• #1

Ich habe mich verzweifelt verguckt und was kann ich dagegen tun?

Hallo erst einmal!
Ich habe vor Monaten meine langjährige Beziehung (fast 15 Jahre) - im Einvernehmen - beendet. Wir haben auch eine zweijährige Tochter.
Der Grund für meine Verzweiflung ist jedoch nicht die Trennung, die leider unumgänglich war, weil keinerlei Gefühle und Respekt mehr vorhanden waren, sondern vielmehr die Situation, dass ich mich in einen Mann verliebt habe, der leider Gottes der Mann meiner verstorbenen besten Freundin ist. Sie verstarb heuer urplötzlich, was für mich auch noch immer sehr schwer zu verkraften ist

Ich habe das Gefühl, dass der Tod von ihr uns mehr und mehr zusammenschweißt. Wenn wir uns aufgrund unserer Kinder, die sich prächtig miteinander verstehen, sehen, ist alles sehr unkompliziert, wir reden sehr viel Privates u lachen und necken uns auch mal zwischendurch. Beim Verabschieden drücken wir uns und er streicht mir zart über den Hinterkopf. Wir sind jetzt beide mehr oder weniger alleine für unsere Kinder verantwortlich und teilen diese Sorge miteinander. Auch wenn man den Tod des Partners mit dem einvernehmlichen Beenden einer Beziehung absolut nicht vergleichen kann/darf, sitzen wir doch irgendwie im selben Boot.

Ich kann nur noch an ihn denken und wir schreiben uns ab uund an SMS, er ruft mich auch mal abends an und wir telefonieren, was immer sehr schön ist, weil uns nie der Gesprächsstoff ausgeht. Wenn wir zusammen sind ist alles sehr vertraut, er geht auch mit meinem Kind absolut liebevoll um.

Ich weiß nicht in was ich mich da gerade verrenne.
Ich habe auch ständig das Bedürfnis ihm schreiben und sehen zu wollen, er tut mir einfach gut und ich ihn anscheinend auch, sonst hätte er - wie zum Rest der gemeinsamen Freunde seiner verstorbenen Frau, die ich alle kenne - den Kontakt nach dem Tod seiner Frau auch abgebrochen.

Die ganze Situation ist einfach nur schrecklich ... allein der Gedanke, was wohl meine Freundin dazu sagen würde ... wenn sie noch da wäre, würde ich mich niemals auf so etwas einlassen, keinen Gedanken in diese Richtung hatte ich je.
Gibt es so etwas wie ein Schicksal?
Auch wenn es furchtbar klingt, dass einem Menschen der wichtigste Mensch genommen wird, um dann das Glück wieder zu finden mit der Freundin des verlorenen Menschen?

Ich freue mich über ein paar Worte von euch ... DANKE!!!
 
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  • #2
Liebe FS,

ich habe dazu auch mal einen TV Beitrag gesehen, in dem ging es um zwei Personen die bei einem Unglück ihrern Partner verloren haben und zueinander gefunden haben.

Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben. Ich glaube, dass deine Freundin sich für euch beide nur das beste gewünscht hätte. Sie lebt jetzt nicht mehr. Wie lang ist das denn her mit dem Tod?

Ihr beide tut euch ja gut und macht zusammen eine schwere Zeit durch. Das kann zusammenschweissen und zueinader führen.
Finde ich jetzt nicht werferlich das ganze.
Viel Glück euch.
 
  • #3
Hey, was euch passiert ist doch gut. Keiner von euch hat den Tod deiner Freundin gewollt oder verschuldet, wahrscheinlich würdet ihr beide ihren Tod selbst jetzt noch rückgängig machen, wenn ihr könntet. Aber das geht natürlich nicht. Das ist gar nicht so ungewöhnlich, was euch da gerade passiert. Und das schönste ist, ihr könnt gemeinsam um sie trauern, ohne dass einer auf den anderen eifersüchtig ist. Vielleicht wäre deine Freundin sogar froh, dass ihr euch jetzt gefunden habt. Sie weiß, dass du dich gut um ihn und ihr Kind kümmern wirst. Wenn die beiden sich geliebt haben, dann kann sie nur froh sein, wenn es ihm jetzt "gut" geht. Mach dir keinen Kopf darum, was jemand schlechtes über euch sagen könnte. Du weißt, wie du für sie empfindest und dass du nie auch nur versucht hättest, ihr den Mann wegzunehmen. Das ist es was zählt, denk immer daran. Alles Gute euch. ;-)
 
  • #4
Hallo Sunshine,

erstmal mein herzliches Beileid. Solche Geschichten passieren gar nicht mal so selten. Die beste Freundin der Mutter meiner besten Freundin hat auch nach dem Tod ihrer besten Freundin (also der Mutter) den Vater "übernommen". Es war nochmal richtig Liebe. Und nach dem ersten Schock auch das allerbeste, was meiner Freundin passieren konnte, weil sich jemand liebevoll um ihren Vater gekümmert hat. Und alle haben das mit sehr viel Würde hinbekommen. Ich wünsche euch auf jeden Fall erstmal viel Nähe und Gutes miteinander und viel Kraft für die Kinder!

Liebe Grüße

Noor

(w45)
 
  • #5
Ich denke, einerseits wird euch zusammenschweißen, dass ihr nunmal auch eine gemeinsame Vergangenheit habt. Die Freundin hat euch ja beiden viel bedeutet und jeder versteht den anderen. Zum anderen werdet ihr vielleicht auch ähnlich gestrickt sein, also sowas wie "wenn A B mag und B C, kann es gut sein, dass auch A und C sich mögen".

Ein schlechtes Gewissen brauchst Du nun überhaupt nicht zu haben. Deine Freundin wird nicht betrogen. Für Außenstehende gibt es vielleicht was zu tratschen, aber das ist doch egal, das kann man nicht als Leitmotiv fürs eigene Leben nehmen.
Das einzige, was ich schwierig finde, ist die Frage, ob ihr euch auch zusammenfändet, wenn euch nicht das Leid verbände. Im Grunde ist aber auch das egal, weil sich eine eventuelle Beziehung dann eben wieder löst, wenn die Trauerarbeit vorbei ist und man merkt, dass einen ansonsten nichts verbunden hat.

Also ich würde sagen, lass es einfach geschehen, wenn es geschieht, und kämpfe nicht dagegen. Euren Kindern tut es doch auch gut und ich seh keinerlei Egoismen bei Dir, also dass Du irgendwelche niederen Motive hättest (was weiß ich, also wenn Du immer schon neidisch auf Deine Freundin gewesen wärst und nun massiv versuchtest, endlich ihren Platz zu kriegen). Ich glaube, Deine Freundin würde sich das beste für ihr Kind und ihren Mann wünschen, und es sieht so aus, als wärst das Du.
Und ich meine, was wäre denn, wenn es eine andere Frau wäre? Optimaler als jetzt mit Dir kann es mE nicht sein.

Kann es sein, dass Du Angst hast, es sähe aus, als hättest Du immer schon ein Auge auf den Mann geworfen?
 
  • #6
Auch wenn es furchtbar klingt, dass einem Menschen der wichtigste Mensch genommen wird, um dann das Glück wieder zu finden mit der Freundin des verlorenen Menschen?

Das wäre nicht das erste und nicht das letzte Mal. Warum sollte deine Freundin etwas dagegen haben wenn zwei Menschen, die sie geliebt hat, miteinander glücklich werden? Ihr habt sie nicht zu ihren Lebzeiten betrogen und niemand kann etwas dafür, dass dieser Schicksalsschlag eingetreten ist. Ich sehe nicht den allergeringste Grund, dass ihr beide nicht miteinander glücklich sein solltet? Wem nützt es was wenn ihr voneinander getrennt unglücklich seid? Meinst du, deine Freundin fände das besser? Warum? Du nimmst ihr nichts und sie wird leider niemals mehr zurück kommen. Ich bin sicher, sie wird immer in euren Herzen sein aber euer Leben geht doch weiter. Und ich finde es viel schöner wenn ihr beide zusammen kommt weil ihr schöne Erinnerungen an sie teilt. Oft ist die neue Partnerin eines Witwers sehr eifersüchtig weil sie gegen eine Phantom - Frau glaubt bestehen zu müssen. Das führt dazu, dass der Mann fast gezwungen ist, deshalb seine Erinnerungen auch zu begraben und er "darf" auch gar nicht über seine verstorbene Frau sprechen, was sehr schlimm ist. Bei euch wird es ganz oft heißen "Ach, weißt du noch...?" Und das ganz ohne schlechten Beigeschmack. Weil ihr sie beide geliebt habt.
Mach es, liebe FS. Du siehst doch wie schnell das Leben vorbei sein kann.
 
  • #7
Liebe Sunshine,

Du kanntest Deine Freundin, also ein paar Fragen für Dich

- Mochte sie Dich, hat sie Dich wertgeschätzt
- Würde sie es Dir wünschen, dass es Dir gut geht?

- Liebte sie ihren Mann?
- Würde sie wollen, dass er den Rest seines Lebens trauert und alleine bleibt?

Wie sähen die Antworten aus?

Oder könntest Du Dir vorstellen, dass sie es vielleicht sogar begrüßen würde, dass sich 2 Menschen, die sie mochte / liebte, zusammen finden und diese beiden zusammen glücklich werden?

Sie ist gegangen, Du hast getrauert, auch Du hattest einen Verlust.
Ihr Mann hat getrauert.
Und jetzt habt Ihr Euch gefunden, ich denke, Ihr denkt öfters auch an sie.
Dass Ihr kein Paar geworden wärt, wäre sie noch da, ist klar.

Nur - Ihr habt Euch auch über sie gefunden - vielleicht soll es einfach so sein?

Genießt Euer Glück, und wenn es Dir / Euch hilft, denkt ab undzu mal gemeinsam / alleine an sie, mit Liebe, mit Dankbarkeit.

Euch viel Glück, und alles Gute.
 
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  • #8
Wenn Deine Freundin das sehen könnte, würde sie vor Freude jubeln, dass ihre beiden Liebsten sich finden, und gemeinsam über dieses Schicksal hinwegkommen.
Mach' Dir kein schlechtes GEwissen, Du "betrügst" sie nicht ! Sie ist weitergegangen - ihr aber seid noch hier.
Was könnte es Schöneres geben ??
Warte ab, wie es sich entwickelt. Geniesse das Verständnis, die Nähe, die zarten Bande.
Viel Glück !
 
  • #9
Hallo liebe FS

Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, denn das Leben ist nun mal nicht planbar und Gefühle erst recht nicht.
Wenn ihr euch gegenseitig gut tut, ist das doch wunderbar.

Du solltest allerdings aufpassen, dass DU in das Verhalten des Mannes nicht mehr hinein interpretierst, als eigentlich da ist. Er hat erst vor kurzem seine Frau verloren und auch wenn er deine Nähe genießt und dich mal in den Arm nimmt, so muss das nicht heißen, dass er "mehr" für dich empfindet. Ihr könnt zueinander finden, aber gebe ihm Zeit den Verlust seiner Frau zu verarbeiten.

Sei für ihn da, lernt euch besser kennen, trauert gemeinsam um seine Frau und deine beste Freundin und lasst auf euch zu kommen, was immer kommen mag.

Da du schon starke Gefühle für ihn hast, wird das sicher nicht einfach für dich werden, aber ich finde genau das bist du deiner verstorbenen Freundin schuldig, ihrem Mann Zeit zu lassen um sie zu trauern, Raum zu lassen zu verarbeiten. Dann steht dir auch nichts im Weg und ihr könnt (vielleicht?) zusammen einen neuen Lebensabschnitt beginnen.

Was für die Kinder sicher toll wäre!

Alles Liebe für dich
 
  • #10
Erstmal möchte ich auch mein herzliches Beileid aussprechen. Wünsche dir da viel Kraft.
Ich sehe es auch nicht als verwerflich an, wenn du und ihr Mann zusammen kommt. Ihr würdet sie ja trotzdem weiterhin in Ehre halten. Sie würde bestimmt auch wünschen, dass ihr glücklich seid.

Alles Gute dir!
 
  • #11
Hm. Ich bin in der Sache zwiegespalten, wahrscheinlich ebenso wie du, liebe FS. Einerseits ist da die Verliebtheit, die Unterstützung, etc.
Das kann ich gut verstehen, weil ich denke, grundsätzlich sollte man tun, was einem guttut, und unter dieser Voraussetzung würde ich dir raten, die Dinge einfach geschehen zu lassen. Es kommt, wie es kommt. Ihr müsst ja nicht gleich in die Vollen gehen, aber es findet sowieso zusammen, was zusammen gehört.

Andererseits finde ich es schwierig, dich mit den Worten zu entlasten: "deine verstorbene Freundin hätte es bestimmt so gewollt". Dies bezweifle ich nämlich.

Wenn ich mich in die Situation reinversetze, dass ich zum Beispiel todsterbenskrank darnieder liege, würde mir der Gedanke, dass mein Partner mich durch meine beste Freundin ersetzt, den Rest geben. Dies nur mal zum Nachdenken.

Insofern: du hast auch nur ein Leben. Die Situation ist schwierig, aber am Ende musst du tun, was du für richtig hälst.
 
  • #12
Liebe Wenndy, auch dir danke für feine lieben Zeilen ... da fühlt man sich gleich ein bisschen weniger miserabel

Was meinst du wie ich weitermachen soll? Möchte jetzt nicht vorpreschen und ihn mit meinen Gefühlen überfordern. Ich denke er hat andere Sachen im Kopf ...
 
  • #13
Willst du etwas dagegen tun? Wirkt nicht so.

Deine Freundin ist heuer gestorben. Vor ein paar Monaten hast du dich von deinem Mann getrennt. War der Tod der Freundin und somit das Freiwerden ihres Mannes vielleicht doch ein Auslöser für deine Trennung?

Was empfindet der Mann der toten Freundin für dich? Er ist in einer Ausnahmesituation. Sucht jetzt den Kontakt zu einem Menschen, der in einer ähnlichen Situation steckt, eben die Freundin seiner Frau. Kann es sein, dass du sein Verhalten auch missinterpretierst? Vielleicht wünscht du dir das auch nur alles so ..
 
  • #14
...leider Gottes der Mann meiner verstorbenen besten Freundin ist. ... allein der Gedanke, was wohl meine Freundin dazu sagen würde ...

Mal ganz nüchtern und ohne Themen wie Trauer und die grundsätzlich notwendige beidseitige Sympathie: Du bist alleine und er ist alleine. Ihr habt beide eine Trennung zu verarbeiten. Danach wird sich keiner eurer Expartner mehr großartig daran stoßen, dass das Leben weitergeht und ihr neue Partner habt. Insbesondere nicht Deine Freundin, die sich sicher freuen würde, dass ihr Mann mit einer Frau glücklich ist, die sie mal sehr geschätzt hat und die ihr ja niemanden mehr "wegnimmt".
Lass die Situation doch einfach laufen und schau ohne jegliches schlechtes Gewissen, was dabei herauskommt.
 
P

proudwoman

Gast
  • #15
Liebe Sunshine, wäre ich Deine beste Freundin, würde ich Dir dieses Glück von Herzen gönnen.
Weißt Du, deswegen ist es ja so wichtig für denjenigen der geht, mit allem irdischen, belastenden abzuschließen. Das heißt für mich die Gewissheit zu haben, die Zurückgebliebenen glücklich und irgendwie versorgt zu wissen. Wenn ich tot bin, bin ich ganz woanders und habe dazu (zu dem irdischen) keinen Bezug mehr. Mir geht es gut! Ich weiß, das ist für viele esoterische Spinnerei, aber ich bin überzeugt davon und das macht mir vieles leichter, auch das Loslassen ganz am Ende.
Drum, genieße es!
Das einzige, was ich zu bedenken gebe ist, habt Ihr beiden ausreichend verarbeitet/getrauert? Ja? Dann ist alles gut.
Alles Liebe Euch!
 
  • #16
Was meinst du wie ich weitermachen soll? Möchte jetzt nicht vorpreschen und ihn mit meinen Gefühlen überfordern. Ich denke er hat andere Sachen im Kopf

Die Frage war zwar an eine andere Foristin, aber ich antworte Dir, was ich Dir empfehlen würde.

Manchmal ist reden nicht die Option.
Lass es einfach wachsen und sich entwickeln.
Unternehmt weiterhin miteinander das, wonach Euch ist.

Es zeigt sich doch - spätestens dann, wenn Ihr Euch auch körperlich näher kommt - die erste Umarmung, der erste Kuss,...
Hier gab es mal einen Thread - Ab wann weiß man, wann man in einer Beziehung ist? - Wenn es sich so anfühlt.

Vielleicht entwickelt es sich doch noch ganz anders, und Ihr wart Euch eben während der Trauerphase nahe, Freunde.
 
  • #17
Vielleicht bewertest Du das ganze falsch? Ihr habt eine gemeinsame Freundin verloren. Das verbindet. Du hast Dich verliebt. Und er? Aus Deiner Schilderung von ihm kann ich da nichts lesen. Ihr unterstützt Euch und versteht Euch gut. Vielleicht sieht er das freundschaftlich? Seine Freundin ist noch nicht lange tot. Ich denke nicht, dass er schon genug getrauert und aufgearbeitet hat und sein Kopf und Herz schon frei sind für eine neue Frau.
 
  • #18
Die ganze Situation ist einfach nur schrecklich ... allein der Gedanke, was wohl meine Freundin dazu sagen würde ... wenn sie noch da wäre, würde ich mich niemals auf so etwas einlassen, keinen Gedanken in diese Richtung hatte ich je.
Also ehrlich gesagt verstehe ich Dein Problem nicht.
Ist doch schön, wenn ihr Euch findet. Und deine Freundin ist nun tot. SIe ist nicht mehr da und du betrügst sie nicht. Vielleicht würde sie es auch gut heißen von ihrer Wolke da oben, wenn sie sieht, dass es ihrem Mann und den Kindern besser geht. Du warst ihre Vertraute und ihr seid Euch sicher in Einigem ähnlich - vielleicht gefällt das auch ihrem Mann. Die Kinder kennen sich, alles ist vertraut und ihr mögt Euch. Du musst niemanden um Erlaubnis fragen - wenn ihr Euch beide verliebt habt, dann musst du doch nicht dagegen ankämpfen - nimm es als Geschenk!
Gerade alleinerziehend ist es geradezu unmöglich, sich zu verlieben, weil 99% aller Männer irgendwie nicht passen.
Dass der Mann Deiner Freundin nicht für den Rest seines Lebens alleine bleibt, ist doch klar. Aber dann ist es doch schön, wenn es zumindest die beste Freundin ist und keine vollkommen Fremde. Schon alleine deswegen, weil du sie auch kennst, verbindet EUch etwas. Ihr könnt auch gemeinsam über sie reden, ohne dass du eifersüchtig sein müsstest, weil du sie auch vermisst.
Ich finde das ehrlich gesagt total schön und romantisch.
 
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  • #19
Vielleicht entwickelt es sich doch noch ganz anders, und Ihr wart Euch eben während der Trauerphase nahe, Freunde.
Das könnte auch passieren. Vielleicht könntet ihr auch das übliche und sinnvolle Trauer-Jahr abwarten, d.h., so lange euch nur platonisch nahe sein. Je länger die Trauer- und Verarbeitungsphase ist, während der ihr noch platonisch befreundet bleibt, desto weniger schlechtes Gewissen, und desto sicherer u unbelasteter dann später ggf die Entscheidung, es miteinander zu versuchen.
 
  • #20
Hallo,

Du brauchst und solltest überhaupt kein schlechtes Gewissen haben! In meinem erweiterten Bekanntenkreis gibt es eine ähnliche Geschichte - die beiden sind glücklich miteinander zusammen. Würde der verstorbene Partner wünschen, dass der Hinterbliebene sein Leben lang trauert und ein liebloses Leben lebt? Sicher nicht.

Lebenszeit ist begrenzt, das wird ab einem gewissen Alter überdeutlich.

Allerdings ist in Deiner Situation der Mann die Seite, die den Tod eines geliebten Menschen verkraften muss. Deine Situation ist anders, Du hast Dich getrennt, weil keine Liebe mehr vorhanden war. Der Mann braucht wohl noch Zeit zur Trauer - kannst Du das respektieren? Oder geht es Dir darum "nicht mehr allein zu sein"?

Verbringt viel Zeit miteinander und unterhaltet Euch.
 
  • #21
Schlechtes Gewissen ? Warum denn?
Wahrscheinlich kümmerst du dich auch um sein Kind, das ja auch das Kind deiner Freundin ist.
Lass es langsam angehen, ihr beide seid ja schon verbunden miteinander. Gib ihm Raum für seine Trauer - und gib ihm auch eine Zukunftsperspektive. Du hast einen riesigen Vorteil - dir gegenüber kann er über seine verstorbene Frau reden. Ihr hat wohl sogar gemeinsame Erinnerungen ....
Und wenns dir hilft, stell dir einfach vor, wie sie auf ihrer Wolke sitzt, euch beiden die Daumen drückt, froh ist, dass auch ihr Kind in guten Händen landet ....
 
  • #22
Hallo Lionne69, danke, dass du dir Zeit genommen hast. ... deine Fragen beantworte ich dir gerne:

- Unsere Freundschaft war eine ganz besondere, wie Seelenverwandte waren wir. Kannten uns über 20 Jahre. (Sie war mit ihrem Mann schon ewig zusammen (seit sie 16 war). Ich kannte ihn also auch von Anfang an ... nur drehte sich eben alles um “unsere“ innige Freundschaft, ER war da quasi als ihr Mann völlig nebensächlich. Ich bekam ihn ja auch kaum zu Gesicht, das begann erst mit dem Tod von ihr ...

Sie übernahm letzten September auch die Patenschaft für meine Kleine

- Sie wollte immer, dass es mir gut geht. Und hat auch mit mir gelitten, weil sie wusste, wie ich die letzte Zeit mit meiner Beziehung kämpfte, weil eben nichts mehr wirklich gut lief ... aber eben die Kleine da ist, die ihren Papa braucht ...

- Ihr Mann war ihre große Liebe ... aber zwischen ihnen gab es auch immer mehr Distanz und Probleme ... es wurde auch gestritten und von ihm anscheinend auch schon mal an Trennung gedacht ... sie hätte sich erst getrennt, wenn ihre Tochter aus dem Gröbsten heraußen gewesen wäre (Pubertät), das war ihr ganz wichtig.

- Ja, sie würde wollen, dass er nach seiner Trauerzeit wieder jemanden findet ...

Wie aber schon andere User geschrieben haben, befürchte ich, dass diese Gefühle einseitig sind. Er mag mich ja, verbringt auch gerne Zeit mit mir aber mehr zulassen ... weiß nicht, er zieht sich dann doch immer wieder zurück.

Es ist so schlimm weil ich überhaupt nicht einschätzen kann, wie er zu mir steht und ich finde es jetzt nicht angebracht und passend ihm meine Gefühle zu öffnen...
Oder? Noch einen Tipp für mich?
Danke für deine Hilfe

MOD: Bitte beachten Sie die Zeichenbegrenzung. Mehrteilige Beiträge werden nicht veröffentlicht.
 
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  • #23
Liebe Sunshine,

also nachdem, waas Du über dein Verhältnius zu deienr Freundin geschreiebn hast, denke ich, dass Du wirklich kein schlechtes Gewissen haben solltest.

Das andere ist aber - der Mann benötigt Zeit zum Trauern.
Es ist etwas völlig anderes, wenn man sich trennt, oder wenn ein Partner stirbt. Das eine ist ein Prozess, man schließt ab, geht weiter - udn wie bei Dir, auch einigermaßen im Reinen.
Das andere ist absolut endgültig, immer doch einen Teil unvorbereitet, selbst wenn eine Krankheit voran ging. Auf die Gefühle kann man sich nicht vorbereiten, es bleiben Fragezeichen, auf die nie wieder Antworten kommen.
Er zieht sich immer wieder zurück - das hat, denke ich, gar nichts mit Dir als Person zu tun, sondern weil er dies generell für seinen Trauerprozess benötigt. So wie er sich von vielen Freunden zurück zog.

Ich denke, Dein Bauchgefühl hat Recht, momentan würdest Du ihn überfordern.
Sei ihm Freundin, höre zu, lacht miteinander, mit den Kindern, auch mal ohne, aber lass ihn in Ruhe seinen Trauerprozess durchlaufen. Wie lange dieser dauert - individuell, offen.

Du wirst es merken, wenn es sich bei ihm verändert, dann kannst Du, wenn Du für ihn immer noch Gefühle hast, darauf eingehen.
Aktiv werden würde ich nicht.

Es ist ein sehr schmaler Grat, für Dich sehr schwierig - da sein, aber nicht bedrängen, die eigenen Gefühle, Wünsche, das (unnötige) schlechtes Gewissen, und zugleich die Befürchtung, am Ende nur die Freundin zu werden, aber nicht als Frau und potentielle Partnerin wahrgenommen zu werden.
Du wirst leider Geduld haben müssen, mit ungewissem Ausgang.

Optionen?
Du möchtest nicht warten, brichst selbst den Kontakt ab, oder versucht zumindest Dich von Deinen Gefühlen für ihn zu verabschieden.
Du wirst aktiv, zeigst Deine Empfindung, und riskierst, dass Du ihn wirklich überforderst, er den Kontakt abbricht.
Die Variante, Du wirst aktiv, und Du erhälst das gewünschte Ergebnis, halte ich nach Deinen Texten für unwahscheinlich, dafür ist es zu früh.

Einen anderen Gedanken möchte ich Dir mitgeben - möchtest Du einen Mann, der sehr zügig den Verlust seiner Partnerin abhakt? Diese baldmöglichst ersetzt, durch eine Frau, die gerade verfügbar ist (Sorry, klingt zynisch, aber das gibt es)?
Oder einen Partner, der integer ist, sich Zeit nimmt, verarbeitet, und dann DICH als Partnerin wählt, weil er DICH wahrnimmt und liebt.

Gebt Euch Zeit, wenn Du es kannst.

Dir alles Gute.

Dies aber nur meine ganz persönliche Meinung.
 
  • #24
Hallo Lionne69,
Ich bin da ganz bei dir ... ich werde versuchen, wieder etwas mehr Abstand zu gewinnen und meine Gefühle in den Griff zu kriegen.

Den Kontakt abbrechen geht nicht, weil seine Tochter sehr eng mit meiner ist. Wie erwähnt, war seine Frau die Taufpatin meiner Kleinen und er versicherte mir nach ihrem Tod, dass er die Rolle für sie da zu sein, gerne weiterübernehmen möchte. Ein sehr schöner Zug von igm, finde ich.

Vielleicht ist es nur deswegen, dass ich die einzige bin von den Freunden seiner Frau, mit der er noch Kontakt hat?!

Du hast völlig berechtigt gefragt, nein, ich möchte keinen Mann, der sich nach so einem Schicksalsschlag zu Früh und unüberlegt in die nächste Beziehung stürzt. Wie gesagt ich bin selber verwirrt, dass solche Gefühle zu ihm aufgetaucht sind. Plötzlich war es so, als hätte es einfach “Klick“ gemacht...

Danke dir für deine ehrliche Meinung dazu ...
 
  • #25
Auch wenn es furchtbar klingt, dass einem Menschen der wichtigste Mensch genommen wird, um dann das Glück wieder zu finden mit der Freundin des verlorenen Menschen?
Liebe Sunshine
Ich lese sehr viel von Schuldgefühlen.. für mich klingt es so, als ob du noch nicht über den Tod deiner besten Freundin hinweg bist und dass dies die ganze Geschichte sehr negativ färbt.
Es könnte für deine verstorbene Freundin - wenn sie euch quasi "von oben" sehen könnte - doch auch ein Trost sein, dass die zwei Menschen, die ihr am nächsten standen, sich gegenseitig gut tun und für ihre zurückgebliebenen Kinder sorgen. Es könnte für sie als Mutter beruhigend sein zu wissen, dass sich der Vater stabilisiert an der Seite einer Frau (dir), die ihre Kinder liebt und deren Kinder gern mit ihren Kindern zusammen sind.
Was sollte deine verstorbene Freundin davon haben, wenn du und ihr früherer Partner beide allein seid, ihr im Alltag kämpft und es den Kindern schlecht geht?
Deine verstorbene Freundin war Partnerin und Mutter und Freundin. Ehrt ihr Andenken. Versucht nicht, sie zu vergessen, tragt sie in eurem Herzen und lebt dennoch im Hier und Jetzt.
 
  • #26
Liebe Wenndy, auch dir danke für feine lieben Zeilen ... da fühlt man sich gleich ein bisschen weniger miserabel

Was meinst du wie ich weitermachen soll? Möchte jetzt nicht vorpreschen und ihn mit meinen Gefühlen überfordern. Ich denke er hat andere Sachen im Kopf ...

Liebe Sunshine, ich kenne ihn nicht und denke, dass es seinerseits viele Möglichkeiten gibt wie er zu dir steht. Vllt geht es ihm ähnlich wie dir. Vllt mag er dich sehr und ist froh, in seiner Trauer und seinem "neuen" Leben nicht ganz ohne Unterstützung zu sein. Wenn du geduldig sein kannst, dann sei es. Wenn nicht, dann taste dich ran. Das muss ja nicht körperlich sein, aber mal eine Andeutung, dass du dich ihm durch die gemeinsame Trauer sehr nah fühlst, wird ihm die Gelegenheit geben dir seinerseits etwas mitzuteilen. Vllt kommt ihr dadurch an einen Punkt, an dem ihr offen über eure Gefühle, Zweifel und Befürchtungen reden könnt. Dass du nicht vorpreschen möchtest ist absolut verständlich und würde die Tatsache, dass deine Freundin/seine Frau verstorben ist völlig außer acht lassen. Ihr zwei lebt aber und fühlt und müsst auch schauen, dass es euch dabei gut geht. Womit ich auch meine, dass du dich nicht in etwas verrennen solltest, wenn er vllt wirklich "nur" die gute Freundin und Unterstützung in dir sieht. Bleib achtsam was deine Gefühle angeht und auch, was du von ihm wahrnimmst.
 
  • #27
Ich denke automatisch an den Tanz auf rohen Eiern und zwar unabhängig davon, dass seine Frau Deine Freundin war.
Da glaub ich auch nicht, dass Du ein schlechtes Gewissen haben brauchst.
Nur im Notfall damit rechnen, wenn andere dumme Bemerkungen aufgrund der kurzen Zeitspanne machen....
Denn ich sehe auch die Zeitspanne als den unsicheren Faktor.
Nicht weil sich andere böse Menschen das Maul zerreißen können, sondern weil man schlecht sehen kann, wo er steht.
Bei einem Mann der nicht trauert und völlig emotional frei ist, da würde ich sagen: natürlich hat er Interesse.
Jetzt weiß ich es nicht: ist er noch traurig und hat mit Dir einen "Verbündeten " in der Zeit? Oder ist er schon wieder "Mann"?
Normalerweise bin ich fürs reden, in dem Fall nicht.
Hier sehe ich im Moment den falschen Zeitpunkt.
Ich glaube ich würde nach außen noch die Füße stillhalten, bis Du merkst das es Dir gar nicht gut damit geht.
Versuch immer auch ein bißchen dein Leben zu gestalten und etwas zu haben, was nur für Dich ist.
Irgendwann wird es sich entscheiden und selbst wenn Du ihm sagst: ich mag dich sehr sehr gern.
 
  • #28
Liebe Pixi67, ich freue mich über deine ehrlichen Worte ... du hast recht, reden über Gefühle wäre jetzt ein absolut schlechter Zeitpunkt ... er ist mit der Trauerphase noch nicht durch, und das ist auch gut so.

Wie du rätst, halte ich derweilen die Füße still und freue mich auf jedes Treffen mit seiner Tochter und ihm, wo ich dann wieder ganz aus dem Häuschen sein werde

Aber ich muss lernen, mit diesen Gefühlen umzugehen ... schwere Aufgabe, aber es wird mir schon gelingen...

Danke und Lieben Gruss
 
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