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  • #1

Ich kann das nächste Treffen kaum erwarten - was kann ich tun, um die Wartezeit zu verkürzen?

Hallo Frederika, hallo Kalle, ich führe seit kurzem eine sehr innige Fernbeziehung und da ich den Eindruck habe, dass ihr recht erfahren seid, was Beziehungen betrifft, wollte ich Euch fragen, ob ihr meint, ob wir nicht doch eine Chance hätten. Wenn ihr vielleicht noch einige Tipps hättet, wie man die Zeit zum nächsten Treffen verkürzen kann, würde ich mich total freuen. Ich freue mich natürlich auch über Meinungen von anderen!
 
  • #2
Lieber Fragesteller, Du hast Dir mit mir und Kalle das richtige Paar der Gegensätze ausgewählt. Kalle lebt in einer funktionierenden Fernbeziehung und ich bin ein genereller Gegner von Fernbeziehungen, weil sie für mich persönlich einfach nicht das bieten, was ich von einer Partnerschaft erwarte, nämlich gemeinsamen Alltag, gemeinsame Abend, gemeinsames Einschlafen, gute und schlechte Tage gleichermaßen zusammen zu sein.

Wie weit wohnt Ihr denn voneinander entfernt?
Wie oft seht Ihr Euch?
Wart Ihr schon mal zusammen im Urlaub?
Gibt es eine zumindest theoretische Perspektive für das Zusammenziehen?
Wie alt seid Ihr beide?

Habt Ihr schon mal an Skype oder Videotelefonie gedacht? Ist heutzutage ja kostenlos möglich. Habt Ihr schon mal daran gedacht, Euch öfter mal einen Gleittag zu nehmen, um die Wochenende auf drei Tage zu verlängern? Wie früh könnt Ihr freitags fahren, wie spät dürfte ihr montags da sein?
 
  • #3
Wie Frederika ja schon festgestellt hat lebe ich in einer funktionierenden Fernbeziehung, ich kann Dir also sagen daß Ihr eine Chance habt. Wenn man liebt ist Entfernung unwichtig, wenn auch nicht vernachlässigbar.

Es ist allerdings etwas was nicht für jeden funktioniert, man darf keiner sein der alleine nicht klarkommt, man darf kein Geheimniskrämer sein, man muss vertrauen können, man darf keine Angst vor Veränderung haben.

Es hat auch positive Aspekte: Eine solche Beziehung geht man nicht einfach mal so ein, dafür ist der Aufwand zu gross. Man hinterfragt sich daher schon am Anfang sehr viel mehr, lässt es nicht einfach so laufen und sieht mal zu wies denn so läuft. Die Gemeinsame Zeit ist kostbar und wird dementsprechend bewusst gelebt. Man kann nicht eben mal heimgehen wenn einem eine Laus über den Weg gelaufen ist, ist also gezwungen sich auch mit denweniger angenehmen Seiten zu arrangieren.

Unser Rezept bis dato (seit fast einem Jahr)
-Tägliche Telefonate und GuteNacht SMS
- Eine Perspektive auf einen gemeinsamen Wohnsitz in 2-3 Jahren
- Fast jedes WE zusammen verbringen, ebenso Urlaube. Wir machen das Wechselweise an den beinen Heimen
- Volles Vertrauen in unsere Liebe
- versucht gemeinsame Erlebnisse zu schaffen, Wanderurlaub geht vor Strandfaulenzen, Konzert vor Fernsehabend.
- aber nicht glauben an den WE`s das grosse Entertainmentprogramm abzufahren, gemeinsamer Alltag ist auch wichtig. Dies aber nicht in der Form dass gemeinsam geputzt wird- das ist erledigt wenn der andere aufschlägt. Gemeinsam kochen ist ein Beispiel dafür.
- Recht schnell den Partner seinen Freundeskreisen vorstellen und gemeinsame Aktivitäten mit diesen.

Unter meinen Bekannten sind die Beziehungen die Anfangs oder auch zwischendrin eine grössere Entfernung überstanden haben mit die stabilsten. Und das sind nicht gerade wenige weil die moderne Arbeitswelt eben auch machmal längere Einsätze z.B. im Ausland bedingt.

Die Entfernung ist ein Prüfstein, kein Problem.

Ach ja, Deine letzte Frage- nichts, aber dieses warten, diese Sehnsucht hat auch Ihre positiven Aspekte. Lass Dich einfach drauf ein.

Ich wünsch Euch eine schöne Zeit, geniesse Sie!
 
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  • #4
"Entfernung ist wie der Wind: sie bläst die kleinen Feuer aus und facht dir großen an"

w57
 
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  • #5
Ich führe ebenfalls eine Fernbeziehung und schließe mich Kalle vollumfänglich an. Fernbeziehungen pauschal abzulehnen ist meines Erachtens extrem gewagt, weil man damit den Kreis der potentiellen Partner enorm einschränkt.

Außerdem kann eine Fernbeziehung auch mal entstehen, wenn einer der Partner aus beruflichen Gründen in eine andere Stadt oder gar ein anderes Land muss. Ich finde solchen Realitäten muss man sich einfach stellen und damit umgehen.

Auch in meinem Freundeskreis haben die stabilsten Paare einige Jahre Fernbeziehung hinter sich. Das schweißt zusammen. Ein Ehepaar hat sogar Nachwuchs mit der Fernbeziehung verbunden, weil es aus beruflichen Gründen schlicht nicht anders möglich war. Wichtig ist, dass man an einem Strang zieht, die Beziehung uneingeschränkt bejaht, sich völlig vertraut und bereit ist, für die Beziehung auch einmal eigene Idealvorstellungen zurückzustellen. Niemand verbringt den Freitagabend gerne im ICE. Aber wenn man den anderen dann sieht, dann weiß man, dass er es wert ist.

Irgendeinen Kompromiss muss jeder schließen. Immer. Da hat man Glück, wenn der Kompromiss in der Distanz liegt. Ich finde Beitrag # 1 daher etwas weltfremd. In einem aber stimme ich zu. Es sollte langfristig auf jeden Fall das Ziel verfolgt werden, gemeinsam zu wohnen. Solange klar ist, dass beide daraufhin arbeiten, ist es egal, ob es noch Jahre oder nur noch Monate dauert, bis man dieses Ziel erreicht. w 35
 
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  • #6
Kann Kalle nur zustimmen, wir praktizieren dies nun seit fast vier Jahren, jedoch haben wir das Glück, uns auch während der Woche einen Abend/Nacht sehen zu können. Erschwerend bei uns kommen Kinder, also 14tägig Kinderwochenenden hinzu. Vertrauen und Ehrlichkeit, Sehnsucht und echte Liebe - dann klappt es. Gegen die Sehnsucht hilft kein Mittel, doch so hält sie lange an. Bei mir noch immer...
 
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  • #7
Liebe Frederika, danke für Deine schnelle Antwort!

Die Entfernung beträgt ca. 500 Kilometer und wir bemühen uns, so oft wie möglich zu sehen. Die Tatsache, dass wir beide beruftstätig sind, erschwert die Sache allerdings etwas, so dass wir uns derzeit 1-2 Mal im Monat sehen.

Im Urlaub waren wir noch nicht, denn die Beziehung ist noch ganz frisch. Aber wir planen, dieses Jahr im Sommer zu vereisen. Eine Perspektive fürs Zusammenziehen gibt es definitiv - einer von uns beiden ist mittelfristig nicht unbedingt ortsgebunden. Ich denke, wenn es die nicht gäbe, wäre eine Fernbeziehung tatsächlich wenig aussichtsreich.

Ich bin 28, sie ist 32. Wir telefonieren jeden Tag stundenlang - auch wenn uns O2 regelmäßig nach zwei Stunden vorübergehend trennt. Ich hätte es mir früher nie vorstellen können, eine Fernbeziehung zu führen - u.a. aus genau den Gründen, die du oben erwähnt hast. Bis ich sie kennen gelernt habe und nun ist eben alles anders...
 
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  • #8
Telefoniert, mailt, simst,
aber mach dich nicht davon abhängig, gehe deinen Hobbys nach, triff dich mit Freunden, lenk dich ab.
 
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  • #9
Ich hatte lange ein gut funktionierende Wochenend- bzw. Fernbeziehung.

Irgendwann war sie zu Ende. Einfach so, fast ohne Vorwarnung. Die Anzeichen waren schleichend. Man unterschätzt den richtigen Zeitpunkt. Man unterschätzt vieles.

Ja, ich würde es wieder riskieren, wenn die Liebe passt. Und dennoch: Es ist Gift in kleinen Dosen. Wie sagte schon fast wortwörtlich Paracelsus: "Die Menge machts." Irgendwann ist es zuviel. Der Eine verträgt mehr, der Andere weniger.
 
  • #10
Ich bin überzeugt, die Aussicht, dass die Fernbeziehung nur etwas Vorübergehendes ist, ist ganz wichtig. Ich hatte zwei Fernbeziehungen, und beide liefen einige Jahre sehr gut.
Es gab aber keine Aussicht, dass wir in absehbarer Zeit mittelfristig zusammen leben würden. Und diese Perspektivlosigkeit hat mich auf Dauer mürbe gemacht. Das Bild mit dem Gift in kleinen Dosen von #8 finde ich da sehr passend.
 
  • #11
@FS/6
Zur Zusatzinfo: 1-2x im Monat ist für den Aufbau einer Beziehung auf Dauer zuwenig. Gibt es denn keine Möglichkeit Euch öfter zu treffen? Habt Ihr Wochenenddienste dass es nicht möglich ist wenigstens alle WE´s zu nutzen? Dann wärs aber dennoch gut wenn der nicht arbeitende Partner dann am WE da ist, ist dann sogar ein klein wenig Alltag. Besser als gar nicht sehen.

Jetzt verstehe ich auch die Frage besser wegen der Sehnsucht. Wenns 4 Wochen dauern kann bis man sich wiedersieht. Dazu hat #7 das passende geschrieben.

Aber genau darin liegt wohl das Problem, jedes Treffen wird dadurch zum Feiertag den man sehr gut nutzen möchte. Ein richtiges kennenlernen abseits des Körperlichen ist da in der Tat nicht einfach.

Das wäre also die erste und dringlichste Baustelle- sich möglichst jedes WE treffen, 500km sind ja kein unüberwindliches Hindernis, dürften so um die 4-5h Fahrzeit sein, das geht Freitag und Sonntagabend. Bei und sinds "nur" 2-3h (Verkehrsabhängig) aber wir haben uns im letzten Jahr etwa 120 Tage gesehen- also mehr wie so manche Nahbeziehung. Wir haben beide Arbeitsplätze mit Personalverantwortung, also keine 35h Wochen und bekommen das gebacken.

Ich sagte ja, es ist ein gewisser Aufwand damit verbunden. Aber diese Frau ist jeden km Wert den ich fahre.

@3 Danke für diese Weisheit.
 
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  • #12
Klar hat eine Fernbeziehung genau so eone Chance, wie eine Nahbeziehung (oder wie heißen die dann?) Nach meiner Erfahrung gestaltet sich eine Fernbeziehung intensiver und man kratzt wirklich die letzten Flexibilitätsreserven zusammen, um zusammen sein zu können, wie es Kalle beschreibt, sie sehen sich häufiger, als manch zusammenlebendes Paar und man lernt von Beginn an, die gemeinsame Zeit zu wertschätzen. Mal ehrlich, wieviel Zeit habt Ihr in nahen Verbindungen schon mit fadestem Blödsinn verbracht? Das geschieht in meiner Fernbeziehung niemals, ohne, dass wir total überfrachtete Programme aushecken.
Zu Deiner Frage nach der Sehnsucht und der Zeit zwischendurch, lieber FS, kann ich sagen, dass die Zwischenzeiten sich in meinem Falle sehr positiv auf die Frischhaltung der Liebe auswirken. Jedesmal, wenn wir uns sehen, ist es ein klitzekleines Wenig so, wie beim ersten Mal und dieses Gefühl möchte ich nicht missen.
Darüber, dass wir in absehbarer Zeit nicht zusammen leben können werden, sprechen wir fast gar nicht mehr. Wenn Ihr also irgendwann zusammen ziehen könnt, ist es aus meiner Sicht sogar sehr angebracht, die Erfahrung aus der vorherigen Fernbeziehung in den Alltag mit einzubauen- derart erfinderisch und beweglich werdet Ihr nie wieder!
Viel Spaß miteinander und gutes Gelingen, w 52
 
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  • #13
Ihr seid echt klase - vielen Dank!

@Kalle - wir versuchen, kreativ an der Baustelle zu arbeiten und irgendwann wird sie fertig sein.

Alles Gute!
 
  • #14
Ich finde , du brauchst so lange , wie du brauchst . Ob einen Monat oder drei , es ist deine Entscheidung. Nie würde ich mich von einem Mann zu etwas überreden lassen, was ich nicht will . Wenn der Mann nicht warten will , dann ist er nicht für mich . Wenn jemand schnell Sex möchte ist es auch ok , es muss halt passen. Mein erster Freund war 10 Jahre älter als ich und wartete 6 Monate , das fand ich sehr schön . Ich war auch schon 21. ich bin sehr froh , dass ich erst spät meine Erfahrungen gemacht habe , mit 14,15 wäre ich emotional total überfordert gewesen . Welche Gefühle hat ein Mann für mich , der mich zweimal gesehen hat ? Da geht es doch nur um Lust . Möchte ich auch nicht abwerten , aber emotionsloser Sex gehört zu dem Traurigsten, was ich mir vorstellen kann. Sollte ich nie mehr lieben , werde ich wohl nie mehr Sex haben . Fänden viele bestimmt auch sehr traurig .
 
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