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  • #1

Hilfe, ich kann den Sohn meiner besten Freundin nicht leiden!

Meine Jugendfreundin + ich haben uns nach 18 J. vor 3 J. über das Internet wieder gefunden, sie ist heute wieder meine beste Freundin. Die Treffen finden aus praktischen Gründen meist bei ihr statt, aber ich fühle mich in ihrer Familie zunehmend durch ihren 9-jährigen Sohn genervt. Er lässt uns nie in Ruhe quatschen, auch nicht am Telefon, er stört grundsätzlich Erwachsenengespräche, kommandiert seine Mutter herum und hat auch mich in seinem Drang, meine Aufmerksamkeit zu erlangen, einmal so fest geschlagen (!), dass ich fast die Beherrschung verloren hätte. Das Problem ist, dass beide Eltern in Vollzeit arbeiten, der Sohn tagsüber viel Zeit bei der Oma verbringt & meine Freundin sich deshalb schuldig fühlt. Sie lässt ihm alles durchgehen, und so hat er nie gelernt, zu „gehorchen“ Ich reagiere immer genervter + habe immer mehr Angst, dadurch meine Freundin zu verärgern. Ich finde ihre Erziehungsmethode falsch, aber habe mich erst selten getraut, darüber zu reden. Was würdet Ihr tun?
 
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  • #2
Der Junge wird dich als Eindringling sehen der ihm die wenige Zeit, die er mit seiner Mutter verbringen kann, noch mehr schmälert. Wohl auch der Grund, warum er dir gegenüber aggressiv ist.

Da wirst du mit ein paar Worten nichts ausrichten können - trefft euch allein, außerhalb der Familie.
Vielleicht ergibt sich dann auch in Ruhe ein Gespräch, denn du solltest ihr schon sagen, was dich stört - aber vielleicht auch, dass du Verständnis für ihr schlechtes Gewissen ihrem Kind gegenüber hast.

Meine Söhne haben es ganz gut verstanden, wenn ich ihnen erklärt habe, dass ich mich auf den Besuch einer Freundin freue und ungestört mit ihr sein möchte und sie es ja auch nicht gerade toll finden würden, wenn sie mit einem Freund zuhause spielen und ich sie ständig dabei unterbreche.
Ein Kind mit 9 Jahren sollte eigentlich schon so verständig sein und sich alleine beschäftigen können oder er vlt. darf er sich für die Zeit ja auch einen Freund zu sich einladen.
Du selbst kannst natürlich auch zur Beschäftigung des Jungen beitragen. Könntest ihn bitten ein Bild ganz allein nur für dich zum mitnehmen als Erinnerung an ihn zu malen. Kinder sind da immer sehr stolz, vor allem wenn du das dann genügend bewunderst wenn es fertig ist. Durch so etwas findest du vielleicht auch einen Weg in sein Herz und er wiird sich dann vlt. freuen, wenn du das nächste mal kommst.
Oder du bringst ihm ein kleines kreatives Geschenk mit, mit dem er sich beschäftigen kann - was zum basteln oder Knete oder . . . lass mal deiner Fantasie freien Lauf.
 
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  • #3
Ich diskutiere mit meiner besten Freundin seit 7 Jahren darüber. Du und ich können uns die Hand geben :)
Deine Freundin MACHT einen riesigen Fehler, genau, wie meine. Ihre Kinder sind jetzt in der Pubertät und tanzen ihr auf der Nase herum, dass sie oft jeden Einfluß über die Kinder verliert (geht bis zur Kleinkriminalität). Aus einem tiefen inneren Schuldgefühl, das Kind "leidet" ja so schon genug werden so gut wie keine Grenzen gesetzt. Deine Freundin wird sich warm anziehen dürfen, denn wenn der Sohn erstmal 16 ist, wird sie jegliche Kontolle verlieren, weil er sich NICHTS mehr sagen lässt und die Mutter wie einen Fußabtreter behandeln wird...und nachträglich ändern kann man nichts mehr. Das Kind nimmt es nicht mehr an!!
Mein Reden 7 Jahre lang, dem Kind endlich und konsequent Grenzen zu setzen hat NICHTS bewirkt...nun hat sie den Salat und deine Freundin wird es in ein paar Jahren selbst erleben dürfen.
jaja, heute gibt sie mir zwar Recht....aber in diesem Alter ist es für vieles bereits viel zu spät.

Du kannst ihrem Sohn DEINE Grenzen aufzeigen, das tat ich auch. Witzigerweise hat er diese von mir akzeptiert und siedelte mich teilweise sogar höher an, als seine eigene Mutter..Das sollte vielen vollzwitbreufstätigen Eltern wirklich zu denken geben.
Gruß (w 47)
 
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  • #4
an #2: das hat m.E. nicht zwingend mit vollzeitberufstätigen Eltern zu tun sondern mit Erziehungsunfähigkeit der Eltern.Auch zu finden bei Hartz 4 -Eltern die den ganzen Tag zu Hause sitzen und genug Zeit zum Erziehen hätten wenn sie denn könnten/wollten.
 
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  • #5
Vielen Dank für Eure Ratschläge und die Tipps. Der Junge ruft auch die Erwachsenen ständig hinzu, wenn er Besuch hat. Ich hab mehrfach versucht, ihm etwas mitzubringen, aber das hat nicht gefruchtet, das Geschenk wird entgegengenommen, wenn ich Glück habe, sagt er danke, dann wird nie wieder (von ihm) darüber geredet. Er interessiert sich ausschließlich für Wrestling, MonsterTrucks und Computespiele (am besten mit Wrestlern und MonsterTrucks ;-)).

Unabhängig von meiner "Belästigung" sorge ich mich auch wirklich um meine Freundin. Ich befürchte auch, dass er ihr immer mehr auf der Nase herumtanzen wird. Es ist schon jetzt so, dass er ständig Ärger in der Schule hat, weil er mit den anderen nicht zurecht kommt. Möglicherweise ist das in dem Alter normal, ich wundere mich jedoch, dass er keinerlei Freunde hat und nicht rausgeht.

Letztens waren wir zusammen essen. Wie immer hat er sein Essen nicht angerührt, sprang ständig auf um auf dem Spielplatz, der zum Restaurant gehörte, herumzutollen, wollte dann ein Eis, das er Gott sei Dank nicht bekam. Ständig forderte er seine Mutter auf "Gib mir mal 50 Cent", um das Geld in die entsprechenden Spielgeräte zu stecken. Kein Danke, kein Bitte, mehrfach jedoch ein "Haste nicht noch mehr?". Die Eltern haben ihm wie selbstverständlich 10 Euro in 50-Cent-Stücke gewechselt, die er dann in Windeseile verspielt hat. Einmal platze mir der Kragen als er fast wie ein Mafia-Boss für seiner Mutter stand und Geld einforderte. Ich wies die Eltern auf das unmögliche Verhalten hin, sie tadelten ihn darauf hin auch, aber...

Naja, ich werde mich wohl in Zukunft alleine mit ihr treffen müssen, die negativen Bemerkungen von mir über ihren Sohn sprudeln immer häufiger aus mir heraus. Ich habe keine Kinder, deswegen kann ich nicht wirklich beurteilen, wie schwierig die Erziehung ist. Ich kann mich aber erinnern, dass ich ab und zu meinen Eltern auch gehorcht habe.

#2, Du hast Recht, ich kann ihm meine Grenzen aufzeigen, und das werde ich auch tun. Ein paar Mal habe ich das schon getan, immer mit der Angst, meine Freundin zu verärgern, bisher ist es ja gut getan. Wenn die Eltern nicht verhindern, dass er mich schlägt (als Beispiel) muss ich das wohl selbst tun...
 
I

ingrid w 64

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  • #6
Ich lese gerade den Bestseller "Warum unsere Kinder Tyrannen werden". Das ist wohl ein Zeichen unserer Zeit, aber kein gutes.
 
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  • #7
# all .............. warum lasst Ihr die Probleme der anderen nicht einfach auch bei Ihnen. Mir würde es sowas von gegen den Strich gehen, wenn von außen "Erziehungsratschläge" kommen. Sagt schon das Wort "......schläge" !
Ich mache übrigens Geschenke, weil ich jemandem eine Freude machen möchte, nicht weil ich geil auf Dankbarkeitsbekundungen bin.
 
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  • #8
Richtig! Die Ausübung von erzieherischer Verantwortung hat nichts mit Vollzeit/Teilzeit zu tun. ich arbeite auch Vollzeit, erziehe meinen Sohn allein und er kann sich prima allein auch mal beschäftigen.
Kindern grenzen zu setzen ist elementar. Es ist Selbstbehauptung. Es gibt Tage, da mache ich nichts anderes als Grenzen zu setzen! An diesen Tagen bin ich natürlich abends ausgelaugt und groggy, sehe das aber als notwendig an.
Wichtig ist natürlich, sich regelmäßig mit dem Kind zu beschäftigen, seine Interessen und Fragen ernst zu nehmen und ihm die ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn das Kind vielerlei angeregt wird, wird es auch mal eine ganze Weile allein spielen.
Also: klare Worte! Oder mal ein Rollenspiel mit vertauschten Rollen. Bewirkt Wunder an Erkenntnisfähigkeit.
:eek:)
 
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  • #9
Naja, diese klaren Worte können von mir als beste Freundin aber kaum kommen, oder? Und den Rollentausch, den sollte wohl eher meine Freundin ausprobieren. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sie gar nicht merkt, dass da ein Problem ist. Folglich hat sie ja auch kein Problem...
 
B

birgitta

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  • #10
Auch eine meiner Kolleginnen in der Taxizentrale hat ein Kind das sich nicht benehmen konnte wenn andere und vor allem Männer mit ihr geredet haben. Erst hat sie es mit CD-Player und so versucht ihn abzulenken. Aber gut war es eerst als sie ihm mal richtig den Hintern versohlt hat. Das hat ihr zwar hinterher sehr leid getan aber geholfen. Heute haat der Junge auch noch bei Menschen Sympathie die mit der Mutter schon nichts mehr zu tun haben. Er versteht auch daß die Mutterliebe für ihn bleibt auch wenn da ein neuer Mann ist.
 
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  • #11
Geheimtip von Tschebyscheff:

Verpass dem kleinen bei passender Gelegenheit doch einmal eine sogenannte "doppelte Maulschelle". So dass es richtig schön schallert. Dann wird wohl nach einem kurzen Geplärre Ruhe herrschen. Und die Mutter wird dich wegen deines energischen, männlichen Durchgreifens bewundern. Also eine Win-Win Situation ;-) :

Beste Grüße,

Euer Tschebyscheff
 
  • #12
Es ist immer heikel jemanden auf Erizehungsprobleme hinzuweisen. Egal ob die beste Freundin, Schwester oder Arbeitskollegen. Mein Eindruck war immer, dass sie sich dieser Tatsache sehr wohl bewusst sind, sich jedoch schämen und es schlicht schwer ist zuzugeben nich zu wissen, wie man dem entgegenwirken kann, wie es "richtig" geht. Die Reaktion ist dann meißt Ablehnung.

Jedoch finde ich es gerade in einer guten Freundschaft wichtig Dinge anzusprechen die eben nicht bequem sind, zu was sind Freunde da wenn nicht auch dazu Probleme anzusprechen anstatt sie zu umgehen.
Ich sage einfach mal mit was ich gute Erfahrungen gemacht habe bzw. Erfolge beobachtet habe:

Schaffe Situationen in denen du alleine mit ihr bist, ein abendlicher Barbesuch, ein Spaziergang im Grünen. Es ist hilfreich wenn du wie auch deine Freundin mal etwas den Kopf frei bekommen und auch wirklich Raum ist um ein vertrautet Gespräch zu führen. Wenn du dich dann dem Thema näherst dann mach keinen Vorwurf daraus, auch keine Ratschläge- sondern erkundige dich nach IHREM Empfinden. Bemerke, vielleicht auch mit einem Lächeln, dass es ein aufgeweckter Junge ist, vermittle ihr so, dass du dem Kind nichts böses willst. Kitzle aus ihr heraus wie sie sich in solchen Situationen fühlt, sie braucht niemanden der ihr sagt, dass sie es falsch macht, das wissen sie wie gesagt meißt selbst- sondern jemanden der ihre "schwäche" nicht verurteilt. Sie kann das Verhalten ihres Kindes nur ändern wenn sie das ihre ändert, das Kind spiegelt meißt die Unruhe der Eltern wider. Hör dir an was sie zu sagen hat, wie sie sich fühlt und sei ihr ein guter Freund indem zu ihr sagst was sie machen kann um die Situationen ruhiger zu überstehen, was sie machen kann, dass SIE gelassener wird, nicht das Kind. Das Kind wird auf diese Veränderung reagieren, unweigerlich.

Etwas das ich immer wieder beobachten konnte und mich beeindruckt hat war, dass meine Mutter immer, wenn Kinder meiner kleinen Geschwister zu Besuch waren die sich nicht benehmen konnten, ganz klar und auch im strengen Ton sagte: "Mein Haus, meine Regeln, wenn du dich nicht daran hältst schicke ich dich nach Hause" Sie machte etwas, dass ich auch dir empfehlen würde: Wahre deine Grenzen. Du hast ein Recht darauf dich zu wehren wenn dir das Kind über eine Grenze steigt.

Das sind keine Allheilmittel, und ich will gar nichts versprechen, es sind nur meine Erfahrungen und Beobachtungen. Entscheide selbst ob es einen Versuch wert ist.
 
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  • #13
@ Fragestellerin #8
Ich finde schon dass von deiner Seite klare Worte kommen können. Du bist ihre beste Freundin!
Meine beste Freundin ist sehr kritikfähig und wir reden über ALLES. Ich habe ihren Sohn eine ganze Weile beobachtet, ich kenne die von dir beschriebene Restaurant-Situation auch. Dieser hat nebenbei zwar viel zu Essen bestellt, aber kaum angerührt (schmeckt nicht und Punkt) und verschwand auf den Spielplatz. Wenn meine Freundin und ich telefonierten, drückte er auf die "aus" Taste mit der Ansage, ER bräuchte jetzt das Telefon und sie ließ es auch noch zu. Er blockierte fast jedes Gespräch, indem er dazwischenquakte und wieder irgendetwas wollte. Meine Freundin sprang sofort....
Ich habe sie nach einer dieser Telefonunterbrechungen dirkekt, aber sehr vorsichtig angesprochen und habe ihr meine Beobachtungen und Ansichten über sein Verhalten geschildert. Sie war mir sehr dankbar, denn sie hatte ihre Fehler überhaupt nicht bemerkt, sich nur gewundert, dass ihr Kind ihr immer mehr entglitt. Ich habe übrigens selbst Kinder und weiß, dass es auch anders geht.

Also sprich sie an. Mehr als in die Nesseln setzen kannst du dich nicht. Du kannst es ja ganz vorsichtig versuchen und merkst doch sofort, ob sie es von dir annimmt oder nicht.
In dem von dir beschriebenen Restaurantbeispiel ist ganz klar ersichtlich, dass die Eltern den Sohn mit Geld ruhigstellen, damit sie ihre Ruhe haben. Man hat weinig Zeit für das Kind und machen das eben materiell wieder gut. Er provoziert mit Nerven und schlagen, weil im ganz klar Aufmerksamkeit fehlt und er sich einsam fühlt!
Schwer wird es für deine Freundin, weil SIE sich zuerst ändern muß, nämlich konsequenter und "liebevoller" zu werden und sich ZEIT für das Kind zu nehmen.
Gib ihr deine Gedanken als Anregung...ob sie es annimmt und was sie daraus macht, ist dann ihre Sache.
Gruß
(w47)
 
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  • #14
Danke für die lieben Tipps. Ihr habt Recht, ich werde eine SItuation schaffen, in der ich mit ihr reden kann.
Schlagen werde ich den Sohn sicherlich nicht :) Zumindest werde ich das versuchen.
 
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