• #1

Ich habe ein Schreibaby - was tun?

Bis zu 25 Prozent der neugeborenen Babys gelten als Schreihälse und rauben Ihren Eltern den letzten Nerv. Zu dieser Kategorie gehören Kleinkinder, die drei Wochen lang mindestens an drei Tagen pro Woche mehr als drei Stunden weinen. Das ist zermürbend für die Eltern. Sie geben sich Schuldgefühle und wissen nicht, was zu tun ist. Was sind die Gründe für extremes Schreien und wie können Eltern das Problem lindern?
 
G

Gast

  • #2
Akzeptieren und darauf warten, dass das Kind älter wird.

Sorry, klingt vielleicht blöd - aber ich weiß, wovon ich spreche. Mein Kind war auch ein Schreibaby. Er hat nie länger als 1 Std. am Stück geschlafen, insgesammt nicht mehr als 12 Std. am Tag und wenn er wach war, hat er immer viel geweint. Ich war fix und fertig, musste ihn viel tragen und hatte daher so gut wie keine Zeit für mich.
Ich habe ihn gerne im Kinderwagen gefahren, da war er meist ruhig oder im Auto. Er ist nie eingeschlafen ohne geschaukelt oder getragen zu werden. Meist hatte er auch Blähungen.

Ich habe alles ausprobiert, getröstet, schreien lassen - einfach alles.
Am Schlimmsten für mich waren aber für mich die guten Ratschläge der klugen Mütter, die genau wussten, wie man das macht, weil sie selbst Schlafkinder hatten. Wenn dir dann erzählt wird, dass ich was falsch mache, weil andere Kinder ja bis zu 16 Std. am Tag schlafen und sonst freundlich in der Wiege liegen und lachen - ja, das nervt.

Nach 9 Monaten wurde es dann besser und mit einem Jahr war er der reinste Sonnenschein. Also, es wird besser ;-)
 
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Gast

  • #3
Meist deutet das oft und unerwegte Schreien eines Babys auf ein gestörtes Mutter-Kind-Verhältnis hin. Also ab zu Ärztin und sich die Adresse von einer Schrei-Ambulanz geben. Dort sind Fachkräfte, die mit solchen Kindern sehr gut umgehen können und den Müttern und Babys helfen können.

w
 
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Gast

  • #4
Habe mal gehört, dass fast alle Schreier männliche Säuglinge sind. Die Mädels sollen ruhiger sein.
 
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Gast

  • #5
Es gibt keine Schrei Kinder, wenn ein Kind schreit fehlt es ihm an etwas.
Ein Kind spürt alles, auch die Unruhe und Unsicherheit der Mutter.

Meine jüngere Tochter hatte auch ein größeres Nähe Bedürfnis, also schlief sie bis sie 1,5 Jahre alt war bei mir, auf meinem Bauch.
Später kam sie öfters Nachts, ich habe sie nie zurückgewiesen.

Irgend wann war es gut.

Bleib ruhig und entspannt, dann klappt alles.
Höre nicht immer auf Bücher und Erziehungsmethoden höre auf dein Herz.
LG
 
G

Gast

  • #6
Das Kind meiner Nachbarin ist jetzt 3,5 Jahre alt.
Sie ist eine echte Glucke und bewacht ihn von morgens bis abends, packt ihn in Watte.
Das Kind schrie von Anfang an wie verrückt. Kommt sie ins Haus, schreit er, geht sie aus dem Haus schreit er. Im Geschäft schreit er, auf dem Spielplatz schreit er.
Der Mann sagt, dass er ein Schisser ist.
Aber es kommt noch besser. Der Junge spricht noch nicht ein Wort. Jetzt ist er in einem heilpädagogischen Kindergarten.
Ich hoffe für das KInd, dass es dort etwas mehr Selbstsicherheit bekommt und sprechen lernt.

Der Sohn meines Bruders war als Baby ein Schreihals. Der hatte es öfter mal mit Magen. Es hörte irgendwann auf.
Ich persönlich würde wegen Magensachen zu einem klassischen Homöopathen gehen.
 
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Gast

  • #7
Hier nochmal die # 1

Hab ich mir doch gedacht, dass nun wieder die klugen Mamas schreiben, dass es so etwas nicht gibt und nur die Mutter Schuld hat.
Vergiss es - es gibt einfach Kinder, die ruhig sind und Kinder, die schreien, viel Blähungen haben und einfach schwieriger sind. Ja, meist sind es Jungs, weil da anscheinend der Verdauungstrakt etwas schlechter funktioniert.
Lass dir auf keinen Fall einreden, dass du als Mutter da etwas falsch machst. In 90 % der Fälle liegt das nämlich nicht an einem gestörten Mutter-Kind-Verhältnis. Lass dir kein schlechtes Gewissen machen.
Ich hatte ein Schreibaby und ein sehr ruhiges Kind. Nein, es liegt nicht daran, dass ich beim 2. Kind mehr Erfahrung hatte, denn bei einer Bekannten war erst das 3. Kind ein Scheihals.

Es ist eben so. Wenn keine medizinischen Probleme vorliegen, dann musst du einfach damit leben und versuchen, es so gut wie möglich zu akzeptieren.
 
G

Gast

  • #8
Ich habe zwar selbst (noch) keine Kinder, beschäftige mich aber etwas mit der Thematik. Neben Blähungen kann das auch u.a. an Anpassungsschwierigkeiten liegen. Hier mit einer gestörten Mutter/Vater-Kind-Beziehung oder ängstlichen Eltern zu argumentieren, finde ich daher reichlich gewagt.

w
 
G

Gast

  • #9
Meist deutet das oft und unerwegte Schreien eines Babys auf ein gestörtes Mutter-Kind-Verhältnis hin.
w
Das ist totaler Blödsinn und völlig kontraproduktiv, den armen Eltern oder der Mutter auch noch ein schlechtes Gewissen zu machen.
Mein 2. Sohn war ein absolutes Wunschkind, sehnslichst erwartet, termingerecht und wunderschön gesund geboren und er brüllte ab seinem 1. Tag NUR!
Alle Kinder lagen brav in ihren Beistellbettchen im Krankenhaus, meiner brüllte, als ob man ihn auf ne heiße Herdplatte legen würde, wenn er nur 1 Sekunde in seinem Babybettchen liegen sollte. Er brauchte 1 Jahr lang nur nur nur Körperkontakt, alleine liegen machte ihm angst. Ich musste ihn nachts immer mit zu mir nehmen, er kam bis zu 15 mal das erste Jahr!
Und wir hatten sicher kein gestörtes Mutter-Kind-Verhältnis, die Ärzte meinten, das sei eben so, er brauche eben viel Körperkontakt.
Und nein, er hatte auch kein KISS - konstruierte Krankheit meines Erachtens!
Ich musste ihn im Tragetuch rumtragen und mit 4 Monaten hab ich meine Rettung entdeckt - eine hässliche Babyschaukel von Fisher-Price. Endlich konnte ich wenigstens mal 20min das Kind ablegen und er war zufrieden.
Endlich konnte ich mal etwas essen, ohne das Baby gleichzeitig zu stillen.
Mein 1. Sohn war ganz anders - der lag gerne im Babybett, hasste das Tragetuch und wollte auch mal seine Ruhe.
Kinder sind unterschiedlich- und meiner hatte einfach Angst ohne mich.
Keine Blähungen und auch sonst nichts. Es hat 1,5 Jahre gedauert, bis sich das besserte, durchgeschlafen hat er erst so ab 2. Der Große schon mit 3 Monaten.
Ist eben so. Man braucht einen tollen Papa dazu, sonst kriselt es bald auch in der Partnerschaft. Mein Mann war heillos mit dem Gebrüll überfordert und nahm sich ne Geliebte - seine Frau war ja nur noch müde, gereizt und unsexy.
Jetzt ist der Kleine mit 3 Jahren ein schlaues und sehr liebes Kind. Es wird besser, aber es ist wirklich hart. Allerdings völlig normal.

w,40
 
  • #10
ich würde das Kind unbedingt einem Kinderarzt vorstellen. Mir sind Schreibabies bekannt, bei denen lag die Ursache des ständigen Schreiens an einer Blockade der Halswirbelsäule. So etwas kann bei der Geburt passieren (rausziehen des Kindes aus dem Bauch). Wird das nicht behoben, kann das Kind später Probleme beim Aufstehen oder Laufen haben oder später als größeres Kind zu Kopfschmerzen neigen.
Kein Kind schreit ohne Grund. Dafür ist das Schreien ein zu großer Kraftaufwand.
Mein Sohn war zwar kein Schreibaby, aber der konnte in Bauchlage den Kopf nicht heben. Er lag da wie ein Stein. Der Kinderarzt überwies uns zu einer speziellen Physiotherapeutin, welche auf Babies spezialisiert ist. Nach mehreren Behandlungen hatte sie den Wirbel wieder zurechtgerückt und die Blockade am Hals gelöst. Ab dann ging es entwicklungstechnisch bei uns vorwärts.

Die Behauptung mit gestörtem Mutter-Kind-Verhältnis ist in der Regel Unsinn. Allerdings neigen viele Kinder nach der Geburt zu Blähungen (sogenannte Drei-Monats-Koliken).

Vermeide in der Babyernährung alles Blähende wie alle Kohlarten, zu viele Zwiebeln (auch in Deiner eigenen Ernährung, falls Du stillst), Bohnen, Erbsen usw.
Dagegen sind Breie aus Kartoffeln, Reis, Möhren, Blumenkohl, Brokkoli unproblematisch. Gib eine Butterflocke und eine Miniprise Salz oder gehackte Petersilie dazu. Vermeide Eier, Mangos, Zitrusfrüchte und Rohmilch im ersten Lebensjahr. Joghurt ist ab dem 7. Monat ideal.
 
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Gast

  • #11
Mit meinem Schreibaby bin ich von Pontius zu Pilatus. Habe alle Koryphäen der Stadt abgeklappert. Niemand konnte letztendlich helfen, kein Ratgeber, keine Homöopathie, kein Tee und keine Bauchmassage und auch kein Sab Simplex. Das süße Kind hat sieben Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche geschrieen - und das haargenau sieben Monate lang.

Dann war es vorbei. Tatsächlich fast von einem Tag auf den anderen, wie man immer hört.

Im Nachhinein glaube ich, dass sie einfach Hunger hatte. Sie wurde voll gestillt, war aber immer sehr schnell fertig und dann nicht mehr zum Weitertrinken zu bewegen. Als dann richtiges "Futter" hinzukam, war es sehr schnell vorbei mit dem Weinen. Gottseidank. Ich weiß nicht was schlimmer war - die Schuldgefühle oder die Müdigkeit. Aber wir haben's beide überlebt.
 
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Gast

  • #12
Es gibt keine Schrei Kinder, wenn ein Kind schreit fehlt es ihm an etwas.
Ein Kind spürt alles, auch die Unruhe und Unsicherheit der Mutter.

Du hast völlig recht!

Auf jeden Fall solltest du das Kind dem Kinderarzt vorstellen und aufschreiben, wann es besonders schreit: vor den Mahlzeiten oder danach, tagsüber oder auch nachts usw.
Vielleicht hat es Schmerzen? Bei meinem Sohn war es so: er hat 4 Monate gebrüllt was das Zeug hält, der Kinderarzt konnte nichts finden, verschrieb Baldrian-Tropfen!
Dann entdeckte ich beim Baden des Kindes einen "Knuppel" in der Leistengegend und je mehr das Kind schrie, desto größer wurde er! Er hatte einen eingeklemmten Leistenbruch und das tut höllisch weh. Der Darm klemmt sich im nicht verschlossen Leistenkanal in den Spalt, was zu einer Unterbrechung der Blutzufuhr führt mit den entsprechenden Konsequenzen! Das ist ein Notfall! Nach der OP am nächsten Tag hatte ich ein ganz liebes Kind das jede Nacht von da an durchschlief.
 
G

Gast

  • #13
Es gibt keine Schrei Kinder, wenn ein Kind schreit fehlt es ihm an etwas.
Ein Kind spürt alles, auch die Unruhe und Unsicherheit der Mutter.

Meine jüngere Tochter hatte auch ein größeres Nähe Bedürfnis, also schlief sie bis sie 1,5 Jahre alt war bei mir, auf meinem Bauch.
Später kam sie öfters Nachts, ich habe sie nie zurückgewiesen.

Irgend wann war es gut.

Bleib ruhig und entspannt, dann klappt alles.
Höre nicht immer auf Bücher und Erziehungsmethoden höre auf dein Herz.
LG
Es gibt keine Schrei Kinder..
doch, gibt es, auch wenn ich mit dem übrigen Deines Beitrags einig gehe.
Ich hatte ein Schrei-Kind, allerdings "nur" ein paar Monate lang, und das war sehr, sehr anstrengend.
Es war/ist ein Junge, und viele Jungen haben Magenprobleme (Pförtnerkrampf). Auch ich holte mir Hilfe und ließ mich von der Hebamme in die Massage des Bauches mit Anisöl einweisen
(Babymassage war damals noch ein Fremdwort...), dann trug ich ihn lange in meinen Armen, spazierte mit ihm herum, immer mit viel Körperkontakt - wie könnte es auch anders sein bei einem Baby?!
Und obwohl ich eine Wiege mit Schaffell für ihn neben meinem Bett hatte - also an zuwenig "Kuscheligkeit" lag die "Verstimmtheit" des Babys nicht, meinte auch die Hebamme - nahm ich den Kleinen oft nahe zu mir in mein Bett, bis er/wie beide einschlummerten. Ich schlief da natürlich weniger gut, denn nach wenigen Stunden wollte er ja wieder gestillt werden oder Schoppen haben, doch nach ein paar Monaten lösten sich seine Probleme, und er schlief fest, ruhig und zu seinen (beachtlich rhythmischen)Zeiten dann in der Wiege.
Später, wenn er nachts "gnatschert" wurde, nahm ich ihn auch zu mir und versuchte ihm viel Wärme und Nähe zu vermitteln, oft schlief er, wenn ich ganz bewusst ruhig atmete, dann selig ein. Manchmal legte ich ihn dann, so entspannt, zurück in sein Bettchen, wo er mich fröhlich krähend weckte.
Man kann Kinder nicht "verwöhnen" in solch einem Alter - sie haben unsere Nähe, Wärme und unseren Schutz verdient. Wenn ihnen das zuteil wird - und sie nicht sonst an etwas leiden, was ärztlich behoben werden sollte - dann ist das Schreien eine mehr oder weniger einfach mit LIEBE zu durchlebende Phase.
 
G

Gast

  • #14
Ich habe zwar selbst (noch) keine Kinder, beschäftige mich aber etwas mit der Thematik. Neben Blähungen kann das auch u.a. an Anpassungsschwierigkeiten liegen. Hier mit einer gestörten Mutter/Vater-Kind-Beziehung oder ängstlichen Eltern zu argumentieren, finde ich daher reichlich gewagt.

w
Wer selbst noch keine Mutter ist, sollte hoffen, dass ihr das nicht passiert. Ich wäre daher vorsichtig Meinungen abzugeben, was man selber noch nicht erlebt hat.

Diese gestörte Kind-Mutter Beziehung nach der Geburt ist bewiesen, denn sobald die Mütter Hilfe von den Fachkräften aus einer Schreiambulanz, Hebamme usw. erhalten, wird das Kind meistens schnell ruhig.

Es gibt auch Vermutungen, dass bei diesen Schreibbabys das Schreien die ersten Anzeichen von ADHS sein sollen.

Ich habe mein Baby damals nie schreien lassen. Ich finde es schon fast Folter für die Kleinen, wenn Mütter mit einer Arschruhe durch die Strasse/Supermarkt usw. mit einem schreienden Baby gehen. Das können ja nicht alles Schreibabys sein.

Homeöpathie soll auch gut helfen, dazu Baby-Massage und viel Ruhe im Familienleben. Eine ruhige und entspannte Schwangerschaft beugt Schreibabys vor.

w 50
 
  • #15
ADHS? Nein, bestimmt nicht! Ich habe drei Kinder - zwei Jungs und eine Tochter. Beide Jungs sind Schreibabies gewesen, und was haben wir nicht alles unternommen, damit die Jungs schlafen und auch wir Eltern zu Kräften kommen... Mit dem Citroen 2CV durch Frankfurt über Kopfsteinpflaster gondeln (Kind schlief selig), nachts durch die Stadt - ein Freund hatte an seinem Kinderbettchen (ebenfalls Vater eines Schreibabies) einen Waschmaschinenmotor gebaut - der Kleene schlief, wenn der Motor am Bettchen vibrierte. Meine persönliche Theorie: In der knöchernen Wiege (Becken der Mutter) liegt das Baby ja auch nicht still und ruhig, sondern ist dem Gehen der Mutter angepasst. Meine Jungs haben Rambazamba und Stepptänze im Bauch veranstaltet, wenn ich schlafen wollte - also nachts. Tagsüber, wenn ich in Aktion gewesen bin, waren sie still und leise. Meine Tochter hingegen war wach, wenn ich wach war (im Bauch) und schlief nachts, wenn ich auch schlief. Ich habe dann ein ein Experiment gemacht: Ich habe tagsüber geschlafen (mit friedlich schlafenden Jungs) und bin nachts mit ihnen wach gewesen, hat Hausarbeit und alles Anfallende dann eben nachts erledigt - an diesen Rhythmus waren die Jungs scheinbar gewöhnt. Meine beiden jungen Männer sind noch heute Nachteulen, sind nachts produktiv und schlafen lieber tagsüber. Mein Ältester arbeitet Nachtschicht ohne Probleme, im Gegenteil, er arbeitet am liebten NUR Nachtschicht. Er hat kein ADHS und ist trotz Nachtschicht immer frisch und vital.

Im Bauch hört das Baby den Herzschlag, die Verdauungsgeräusche der Mutter, Stimmen und Musik von Außen - der Mutterleib ist ja nicht hermetisch abgeriegelt. Wenn jetzt prlötzlich ein totaler Stillstand herrscht (keine Bewegung, alle sind still und leise, damit das Baby schlafen kann), kann das für die Kinder eine totale Überforderung darstellen - alles ist ruhig, nichts bewegt sich ----> es hat Angst!

Manche gewöhnen sich schnell an die Stille - einigen macht es gar nichts aus - anderen Babies ist sie unbehaglich und sie drücken ihr Unwohlsein durch Weinen aus. Alle Rituale helfen NICHTS - nur Bewegung und Geräusche, und wenn es nur ein surrender Waschmaschinenmotor ist, der vorsichtig am Bett des Kindes rüttelt. Bei manchen hilft aber auch dies nicht, hier hilft nur eines: durchhalten und den Tagesrhythmus umstellen - wenn es möglich ist :)
 
  • #16
Diese gestörte Kind-Mutter Beziehung nach der Geburt ist bewiesen, denn sobald die Mütter Hilfe von den Fachkräften aus einer Schreiambulanz, Hebamme usw. erhalten, wird das Kind meistens schnell ruhig.
Da darf ich mal vorsichtig widersprechen - natürlich wird manches Kind ruhig, wenn die Mutter Hilfe von Fachkräften erhält - warum? Stimmen, Geräusche - es geschieht etwas - und das Schreikind fühlt sich in der noch aus dem Mutterleib bekannten Geräuschkulisse nun einmal wohler und heimischer, als wenn es in aller Stille bewegungslos im Bettchen liegen soll - das kann verängstigen...

Aber ich pflichte Dir voll bei: Ich bekomme auch immer Zustände, wenn manche Mütter meist noch mit einem heimlichen und triumphierenden schadenfrohen Lächeln in absoluter Ruhe durch die Straße oder durch den Laden gehen oder am besten sich noch mit ihrem Handy beschäftigen - und das Kind weint sich die Seele aus dem Leib. Das sind dann keine Schreikinder, sondern bedauernswerte Kinder.

LG, w (fast 50) :)
 
G

Gast

  • #17
Danke für die Hinweise auf die Probleme mit Halswirbelsäule und alle anderen körperlichen Symptome, die so ein Baby durch die Geburt bekommen kann.

Fakt ist, Schreien ist für ein Kind sehr kraftanstrengend und die Tipps, dass die Mutter sich keine großen Sorgen machen soll, es einfach aushalten soll, finde ich verantwortungslos. Kein Kind schreit ohne Grund. Schreit ihr doch mal 10 min hintereinander weg. Ihr seid fix und fertig.

Für die Entwicklung der Psyche und der Nerven des Kindes ist ein ständiges Schreien auch nicht sinnvoll.

Also sollte jede Mutter alles ausprobieren, um ihr Kind ruhig zu bekommen. Meine Süsse hatte damals auch eine Schreiphase. Ich war so erschöpft, dass ich vor Verzweiflung eine Mullwindel auf sie geworfen habe. Plötzlich war schlagartig Ruhe. Sie wollte nur ihre Schnuffelwindel, die nach Mama und Milch riecht, auf ihren Kopf haben. Ich habe schnell die Nase und den Mund freigehalten, der Rest vom Kopf war beim schlafen immer abgedeckt und ab dem Zeitpunkt hatte ich ein ruhiges und zufriedenes Kind. Ohne Schnuffelwinder ging gar nix. Sie musste immer dabei sein. Zum Glück habe ich das relativ schnell entdeckt, monatelanges Schreien hätte ich nie ausgehalten und zugelassen.

Angst, dass sie ersticken könnte, hatte ich komischer Weise nie. Sie hat ja sehr ruhig geschlafen, wenn sie schlief. Tut sie heute noch so. Sie hat übrigens ihre Schnuffelwindel bis zum 14. Lebensjahr immer im Bett unter dem Kopfkissen haben müssen.... Ein Schmusetier hatte sie dafür nie im Bett haben wollen.

w
 
  • #18
Eine Idee noch: Hallo Gast 16 - meine Tochter liebte es, eingegrenzt zu sein - also "gepuckt" Wenn ich sie zum Schlafen noch zusätzlich in ein Moltex-Tuch gewickelt habe, hat sie geschlafen wie ein Baby ;-) (Also die natürliche Begrenzung der Gebärmutter simulieren) Habe ich sie ausgepackt und sie hatte quasi volle Arm- und Beinfreiheit, so ruderte sie in der Luft und hat sie sich erschreckt und verängstigt geweint. Kann also klappen, die Idee mit der Mullwindel!
Bei meinen Jungs hingegen klappte nichts, und einwickeln hat sie eher wütend gemacht. Dafür sind sie beim Schlafen durch das ganze Bett gerobbt und waren sauer, wenn sie am Fußende ankamen - es ging nicht mehr weiter...
Nichts ist komplizierter als die menschliche Seele - bei Babies wird das nicht viel anders sein. Es gibt keine allgemeingültige Formel - auch wenn es leichter zu verwalten wäre.
Jede Familie muss da ihre eigene Performance finden und sich vielleicht auch an die eigenen Kindheit und die Bedürfnisse erinnern (wenn es glückt). Groß werden alle Babies, Hauptsache man liebt und unterstützt sie dabei...
 
G

Gast

  • #19
Kann Gast #8 und Gast #12 nur zustimmen.

Mein erstes Kind, ein Junge schrie jede Stunde des Tages ca. 1/2 Stunde.
Aus Verzweiflung habe ich ihn ungefähr 12 x am Tag gestillt.
Nachts war Ruhe. Da schrie er nicht. Deshalb wusste ich noch nicht einmal, dass ich ein Schreikind habe.
Mein zweites Kind, ein Mädchen musste ich zum Füttern aufwecken.
Mein Mann sagte: "Ein Mädchen ist ein bewußtloser Junge ! ;-)

Aber es gibt auch Mädchen, die Schreikinder sind.
Ich glaube nicht, dass es Gründe gibt (oder war es Unsicherheit - beim ersten Kind ?)
Jedenfalls war der Spuk nach ungefähr 13 Monaten vorbei.
13 Monate, die mich wahrscheinlich 2 Jahre meines Lebens gekostet haben (gefühlt).

Keine Sorge, es geht vorbei.
Meine Kinder (jetzt 8 und 10 J) sind wunderbar, gesund, gescheit ....... Alles was man sich nur
wünschen kann.
Viel Kraft und GELASSENHEIT !!!
 
G

Gast

  • #20
Mein erstes Kind, ein Junge schrie jede Stunde des Tages ca. 1/2 Stunde.
Aus Verzweiflung habe ich ihn ungefähr 12 x am Tag gestillt.
Viel Kraft und GELASSENHEIT !!!
Ich hoffe nicht, dass der Junge später, wenn er sich nicht wohl fühlt usw. automatisch zum Essen greift. So werden nämlich Menschen "erzogen", die innere Unruhe usw. mit Essen versuchen zu stillen und sich dann später wundern, warum sie zu viel essen und Übergewicht bekommen bzw. haben.

Ich beobachte oft genug Mütter, die um ihre Babys, Kinder zur Ruhe zu bekommen, einfach was essen zu geben, anstatt nach den wahren Gründen zu suchen, warum ein Baby/Kind schreit.

Kein Mensch, kein anderes Lebewesen schreit ohne Grund stundenlang.

Ich habe den Eindruck, dass viele Mütter es sich zu einfach machen und einfach ihr Kind weiter schreien lassen, anstatt gewisse Dinge auszuprobieren, die man in guten Ratgebern, oder sich von dem Kinderarzt empfehlen lassen kann.

Ich habe mein dickes Baby, ein Mädel, mit 4,5 kg und 54 cm bei der Geburt, ich war ein Leichtgewicht mit 48 kg Gewicht bei Beginn der Schwangerschaft, in einem Baby-Tragetuch den ganzen Tag quer vor der Brust, mit dem Kopf an meinem Herzen, mit mir rumgetragen. Es war Kraftsport, die zu vielen Schwangerschafts-Kilos waren schnell wieder runter getragen, aber! mein Kind war ruhig, ich konnte derweil Hausarbeit usw. alles machen, mein Baby wurde hin und her geschaukelt, sie hat es lange noch geliebt in den Arm genommen zu werden und geschaukelt zu werden.

w
 
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Gast

  • #21
"Ich beobachte oft genug Mütter, die um ihre Babys, Kinder zur Ruhe zu bekommen, einfach was essen zu geben, anstatt nach den wahren Gründen zu suchen, warum ein Baby/Kind schreit"

Dieser Beitrag wirkt auf mich unglaublich selbstgerecht. Mütter, die etwas anders machen als Du, machen es sich also "zu einfach". Wenn ein Kind schreit, soll man seine wahren Bedürfnisse erforschen, statt ihm was zu essen zu geben? Dabei übersiehst Du aber, dass Essen in den ersten Monaten ein Hauptbedürfnis der Kinder ist und der mit Abstand häufigste Grund fürs Schreien.

Genau so einen haarsträubenden Unsinn haben sie mir in der Klinik auch erzählt, als mein Neugeborenes auch nach dem Stillen schrie und schrie und schrie. Mehrere Tage. Ich bin gar nicht auf Idee gekommen, dass der Kleine Hunger haben könnte, denn es hieß ja, dass Stillen in jedem Fall ausreicht. Am letzten Tag in der Klinik kam eine neue Kinderschwester und meinte, der Kleine hat Hunger. Er hat nach dem Stillen eine Flasche bekommen und es war Ruhe. Er ist jetzt ein Jahr alt und ein gesundes, fröhliches Kind, das leider die ersten vier Tage seines Lebens unnötig Hunger haben musste. Die meisten Kinder bekommen mehr als genug Liebe, es ist doch Blödsinn alles auf eine angeblich gestörte Mutter Kind Beziehung zu schieben. w 40
 
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Gast

  • #22
Dieser Beitrag wirkt auf mich unglaublich selbstgerecht. Mütter, die etwas anders machen als Du, machen es sich also "zu einfach". Wenn ein Kind schreit, soll man seine wahren Bedürfnisse erforschen, statt ihm was zu essen zu geben? Dabei übersiehst Du aber, dass Essen in den ersten Monaten ein Hauptbedürfnis der Kinder ist und der mit Abstand häufigste Grund fürs Schreien.

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Du hast meine Zeilen falsch verstanden. Entschuldige, so war das von mir nicht gemeint. Ich gehe davon aus, dass ein Kind regelmässig gestillt bzw. in ausreichender Menge gefüttert wird. Ich hatte damals mein Kind ein halbes Jahr lang gestillt, teilweise alle 2 Stunden und aufgrund des zu großen Gewichtes brauchte ich mir keine Sorgen, dass man Baby zu wenig zu essen bekommt.

Wenn danach das Kind aber immer noch stundenlang schreit, sollte man schauen, ob es noch andere Gründe geben kann.

Einmal habe ich eine Mutter erlebt, wo das Kind schrieb und die vollgemachte Windel schon aus dem Kinderwagen roch. Die Frau ging seelenruhig weiter, der Mann neben ihr war ihr Verhalten sehr peinlich, aber er konnte wohl nicht "handeln".

Ich meine auch diese Mütter, die mit dick angezogenen Kleinkindern stundenlang durch die Einkaufscenter latschen und den Kindern ständig was in die Hand drücken, meistens auch noch ungesunde Sachen, damit die Kinder "brav" und leise sind, während die Mütter stundenlang shoppen müsssen und die Kinder derweil schon genervt, verheult, immer noch dich angezogen und schwitzend im Buggy angeschnallt ausharren müssen. Oft sind diese Kinder gerade mal knapp ein Jahr alt.

w
 
  • #23
Naja, Essen ist nun einmal ein Grundbedürfnis, und Säugetiere müssen essen, um ihre Körpertemperatur zu halten :) Wenn Kinder immer etwas "knabbern", so ist das nicht weiter schlimm - wenn es nicht gerade Schokolade und Süßkram ist, um Möhrchen und co. zu "verarbeiten", benötigt der Körper mehr Energie, als er ihm mit dieser Mahlzeit zufügt. Ich denke, es gibt hier wirklich keine "Weltenformel", sondern jeder Mensch ist verschieden. Mein Sohn ißt wie ein Scheunendrescher und ist schlank und sehnig wie eine Gazelle, ich hingegen brauche bloß etwas Leckeres zu riechen, schon scheine ich was auf die Hüften zu bekommen. 4 Nackensteaks (selbst gebraten) zum Frühstück sind für meinen Schichtarbeiter heute nix. Ich denke, ein Baby kann man mit Mutter- oder Premilch nicht "dick" machen, ist ja nichts drin, was satt halten KANN. Ich habe nach einigen Tagen Muttermilch nur noch abgepumpt, weil ich schwarz auf weiß sehen wollte, wieviel mein Kind zu sich nimmt und ich Angst hatte, er könnte mir verhungern. Nach jeder Stillmahlzeit hat er noch eine Flasche mit 240 ml PreMilch leergezogen, er war jedoch auch ein sehr bewegungsfreudiges Kind. Solange es "artgerechte" Nahrung ist, kann man ein Kind nicht überfüttern - das Problem ist eher all der Süßkram, mit dem die Konzerne natürlich Riesenreibach machen. Eine Schälchen mit Möhrchen und Paprika im Gepäck, oder eine Banane und etwas vollwertiges Butterbrot ist für Kinder doch kein Problem, auch wenn sie ständig was knabbern, ihr Körper ist kontinuierlich mit Wachsen beschäftigt, das darf man nicht außer acht lassen... Meine Kinder haben ständig was gegessen, waren aber niemals übergewichtig, im Gegenteil. Ich glaube, viele Erkrankungen (z.B. Depressionen) rühren auch daher, dass einfach zu wenig gegessen wird. Erst das GAREN von Speisen hat unsere Gehirne wachsen lassen und uns zum heutigen Menschen werden lassen. Die Japaner und Chinesen sind uns da schon einen Schritt voraus, dort werden mehr warme Speisen über den Tag hinweg gegessen, als bei uns - trotzdem sucht man dort übergewichtige Menschen meist vergebens (es sei denn Sumoringer), und den ganzen Tag über wird gegessen. Die Grußformel (wie bei uns "Guten Tag") heißt in China ja auch übersetzt: "Hast Du heute schon gegessen?)...
Essen hält Leib und Seele zusammen, es kann glücklich machen (mich machen Hühnchenleber und Zwiebel mit Sojasauce aus dem Wok regelrecht glücklich), und meine Oma sagte schon: "Wer Kummer hat, muss gut essen." Warum nicht zu einer schmackhaften Speise greifen, wenn die Welt grau erscheint? Es stimmt - Essen ist wichtiger als wir glauben - wenn es denn das richtige Essen ist. Schokolade und Zuckerkram jedenfalls sind NICHT das Richtige...
 
G

Gast

  • #24
Fakt ist, Schreien ist für ein Kind sehr kraftanstrengend und die Tipps, dass die Mutter sich keine großen Sorgen machen soll, es einfach aushalten soll, finde ich verantwortungslos. Kein Kind schreit ohne Grund. Schreit ihr doch mal 10 min hintereinander weg. Ihr seid fix und fertig.



w
Es geht doch nicht darum, dass man als Mutter das Schreien einfach aushalten soll. Aber man soll es akzeptieren. Man sollte das Beste für sein Kind tun, man sollte es tragen, streicheln usw. Aber man muss akzeptieren, dass das Kind mehr schreit als andere Kinder. Die Mutter sollte sich kein schlechtes Gewissen einreden lassen und nicht gewaltsam danach suchen, was sie denn nun falsch macht.
Klar geht eine Mutter zum Arzt, wenn das Kind schreit. Aber es gibt nun einmal Fälle, da findet kein Arzt eine Lösung. Bei mir war das so, ich habe alles versucht und erst, nachdem ich es akzeotiert habe und mir gesagt habe, dass ich das schon für ein paar Monate aushalten werde, da wurde zumindest ich ruhiger. Wobei ich bei "auhalten" nicht das Geschrei meine, sondern die anstrengende Zeit mit dem Kind, das häufige Tragen, Schaukeln und Bäuchlein massieren.
Ein Kind schreien lassen - wer macht das schon? Die Zeiten sind doch wohl lange vorbei.
 
G

Gast

  • #25
Ich habe den Eindruck, dass viele Mütter es sich zu einfach machen und einfach ihr Kind weiter schreien lassen, anstatt gewisse Dinge auszuprobieren, die man in guten Ratgebern, oder sich von dem Kinderarzt empfehlen lassen kann.

Ich habe mein dickes Baby, ein Mädel, mit 4,5 kg und 54 cm bei der Geburt, ich war ein Leichtgewicht mit 48 kg Gewicht bei Beginn der Schwangerschaft, in einem Baby-Tragetuch den ganzen Tag quer vor der Brust, mit dem Kopf an meinem Herzen, mit mir rumgetragen. Es war Kraftsport, die zu vielen Schwangerschafts-Kilos waren schnell wieder runter getragen, aber! mein Kind war ruhig, ich konnte derweil Hausarbeit usw. alles machen, mein Baby wurde hin und her geschaukelt, sie hat es lange noch geliebt in den Arm genommen zu werden und geschaukelt zu werden.

w
Schön für dich, dass es so einfach war. Aber das macht manche Mütter sehr überheblich. Sie klopfen sich dann auf die Schulter und sagen "ich bin die beste Mutter der Welt, weil mein Kind so brav ist". Ich finde es schrecklich, wenn diese Frauen dann überheblich auf andere Mütter herabschauen, deren Kinder eben nicht so einfach sind.
Glaubst du wirklich, dass andere Mütter Rabenmütter sind? Nur wer ein Schreikind hat, hat auch das Recht, gute Ratschläge zu geben. Du fragst einen Blinden auch nicht um Rat, welche Farbei du tragen solltest.
 
G

Gast

  • #26
Schön für dich, dass es so einfach war. Aber das macht manche Mütter sehr überheblich. Sie klopfen sich dann auf die Schulter und sagen "ich bin die beste Mutter der Welt, weil mein Kind so brav ist". Ich finde es schrecklich, wenn diese Frauen dann überheblich auf andere Mütter herabschauen, deren Kinder eben nicht so einfach sind.
Glaubst du wirklich, dass andere Mütter Rabenmütter sind? Nur wer ein Schreikind hat, hat auch das Recht, gute Ratschläge zu geben. Du fragst einen Blinden auch nicht um Rat, welche Farbei du tragen solltest.
Die Mütter die du angreifst, sind für deine negativen Gefühle nicht verantwortlich. Nicht sie sind überheblich, sondern du findest sie nur überheblich, aber das ist dein Problem, das sind deine Gedanken. Getroffene Hunde bellen. Man kann andere Menschen nicht für seine eigenen Gedanken verantwortlich machen.

Jemand der ein gesundes Selbstbewusstsein hat, findet Hinweise und Gedanken von anderen Menschen nicht überheblich, sondern "wertet" sie nur als Hinweise, Tipps, wo man was heraus nehmen kann, aber nicht muss. Genauso gut könnte man dir jetzt vorwerfen, dass du ja nur neidisch bist, weil du anscheinend nicht so ein unkompliziertes Kind hattest.

w
 
G

Gast

  • #27
Eine Frage an die Mütter hier, welche ein Schreibaby haben:
War es ein Kaiserschnitt oder eine normale Geburt?
Ich hab mal gehört, das sowas auch am Kaiserschnitt liegen kann (wegen Halswirbel usw.).
 
G

Gast

  • #28
Ihr habt mit Euren Halswirbeln echt keine Ahnung - sorry!
KISS, also Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung - ist eine Diagnose, die wissenschaftlich nicht wirklich belegt ist - und Manipulationen an der HWS sollte man bei Säuglingen doch eher vermeiden. Rein anatomisch KANN bei einem Säugling kein Halswirbel subluxiert sein. Aber da redet an ja gegen eine Wand - "Endlich hat mein Schreikind etwas!" Dazu gibt es einen schönen ZEIT-Artikel.

http://www.zeit.de/2000/35/200035_kiss.xml

Ich kann Mütter auch nicht leiden, die vielleicht ein pflegeleichteres Kind hatten und ihre Hausarbeit locker erledigen konnten und deshalb meinen, sie hätten etwas "richtiger gemacht" - ich konnte nicht einmal 5min etwas essen - mein Zweitgeborener hat nur 20min Power-Nap gemacht tagsüber und nachts kam er bis zu 15 Mal - und das das gesamte erste Jahr. Ich war erfahren - bin Ärztin und hatte schon ein Kind. Außer Tragetuch und Stillen hat nichts etwas genützt.
 
  • #29
Mein zweites Kind, ein zartgebautes, bei Geburt langes Mädchen, hatte ab dem zweiten Monat eine Woche lang die Angewohnheit, zwischen 16 und 19 Uhr zu weinen, ununterbrochen, bis sie endlich Schlaf fand.
Das kannte ich von meinem Ersten überhaupt nicht, der so gut wie nie geschrieen hatte, außer einmal in einer Umzugswoche.
Ich versuchte ALLES, tragen sowieso, aber auch das schien sie zu belasten, stillen- und ich wusste, dass ich mehr als genug Milch hatte-, singen, wiegen, in die Wippe legen, Wippe auf Waschmaschine stellen, spazierengehen, bewusst selbst ruhig bleiben, ihr dabei liebevoll in die Augen schauen, leise mit ihr reden - alle wohl bekannten Tricks versagten bei ihr.
Dann überlegte ich, ob sie vielleicht so unglücklich wäre, weil sie spürte, dass sie zwar wieder physisch am Ende ihrer Tageskraft wäre, es zuverlässig auf die Schlafenszeit zuginge, sie aber geistig noch hungrig wäre.
Also hab ich jeweils um 16 Uhr angefangen, ihr Bilderbücher zu zeigen, v.a. von Gerda Muller ("Der kleine Spatz"). Dazu lag sie über mir auf meinem Bauch, ich lümmelte auf dem Sofa, und sie betrachtete über eine halbe Stunde aufmerksam die Bilder, ihre Augen wanderten hin und her, sie lauschte meiner Stimme, konnte physisch entspannen, es drohte kein ungewolltes Einschlafen, und sie war wieder zufrieden. Danach war sie immer bereit, gestillt zu werden, und schlief ein.
Ein Bücherwurm ist sie heute noch. Zu so frühem Zeitpunkt hatte ich bei meinem Ersten noch gar keine Kinderbücher besessen.
 
G

Gast

  • #30
Mein Kind (1 Jahr) ist sehr pflegeleicht. Durchgeschlafen mit vier Monaten, auch davor ist er nach dem Stillen immer sofort wieder eingeschlafen. Immer gut gelaunt und selten kompliziert. Ich war echt froh, denn man macht sich im Vorfeld ja schon Gedanken, angesichts der "Horrorstories", die einem von erfahrenen Müttern so serviert werden. Ich hatte aber, wie gesagt, wirklich Glück und habe es noch. Umso überraschter war ich, dass andere Mütter, die ebenfalls Glück hatten, mir immer wieder versicherten, es läge daran, dass ich alles richtig mache und mir eben nicht so ein nervöses Schreikind ranziehe. Alle Versuche zu erklären, dass ich eigentlich gar nichts besonderes mache, fruchteten nichts. Meine Tante, deren Tochter gleich zwei Schreikinder hatte, erklärte sogar, dass sie gewünscht hätte, ihre Tochter hätte es so gemacht wie ich, statt so ein Theater zu veranstalten. Das Theater hat aber nicht meine Cousine veranstaltet, sondern deren Kinder! Aber auch Mütter der jüngeren Generation können gar nicht genug Theorien verbreiten, warum ihre Kinder so viel unkomplizierter sind als andere. Wahlweise sind Mütter von Schreikindern selber schuld, weil sie sich zuviel oder zuwenig kümmern, zuviel oder zuwenig stillen, zuviel oder zuwenig Anregung schaffen bla bla bla. Schuld sind auf jeden Fall immer die Mütter....

Mein Fazit: Wer das Pech hat ein etwas komplizierteres oder gar ein Schreikind zu haben, hat noch ein zusätzliches Problem. Nämlich die lieben Mitmenschen, die sich sicher sind, dass die Mutter in der ein oder anderen Form selber schuld ist und sich nicht scheuen, der Mutter dies auch mitzuteilen. Ich nehme an, die Mütter von Schreikindern kommen selber auf die Idee, ihre Kinder zu füttern, zu tragen, etc. Ich verstehe einfach nicht, warum es so schwer ist zu sagen, dass man selbst Glück hatte und auch nicht so genau weiß, warum manche Kinder so viel schreien. Ich jedenfalls mache nichts besonderes, gar nix. Eine gute Freundin, die ihr Kind fast zeitgleich bekommen hat, macht es jedenfalls genauso wie wir. Trotzdem ist ihr Kind viel nervöser als unseres und schreit wesentlich mehr. Ihre Mutter meinte, sie solle sich eine Scheibe bei mir abschneiden. Ich finde sowas lächerlich und empörend. Kinder sind nicht alle gleich, es gibt eben kein Patentrezept. Also bietet den Müttern von Schreikindern lieber zwei Stunden Babysitten an, damit sie mal schlafen können statt wohlfeiler Ratschläge. w 40