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Gast

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  • #31
Vielleicht wird die FS nicht damit fertig, dass jemand ihren Willen gebrochen hat. Der Sohn erinnert sie von klein auf täglich an die Schmach.

Das konnte sie vor der Geburt ja nicht wissen, dass er für sie den respektlosen Übergriff verkörpert. Seine Abhängigkeit, Hilflosigkeit und kindliche Liebe haben ihr Herz nicht erreicht.
Dafür kann sie nichts entsprechend ihrer Veranlagung. Niemand kann aus seiner Haut.

Aber die FS könnte über ihren Schatten springen und dem Sohn über den Vater die positiven Dinge erzählen. Auch damit nimmt sie ihn an.

Den Fehler machen so viele Mütter - der Vater wird als imaginäres Monster aufgebaut, das Grauen, über das noch nicht einmal geredet werden darf. Logisch, dass ein Kind dann denkt, die Hälfte von
mir muss furchtbar schlecht sein und ich bin ein großer Fehler im Leben meiner Mutter.
Tja, wie geht ein Kind damit als Erwachsener um? So wie Dein Sohn.
Jetzt noch die Keule der Wahrheit - eine bloße Erklärung für Dein Verhalten.

! Dein Sohn benötigt Deine positiven Erinnerungen an seinen Vater !

Und daran später anknüpfend, die vorsichtige Wahrheit über das hässliche Ende.

Wenn Dein Hass und Stolz Dir dies verbieten - es wird ja auch gute Seiten geben - dann enthältst Du Deinem Sohn weiterhin etwas sehr Wichtiges. Nicht nur Deine Liebe, dafür kannst Du nichts, sondern einen Teil seiner Wurzeln. Dafür kannst du etwas und es auch ändern.

Ansonsten wird er weiter wie ein Pflänzchen im Wind versuchen psychisch am Leben zu bleiben.
Traurige kleine Pflanze, ungehegt und kaum verwurzelt. Letzterem kannst Du abhelfen.
W
 
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Gast

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  • #32
Hallo FS,

es ist schwer, darauf zu antworten. Ich denke jedoch, dass Problem kannst Du nur lösen, indem Du Dich mit Deiner Vergangenheit versöhnst und Dir bewusst machst, dass Dein Sohn für die Erlebnisse am wenigsten kann. Das Erlebnis bleibt Teil Deines Lebens, entscheidend ist jedoch, Dich Deinen Ängsten zu stellen und Deine innere Haltung zu ändern. Nur so entsteht Liebe. Auch wenn es schwer ist, aber: sprich mit Deinem Sohn. Er wird es verkraften können, die Wahrheit ist 1000 Mal besser, als vorgetäuschter Schutz.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft & alles Liebe !

w
 
  • #33
Ich kann nicht mitreden, aber ich weiss wie es ist, wenn Eltern wichtige Sachen ein halbes Leben lang verschweigen.

Nimm es nicht mit ins Grab, sonst habt ihr ein Karma und schweres Schicksal im nächsten Leben.

Er ist genug alt um die Wahrheit zu erfahren. Es wird aufwirbeln, weh tun, vielleicht braucht es sogar Abstand...

Aber Du spürst ja selber dass Du Dich überfordert damit.
 
  • #34
Hi,

ich würde ihm reinen Wein einschenken! Er ist definitiv alt genug die Wahrheit zu erfahren!
Nichts ist ungesünder für ein Kind als Lebenslügen und Familiengeheimnisse..sie merken ja doch dass was nicht stimmt, man gibt ihnen keine Chance zu verstehen.. Das kann Menschen in den Wahnsinn (damit meine ich wirklich psychisch schwere Krankheiten) treiben!!

Stell Dir vor Du wächst 20 Jahre in einem Haus auf, in dem es permanent nach verbranntem Feuer riecht. Es ist neblig, Deine Augen Tränen. Du gehst zu Deiner Mutter und fragst, wo der Rauch herkommt, wer das Feuer gelegt hat. Du bist beunruhigt. Deine Mutter aber lächelt jedesmal und sagt Dir Du bildest Dir das ein. Du merkst aber, dass etwas faul ist. Alle Verwandten sagen Dir, Du bildest Dir das ein. Deine Augen tränen aber weiter, es beisst jahrelang! in Deiner Nase..Du beginnst zu zweifeln. An DIR selbst. An Deiner Wahrnehmung.

DAS ist die Situation Deines Sohnes.
Ja, er ist der Sohn seines Vaters. Er hat seine Gene. Und darum ein Recht darauf, sich mit diesem Thema auseinander setzen zu dürfen.

Er stochert im Dunkeln.
Dass er sich abgelehnt fühlt weil er deutsch aussieht, zeigt doch bereits wie sehr das alles auf sich bezieht. Wie er auf der Suche ist. Wie er nach Erklärung sucht für das was er vermutlich als Kleinkind! schon fühlte.
Erst wenn Du ihm die Wahrheit sagst, hat er die Chance, Dich und Deine Ambivalenz zu verstehen. Das Thema zu heilen. Es nicht mehr auf sich beziehen zu müssen. Er denkt ja ER sei falsch. Es war jedoch das Verhalten seines Vaters falsch. Da liegen Welten dazwischen.

Sei ehrlich! Und rechne damit dass es erstmal kräftig kracht zwischen euch. Ich wäre nicht begeistert, würde ich erfahren, ich wurde jahrelang belogen. Aber wie ein reinigendes Gewitter kann es Euren Kontakt klären. Vielleicht tut es sogar auch Dir gut, endlich offen und ehrlich darüber sprechen zu können..

Alles Gute vom Meerrettich
 
A

*a_n_s_i_n*

Gast
  • #35
Ihr Lieben, das Thema ist aus dem Jahr 2014 ! Höchst unwahrscheinlich, dass die FS nach über 6 Jahren noch hier mitliest... ;-)
 
  • #36
Hey, das ist ja eine traurige Geschichte. An Deiner Stelle würde ich dem Sohn alles ehrlich erzählen, aber auf eine ganz feine Art und Weise, sodass er nicht in eine tiefe Depression fällt. Die gemeinsame Erkennung des 'Feindes' oder der 'Krankheit' könnte helfen, die Wunden sowohl bei Dir als auch bei Deinem Sohn zu heilen.
Ich empfehle Dir einen starken Film zu diesem Thema: "Incendies" (2010). Die Ereignisse sind auch im Osten passiert: im Libanon. :)
Bleib stark: Das ist Dein Kind, von Dir erzogen. Seine Genen tragen Deinen Einfluss (und die meisten Genen sind nicht stabil, sondern erziehbar!). Lass nicht, dass der Schatten eines Verbrechers Dich und noch ein unschuldiges Wesen lebenslang verfolgt.
Ich würde auch eine heilende Meditation empfehlen, z. B. Qi Gong.
Alles Beste für Dich und Deinen Sohn.
 
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