• #1

Ich will raus aus der Beziehung,schaffe es nicht.Kennt das jemand?

Hallo!
Ich schreibe hier, um zu reflektieren...Meinungen zu hören..
Ich bin fast 37 Jahren mit meinem Mann verheiratet..ich kann nicht weg, obwohl das eine destruktive Beziehung ist..
Unsere Kids sind aus dem Haus..
Wir streiten..Ich habe, so denke ich, alles mögliche für die Beziehung gemacht.
Zur Eheberatung möchte mein Mann nicht.
Er hat ja kein Problem..Du kannst gerne gehen.
Es finden keine Gespräche, Dialoge also, statt..
Bei jeder Kleinigkeit flippt er richtig aus..
Er verbringt Tage, manchmal Wochen vor dem TV.
Er sieht mich nicht..Es dreht sich alles um ihn..
Er erzählt, er entscheidet...
Kennt ihr das? Ist das normal?
 
  • #2
Ja kennt man. Was verstehst du unter "normal"?
Er scheint ein Choleriker zu sein. Hat keinen Respekt vor dir.
Ist das neu an ihm, oder war das schon immer so in diesen 37 Jahren?
Ich vermute jetzt einfach mal, er war schon immer sehr patriarchalisch unterwegs.
Falls es neuer ist, könnte es an Bluthochdruck liegen. Sollte er mal untersuchen lassen. Auch der Mann kann unter hormonellen Veränderungen leiden in einem gewissen Alter.
Was allerdings noch lange keine Entschuldigung für respektloses Verhalten ist. Ohne Wohlwollen und gegenseitigem Respekt, ist die Liebe schnell am Ende.
Falls das so grundsätzlich seine Art ist, solltest du wirklich auch mal gehen. Offenbar weiß er nicht mehr, was er an dir hat.
Was hindert dich denn am gehen, wenn du doch eigentlich raus willst?
Er sagt auch noch "du kannst gerne gehen".
 
  • #3
Ist nicht normal.

Sammel Dein Zeug zusammen und verlasse ihn.
Was hält Dich noch dort?
 
  • #4
Nein, es ist nicht normal und auch nicht mit der langen Ehe zu begründen. Das ist sehr respektloses Verhalten Dir gegenüber, das Du Dir ja aber auch seit vielen Jahren gefallen lässt. Er will nicht zur Eheberatung? Da kann man keinen hinzwingen. Warst Du denn da? Und warum kannst Du nicht weg? Kein Mensch MUSS bei seinem Partner bleiben!!
 
  • #5
Ich kenne das glücklicherweise nicht, finde es auch nicht normal und würde das auch nicht mitmachen.

Warum kannst du nicht weg? Was hält dich?
 
  • #6
Wieso kannst Du nicht weg? Natürlich kannst Du weg!!!!. Du musst dich nur gut vorbereiten und dir Hilfe holen. Mach dich doch als erstes mal schlau, was deine Rechten und Pflichten sind. Gehst Du arbeiten? Bekommst Du schon Rente? Ein paar zusätzliche Informationen wären von Vorteil. Dann musst Du handeln und nicht jammern. Wer jammert aber nichts ändert, steckt noch nicht tief genug in der Scheisse drin. Es gibt immer einen Weg, besonders wenn man so unglücklich ist wie Du.
 
  • #7
Andere schaffen das schon nach ein paar Monaten oder einem Jahr nicht. Also ist das sicher "normal". Du musst dir Unterstützung dabei suchen wieder ein eigenes Leben zu suchen. Es gibt ja auch viel zu erledigen. Das wichtigste ist sicher die Kosten für eine eigene Wohnung und Fixkosten aufzubringen und umzuziehen. Das du nicht weg kannst hast du dir so in den Kopf gesetzt. Wenn man den Kopf nur ein paar cm dreht und eine dadurch eine andere Perspektive bekommt, sieht die Welt oft völlig anders aus. Du bräuchtest vielleicht auch ein Coaching/Therapie, eine Beratung. Ich nehme an, dein Mann sitzt auf einem hohen Ross. Er hat dich sicher, Konsequenzen hat er nicht zu befürchten. kann sich also benehmen und seinen Komfort sichern, wie er Lust hat. Komfort bedeutet in dem Fall: Jemand der den Haushalt macht, nicht allein sein, warmes Bett, vielleicht auch halbe Fixkosten. Die emotionale Situation scheint ihn ja nicht zu stören. Abwechslung vor dem TV scheint ihm zu reichen. Also kein Thema, das kann er ja wirklich alleine machen. Hat er denn keine Hobbies? Einen Bastelkeller, Sport, Motorrad, etc? w53
 
  • #8
Guten Morgen,

warum können Sie nicht weg? Bequem oder feige? Dann einfach so weiter machen und am Leben vorbei leben.
Vielleicht sind Sie auch als Märtyrerin geboren?
Für mich ist solch ein Leben nicht nachvollziehbar. Da gäbe es nur eines... Koffer packen und ein neues Leben beginnen. Das Leben ist so schön (auch alleine).
 
  • #9
Zur Eheberatung möchte mein Mann nicht.
Er hat ja kein Problem..Du kannst gerne gehen.
Es finden keine Gespräche, Dialoge also, statt..

Die Ehe scheint gescheitert, Dein Mann sieht keine Chance, daran etwas zu ändern, Du siehst keine Chance, etwas zu ändern. Er sagt, Du könnest gehen, Du willst gehen.

Für mich ist nicht ersichtlich, wo genau das Problem liegt. Hast Du keinen Zugriff auf Geld? Bist Du nicht in der Lage, eine Wohnung zu mieten und einzurichten? Ist es Lethargie? Sind es mangelnde Ressourcen? Wo genau siehst Du die Hürde?
 
  • #10
Ich bin fast 37 Jahren mit meinem Mann verheiratet..ich kann nicht weg, obwohl das eine destruktive Beziehung ist..

Warum kannst du nicht weg @Nelon?
Ist es eine gefühlsmäßige Sache oder hat es mit Finanziellem/ Versorgung zu tun?

In beiden Fällen kannst du dir Hilfe suchen. Therapie, Beratung/ Hilfe von Ämtern. Du schreibst, die Kinder sind aus dem Haus.
Wie ist deren Kontakt zum Vater, - zu euch?

Hast du Freunde, bei denen du Hilfe finden könntest?


Nein, normal ist das nicht.
Die Ehe mit deinem Mann, wie du sie beschreibst, ist für mich kein Zusammenleben wert. Was hält dich noch bei deinem Mann?
 
  • #11
Liebe Nylon,

Kenne ich von genug Berichten, und von so manchen anderen Paaren - das sind die so tollen Ehen.
Und oft genau sind es dann die Frauen, die einerseits klagen und jammern, sagen, wir tun alles. Und die Ehe sei so fürchterlich... Sagen dann auch - aber trennen niemals - und zerreißen sich dann das Mundwerk über Frauen wie mich.
Ich beende nämlich eine Ehe /Partnerschaft, wenn es nicht mehr passt, ich alles getan habe um zu verändern.

Also, warum kannst Du nicht gehen?
Es ist seit Jahrzehnten so, er ist so, für ihn ist es ok.
Du lamentierst und tust nichts. Auch für Dich dreht sich alles um ihn.
Du hast die Verantwortung für Dein Leben.

Du willst gehen?
Dann tu es.
Wer will, findet Wege, wer nicht will, Gründe.
Es gibt Beratungsstellen, die einem Tipps geben können.

Aber lass mich raten - es geht ums Geld. Klassische Hausfrauenehe, höchstens Teilzeit gearbeitet, Du hast keine eigene größere Altersversorgung.
Dir droht bei Trennung Altersarmut.
(- Und weil ich heute meinen unfreundlichen habe, wahrscheinlich hast auch Du früher über die Rabenmütter geschimpft, die arbeiten gehen, statt sich auf die Familie zu konzentrieren und dieses klassische Modell zu leben...)

Nun, auch jetzt dann hast Du die Wahl, lass Dich beraten, was Dir an Unterhalt zu steht, Anteil Rente - und dann schau an, was Du Dir leisten kannst und was Dir wichtig ist. Lebensstandard oder Frieden.

W,50
 
  • #12
Liebe @Nelon,
wenn du schon 37 Jahre verheiratet bist, bist du wahrscheinlich schon über 60 Jahre alt oder? Und du bist wahrscheinlich finanziell komplett abhängig von deinem Ehemann, oder?
Deswegen hast du das Gefühl nicht gehen zu können, denn er hat dich ja in seiner Hand, und du warst immer abhängig von ihm, ist das so?
Du weißt nicht was deine Rechte sind, wie du finanziell ohne ihn zurecht kommst und bist gar nicht fähig dir ein eigenes Leben aufzubauen...

Dann kann ich dich schon verstehen. Mit über 60 wieder nach Jahrzehnten einer abhängigen Ehe ganz von vorne beginnen zu müssen - das kann man sich in dem Alter gar nicht mehr vorstellen.

Bitte schreibe uns doch eure finanzielle Situation. Hast du Angst die Scheidung einzureichen? Du würdest doch in deinem Alter und in deiner Situation bestimmt nachehelichen Unterhalt bekommen bzw. seine Rentenanteile bekommen. Davon müsstest du doch einigermaßen leben können. Hast du gearbeitet oder warst du immer zuhause bei der Familie? Bekommst du eine eigene Rente, und ist die nur sehr sehr klein?

Bitte gib uns mehr Infos.
Alles Gute dir
 
  • #13
Ich bin fast 37 Jahren mit meinem Mann verheiratet..ich kann nicht weg, obwohl das eine destruktive Beziehung ist..
Unsere Kids sind aus dem Haus..

Liebe FS,

konkretisier bitte mal, warum Du Dich aus einer derartig destruktiven Beziehung meinst nicht lösen zu können. Verwechselst Du möglicherweise "nicht können" mit "nicht wollen" ?

Du kannst weg, wenn Du willst. Also klär für Dich die vermeintlichen Hinderungsgründe. Wenn Du hier schreiben kannst, dann hast Du einen freien Internetzugang und somit Zugriff auf alle Informations- und Unterstützungsangebote die Du für das "raus aus der Beziehung" brauchst.

Es dreht sich alles um ihn..
Er erzählt, er entscheidet...
Kennt ihr das? Ist das normal?

Ob das normal ist, hängt davon ab wie die Beziehung in den letzten 37 Jahren gelaufen ist.
Wenn Du das 37 Jahre so mitgemacht hast, dann ist es normal für euch und Du kannst Du in diesem Leben in der Beziehung keine Änderung mehr erwarten - zumal er jedes Angebot ablehnt, was zu einer Veränderung führen könnte.

Willst Du eine Veränderung, wirst Du sie nur für Dein Leben einleiten und ihn hinter Dir zurücklassen müssen.
 
  • #14

Natürlich ist das normal. Ich versteh nicht, warum du dich beschwerst. Es ist doch in jeder Ehe so.
….
NICHT

Hier wurde schon alles gesagt. Du bist nicht sein Besitz, er sagt auch, du kannst gehen, wenn du willst - also natürlich kannst du. Du willst nur nicht; sei es aus Geldgründen, Angst vor dem Neuanfang, was auch immer. Nur du kannst dich selbst dafür entscheiden zu gehen. Denk dran, dass du nur ein Leben hast, und willst du den Rest davon in dieser Lage verharren?

Ich denke übrigens, dass solche Männer sich in der Mehrzahl der Fälle nur selten geändert haben. Die waren schon immer so, nur prägt sich das im Alter einerseits mehr aus und andererseits sind da nicht mehr die Kinder, der vollgestopfte Alltag als Puffer da. Da merkt man dann erst, was man für einen Partner geheiratet hat. Aber man hat ihn sich ausgesucht. Ich habe das schon mehrfach gesehen, dass die Frauen sich dann beschweren über den emotionslosen, cholerischen oder was auch immer Mann. Dabei war der schon beim Kennenlernen so, da haben sie nur gedacht, das ändert sich noch. Ich kann da nur mit den Augen rollen. Hab grad eine Freundin, die stürzt sich jedes Mal in eine Beziehung mit Narzissten, oder gerade einem Mann, der keine Gefühle zeigt und rational von Kopf bis Fuß ist. Und sie denkt, er wird schon noch romantischer, emotionaler mit der Zeit. Ich hab aufgegeben, sie warnen zu wollen.

w, 36
 
  • #15
Du möchtest eine reflektierte Meinung hören
Kann ich Dir gerne geben....aus eigener Erfahrung.....ich selber bin nach 30 Ehejahren gegangen.
Mein Ex war ebenfalls Choleriker, Egoist, N.....- nur seine Meinung hat gezählt, keinerlei Diskussionen....Null Selbstreflektion.
Dabei habe ich sein ganzes Leben organisiert, war auch die "Kümmerin" und "Macherin", wurde aber immer schön klein gehalten zuhause.
Irgendwann habe ich mich immer öfter gefragt "...willst Du wirklich noch 10-20 Jahre so weiter leben....."?
Ich habe dann meine letzten Kräfte mobilisiert, mir von außen Hilfe geholt, mich beraten lassen, Unterlagen gesichert.
Als es ernst wurde, kam er mit schönen Versprechungen. Zur Eheberatung war er bereit, ist aber sofort wieder in seine "alten Muster" gefallen.

Und ja, es ist ein längerer Prozess, ein innerer Kampf. Auch danach sollte man noch Hilfe in Anspruch nehmen und vor allem an sich selber arbeiten.

Heute - 3 Jahre später - fühle ich mich glücklich und befreit, kann endlich wieder atmen. Habe so viel Schönes erlebt und viele nette Menschen kennengelernt, neue Freundinnen gefunden.
Einen netten Mann leider noch nicht.....aber vllt. irgendwann....Und wenn nicht, dann ist es auch okay. Für mich ist Reichtum FREIHEIT.


Aber schon Deine Frage hier zeigt, dass Du langsam aufwachst und überlegst....:)
 
  • #16
Auch wenn dir meine Zeilen quer gehen, möchte ich dir trotzdem ein Statement zu deinem Post geben. Wenn dein Mann dich nicht mehr sieht und auch nicht mehr gerne mit dir Gespräche führt, wird es irgendwo einen Grund dafür geben. Ganz krass gesagt wirst du der Grund sein, vermute ich einfach mal. Welche Themen habt ihr bei eurer alltäglichen Kommunikation, bist du Weltfremd mit was setzt du dich auseinander, kommst du genug mit Menschen in Kontakt. Letzendlich natürlich - hast du was für dich getan - Wenn das alles stimmig ist und ich denke du hast schiss vor einer Scheidung, so würde ich ein eigenes Leben in der Ehe beginnen. Mach wozu du Lust hast, sein Essen wird er sich wohl selber kurz erwärmen können. Aber er wird merken das du was für dich tust was dir spass macht und dadurch wirst du wieder etwas interessanter für ihn.
 
  • #17
Liebe FS,

deine Kinder sind groß und aus dem Haus. Was hält dich noch?
Wenn es für dich nicht mehr schön ist, dann hole professionelle Hilfe von Rechtsanwalt und trenne dich.

Ich habe mich nach 22 Jahre Beziehung getrennt und mit 2 pupartierende Kinder ausgezogen.

Es war wahnsinnig schwer, wir haben gemeinsame Immobilien gehabt ich musste um alles kümmern, von Scheidung bis zum Verkauf, aber ich habe geschafft.

Und auch heute bereue ich meine Entscheidung nicht. Ich bin meine eigene Herrin und kann selbst entscheiden wann was und wie ich es mache.

Du sollst dir aber im Klaren sein, das du dich selbst beschäftigen sollst. Auch wenn es nur täglicher Spaziergang am Anfang ist, du sollst erstmal lernen irgendwas aus diesen Singleleben machen.

Nur Zuhause allein sitzen beschert dir weitere Probleme und Depressionen.

Wanderverein, lesen in Bibliothek, Volkshochschule vlt. Minijob, irgendwas sollst du machen, aktiv in Leben zurück kommen.

Alles Gute
LG W47
 
  • #18
Er hat ja kein Problem..Du kannst gerne gehen.
Also er ist sich sicher, dass er die Macht hat bei euch. Und Du schreibst ja auch, dass er entscheidet. Also bist Du entweder sehr abhängig, was das Emotionale angeht, oder eben, was das reale Leben angeht - kein Einkommen, keinen Führerschein oder sowas.

Vermutlich wird sich Deine Situation finanziell verschlechtern, aber das ist allemal besser, als sowas zu ertragen. Das Finanzielle kannst Du vielleicht sehen, aber was diese Gesellschaft Deines Mannes und sein Verhalten Dir gegenüber mit Dir macht, das hinterlässt ja keine sichtbaren Dellen.

Du schreibst, dass Du viel für die Beziehung getan hast. Du hast sogar über Lösungen eurer Probleme nachgedacht: zu einer Eheberatung gehen. Wenn jemand so ist wie Du, dann würde ich sagen, dass er, wenn er das erste Mal denkt "ich will gehen", das auch wirklich tun sollte. Denn es kommt ja nicht aus einer Oberflächlichkeit heraus, dass er das denkt, es kommt aus der Erfahrung, dass sich das, was ihn bzw. hier Dich stört, gar nicht mehr ändern wird. Dein Mann bleibt so und Du wirst ihn so bis ans Ende Deines Lebens erleben. Klar, man weiß nicht, was morgen passiert (außer, dass er morgen noch genauso ist wie heute), aber es gibt ja schon eine gewisse große Wahrscheinlichkeit, dass Du das einfach die nächsten Jahre weiter haben wirst, was Du jetzt hast. Ich denke mal, die letzten Jahre waren auch so.

Ich kenne, dass man sich nicht trennen will, obwohl alles danach ruft. Warum will man das nicht? Mittlerweile glaube ich, dass man eine sehr große Leidensfähigkeit hat, sich und seine eigenen Bedürfnisse so unwichtig findet, dass man sogar SELBST sie ignoriert, und Angst vor Veränderungen hat. Und ich denke, es gibt emotionale Abhängigkeiten. Irgendeine Sicherheit bedeutet dieser Mann auch emotional für Dich. Vielleicht kannst Du ganz zum Anfang zurückgehen und Dich fragen, was Du mit der Heirat damals "bezweckt" hast für Dein Leben und ob sich das erfüllt hat. Nicht mehr einsam sein, einen Mann vorweisen können, total verliebt sein ... Was ist davon übrig, was hat sich davon erfüllt?

Und schlussendlich: Du hast nur EIN Leben. Du entscheidest, mit wem Du es verbringst und was Du dafür opfern könntest, um es nicht mehr mit ihm verbringen zu müssen.
 
  • #19
Ich denke der Grund für die Schwierigkeiten beim Absprung ist in der Hauptsache folgender. Man möchte sich nicht eingestehen, wie man sein Leben verbracht hat. Man möchte sich nicht eingestehen, dass das nicht das Gelbe vom Ei war. Man hat seinen Sinn des Lebens an der Familie aufgehängt (was normal ist) und nun merkt man langsam, dass etwas nicht stimmt. Aber sich das einzugestehen fällt schwer.
Man möchte nicht sagen, dass die letzten 37 Jahre ein "Fehler" waren.
Man etwas verpasst hätte. Man möchte nicht, dass das trotz der Schwierigkeiten alles zerbröckelt.
Ich sage dir, dein Leben war kein Fehler. Du hast Kinder großgezogen und es gab auch wunderbare Zeiten.
Es ist in Ordnung wenn du jetzt etwas veränderst.
Ich kann dich auch verstehen, dass du dir Sorgen machst um deinen Mann, wenn du gehst, trotz seiner Art und Weise.
Es würde ein Einschnitt sein, ja. Aber so wie es ist, dieser Stillstand, kann es auch nicht auf Dauer weiter gehen. Nachdem die Kinder aus dem Haus waren, habt ihr es verpasst, euch auf die neue Situation einzustellen. Jetzt wird die Lebensform von beiden Partnern überdacht. Das ist normal und in Ordnung.
Seine Unzufriedenheit die er äußert, rührt sicher auch von einem gewissen Trott her. Er weiss so wenig wie du, was er mit seiner neu gewonnen Freizeit anfangen soll, nachdem nun die Kinder aus dem Haus sind.
Hinzu kommt, dass man sich plötzlich in einer Situation findet, in der man das Soll erfüllt hat und feststellt, dass man über die Jahre älter geworden ist.
Auch das ist eine neue Situation. Auch damit muss man umgehen lernen.
 
C

Charline

Gast
  • #20
Liebe FS,
nimm dir ein Zentimetermaß aus deinem Nähkästchen und schneide davon 80 cm ab. Diese 80 cm entsprechen in Jahren so ungefähr der heutigen Lebenserwartung einer Frau in unserem Land. Für Kindheit und Jugend (bis zur Eheschließung) schneidest du die entsprechenden Zentimeter ebenfalls ab. Wenn du mit 25 geheiratet hast also 25 cm. Dann schneidest du die 37 cm (Ehejahre) ab (ich gehe wie einige hier davon aus, dass dein Mann schon immer mehr oder weniger ein Ekelpaket war). Es bleiben dir nach meiner Rechnung noch 18 cm (Lebensjahre). Du wirst erschrocken sein, wenn du das kleine Schnippelchen in deiner Hand hältst. Das ist nicht viel, vor allem kann man gesundheitlich ganz schnell abbauen. Wenn du also noch etwas vom Leben haben willst, dann musst du dich jetzt sofort trennen und gegebenenfalls finanzielle Einschränkungen in Kauf nehmen.
Du kannst natürlich auch hoffen, dass dein Mann bald stirbt. Aber darauf würde ich mich nicht verlassen. Der wird bestimmt 100, weil den auch in der Hölle keiner will.
 
  • #21
Ich bin fast 37 Jahren mit meinem Mann verheiratet..ich kann nicht weg, obwohl das eine destruktive Beziehung ist..
Solange du sagst, du kannst nicht, solange kannst du nicht! Erst wenn du dir sagst, ich kann, dann kannst du, Punkt.
Er sieht mich nicht..Es dreht sich alles um ihn..
Er erzählt, er entscheidet...
Kennt ihr das? Ist das normal?
Du fragst da noch, ist das normal? Bist du mit dir schon soweit? Deine Situation ist 100 000 x und nehr bekannt, das ist nicht erst jetzt bei dir, Probleme, die nicht rechtzeitig, aus Mangel am Selbstwert gelöst werden, wachsen wie Pilze aus dem Boden. Nur wenn du es wirklich willst, machst du das und gehst, ich kann niemals verstehen in einer solchen Beziehung blockiert zu hängen und dazu noch zu bleiben, was ist das für eine Lebensqualität, lebst du so in emotionaler Abhängigkeit von Ihm?? Am Finanziellen kann es wohl nicht liegen, da geht es um 50:50 Regel! Muss echt wieder meinen Kopf schütteln!!
 
  • #22
Restlos alle hier schreiben das richtige und dem möchte ich mich anschließen. Mir reichten damals 17 Jahre, mein Sohn war ca. 2 Jahre alt, als ich das erste mal ihn, unseren lieben Hund und einiges Gepäck in mein Auto packte und den Weg von Wiesbaden nach Berlin zu meinen Eltern fuhr. Nach einem längeren Telefonat kehrte ich zwei Wochen später nochmal zurück und wir wickelten die Trennung ab. Wir hatten einen großen Hausstand in einem Einfamilienhaus, es lief aber einigermaßen geregelt ab. Später wohnte ich mir meinen Sohn noch eine Weile bei meinen Eltern, bis ich für uns eine hübsche eigene Wohnung fand. Ich habe es nie bereut! Also, liebe fs, nimm deine ganze Kraft zusammen und gehe! Die Lebenszeit ist kostbar und endlich. @Charline hat es so schön beschrieben.
w65
 
  • #23
Wer will, der findet Wege, wer nicht, der findet Gründe. "Ich kann nicht" bedeutet immer "ich will nicht". Deine Lage ist nicht do schlimm, dass du was unternehmen würdest, es gefällt dir nicht, aber du hast dich darin eingerichtet, weil du dort auch deine Vorteile siehst - nämlich, solange der Mann der böse ist, muss du nix unternehmen und wie ein kleines Kind, dass die Krankheit nutzt für Aufmerksamkeit, verharrt du in destruktive Beziehung, damit dich alle bemitleiden und du so Zuwendung bekommst . Wahrscheinlich hast du schon allen dermaßen die Ohren vollgejammert, dass sie sich abgewendet haben und du dich jetzt im Forum auskotzt.
Also, es hält dich nichts, aber gar nichts in dieser Beziehung und du lebst nicht in einem moslemischen Land, wo die Frau getötet werden kann, wenn sie sich trennt.
 
  • #24
Hallo Nelon,

ich finde es komplett kontra konstruktiv, wenn auf Dich von den Foristen eingeprügelt wird, dass Du ja nur faul und feige wärst...

Sinnvoll sind Erfahrungsberichte, wie andere betroffene Frauen diese Situation gelöst haben.

Du sagst, dass Du Dich nicht "weg kannst".
Sage uns doch bitte, welche konkreten Gründe dafür vorliegen. Geht es um ein Gefühl oder um Tatsachen (z.B. im Fall einer Trennung stehst Du ohne Geld, ohne Hilfe alleine auf der Straße)?
Wenn Du den Grund benannt hast, überlegst Du Dir eine Lösung.

Manchmal muss man sich garnicht ganz offiziell scheiden lassen. Manchmal reicht es, wenn Du Dein Verhalten veränderst. Das ist schon schwierig genug! Durch Deine Verhaltensveränderung ändert sich die Dynamik in der Beziehung.

Kannst Du innerhalb der jetzigen Wohnung getrennt leben mit getrennten Schlafzimmern usw.? Kannst Du Dich innerlich aus der Beziehung zurückzuziehen?

Lenke Deine Gedanken, Deine Energie, Deine Zeit auf Personen, Interessen, Hobbys außerhalb der Ehe.

Er sitzt schweigend vor dem TV? Okay, dann hast Du viel Zeit für Deine Interessen, Deine Freundinnen, Deine Hobbys. Suche Dir andere Kontakte usw. Mit der Ausgangssperre ist das vielleicht ein bisschen schwierig zur Zeit...
Wenn Du dann keine Zeit hast, um sein Essen zu kochen, seine Wäsche zu waschen und er auf Dich zuhause wartet, ist das okay.

Setze dem Mann Grenzen. Verändere Dein Verhalten im Streit. Wenn Du in der Vergangenheit mit ihm gestritten hast, dann streite künftig nicht mehr, sondern sage ihm, dass Du nicht mehr streitest und lass ihn stehen. Wenn Du in der Vergangenheit schweigend seine Beschimpfungen ertragen hast, sage ihm, dass Du das nicht mehr duldest und ziehe Konsequenzen - z.B. mache keine Hausarbeit mehr für ihn usw.

Vielleicht brauchst Du erst neue Bekannte usw., damit Du den Mut hast, noch mehr zu verändern. Ein Coach, Therapeut, Beratungsstelle etc. kann Dich dabei unterstützen, wenn Du etwas in Deinem Leben und Deinem Verhalten ändern willst.

Auf Youtube gibt es recht viele Beiträge zu toxischen Beziehungen, Liebessucht usw. Vielleicht helfen die Dir.

Letztlich ist es Deine Entscheidung. Bis dahin drehst Du eben dann noch ein paar Runden mit dem Karussell.
 
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