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  • #1

"Ich will mich mit Dir zusammen über meinen Chef ärgern..."

... stand mal in einem Profil - natürlich neben anderen, erfreulicheren Dingen, die eine Beziehung ausmachen.

Ich frage mich nun, wie viel "Ärger rauslassen", "Auskotzen" etc. einer Beziehung gut tut.

Generell ärgere ich mich ungern, v.a. nicht über Kleinigkeiten. Einen Mann, der über Alltagspflichten (z.B. Müll runterbringen) nörgelt, könnte ich einfach nicht an meiner Seite ertragen. Dafür ist mir einfach meine Lebenszeit zu schade.
Genausowenig kann ich es ab, wenn über den Chef gejammert wird, den man doch nicht verändern kann. Ich erwarte von solchen Gesprächen, dass sie konstruktiv geführt werden, d.h. Lösungsansätze erkennen lassen. Aber bitte nicht immer wieder die gleiche Leier.

Um es mal positiv zu formulieren:
Natürlich interessiert es mich, wie es meinem Partner geht - ob er überlastet oder zufrieden mit sich ist, eine große Aufgabe vor sich hat, o.ä. - um ihn dabei unterstützen und ihm den Rücken freihalten zu können.
Kurz gesagt, die Frage ist, was kann ich dazu beitragen, dass es Dir gut geht.

Geht es diesen Männern denn nur gut, wenn sie sich richtig ausgekotzt haben und von ihrer Frau ganz doll bemitleidet werden?

w
 
  • #2
Ich finde es absolut in Ordnung und gesund, wenn man sowohl Freuden als auch Ärger miteinander teilt und über alles sprechen kann. Natürlich tut es gut, sich auch mal auszukotzen oder gemeinsam zu lästern.

Ich sehe das weder geschlechtsspezifisch noch irgendwie negativ und finde den Spruch als Profilbestandteil witzig und partnerschaftlich.
 
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  • #3
FS: Natürlich ärgert man sich mal, und klar will ich das auch mitteilen und mitgeteilt bekommen. Wenn Infos künstlich zurückgehalten werden, sehe ich die Beziehung in Gefahr.

Ich meine eher die Art und Intensität des Ärgers: hat er die Kraft eines Vulkans, die Hartnäckigkeit einer vereisten Glasscheibe, oder ist es ein kleines Steinchen, das durch die Schuhsohle piekst und leicht beiseite gekickt werden kann...

Wie viel muss ich ertragen können?
 
  • #4
Meine Beurteilung würde vor allem vom Rest des Profils abhängen. Wenn es humorvoll und zupackend wirkt, dann würde der Satz mich keineswegs stören. Wenn es jedoch eher negativ - aggressiv oder wehleidig wirkt, dann würde er mich schon abschrecken. Ich würde befürchten, regelmäßig zum Abladen seiner schlechten Laune benutzt zu werden.
Also: Es kommt darauf an...
 
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  • #5
Ich würde die Problematik, die du hier beschreibst aus einer anderen Perspektive betrachten.
Das Mitteilen des Ärgers wird nur dann zum Problem, wenn der Zuhörer alles ernst nimmt und nicht erkennt, dass es gerade nur darum geht, seinem Ärger Luft zu machen.
Ich würde meinem Partner zuhören und mit der Zeit erkennen, was das Ziel seines Gespräches wohl sein mag und entsprechend reagieren a) zuhören und bestätigen "Das ist ja echt Scheiße. Du könntest das viel besser Schatz!!" .....und schließlich b) "Man kann ihn halt nicht ändern. Egal Schatz! Komm, ich lad dich zum Eis ein!"

Stell dir vor, ich würde ihn (Ärger) nicht erkennen und unnötigerweise meine Energie verschwenden, weil es meinem GEsprächspartner eigentlich nicht um Lösungen geht. Bin danach völlig fertig und genervt, weil man nichts verändern kann. Verstehst du, was ich mein?

Alizar 33
 
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  • #6
Ich beginne mich langsam echt zu fragen, wie endlos man solche Belanglosigkeiten aufbauschen kann. Nun sei doch mal nicht so ernst und langweilig! Himmel, der Mann möchte eben etwas über seinen Chef ablästern. Who care´s? Das bedeutet doch noch lange nicht, dass man alle Dinge schwarz sieht, mit einer Trauermiene durchs Leben läuft und den anderen als seelischen Mülleimer mißbraucht. Ganz im Gegenteil, Lästern kann doch auch Spaß machen und witzig sein.
Und nun höre ich schon wieder die Politisch-Überkorrrekten lamentieren: "Wie kann man es nur lustig finden, wenn über die Schwächen anderer gelacht wird ..."
Achja ... die Welt ist schon herrlich bunt.

w, 28
 
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  • #7
Liebe FS, das ist eine schwierige Frage.
Ob es immer so laufen muss, das lösungsorientierte Gespräche stattfinden sollten, weiß ich nicht.
Ich hab durchaus auch Momente, wo ich einfach nur auf den Arm will und nicht diskutieren will, sondern jammern.
Mein Partner hat das auch ab und an. Wir seufzen uns auch schon mal gegenseitig an.

Was ich problematisch finde, wenn es ein Dauerzustand wäre. Das hatte ich einmal in einer Vorbeziehung. Er war so unzufrieden in seinem Job, seinem Gehalt, über sein Auto, seine Wohnung. Aber geändert hat er schlichtweg nichts. Anfangs habe ich ihn so ernst genommen und immer wieder zugehört und Lösungen dargelegt. Er hat sich auch alles angehört, jedoch geändert hat er gar nichts. Irgendwann habe ich die Nase davon so voll gehabt, dass ich ihm gesagt habe, er soll seinen Hintern hochkriegen und nicht in Selbstmitleid versinken. Da war er so empört und verletzt, wie gemein ich doch sei. Es war eine echte Befreiung als ich gegangen bin!

Wie in allen Lebensbereichen finde ich auch hier das richtige Maß wichtig.

Wir können nicht wissen, wieviel du ertragen können musst, dafür ist deine Frage zu allgemein gehalten.
w/47
 
  • #8
Äh, das war einfach ein Scherz von ihm, um die Atmosphäre aufzulockern?
Ihr nehmt so was doch nicht ernst, oder?
 
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  • #9
FS: Naja, ich nehme den Satz so ernst wie eine Profilinformation es verdient ernstgenommen zu werden...
Es kann sich dahinter ein Dauernörgler verbergen oder aber ein humorvoller Mensch, der hier nett die ganz normale Beziehungrealität beschreibt.
Zugegeben habe ich ein Negativbeispiel vor Augen, der nicht der Profilmensch ist, bei dem ich anfing, sein Nörgeln als dümmlich, einfältig, bestenfalls kokettierend, tendenziell bemitleidenswert und schlussendlich nervtötend zu empfinden.
Da wird man bei solchen Formulierungen vielleicht zu unrecht hellhörig.

Ich kann mir von Euch sicher was abgucken, indem ich einfach mal nörgeln lasse. In den Arm nehmen oder gar dem Mann vor Augen halten, wie wunderbar er eigentlich ist, wenn er nicht nörgelt, ist manchmal wirklich effektiver... So lange er das auch für mich macht, ist eigentlich alles gut!
 
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  • #10
Erstmal den Menschen dazu kennen lernen und herausfinden, was er am Ende damit meint. Was nützt das Rumspekulieren über jemanden, den man noch nicht kennt! Ich würde in einer Beziehung immer erwarten, dass ich über Sachen von Arbeit reden kann, die mich beschäftigen. Nicht alles verlangt nach konstruktiven Lösungen, manches muss einfach raus und will gehört werden.
 
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  • #11
Dieser Spruch ist doch nicht ernst gemeint - ist nur sein Humor (ich finde es gut) - wer das nicht versteht und es zu analysieren versucht, hat wohl offensichtlich keinen Humor!
 
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  • #12
Lästerschwester gesucht ?Mir gefällt diese Info nicht. Im Profil soll man sich und seine Wünsche bezüglich einer Partnerin gut verkaufen. Vielleicht wollte er nicht " Pferde stehlen" sagen, aber hat sowas gemeint. Also eher als Synonym für irgendwas. Also er kann sich nicht gut verkaufen und hat wenig Empathie...vielleicht ist er sehr jung?! Oder nicht sehr intelligent?! Oder einfach nur unbedarft?
Über seinen Chef ablästern klingt auf jeden Fall kindisch und kann kein abendfüllendes Programm sein. Klar kann man mal einen Spruch ablassen, wenn der Chef nervt aber es ist irgendwie unsympathisch von einer Partnerin zu verlangen: ich brauche ne Lästerschwester, die mir den Rücken stärkt, wenn ich meinen Chef doof finde....
Unlustig!!!!!
 
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  • #13
Ich finde es albern und auf hey-super-lustiger-Zeitgenosse-Kumpel gemacht.
Ich bin selbst sicher keine traurige Natur aber zwischen lustig und selten dämlich ist es meist nur ein kleiner Weg.
Ich würde ihn ignorieren ausser er wäre 19-dann ist das noch verzeihlich.
w, 41
 
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  • #14
Für mich klingt das so, als hätte sich der Mann von Kontaktanzeigen von Frauen anstecken lassen. Man kennt die doch: "Ich möchte mit dir lachen, weinen, träummen, wieder Kind sein, den Dalai Lama sehen ...".

Entweder ist er nach 40 Jahren Frauenemanzipation endgültig weichgespült, oder er hält das für einen besonders guten Spruch. Ich würde da zur Vorsicht raten.

m 49
 
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