• #31
Moin,
Hast du deinen GG denn mal gefragt, ob er nicht gerne häufiger mit dir schlafen würde?
Im Moment ist es eher so, dass er sieht das es mir dadurch schlecht geht er aber nicht mal den Mumm hat mit mir zu sprechen.
Das erklärt sich dann wohl von selbst... du hast ihn also nie direkt drauf angesprochen, meinst aber zu wissen, wie er denkt.
Und sicher gehört Selbstbefriedigung zur Sexualität dazu[...]Aber doch nicht, wenn der Partner gerne Sex haben möchte
Die Frage ist aber nicht, ob der Partner Sex möchte, sondern ob er das auch entsprechend klar kommuniziert (oder nur denkt, dass der andere das schon irgendwie "sehen" wird).

manchmal
 
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  • #32
Und ich kann gegen meine eigenen Gefühle ja auch nichts machen - ich bin halt dadurch einfach verletzt und wütend .
Und jetzt komm mal bitte raus aus deiner Opferhaltung und übernimm Verantwortung für dich. Auch für deine Gefühle. Du darfst verletzt und wütend sein, selbstverständlich. Aber was du daraus machst, wie du damit umgehst, das liegt ganz allein in deiner Hand, dafür ist niemand sonst zuständig. Auch, dass du dich durch seinen Pornokonsum persönlich abgelehnt und abgewertet fühlst, ist DEINE Entscheidung und DEINE Interpretation. Es muss keineswegs übereinstimmen mit seinen tatsächlichen Motiven und Gedanken dabei.

Aber mal angenommen, er fand den Sex mit dir schon längere Zeit langweilig und nicht mehr so erregend. Und holt sich deshalb Appetit und Anregungen durch Pornos und hat bessere und intensivere sexuelle Erlebnisse, wenn er es sich selbst besorgt? Dann darfst du natürlich enttäuscht und verletzt sein. Auch enttäuscht, dass er darüber nicht geredet hat. Frage: hast du denn je mit ihm über deine Bedürfnisse und Wünsche diesbezüglich gesprochen? Du doch auch nicht, oder? Darüber darfst du übrigens auch enttäuscht sein, wenn du magst.

Aber jenseits dessen: wenn du eine gute LÖSUNG für euch beide willst, wirst du die Botschaft trennen müssen von den damit verbundenen Emotionen und jenseits dieser Enttäuschung und Verletzung und deines Grolls gegen ihn in etwas konstruktives ummünzen müssen. Die Alternative dazu wäre, enttäuscht, verletzt und wütend zu bleiben und dann verbessert sich halt nichts in eurem Sexualleben. Deine Wahl. Bzw. euer beider Wahl; denn er muss ja auch was beitragen dazu.

Es hilft übrigens bei jedweden Konflikten in der Partnerschaft ungemein, mal zeitweilig die Ich-Bezogenheit abzulegen und sich in den anderen hineinzuversetzen. Dann versucht er zu verstehen, wie du dich fühlst. Und du versuchst mal zu verstehen, wie er sich gefühlt haben und jetzt gerade fühlen könnte, angesichts deiner Wut und Verletztheit. Statt "es scheint ihm egal zu sein, wie's mir geht" käme dir dann vielleicht in den Sinn " er scheint sich angeklagt zu fühlen und weiß gar nicht, wie er mit mir darüber reden soll, hat vielleicht Angst vor weiteren Vorwürfen meinerseits, etc."

Wie wichtig ist es dir denn, @Inchen , wie es IHM derzeit geht? m44
 
  • #33
Es war bis jetzt eine für mich doch recht normale Beziehung mit Höhen Tiefen und einem durchschnittlichem Sexleben welches von meiner Seite mehr Pepp haben hötte können. Eigentlich habe ich in den zwölf Jahren Beziehung des öfteren gefragt ob alles ok ist - habe ihm auch gesagt das mir die Zärtlichkeit , die Nähe , auch mal das kuscheln fehlt. Auch das ich gerne mehr Sex hätte habe ich ihm gesagt .Ich habe zu ihm sogar mal gesagt , dass ich weiß das er auch Selbstbefriedigung betreibt . Er schaute mich mit großen Augen an und meinte er hätte das nicht nötig .
Selbst als ich ihm sagte das es ein ganz normales Bedürfnis ist welches ich ja auch habe ging er nicht drauf ein.
Es waren immer andere Gründe warum er nicht wollte /konnte.Wenn ich mir etwas einfallen lassen wollte ging er nicht drauf ein . ZBSP Sex im freien oder mal dirty Talk-neeee er doch nicht . Den anderen mal antörnen und mal zusehen wenn man sich selber streichelt , damit man hinterher Spaß zu zweit hat - nein machte er nicht.
Letzendlich, wenn ich jetzt mal zurück überlege fehlt wirklich auch schon länger der liebevolle Umgang . Der Sex ist meistens ne schnelle Nummer , ohne großes Vorspiel etc.
Wenn es dann doch mal ausführlicher ist , dann hab ich innerlich das Gefühl das es für ihn ein MUSS ist aber keinen Spaß dabei hat.
Schlimm wenn man dann noch solche Erfahrungen machen muss und ja gerade weil ich so oft mit ihm versucht habe zu reden und weil ich mir sogesehen die Langeweile im Bett nicht zu meiner Schuld machen kann ist es für mich umso deprimierender und verletzender mit den Pornos .Und wie oben schon bei den Antworten dabei war , ja , irgendwie wae es die letzten Monate Sex nach Drehbuch - seinem Drehbuch. Er hat auch nicht einmal gefragt ob mir das gefällt . Und das schlimme ist das er nicht mit mir redet . Ja, ich möchte die Wahrheit . Auch wenn es schmerzhaft würde - aber er soll mir doch bitte sagen was los ist . Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende .
Und was hier auch viele falsch verstanden haben : ICH habe ihn direkt angesprochen als ich diese Seiten entdeckt habe . Ich wollte sofort das Gespräch suchen .
Ich habe ihm auch sofort zu verstehen gegeben das für mich die SB nicht der Weltuntergang ist weil jeder sein Bedürfnis ja decken muss .
Aber ich habe ihm auch zu verstehen gegeben , dass ich Angst habe das er diese Frauen mit vorzieht , da ich von ihm des öfteren zurück gewiesen werde und und und .
Ich habe wirklich versucht, ein normales Gespräch zu führen . Von ihm kam aber nur ein " ach die Frauen habe ich mir vor Monaten angeschaut " "Es ist alles in Ordnung " . Er ist weder auf die Pornos noch auf mein Befinden eingegangen.
Nachdem er so reagiert hat habe ich innerlich auf durchzug gestellt . Erstens weil ich weiß das er mir ins Gesicht lügt und zweitens weil mich diese Art von ihm einfach nur auf die Palme gebracht hat . Und seitdem er mich quasie einfach so stehen gelassen hat Rede ich nur das Nötigste mit ihm.
 

Laleila

Cilia
  • #34
@Inchen
Zuerst einmal, ich verstehe Deine Verletzung, Wut und Enttäuschung vollkommen.

Mit Pornos ist es tatsächlich etwas wie mit Alkohol. In jeder Hinsicht. Was die Desensibilisierung, das Suchtverhalten und in der Folge auch die Gefährdung von Beziehungen angeht.
Bei Euch ist letzteres bereits der Fall, denn es gibt keine befriedigende Paarsexualität mehr.

Wenn Dein Partner problemlösungsoroentierte Gesprächsansätze abwiegelt, das Problem herunterspielt und sich in seinem Pornokonsum nicht einschränken lässt, verlasse ihn.
Von selbst wird sich das Problem nicht erledigen und Dein Leben lang willst Du Dich damit nicht herumschlagen.

Alles Gute
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #35
...er aber nicht mal den Mumm hat mit mir zu sprechen. ich bin halt dadurch einfach verletzt und wütend .

Ich lese:

...obwohl ich das Gespräch gesucht habe. Nun Rede ich seit zwei Tagen nur das Nötigste mit ihm.

Wenn Du mit dem Grundtenor "das Gespräch gesucht" hast, mit dem Du hier schreibst, dann wundert mich nicht, dass Dein Mann diesem Schwall an Vorwürfen, noch dazu sich widersprechenden, ausweicht.

Du projizierst seinen Pornokonsum auf Dich. Das ist falsch. Überlege besser, was Dich an etwas, was für die meisten hier offensichtlich relativ normal ist (und Du hast ja auch schon geschrieben, Du hast nichts grundsätzlich gegen Pornos), so verletzt und wütend macht.
 
  • #36
@Inchen: danke für die wichtigen Erläuterungen.
Dann war ich zu voreilig in meinen Schlußfolgerungen und habe dir Unrecht getan. Sorry!

Offenbar scheint er nicht über Sex und Sexualität sprechen zu können - das geht ja sehr vielen so.
Wenn du die beziehung retten möchtest, wäre ein guter Sexualtherapeut wohl der beste Weg; vielleicht schafft er es da besser, über das thema zu reden. Er muss das offensichtlich erst lernen und flüchtet sich stattdessen in eine parallele Welt.
Wenn er auch da zumacht, steht die beziehung natürlich in Frage. Blöde Situation, wo ihr jetzt ein kleines Kind habt.
Vielleicht hilft es, ihm die Vision aufzubauen, dass so ein gespräch/Sexualtherapie ja nicht nur für dich ist, sondern für euch beide ein viel genussvolleres Sexleben bringen könnte.

Möglicherweise weiß ER noch gar nicht, wie wirklich erfüllter Sex ist, kann sich vielleicht gar nicht fallenlassen dabei und das um so schwerer, als er jetzt noch ständig die Pornos als "Bedienungsanleitung" im Kopf hat? Also, ihm das Motiv vermitteln, dass er auf diesem Weg endlich mal richtig guten Sex haben könnte, viel besser und "geiler" als jeder porno?
 
  • #37
Die Ratschläge, den Deppen zu verlassen, finde ich nicht besonders hilfreich. So deppig kann der Mann nicht sein, sonst wäre Inchen nicht seit so langer Zeit mit ihm zusammen.

Inchen, du hast erklärt, was dich so schrecklich wütend macht. Nun gucke doch mal, welche nicht erfüllten Bedürfnisse hinter deiner Wut stecken: Intimität? Verbindung? Offenheit? Was würdest du brauchen, um diese Bedürfnisse zu erfüllen?

Nun überleg mal als nächstes Mal, welche Gefühle wohl dein Mann hat. Du hast ihn "ertappt" bei etwas, was dich fürchterlich wütend gemacht hast, und seither sprichst du nicht mehr mit ihm. Ich tippe auf Scham, Schuld, Angst, Ärger über sich selbst, Wut auf deine Reaktion. Ich wundere mich nicht, dass er nicht auf dich zukommt, um sich erneut anzuhören, was für ein Mistkerl er doch ist. Welche Bedürfnisse hat er wohl? Möglicherweise genau die gleichen wie du.

Du siehst ihn als "Sünder" und dich als moralisch einwandfrei. Keine gute Ausgangslage, um einen Konflikt zu lösen.

Ich habe mir im Laufe der Jahre angewöhnt, bei Konflikten nicht mit dem Finger auf mein Gegenüber zu zeigen und es abzuurteilen, sondern zu schauen, was mir mein Partner spiegelt, was sein Verhalten mit mir selber zu tun hat. Gerade das, was sehr starke Gefühle auslöst, hat immer sehr viel mit mir selber zu tun. Ich sehe bei deinem Mann in erster Linie die völlige Unfähigkeit, mit dir ehrlich über Sex und sexuelle Wünsche zu sprechen (was ja auch wirklich nicht das Einfachste auf der Welt ist!) Bei dir sehe ich genau dasselbe. Du wirfst deinem Mann das vor, was du selber nicht kannst. Ich stelle mal die Behauptung auf, dass du wütend bist auf deine eigene Sprachlosigkeit, die dein Mann dir unter die Nase reibt.

Wir Frauen beanspruchen immer die Deutungshoheit in Gefühlssachen und sind der Meinung, viel besser kommunizieren zu können als die tumben Männer. Deshalb mein Rat: Geh du auf ihn zu, bitte ihn um ein Gespräch. Aber fahr zuerst herunter, und versuch, ihm ein bisschen Empathie entgegenzubringen und von der schuldig/unschuldig-Schiene, die fatal ist, herunterzukommen.

Frau 50
 
  • #38
Hallo Inchen,

ich weiß, wie du dich fühlst. Mit meinem damaligen Partner hatte ich genau das gleiche Problem. Ich hatte oft Lust auf Sex und er fast nie. Ich musste jedes Mal buhlen und wenn ich Glück hatte, hatte auch er Lust.

Manchmal bin ich vor lauter Frust ins Bett gegangen, während er noch vor dem Fernseher saß. Einmal bin ich nachts nochmal wach geworden von einem Stöhnen aus dem Wohnzimmer. Er saß auf der Couch, hat sich einen Porno angeschaut und es sich selbst besorgt. Für mich war das sehr schlimm - ich habe mich gefühlt wie du. Abgewiesen und nach hinten gestellt.

Leider hat sich das nie mehr richtig geändert und schlussendlich kam es zur Trennung - unser Sexleben war natürlich auch mit Schuld.

Einige hier sagen du sollst froh sein, dass er frischen Wind in euer Sexleben bringt. Ich sehe es jedoch wie du. Zum größten Teil hat er nur noch mit sich selbst und "anderen Frauen" Spaß. Neue Inspiration ist das für mich nicht!

Argumente, warum mein Partner damals so gehandelt hat, konnte er mir nie geben. Ich denke es liegt am Interesse und Willen des Mannes, ob er an diesem wichtigen Teil einer Beziehung arbeiten will.
 
  • #39
Ich verstehe sehr gut, was dich verletzt und wütend macht.
Lass dir nicht einreden, mit dir stimme etwas nicht.
Dein Partner ist offensichtlich derjenige, der Probleme mit seiner Sexualität hat. Selbstbefriedigung ist ihm peinlich, er lässt wenig Nähe zu, seit Monaten habt ihr Sex nach seinem Drehbuch, der dir nicht gefällt. Ein empathischer Partner ist dran interessiert, dass es seiner Partnerin auch gefällt. Das scheint ihm offensichtlich herzlich egal zu sein.
Was die Gesellschaft normal findet, kann dir herzlich egal sein.
Früher hatte eine Frau "anständig" zu sein, heute muss sie anscheinend freudig Pornographie nachspielen.
Wichtig ist was du fühlst und willst.
Anscheinend steht dein Partner nicht mehr auf dich oder er hat generell Probleme, kann Sex nur haben, wenn wenig Gefühle im Spiel sind, er evtl.bestimmten Vorstellungen nachjagen oder sich wer weiß was beim Sex vorstellt.
Diese Art Sexualität würde ich nicht mehr mitmachen.
 
  • #40
Du projizierst seinen Pornokonsum auf Dich. Das ist falsch.
Ich fürchte, diese Interpretation ist nur ein Glied einer ganzen Kette falscher Annahmen und Mutmaßungen.

Denn natürlich denken Frauen, dem Mann gefällt das, was da in dem jeweiligen Filmchen vorgeturnt wird. Ist aber mitnichten so. Ein Mann, dem es wichtig ist, daß beim Sexvergnügen auch die Frau auf ihre Kosten kommt, wird wohl kaum Gefallen finden an Handlungen, bei denen das ganz offensichtlich nicht der Fall ist.

Zum anderen können Männer ganz gut abstrahieren, d.h. sie denken sich die eigene Frau an den Platz der Darstellerin. Spätestens dieser Aspekt dürfte bewirken, daß 99% aller Pornos auch den konsumierenden Mann anwidern bzw. angewidert haben. Und genau deshalb auch gar nicht zu Ende gesehen wurden.

Dem gefundenen Film ist das alles nicht anzusehen. Noch viel weniger ist nachzuvollziehen, welche Phantasien er geweckt hat und zugunsten welcher Frau – der Darstellerin oder der eigenen. In Eurem Fall offenbar letzteres.

Frag’ ihn, ob er die Idee aus einem Porno hat. Interessiere Dich dafür. Laß Dir von ihm sagen, was ihm ausgerechnet an diesem Film so gefallen hat. Du wirst sehr wahrscheinlich erkennen, daß Du ihm in diesem Augenblick einfach nur gefehlt hast.
 
  • #41
@ Babar
Nein , ich sehe mich nicht als einwandfrei . Ich habe ihn auch niemals als Buhmannn dahin gestellt . In unseren zig Gesprächen in denen er mir immer ausgewichen ist habe ich es letzendlich so hingenommen und es hinunter geschluckt .
Auch jetzt als ich das mit den Pornos gesagt habe , war ich in keinster Weise unfair zu ihm . Ich habe ein vernünftiges Gespräch gesucht , welches er nicht haben wollte.
Was soll ich tun , jetzt immer und immer wieder auf ihn zugehen um dann wieder immer und immer wieder abserviert zu werden ?
Auch war ich nicht wütend als ich mit ihm reden wollte.
Und ich zeige auch nicht mit dem Finger auf ihn - Suche auch die Fehler bei mir .
Es gehlren immer zwei dazu wenn man in einer Krise ist, das ist mir klar .
Aber für mich macht es gerade den Anschein als ob ihm mein Befinden am Arsch vorbei geht .
Und irgendwann ist dann auch mal bei mir der Punkt gekommen wo ich resigniere.

Für mich muss er ganz klar jetzt auf mich zukommen.
Denn ich denke einfach , solange ich immer wieder auf ihn zukomme werde ich auch immer wieder die selben Antworten bekommen.
Diesmal muss er bereit sein zum reden und das ist er meiner Meinung nach nur wenn er mit mir das Gespräch sucht.
 
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  • #42
Der Sex ist meistens ne schnelle Nummer , ohne großes Vorspiel etc.
Wenn es dann doch mal ausführlicher ist , dann hab ich innerlich das Gefühl das es für ihn ein MUSS ist aber keinen Spaß dabei hat.
Was Eurer Beziehung möglicherweise fehlt, ist echte Intimität. Die lässt er nicht zu. Er flüchtet sich in Pornos und redet mir Dir nicht offen über seine Bedürfnisse, vielleicht weil er sich dafür schämt. Wenn Du ihm intime Fragen stellst, wird es dadurch für ihn eventuell noch schlimmer, weil er sich nicht öffnen kann und Du die Schamgefühle verstärkst. Die Grundlage für Intimität ist tiefes Vertrauen. Vielleicht ist er gar nicht in der Lage, es zu Dir (oder irgendeiner Frau) aufzubauen. Wahrscheinlich bräuchte er eine Therapie. Es ist aber seine Sache, dies zu erkennen.

Im Moment rate ich Dir jedoch vor allem, für eine Weile loszulassen und die Sache einfach laufenzulassen. Du hast Dich sicher zu Recht an seinem Verhalten gestört. Das Vertrauensthema lässt sich jedoch nur bewältigen, wenn Du ein paar Schritte zurücktrittst, locker lässt und ihm eine Chance gibst, auf Dich zuzugehen. Wenn das auf längere Zeit nicht passiert, kannst Du über Konsequenzen nachdenken. Mit Reden kannst Du offenbar aus den oben genannten Gründen nichts ausrichten. Du machst es eher schlimmer.
 
  • #43
Liebe Fragestellerin,
es kommen die üblichen zu erwartenden Antworten. Du seiest zu prüde, zu konservativ, wärest wohl selber schuld, "das ist doch alles nicht schlimm"
Doch! es IST SCHLIMM! Es zeugt von einer tiefen Respektlosigkeit, die eigene Ehefrau als Statistin zu degradieren um irgendwelchen Pornoquatsch "nachzuspielen", aber ohne dieses "Hilfsmittel" keinen mehr hoch zu kriegen!
Da sind nämlich die Folgen von exzessivem und jederzeit verfügbarem Pornokonsum. Totale Abstumpfung, oft "geht" nur noch etwas durch die eigene Hand des Mannes.
Ja, ich durfte diese Erfahrung auch machen und irgendwann wurde mir nur noch übel und mein Respekt ging beim Gedanken an den angestrengt rubbelnden Mann vor dem PC, schlicht und ergreifend flöten!!
So wie Dein Mann sich gerade Dir gegenüber verhält, sehe ich da nicht mehr viel Achtung, Respekt oder Liebe. Es ist ihm, platt gesagt, wurscht, wie es Dir geht.
Warum zieht ein Mann Pornos der eigenen Ehefrau aus Fleisch und Blut vor? Ganz einfach: es geht schnell, ist jederzeit verfügbar und man muss sich nicht "anstrengen" mit Vorspiel usw.
Ich kann Dir nur aus eigener Erfahrung sagen: Gegen diese Sucht kommst Du nicht an, da kannst Du Dich noch so frivol vor Deinem Mann räkeln. In seinem Kopf spielt ein anderer Film. Vlt hat er sogar eine Andere.

Es wird auf eine Trennung hinauslaufen.....denn so ist nu mal der Zeitgeist. Man bemüht sich nicht mehr um Beziehungen, man löst keine Konflikte mehr..next please! :-(
 
  • #44
Vielleicht solltest du ihm nicht vorwerfen, dass er Pornos guckt, sondern dass er Porno mit Dir nachspielt. Das würde mich auch abturnen.
Nicht, dass man sich nicht mal inspirieren lassen kann, aber heimlich gucken und dann nachspielen ist irgendwie blöd (by the way gucken nicht nur Männer Pornos und solange das nicht exzessive betrieben wird, schädigt das nicht das Gehirn, nur wird bei Dauerkonsum die Reizschwelle erhöht).
ich denke, du hast beim Sex bemerkt, dass er nicht in Gedanken bei Dir ist und das ist das, was Dich verletzt hat.
Ich glaube, ihr habt Euch irgendwie emotional auf dem Weg in die Elternschaft verloren und jetzt versucht ihr beide wieder, Euch anzunähern, aber es klappt nicht.

Mein Vorschlag - auch wenn ich mich jetzt anhöre wie eine Paartherapeutin, aber ich kenne das aus eigener Erfahrung nach der Geburt der Kinder: Nehmt Euch mal eine kinderfreie Auszeit - das schafft ein Kind mit 18 Monaten bei Oma und Opa. Nur ihr beide für ein Wochenende in irgendeinem Wellnesshotel oder eine Städtereise zu zweit - wie früher als Paar.
Geht essen, erlebt zusammen Dinge, redet in einem kleinen Café, geht in eine Bar.
Ihr müsst Euch erst als Paar wiederfinden, bevor der Sex sich wieder stimmig anfühlt.
Danach könnt ihr sogar Pornos zu zweit gucken und es wäre o.k., aber momentan ist der Wurm drin. Mutti und Papi können keinen Sex haben, ihr müsst EUCH als Mann und Frau finden, dann wird es auch wieder erotischer. ;-)
 
  • #45
Es hilft übrigens bei jedweden Konflikten in der Partnerschaft ungemein, mal zeitweilig die Ich-Bezogenheit abzulegen und sich in den anderen hineinzuversetzen. @Inchen , wie es IHM derzeit geht? m44


Tun Frauen aber von Natur aus die ganze Zeit. Es würde mehr helfen, wenn Männer mal von ihrem Ego-Trip runter kommen würden. Wenn die Beziehung nicht stimmt, dann liegt es selten an der Frau, die krampfhaft versucht Lösungen zu finden. Der Mann muss auch mal was tun. Es kann nicht sein, dass sich immer Frauen ans Forum wenden, immer Frauen um den Zusammenhalt der letzten Reste einer Beziehung kämpfen.

Die Sache scheint mir aber eh gegessen mit der Beziehung:

- euer sexuelles Bedürfnisse ist enorm unterschiedlich und für dich enorm unbefriedigend. Das wird erfahrungsgemäß nicht besser.

- er mag nicht auf dich eingehen, sondern sein spezielles Ding im Bett durchziehen. Auch das wird sich nicht mehr ändern.

- Kommunikationsprobleme habt ihr ohnehin. Du redest an ihm vorbei, er redet an dir vorbei. Oder ihr denkt nur viel, aber handelt wenig. Oder ihr wollt beide nicht wirklich über eure Gefühle reden. Da kann lediglich Angst oder Schüchternheit dahinter stecken - aber beides führt in den Ruin einer Beziehung, wie wir alle wissen. Man muss den Mut haben, aus sich raus kommen zu können und über das Problem was vorliegt, reden zu können. Wenn man es nicht kann, ist es jetzt ein guter Zeitpunkt, Beziehungs-Kommunikations zu lernen. Das spiegelt eine gute Beziehung wieder. Ansonsten bleibt man in der Sackgasse. Wir wissen das alle. Das ist doch jetzt nichts neues mehr.

Einerseits musst du mal deine Probleme mit den Pornos und anderen Bildern anderer Frauen anfangen lösen zu lernen, weil dich das Thema immer wieder konfrontieren wird. Andererseits diese komplizierte Art von Männer meiden, die sich scheinbar schwer damit tut, dich in ihre Gefühlswelt zu lassen. Dieser Mann ist nicht abänderbar. Du hast ihn jahrelang so geduldet. Such den Fehler an dir!
 
  • #46
Man kann sich auch alles schöneren.
Ich kenne keinen einzigen Mann, der sich Pornos rein zu Schulungszwecken ansieht, Pornos eigentlich doof findet und sich die ganze Zeit dabei die Partnerin vorstellt, die er eigentlich vermisst.
Mir hat einmal ein Mann mit starken Problemen im sexueller Bereich seine Lieblingspornos gezeigt.
Ich habe versucht ein neutrales Gesicht zu machen, obwohl ich entsetzt war, aber er hatte mich ja ins Vertrauen gezogen.
Nun, meine Frage, dass muss der Frau doch wehtun wurde beantwortet mit- jaaaa, da geht's ihr richtig schlecht...und das fand er geil. Kein SM-Porno, wo klar ist, das einer dem anderen wehtut. Ein extremes Beispiel, live und aus erster Hand.
Kein Mann hat mir bisher erzählt, dass er nicht zu sexuellen Zwecken Pornos anschaut, das eigentlich widerlich findet, und nur auf der Suche nach der besten Stellung/Technik ist.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #47
Ich möchte Dein Gefühl in keiner Form Kleinmachen und drücke Dich in Gedanken auch.

Vieles liegt in einem Charakter, an der Emotionalität zueinander aber eben auch an der Kommunikation.
Deinem Partner kann ich hier nicht direkt auf seine ansprechen, Dich schon.
Ich werde Dich jetzt kritisieren, bitte verwechsel es nicht mit Schuldzuweisung.

Verletzt zu sein, gehört nicht zu den Gefühlen. Wenn wir es im Sprachgebrauch auch so benutzen.
Denn sagt man seinem Gegenüber: ich bin verletzt...empfindet dieser oft weniger Deine Traurigkeit, als den Angriff seiner Person.
Ich bin verletzt = Du hast mich verletzt = Du bist der böse Täter.

Das Gegenüber macht oft, genau dann schon dicht.
Danach sprichst Du erstenmal gar nicht mit ihm..

Es ist aber wichtig, dass ihr beide es klärt.
Wird sehr schwierig, wenn er das Gefühl hat sich mit Dir nicht offen austauschen zu können.
Ich sage ja nicht, dass es so ist aber die Möglichkeit besteht, dass ihr Euch entfernt und jeder für sich mit seinen Gedanken alleine bleibt, weil ihr nicht gut miteinander redet.
Das kann man, wenn man mag lernen, mit Hilfe.
 
  • #48
Was soll ich tun , jetzt immer und immer wieder auf ihn zugehen um dann wieder immer und immer wieder abserviert zu werden ?
Nein, das sicher nicht. Ich würde vielleicht so was sagen wie: "Du, ich finde es schade, dass wir im Moment so aneinander vorbei leben. Ich hab dich sehr lieb und ich fände es schön, wenn wir beide die Sexualität miteinander geniessen könnten, aber ich weiss gerade auch nicht wie. Ich will dich nicht bedrängen und spreche das Thema erstmal nicht mehr an. Aber ich würde mich freuen wenn du eines Tages mit mir darüber redest."
 
  • #49
Nun ja, die FS hat ja schon vorher versucht, mit ihrem Mann zu reden. Und nun ist der Mann gekränkt, weil sie gesagt hat, ich bin verletzt, und das ist kein richtiges Gefühl, sondern eine Anklage? Sprich, sie muss ständig auf rohen Eiern rumlaufen,während er sich wie die Axt im Walde benimmt?
Und der Mann benutzt sie als Statistin in seinem persönlichen Porno, und sie muss nach wie vor wie eine Therapeutin über den Dingen stehen.
Sie kann natürlich erstmal abwarten,dem Partnerschaft nochmal anbieten zu sprechen,wenn bereit ist.
Aber wenn er nun dicht macht und mauert kann sie erstmal nichts tun. Ausser für sich sorgen.
 
  • #50
Danke für Eure lieben ganzen Antworten und Ratschlägen .
Es ist einfach nur furchtbar - er behandelt mich wie Luft .
So als hätte ich etwas ganz Schreckliches verbrochen. Ich könnte dieses Mann gerade echt vor die Wand klatschen . Das bildet er sich ein ? Das seine Frau ein Stück dreck ist auf dessen man rumtrampeln kann ????
 
  • #51
Liebe FS,
Dein Partner versucht seine eigene Verklemmtheit (Ratz-Fatz-Sex nach Schema F und eher selten) über seinen Pornokonsum zu heilen. Er fühlte sich sexuell von Dir überfordert, ist nicht in der Lage das zu kommunizieren und mit Dir einen gemeinsamen Weg zu suchen und hat Dich zurückgewiesen, damit er nicht in deas Risiko des Versagens oder der Low-Performance schlittert - wäre ihm vor Dir peinlich gewesen.
Gleichzeitig lässt er seinen Frust vor Pornos mastubierend raus. Nun glaubt er, was gelernt zu haben (Porno als Weiterbildung - feix), macht Dich zum Übungsobjekt und versucht da was nachzuturnen und sich gut zu fühlen. Verständlich, dass Du das wahrnimmst und dass das bei Dir nicht ankommt, Dich enttäuscht und wütend macht.

So wie er vorher schon unfähig war, über Kommunikation sich Eurem Problem zu nähern, ist er es jetzt auch. Du machst es vollkommen richtig, indem Du den Schalter umlegst und sagst " nun soll er mal kommen und sich um eine Problemlösung bemühen. Ich habe genug getan".
Du musst Pornos nicht gut finden und auch keine Pornos mit ihm nachturnen, um eine moderne Frau zu sein. Modern ist, seinen eigenen Gefühlen und Werten zu folgen, sich nicht von lauthals vorgetragenen und somit vermeintlichen Mehrheitsmeinungen manipulieren zu lassen. Keine Pornos zu sehen ist auch keine Bildungsluecke.

Was ich unerlässlich finde: setz' Dich damit auseinander, warum Du so heftig darauf reagierst. Du hast jedes Recht der Welt dazu, Du solltest nur wissen warum, weil Du dann auch erkennst, ob sich weiteres Bemühen um die Beziehung noch lohnt.
Wer über Sexualität nicht kommunizieren kann (hohe Hürden) kann es in vielen anderen für die Partnerschaft relevaten Bereichen ebenfalls nicht.

Ich habe mit meinem Exmann das Gleiche erlebt - er schlich sich nachts vor den Fernseher, guckte seine Filmchen, holte sich einen runter und glaubte, ich merke das nicht. Ich habe ihn in dem Glauben gelassen. Auch er wollte sein neu Erlerntes an mir ausprobieren, machte mich zum Objekt von seinem was-weiss-ich (er hat ja nie drüber geredet) und meine innere Distanz zu ihm verwandelte sich in Aversion gegen ihn. Irgednwann wollte ichngarkeinen Sex mehr mit ihm und habe das auch durchgezogen, bis ich mich dann endlich trennte.

Du solltest mit ihm genauso umgehen wie er mit Dir: SB wenn er neben Dir liegt und ihn dann abweisen, wenn er will. Dann lernt er mal, wie sich das für Dich anfühlt und kommt vielleicht auf die Idee, dass ihr gemeinsam was ändern müsst.
 
  • #52
@ Babar
Nein , ich sehe mich nicht als einwandfrei . Ich habe ihn auch niemals als Buhmannn dahin gestellt . In unseren zig Gesprächen in denen er mir immer ausgewichen ist habe ich es letzendlich so hingenommen und es hinunter geschluckt .
Auch jetzt als ich das mit den Pornos gesagt habe , war ich in keinster Weise unfair zu ihm . Ich habe ein vernünftiges Gespräch gesucht , welches er nicht haben wollte.
Was soll ich tun , jetzt immer und immer wieder auf ihn zugehen um dann wieder immer und immer wieder abserviert zu werden ?
Auch war ich nicht wütend als ich mit ihm reden wollte.
Und ich zeige auch nicht mit dem Finger auf ihn - Suche auch die Fehler bei mir .
Es gehlren immer zwei dazu wenn man in einer Krise ist, das ist mir klar .
Aber für mich macht es gerade den Anschein als ob ihm mein Befinden am Arsch vorbei geht .
Und irgendwann ist dann auch mal bei mir der Punkt gekommen wo ich resigniere.

Für mich muss er ganz klar jetzt auf mich zukommen.
Denn ich denke einfach , solange ich immer wieder auf ihn zukomme werde ich auch immer wieder die selben Antworten bekommen.
Diesmal muss er bereit sein zum reden und das ist er meiner Meinung nach nur wenn er mit mir das Gespräch sucht.
Ok, Inchen, das kann ich nachvollziehen. Mach es ihm bitte nicht zu schwer, auf dich zuzukommen.

Frau 50
 
  • #53
Es ist einfach nur furchtbar - er behandelt mich wie Luft .
So als hätte ich etwas ganz Schreckliches verbrochen. Ich könnte dieses Mann gerade echt vor die Wand klatschen . Das bildet er sich ein ? Das seine Frau ein Stück dreck ist auf dessen man rumtrampeln kann ????

Es sind m. E. Machtspielchen eines unterlegenen Mannes, der ertappt wurde. Du hast es mehrfach versucht auf ihn einzugehen, er will nicht und er wird nicht. Und von allein schon garnicht. Du könntest jetzt Konsequenzen ziehen, Paartherapie wäre eine davon. Wenn es ihm nicht wert ist, dann die nächste, eine zeitweilige Trennung. Danach wird es auch für dich besser, glaube mir.
Wie oben schon jemand schrieb, du wandelst wie auf rohen Eiern und er wie die Axt im Walde. Keine gute Basis, diese Schieflage. Das ,,dicht machen,, ist der größte Killer in der Beziehung, es ist ein sich entziehen, ein flüchten.
Ganz klar, das nächste ruhige lange Gespräch ohne Kind führen und die Gefühle äußern, Wünsche und wie es weiter gehen soll... wenn er da nicht mitspielen will, oder es ins komische zieht, dann die Konsequenzen besprechen. Selbstbefriedigung und Pornos als Ergänzung wären für mich auch ok., aber das Zurückweisen oder herunter spielen ist für mich unakzeptabel.
 
  • #54
Ich glaube ja, die Verletzheit liegt z. Tl. darin, dass sie gerne mit ihm zusammen Neues ausprobiert hätte, auch einen Porno mit ihm angeschaut hätte etc.
So hat er sich von ihr zurückgezogen, sich selbst befriedigt, allein oder vor dem Rechner und sich dort auch " weitergebildet", ohne sie mit einzubeziehen. Dann ohne weiteren Kommentar seine Fantasien mit ihr umgesetzt, ohne
sie dabei wirklich zu beachten.
Angenommen, beide tanzen zusammen, die Frau würde gern Neues ausprobieren, aber der Mann verweigert sich zusehends. Er heimlich nimmt Einzelstunden ohne sie, studiert das Internet, hat auch schon mit anderen Frauen im Geiste geübt,und auf einmal geht er wieder mit ihr Tanzen und schleift sie übers Parkett ohne weitere Rücksicht.
Der Vergleich mag hinken, aber welche Frau würde sich da nicht irgendwo hintergangen fühlen? Die Freude an gemeinsamer Entwicklung wurde jedenfalls gründlich sabotiert. Alles was eine Partnerschaft ausmacht fehlt, er hat einsame Entscheidungen getroffen.
Nun schweigen beide, auch nicht ideal.
 
  • #55
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Du solltest mit ihm genauso umgehen wie er mit Dir: SB wenn er neben Dir liegt und ihn dann abweisen, wenn er will. Dann lernt er mal, wie sich das für Dich anfühlt und kommt vielleicht auf die Idee, dass ihr gemeinsam was ändern müsst.
Das macht man doch nur, wenn man die Beziehung ohnehin beenden will. Wenn man ihr noch eine Chance geben will, muss man etwas Geduld üben und loslassen. Wenn es mit der Liebe funktionieren soll, müssen beide Seiten (auch die FS) lernen, dass es nicht darum geht, dass der Partner bestimmte Knöpfe drückt. Erwartungen führen zu Enttäuschung. Und Enttäuschung führt in die Sackgasse. Es hilft nur, sich wieder auf das zurückzubesinnen, was die Liebe wirklich ausmacht, nämlich den anderen anzunehmen und zu akzeptieren, wie er ist. Wenn man das nicht tut, merkt der Partner das schnell, und dann ist der Teufelskreis in Gang gesetzt. Aus ihm kommt man nur raus, indem man das eigene Denken umstellt. Ja, dann ist er halt verklemmt. Was ist an ihm noch gut, was ihn einmal als guten Partner qualifizierte? Denn offenbar war er das ja mal?

David Richo spricht von den "Five A's of Love": Attention (Zuwendung), Acceptance (Akzeptanz), Appreciation (Anerkennung), Affection (Zuneigung), Allowing (Toleranz). Nur wenn man sich auf diese Grundregeln zurückbesinnt, kommt man wieder zur Liebe zurück. Beide müssen das. Aber einer von beiden muss anfangen. Wenn er das nicht kann, ist die FS an der Reihe. Kannst Du nicht selbst wieder ein bisschen über den Dingen stehen, Inchen, damit aus Eurer Krise wieder eine normale erwachsene Beziehung wird? Klar kannst Du wegen seines Sexualverhaltens die Beziehung beenden, und vielleicht wirst Du das auch. Aber denke die Sache zuende. Probleme entstehen auch manchmal, weil man sie macht.
 
  • #56
Es ist einfach nur furchtbar - er behandelt mich wie Luft .
So als hätte ich etwas ganz Schreckliches verbrochen.
Bei allem Verständnis, dass du bei dieser ganzen Angelegenheit rund um Masturbation, Pornos und Pornos-Nachspielen eine offenbar andere Meinung hast als dein Mann, hast du ihn die letzten Tage laut eigener Aussage auch ignoriert und wie Luft behandelt.
Du misst hier leider mit zweierlei Maß.
Wahrscheinlich hat er sich auch wie Dreck behandelt gefühlt, als habe er etwas ganz Schreckliches verbrochen.

Ihr habt eine Meinungsverschiedenheit, aber er ist trotz allem dein Mann seit 12 Jahren, und nicht dein Feind.
Mäßigung, sich in den anderen hineinversetzen und aufeinander zugehen sind eure Lösungsparameter - nicht, dich hier im Forum gegen deinen Ehemann aufstacheln zu lassen.
 
  • #57
Dein Mann stößt dich zurück, weil er keine Nähe zulassen kann. Porno ist Distanz. Sex ohne Porno, sondern mit Konzentration auf die Partnerin als sie selbst, ist größste emotionale Nähe.
Viele Menschen haben mit solcher Nähe ein Problem, dein Mann offenbar auch. Das wird ihm gar nicht bewusst sein. Wahrscheinlich war es auch schon immer bei ihm so, nur fiel es früher nicht so auf, weil er sich seine notwendige Distanz noch anders schaffen konnte.
Seit ihr ein Kind habt, ist schon allein durch die Tatsache, dass ihr Eltern eines gemeinsamen Kindes seid, viel mehr Verbindlichkeit und damit Nähe zwischen euch entstanden. Diese Nähe ist ihm (unterbewusst) unbehaglich, dir jedoch nicht. Deshalb überfordert ihn dein ständiger Anspruch, und weil er sich dessen gar nicht bewusst ist, weicht er den Gesprächen über das Thema ständig aus und kann dir auch keine erklärende Antwort geben. Er spürt höchstens als unangenehme Forderung, dass du etwas von ihm möchtest (mehr Nähe, mehr schönen Sex), was er dir nicht geben kann.
Durch Pornos und das Nachturnen von Pornos wird das Bedürfnis nach Sex, was ja noch vorhanden ist, aber ohne die lästige emotionale Nähe, die man nicht will, möglich. Deshalb ist Porno so attraktiv und erfolgreich.

Das Problem, dass ihr ein gravierend unterschiedliches Nähebedürfnis habt, wird leider nicht leicht zu beheben sein. Ihr müsstet eine Paartherapie machen, um maximal eine Weg finden zu können, einen Mittelweg zu finden, der euch beide ausreichend glücklich macht. Kann aber sein, dass es den nicht gibt.


w51
 
  • #58
jaaaa, da geht's ihr richtig schlecht...und das fand er geil.
Gruselig. Klingt für mich wie einer, der sich Frauen gegenüber machtlos fühlt und deswegen Spaß dran hat, eine Frau zu quälen mit seinem ... Lustdolch ... -lichtschwert. Dann würde die Demütigung der Frau als Anreiz zum Orgasmus mitschwingen. Was mich zu dem Punkt bringt, ob man sowas mit seiner Partnerin leben und vorstellen kann. Ich denke nicht, auch wenn es versucht wird, denn die Frauen sind ja reine Objekte dabei, von denen man nichts weiter weiß. Aber wenn dem Mann nur so Freude bei der Befriedigung geschenkt ist, bleibt ihm ja nur der Griff zu Porno und in die Buchse. Das bringt mich auf das Näheproblem in manchen Beziehungen, was in einem Menschen Kälte auslösen kann, wenn er dauernd mit dem gefühlsmäßigen Bedürfnis des anderen, vermutlich idR. die Frau, konfrontiert wird.

Also ich habe den Verdacht, der Mann steht nicht mehr auf seine Partnerin und ist gestresst durch die Beziehung. Da das Sexleben anscheinend nie aufregend war, könnte ich mir auch vorstellen, dass er schon immer auf was anderes stand und nie so richtig Bock auf das hatte, was er sexuell in der Beziehung leben konnte. Reden will er nicht, vielleicht weiß er es selber auch nicht genau.

Ich glaube nicht, dass es nur die Bequemlichkeit ist, dass er sich lieber selbst befriedigt. Ich denke, er kann sich dann besser auf sein Kopfkino konzentrieren, wenn er nicht noch mit den Gefühlen der Partnerin konfrontiert ist.

Ich könnte mir vorstellen, dass es hilfreich wäre, eine Paartherapie zu machen, die das sexuelle Dilemma mit betrachtet. Aber der Mann will ja nichts über seine Sexualität erzählen. Ich finde aber Sätze wie "Ich weiß, dass du dich befriedigst" auch nicht hilfreich, weil es so nach "hab dich erwischt" klingt und den anderen in eine Defensive treiben könnte.
Aber eine Drittperson, der man sich öffnen will, könnte übersetzen und vermitteln, was das Paar sich nicht sagen kann.
 
  • #59
Staat "Prinzessin auf der Erbse" Gehabe zu zelebrieren würde ich der FS empfehlen sich selbst kritisch zu hinterfragen Als Frau trägt sie 50% der Verantwortung für das germeinsame sexuelle Glück. Die Idee das man sich als Frau nur zur Verfügung stellt und den Mann dann mal machen lässt ist nämlich auch von 1900. Die FS sagt sie ist nicht (ganz) zufrieden mit dem Sex. Was hat sie in all den Jahren dagegen unternommen? Hat Sie von sich aus Neues vorgeschlagen oder einfach mal selber im Bett neues imitiiert? Offensichtlich nicht. Hat sie sich wenigstens über sexuelle Alternativen informiert? Eine Frau Jahrgang 1980 oder später die noch nie einen Porno gesehen hat ist nun wirklich nicht die Norm, ausser wir sprächen von einer Muslima. Bücher zum Thema scheinen bei der FS auch nicht im Regal zu stehen. Unwissen ist keine Sünde, aber ich kann doch dem Partner nicht vorwerfden das er auf diesem Gebiet nicht beim ABC hängenbleiben will. Er könnte natürlich tradiert handeln und statt Pronos schauen eine Prostituierte aufsuchen - das war 1900 ja sozial bereits toleriert - auch auf dem Dorf (hiess damals Dorfschlampe). Wer nur die Bibel kennt und nicht das Kamasutra wird kaum über die Missionarsstellung hinauskommen. Das ist fein wenn beide Missionare sein wollen, aber der Mann der FS will mehr.
Ich vermute aus dem Post dass die Progressivität der FS nur sehr "theoretischer" Natur ist. Erinnert mich sehr an das irische Ehepaar im Film "Commitments"
Statt nörgeln sollte die Frau lieber sexy Unterwäsche kaufen und Ihren Mann so richtig verführen und den Ton angeben. Wenn Frau nicht nur fordert sondern liefert wird er auch nicht mehr so oft müde sein - den dann hat er ja nach der Arbeit im Bett weniger Arbeit.
 
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  • #60
s hilft übrigens bei jedweden Konflikten in der Partnerschaft ungemein, mal zeitweilig die Ich-Bezogenheit abzulegen und sich in den anderen hineinzuversetzen.

Das gilt aber dann auch für beide, oder nicht? Sonst ist es ja wirklich geheuchelt, etwas von jemandem zu fordern, was man selbst nicht leistet. Wie mit der Wahrheit, Ehrlichkeit, Respekt, Empathie... Jeder redet davon, meint aber nur, dass er das von anderen erwartet denn wenn derjenige das auch selbst leisten soll kommt meistens nichts. Was ist denn das, was der Mann von der FS gerade macht wenn nicht "Ich-Bezogenheit"?
Die FS soll jedes Verständnis für den Mann aufbringen, sich also entweder abweisen lassen oder sich von ihm wie ein gefühlloser Gegenstand zum Nachspielen von irgendwelchen Porno-Szenen hin und her schieben lassen bis er die Stellung so hat wie im Film. Was hat das noch mit Liebe und Gefühlen für seinen Partner zu tun? Wieso sagt er ihr denn nicht, was los ist? Nichts, was er sagen könnte wäre so schlimm wie das, was er gerade wortlos macht. Den Mann möchte ich sehen, der kein Problem damit hätte wenn die Frau im Bett nur noch Anweisungen gibt, wie er wo was anzufassen hat, wie er sich gerade hinlegen soll, wie dies und wie jenes. Da würde spätestens nach der zweiten Anweisung gar nichts mehr gehen. Warum glauben manche Männer, dass es den Frauen anders geht? Aber eigentlich darf man einem Mann gar nicht in keinster Weise auch nur im Entferntesten andeuten, dass die Frau vielleicht und eventuell und es wäre schön wenn.... Dann heißt es sofort - Druck!!! Er macht einfach, was er will und ob sie sich unter Druck gesetzt fühlt interessiert ihn null.
Ich fürchte aber auch @void hat Recht mit ihrem Post.
 
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