erzählen.
Sei so, wie du bist - du wirst dich sowieso nicht ändern können, du bist eben so. Wenn du mit Gewalt versuchst, dich zu ändern, wirst du nur ständig an deine Grenzen stoßen und frustriert feststellen, dass es nicht klappt. Davon wird eine Beziehung dann auch nicht besser.

Also ich kam immerhin 59 Jahre gut durchs Leben - auch ohne Ordnung in meinen Papieren.
 
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Gast

  • #11
Oh, das kam bei mir nachdem mein Freund, dann mein Job und schliesslich
meine innere Selbstorganisation weg war.
Mich hat nichts mehr interessiert und das Chaos entsteht
ganz leicht wenn du nicht täglich was tust.
Inzwischen bin ich unchaotisch geworden, aber
das brauchte viel Selbstdisziplin und etwas Fachliteratur.
Therapeuten würde ich erstmal nicht nehmen, die stehlen bloss Zeit
die du zum Aufräumen und zur Jobsuche brauchst.
 
  • #12
Hehe, willkommen im Club.

schaff dir Prozesse, die deine Aufgaben erledigen..
Rechnungen die entweder automatisch auftauchen oder verlege sie, soweit möglich ins Netz,
wo du dran erinnert werden kannst..
 
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Gast

  • #13
Also ich kam immerhin 59 Jahre gut durchs Leben - auch ohne Ordnung in meinen Papieren.
Ja, aber nur weil du im Job sehr strukturiert warst. Das hat dich gerettet. Also bist du nur eine Teil-Chaotin, wo es komischer Weise im Job sehr gut klappt.

Deinen Erfolg oder Weg auf alle anderen Menschen übertragen zu wollen, finde ich sehr gefährlich.

w, keine Chaotin
 
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Gast

  • #14
Mach dir keine Sorgen, ich bin auch so. Dazu noch Master der Prokrastination, dennoch habe ich seit 10 Jahren einen Partner. Ich versuche seinen Teil der Wohnung in Ordnung zu halten und mein Reich sieht eben nach mir aus. Das klappt ganz gut. Schriftliche Sachen ordnet er, bearbeiten tue ich sie zumeist.
 
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Gast

  • #15
Ja, aber nur weil du im Job sehr strukturiert warst. Das hat dich gerettet. Also bist du nur eine Teil-Chaotin, wo es komischer Weise im Job sehr gut klappt.
Ich glaube, das ist abhängig vom Job häufig so. Bei mir auch. Weil es im Job (zumindest in manchen Jobs) eine gewissere äußere Ordnung gibt, die vorgegeben ist. Alleine, wenn der Arbeitsplatz nicht in der Wohnung ist, gibt es Ordnung: Man hat dort einen begrenzten Aufgabenbereich und nicht alles an Aufgaben fällt durcheinander, so wie es zuhause ist, oder wenn man zuhause oder selbstständig arbeitet.

Rechnungen die entweder automatisch auftauchen oder verlege sie, soweit möglich ins Netz...
Genau wegen der Aufgabentrennung, die ich für wichtig halte (zumindest für mich), versuche ich ja, manches wieder aus dem Netz in Papierform zu verlegen. Das der Rechner ein einziges Sammelsurium an verschiedenen Aufgaben, Terminen, Freizeitgestaltung und und und ist. Ich finde eine Trennung in Bereiche ganz hilfreich, und Papiersortieren im Gegensatz zum "Festplattensortieren" manchmal ganz entspannend. Aber das ist sicherlich Geschmackssache.