• #1

Hochzeit/Altersunterschied und verschiedene Kulturen. Wie bringt man das zusammen?

Liebe Alle,

ich habe bisher immer nur mitgelesen und nun benötige ich selbst Eure Schwarmintelligenz, um eine Lösung zu finden.
Ich (23) und mein Freund (43) sind seit zwei Jahren zusammen und bald möchten wir den nächsten Schritt wagen und nach Abschluss meines Studiums zusammenziehen und heiraten.
Ich bekomme jedoch allein bei dem Gedanken an die Hochzeitsfeier ein ganz schlechtes Gefühl. Wir sind ganz unterschiedlich aufgewachsen, sind nicht im selben Alter und unsere Liebsten passen so gar nicht zusammen.
Er ist ein Nachzüglerkind, seine Geschwister sind so alt wie meine Eltern (50- 60 Jahre alt). Seine Freunde sind überwiegend Forscherkollegen aus Unizeiten und Mitdoktoranden. Mein Freundeskreis hingegen ist ein bunter Haufen verschiedener Menschen, alle ungefähr in meinem Alter. Meine Geschwister sind auch alle 1-2 Jahre älter/jünger. Meine Verwandten wohnen fast alle in Russland und sprechen kein deutsch. Auch mein Vater beherrscht die deutsche Sprache nicht. Ich bin in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, seine Eltern sind beide Professoren.

Wie bringt man so viele Menschen zusammen? Vor meinem inneren Auge sehe ich uns schon Beer Pong mit Champagner spielen und Discofox tanzen.

Ich habe mir auch schon überlegt, ob wir nicht einfach nur zu zweit heiraten sollen, aber das würde mir meine Familie nicht verzeihen. Nicht heiraten ist auch keine Option.

War jemand von Euch schon in einer ähnlichen Situation? Wie bringt man so viele Personen zusammen? Auch kulturell gibts da Unterschiede.
 
  • #2
Ähnliches Problem bekomme ich wohl in ein paar Jahren ähnlich (auch wenn der Altersunterschied von 7 Jahren jetzt nicht das schwierige daran ist).
Mein Freund überlegt sich grad Optionen, um eine (atheistische) Hochzeit so zu planen, dass seine muslimische Mutter nur halb wütend ist und nicht gleich „du bist nicht mehr mein Sohn“-Karte zieht... wir werden kaum so tun können, als würden wir zum Imam gehen... Bisher mein Fazit: allen recht machen wirst du es nicht können. Und es sollte ja vor allem euer schönster Tag werden. Ihr solltet also nicht alles nur nach den anderen ausrichten, sondern so, wie ihr es wollt. Und dann eben auch klar an die Familien (Freunde sind da ja meist kein Problem) kommunizieren. Warum ihr wie und wie nicht feiern wollt. Wenn ihr es Leuten recht machen „müsst“, versucht eine Art Schnittmenge mit euren eigenen Wünschen zu finden; wenigstens bei Location, Essen etc. Freunde von mir haben einmal eine Hochzeit gemacht, wie sie es wollten, und dann kurze Zeit später ein Familienfest, sozusagen „Hochzeitsfeier für die Familie“.
Ob sich die beiden Gruppen bei der Hochzeit verstehen, darüber würde ich mir gar nicht zu viel Gedanken machen. Wenn nicht, hat eben jeder mit seinen Leuten Spaß und es mischt sich nicht - wäre ja auch zu ertragen. Mit Sitzordnung kann man das ja ganz gut steuern.
Was sagt denn dein zukünftiger Mann?
Macht euch doch eine Liste mit allen Optionen (groß feiern, klein feiern, zwei Feste,..) mit jeweiligem Pro und Contra, dann habt ihr erstmal den Überblick, wo ihr Abstriche machen könnt.

W, 35
 
  • #3
Ich bekomme jedoch allein bei dem Gedanken an die Hochzeitsfeier ein ganz schlechtes Gefühl.
Meine ganz wichtige Frage, warum lässt du dich darauf ein, du wirst es irgendwann bereuen! Schlechtes Gefühl bekommen heisst doch letztendlich Ablehnung, ich akzeptiere und respektiere nicht, höre wirklich bis in die letzte Endkonsequenz auf dein Bauchgefühl, und wenn du dieses schlechte Gefühl hast, mach es bitte nicht!
Auch mein Vater beherrscht die deutsche Sprache nicht. Ich bin in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, seine Eltern sind beide Professoren.
Das dürfte wohl deine größte Motivation sein, dass du Schwiegereltern hast, als Professoren, so ein Denken. Wärst du meine Tochter, ich würde dich von Schaden, Leid, Herzschmerz bewahren, und dir Ganz schnell
diesen Floh ausräumen, es geht einzig allein um dein persönliches Glück, nicht um Titel, nicht um Geld, ausschließlich um dein Glück, was ich kein bisschen erkennen kann.
Du machst dich zu sehr abhängig von äußerlichen Dingen, die total unwichtig sind für eine Liebesbeziehung, ich kann von Liebe keine Spur erkennen, deswegen solltest du das nicht tun, noch kannst du abspringen, für meine Begriffe wirst du in dieser Konstellation niemals glücklich sein können!
Nicht heiraten ist auch keine Option.
War jemand von Euch schon in einer ähnlichen Situation? Wie bringt man so viele Personen zusammen? Auch kulturell gibts da Unterschiede.
Mädel du bist erst 23, bring gar nichts zusammen, du hast gute zehn Jahre noch Zeit zu heiraten, warum so schnell, ich bin überzeugt, durch stürzest dich in dein Unglück, wie gesagt, das ist meine Wahrnehmung, das ist meine aufrichtige und authentische, persönliche Meinung, ich habe genügend Erfahrungen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #4
Liebe Innocence,
ich lese aus Deinem Text Zweifel, ob Du gut genug für ihn bist, und Zweifel, ob ihr beide zusammenpasst.

Diese Fragen kann Dir vernünftigerweise kein Fremder in diesem Forum beantworten. Vielleicht bekommst Du aber Hinweise, auf was Du achten sollst.

Ob Du gut genug bist (Du: Arm - Er: Professorenkind), musst Du entscheiden. Das ist schon fast eine philosophische Frage, was den Wert / die Qualität eines Menschen ausmacht. Ist es die Herkunft? Das Vermögen? Der Charakter? Die Intelligenz?

Ob ein Paar zusammen passt, kann man recht gut feststellen. Als Paar solltet ihr in bestimmten Ansichten zu bestimmten Bereichen (Umgang mit Geld, Nähebedürfnis, Aktivitätsbedürfnis usw.) übereinstimmen. Eure Vorstellung von Eurer Zukunft (wo wollt ihr wohnen, wollt ihr Kinder usw.), von Treue usw. sollten zusammen passen.
Es kann schon sein, dass ihr beide durch eine unterschiedliche Sozialisierung in wichtigen Punkten komplett unterschiedliche Ansichten habt. Vielleicht seid ihr aber doch sehr ähnlich, weil euch beiden ähnliche Dinge wichtig sind.

Wie Du das feststellen kannst, ob ihr passt?
Dazu findest Du sicher etwas in der Literatur oder auch im Internet. Vor der kirchlichen Hochzeit (röm-kath) gibt es obligatorische Eheseminare, die hierbei helfen (wenn auch spät). Da findest Du sicher etwas.
 
  • #5
Einfach einladen und vielleicht ein paar Spiele anbieten, bei denen jeder mitmachen kann. Ansonsten ist es nicht Dein Bier, wie gut sie harmonieren. Ich würde sowieso nicht damit rechnen, dass sich zwischen euren jeweiligen Bekannten- und Verwandtenkreisen Freundschaften entwickeln, es ist ja nichtmal nur der Altersunterschied, es gibt verschiedene "soziale Schichten" und auch noch verschiedene Sprachen. Höchstens Deine deutschen Freunde könnten mit seinen alten Kumpels Bekanntschaft schließen.

Vielleicht könnt ihr einen Hochzeitsplaner oder Eventmanager engagieren, dem ihr das Problem schildert. Dann kann der seinen Kopf anstrengen dafür, dass sich beide Kreise in einem Tanzspiel oder was auch immer zusammenfinden. Wenigstens für den Hochzeitstag. Kann man nicht auch Übersetzer engagieren? Wenn keiner Deiner Leute deutsch spricht, übersetzt Du sonst den ganzen Tag bzw. beide Kreise bleiben unter sich.
Dann ist das eben so. Das sind ja keine Kinder, dann muss man sich eben selbst drum kümmern, dass man sich amüsiert.
Aber das Programm, also Reden halten, alte Bilder zeigen, Witze machen, würde ich schon zweisprachig abhalten aus Respekt vor den Gästen, die kein Deutsch verstehen.

Beide Parteien sollten sich darüber klar sein, dass sie euch den Tag versauen, wenn sie sich doof anstellen, weil ihnen die Nasen aus der anderen Fraktion nicht passen.

Bevor ich heiraten würde, würde ich mir aber erstmal ansehen, wie es sich zusammen wohnt und wie der Mann damit klarkommt, wenn Du Deinen Dr. machen willst oder berufstätig wirst. Noch bist Du die "kleine Studentin", auch für Dich selbst. Wirst Du Doktorandin, bleibt das Gefühl vielleicht auch noch ein wenig, aber immerhin bekommst Du dann Gehalt.
Es gibt hier viele Threads, die von den Problemen beim Zusammenleben erzählen. Also nur mal als Warnung, Du weißt quasi noch nichts, wie eure Beziehung wird, wenn der Alltag einzieht.

Was ist Deine Motivation zu heiraten?
 
  • #6
Also nur mal als Warnung, Du weißt quasi noch nichts, wie eure Beziehung wird, wenn der Alltag einzieht.
Ja, aber du bist in einem sehr anpassungsbereiten Alter, hast große Achtung vor deinem Mann, da wird das schon klappen. Bei mir war es ähnlich, ich war auch 23 bei der Hochzeit.
Ich bin in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, seine Eltern sind beide Professoren.
Keine Sorge! Dein Mann weiß, was er tut und wird auf der Hochzeit von seinen Professorenkollegen glühend um dich beneidet werden!

Wie bringt man so viele Menschen zusammen? Vor meinem inneren Auge sehe ich uns schon Beer Pong mit Champagner spielen und Discofox tanzen.
Ich weiß zwar nicht, was Beer Pong ist, aber niemand wird dazu gezwungen, überall mitzumachen. Mein Tipp: Addiere lieber Vorschläge, lebt alle Bedürfnisse aus, feiere bunt. Lass es ein großes, multikulturelles Fest werden. Meine eigene Hochzeit vor langer Zeit hat auch unterschiedliche Kulturen zusammengebracht. Das war lustig, spannend. Und auch Professoren tanzen gern mal Disco- Fox, auf der Hochzeit meiner Schwester gab es kein Halten, groß, klein, alt, jung, Professor, Landwirt.
Hochzeiten sind wunderbar! Ich hatte auch solche Angst vor meiner- wenn ich gewusst hätte, wie sie wird, hätte ich das in Vorfreude umgesetzt.
Hach... und wunderbar ist auch dein Alter! Alles Gute!
 
  • #7
Liebe FS,
hör'' auf, Dich für deine Familie zu schämen und auch für seine. Es geht um euch, ihr wollt zusammensein.
Sei stolz auf das, was du erreicht hat, ob mit Unterstützung durch deine familie oder gegen ihren Willen.

Mach' Dir nicht so viele Gedanken sondern lass' Dich im Zweifelsfall von einem Profi beraten, wie man eine Hochzeit mit so unterscheidlichen Gästen gestaltet, dass alle gern feiern.
 
  • #8
Ihr solltet nur heiraten, wenn
1) ...er dich respektiert
2) ...du dich in einer so wichtigen Entscheidung von anderen Meinungen unabhängig machen kannst
3) ...ihr euch im Zusammenleben im Alltag kennengelernt habt.

Fazit: Auf keinen Fall heiraten. Erst ein Jahr Zusammenziehen, dann Heiraten. Alles andere ist russisches Roulette, gerade bei dem Altersunterschied. Niemand hetzt euch- Oder doch? Was gibt es denn für kulturelle Unterschiede?
 
  • #9
Du solltest deine Bedenken mit deinem Zukünftigen besprechen! Überlege dir auch gut, ob du so einen alten Mann heiraten willst. In 10 Jahren könntet ihr geschieden sein. Der Mann wird nicht jünger und fitter, du möchtest aber vielleicht noch was erleben, wozu er einfach keine Lust mehr hat oder aufgrund seines beruflichen Status nicht kann.

Für ihn wird das sicher viele Vorzüge haben. Er konnte sich durch seinen Job/Karriere/Familie nie eine deutsche Frau in jungen Jahren suchen. Solche Männer suchen sich bevorzugt Frauen aus dem Osten, die sie mit ihrem erabeiteten Geld erkaufen müssen.

Ich glaube auch nicht, dass die Familie was dagegen hat, die wird froh sein, dass er überhaupt nochmal eine Frau zum Heiraten findet.

Wie bringt man so viele Menschen zusammen? Vor meinem inneren Auge sehe ich uns schon Beer Pong mit Champagner spielen und Discofox tanzen.
Es klingt so, als könntest du mit deinem Partner nicht wirklich über deine Bedenken reden. Was sagt er denn dazu? Teilt er deine Befürchtungen? Nimmt er dir keine Ängste ab?
Wenn dem so nicht ist, würde ich nicht heiraten! Mir wäre das alles zu vage in der Ehe. Wie sollte ich dann spätere Probleme erst mit ihm lösen?

War jemand von Euch schon in einer ähnlichen Situation? Wie bringt man so viele Personen zusammen? Auch kulturell gibts da Unterschiede.
Naja, ich stelle mir das so vor, dass sich eine Kultur der anderen anpasst. Vorzugsweise die "Niedrigere". Wenn deine Familie also die Bier-Pong-Familie und Champagner-Säufern ist, könnte sie sich doch einmal an deinem wichtigen Tag zusammenreißen und Champagner trinken, einen Anzug anziehen und sich gehoben benehmen. So kenne ich das eigentlich.
Wir sind auch nicht die feinen Champagnertrinker, können uns aber in höheren Etablisments benehmen und anpassen, wenn es sein muss.
Lernt euch kennen, trefft euch erstmal vor der Hochzeit zum Kaffee, Kuchen oder Essen, um euch einzuspielen. Dafür muss man nicht unbedingt die andere Sprache sprechen. Man kann sich auch ohne Sprache verstehen!
 
  • #10
Das müsstest du schon näher erklären. Wieso nicht?

Ohne mehr Info kann man nur Vermutungen anstellen.

Für mich klingt es, als ob er das Sagen hätte und du dich klein machst. Will ER unbedingt heiraten und du willst ihn nur nicht enttäuschen?

Da wäre ich vorsichtig. Manche Männer neigen dazu, beim zusammenwohnen erstmal auszutesten, wie bequem sie es sich machen können. Nach Heirat sowieso.

20 Jahre Unterschied ist ziemlich viel. Wie verbringt ihr eure Zeit? Habt ihr gemeinsame Interessen?

Was ist mit deiner Karriere? Immerhin legst du jetzt den Grundstein für dein gesamtes Berufsleben, das sollte deine Priorität sein.

Da musst du deine Energie reinstecken, nicht in eine alberne Hochzeitsfeier wegen einer Heirat, die eigentlich überhaupt nicht in deine momentane Lebensphase passt.

Was, wenn du ein tolles Jobangebot irgendwo bekommst? Lehnst du das ab und nimmst einen 08/15 Job in eurer Stadt an, weil er nicht umziehen will, aber dich auch nicht weggehen lassen will?

Hast du das Gefühl, dass er dich unterstützt?

Hemmende Manipulation läuft ja subtil ab. Ein trauriges Seufzen zB, weil du ja "schon wieder lernen musst", und schwupps, hast du ein schlechtes Gewissen. Oder euphorische Freude, weil du seinetwegen ein Seminar schwänzt. Kleinigkeiten, aber wirksam.

Wie konkret habt ihr eure Zukunftspläne besprochen? Wenn man das nicht tut, gibt's oft ein böses Erwachen.

Wie gesagt, alles Spekulation, vielleicht hast du ja inzwischen noch was gepostet zur Aufklärung.
 
  • #11
Ich würde auch an deiner Stelle erst mal überlegen, warum ich jetzt unbedingt heiraten muss. Heute ist es in jedem Fall wichtig, dass frau finanziell selbstständig wird, also pfeif die Vorstellung einer Absicherung durch Heirat bitte in den Wind. Alle anderen (Erwartungen seitens deiner Familie, das Gefühl "angekommen zu sein" etc.) musst du selbst erforschen.

Ich hätte eine ähnliche Situation. Die beiden Familien würden sich sprachlich nicht verstehen, und eine von beiden müsste komplett um den Erdball fliegen. Eine Heirat würde ich ohne Nachzudenken zweiteilen, einfach schon weil ich den Beteiligten und mir horrende Kosten ersparen wollte, keiner bei uns hat Geld zum Wegwerfen.
Bei meinen Familien hält sich allerdings auch das Bedürfnis zum Kennenlernen in Grenzen, und ich setze mich inzwischen über "Traditionen" hinweg. Ich bin 11 Jahre älter als du und in deinem Alter war ich viel stärker von der Meinung meiner Eltern abhängig.
 
  • #12
Ja, aber du bist in einem sehr anpassungsbereiten Alter, hast große Achtung vor deinem Mann, da wird das schon klappen.
Meine Warnung ging eigentlich in die andere Richtung: Was, wenn er sich nicht anpasst und keine große Achtung vor ihr hat?
Da auch seine Mutter Professorin ist, könnte ich mir aber zumindest vorstellen, dass er seine Partnerin nicht als Hausmütterchen sieht. Allerdings ist die Frage, wenn beide Familie wollen sollten oder auch nur, wenn es um den Haushalt und ums Putzen geht, wen er dafür verantwortlich sieht. In diversen anderen Threads kann man ja lesen, wie verantwortlich sich Männer für Babys, Haushalt, Ordnung und finanzielle Unterschiede fühlen. Von Urin neben dem Klo muss man ja nicht mal ausgehen.
Dass bei so einem Paar - junge Studentin, zwanzig Jahre älterer Wissenschaftler oder Mensch mit Doktor in wirtschaftlicher Anstellung - nicht unbedingt Augenhöhe herrscht, kommt ja oft vor.
 
  • #13
Mädel, du bist noch so jung! Warum willst du denn unbedingt etwas zusammen bringen, was nicht zusammen passt?

Es klingt ein wenig so, als MUSST du diesen nächsten Schritt gehen, weil es sich so gehört! Immerhin seid ihr schon zwei Jahre zusammen.

Bitte gehe nochmal in dich und male dir deine Ehe mit ihm aus, wie sie in 20 Jahren sein wird! Dann ist er 62! So alt wie deine Eltern jetzt und du bist 42.

Ich bin 40 Jahre alt und ich könnte mir nicht vorstellen mit einem 60 jährigen zusammen zu sein. Um so älter man wird, um so größer werden die Differenzen und Probleme. Bedenkst du das?

Ich weiß, es ist nicht mein Leben und deine Frage war eine andere, aber ich wollte es einfach mal versuchen dich wach zu rütteln. MMn machst du einen riesen Fehler! Du hast sicher noch nicht so viel Erfahrung und ein Mann in deinem Alter wäre einfach auf lange Sicht passender.

Was dein Hochzeitsproblem angeht: es ist wie es ist! Du machst keinen jünger und du änderst auch keine Interessen. Plane deine Hochzeit (wenn es denn sein muss) so, wie sie dir/euch gefallen würde. Aber ich glaube, da fängt dein Problem schon an, stimmt's? 20 Jahre sind eben 20 Jahre.
 
  • #14
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist dein Freund wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Uni, richtig ?
Nicht habilitiert ? Also keine Chance auf eine Professur.
Selbst wenn er ordentlich bestellt wäre, würde er da nicht das wahnsinns-Gehalt beziehen, gemessen an dem, was ein gut ausgebildeter Mann, der sich gut verkauft, in der freien Wirtschaft erzielt.
Falls er sich aber die nächsten 20 Jahre von Jahr zu Jahr befristet eingestellt über Wasser hält, und das ist nach meinem Kenntnisstand heute eher die Regel als die Ausnahme, sehe ich jetzt kein besonderes Gefälle zwischen euch, denn du hast demnächst, also in relativ jungen Jahren den Master, was auf einen ordentlichen Biss hindeutet, während er mit 43 noch nicht aus dem Quark gekommen ist.
Kann also gut sein, dass du ihn bald überholst, wenn du eine gute Stelle in der freien Wirtschaft findest und das wirst du, ich drücke die Daumen.

Hast du das gemeint mit 'Nichtheiraten ist keine Option' ?
Der Mann will dich heiraten, damit er abgesichert ist ? Denn wenn es so ist, wie ich vermute, sitzt er auf dem Schleudersitz und du bietest ihm Sicherheit.

Welchen Vorteil hättest du von der Heirat ?

Ich finde die Frage nach der Gestaltung der Hochzeit nun wirklich zweitrangig.
Mein Gott, heiratet halt russisch-orthodox, wenn das deinen Eltern so wichtig ist. Oder auch nicht, wenn sie locker sind.
Und du wirst auch nicht sterben, wenn du Disco-Fox tanzen musst...naja, ok, das ist schon hardcore.
Mach dir doch keine Gedanken darum, ob sich eure Familien gut verstehen, entweder ja, dann feiert man dreimal im Jahr zusammen und wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter.
Also ich habe die Schwiegerfamilie meines Bruders ca. 5 mal in meinem Leben getroffen, an der Hochzeit, der Taufe des Kinds etc.

Ich finde eher, du solltest dir überlegen, warum es deinem Freund so wichtig ist, dich zu heiraten und was eine Heirat mit dir machen würde.
Ich stimme den Vorrednern zu, mach dich nicht klein. Ich finde eher, dass du die bessere Partie bist.
Prüfe vor der Heirat unbedingt, ob ihr zusammen paßt.
Mach deinen Master fertig, suche dir eine Stelle und ziehe mit ihm zusammen.
Und dann guck, was passiert.
Er wird ja sicher weniger arbeiten als du und sein Job ist entspannter, auch flexibler ( ich gehe hier davon aus, dass er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni ist und du einen richtigen Job annehmen wirst ).
Du wirst auch bald, oder von Anfang an mehr verdienen.
Guck, ob er trotzdem die Hälfte bezahlen will oder ob dann das große Jammern anfängt.
Guck halt, ob er den Haushalt macht, mindestens zur Hälfte oder ob er findet, es sei super, wenn er dir 'hilft'. Und vielleicht tut er nicht mal das.
Dann kannst du immer noch die Reißleine ziehen.
Prüfe das mindestens ein, besser zwei Jahre, bevor du ihn heiratest, erst recht, bevor du ein Kind bekommst.

Wenn er dich zur schnellen Heirat drängt, würde ich sehr hellhörig werden.

w 51
 
  • #15
Ist dieser Satz von der Mehrzahl der Antwortenden überlesen worden? Die FS möchte nicht wissen, OB sie heiraten sollte - sie möchte wissen, wie sie die sehr unterschiedlichen Kulturen unter einen Hut bringen kann, ohne dass während der Feier irgendetwas aus dem Ruder läuft.

Und die einzige, in meinen Augen vernünftige Antwort kommt von @mokuyobi. Sehr gute und wirklichkeitsnahe Vorschläge! Jede Ehe kann scheitern, wir lesen es hier ständig und dabei spielt nicht immer der Altersunterschied, die Unerfahrenheit der Fragestellerin, die Herkunft der Beteiligten eine Rolle.
Aber: es gibt eben auch die glücklichen Verbindungen, von denen wir hier natürlich nichts lesen.

Ich habe mit 19 geheiratet, einen wesentlich reiferen Mann, als ich das für mich damals beanspruchen konnte, die Ehe hielt immerhin 10 Jahre und ich habe diesen Schritt nie bereut.
@Innocence liebt, ihr Partner liebt - warum gleich voller Zweifel in diese Ehe gehen? Es gibt Eheverträge (für diejenigen, die sich absichern wollen) und wer wirklich in der Liebe steckt, wird ohne Ängste den gewählten Weg einschlagen.

Gleichzeitig sehe ich in der Zusammenführung der unterschiedlichen Familienkulturen auch eine große Chance: nämlich die, dass Menschen sich kennenlernen, aufeinander zugehen, ihren eigenen Horizont erweitern, Spaß miteinander entdecken. Sprachbarrieren sind das kleinste Hindernis und können Komik und Fröhlichkeit auslösen; das erlebe ich ständig in meiner multikulturellen Familie.

Ich wünsche euch viel Glück, liebe FS!
 
  • #16
Was, wenn er sich nicht anpasst und keine große Achtung vor ihr hat?
Davon schreibt sie doch gar nichts, die beiden lieben sich, sind glücklich.

Ich gehe mal vom Normalfall aus:
Der Professor verliebt sich in eine junge Frau von vergleichbarem intellektuellen Potential, das Studium macht sie selbstverständlich fertig, es gibt ja keinen Grund, das zu unterbrechen- das schreibt sie schon in ihrem Eingangspost-, er ist stolz über ihr Aussehen und ihre Jugend, sie kann sich finanziell entspannen, und irgendwann werden die beiden, wenn sie es denn wollen, Kinder haben.
Im Normalfall haben Menschen mit gutem Einkommen auch eine Hilfskraft im Haushalt, da gibt es auch wenig Konfliktpotential wegen der Ordnung.

All die Probleme aus den anderen Threads sehe ich hier nicht.

Alles wunderbar, liebe FS, genieße dein Leben, ich gehe von vielen schönen Jahren aus.
Und bitte: Wer von uns weiß schon, was für sie in 20 Jahren sein wird?
 
  • #17
Davon schreibt sie doch gar nichts, die beiden lieben sich, sind glücklich.
Sag ich ja auch nicht. Aber wenn man ihr sagt "du bist noch jung und anpassungsfähig und hast Hochachtung vor deinem Partner", und die Frau ist 20 Jahre jünger, denke ich, dass sie sowieso schon ihm unterlegen ist, einfach an Lebenserfahrung. Er ist auch schon beruflich "angekommen", wo auch immer, Wirtschaft oder Wissenschaft.
Also dass sie zu ihm hochguckt (das kommt nun richtig durch, wenn sie über ihre und seine Eltern schreibt), seh ich schon als gegeben. Und dass sie sich zu viel anpassen könnte, halt auch, weil sie noch so lebensunerfahren ist und vermutlich auch noch sehr idealistisch in der Liebe. Deswegen ist für mich das Augenmerk darauf zu legen, dass er sie respektiert und er sich ihr auch anpasst. Sie hat von Negativem hier nichts geschrieben, das stimmt, aber darauf hinweisen, dass sie drauf achten soll und nicht nur, dass sie sich anpasst und ihn respektiert, will ich trotzdem.

All die Probleme aus den anderen Threads sehe ich hier nicht.
Sie wohnen noch nicht zusammen. Da kann sich noch einiges offenbaren, was jetzt nicht sichtbar ist.
Es ist wirklich eine andere Beziehung, wenn man zusammenlebt, als wenn man die Probleme einreißender Bequemlichkeiten, zu viel Nähe oder zu viel Abwesenheit des Partners, verschiedener Ordnungs- und Sauberkeitsansichten oder auch nur den Punkt, wer den Müll öfter rausbringt oder warum die Klamotten nie im Wäschekorb liegen, nicht hat wegen LAT.
Ich würde nie behaupten, dass es so kommen MUSS, will aber eine junge Frau davor warnen, das, was sie jetzt hat, für das zu halten, was nach der Ehe passieren wird. Kann sein, muss aber nicht. Daher: Den Schritt, das rauszufinden, wie die Beziehung passt, wenn man zusammenlebt, würde ich unbedingt VOR einer Heirat machen.

Und bitte: Wer von uns weiß schon, was für sie in 20 Jahren sein wird?
Niemand. Aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass man sich nie beruflich bremsen sollte, weil der Partner das so will oder weil man meint, es für die Partnerschaft tun zu müssen. Es wird beim Später-weiter-machen nicht so, als wenn man weitergemacht hätte, als man dachte, das sei der richtige Weg, und ihn dann aber nicht ging.
Und ich bin davon überzeugt, dass Frauen eher dazu neigen, sich beruflich ausbremsen zu lassen oder es selbst zu tun für eine Beziehung.
Deswegen dieser gutgemeinte Hinweis, ohne behaupten zu wollen, dass irgendwas so kommen muss.

Du hast ihr in Aussicht gestellt, dass es gut funktionieren könnte, weil sie jung ist, ihn achtet und anpassungsfähig ist. Ich sage: Genau das Jung- und Anpassungsfähigsein ihrerseits kann das Problem werden.
 
  • #18
Ja, ich habe einige Tipps für dich - allerdings stammt meine Erfahrung von einer argentinisch - deutschen Hochzeit.
Die beiden waren Stammgäste in der Disco, in der ich als DJ meinem Hobby nachging. Und haben mich gebeten, doch an ihrem Erentag Musik zu machen - zusammen mit einem argentinischen DJ. Und auch in die Orga war ich teilweise eingebunden.
Die beiden haben sich Verbündete gesucht, seine Schwester und sein Bruder und ihre beste Freundin. Dazu ein Profi aus dem Hotel, in dem gefeiert wurde - und eben ich. Die ganze Feier wurde frei nach den Vorstellungen des Brautpaares geplant. Und niemand durfte vorab etwas verraten.
Die Trauung erfolgte auf der Hotelterrasse. Es gab einen Simultandolmetscher. Eine Tangotanzeinlage eines Exweltmeisterpaares. Verdammt gutes Essen. Musik vom traditionellen Tango und Walzer über Latino bis zu Rock. Und als morgens um 6 Uhr die 85 jährige argentinische Oma zu AC/DC gerockt hat, wussten alle - genau so und nicht anders hat es sein müssen.
Wichtig ist einfach nur Eines: Das Brautpaar hat die Zügel in der Hand und kann sich auf seine Vertrauten verlassen. Dann reden die Menschen mit Händen und Füssen miteinander. Und feiern, was der Getränkevorrat hergibt.
Viel Spass bei der Planung und der Feier .....
 
  • #19
Ich weiß, das willst du nicht hören, aber ich würde ihn überhaupt nicht heiraten. Zum einen solltet ihr, wie bereits erwähnt, erstmal das Zusammenleben im Alltag ausprobieren, bevor ihr Hochzeitspläne schmiedet, und auch schauen, was dein Berufseinstieg mit eurer Beziehung macht.

Zweitens prophezeie ich dir, dass sich der Altersunterschied zunehmend stärker bemerkbar machen und du es irgendwann bereuen wirst, deine Jugend nicht mit (einem) Gleichaltrigen genossen zu haben. Ich formuliere es mal bewusst derbe: die Zeit, wo du nur noch einen "alten Sack" abkriegst, kommt noch früh genug. Hattest du überhaupt schon mal Sex/Beziehung mit einem jungen Mann, oder ist dein jetziger Partner sogar dein erster Freund überhaupt (ich komme auf die Idee, weil du 1. aus einem anderen, möglicherweise konservativeren Kulturkreis stammst und es 2. recht häufig vorzukommen scheint, dass "Spätzünderinnen" sich an den ersten Mann gleich sehr fest binden und der dann auch viel älter ist).

Das klingt jetzt sicher hart und oberflächlich, aber es ist einfach so, dass Frauen aus solchen Beziehungen häufig irgendwann ausbrechen, aber erkennen müssen, dass sich manche verpassten Erfahrungen nicht nachholen lassen.

Momentan schaust du natürlich auf zu deinem erfolgreichen, lebenserfahrenen Partner, aber wenn du erstmal selbst was erreicht hast; Geld verdienst und vermutlich auch andere erfolgreiche Männer triffst, wird sich die Dynamik zwischen euch verändern.

Zugleich besteht natürlich bei einem Mann mit einer Vorliebe für jüngere Frauen ein hohes Risiko, selbst irgendwann gegen "Frischfleisch" eingetauscht zu werden.

er ist stolz über ihr Aussehen und ihre Jugend
Genau, er ist stolz auf ihre Jugend und ihr Aussehen; hat sie vermutlich v.a. deswegen auserwählt. Nur wird sie nicht immer jung und schön bleiben. Auch nicht in seinen Augen. Bei einem gewissen Typ Mann, den ich hier vor Augen habe, altert der Geschmack nicht mit. Die finden eine 40-jährige auch noch mit 60 zu alt für sich!

Es wäre interessant zu wissen, wie groß der Altersunterschied zu seinen Expartnerinnen war und wie lange die Beziehungen jeweils hielten.

Ich würde, wie gesagt, den Gedanken an Hochzeit erstmal noch gaanz weit wegschieben. Nach Studienabschluss, Zusammenziehen und Berufseinstieg würde ich noch mindestens 3 Jahre abwarten und dann mal schauen, ob es immer noch die große Liebe ist. Du bist noch so jung; du hast Zeit - auch wenn ihr euch Kinder wünscht. Lass dir keinen Druck machen, dass ER kein "alter Vater" sein will oder dergleichen.
 
  • #20
Bei einem gewissen Typ Mann, den ich hier vor Augen habe, altert der Geschmack nicht mit. Die finden eine 40-jährige auch noch mit 60 zu alt für sich!
Ich weiß, was du meinst, diese Sorte Mann kann ich auch nicht leiden. Aber das ist der Worst Case- von den befriedigenderen Paarbeziehungen mit dieser Alterskonstellation liest man nur viel weniger.
Nach Studienabschluss, Zusammenziehen und Berufseinstieg würde ich noch mindestens 3 Jahre abwarten und dann mal schauen, ob es immer noch die große Liebe ist.
Statistisch halten genau die Beziehungen, die keine lange Vortestphase vor der Hochzeit haben, länger. Ich verstehe schon deine Befürchtungen, aber wir sind hier im Forum halt auch massiv negativ beeinflusst von gescheiterten Beziehungen.
die Frau ist 20 Jahre jünger, denke ich, dass sie sowieso schon ihm unterlegen ist, einfach an Lebenserfahrung.
Ja, aber das kann auch spannend sein. Das war es damals vor 24 Jahr für mich- ein sehr frühes Einbrechen in eine Welt der Anzugträger, für die Themen interessant waren, die spannend waren, mir interessensmäßig näher waren als Themen von damals Gleichaltrigen. Das bedeutet noch nicht, dass die FS automatisch in eine Rolle der Unterlegenen rutschen muss.

Sie führt seit 2 Jahren eine Beziehung mit diesem Mann, und ich traue ihr zu zu spüren, ob sie ihn liebt oder nicht, ob ihr die Beziehung gut tut oder nicht.
Interessant finde ich nur, dass eine 23jährige in diesem Forum eine Frage stellt- auf diese Idee würden meine beiden Ältesten, ebenfalls Anfang 20, in Beziehungen mit Gleichaltrigen, niemals kommen.
 
  • #21
Einige konkrete Gedanken zu einigen Aspekten der Fragestellung:

Der Altersunterschied hat niemanden etwas anzugehen, solange er für Sie beide kein Problem darstellt. Ich rate dazu, jegliche "Ratschläge" oder Sticheleien in diese Richtung konsequent zu unterbinden. Sowohl Ihre als auch seine Familie haben den Altersunterschied vorbehaltlos zu akzeptieren.

Seine Freunde sind überwiegend Forscherkollegen aus Unizeiten und Mitdoktoranden. Mein Freundeskreis hingegen ist ein bunter Haufen verschiedener Menschen, alle ungefähr in meinem Alter.
Ich gehe mal davon aus, dass der "bunt gemischte Haufen" in Ihrem Freundeskreis auch einige Studentinnen und Studenten inkludiert. Die können sich ja dann mit den Forscherkollegen Ihres Mannes bestens unterhalten!

seine Geschwister sind so alt wie meine Eltern (50- 60 Jahre alt).
Das passt doch bestens! Gleiches Alter, aber unterschiedliche Herkunft – Möglichkeiten für Gesprächsstoff!

Meine Verwandten wohnen fast alle in Russland und sprechen kein deutsch.
Darin sehe ich allerdings in der Tat ein Problem. Gibt es gar niemanden in Ihrer Verwandtschaft, der Deutsch kann? Und auch niemanden in der Verwandtschaft Ihres Mannes, der Russisch kann? Haben Sie die Möglichkeit, weitere Personen (Freunde, Bekannte…) einzuladen, die beide Sprachen beherrschen? Sprechen einige Ihrer Verwandten wenigstens ein wenig Englisch?