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Ars_Vivendi

Gast
  • #91
Seit wann ist es unfair, eine platonische Freundschaft zu führen? Gibt es für Frauen eine moralische Verpflichtung, mit einem Mann ins Bett zu gehen, nur weil er sich nett verhält?

Es ist nicht unfair, eine platonische Freundschaft zu führen.

Nicht die Frau hat ihm vorgegaukelt: "Wenn du mir beim Umzug hilfst, geh ich mit dir ins Bett" - sondern ER SELBST hat sich "mehr" von dem Kontakt versprochen.

Da sind wir am Kern der Fragestellung. Auch viele Männer "gaukeln" nicht vor, dass sie sich eine Beziehung wünschen, aber manche Frauen bauen eine unausgesprochene Erwartung auf und gehen im Hinblick darauf mit dem Mann ins Bett. So wie er (im übertragenen Sinne) beim Umzug hilft. Auch da hat SIE SELBST sich mehr versprochen.
In wie vielen Fällen sagt der Mann denn wirklich explizit "Ich will eine Beziehung mit Dir", geht dann mit ihr ins Bett und verschwindet? Sorry, unter erwachsenen Menschen mit gehobenem Intelligenzquotienten (und wir unterhalten uns hier nicht über die Frauen und Männer, die Samstag Abend besoffen in irgendeiner Disko "übrigbleiben" erscheint mir das unrealistisch oder zumindest selten.
 
  • #92
Vermutlich bin ich der Männerwelt gegenüber auch mittlerweile so negativ eingestellt, dass ich dies ausstrahle und nicht mehr entspannt ein Kennen lernen genießen kann. Ich möchte meist relativ schnell wissen, ob sich etwas in Richtung Beziehung entwickelt.
Genau das ist aber der Fehler. Denn nicht jeder Mann ist so gestrickt, daß er zuerst in einer Beziehung mit der Frau sein muß, bevor bei ihm Interesse an Sex aufkeimt. Viele Frauen glauben sogar, ein Mann würde grundsätzlich erst nach dem Sex über eine Beziehung nachdenken. Und machen sich so zu willfährigen Opfern für das hier:
Wenn sie sich zum Sex anbietet, wird das möglicherweise gerne angenommen
Mein Tipp daher: auf andere Signale des Mannes achten. Wenn er so verliebt ist, daß er ernsthaft eine Beziehung will, dann will er das auch, ohne die Frau vorher im Bett "ausprobiert" zu haben.
 
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  • #93
Anscheinend fällt es Frauen schwer, zwischen Verliebtheit, Liebe und Sex zu unterscheiden. Männer denken da wesentlich differenzierter.
Und wie äußert sich diese differenzierte Denkweise im Verhalten?

Dass man, wenn man nur Sex will, nach dem Sex schnell verschwindet und sich nicht mehr meldet, kann ich mir erklären. Wie sich ein Mann aber im Vorfeld verhält, ist unterschiedlich, würde ich sagen. Nicht jeder baggert ja völlig plump und meldet sich nur dann, wenn er Druck hat.

Verliebtheit und Liebe... schwierig. Viele verwechseln das wirklich, aber ich als Frau hätte gedacht, auch Männer tun das? "Ich liebe meine Frau und bin in meine Sekretärin verliebt". Wo ist der Unterschied im Verhalten? Oder ist Liebe einfach nur eine Folge von Verliebtheit, zeitlich gesehen, und bedeutet es im Beispiel, dass er seine Sekretärin irgendwann lieben wird. Und seine Frau dazu auch noch.
 
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  • #94
Gast 86, Dein Beitrag ist toll. Ich denke genauso wie Du, aber es bringt mich zu einer Frage:

Wer sich mit sich selbst auseinandersetzt; mit seinen eigenen psychischen "Baustellen", der versteht (etwas) besser, warum er sich von bestimmten Menschen angezogen fühlt .... und auf welchen Typ Mensch er selbst anziehend wirkt.
Mit sich selbst kann man sich auch allein auseinandersetzen. Durchaus durch den Auslöser, in einen anderen Menschen verliebt zu sein, aber eine Beziehung braucht es dazu nicht unbedingt, weil dieser Mensch, falls man ihn auch ohne Beziehung "durchschauen" kann, mich etwas über mich selbst lehrt. Hatte ich schon öfter.
Meine Frage: Verliebtheit ist sowieso NUR Projektion, die irgendwann weg sein wird, wenn ich mich entwickelt habe, ist die Beziehung beendet, weil der Grund nicht mehr vorhanden ist, sie zu führen. Wie soll ich dann einen Partner finden, mit dem ich zusammenbleiben will? Nicht projizieren und einfach lieben.
Wenn die Schmetterlinge im Bauch fehlen, was will ich dann von einem Fremden? Wenn sie da sind, muss ich an mir arbeiten und brauche die Beziehung eigentlich nicht, sondern nur Zeit, mich damit auseinanderzusetzen, was der Mensch in mir zum Klingen brachte.
 
  • #95

Ja, eher um die Tatsache, dass es für jede Frau sehr einfach ist, jemanden für die Nacht (oder von mir aus F+) zu finden, aber schwierig, jemanden für eine Beziehung zu finden (gerade in höherem Alter), während es für Männer relativ einfach ist, eine Frau zu finden, die eine Beziehung will, aber schwierig, eine Frau für F+ zu finden. Und selbst für die Nacht gelingt das den wenigsten so einfach.
 
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  • #96
Wenn die Schmetterlinge im Bauch fehlen, was will ich dann von einem Fremden? Wenn sie da sind, muss ich an mir arbeiten und brauche die Beziehung eigentlich nicht, sondern nur Zeit, mich damit auseinanderzusetzen, was der Mensch in mir zum Klingen brachte.
Diese Gedanken sind richtig aus meiner Sicht. Bei Letzterem würde ich dem ahnungslosen Gegenüber dann aber auch mal zwischendurch fairerweise mitteilen, dass sie (oder er) nur Mittel zur Auseinandersetzung mit meinem Ego sind - statt die Energien, die mir dieser Mensch gibt, "abzugreifen" und dann ganz aufgefrischt in den nächsten, vielleicht ernst gemeinten Beziehungen zu nutzen.
Es ist natürlich richtig, dass wir alle auf dem Weg sind herauszufinden, wer wir sind und was wir wollen. Ich kenne aber einige in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, auf die der Satz "Leichen pflastern ihren Weg" durchaus zutrifft. Aufgrund meiner Erfahrungen kann ich vor allem das Bashing gegenüber älteren Frauen, die Single bleiben und angeblich zu kompliziert und anspruchsvoll sind oder das Gefasel vom nicht vorhandenen Marktwert plus Eindreschen wg. mangelnder körperlicher Mängel, nicht mehr hören.
 
  • #97
An Gast #93:

Das Sexbedürfnis ist ein Trieb. Verliebtheit ist eine temporäre Erscheinung, wo das Gehirn ein bißchen verrückt spielt. Liebe ist ein gewachsenes Gefühl. Das eine bedingt das andere nicht zwingend. Ich muß nicht erst verliebt sein, um später Liebe zu empfinden. Liebe entwickelt sich über Jahre, Umstände etc. . Bei Sex geht es um reine Begehrlichkeiten, aber muß nichts mit Liebe oder Verliebtheit zu tun haben.

In meine F+-Frau war ich nie verliebt. Sexuelle Begehrlichkeiten sind mir fremd, da ich asexuell bin. Ich liebe diese Frau, weil sie nicht nur sehr attraktiv ist, sondern wir uns was zu sagen haben, und nicht nur geistig-erotisch kompatibel sind.

Von einer klassischen Beziehung kann man dennoch nicht sprechen und das wurde auch nie explizit thematisiert, weil wir diese Fessel nicht brauchen. Wir wissen auch so, daß wir zusammenpassen und miteinander harmonieren. Ich bin nicht der Bindungstyp, der eine solche Aufwertung nötig hat. Sowas würde mich nur fesseln und genau das kann ich gar nicht vertragen.
 
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  • #98
Bei Letzterem würde ich dem ahnungslosen Gegenüber dann aber auch mal zwischendurch fairerweise mitteilen, dass sie (oder er) nur Mittel zur Auseinandersetzung mit meinem Ego sind - statt die Energien, die mir dieser Mensch gibt, "abzugreifen" und dann ganz aufgefrischt in den nächsten, vielleicht ernst gemeinten Beziehungen zu nutzen.
Ich meinte mit "Beziehung nicht brauchen", dass man, nachdem man sich verliebt hat, keine Beziehung mit dem Menschen eingeht (zumal es bei einer Projektion ja völlig einseitiges Interesse sein kann und der "Spiegel" sich vielleicht nicht verliebt), sondern sich zurückzieht und fragt, was hat er in mir berührt, dass ich mich so verliebt habe. Ich bin mittlerweile misstrauisch, wenn ich die Schmetterlinge spüre (was sehr, sehr selten vorkommt). Was danach an Wunsch, mit jemandem zusammen zu sein in einer Partnerschaft, kommen sollte, weiß ich noch gar nicht. Ich komme super allein klar und tiefe Liebe kann ich zwar spontan auch bei einem fremden Menschen empfinden, allerdings weiß ich, dass das noch lange nicht heißt, mit dem auch zusammensein zu wollen. Also müsste man sich erstmal kennenlernen und dabei denken, mit diesem Menschen zusammenleben wäre schöner als allein zu sein.
Sexuelle Anziehung kann ich auch spontan empfinden, aber hierbei ist ja noch weniger Sicherheit gegeben, dass sich Schmetterlinge oder gar Liebe und Wunsch nach Zusammensein dauerhaft entwickeln.

Eine F+-Person spricht die Projektion allerdings nicht an, und ich denke, das macht den Unterschied. Ich habe mich schon immer gefragt, wenn F+-Leute super miteinander auskommen und schönen Sex haben, worauf sie noch warten, was an Superpartner noch kommen soll. Ich würde sagen, sie müssen noch an sich arbeiten, können das nicht durch Selbstreflexion und suchen noch im Gegenüber den Impuls dafür.
 
  • #99
Ich habe mich schon immer gefragt, wenn F+-Leute super miteinander auskommen und schönen Sex haben, worauf sie noch warten, was an Superpartner noch kommen soll.

Der Fehler in diesem Gedankengang ist, dass du davon ausgehst, dass auch die "F+-Leute" auf der Suche nach einer konventionellen Beziehung sind. Das muss nicht so sein, diese Leute können in ihrer aktuellen Lebensphase keine Lust auf "mehr" haben oder generell nicht. Oder es gibt eben andere Hindernisse, die einer Partnerschaft mit genau dieser Person im Wege stehen.
 
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  • #100
Der Fehler in diesem Gedankengang ist, dass du davon ausgehst, dass auch die "F+-Leute" auf der Suche nach einer konventionellen Beziehung sind. Das muss nicht so sein, diese Leute können in ihrer aktuellen Lebensphase keine Lust auf "mehr" haben oder generell nicht. Oder es gibt eben andere Hindernisse, die einer Partnerschaft mit genau dieser Person im Wege stehen.
Das waren aber alles Leute, die noch nach "dem Richtigen" oder "der Richtigen" gesucht haben und gern eine feste Beziehung wollten. Solange sich das nicht ergab, haben sie mit der F+-Person was Beziehungsähnliches gelebt. Mein Gefühl war, dass sie auf den großen Knall, die Wahnsinnsschmetterlinge im Bauch warteten. Vermutlich dann bei einem Menschen, mit dem man keine Beziehung leben kann.
 
  • #101
Andererseits hast du schon recht... wenn ich mir die Leute in Großstädten anschaue... Da ist das Angebot einfach unüberschaubar, da glauben viele, irgendwann würden sie das große Los ziehen... unternehmen aber nichts dafür und halten sich dann eben mit solcherlei Konstellationen bei Laune. Und beschweren sich dann, das es keine vernünftigen/passenden Partner in der Stadt gibt, wo sie doch einfach nur an ihren verqueren Ansprüchen scheitern und der Angst, den Traumprinz zu verpassen.
 
  • #102
Der Fehler in diesem Gedankengang ist, dass du davon ausgehst, dass auch die "F+-Leute" auf der Suche nach einer konventionellen Beziehung sind.
Wären sie es wirklich, würden sie sich nicht auf F+ einlassen. Denn für den richtigen Partner disqualifizieren sich durch dieses „Spaß mit dem Falschen haben”. Ich jedenfalls würde mich mit keiner Frau einlassen, die für mich erst ihre F+ Beziehung beenden muß.
 
  • #103
Wie wäre es mal, die F+-Leute als eigenständige Gruppe zu akzeptieren? Keiner von denen sucht die klassische Beziehung. Es sind Freundschaften mit etwas mehr. Die Beteiligten sind auf Beziehungen im klassischen Sinn nicht angewiesen. Sie sind primär Alleinmenschen, aber genießen die Gemeinsamkeit. Um nichts anderes geht es.
 
  • #104
Wie wäre es mal, die F+-Leute als eigenständige Gruppe zu akzeptieren? Keiner von denen sucht die klassische Beziehung. Es sind Freundschaften mit etwas mehr. Die Beteiligten sind auf Beziehungen im klassischen Sinn nicht angewiesen. Sie sind primär Alleinmenschen, aber genießen die Gemeinsamkeit. Um nichts anderes geht es.
Wenn es von beiden beteiligten denn genau so gesehen wird, stimme ich dir das voll zu. Leider ist mindestens einer, irgendwann anderer Meinung und dann bricht der Turm zusammen. Aber jedem das seine.Und wenn keine Dritten dadurch besch.... werden. Alles gut. Für mich!
m44
 
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  • #105
Wären sie es wirklich, würden sie sich nicht auf F+ einlassen. Denn für den richtigen Partner disqualifizieren sich durch dieses „Spaß mit dem Falschen haben”. Ich jedenfalls würde mich mit keiner Frau einlassen, die für mich erst ihre F+ Beziehung beenden muß.

Sicher, sehe ich ähnlich. ABER: Zum einen wird sie dir das vermutlich nicht sagen, wenn sie da noch was laufen hat, warum sollte sie auch, ist ja vor deiner Zeit, zum anderen sehe ich das so, viele Frauen haben einen "Stecher", sprich einen, der sich hier und da unverbindlich um sie kümmert, schließlich bekommt fast jede Frau einen solchen Problemlos ab. Ich gehe im Grunde davon aus, dass es so sein könnte, aber das ist ok, was juckt mich die Zeit vor mir, es ist ihr gutes Recht, nicht sexlos zu leben, das gilt für mich doch auch.
 
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  • #106
Wie wäre es mal, die F+-Leute als eigenständige Gruppe zu akzeptieren? Keiner von denen sucht die klassische Beziehung. Es sind Freundschaften mit etwas mehr. Die Beteiligten sind auf Beziehungen im klassischen Sinn nicht angewiesen. Sie sind primär Alleinmenschen, aber genießen die Gemeinsamkeit.

Das stimmt so in dieser Absolutheit nicht. Viele F+-Menschen wünschen sich sehr wohl eine "richtige" Beziehung mit allem drum und dran. Gerade weil sie aber NICHT gut allein sein können, gehen sie dann solche Arrangements ein.
Typischerweise ist in einer F+ eine Seite (oft die Frau) verliebt, während der/die andere es eher als Übergangslösung sieht, bis der/die eigentliche Traumpartner(in) kommt.

Ich hatte selbst schon Freundschaften mit dem gewissen Etwas. In einem Fall haben beide Beteiligten gesagt, dass sie generell grade keine richtige Beziehung wollen und nicht verliebt sind. Im anderen Fall war ich - leider - verliebt und habe immer gehofft, dass "mehr" draus wird. Der Mann hat sich selbst eine feste Freundin gewünscht - aber ich kam dafür nicht in Frage. Er mochte mich, fand mich für ein bisschen Sex anziehend genug, aber eine Beziehung wollte er nur mit einer Frau, bei der er Schmetterlinge im Bauch bekommt. Das war natürlich ziemlich verletzend für mich.

Als seine Ex wieder anklopfte, war ich sofort abgemeldet. Die Reunion hat zwar nicht lang gehalten, aber mittlerweile ist er seit mehreren Jahren wieder in einer festen Beziehung...also von wegen:


"Keiner von denen sucht die klassische Beziehung

!

Wäre dem so, bräuchte es doch diesen Thread nicht! Die FS hatte schon F+, aber mehr aus der Not heraus ... in der Hoffnung, dass mehr draus wird und um den Mann nicht ganz zu verlieren. Und gerade die Tatsache, dass dieselben Männer mit einer anderen, "besseren" Frau eine feste Beziehung eingegangen wären, macht es es so verletzend für sie.

Und so ist es oft! Macht euch da mal nichts vor, Jungs und Mädels. Gerade auf Frauenseite sind diese offenen, abgeklärten, unabhängigen Exemplare, die wirklich generell nichts festes wollen, ziemlich selten. Viele reden sich aus Selbstschutz ein, Sex und Liebe trennen zu können/keine Beziehung zu brauchen.
 
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