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Gast

  • #1

Ich kann meinen Sohn nicht lieben!

Sehr geehrte Forum-Teilnehmer,

mein Titel sagt schon alles aus. Ich kann meinem Sohn keine Liebe geben.
Es liegt daran, dass er durch eine Vergewaltigung entstanden ist.
Ich entstamme aus dem Iran und kam zum studieren nach Deutschland. Es war eine
neue Kultur für mich, aber ich fand mich gut zurecht. Ich hatte viele Freunde und habe die Sprache gut gelernt. Ich war dennoch religiös, obwohl ich kein Kopftuch trug und mich sehr westlich verhielt.
Ich hatte auch einen deutschen Freund. Wir haben uns wirklich geliebt, und wir haben oft über Heirat geredet. Jedoch hat er mich eines Tages vergewaltigt. Er war sehr betrunken, aber ich habe ihm nie vergeben. Er wurde auch verurteilt und darüber bin ich sehr glücklich. Ich rede eigentlich nie über dieses Erlebnis und habe es verdrängt.
Ich wurde leider schwanger und entschied mich, mein Kind zu behalten. Ich dachte, dass es leicht werden würde, aber ich unterschätzte die Situation. Meine Familie hat mich zwar unterstützt (was eigentlich selten ist, wenn man meinen Hintergrund bedenkt), aber ich konnte nie eine Bindung zu meinem Sohn aufbauen.
Ich blieb in Deutschland und führe hier ein gutes Leben im Wohlstand. Uns mangelt es an nichts.
Mein Sohn ist mittlerweile 19. Ich habe mehrere Therapien durchgezogen, die mir jedoch nicht geholfen haben. Ich sehe in meinem Sohn nur meinen Vergewaltiger. Er sieht ihm optisch sehr ähnlich. Ich sehe aus wie eine Iranerin, aber er sieht genau aus wie sein Vater. Er hat deswegen immer das Gefühl gehabt, dass ich ihn deswegen nicht lieben könnte. Er weiß nicht, dass sein Vater ein Vergewaltiger ist und das ist auch gut so. Ich habe ein Geflecht aus Lügen aufgebaut, welches ich ihm seit Jahren vorgaukle. Meine ganze Familie erzählt ihm nichts davon.
Ich wünschte, dass ich eine liebende Mutter hätte sein können, aber es hat nicht geklappt. Mein Sohn tut mittlerweile alles, damit ich ihm Liebe zeige. Ich tue es zwar, aber es sieht einfach nicht echt aus.
Seiner Meinung nach ist das "Problem", dass er aussieht wie ein Deutscher (blonde Haare, Grüne Augen und sehr groß). Deswegen glaubt er, dass ich ihn nicht so sehr lieben könnte. Er hat sich jedoch immer eher als Iraner gefühlt, obwohl es eigentlich nicht seine Kultur ist. Zu Hause sprachen wir aber nur Persisch und er sieht sich als Iraner, da er dadurch das Gefühl, näher an meiner Kultur zu sein. Wir sind auch jedes Jahr im Iran und nur dort fühlt er sich etwas wohl, da er dann bei meinen Verwandten ist, die ihn akzeptiert haben und ihm das Gefühl geben, ein Teil der Familie zu sein.
In Deutschland schafft er es nicht, Freunde zu finden. Er wurde auch gemobbt und hat leider einige soziale Problem. Er ist sehr intelligent und wird jetzt anfangen zu studieren. Er ist jetzt in eine andere Stadt gezogen, aber er sagt mir immer, dass er sich einsam fühlt, und es nicht mehr aushält.
Gibt es hier im Forum noch andere Mütter, die Kinder haben, welche durch eine Vergewaltigung entstanden sind?
 
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Gast

  • #2
Sag ihm die Wahrheit, dann wird er viele Dinge in seinem Leben besser verstehen. w53
 
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Gast

  • #3
Irgendwie wirst Du ihn ja doch geliebt haben, sonst hätte er es nicht bis zum Studium gebracht. Liebe FS, er ist zur Hälfte Dein Kind und entstammt Deinem Körper. Versuche, diese Hälfte zu sehen, nämlich dass er ein Teil von Dir ist - und Dein Inneres.

Wenn Du ihn schon nicht so lieben kannst, wie Du es Dir gewünscht hättest, so kannst Du ihm wenigstens die beste Freundin sein. Du schreibst sehr warmherzig von Deinem Sohn, und ich glaube nicht, dass Du ihn nicht liebst - er ist bei Dir in geordneten und guten Verhältnissen aufgewachsen, und nie vergessen: Er ist ein Teil von Dir, DIR!

Wenn alle Therapien nicht helfen, dann schau, was Euch verbindet - Euch verbindet mehr, als das Euch trennt. Ich bin nicht sicher, ob Du ihm erzählen solltest, wie er entstand. Womöglich gibt er sich dann noch die Schuld für sein Existieren, bitte tue das besser nicht. Hier in Deutschland vertritt man häufig die Meinung, dass alles jederzeit und schonungslos ans Tageslicht gezerrt werden müsse, obwohl dies oft noch mehr Schäden verursacht und niemand einem am Ende diese Last abnimmt. Schaden und Nutzen stehen oft in keinem gesunden Verhältnis mehr.

Ermutige Deinen Sohn, sich Freunde zu suchen, vielleicht gibt es an der Uni noch mehr Studenten, mit denen ihn etwas verbindet? Z.B. junge Leute aus einer multikulturellen Beziehung? Wenn man eine kleine Gemeinsamkeit gefunden hat, ist dies meist der Anfang von schönen Freundschaften. Und Freunde braucht er! Unbedingt!

Sei einfach immer für ihn da, sei seine beste Freundin und unterstütze ihn bei seinen Vorhaben. Ich selbst bin in meinem Leben auch nicht unbedingt eine "Knuddel-Mama" gewesen und konnte mit meinen Kindern nicht so viel anfangen, bis sie dann älter wurden. Ich war eine bessere Teenager-Mutter als eine Kleinkind-Mutter und habe als Ausgleich meinen heute erwachsenen Kindern bei allem geholfen und die unterstützt, wo es nur ging - und für sie manche Kastanien aus dem Feuer geholt. Wir haben darüber gesprochen, dass ich so bin wie ich bin und nicht über meinen Schatten springen kann - sie haben es verstanden und wir sind einander trotzdem sehr verbunden.

Ich habe eine Freundin die durch eine Vergewaltigung entstanden ist. Ihre Mutter hat ihr dies erzählt - es hat mehr kaputtgemacht als es gut gemacht hat und hat sich noch später auf ihre eigenen Kinder ausgewirkt. Die ganze Familie ist kaputt. Überlege es Dir gut. Ich würde davon abraten. Erzähle Deinem Sohn evtl., dass sein Vater Dich misshandelt hat, aber keine Einzelheiten.

Alles Gute für Euch!
 
  • #4
Deinem Posting entnahm ich zu anfangs, daß Dein Sohn noch sehr klein ist. Nun ist er ein erwachsener Mann, der seine eigenen Wege geht.
Er wird schon immer gespürt haben, daß etwas zwischen Euch steht, daß Du ihm keine Zuneigung geben kannst. Wie Kinder so sind, denken sie, daß es ihre persönliche Schuld ist. Er glaubt vermutlich, daß er nicht liebenswert ist, welches zu Minderwertigkeitsgefühlen führt und was vermutlich auch die Ursache für seine mangelnden Freunde in Deutschland ist.
Nun, da er erwachsen ist und auch noch fernab von Dir lebt, wird es Zeit, ihm die Wahrheit zu sagen. Daß es eben NICHT an ihm liegt, sondern an den Umständen, unter denen er gezeugt wurde.
 
G

Gast

  • #5
Liebe FS, ich glaube, ich könnte mein Kind auch nicht lieben, wenn es durch eine Vergewaltigung entstanden wäre. Aber Dein Sohn leidet unter der fehlenden Liebe, er kann nichts dafür. Ich finde auch, dass Du es ihm sagen solltest, unter welchen Umständen er zum Leben kam, dann kann er so manches anders einordnen und Verständnis entwickeln. Ich weiß, es ist sehr schwer, über die Vergewaltigung zu sprechen, sicherlich war es auch nicht einfach für Dich, diesen Thread hier zu eröffnen.

Hast Du schon an eine Familientherapie gedacht? Vielleicht ist es einfacher, in diesem Rahmen mit Deinem Sohn zu sprechen?

Alles Liebe und Gute für Dich und Deinen Sohn!
w46
 
G

Gast

  • #6
Liebe FS,

das Lesen Deiner Worte schickt mich durch ein Wechselbad der Gefühle, diese Widersprüchlichkeit macht es mir schwer den richtigen Anfang zu finden und deshalb fange einfach dort an.

Es tut mir sehr leid was Dir widerfahren ist und ich maße mir nicht an Deine erlittene Grausamkeit wirklich nachempfinden zu können, weil mir Dein Leid unvorstellbar erscheint.
Gut dass der Täter (s)eine Strafe erhalten hat.
Schade, dass Du, das für Dich nicht verarbeiten könntest.

ABER:

Warum tust Du Deinem Kind diese Vergewaltigung (noch mal) an? Wie kannst Du angesichts Deines eigenen Leidens so grausam sein?

Ich bin kein Psychologe, weiß nicht wie meine Worte auf Dich wirken und wie ich Dich wachrütteln kann, aber auf eine andere Art ein betroffenes Kind.

Ich war die ersten Monate meines Lebens sehr krank und wurde isoliert und das bin ich bis heute!

Bitte tue das Deinem Kind nicht an! Rede mit ihm über ALLES. Er wird immer auf der Suche nach dem "Warum" sein und im Zweifel könnte er daran zerbrechen. Ich bin es! Du hast die Chance und verdammte Pflicht es zu tuen und zu ändern.

m
 
G

Gast

  • #7
Hallo FS,

kann dem Gast 1 nur zustimmen!
Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht.
Nach meinem Empfinden muss er die Chance haben den Grund für dein Verhalten
mitgeteilt zu bekommen!!!
Das DU deinem Sohn keine Gefühle entgegen bringen kannst und dich dieses schreckliche Erlebte bis heute verfolgt, ist schon traurig genug und tut mir wirklich sehr leid für dich!
Ich würde dir wünschen, dass du den Mut aufbringst und deinem Sohn die Wahrheit sagst, bevor er es vielleicht irgendwann durch deine Familie erfährt.
Gib ihm die Möglichkeit sein Leben besser zu verstehen und lieben zu lernen.
Ich könnte mir sogar vorstellen, dass es dir ein wenig hilft...

Ich wünsche euch von Herzen alles Gute!

w54
 
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Gast

  • #8
Ganz ehrlich: Für mich klingt die Geschichte konstruiert. Ich habe selbst einen Sohn (5) aus einer Beziehung, in der der Mann mich neben Schlägen auch regelmäßig sexuell missbraucht hat - oder Vergewaltigt, wie die FS es nennt. Und das nicht nur einmal, wie bei der FS: An freiwilligen Sex mit dieser Person war für mich schon lange nicht mehr zu denken, aber in einer Beziehung, in der das Machtgefälle so aus den Fugen geraten ist, wie in unserem Fall, nimmt sich der Stärkere (hier der Mann) was er will ohne groß zu fragen.

Das Abschließen mit dieser untragbaren Situation war für mich allerdings noch deulich schwerer, weil der Mann im Gegensatz zu dem ExPartner der FS niemals verurteilt wurde (die Sachlage war angeblich nicht eindeutig, bzw. der Ex hat eben hartnäckig geleugnet und die ärztlichen Atteste waren niemals eindeutig auf häusliche Gewalt zurückzuführen - klar, man kann sich den Arm auch bei einem Sturz brechen und blaue Flecken hat jeder mal...Hier mein Rat an alle Missbrauchsopfer: Lasst alle Verletzungen von einem Arzt Dokumentieren! Sonst werden sie bei einem spätern Verfahren behandelt, als wären sie niemals passiert). Ich arbeite die Vergangenheit schritt für Schritt therapeutisch auf - und das ist auch dringend nötig.

Jetzt sollte man meinen, dass ich deshalb ein gestörtes Verhältnis zu meinem Sohn habe. Habe ich aber nicht. Er ist das einzig gute, was diese Beziehung hervorgebracht hat. Keine Sekunde lang habe ich auch nur in Betracht gezogen, seine unschöne "Entstehungsgeschichte" mit meiner LIebe zu ihm abzugelten. Schließlich kann er nichts dafür: Jedes Kind kommt unschuldig zur Welt.

Wenn jemand 19 (!!!) Jahre nach einem Vorfall einen Thread eröffent, kann ich das irgendwie nicht ernst nehmen. Die komplette Persönlichkeitsentwicklung des armen Kindes ist abgeschlossen, das Kind ist im wahrsten Sinne des Wortes "bereits in den Brunnen gefallen". Zeit also, dass der Junge sich Hilfe holt. Nicht vorhandene Zuneigung kann man nicht erzwingen. Deshalb geht mein Rat nicht an die Threadstellerin, sondern an deren Sohn: Halte dich von deiner Mutter fern, sie ist Gift für dich. Starte eine Therapie, die dir Selbstvertrauen gibt und dir hilft, dich selbst als liebenswertes Wesen zu begreifen.
 
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Gast

  • #9
Liebe FS,

sorry, aber ich kann dein Verhalten über all die Jahre betrachtet nicht nachvollziehen.

Selbstverständlich hast du Schlimmes erlebt. Deshalb zwei Fragen:

1. Warum hast du dein Kind überhaupt zur Welt gebracht?
2. Warum hast du es nicht direkt nach der Geburt zur Adoption freigegeben? Damit hätte dein Sohn die Chance gehabt, in einer Familie mit ganz viel Liebe aufzuwachsen.

Somit hatte er keine Chance sondern musste mit einer Mutter - einer erwachsenen Frau - aufwachsen, die das Kind schon aufgrund seines Aussehens eher hasst. Traurig traurig!

Selbstverständlich kenne ich deine Geschichte nicht im Detail und sie ist wahrlich krass, aber mit echtem Willen hätte mit Sicherheit ein liebevolleres Verhältnis zu deinem Sohn in seinen Lebensjahren wachsen können. Denn wie bereits gesagt, er kann für seine Entstehung rein gar nichts. Du bist als Mutter gefragt, ihm den notwendigen Halt zu bieten. Du bist nicht ganz unschuldig daran, wenn dein Sohn selbst später nicht lieben oder auch vertrauen kann.

Man man, komm endlich in die Puschen. Wende dich nicht an ein Forum sondern an Psychologen, Spezialisten etc. Und vor allem, entwickle endlich den Willen, dein Kind zu akzeptieren und erst recht zu lieben. Vielleicht ist es noch nicht zu spät.

Hör endlich auf dich selbst zu bemitleiden und nimm deinen Sohn statt dessen in den Arm! Auch das kann man lernen.

w53

P.S.: Ich selbst bin allein erziehende Mutter eines fast 13jährigen Sohnes, den ich über alles liebe. Wenn ich mir vorstelle, ich würde mein Kind so behandeln wie du deinen Sohn, dreht sich mir der Magen um.
 
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Gast

  • #10
Er ist doch erwachsen und weggezogen - Ihr habt die örtliche Trennung hinbekommen und die enge Beziehung - von der sich Mutter wie Sohn abnabeln müßten - gab es eh nie.

Das Problem ist doch, daß er den Grund nicht versteht - Du schreibst von Lügen, die Du ihm erzählt hast. Mach Schluß mit den Lügen, denn die führen nur dazu, daß er das wahre Problem nicht begreift.

Er liebt Dich nicht, weil Du ihn nicht liebst - Du liebst ihn nicht, weil .... ?

Wenn er den wahren Grund dafür kennt, wird er Dich lieben dafür, daß Du all das auf Dich genommen hast, bei ihm geblieben bist, ihn nicht zur Adoption frei gegeben hast und ihn auch nicht abgetrieben hast und vor allem - Dich trotz allem bemüht hast, eine gute Mutter zu sein.

Daß Ihr daheim Farsi / Persisch sprecht verstehe ich - ich lebte auch im Ausland und ich wollte auch einen "Deutschen Kern" sprich deutsche Sprache daheim.

Aber wichtig ist, daß Ihr nicht die Probleme vermengt sondern getrennt löst. Du hast das Problem mit ihm und es ist Zeit für Dich, das Problem zu lösen und Dein endlich erwachsenes Kind sein Leben leben zu lassen. Schau was Du erreicht hast: Einen mehrsprachigen, intelligenten Sohn, der studiert und gut Deutsch spricht.

Dein Problem "Vergewaltigung und die Folgen" endet damit.

Sein Problem ist Einsamkeit, wenig Freunde und irgendwie weiß er nicht, in welches Land er gehört. Blonde Menschen sind auch im Iran arg selten. Aber Probleme geben Chancen und Lösungsmöglichkeiten, jemand anders hätte weder die Bildung noch die Intelligenz noch die Sprachfähigkeiten. Es ist auch nicht jeder auf Anhieb kommunikativ.

Es ist sein Problem, kommunikativ zu werden und Freunde zu finden - nicht Deines. Trenne das. Man hat Freunde nicht von allein sondern muß sie finden. Das ist nicht leicht und auch ich hatte als Deutscher meine Probleme damit. Aber es gibt heute mehr Wege, z. B. via Internet etc ppp ... und im Zweifel einfach rausgehen und sich nicht zurück ziehen. Wer am Samstag abend daheim ist, braucht sich über Einsamkeit nicht zu wundern.

Aber: ER muß das Problem angehen und lösen.
 
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Gast

  • #11
Sprich mit Deinem Sohn über Dein Schicksal, das auch seines ist. Wenn ihr es zusammen beweint und betrauert habt, wird etwas neues, wie eine zarte Pflanze, wachsen.

Wie in der Natur muss manchmal altes abgeholzt werden. Dann braucht es Geduld, die neuen
Triebe wachsen zu lassen.

Interessant, dass Du die Frage jetzt im November stellst, die richtige Jahreszeit um Bäume und Sträucher von Gehölz zu befreien, damit sie im Frühjahr wieder Kraft und Leben entwickeln.

Dein Sohn hat das richtige Alter, es ist nicht zu früh und nicht zu spät. Eine schwere Arbeit aber
sie wird sich lohnen. Alles Gute.
W
 
G

Gast

  • #12
Liebe FS, Du stellst die Frage ganz allgemein an vergewaltigte Frauen, dabei ist sie in Deinem Fall doch sehr speziell und dieses Spezielle ist doch sehr wesentlich!

Die Frau eines guten Freundes ist Kriminal-Oberkommissarin und hatte schon einige solcher Fälle.

Nach ihren Aussagen ist eine Vergewaltigung für eine Frau, die nachts durch einen dunklen Park zur U-Bahn läuft sehr schlimm, aber wenn aus diesem "Ereignis" ein Kind entsteht, gibt es mittel bis langfristig eine ganz andere gedankliche Rückzugsmöglichkeit für die Frau. Da sie den Vater ihres Kindes praktisch nicht kennt, ist es "IHR Kind" und sie kann mit sich selber zu diesem Ereignis maximal mit sich ausdiskutieren, dass es dämlich war, nach Mitternacht durch den dunklen Parkt zu laufen.

Bei Dir sieht das aber anders aus ...es ist nicht nur jemand aus dem Umfeld gewesen ...nein, es war ein Mann, den Du sogar gedanklich eigentlich mal als Vater für deinen Sohn vorgesehen hattest! Du müsstest zugeben, dass es nur ein Zufall war, dass der Zeugungsakt und die Vergewaltigung zusammenfielen. Unter minimal anderen Umständen hättest Du diesen Mann vielleicht geheiratet, Deinen Sohn als Wunschkind gezeugt und wärst dann später in der Ehe vergewaltigt worden. (denn früher oder später wäre das in jedem Fall passiert, wenn Frau sich für einen bestimmten Typ Mann entscheidet)

Du projezierst auf Deinen Sohn, Dein eigenes unterschwelliges Gefühl für die Wahl, die Du damals getroffen hast!

DAS musst Du Dir eingestehen und auch Deinem Sohn erklären!

m44

PS: Für die Gutmenschen: Jedes Statement, dass Frauen in diesen speziellen Fällen keine Beteiligung haben, ist eine Ohrfeige für die Opfer von "nachts im Park" Vergewaltigern!
 
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Gast

  • #13
Kann ich nicht nachvollziehen, vermutlich weil ich auch die iranische Kultur und Religion nicht verstehen kann und auch nicht mag.

Ich lebe nach dem Motto: Weltoffenheit für alles, und sein Schicksal tragen und lieben wie es ist. So leben die meisten Deutschen.
Ich sehe ein Vergewaltigungskind nicht anders als ein Adoptivkind oder einen Hund oder eine Katze. Man liebt es trotzdem wie sein eigenes, auch wenn es nicht von einem selber ist oder durch unglückliche Umstände zu einem gekommen ist. Aber das ist vermutlich für die iranische Kultur zu hoch an Verständnis. Dort isst man ja auch Hunde und Katze und zieht den Tieren am lebendigen Leib das Fell ab. Auch Dinge, die ich nicht nachvollziehen kann.
Dein Problem ist nicht dein Sohn, sondern dass du dein Trauma nicht überwunden hast. Nicht jeder Psychologe ist gut. Gibt viele schwarze Schafe. Ich würde mir den besten Psychologen heraussuchen und lebenslang dort hin gehen. Und der Sohn sollte davon erfahren, damit er dir anders entgegenkommt.
 
G

Gast

  • #14
Gehe mit deinem Sohn zusammen in eine Therapie und sage ihm die Wahrheit, dann hat er Chancen zu verstehen, was mit ihm los ist.

w
 
G

Gast

  • #15
Ich verstehe absolut nicht, warum sie ihren Sohn die Wahrheit sagen sollte?! Ja, Wahrheit schön und gut, aber ich denke diese Wahrheit bringt noch mehr Probleme als dass sie welche aus den Weg schaffen sollte.
Wie soll sich ihr Sohn denn fühlen wenn er erfährt aus einer Vergewaltigung entstanden zu sein? Er würde sie dann besser verstehen?!
Es geht hier um Gefühle, und dieses Gefühl welches er dann hat wird dann mit Sicherheit nicht besser sein. Dazu muss er es schon ganz objektiv betrachten können um diese Wahrheit überhaupt ein bisschen verdauen zu können und ich sehe es mal so, es ist besser für ihn dass er objektiv betrachtet, dass seine Mutter ihm nicht die Liebe geben konnte die er sich gewünscht hat, aus welchen Gründen auch immer, als dass er ein Produkt aus Gewalt ist, denn der Fakt ist derselbe---> fehlende Mutterliebe.

Liebe FS, tu deinem Sohn so etwas bitte nicht an.

w(31) ( Entsetzt über leicht daher gesagte Ratschläge die mehr Schaden anrichten als alles andere, unmöglich!)
 
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Gast

  • #16
Geh in die Therapie. Es ist allein dein Problem!

Dein Sohn kann nichts für die Vergewaltigung.
Dein Sohn kann nichts dafür, dass du nicht abgetrieben hast.
Dein Sohn kann nichts dafür, dass er jetzt hier ist.

Auch wenn die Umstände bitterlich sind, sehe ich kein Grund, deinen heutigen erwachsenen Sohn so zu behandeln. Jetzt heißt es nach vorne schaun! Ihr hattet zusammen sicher auch gute Zeiten. Man sollte nicht ein Leben lang so derbe nachtragend sein (wie Iraner wohl so sind? - siehe Krieg, zumeist wegen Religionsdingen)

Außerdem ist Vergewaltigung nicht gleich Vergwaltigung. Es war nicht ein brutaler fremder Kerl auf der Straße, sondern dein eigener Freund, den du mal heiraten wolltest.
 
  • #17
In einer sehr vulnerablen Phase Deines Lebens (als junge Frau im Ausland in einem anderen Kulturkreis) wurde Dir großes Leid angetan. So wie Du es beschreibst, hört es sich an, als wäre alles erst vor kurzem passiert. Ich mag keine Ferndiagnosen, aber ich möchte Dir dennoch raten mit einem Psychiater Deines Vertrauens über PTBS zu sprechen. Womöglich kann Dir ein guter Arzt weiterhelfen und endlich eine hilfreiche Therapie initiieren. Von Schnellschüssen wie Dir hier geraten wird (Einweihen des Sohnes) rate ich Dir dringend ab. Du eröffnest damit zu viele Baustellen, wo Du schon jetzt permanent Sorgen und Schuldgefühle hast.


Dein Sohn hat sich Zeit seines Lebens bemüht Deine Liebe zu erringen. Indem er bspw. alles dafür tat ein „echter Iraner“ zu sein (und nicht der hundsgemeine Deutsche, der Dich vergewaltigte). Er hat unbewusst reagiert, um Schmerz von Dir zu nehmen. Das kannst Du als kluge Frau sehen. Vielleicht kannst Du keine authentische Liebe spüren. Eines kannst Du aber als erwachsene Frau schon tun: Dein Verhalten ändern. Nimm Dir bspw. vor Deinen Sohn anzurufen und zu fragen, wie es ihm geht, ihn einzuladen, ihn so zu bekochen, wie er es liebt. Sage ihm, dass Du Dich sorgst, mache ihm Komplimente… Oft ist es so, dass Verhaltensänderungen auch nach innen wirken!
Ein Depressiver bspw. will oft nicht rausgehen, meidet das Licht etc, dennoch wirkt ein (mit sanftem Druck „erzwungener“) Spaziergang Wunder. Es könnte Euch beiden helfen. Imaginiere Dich als liebevolle Mutter. Was würde sie tun? Es geht um einen anderen Entwurf von Dir selbst, raus aus der Opferrolle. Aus Deinem großen Unglück ist ein Glück erwachsen (im wahrsten Sinne des Wortes): ein 19-jähriger Mann, der Dich liebt. Das hast Du alleine geschafft, trotz allem. Ich sehe vieleviele Ressourcen. Lass es nicht zu, dass symbolisch der Täter reüssiert.
 
G

Gast

  • #18
m44

PS: Jedes Statement, dass Frauen in diesen speziellen Fällen keine Beteiligung haben, ist eine Ohrfeige für die Opfer von "nachts im Park" Vergewaltigern!

Niemand hat das Recht einem anderen Menschen Gewalt anzutun.
Er hat sie vergewaltigt. Sie hat sich in diesem Mann getäuscht. Aber sie ist nicht Schuld!

Und noch etwas. Die meisten Vergewaltigungen finden im näheren Umfeld statt, selten nachts im Park.
Eine besondere Empfehlung von mir. Sieh dir den Film Angeklagt mit Jodie Foster an oder das Video "It`s Your Fault ", kannst du u.a. bei YT sehen, dauert nur wenige Minuten. Vielleicht siehst du dann einiges anders, hoffe ich zumindest.

Zur FS: Er ist dein Sohn. Und er braucht dich. Lass ihm die Chance glücklich zu werden.
Du bist seine Mutter, er hat doch nur dich. Nicht nur du warst ein Opfer, dein Sohn ist es auch.
Lass nicht zu, dass diese Tat vor 19 Jahren weiterhin dein Leben bestimmt. Diese Macht hast du.

Für manche Dinge im Leben, kann Einsicht manchmal zu spät sein.
Als du damals schwanger warst, hast du dich für deinen Sohn entschieden, du kannst jetzt nochmal entscheiden und ich hoffe du tust es. Er wartet schon solange auf deine Liebe.

w
 
G

Gast

  • #19
Liebe FS,
Du gönnst Dir den Luxus diverser ergebnisloser Therapien und Dein Kind lässt Du leiden, dem verweigerst Du die Hilfe. Dein Kind ist psychisch schwer gestört, weil es in einem Lügengespinst aufwaechst und doch spürt, dass was nicht stimmt, Du Dein Kind ablehnst. Deswegen geht er nicht wie andere junge Menschen begeistert in eine neue Lebensphase, sondern ist unsicher und unglücklich, will lieber zuhause bleiben und von Mama geliebt werden. Das hindert ihn, sein Leben zu beginnen.
Von der Mutter abgelehnt zu werden, ohne es zu verstehen ist eine der schlimmsten Lebenserfahrungen, die ein Kind machen kann und sie prägt für das ganze Leben. Man ist zutiefst verunsichert, weiß nicht, wie man sich richtig verhalten soll.

Dein Sohn hat keine Lebensprobleme, weil er gemobbt wurde. Er wurde garnicht gemobbt, sondern er kennt keine Liebe. Er kann deswegen keine Bindungen und Kontakte zu anderen Menschen aufbauen. Warum gehst Du in Therapie und schickst nicht auch Dein Kind dahin? Mach mit einem Therapeuten ein gemeinsames Gespräch, in dem ihr ihn informiert.
Wenn man ihm hilft, das Ganze zu verarbeiten, kann er vielleicht noch ein gutes Leben haben. Kann auch sein, dass er es so macht wie ich, zur Mutter vollständig den Kontakt abbrechen, damit ihre Lieblosigkeit mich nicht mehr blockiert.
 
G

Gast

  • #20
Manche der Antworten hier sind unglaublich...da werden Ratschläge und Meinungen geäußert, ohne einmal kurz über die Traumatisierung und deren Folgen nachzudenken, wie es scheint.
Liebe FS, ob es richtig ist deinem Sohn zu erzählen, dass er durch eine Vergewaltigung gezeugt wurde, solltest du besser zuerst mit einem Fachmann besprechen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es der richtige Weg ist, es ihm zu sagen.

Und all jene die sich anmaßen, zu urteilen ob ein Übergriff im Park oder durch den eigenen Partner schlimmer ist, sollten sich wirklich schämen. Sofern sie es nicht selbst erlebt haben, ist es ihnen wohl nicht möglich den (unterschiedlic
hen) Schrecken zu erahnen den die Opfer durchleben müssen!
 
G

Gast

  • #21
Hast Du wirklich geglaubt, es ist möglich als "halbes" Kind ein normales Leben zu führen.
Den Vater hast Du mal geliebt, er hat Deinen Willen betrunken missachtet (Vergewaltigung)
und Du hast ihn dafür ins Gefängnis gebracht. Es ist vergolten.

Scheinbar wurde Dein - sicher auch kulturell bedingt stark ausgeprägter - Stolz aber dermaßen verletzt, dass der Gedanke nicht fernliegt, Dein Sohn soll für seinen Vater büßen.

Sein Äußeres, die Blicke auf Dein kleines Kind werden nicht liebevoll gewesen sein.Dein Sohn ist
von Anfang an mit Ablehnung Deinerseits aufgewachsen.
Leben durch Abtreibung zu vernichten ist weit weniger schmerzvoll.

Stell Dir mal vor - der Vater wird im Leben des Kindes totgeschwiegen, die Mutter lässt keine Nähe
zu.
Diese sucht der Sohn sich über Hinwendung zu ihrer Kultur um einen winzigen Zipfel zu erhaschen.

Deine Therapien haben Deinen Stolz, Hass und das Unvermögen zum vergeben nicht überwinden können. Vielleicht brauchst Du Deinen Sohn weiterhin als Opferlamm für Deinen tief verletzten Stolz
und die Scham über den respektlosen Übergriff durch den "Deutschen". Da passt es ja gut, dass der
Sohn genauso aussieht. Eines hast Du wohl übersehen - er ist die Hälfte von Dir, Du kannst ihn wegstoßen, aber ihr habt lebenslang ein unsichtbares Band. Eure gemeinsamen Gene. Mit ihm quälst Du nicht nur den "Deutschen", der Dich gequält hat. Setz Dich mal mit dem Thema Vergebung auseinander. Die brauchst du nämlich auch.
Die durch "erklären der Wahrheit" von Deinem Sohn zu fordern, scheint Dein Motiv zu sein.
Das soll er jetzt auch noch leisten. Und im Inneren lebt Dein Hass und vor allem Stolz weiter......w
 
G

Gast

  • #22
Hallo FS,
doch, ein wenig Liebe ist da. Sonst würdest Du hier nicht Dein Problem offenlegen und Angst um ihn und seine Zukunft haben.
Stell Dir es einmal so vor: Deine Mutter würde Dir sagen, Dein echter Vater wäre ein Vergewaltiger.
Wie würdest Du reagieren? Du könntest nichts dazu, wärst bestimmt geschockt.
Und eben so würde es auch Deinem Sohn gehen.
Er braucht Deine Liebe, auch mit 19.
Ich würde mich selbst zwingen, öfters mit ihm allein etwas zu unternehmen. Simple Dinge, essen
gehen, Urlaub machen, mich nur auf ihn konzentrieren. Seine Wünsche, Ängste, Zukunftsträume
genau wahrzunehmen und in ihm einen jungen Mann zu sehen, auf Du den Stolz sein kannst, denn er gehört zu Dir.
w,44
 
G

Gast

  • #23
Besteht Deine größte Sorge darin, dass sich jetzt die Defizite Deines Sohnes abzeichnen?
Kein Vater, eine kalte Mutter und das Gedühl, ein Stigma zu verkörpern, ohne zu wissen warum.
Glaubst Du, das "warum" zu erklären verbessert seine Lebensqualität?

Im übrigen - Vergewaltigungskinder lieben oder nicht lieben hat, denke ich, weniger mit dem Vater
zu tun.
Sondern damit wie ein Mensch Hilflose und Schwache behandelt - Kinder zB.
Damit ist es nicht soweit her bei Dir, glaube ich.

Und ich denke, es geht wieder nur um Dich, nicht um ihn. Kalte Welt bei Euch.
w
 
G

Gast

  • #24
Liebe FS,

was für eine schwierige Zeit muss hinter Dir liegen. Diese Entscheidung für Deinem Sohn ... wie schön, dass er auf diese Welt kommen durfte, auch wenn sein Leben kein leichtes ist unter diesen Bedingungen. Wie schwer erst für Dich, je älter er wurde, desto mehr erinnerte er Dich an das, was passiert ist.

Erst einmal, nimm Dich in den Arm und danke Dir für das, was Du schon geschafft hast. Auch wenn da noch einiges vor Dir liegt.

Es ist nie zu spät, etwas zu verändern. Um Deinem Sohn das Leben leichter zu machen, wäre es sehr wichtig, dass Du ein einfühlsames Familienstellen machst, z.B. in Form von einer Kelk-Therapie, die sehr liebevoll ist (und nichts mit dem klass. Fam.st. zu tun hat). Hier läßt sich sehr viel und sehr liebevoll heilen. Tu es für Dich und Deinen Sohn. Was Du lösen kannst, wird auch er sofort spüren.
Auch ein (guter) Heiler könnte Dir hier helfen.

Psychotherapie, die von der Kasse gezahlt wird, bringt Dich hier nicht weiter. Das ganze muss auf der Gefühls-Seelen-ebene bearbeitet werden, nicht über den Kopf.

Deinem Sohn könntest du mal zufällig am Computer Nahko Bear zeigen. Dieser ist auch entstanden durch eine Vergewaltigung seiner Mutter. Er hat wunderschöne Lieder getextet mit einfühlsamer Musik, in der er sein Leben verarbeitet. Damit Dein Sohn sieht, er ist nicht alleine. Dieses Gefühl ohne Urvertrauen und Verwurzelung im Leben zu stehen, ist ganz schrecklich, viele Menschen bringen sich irgendwann um, weil sie es nicht mehr aushalten. Für uns alle ist Liebe das wichtigste, das uns durchs Leben trägt. Aber er hat bis jetzt überlebt und das zeigt, dass er kämpft und seinen Weg geht.

Ich würde an Deiner Stelle in einem passenden Moment Deinem Sohn eine abgemilderte Form der Wahrheit erzählen, damit er versteht, "er" ist nicht Schuld, dass er ohne Liebe grossgeworden ist, sondern Du kannst nicht anders. Wir Menschen müssen verstehen können, denn spüren tut er schon lange und kann es nicht einordnen.

Sag ihm, dass es Dir leid tut (dass Du ihm nicht die Lieben geben konntest, die er so gebraucht hätte - wie jeder Mensch), wenn Du das ehrlich sagen kannst, sonst tu es nicht. Ehrlichkeit ist am wichtigsten und er wird da sehr sensibel sein und sowieso merken, wenn es nicht stimmt.

Sprich mit ihm wie verhärtet Du Dich fühlst und dass Du diese Wunde erst heilen musst, aber noch nicht weisst wie. Und dass er jetzt reif genug ist, dass er das erfährt und dass es vorher zu früh war. Und dass auch das eine Form von Liebe ist, dass Du ihm das nun erzählst. Jeder kann immer nur das tun, was er tun kann. Ohne Bewertung. Und Du hast auf Deine Weise bestimmt das beste getan.

Ich wünsche Dir viel Kraft für Deinen Weg
w,46
 
G

Gast

  • #25
Vollste Zustimmung für Gast # 22

Mir wurde als Kind immer und immer wieder von allen möglichen verwandschaftlichen Seiten (mütterlicherseits) eingetrichtert ja nicht so zu werden wir mein Vater. Nein, ich bin nicht durch eine Vergewaltigung entstanden, aber die Ablehnung mirgegenüber, weil ich die Tochter meines Vaters war (den sich meine Mutter ausgesucht hat wohlgemerkt), war spürbar vorhanden und sehr sehr unangehm für mich ALS VÖLLIG UNBETEILIGTE!

Dein Verhalten ist einfach nur schwach, in selbstmitleid verfallend . Ich habe keinsterlei Verständnis für dich. Das arme arme Kind, was der schon mitmachen musste. Ich hoffe er distanziert sich von dir bis ans Ende seiner Tage. Es ist unverzeihlich was DU ihm angetan hast!

w
 
G

Gast

  • #26
Es ist schlimm, was dir passiert ist, das steht außer Frage.
Ihm von der Misshandlung zu erzählen finde ich aber nicht richtig. Wie soll er das verarbeiten? Soll er dich jetzt noch dafür trösten oder "verstehen"? Im Zweifel hierzu vorher Fachleute befragen.

Es steht aber auch außer Frage, dass du eine Form von Missbrauch, emotionalen Missbrauch, nun selber gegenüber deinem Sohn begehst. Möchtest du das wirklich weiter tun? Ich denke, dass du spürst, dass dies nicht die richtige Entscheidung ist, deinen Sohn lieblos zu behandeln, und du dich deswegen hier meldest. Eigentlich liebst du ihn, aber deine Opfergefühle, die nach Büßenlassen rufen, pflegst du stärker.

Dein Sohn ist ein eigenständiger Mensch, er ist nicht der Vater, soll aber stellvertretend büßen. Für mich hört es sich so an, als ob du v.a. an dich denkst und dich selber bemeitleiden willst.

Es stimmt nicht, dass du deinen Sohn nicht lieben kannst, du willst ihn nicht lieben, und willst den Vater in ihm sehen. Stell dir vor, alle Eltern würden ihre Kinder lieblos behandeln, emotional verstoßen und büßen lassen, weil der Partner einen schlecht behandelt hat. Wieviele Frauen wurden durch den Ex geschlagen oder anderweitig missbraucht, sollen die nun alle die gemeinsamen Kinder verteufeln, weil sie des Vaters Gene tragen?

Bedenke, dein Sohn ist ein eigenständiger Mensch, er ist nicht dein Vater. Er hat nicht genau seine Gene, er hat eigene Gene, auch deine Gene, seine Gene sind letzlich einzigartig. Er hat einen eigenen Charakter, eigene Gefühle, eigene Wünsche, Hoffnungen und Bedürfnisse die mit dem Vater gar nichts zu tun haben. Er ist doch nichtmal mit dem Vater aufgewachsen.

Wie du hat er den Wunsch, nicht missbraucht zu werden und von seinen engsten Verwandten Liebe zu erfahren.
Es ist deine Entscheidung ihn zu lieben und liebevoll zu behandeln. Die Liebe ist nicht nur ein Gefühl. Liebe wächst, wenn wenn man sie durch Taten pflegt.
Pflege nicht mehr vor allem deinen Stolz, deine Opferrolle, sondern siehe deinen Sohn als einzigartigen Mensch in all seinen Facetten. Wende dich ihm zu, frage ihn, wie es ihm geht, unternimm viel mit ihm und gestehe euch einzigartigen Menschen schöne Erlebnisse zu.
 
G

Gast

  • #27
Wenn ich so etwas lese, dann schließt sich wirklich ein Eisnebel um mein Herz. Es ist unverständlich, nein, es ist doch evolutionstechnisch gar nicht möglich, dass eine Mutter ihr Kind nicht liebt? Wie kann man einem Kind keine Liebe entgegenbringen? Von seiner Geburt an kämpft er um die Liebe seiner Mutter und du verwehrst sie ihm, weil dir von einem anderen Menschen 1x etwas furchtbares angetan wurde. Aber DU tust deinem Sohn seit mittlerweile 19 Jahren etwas an....und er weiß nicht warum.

Mir ist schlecht.
 
G

Gast

  • #28
Es ist immer wieder heftig wie hier im Forum (und das steht versinnbildlicht leider für die Spezies Mensch) verurteilt wird.

Wie könnt ihr euch anmaßen einen Menschen zu verurteilen, der etwas erlebt hat, das ihr nicht kennt? Woher wisst ihr wie es ist in ihrer Haut zu stecken? Woher wisst ihr, dass sie hätte anders handeln müssen? Wenn sie es gekonnt hätte, hätte sie es doch getan.

Gerade von den Frauen würde ich mehr Einfühlungsvermögen erwarten, aber gerade ihr hackt hier herum in einer Grobheit, das mir schlecht wird.

Und so gehts in unserem ganzen Land zu und auf der Welt und daher gibts auch nach wie vor Kriege. Bei uns selber fängt das nämlich an. Und wer nicht so vor seiner Tür kehrt, urteilt lieber über andere.

Natürlich ist es möglich, dass eine Frau ihr Kind nicht liebt. Und das passiert nicht nur nach Vergewaltigungen, sondern Tausendfach in diesem Land und überall auf der Welt. Aber verdeckt, versteckt, so dass es keiner wirklich merkt. Was meint ihr wie viele Menschen Probleme mit sich selber haben, weil sie eben auch keine geliebte Kindheit hatten und genau das geben sie an ihre Kinder weiter.

Unsere Eltern waren Nachkriegsgeneration, die konnten gar nicht anders, das war eine harte Zeit. Da wurde auch meist nicht aus Liebe geheiratet, da musste geheiratet werden und die Mütter, Frauen haben vieles (er)tragen müssen, das indirekt auf die Kinder übertragen wurde, das bis in unsere Generation hinein wirkt.

Aber ... es ist wie es ist. Jeder tut das, was er tun kann. Das weiss jeder von euch, der eine Eigenschaft an sich gerne ändern würde und nicht schafft. Weil das unglaublich schwierig ist, aus seiner Art heraus zu schlüpfen und neue Wege zu gehen.

Also braucht es Verständnis und Verzeihen und mehr Empathie.
 
G

Gast

  • #29
Ich habe das Gefühl, dass Du das Vergangene immer noch nicht verarbeitet hast.
Du könntest aber auch mal daran denken, dass der Mensch, von dem Du das Kind hast, nicht nur der Vergewaltiger war, was sicher nicht leicht für Dich war, sondern auch daran denken, dass Du diesen Mann einmal sehr mochtest, dass er viele gute Eigenschaften hatte, in welche Du Dich auch einmal verliebt hast. Dein SOhn ist ihm ähnlich?
Dann sieht doch auch die vielen GUTEN Eigenschaften, die Dein Sohn hat.
NAtürlich ist 19 kein so leichtes Alter, Kinder nabeln sich ab und wollen eigentlich irgendwie recht wenig von ihren ELtern wissen, aber doch brauchen sie eine Mutter.
Ich bin 40 und brauche meine Mutter noch.
Die Vergewaltigung ist ein Teil Deines Lebens, du hast Dich aber für dieses Kind entschieden und dann musst Du auch nach vorne blicken und in Dir nicht immer nur das arme Opfer sehen. Es war eine Vergewaltigung vor 20 Jahren. Das ist Vergangenheit. Wieso tust Du es Dir selber an, dass Du wieder und wieder daran denkst?
Dein Sohn kann nichts dafür und wie gesagt hat er sicher auch viele gute Eigenschaften deines früheren Freundes.
Ich würde mir selbst zuliebe meinem Exfreund versuchen zu verzeihen, selbst, wenn ich es niemals vergessen werde.
Aber Du findest ja sonst nie Frieden in Dir.
Du hast dafür einen sicher tollen Jungen bekommen, der Dir sicherlich auch schon oft Freude bereitet hat, der Dich zum lachen gebracht hat, der dir schöne Momente im Leben beschert hat.
Hör auf, nur die Opferrolle zu spielen!!
Tritt Dir selber mal in den Allerwertesten und schau nach vorne und sieh mal die guten Dinge des Lebens.
Die eine Vergewaltigung ist ewig her.
Aber DU kannst natürlich auch noch weitere 100 Stunden zum Psychologen rennen und Dir selber leid tun.
Es gibt viele Wege, mit einer traumatisierenden Situation umzugehen, aber sich 20 Jahre im Leid zu suhlen, ist sicherlich die schlechteste.
Und wie gesagt ist das Kind von dem Mann, den Du heiraten wolltest! Von dem Mann, den Du mal geliebt hast!
Mann muss es nicht glorifizieren, aber es ist nur das Kind des Vergewaltigers. Du kanntest den Vater gut, Du mochtest ihn und ihr habt gut zusammengepasst.
Wieso bei deinem Ex eine Sicherung durchgebrannt ist, weiß keiner, aber leg das nun mal nach 20 Jahren ad acta - Dir zuliebe.
Du bist kein Opfer mehr! Dazu machst DU Dich ganz alleine selber!

w,40
 
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