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Gast

  • #1

Hilfe, mein Partner will meine Mutter kennenlernen - was nun?

Sicherlich klingt es ziemlich hart, aber leider empfinde ich so. Ich schäme mich für meine Mutter. Sie ist sehr ungebildet und sozialschwach. Sie pflegt sich und ihre Wohnung nur sehr wenig. Mein Vater hat sehr lang ihr Leben geleitet, aber irgendwann hat auch er resigniert nachdem sie ihn mehrfach betrogen hat. Er hat sich scheiden lassen. Ihr sozialer Abstieg war vorprogrammiert. Vielleicht bin ich wegen ihr so zielstrebig geworden, weil ich niemals so werden wollte wie sie. Was ich studiert habe oder meine berufliche Tätigkeit hat sie zwar interessiert, aber sie begreift es einfach nicht. Wir haben auch keine Gesprächsgrundlage. Mich stört es auch sehr, dass sie sich äußerlich so gehen lässt.
Ich konnte es 1,5 Jahre verhindern, dass mein Freund sie kennenlernt. Er wartet schon so lange darauf, aber ich weiß wie schockiert er sein wird. Er ist der Meinung,dass er dann einschätzen kann, wie ich im Alter aussehen werde und überhaupt sei ich ja genetisch gesehen 50% meine Mutter. Ich habe Angst, dass er mich durch diese Begegnung anders sieht. In wenigen Tagen treffen dir beiden aufeinander. Soll ich ihn detailliert auf alles vorbereiten oder ihn damit einfach konfrontieren?
Seine Mutter ist übrigens das komplette Gegenteil (Professorin, sehr gebildet und attraktiv)
 
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Gast

  • #2
Bereite ihn darauf vor, schließlich solltest du ihm auch den Grund sagen, warum er deine Mutter die ganze Zeit nicht kennengelernt hat. Sprich offen mit ihm, dann ist er zwar vorbelastet, kann dich jedoch sicherlich besser verstehen, ohne schlecht über dich zu denken. Schließlich kennt er dich so, wie du jetzt bist. Zielstrebig eben. Kopf hoch!
 
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Gast

  • #3
Wo ist denn jetzt das Problem? Ich würde antworten: Nein, Du kannst meine Mutter leider nicht kennen lernen." unterstreichend kann man ja noch hinzufügen, Sie ist Krank und will es auch nicht , ich möchte es nicht, respektiere das. DANKE
 
G

Gast

  • #4
Ich würde es ihm verweigern, mit den von Dir genannten Gründen. Mit dieser Frau verbindet Dich viel weniger, als er annimmt. Ich würde Panik bekommen, wenn mein Mann bei einer derartigen Konstellation "einschätzen [wollte], wie ich im Alter aussehe".
Schenke ihm reinen Wein ein, umfassend, und bitte ihn, auf den Besuch zu verzichten.
Emotional gibt Dir das nichts Positives, und Kontrollitis sollte er sein lassen!
 
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Gast

  • #5
Hallo FS
Deine Mutter ist primär die Frau, die Dir das Leben geschenkt hat. Zweitens seid ihr zwei eigenständige Menschen und gerade Du, die Du studiert hast und ein "perfektes" Leben führst, solltest in der Lage sein, diese Tatsache zu erkennen. Das Gleiche gilt für Deinen Partner!
Mich erstaunt aber die Tatsache, dass er sich so lange hat hinhalten lassen. Weiss er denn gar nichts über Deinen familiären Hintergrund?
War Deine Mutter schon ihr ganzes Leben so? Hat schon mal jemand daran gedacht, dass sie vielleicht krank ist? Hat sie überhaupt jemanden, an den sie sich wenden kann?
Ich persönlich würde nicht schlecht über meinen Partner denken, wenn ich seine ungebildete, ungepflegte Mutter kennen lernen würde, sondern weil er sich für sie schämen würde. Aber um das nicht zu tun, gehört ganz viel Herzensbildung, Empathie und Toleranz von Deiner Seite aus dazu. Ich gehe davon aus, dass Du noch sehr jung bist und auf Äusserlichkeiten fixiert.
Und ja, ich würde ihm langsam aber sicher sagen, warum Du ein Treffen zwischen ihm und Deiner Mutter so lange versucht hast zu verhindern.
 
L

LilaLaunebär

  • #6
Ich sehe das genauso wie #1. Du hast es uns auch ganz gut und nachvollziehbar erklärt, also sollte das bei Deinem Partner auch kein Problem sein. Dass Du Dich ihrer schämst und Angst hast die Sache mit den Genen würde ich aber nicht ansprechen.

Mein Expartner hatte auch ein ähnliches Problem mit seinen Eltern. Sie waren schon älter und sehr seltsam. Sie mieden die Nachbarn, gingen auch sonst kaum raus und besonders sein Vater war ein ziemlich unangenehmer Mann. Mein Ex wohnte damals noch zu Hause und ich "durfte" ihn erst nach einem Jahr zu Hause besuchen, weil er sich so schämte. Zudem war das Haus seiner Eltern (ein Zweifamilienhaus) 20 Jahre nach dem Bau immer noch nicht fertig (kein Verputz, obere Wohnung noch Rohbau, um das Haus nur Wildwuchs).
Er hatte es mir damals sehr gut erklärt, wie die Situtation war und wie er sich fühlte. Deswegen war ich gut vorbereitet und hatte kein Schockererlebnis. Ich habe auch keine Sekunde schlecht von ihm gedacht oder es irgendwie auf ihn projiziert.

Also nur Mut, das wird schon!
 
G

Gast

  • #7
Hallo FS
er ist doch dein Partner, erzähle ihm doch von deiner Unsicherheiten und Ängste genauso wie Du es hier geschrieben hast...gerade DAS ist Intimität, Liebe und gehört zu einer vertrauensvollen Beziehung dazu...und nachdem Du ihm es alles erzählt hast überlasse es ihm, ob er trotzdem deiner Mutter einen Besuch abstatten möchte.
Dir viel Erfolg!
 
G

Gast

  • #8
Seid ihr heute eigentlich alles noch Teenager und Berufsjugendliche? Warum musst du deinen Partner der Mutter vorstellen? Was hat die mit eurer Beziehung zu tun? Meine Partner wollten meine Eltern nie kennenlernen. Zumal das eh nur STress und Ausfragerei und Musterung bedeutet. Und darüber bin ich eigentlich ganz dankbar, dass meine Partner das genauso sahen wie ich.
 
G

Gast

  • #9
Ich schäme mich für meine Mutter. Sie ist sehr ungebildet und sozialschwach.... Ihr sozialer Abstieg war vorprogrammiert. ...sie zwar interessiert, aber sie begreift es einfach nicht. Wir haben auch keine Gesprächsgrundlage....
Seine Mutter ist übrigens das komplette Gegenteil (Professorin, sehr gebildet und attraktiv)...
Ich konnte es 1,5 Jahre verhindern, dass mein Freund sie kennenlernt.
Und dann wundert dich das:

Mich stört es auch sehr, dass sie sich äußerlich so gehen lässt.
Dir geht es nur um Status und Äußerlichkeiten und du solltest dich tatsächlich schämen - für dich und dein Verhalten.
Wie du hier auch noch Zuspruch finden kannst ist mir ein Rätsel.

Und du wunderst dich, warum die arme Frau sich gehen lässt?!
Andere würden anfangen zu trinken, so traurig ist das Ganze.
Sie mag in deinen Augen ja "dumm" sein, aber so dumm, dass Sie nicht merkt, dass du Sie nur aufgrund von nicht vorhandenem Geld und Satus (nichts anderes beschreibst du hier) verachtest, ist sie mit Sicherheit nicht.
Das ist ja wie ein täglicher Stich in Herz.

Ich bin wirklich sprachlos wie man so Menschenverachtend sein kann.Du erzählst nichts über fehlende Liebe, eine schlechte Kindheit,nein, nur dass sie kein Geld hat und zu blöde ist deinen Job zu verstehen und ihr deswegen keine Gesprächsgrundlage hättet.
Warum eigentlich?
Fehlt es dir vielleicht an Kommunikationsfähigkeit, dass du dich auch mit einem etwas einfacher gestrickten Menschen nicht austauschen kannst, nicht mit ihm lachen kannst etc und das, obwohl es deine Mutter ist?

Zeig deinem Freund einfach ehrlich diesen Charakterzug und hoffe, dass er genauso kalt ist wie du.
Ich fasse es nicht, wie jemand seine Mutter so fallen lassen kann - wegen Geld uns Status...

P.s hättest du geschrieben, dass du ihr nicht verzeihen kannst,weil sie deinen Vater mit der Fremdgängerei so verletzt hat, würde ich dich 100% verstehen, aber DAS- unfassbar.
 
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Gast

  • #10
Verstehe ich das richtig?
Weil deine Mutter sozialschwach und eben etwas einfacher gestrickt ist, ist sie dir peinlich?
Wenn die eigene Tochter einen schon aufgrund fehlender Statussymbole (mein Haus, mein Auto, meine Karriere) gesellschafftlich ausgrenzt, was hat dann ihr ehemaliges Umfeld (Freunde,andere Verwandte) erst mit ihr gemacht?!
Liegt es da nicht nahe, das sich deine Mutter "gehen" lässt?

Hübsch machen? Für wen denn?
Es ist ein Wunder, dass die Frau überhaupt noch einen Lebenswillen hat und nicht anfängt zu trinken.

Wenn dein Freund so oberflächlich ist wie du, dann wird er sich vermutlich wirklich trennen und den nächsten, für mich total unverständlichen, Thread eröffnen:

"Trennung -Ich liebe Sie, aber ihre Mutter gefällt mir nicht"

Fällt dann in die Kategorie

"Kann nicht mit ihr zusammen sein, weil ihr Name doof ist" usw.

Ich persönlich finde, du solltest deine Einstellung mal wirklich überdenken...
 
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Gast

  • #11
Lass dir dringend eine Ausrede einfallen, denn es gibt ja nur 3 Möglichkeiten:

1) Er ist genauso oberflächlich wie du = er verlässt dich, weil deine Mutter nicht zu seinem Status passt und er denkt, dass du automatisch der gleiche Mensch wie deine Mutter bist

2) Er ist noch oberflächlicher als du = er verlässt dich, weil deine Mutter nicht zu seinem Status passt und er denkt, dass du automatisch der gleiche Mensch wie deine Mutter bist

3) Er ist nicht so oberflächlich wie du = er verlässt dich, weil du deine eigene Mutter meidest, nur weil sie nicht zu deinem Status passt *

Du siehst also, dass du ziemlich schlechte Karten hast.

* Warum sollte man mit jemandem zusammen sein, von dem man weiß, dass er mich einen, genau wie die eigene Mutter, fallen lässt, sobald die Karriere etc nicht mehr da ist (Arbeitslosigkeit kann jeden treffen) gfanz nach dem Motto "In guten wie in- nein Danke, nur in guten Zeiten"

M32
 
G

Gast

  • #12
Wenn dein Partner bessere Argumente hat als diese gruseligen, die du genannt hast, würde ich ihn u.U. - nach einer/zwei/drei Vorwarnung/en - meiner Mutter vorstellen.
 
G

Gast

  • #13
Die Logik mancher Ratschläge hier ist sehr kurz gegriffen. Wenn Du ihm das Treffen verweigerst riecht er den Braten doch. Zumindest wenn er etwas Lebenserfahrung hat. Viel wichtiger: Kennt er Deinen Vater? Der scheint ja gerade gewachsen zu sein. Wo bist Du aufgewachsen? Bei Papa oder Mama?Du mußt ihn dazu kriegen Dich als "Daddy's own" zu sehen. Ist natürlich schwieriger umzusetzen, falls Deine Mutter und Du Euch physisch ähnelt.
Verschweigen ist keine Lösung. Denke an Jane Eyre - Irgendwann kommt "The Ghost in the Attic" immer raus.
 
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Gast

  • #14
Oh je... Das ist ja ein Thema.
Ich würde meine Familie nie verleugnen. Ich bin nun mal ein Teil von ihr, ein Teil von meiner Mutter.
Wir werden unseren Eltern im Alter so ähnlich, dass ich nur jeden raten kann, schaut Euch die Eltern an und ihre Lebensweise.
w53
 
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Gast

  • #15
Hier nochmal die Fragestellerin...
Vielen lieben Dank für die Antworten.

Da meine Mutter 500km von mir entfernt lebt, hatte ich bisher nur 2-3x die Mühe ein Treffen zu umgehen. Es ist nicht so, dass ich den Kontakt mit ihr meide. Ich besuche sie regelmäßig, wenn ich eine Dienstreise bei ihr in der Nähe habe. Ich telefoniere mind. einmal die Woche mit ihr und versuche ihr zu helfen. Ich fühle mich verantwortlich die Aufgaben von meinen Dad fortzuführen ( Regelung der Ausgaben usw.) Meinen Partner habe ich bisher nur die Kurzvita von ihr mitgeteilt.
Jetzt durch die Antworten ist mir erst bewusst geworden, dass mir nicht meine Mutter an sich peinlich ist, sondern die Tatsache, dass sie sich nie wie eine Mutter verhalten hat. Im gewissen Maße beneide ich meinen Partner um seine Mutter.
 
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Gast

  • #16
Die Mutter verleugnen, gehts noch? Ich bin sprachlos.

Meine Mutter ist auch nicht hellste. Sie ist 1928 geboren, da konnte sie nur bis zum 8. Schuljahr gehen. Sie aber als ungebildet zu bezeichnen oder dumm ist unter der Gürtellinie. Meine Mutter hat auch nur eine kleine Rente, ja sie ist auch sozial schwach, aber sie deswegen zu verdammen?

Meine Eltern und speziell meine Mutter haben mir das Studium ermöglicht, sie haben mich immer moralisch unterstützt (geldlich konnten sie nicht). Sicherlich kann meine Mutter bei juristischen Themen nicht mitreden. Es gibt andere Themen die ich mit meiner Mutter besprechen oder diskutieren kann. Ich muß doch nicht mit meinen Wissen auf die Kacke hauen.

Meine Mutter achtet auch nicht auf ihr Äußeres. Sie schminkt sich nicht, hat weißes Haar und trägt halt bequeme Oma-Sachen. Na und. Deswegen läßt sie sich doch nicht gehen. Zu besonderen Anlässen mache ich sie hübsch und gut ist es.

Ich glaube liebe FS Du mußt toleranter werden. Ist Dein Freund genauso gestrickt wie Du, habt Ihr Euch verdient.

Dein Freund will einschätzen können, wie Du mal im Alter aussiehst? Mich trennen Welten von meiner Mutter. Sie klein und rund. Ich groß und schlank. Was soll der Quatsch mit den Genen.

Dich möchte ich nicht zur Tochter haben.
 
G

Gast

  • #17
Mir wären meine Eltern nur insofern peinlich gewesen als sie meine Freunde bis auf die Knochen ausgefragt und geprüft hätten - in etwa wie bei "Meine Frau, ihr Vater und ich". Deshalb habe ich ihnen die meisten Freunde gar nicht vorgestellt.
Wenn deine Mutter sich aber normal verhält und nicht deinen Freund vergraulen will, wenn er ihr nicht passt, braucht sie dir doch nicht peinlich zu sein.
 
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Gast

  • #18
...
Jetzt durch die Antworten ist mir erst bewusst geworden, dass mir nicht meine Mutter an sich peinlich ist, sondern die Tatsache, dass sie sich nie wie eine Mutter verhalten hat. Im gewissen Maße beneide ich meinen Partner um seine Mutter.
Diese Erkenntnis ist wichtig und erlaubt Dir so zu handeln und zu fühlen, wie Du es im Eingangspost getan hast. Es gibt einfach zu wenige Menschen, die der Blutsbande entrinnen können und einen distanzierteren aber objektiveren Blick auf das eigene Beziehungsgeflecht werfen dürfen.
Siehe da, durch ihr Verhalten hat sie sich als "Mutter" disqualifiziert. Ende.

Nun die Frage mit dem Freund, der aus einer goldigen Familie zu stammen scheint:
Es kann sein, dass er Deine Ablehnung (wie die meisten unreflektierten Deutschen) gegenüber "deinem eigen Fleisch und Blut" nicht nachvollziehen kann, da ihm der Vertrauensverlust gegenüber der eigenen Familie (Hort allen Glücks und unumstößlicher Sicherheit) unvorstellbar ist. Dann wäre es ratsam, Ausreden zu erfinden.

Wenn er aber nach langen Gesprächen signalisiert, dass Blut nicht alles sein kann und nicht jede (Un-)tat verziehen werden muss, könntest Du ihm das Ausmaß Deines Verlustes deutlich machen und per Besuch vor Augen führen (sehr mutig, wie ich finde).

Hoffentlich hat er keine Anwandlungen, dass Genetik oder "falsche" Eltern auf die Kinder abfärben ("Stallgeruch" etc.) und er seine voreiligen Schlüsse zieht... dann wäre er eher nicht "der Richtige".
 
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Gast

  • #19
Er ist der Meinung,dass er dann einschätzen kann, wie ich im Alter aussehen werde und überhaupt sei ich ja genetisch gesehen 50% meine Mutter. Ich habe Angst, dass er mich durch diese Begegnung anders sieht.....
Seine Mutter ist übrigens das komplette Gegenteil (Professorin, sehr gebildet und attraktiv)
Liebe FS,
wenn Du das Treffen nicht willst, dann sag' es ab, vor allen Dingen, wenn Du sehr wenig Kontakt zu Deiner Mutter hast.
Mir ging es ähnlich wie Dir und es hat mich sehr belastet, meine Beziehungen indirekt gestört, wegen meiner Hemmungen, Unsicherheit, Schamgefühl. Das kann hier niemand nachvollziehen, der nicht den gleichen persönlichen Hintergrund hat.
Wenn Dein Partner meint, Dein Aussehen im Alter vom aktuellen Aussehen Deiner Mutter ableiten zu können, dann fehlt ihm deutlich was von der Bildung seiner Mutter. Ich sehe nicht ansatzweise aus wie meine Mutter, weil ich ohnehin auf meinen Vater komme, aber auch, weil ich mich gesund ernähre, Sport treibe, raus gehe, mich Pflege... alles Dinge, die sie nie getan hat und diese Unterlassung hat nun mal ihren Preis.
Ich finde das Verhalten Deines Partners unangemessen. Du solltest ihm die volle Wahrheit und auch Deine Gefühle mitteilen.

Ich habe gelernt. Meine Eltern werden meinen neuen Partner nicht kennenlernen. Ich mache bei ihnen nur 1-2 Pfluchtbesuche im Jahr und die allein. Ich habe ganz offen mit meinem Partner darüber geredet, wie die Situation ist, warum ich das nicht will. Er hat es verstanden und findet es ok - er ist Psychiater und kennt solche Dinge. Danke für diesen Mann.
 
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Gast

  • #20
An die FS:

Weiß denn deine Mutter, warum du sie mit deinem LG immer noch nicht bekannt gemacht hast?
Sie wird dich doch bestimmt schon mal danach gefragt haben. Bist du ihr gegenüber, in einer wahrscheinlich schonenden Variante, ehrlich? Oder erfindest du Ausflüchte?

An die anderen Threadteilnehmer:

Wie geht ihr in einer solchen Situation vor, falls ihr in einer ähnlichen Situation wie die FS sein solltet? Wenn man beide Seiten, Eltern und Partner/in anschwindelt, um den Kontakt zu unterbinden, kann es ja irgendwann, wenn ein Zusammentreffen wegen eines großen Termins, wie zB. ein runder Geburtstag, nahezu unumgänglich ist, peinlich werden. Denn die Gefahr, dass dieses Lügengebäude wie ein Kartenhaus zusammenbricht, hängt ja dann wie ein Damoklesschwert über den Sohn/die Tochter.
 
  • #21
1. Es ist sehr ungut vom Freund der FS zu meinen, er könne von der Mutter ausgehend Rückschlüsse auf die Entwicklung der FS ziehen. Vielleicht hätte er diese unrichtige und unsensible Bemerkung unterlassen, wenn die FS ihn mehr in ihre Biographie und ihr Seelenleben eingebunden hätte.
2. An die FS: Momentan ist Dein Freund Dir kein Seelenpartner, weil er Dich zu wenig kennt. Mir würde das in der Partnerschaft nicht genügen. Das mag eine Ausflucht sein, aber ist das denn befriedigend? Wenn Du Dich verstecken musst um zu genügen, wird Dich das auf Dauer unglücklich machen.
3. Solange Dein Freund in der genannten Gedankenschlaufe hängt, und Dich so wenig kennt, würde ich an Deiner Stelle den Kontakt zu Deiner Mutter aber auch unterbinden, allerdings mit der Wahrheit: Es mache Dich traurig, sie so zu sehen, Du würdest Besuche, bei denen Du allein bist, besser verkraften, und die Vorstellung, dass Dein Freund ungerechtfertigte Rückschlüsse ziehen würde, würde Dich und Eure Beziehung belasten.
4. Mach Dich bitte selbst von dem Gedanken frei, ein Mensch würde nur etwas wert sein, wenn er etwas leistete. Das ist eine sehr ungute Kategorisierung, die entsprechenden Konnotationen sind nicht besser als die, die #17 aus anderen Gedankenstrukturen filterte.
 
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Gast

  • #22
Ich glaube, dass eine stabile Beziehung sowas sehr gut übersteht, wenn man offen miteinander umgeht.
 
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Gast

  • #23
Jetzt durch die Antworten ist mir erst bewusst geworden, dass mir nicht meine Mutter an sich peinlich ist, sondern die Tatsache, dass sie sich nie wie eine Mutter verhalten hat.
Wenn du aufhörst dich über deine Mutter zu stellen, sie nicht mehr als lebensunfähiges Wesen siehst könnte sie ihre Mutterrolle auch wahrnehmen. Wie soll sie dir eine Mutter sein wenn du ihr das nicht mal zutraust? In der momentanen Situation bist du ja scheinbar nicht mal in der Lage etwas von ihr anzunehmen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass dir deiner Mutter -nie- eine Mutter war, du hast dich einfach nur irgendwann auf die Seite deines Vaters gestellt, seine Meinung übernommen.

Du bist nun erwachsen, da wird es Zeit auch seine eigene Haltung zu überdenken.

w,30
 
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Gast

  • #24
Wie geht ihr in einer solchen Situation vor, falls ihr in einer ähnlichen Situation wie die FS sein solltet? Wenn man beide Seiten, Eltern und Partner/in anschwindelt...... Denn die Gefahr, dass dieses Lügengebäude wie ein Kartenhaus zusammenbricht, hängt ja dann wie ein Damoklesschwert über den Sohn/die Tochter.
Der Partner wird nicht angeschwindelt - dem sage ich ganz genau, was in meiner Familie los ist, warum ich keinen Kontakt will. In einer Partnerschaft lebe ich bedingungslose Offenheit, sowas muss sie aushalten können. Ich will und habe keinen Schönwetterkapitän an meiner Seite, sondern einen echten Mann für alle Lebenslagen.

Wenn die Eltern nachhaken und wissen wollen, warum ich ihn nicht mitbringe, versuche ich erst, mich rauszudrehen, denn ich wohne weit von zuhause weg, d.h. bin ohnehin seltener Gast. Mein Partner arbeitet im Schichtdienst und wir haben eine Fernbeziehung - das kann ich alles gut genug verargumentieren.
Irgendwann, nach ein paar Jahren, werden sie vielleicht druckvoller und dann sage ich ihnen die Wahrheit, warum ich ihn nicht mitbringe. Das habe ich in den letzten Jahren schon bei einigen sehr schwierigen Familienthemen gemacht. Dann war in der Regel Ruhe, denn sie haben es verstanden. Heute können sie etwas darüber nachdenken, was nicht gut gelaufen ist und sie wissen, dass sie ihr Verhalten nicht im Griff haben, es nie haben werden.
 
G

Gast

  • #25
Was hier geschrieben wird, macht mich traurig und fassungslos....

Mich für meine Mama zu schämen???????, würde mir niemals in den Kopf kommen!
Es ist nicht so, dass ich alles an meiner Mutter liebe und schätze, aber mich für sie zu schämen....
das würde nur über meinen Charakter was aussagen...

Meine Mutter lebt im Ausland in einer kleinen, einfach möblierten Wohnung, hat ein klappriges Auto und eine kleine Rente. Jeden Partner, der sich als würdig erwiesen hat sie kennen zu lernen, d.h., in meine Privatsphäre eingeweiht zu werden, habe ich meiner Mutter vorgestellt, weil ich sie teilhaben lassen möchte an meinem Leben. Ihre Meinung zu meinem Partner interessiert mich nur bediengt, hab meinen eigenen Kopf, aber daran, wie der Pertner mit meiner und auch seiner Mutter umgeht erkenne ich seine Fähigkeit zu lieben, mit Menschen umzugehen, Menschen zu begegnen. Und es ist egal, ob das meine Mutter wäre, oder eine Freundin, oder Nachbarin.
Ein Mann , der Menschen aufgrund ihres Äußeres, ihres Status, ihrer Bildung geringschätzt, wäre die letzten Minuten mein Partner. Das ist meine Lebenseinstellung und daran erkennt man die Menschen.
Sich für die eigene Mutter zu schämen empfinde ich als ein ernstes psychisches , nicht verarbeitetes Problem. Hat mit dem Partner nichts zu tun.
Ich würde dir raten eine Therapie zu machen, den Gründen auf den Grund zu gehen und zu lernen
Frieden zu schließen..Tue es für dich. Nicht für deine Mutter, oder einen Mann.
Stelle dich deinen Wurzeln, deiner Vergangenheit, nehme sie an und dann erst kannst deine Zukunft gestalten,
Und bis dahin wäre es sinnvoll auch keine Kinder zu bekommen, denn wenn sie es mitbekommen, dass du dich für deine Mutter schämst, wäre es nur gerecht , sie würden sich DAFÜR für dich schämen....