• #1

Ich fühle mich oft allein allein gelassen

Hallo zusammen,

Mein partner und ich sind erst seit 15 Monaten ein paar, ich wurde recht schnell schwanger von ihm, wir sind darauf hin zusammen gezogen, ich bin inzwischen in der 32.ssw.
Nun ist es so, dass ich mich häufig von ihm allein gelassen fühle. Ich arbeite noch, es ist also nicht so dass ich total fixiert auf ihn den ganzen tag zuhause sitze, und mich nicht mit mir beschäftigen kann. Es ist aber auch so dass ich mich aus meinem sozialen Umfeld stark zurückgezogen habe, da dort sehr viel gefeiert, geraucht, getrunken wird, was nun gerade einfach nicht in mein leben passt. Ich vermisse es natürlich auch wegzugehen aber wenn ich es mal probiert habe, habe Ich immer recht schnell schlechte Laune bekommen und hab nach kurzer zeit wieder mein Zuhause angepeilt. Die leute um mich herum haben mich einfach genervt und ich habe mich unwohl gefühlt. Außerdem haben mein partner und ich schon vor der Schwangerschaft an dem selben Strang gezogen, uns "aus dieser Szene rauszuziehen", vernünftiger zu werden und uns einfach zusammen weiterzuentwickeln.

Mein partner baut seit 3 Monaten den Dachboden für uns aus (wir brauchen den platz, wegen unserem Nachwuchs und er hat 2 kinder (8 & 12), die jedes 2. WE bei uns sind, und die wollen auch ihr eigenes Zimmer haben). Für mich hat aber das Kinderzimmer Priorität! Irgendwann bekommt man halt so etwas wie einen Nestbautrieb, aber er schiebt mein anliegen seit Monaten auf. Ich finde das so gemein und ich fühle mich überhaupt nicht ernst genommen. Letzte Woche wurde ich nach ständigem hingehalte selbst aktiv, habe einen Freund engagiert, der mir den Boden geschliffen hat & die Wände habe ich dann selber fertig gestellt. Geölt hat dann wiederwillig mein Freund. Jetzt kann quasi erst eingerichtet werden... Es ist natürlich so, dass Ich in meinem Zustand nicht mehr alles alleine schaffe und auf seine Hilfe angewiesen bin, aber irgendwie fühle ich mich so hinten angestellt... Es muss halt noch so viel fertig werden bevor unser Baby kommt, aber ich habe das Gefühl, er geht nur seinen Interessen nach, redet meine Anliegen teilweise auch schlecht. Wertet sie ab. Darum bin ich oft traurig und weine viel.
Dazu ist er auch ständig so unaufmerksam: hängt, wenn er zuhause ist, nur vor seiner Lieblingsserie, hilft mir nicht im Haushalt (lässt alles überall stehen und liegen), schläft bei gemeinsamen "sofaabenden" nach 20min ein, und verbringt sowieso viel lieber seine Freizeit beim Bierchen mit Kumpels.
Ich fühle mich so eingesperrt. Alleine gelassen und so selbstverständlich.
Ich weiß einfach nicht ob ich total übertreibe oder nicht.
Die Situation belastet mich einfach, weil ich alles aufgegeben habe, für mein Baby und unsere Zukunft und er lebt sein altes Leben einfach so weiter wie früher, ohne auch mal Abstriche zu machen. Erwarte ich zuviel? Passen wir vielleicht einfach nicht zusammen? Halte ich das an etwas fest, was gar nicht ist? Ich freue mich über eure Meinungen!
W 30
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
Ich tippe drauf, dass Dein Freund denkt, sein Anteil bei eurem Kind war, das Kind zu zeugen, denn austragen musst Du es ja. Als Partnerin bist Du nicht mehr so wie vorher, also muss er seine Unterhaltung woanders suchen. Statt mal drauf zu kommen, sich einzubringen. Aber: Ich denke mal, durch seine Bauaktivitäten hat auch er das Gefühl, was für euch beizutragen, damit ihr gut leben könnt. Keine Ahnung, ob er auch Frust hat, weil Du ihm wie eine Nörglerin vorkommst. Sowas killt ja die Aktivitätsfreude, wenn einer statt zu loben rumkritisiert und bestimmen will, wie jemand, der sich das selber durchgeplant hat, irgendwas machen soll.

Ich würde das mal ansprechen, ob es ihm zu viel ist mit der Bauerei oder ob er ein Problem hat damit, dass Du schwanger bist, also den Zustand und seine Folgen, nicht, dass ihr ein Kind bekommt.

Für mich hat aber das Kinderzimmer Priorität!
Hm. Also zuerst wird das Kind ja vielleicht mit im Schlafzimmer bei euch in seinem Bettchen sein. Vielleicht sieht er es noch nicht so dringend. Die anderen Kinder brauchen das Zimmer vielleicht wirklich eher, die kommen ja alle 14 Tage zu euch. Ich würde da keinen Konkurrenzkampf draus machen, was ihm wichtiger ist oder welches Kind wichtiger ist.

Man muss den anderen auch mal machen lassen. Ich weiß, dass das nicht geht, wenn einer sich verhält, als sei seine Partnerin seine Putz- und Aufräumfrau. Ich würde die Klamotten liegen lassen, ehrlich gesagt. Und mit dem Kritisieren kriegt er vermutlich nur das Gefühl, er sei wieder bei Muttern.
Wie das zu lösen sein soll, ohne dass man nicht wirklich wie die meckernde Mutter klingt, weiß ich auch nicht. Am Ende ist es auch eine Sache des Menschen, mit wieviel Unordnung er leben kann, manche sind da sehr tolerant.

Wie gesagt, frag ihn mal, wie es ihm so geht mit Deiner Schwangerschaft und sag ihm dann auch, was Dich bedrückt. Wenn man nicht redet, kann gar nichts in Bewegung kommen.
 
  • #3
Seit 15 Monaten zusammen und schon in der 32. Woche?
Was soll ich sagen? Alles viel zu früh "klar gemacht" mit einem Mann, den du nicht kanntest und umgekehrt. Kind, zusammengezogen... Jetzt lernt ihr euch überhaupt erst kennen und jetzt sieht man Eigenschaften an dem jeweils anderen, die einem nicht ganz so gefallen. So ist das manchmal wenn man Dinge ohne richtige Basis zu schnell unbedingt und ohne Sinn und Verstand haben will. Ich hoffe, alles geht gut mit eurer Beziehung. Mehr kann ich nicht sagen, als dass du da jetzt durch musst, rede mit ihm und dann wirst du sehen wie es weiter geht.
 
  • #4
Liebe Ambivalenzia,

Fühl Dich erstmal umarmt.

Es ist alles in Ordnung.
Nimm Dich ernst, Deine Ängste, Gefühle, alles, was da bei Dir abgeht.

Ich kenne diese Gefühle aus der ersten Schwangerschaft, auf und ab, die völlig neue Situation, die Veränderungen, die auf einen zu kommen, Ängste, ob man das schafft, ob alles gut geht, fängt mit Geburt an, danach..
Nestbautrieb, Hormone, Ungewissheit.
Und auch für den werdenden Papa ist es nicht so leicht.

Horch mal in Dich hinein, und rede mit Deinem Partner. Findet vielleicht Wege, wie Du mehr Sicherheit finden kannst, was Du benötigst, was er. Was Euch gut tut. Schaut, dass ihr nicht nur plant und arbeitet, sondern den Moment genießt. Noch ist Zweisamkeit.

Was mir sehr geholfen hat, waren die Vorbereitungskurse, ohne Partner, andere Frauen treffen, der Austausch. Das gab es bei uns bei der Hebamme. Vor der Geburt und genauso nachher. Bis dann zur Krabbelgruppe.
Zu merken, anderen Frauen geht es nicht anders, da ist Verständnis für die Launen, Ängste, schräge Gedanken.

Übrigens gibt es in manchen größeren Städten inzwischen auch Kurse für werdende Eltern, nicht die klassischen, gewohnten Hebammenvorbereitungskurse, sondern tiefer. (Baby Safe, o.ä.)
Ich hätte dieses Angebot gerne gehabt.

Dir alles Gute, es wird werden, einfach eine immens aufregende Zeit.
 
  • #5
Sag mal, hast du keinen Vater oder Schwiegervater der deinem Mann? Freund? Partner? ... mal gehörig Tacheles redet?
Dein Partner soll sich beeilen zu helfen und die Zimmer schön bauen.
Das hätte er bereits zu Beginn deiner Schwangerschaft tun sollen.
Der Mann muss die Frau absichern und seiner Familie Geborgenheit
geben.
Die Frau hat ihren überdurchschnittlichen Beitrag ja auch geleistet.
Die Frauen werden schwanger und der Körper zieht sein Ding durch
und in 9 Monaten ist ein ganzer echter Mensch entstanden.
Der Körper jeder Frau vollbringt Höchstleistungen. Ob sie will oder nicht. Ob sie sich gut fühlt oder an manchen Tagen schlecht fühlt. Er baut einen neuen Menschenkörper im Körper der Mutter - ob es ihr gefällt oder nicht. Von ihrem Körper werden dem Embryo die Stoffe zur Verfügung stellt die er braucht um einen kompletten Menschenkörper zu bauen.
Selbstverständlich soll dein Partner auch seinen Part leisten und das Kinderzimmer ausbauen.
Eure Raucherei und Feierei in den Zeiten davor war sicherlich ungesund und dumm, weil es dem Erbgut nicht gut tut. Aber du bist ja davon weg gekommen zum Glück. Lebens wandel ...
Es ist gut wenn du jene ungesunde Welt komplett meidest und im Leben vorwärts machst. Alles Gute!
 
  • #6
So ist das manchmal wenn man Dinge ohne richtige Basis zu schnell unbedingt und ohne Sinn und Verstand haben will
So reden Eltern mit ihren Teenie-Kindern und es hilft ja wirklich nicht weiter, hinterher den Zeigefinger zu heben: es ist, wie es ist ...

Liebe @Ambivalenzia, ich verstehe, dass du im Augenblick völlig verzweifelt und voller Fragen bist. Abziehen kannst du dabei schon mal deine den Schwangerschaftshormonen geschuldeten Ängste. Nicht, dass ich die klein reden wollte, aber du wirst - nach der Geburt - besser damit umgehen können.
In jedem Fall musst du mit deinem Freund über die momentane Situation und eure Zukunft reden. Erzähl ihm geduldig und ohne gekränkt zu wirken von deinen Erwartungen. Die sind durchaus berechtigt. Falls er sich das nicht einmal anhören will (und damit auch nicht zeigt, dass er das ändern wird), solltest du wirklich überlegen, ob du euer Kind in diesem Umfeld zur Welt bringen möchtest oder nicht doch lieber selbst für euch sorgen kannst.

Da ihr erst jetzt dabei seid, euch wirklich kennen zu lernen, solltest du sehr darauf achten, wie belastbar eure Beziehung in der Zukunft sein wird. Wer versorgt denn seine Kinder, wenn sie bei euch sind? Vermutlich auch du? Wie verantwortungsvoll zeigt er sich hier eigentlich als Vater? All das würde ich an deiner Stelle überprüfen, bevor ich mich selbst mit dem (gemeinsamen) Kind ihm ganz anvertraue.
Ich wünsche dir viel Glück!
 
  • #7
Zum Kinderkriegen gehören immer Zwei, somit trägst du 50 % Anteil daran. Also beschwere dich nicht und höre auf negativ zu sehen. Freu dich auf dein Kind, depressive Stimmung der Mama schlägt sich auf das ungeborene Leben nieder, und mache Nägel mit Köpfen.

Das bedeutet im Endeffekt theoretisch und auch praktisch, einen unreifen Jungen vor die Tür zu setzen, wenn er wirklich dauerhaft lieber mit den Kumpels abhängt statt sich um seine werdende Familie zu kümmern. Noch ist aber nichts verloren, denn er kann sich komplett drehen ist das Kind erst auf der Welt.

Nicht jeder ist handwerklich begabt und nicht jeder springt sofort wenn etwas zu erledigen ist. Aber die Wohnung komplett fertigstellen für sich, die Partnerin und erst recht für das entstehende Leben ist oberste Priorität. Oft genug ist es so, lässt man es schleifen wird es später gar nichts mehr aus Mangel an Zeit, Lust etc. Und eine halbfertige Wohnung mit einem Kind geht gar nicht!

Beweg dich trotzdem und handele!
 
  • #8
Da bist du aber flott schwanger geworden... geplant? Unfall? nur von dir geplant? Weil du ein Problem hast, dass er Kinder mit einer anderen hat und so an sie gebunden ist und dich als Frau 2. Klasse gefühlt hast?

Du klingst für mich (!) so, als ob du eifersüchtig auf seine Kinder bist und ihn grad in die Rolle drängst, dass er sich stärker für euer Kind engagieren soll und seine Kinder zurückstecken sollen. Ja, die älteren Kinder brauchen die Zimmer dringender als das noch nicht mal geborene Baby. Seh ich genau wie er... wenn du ihm hier (direkt oder implizit!) Vorwürfe machst, weil er sich um seine Kinder kümmert und das versuchst, eine Front aufzubauen, verstehe ich, warum er sauer ist...
Da kann er sich vorstellen, was los sein wird, wenn das gemeinsame Kin da ist! Du willst ihn dazu drängen sich zu positionieren und die anderen Kinder hinten anzustellen...
 
  • #9
Es kann auch einfach sein, dass er vieles gelassener sieht, zumal er schon zwei Kinder hat.
Mit Erfahrung wird man ruhiger. Beispiel: während der Stillzeit, liegt Baby oft in Mamas Reichweite, sprich im Schlafzimmer.
Das Kinderzimmer wird in der Zeit selten benutzt.
Nicht desto Trotz,solltest du mit ihm reden. Wenn möglich aber nicht alles persönlich nehmen, was in der Schwangerschaft selten gelingt. Vielleicht kommt ihr auf einen Nenner, wenn ihr den anderen besser versteht.
 
  • #10
Mein partner und ich sind erst seit 15 Monaten ein paar, ich wurde recht schnell schwanger von ihm, wir sind darauf hin zusammen gezogen, ich bin inzwischen in der 32.ssw
Liebe FS,
da bist Du ja ziemlich schnell schwanger geworden und so wundert mich sein fehlendes Engagement überhaupt nicht, zumal er bereits 2 ältere Kinder hat und Euer Zusammensein vor der Schwangerschaft vom Partyleben geprägt war - obwohl er 2 Kinder hat.
Wenn er Kinder und Familienleben wirklich gewollt hätte, dann wäre er mit größter Wahrscheinlichkeit bei seiner Erstfamilie statt:

Dazu ist er auch ständig so unaufmerksam: hängt, wenn er zuhause ist, nur vor seiner Lieblingsserie, hilft mir nicht im Haushalt (lässt alles überall stehen und liegen), schläft bei gemeinsamen "sofaabenden" nach 20min ein, und verbringt sowieso viel lieber seine Freizeit beim Bierchen mit Kumpels.
... er lebt sein altes Leben einfach so weiter wie früher, ohne auch mal Abstriche zu machen.
Du hast versucht, Fakten gegen seinen Willen zu schaffen und das ist schiefgegangen. Er hat Dir was vorgetextet von "anderes Leben führen wollen", weil Du das hören wolltest, aber Du hast wie viele Faruen auf Worte gehört, statt auf Taten zu achtehn. Stell' Dich auf ein Leben als AE ein, selbst wenn ihr zusammenwohnt.

Ich fühle mich so eingesperrt. Alleine gelassen und so selbstverständlich.
Ich weiß einfach nicht ob ich total übertreibe oder nicht.
Wenn es tatsächlich so ist, wie Du schreibst, dann hast Du mit Deiner Beurteilung der Lage vollkommen recht. Die Frage ist aber: warum hast Du das vorm schwanger werden nicht gesehen/sehen wollen?

Was Du tun kannst? Lass' ihn am Beispiel der Verhaltensspiegelung lernen, was Du von ihm erwartest. Das ist die einzige Chance an diesem Zustand was zu ändern. Er missachtet Dich und Deine Bedürfnisse und gibt Dir keine Unterstützung? Dann geh' mit ihm genauso um, statt nur rumzujammern und zu nörgeln.

Seine Kinder sind am Wochenende da? Lass' ihn aufräumen, putzen, Essen kochen und die Kinder betreuen statt Party zu machen und fernzusehen.
Mach' Du es Dir im neuen Kinderzimmer gemütlich und pussel' da halt im Schneckentempo gern auch mit einem Freund das fertig, was noch fertiggestellt werden muss, während in den anderen Zimmern das Chaos tobt.
Oder verlass' die Wohnung früh zu eigenen Unternehmungen und komm' spät zurück - geh' ins Kino, triff' Dich mit Singlefrauen aus dem geburtsvorbereitungskurs, bau' Dir einen neuen Freundeskreis mit schwangeren Frauen oder Frauen mit kleinen Kindern auf. Von diesem Netzwerk wirst Du zukünftig mehr Unterstützung bekommen als von ihm und Du wirst es mit so einem Partner an Deiner Seite auch brauchen.

Ja, ihr passt nicht zusammen und ja, Du hältst an Deinem Idealbild von einer Beziehung fest, die mit ihm nicht möglich ist.
 
  • #11
Naja, deine Beziehung ist nicht die Beste, aber eigentlich trotzdem noch besser als 3/4 der anderen noch viel schlechteren Beziehungen, wo der Mann abhaut, daheim gar nichts macht, nur nörgelt und die Frau herabwürdigend behandelt und man als Paar nicht mal zusammenwohnt. So gesehen hast du die Luxusnummer unter den schlechtesten Beziehungen gezogen. Zumal du ja auch recht fix schwanger geworden bist. Ich würde sagen, es läuft bei dir einigermaßen. Schwanger würde ich jetzt nicht abhauen. Das Kind braucht eine stabile Vaterrolle. Mach es bitte nicht so wie die anderen alleinerziehende Damen. Wir haben genug von diesen Problemfällen.

Gut finde ich nicht, dass du schwanger so hart anpackst. Ich würde mir Handwerker ins Haus holen und Hilfe von Freunden beanspruchen. Hau ruhig mal bei seinen Kumpels an, wenn sie zu Besuch oder am Telefon sind, und sag, du brauchst männliche Hilfe. Vielleicht haben sie dann auch mal Verständnis, dass dein Freund nicht mehr so oft zum Biertrinken weg kann. Ich finde das ganz normal.


Was du brauchst sind Freunde, die dich besuchen, dir was abnehmen und mit denen du selber auch mal was machen kannst. Wer sagt denn, dass du in rauchenden Clubs abhängen sollst? Es gibt doch wohl auch genug andere Veranstaltungen, indenen es clean und ruhig zu geht. Mach Mädelsabende, tausch dich aus, besuch Frauenkurse. Sitz vor allem nicht daheim rum, denn dann nimmt dein Freund dich für selbstverständlich.
 
  • #12
Liebe FS, ich nehme an, dein Mann arbeitet ganztags (korrigiere mich, wenn dem nicht so ist) und baut nebenbei den Dachboden für euch aus. Ich nehme weiters an, dass seine beiden Kids bis jetzt "unten" bei euch geschlafen haben und für das neue Geschwisterchen nach oben ziehen.
Ich kann mir vorstellen, dass er den beiden den Umzug unter das Dach mit schönen Zimmern schmackhaft machen möchte, um etwaige Eifersucht hintanzuhalten. Immerhin gibt es für die beiden eine neue Frau an Papas Seite und ein Baby als Dreingabe.
Euer Kind wird in der ersten Zeit ohnedies bei euch im Zimmer schlafen, insofern hat seine Höhle sehr wohl noch Zeit.
Kann es sein, dass du tief drinnen eifersüchtig auf den wichtigen Platz bist, den seine Sprösslinge in seinem Leben einnehmen? Befürchtest, dass deinem Kind nicht die ganze Liebe seines Vaters zuteil wird?

Wie viel echte Freizeit hat dein Mann denn derzeit?
Hat er ab und zu ein freies Wochenende oder schuftet er durchgehend? Geht er ab und zu auf ein Bier mit Freunden, um ein, zwei Stunden Unbeschwertheit zu tanken, oder ist er allabendlich unterwegs?
Nach 20 min auf dem Sofa einzuschlafen, kann auch enorme Erschöpfung sein und muss nicht Gleichgültigkeit bedeuten.
Sprich mit ihm, ohne Vorwürfe und Schuldzuweisungen, sondern frage ihn, wie es ihm denn wirklich geht. Und interessiere dich für seine Antworten. Erzähle ihm von deinen Ängsten. Lasst den anderen nicht außen vor, sondern bezieht einander ein.
Viel Glück!
w,49
 
  • #13
Außerdem haben mein partner und ich schon vor der Schwangerschaft an dem selben Strang gezogen, uns "aus dieser Szene rauszuziehen", vernünftiger zu werden und uns einfach zusammen weiterzuentwickeln.
Diese Szene besteht aus "Kriminellen, Säufern, etc...."?

Es ist aber auch so dass ich mich aus meinem sozialen Umfeld stark zurückgezogen habe, da dort sehr viel gefeiert, geraucht, getrunken wird, was nun gerade einfach nicht in mein leben passt.
Oder sind die alle nicht schwanger und leben ein normales Leben?
Habt ihr zusammen entschieden, Mutter Vernünftig zu werden?

Ich vermisse es natürlich auch wegzugehen aber wenn ich es mal probiert habe, habe Ich immer recht schnell schlechte Laune bekommen und hab nach kurzer zeit wieder mein Zuhause angepeilt.
Du bist in einem anderen Modus als Dein Mann. Aber ist es so, dass er auch mit schlechte Laune bekommen muß, wenn er das normale Leben weiterlebt? Du hast schlechte Laune, es macht Dir keinen Spaß, dann gehst Du nach Hause. Muß er mit? Warum? Ich weiß nicht, aber Schwangerschaft ist keine Krankheit, die begleitet werden muß?
Für mich hat aber das Kinderzimmer Priorität!
Klar, Du bekommst Dein erstes Kind. Für Dich hat es Priorität. Er hat schon zwei Kinder und weiß, wie es dann nachher wirklich läuft.
Ich fühle mich so eingesperrt. Alleine gelassen und so selbstverständlich.
Ich weiß einfach nicht ob ich total übertreibe oder nicht.
Es sind Deine Gefühle. Du übertreibst aus Deiner Sicht sicher nicht. ich fühlte mich auch eingesperrt, aber der Mann konnte da nichts für. Es war die Schwangerschaft, die mich erstmal abgeschnitten hat vom Rest der Welt, es ist ein Ausnahmezustand. Wenn ich aber Mann wäre, würde ich wahrscheinlich denken..... so ein Zirkus um das Normalste der Welt. Und dann soll der Mann auch noch Baby Nr. 3 als Priorität ansehen. Vernünftig leben, Freunde hinter sich lassen, sich aus "der Szene " zurückziehen. Umbauen, auf Lieblingsserien verzichten, wach bleiben am "Sofaabend" (wahrscheinlich nach einem Arbeitstag plus Umbau zu Hause oder wann macht Mann das noch?), etc....
für mein Baby und unsere Zukunft und er lebt sein altes Leben einfach so weiter wie früher, ohne auch mal Abstriche zu machen.
Na, das geht doch auch nur noch jetzt. Wenn das Kind erstmal da ist, werden noch genügend Abstriche gemacht.
Ich lese von einem Mann, der sehr wahrscheinlich Vollzeit arbeitet, 2 Kinder regelmäßig da hat, die Räumlichkeiten umbaut, überraschend wieder Vater wird, aber nicht genügend auf seine schwangere Frau guckt und Rücksicht nimmt. Ich finde, auch das ist volles Programm, nicht nur schwanger sein.
W
 
  • #14
Hallo werdende Mama,
juchuuuuhhh...die Hormone spielen verrückt. Wenn das Baby erstmal da ist, wirst du über die Probleme, die du jetzt siehst, vermutlich herzlich lachen. Für dich ist alles neu und aufregend, geheimnisvoll, beängstigend. Er geht diese Gefühle nicht mit. Er hat keine Hormonschübe. Er kennt diese Zeit schon, für ihn ist es bereits das dritte Mal. Du nimmst dich - zum Guten des Babys - zurück und erwartest es auch von ihm. Warum? Lass ihm doch ein paar Freiheiten. Noch ist Zeit dafür. Wenn das Baby erstmal da ist, wird weniger Spielraum dafür bleiben.
Es ist ja nicht so, dass er sich komplett zurück zieht, dass er gar nichts macht. Versuch mal, eure Situation von aussen zu betrachten....denkst du, deine Bedenken sind gerechtfertigt oder vielleicht doch überzogen?
Ich wünsche dir/euch alles Gute
w55 (3 Kinder)
 
  • #15
Was heißt hier '... dass ER ja schon Kinder hat und daher alles gelassener sieht ... ' ??
Der Kerl ist eine Pfeife, macht seit 13 Jahren mehrfach Kinder und die aus der ersten Ehe haben immer noch kein Kinderzimmer bei ihm ... und das Zimmer für das dritte Kind, wo er vor 8 Monaten die neue Freundin mal schnell geschwängert hat, lässt er auch halbfertig liegen und geht Bierchen trinken und TV Serien glotzen.
Aber Hallo Ladies & Gentlemen!
Wenn er Clique oder Verein zum Feiern hat, dann können die ja auch mal mit anpacken, damit die Bude schneller fertig ist, als der neue komplette keine Mensch, den die Frau da gerade zaubert.
Wer leistet hier eigentlich volle Arbeit? SIE!
Diese Frau braucht sich von euch nicht ins Gewissen reden zu lassen - denn sie leistet derzeit mehr als wir alle. Sie arrangiert sich mit seinen anderen Gören. Ist zum ersten mal schwanger. Hat einen Rohbau auf dem Dachboden. Geht nebenei noch arbeiten, anstatt krank zu machen. Und der Kerl der seine Alimente bisher nicht in ihre Haushaltskasse bezahlt hat, hängt durch und macht halbe Sachen. ...
Dem ist bereits eine Ehe kaputtgegangen. Hat er eigentlich seither nichts gelernt?
Wo sind die Eltern oder Verwandten, die hier mal ordentlich für Ordnung sorgen?
Bitte Schluß mit den Schüssen gegen die werdende Mutter!
Sie hat ja völlig recht - die Bude muss fertig werden. Das Kind könnte auch früher kommen. Und wenn es erst da ist, mag sie nicht auch noch eine Baustelle im Haus. Ihr wisst doch ganz genau, dass eine Schwangere nach der Geburt keine Zeit zum Ausruhen hat.
Also gönnt ihr doch bitte jetzt schon eine fertige Wohnung für ALLE.
Der Kerl soll sich mal zusammen reißen, und seinen Hintern bewegen und seine Kumpels zusammentrommeln ... ab auf die Baustelle! Avanti!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #16
Liebe Ambivalenzia, ich würde an deiner Stelle aufpassen. Wenn du zu anstrengend wirst und zu viel nörgelst kann es ganz schnell passieren das er ausbricht, dich betrügt und/ oder dich verlässt.
Kinder waren noch die ein Garant für eine Beziehung, denn sonst wäre er ja mit der ersten Mutter ja noch zusammen.
 
  • #17
Die FS hat gar nichts, denn es ist sein Haus und sie ist Gast in seinem Haus. Die FS sollte sich lieber langsam daran gewöhnen, erst an dritter Stelle zu kommen. Daran ändert auch ihre Schwangerschaft nichts.

Wir wollen hier doch nicht schon wieder mit unterschiedlichen Maßstäben messen, oder etwa doch? In forentypischer Manier?

Hat eine Frau ein Kind, ist klar, das ein neuer Partner erst an Stelle zwei kommt. Nachdem der Mann aber nun schon Kinder hat, dreht sich das Blatt, die Kinder werden als "Gören" beschimpft und wie selbstverständlich wird eingefordert das die FS selbstverständlich an erster Stelle zu stehen hat.

Dir FS kann ich nur raten, dich deutlich zurück zunehmen. Wenn du deinem Partner und seinen Kindern gegenüber so auftrittst wir hier, hätte ich vollstens Verständnis dafür, wenn dein Koffer irgendwann vor der Tür steht.
 
  • #18
Liebe FS, es wäre hilfreich, wenn du dich noch einmal zu Wort melden und Informationen nachreichen würdest.

LG, w,49
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #19
Du schwimmst in Hormonen und übertreibst. Die Hauptsache ist nicht ein Kinderzimmer, sondern dass das Kind gesund ist!
Hast du dich gar nicht vorher schlau gemacht, dass so eine Familienplanung und Nestbau kein Zuckerschlecken ist und die RAMA-Familie nur im TV existiert?
Natürlich brauchen die größeren Kinder wesentlich früher ein Zimmer, denn deines wird dir ewig am Rockzipfel hängen und schon schreien, wenn du nur aus dem Zimmer gehst. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass du die einzige Mutter sein wirst, die ein pflegeleichtes Baby bekommt, das selig viele Stunden im Kinderzimmer schläft?
Du wirst Monate wenn nicht Jahre auf dem Zahnfleisch gehen vor Müdigkeit.
Das Kinderzimmer eilt nun wirklich nicht, denn dein Baby wird weder dort allein schlafen noch dort spielen wollen, so lange es klein ist.
Du hast noch Illusionen und viel zu hohe Ansprüche. Es ist nicht der falsche Partner, sondern das ist alles völlig an der Tagesordnung bei den meisten Paaren.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #20
Hier die FS

@#1
Danke für deine Antwort! Vielleicht hast du da recht! Ich werde mir deine Worte zu Herzen nehmen und noch mal mit ihm darüber sprechen. Manchmal bin ich so negativ gestimmt, dass ich seine Sicht Dinge völlig ausblende und nur mein eigenes leid sehe... Ich weiß schon, dass diese fiesen Hormonschübe ihr bestes geben, aber mir ist auch klar dass sich nicht alles mit Hormonen entschuldigen lässt ...ich bin momentan einfach in einem richtigen negativ Kreislauf in dem ich am nörgeln bin und er sich zu verteidigen versucht...
Ich werde da erstmal versuchen meine Einstellung zu zu ändern...!
 
  • #21
Ach was, die Wahrheit liegt meist in der Mitte. Geh noch mal mit deinen Freunden auf den Weihnachtsmarkt oder zu einem Mädelsabend, damit du auf andere Gedanken kommst. Pfeiff auf den dicken Bauch, du musst ja nicht gleich übertreiben und wo andere Glühwein oder Rotwein trinken, nimmst du Kinderpunsch oder Johannisbeerschorle. Wenn das Baby erstmal da ist, wird sowas viel schwieriger. Aber du hast es dir gewünscht, wirst in deine Rolle wachsen. Wenn du dich mehr auf das Kind und dich besinnst, deine Erwartungen einfach mal zurücknimmst, auch den Halbgeschwistern deines Kindes ein bisschen Spaß und ein Lächeln schenkst, hast du alle Chancen auf eine bunte Patchworkfamilie. Macht alle mal was Schönes, bevor das Baby da ist, der Dachboden rennt nicht weg und dein Freund wird sicher entgegenkommender, wenn er sich nicht so unter Druck gesetzt fühlt.
 
  • #22
Das Problem ist das ihr langsam in eine Phase kommt in der die Beziehungsarbeit, daher das gegenseitige Unverständnis-Spannungen-Geduld und dann gemeinsames Reifen und sich am Ende wieder ein Stück weit besser verstehen im Mittelpunkt stehen würde.

Weil jetzt aber jeder geistig so beschäftigt ist mit der Situation des Kinderkriegens und allem was getan werden muss, habt ihr dafür keinen Kopf.

Ich würde der Beziehung notfalls "gewaltsam" Priorität vor anderen Sachen geben, also so etwas wie Beruf, vorherige Kinder, Privatleben, und zumindest 1 mal Pro Woche Zeit für euch, wo ihr beide nur zu zweit seid und keine Ablenkung da ist. Wo ihr eure Unsicherheiten spüren könntet und die einfach miteinenader aushalten, und dadurch da durchgehen.
 
  • #23
Liebe Ambivalenzia,

Fühl Dich erstmal umarmt.

Es ist alles in Ordnung.
Nimm Dich ernst, Deine Ängste, Gefühle, alles, was da bei Dir abgeht.

Ich kenne diese Gefühle aus der ersten Schwangerschaft, auf und ab, die völlig neue Situation, die Veränderungen, die auf einen zu kommen, Ängste, ob man das schafft, ob alles gut geht, fängt mit Geburt an, danach..
Nestbautrieb, Hormone, Ungewissheit.
Und auch für den werdenden Papa ist es nicht so leicht.

Horch mal in Dich hinein, und rede mit Deinem Partner. Findet vielleicht Wege, wie Du mehr Sicherheit finden kannst, was Du benötigst, was er. Was Euch gut tut. Schaut, dass ihr nicht nur plant und arbeitet, sondern den Moment genießt. Noch ist Zweisamkeit.

Was mir sehr geholfen hat, waren die Vorbereitungskurse, ohne Partner, andere Frauen treffen, der Austausch. Das gab es bei uns bei der Hebamme. Vor der Geburt und genauso nachher. Bis dann zur Krabbelgruppe.
Zu merken, anderen Frauen geht es nicht anders, da ist Verständnis für die Launen, Ängste, schräge Gedanken.

Übrigens gibt es in manchen größeren Städten inzwischen auch Kurse für werdende Eltern, nicht die klassischen, gewohnten Hebammenvorbereitungskurse, sondern tiefer. (Baby Safe, o.ä.)
Ich hätte dieses Angebot gerne gehabt.

Dir alles Gute, es wird werden, einfach eine immens aufregende Zeit.
Danke für deinen Kommentar!
Genau das ist es ja, dass ich das Gefühl habe er sucht eine Flucht und nicht mehr die Verbindung, die Gemeinsamkeit. Ich brauche gerade einfach seine Nähe und es fühlt sich an, als würde er sich von mir entfernen.
Er geht nicht nicht genügend auf meine Bedürfnisse ein. Und ich wünsche mir so sehr dass er diese besondere Zeit mit mir zusammen verbringt und nicht ständig abwesend ist, weil er mit anderen Dingen beschäftigt ist... aber auch darüber werde ich nochmals mit ihm sprechen...

Einen Geburtsvorbereitungskurs besuche ich seit Anfang der Woche. Man wird sehen was sich daraus ergibt. Der erste Eindruck war, sagen wir mal, sehr gemischt... ;-)
 
  • #24
Hier die FS
...ich bin momentan einfach in einem richtigen negativ Kreislauf in dem ich am nörgeln bin und er sich zu verteidigen versucht...
Ich werde da erstmal versuchen meine Einstellung zu zu ändern...!
Das solltest Du unbedingt tun, auch im Interesse Deines eigenen Seelenheils. Dein Partner ist nicht dafür da, Deine Knöpfe zu drücken. Wir sind alle für unser Glück selbst verantwortlich, Kind hin oder her. Übe Gelassenheit. Dein Mann ist einfach nur ein Mann mit allen Fehlern und Schwächen. Die Vorstellung, dass man von einem Partner auf den Händen getragen und mit Rosen überschüttet wird, ist leider eine völlige Illusion. Konzentrier Dich darauf, dass es Dir gut geht und dass Du eine gute Partnerin für ihn bist. Liebe ist erstmal Geben und nicht Fordern. Und hinterfrage mal kritisch, ob er wirklich so wenig für Dich tut. Vielleicht musst Du einfach Deine Sichtweise ändern.

Was die Langeweile des zuhause Rumhockens betrifft, wird sich bald einiges ändern, wenn das Kind mal da ist. Dann bist Du nämlich ein paar Monate 24-7 mit Füttern, Trösten und Wickeln beschäftigt. Dein Freundeskreis wird sich dadurch automatisch ändern. Du wirst Frauen auf dem Spielplatz, bei der Kinderkrippe und im Kindergarten kennenlernen. Darüber hinaus solltest Du langfristig nach neuen erfüllenden Hobbies und Freundschaften Ausschau halten.

Was die Hormone betrifft, die werden sich bei Deinem Freund nach der Geburt auch ändern. Es ist erwiesen, dass Kinderwickeln bei Männern zu einer Oxytocinausschüttung führt. Das wird ihn an Dein Kind und an Dich binden. Lass ihm seinen Spaß, solange er ihn haben kann.
 
  • #25
So reden Eltern mit ihren Teenie-Kindern und es hilft ja wirklich nicht weiter, hinterher den Zeigefinger zu heben: es ist, wie es ist ...

Liebe @Ambivalenzia, ich verstehe, dass du im Augenblick völlig verzweifelt und voller Fragen bist. Abziehen kannst du dabei schon mal deine den Schwangerschaftshormonen geschuldeten Ängste.
Danke auch dir für deine Antwort. Ich denke ich weiß ganz gut was du meinst und ich hoffe auch dass ich am Ende einen Großteil meiner Launen auf die Hormone schieben kann.
Aber dennoch täuscht mich mein Bauchgefühl selten und ich schulde auch ihm Gehör!
Mein Partner ist manchmal sehr dominant und fährt dann ganz gern seine Ego-Schiene. Eigentlich weiß ich damit auch ganz gut umzugehen, nur momentan bin ich einfach etwas, sagen wir mal labil, was die Sache dann nicht ganz so einfach macht. Ich fühle mich dann wie gelähmt und bin nicht wirklich im Stande eine schnelle Lösung für mich zu finden. Ich knicke dann einfach ein und bin wieder in meiner Negativspirale.
Dann kommen mir wieder diese unruhe stiftenden Gedanken in den Kopf... Oh gott was tust du hier bloß?! Was hast du dir da bloß ans Bein gebunden?! Dann bekomme ich ne riesen Angst vor dem, was auf mich zukommt und ich fühle mich wieder ganz klein in der Welt, alleine und ausgeliefert.

Mich jetzt zu trennen halte ich für die denkbar ungünstigste Lösung. Weil ich wahrscheinlich auch momentan gar nicht richtig klar denke. Ich weiß es nicht.

Als Papa macht er sich soweit ganz ok, denke ich. Wenn die 2 am WE da sind kümmert er sich meistens auch. Aber das ist auch Tagesformabhängig. Meistens wird was großes unternommen da er ja nur Wochenendpapa ist und immer denkt er muss denen ganz großes Tennis bieten... Momentan ist aber Ausnahmezustand, da er viel oben auf dem Dachboden ist. Die Kids werden dann halt vor dem TV geparkt, da ich samstags auch meistens arbeite. Wenn ich zuhause bin unternehme ich auch was mit ihnen und kümmere mich um die Mahlzeiten etc. So wie es halt passt unterstützen wir uns da gegenseitig...
 
  • #26
Nun ist es so, dass ich mich häufig von ihm allein gelassen fühle. Ich arbeite noch, es ist also nicht so dass ich total fixiert auf ihn den ganzen tag zuhause sitze, und mich nicht mit mir beschäftigen kann. Es ist aber auch so dass ich mich aus meinem sozialen Umfeld stark zurückgezogen habe, da dort sehr viel gefeiert, geraucht, getrunken wird, was nun gerade einfach nicht in mein leben passt. Ich vermisse es natürlich auch wegzugehen aber wenn ich es mal probiert habe, habe Ich immer recht schnell schlechte Laune bekommen und hab nach kurzer zeit wieder mein Zuhause angepeilt. Die leute um mich herum haben mich einfach genervt und ich habe mich unwohl gefühlt. Außerdem haben mein partner und ich schon vor der Schwangerschaft an dem selben Strang gezogen, uns "aus dieser Szene rauszuziehen", vernünftiger zu werden und uns einfach zusammen weiterzuentwickeln.
Du klingst, als seist du verstrickt in dieser Beziehung.

Dein Freund hat schon zwei Kinder und ist der Reifere in der Beziehung. Es war DEIN Umfeld, aus dem du dich zurückgezogen hast, in dem viel geraucht, getrunken und gefeiert wurde. Mit 30 Jahren keine so schlechte Entscheidung wie ich finde. Sind Familie und ein Kind um die 30 nicht ein Ideal, weil die "richtige" Zeit (wenn es sie gibt) für den Beginn einer Sesshaftigkeit mit Mann, Kind und Kegel? - nicht wenige Frauen setzen sich so einen Zeitplan, und scheitern dann gnadenlos.

Aber: ihr hattet vor diesem Projekt wohl wenig Zeit, euch zu entscheiden, ob ihr diesen Schritt zusammen gehen wollt. Warum das deinem Freund bereits zum dritten Mal passiert, weiss nur er allein. Ich frage mich beim Lesen deiner Beiträge aber ernsthaft, ob du diesen Mann eigentlich liebst und begehrst? Falls ja, kommt davon so gut wie nichts rüber. Ich lese ausschliesslich von den Rollenerwartungen, die er als werdender Vater - vielleicht als alter Hase mit zwei Kindern - zu erfüllen hat, sowie von deinen Aktivitäten, womit sich seine Zuwendung leichter verdienen liesse (Haushalt, Aufräumen - oder wenn es sein muss, Nörgeln, Weinen).

Kann es also sein, dass dein Freund sich zurückzieht, weil er das Gefühl hat, aufgrund der Umstände nie eine andere Wahl gehabt zu haben, und ihr deswegen beide schlechte Laune habt?
 
P

Papillon

  • #27
Ich denke dein Freund ist einfach kaputt. Wenn ich auf den Sofa so einschlafe bin ich ausgelaugt. Für ihn wird das auch schwierig sein, dazu kommt deine schnelle Schwangerschaft. Wollte er das denn? Versuche für ihm etwas Verständnis zu zeigen, das Treffen seiner Kumpels braucht er wohl zum Ausgleich. Beim Lesen hatte ich das Gefühl ihr bräuchtet beide mal Urlaub... aber es ist wohl schwer möglich.
Ich verstehe dich, es ist schwierig in der Situation. Versuch dich zu freuen. Das Zimmer ist fertig und bald eingerichtet und dann ist ein neuer Erdenbürger da. Der Rest kommt nach und nach. Mache nicht soviel Druck das zerstört, deine kleine Familie. Alles auf einmal ist nicht die Lösung.
 
  • #28
Guten Morgen liebe FS,

ich gestehe, dass ich es als äußerst schwer empfinde Eure Situation richtig einzuschätzen. Es kann so ungünstig sein wie Du schilderst, aber ich habe eher das Gefühl, dass Du an Deinen Erwartungen scheiterst. Es ist natürlich richtig und wertvoll, dass Du Vorstellungen und Wünsche an und für Deinen Partner, seine Kinder, Euer (werdendes) Kind und vor allen Dingen Dich hast. Aber Dein Text liest sich so, dass das weder von Dir noch von ihm leistbar ist. Warum nicht einfach ein paar Gänge zurückschalten? Die wenigsten Dinge im Leben sind für selbiges unverzichtbar notwendig. Es gibt so viele einfache und doch schöne Lösungen ohne sich und andere zu überfordern.

Ein klitzekleines Beispiel:

Meine Freundin hat keine Spülmaschine und so haben wir in der Anfangszeit immer nach einem wunderschönen Abend abgewaschen. Nun räumen wir das Geschirr "nur" zusammen, entsorgen die Abfälle, lassen diesen Abend fast nahtlos in eine ebensolche Nacht übergehen und erledigen die Hausarbeit am folgenden Vormittag in aller Ruhe nachdem wir ausreichend ausgeschlafen haben.

Ein Baby braucht kein eigenes (vollständig hergerichtetes) Zimmer, die Kinder können beim Renovieren helfen statt geparkt zu werden, es darf auch mal (angemessen) unordentlich sein, usw.

Übe Dich in Gelassenheit, mache Dir bewusst wie wenig im Leben wirklich "Muss" ist, freut Euch über und auf die Kinder, seid nachsichtiger.

Wann ward Ihr das letzte Mal brunchen, Kino, Theater, Oper, Kaberett, Konzert ..., gemeinsam mit den Kindern in der Kletterhalle, im Zoo, Schwimmen, Bolzplatz ... Lass das Leben laufen!

Es klingt blöd: Aber es ist nicht viel nötig was Du auf der Haut brauchst sondern umso mehr im Herzen hast und daran scheint es mir (momentan) zu mangeln.

Viel Freude und Glück,
Euch

PS: Was man an Rauchen findet, werde ich wohl nie erfahren.
 
A

Arcturus

  • #29
Sie hat ja völlig recht - die Bude muss fertig werden. Das Kind könnte auch früher kommen. Und wenn es erst da ist, mag sie nicht auch noch eine Baustelle im Haus. Ihr wisst doch ganz genau, dass eine Schwangere nach der Geburt keine Zeit zum Ausruhen hat.
Also gönnt ihr doch bitte jetzt schon eine fertige Wohnung für ALLE.
Der Kerl soll sich mal zusammen reißen, und seinen Hintern bewegen und seine Kumpels zusammentrommeln ... ab auf die Baustelle! Avanti!
Und genau aus dem Grunde sollte die FS den Vater ihres Kindes den Dachausbau fertigstellen lassen.

Ein Kinderzimmer für ein Neugeborenes - daß ich nicht lache!
Anhand Deines Pseudonyms gehe ich von einer Frau aus. Aber hast Du wirklich schon ein Kind?
Meine beiden Kinder haben bis kurz nach dem zweiten Geburtstag in einem Bett direkt am Elternbett geschlafen. Damit gab es kein nächtliches Weinen (meist habe ich sie beruhigt, damit meine Frau schlafen konnte) und keine Probleme beim nächtlichen Stillen (nun ja, bei mir ist allerdings die Milch nicht eingeschossen - aber ich bin ja auch keine Frau).
Die Kinder haben wegen der elterlichen Nähe sehr schnell durchgeschlafen und hatten dadurch auch später keine Probleme der Gewöhnung an ein eigenes Zimmer als sie ALT GENUG DAFÜR waren.

Wenn die FS tatsächlich nach der Geburt Ungestörtheit mit ihrem Baby will, dann sollte sie ihn unbedingt die Zimmer für die Kinder des Mannes fertigstellen lassen, sonst hat sie später keinen Rückzugsort und Streß pur. Das Kinderzimmer für das Baby ist eine Aufgabe für die nächsten zwei Jahre nach der Geburt.

Und kommt mir jetzt bloß nicht mit "keinen Sex wegen Kind im Zimmer". Meine Erfahrung (und hier im Forum gelesen): Welche Frau will schon Sex während der Stillzeit? Und falls doch - bei fertig ausgebauten Zimmern auf dem Dachboden (in denen die Kinder ja nicht jeden Tag sind) gibt es somit noch Alternativen zu Dusche, Wohnzimmer oder Küchentisch.....

m47
 
  • #30
Ja ich bin eine Frau ... und Frauen sind seit 26 Jahren mein Beruf.
Und genau aus diesem Grund finde ich es gotterbärmlich, wie hier in unserer 'modernen Welt' auf einen Frau herumgehackt worden ist, weil sie im ersten Beziehungsjahr ungeplant schwanger geworden ist. Ja Leute, das gibt's im richtigen Leben - weil die Natur trickst auch in modernen Verhütungszeiten gern die Menschen aus, wenn sie die Gene vermischen will. Anstatt Freude über einen neuen Menschen, wurde hier Schimpf und Schande gesprochen, ist euch eigentlich klar, wie rückständig ihr selbst mit euren Abwertungen seid?
Sie ist zeitweise verzweifelt, weil alles über sie hereinbricht - die erste Schwangerschaft, der Umzug aus ihrer eigenen Wohnung in eine fremde Umgebung, die neue Beziehung mit ihren Themen, der Umbau im Dach mit seinem Lärm und Dreck, die Hormonumstellung, keine eigene Familie im Rücken, die Panik es würde nicht fertig werden ...
Dazu arbeitet sie Vollzeit, liegt ihrem Partner nicht finanziell auf der Tasche ... aber manche hier wagen es einer Schwangeren Frau zu schreiben, sie habe hier nichts zu fordern und könne ihr Köfferchen packen, wenn es ihr nicht passt.
Sagt mal Leute ... wo lebt ihr eigentlich? Wart ihr schon mal in so einer Situation wie SIE?
Ihr erzählt aus euren eigenen Erlebnissen ... aber seid ihr schon in IHREN Mokassins gegangen?
Selbstverständlich hat die Frau das tiefe Bedürfnis, ein kuscheliges Nest/ Babyzimmer zu sehen und es einzurichten. Jede Frau liebt das. Unabhängig ob das Baby dann erst mal bei den Eltern schläft.
Sie braucht ja auch etliches für das Baby und möchte es dort an einem schönen Platz haben. Ist ja auch angenehmer das Kind im Kinderzimmer zu wickeln, als direkt nebem dem Ehebett.
Auch ist klar, dass es bisher schon enorm anstrengend für sie war
und es nicht gut ist für eine werdende Mutter wenn sie nicht in die Entspannung kommt. Das Kind spürt jede Emotion und jedes Gefühl der Mutter. Aus diesem Grund ist Schwangerschaft heilig, weil es sonst den Menschen der da kommen wird belasten wird. Deswegen haben wir ja so viele Leute die herabwerten und psychische Belastungen haben, weil deren Mutter in der Schwangerschaft, nicht in sich ruhen konnte und Zeit für Liebe und echte Wertschätzung leben konnte. Auch die körperliche Schwächen eines Menschen können sich im Mutterleib veranlagen, wenn in jener Phase wo ein bestimmtes Körperteil sich bildet, die Mutter sehr belastet ist.
Deswegen ist das Schaffen der gemütlichen und sicheren Höhle sehr wichtig. Auch weil nach der Geburt, nicht noch weiteres Chaos im Haus produziert werden sollte - jede Baustelle bringt ja auch Dreck und Lärm. Jede Frau hat ihren eigenen Punkt wo sie sagt: genug. Es muss jetzt mal fertig werden.
Sie selber baut ja auch fleißig ... den neuen Menschen ...
auch wenn sie manchmal nicht weiß wo sie die Kraft her nehmen soll.
Bitte werdet respektvoller ... zur Erde ... zum echten Weiblichen ... zum echten Männlichen ... zum echten MenschSein.
Danke.