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Gast

  • #1

Ich vemute häusliche Gewalt bei meiner Kollegin...

Eine meiner Arbeitskolleginnen kommt immer wieder mal mit blauen Flecken z.B. am Arm zur Arbeit und sagt dann, wenn sie jemand darauf anspricht, sehr leise, dass sie "gefallen" sei. Außerdem wirkt sie ständig traurig und fast schon depressiv. Sollte man sie darauf ansprechen, also fragen, ob ihr Mann etwas mit den Verletzungen zu tun hat? Wie verhält man sich da am besten? Hat jemand auch schon mal so etwas im Kollegen-/Freundeskreis erlebt?
 
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Gast

  • #2
Hat eure Firma einen Betriebsrat? Die Gewerkschaft bietet für solche Fälle Schulungen für die Betriebsräte an. Wenn du die Möglichkeit hast, frag doch dort mal nach. Die können dir vielleicht einen Rat geben, wie man das Thema am geschicktesten anspricht. Du musst ja nicht ihren Namen nennen.
 
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Gast

  • #3
Ja, unbedingt musst du sie ansprechen! Lade sie zu einer Tasse Kaffee ein, dort wo ihr ungestört seit.
Du solltest sehr behutsam, empathisch und vertrauenserweckend vorgehen. Biete ihr deine Hilfe an und sei es dass du ihr nur zuhörst. Vielleicht ist sie dankbar dafür, dass es endlich jemand bemerkt wie beschissen es ihr geht.
Man darf nicht einfach weg sehen, wenn jemand offensichtlich Gewalthandlungen ausgesetzt ist. Die Opfer sind in der Regel gelähmt und kaum in der Lage sich selbständig Hilfe zu holen.
Bitte tue etwas und überlasse diese Frau nicht einfach ihrem Schicksal.
Vielleicht berichtest du uns über das Ergebnis.
 
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Gast

  • #4
Ich finde, dass es gut ist das an zu sprechen , damit die Kollegin ein Signal erhält, dass sie nicht verbergen kann, was passiert.
Ich denke allerdings nicht unbedingt, dass sie den Mut hat in diesem Rahmen darüber zu sprechen. Solche Frauen, ich weiss das, weil es mir selbst so ging, wollen so lange es geht, ihre Normalität bewahren, und eben nicht sagen, oder zeigen, was zu Hause passiert.
Ich würde vielleicht versuchen ihr einen Tip für eine Beratungsstelle zu geben, da ist professionelle Hilfe wichtig, bzw. ärztliche Hilfe, wenn häusliche Gewalt vor liegt.
 
  • #5
Ich denke da kannst Du nur eines machen: Hilfe anbieten. Ob Sie diese annimmt kann nur Sie selbst entscheiden.

Und bitte bedenke eines: das kann, muss aber nicht so sein. Ich hab auch ständig blaue Flecken- ganz ohne häusliche Gewalt. Einfach weil ich sehr aktiv und eben öfter auch mal ein bisschen schusselig bin und halt irgendwo dagegen renne....

Solange Du also nichts konkretes weisst solltest Du auch sehr vorsichtig mit Deinen Vermutungen sein. Eine solche Anschuldigung ist schnell mal in die Welt gesetzt und wenn nix dran ist hast Du einen nicht wieder gut zu machenden Schaden angerichtet. Bitte nicht falsch verstehen, wenn Du echte Beweise hast darf man nicht wegschauen, aber solange das nicht der Fall ist.....Bisher ist es eben nur eine Vermutung.
 
  • #6
Schön ist es schon mal, daß du dir Gedanken machst und nicht einfach wegschaust, wie leider heutzutage so viele!
Ein Gespräch würde ich schon suchen und dieses in der ich-Form versuchen, zu führen so nach dem Motto: ich mache mir Sorgen...., ich habe den Einruck.....und ich bin gern bereit, dir zu helfen......und dieses auch mal wiederholen....kann sein, daß du irgendwann den richtigen Zeitpunkt erwischst und sie mit dir reden mag. Auf jeden Fall weiß sie, wenn es denn tatsächlich ist, daß es bemerkt wurde....und sie im schlimmsten Fall nicht allein ist und einen Anknüpfungspunkt hat.
Über eines muß man sich jedoch unbedingt klar sein: schiebt man so etwas an, das heißt, nimmt sie einmal deine Hilfe an, wirst du auch in der Zukunft in der Pflicht sein....und wenn sie nur über weitere Maßnahmen oder Therapiemaßnahmen mit dir reden möchte....schließlich hat sie dir ihr vertrauen geschenkt!
 
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Gast

  • #7
Nochmal die #1: Rechne aber auch damit, dass sie eben nicht dankbar reagiert. Es könnte auch sein, dass sich noch nicht soweit ist, Hilfe anzunehmen, weil sie sich in ihrer Co-Abhängigkeit eingerichtet hat. Es könnte auch sein, dass sie heftig reagiert, weil sie sich ertappt fühlt und dich dann meidet.

Damit will ich nicht sagen, dass du Hilfe nicht anbieten sollst. Es könnte aber sein, dass sie erst viel später darauf zurückkommt, wenn überhaupt.

Deshalb war ja mein Rat, über einen neutralen Dritten den Einstieg zu versuchen, weil man es dann allgemeiner angehen kann, ohne, dass sie sich gleich rechtfertigen muss. Beispielsweise, indem man laut sinniert "ach, schau mal, was die Gewerkschaft so alles macht, die helfen sogar Suchtkranken (Alkohol) und vermitteln bei häuslicher Gewalt"... So in der Richtung. Dann siehst du ja, wie sie reagiert.
 
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Gast

  • #8
Ich würde mich an Deiner Stelle hier mal anonym informieren , was man machen kann. Weisser Ring ,das kostenlose Opfer-Telefon ist in Deutschland unter Rufnummer 116 006 zu erreichen..