• #1

Immer das gleiche - Kopf und Herz können sich nicht einigen

Guten Abend zusammen!

Ich bräuchte mal euren Rat:
Was macht man, wenn einen die netten Männer, mit denen eine Beziehung erstrebenswert wäre, nicht reizen? Wenn die Hormone sich nur bei Männern mit bestimmten negativen Eigenschaften melden? Wenn der Verstand immer anderer Meinung als das Gefühl ist, Kopf und Herz sich grundsätzlich nicht einigen können? Wenn man genau weiß, dass die Typen, auf die man so abfährt, einen nur unglücklich machen, aber die netten Kerle, die man als gute Freunde sehr schätzt, einfach keine Anziehungskraft haben?

Da gibt es doch quasi nur drei Möglichkeiten:
keine Beziehung
Vernunftsbeziehung
unglückliche Beziehung
Nichts davon scheint mir eine gute Lösung zu sein, aber die eierlegende Wollmilchsau gibt es halt nicht; nett und böse schließt sich gegenseitig aus.

Das ist wohl ein typisches Frauenproblem, oder? Gibt es auch Männer, die auf "Bad Girls" stehen und deshalb unglücklich sind? Ich kenne viele Frauen inklusive mir selbst, die aus diesem Schema nicht ausbrechen können und sich sehr darüber ärgern. Habt ihr Tipps oder Ideen, wie man trotzdem glücklich werden kann?

Liebe Grüße, Trules (w, 28)
 
G

Gast

  • #2
Der "nette Mann" ist in Frauensprech der, den sie nicht will. Zwischen diesem und dem, was Du willst, gibt es noch den "normalen Mann", den Durchschnitts-Mann halt. So, wie Du halt möglicherweise eine Durchschnitts-Frau bist. Orientiere Dich an diesem Durchschnitt und nicht an den Grenzwerten. Das bringt mehr.
 
  • #3
Beta-Männer gibts wie Sand am Meer. Echte Alphas sind selten. Und Männer die
genug Alpha und Betaqualitäten in einem vereinen, sind furchtbar rar.

Die Alphatypen wissen, dass sie gut ankommen und haben auch nicht diesen
moralischen Ballast "du hast treu und monogam zu sein" im Sinn.
Das sind die ganzen AEs. Die ihren Mann nicht halten konnten oder
die "plötzlich" in der Schwangerschaft merken, der coole Aufschneider
ist doch nicht der perfekte Familienmensch.

Und was macht die Frauenwelt? Meckern. Weil sie die perfekte
Alpha/Beta Kombi nicht anziehen können oder halten, bzw.
der Betamann zu langweilig ist.

Machs wie viele Frauen. Schlaf dich mit heißen Alphas durch in deinen 20ern.
"Entdecke deine monogame Seite" (HAHA) mit Anfang dreißig und trenne dich
dann vom langweiligen Betatrottel nachdem per Gesetzgebung seine Ressourcen
auf dich übergangen sind. (Scheidung) Und hol dir dann mit Ende dreißig einen Gigolo. Später dann die Alten-Wg, wenn dein Marktwert keine Gigolos mehr anzuziehen vermag. Den Frust kannst du dann in Foren ablassen.
 
  • #4
Gibt es auch bei Männern, bin das beste Beispiel dafür.
Ein langjähriger Freund, der mich seit Jugend und meine unglücklichen Geschichte(n) kennt, meinte mal zu mir: "Du verliebst Dich nur in Frauen, von denen Du wahrscheinlich unterbewusst ahnst, daß sie Dir nicht gut tun werden".

Die drei genannten Möglichkeiten habe ich für mich ausgeschlossen und lebe mit dem, was ich nicht willentlich beeinflussen kann als vierte Möglichkeit: Weitermachen wie bisher, die Zeit der rosa Brille in vollen Zügen geniessen und die Leidenszeit, die kommen wird tapfer durchstehen.
 
  • #5
Scheint mir eine Lust am leiden zu sein = Masochismus.
Sie leiden unter der Beziehung, aber dieses intensive Gefühl ist der Kick für sie.
Ich konnte sowas lange nicht glauben, bis ich es bei einem Paar direkt life miterlebte. Sie leidet sehr unter ihm, aber kommt nicht von ihm los. Er gibt der Frau die Schuld, für sein (übles) Verhalten. Er hält es an ihr sogar für "notwendig" = er manipuliert sie.
Vorschlag: "Lerne lieben, ohne zu leiden"
 
G

Gast

  • #6
Hi,

da Du Deine Mitmenschen nur bedingt ändern kannst, musst du also schauen, was Du wegen Deines "Problems" bei Dir ändern kannst. Ich glaube nämlich nicht, dass Dir die Lösung von Dr. House besonders gut gefallen wird.
Daher solltest Du vielleicht einfach mal mit ein paar Fragen an Dich selbst anfangen:
  • Was findest Du an einem Mann attraktiv?
  • Wieso findest Du die "netten" nicht attraktiv?
  • Was machen diese Männer "falsch", dass Du kein Interesse an Ihnen hast?
  • Wo lernst Du Männer kennen?
  • Was machst Du, wenn Du Männer kennenlernst?
  • Welche Erwartungen hast Du an das Kennenlernen?
Aus Deinem Post lassen sich diese Muster in Deinem Verhalten und Deinen Erwartungen nicht erkennen. Aber in einem oder mehreren dieser Muster wird der Schlüssel liegen. Vielleicht ist es der falsche Ort, vielleicht erwartest Du erst einmal Desinteresse und willst um den Mann kämpfen müssen. Vielleicht erwartest Du sofort das große Kribbeln im Bauch und kannst Dich nicht auf eine längere Kennlernphase einalssen, ohne denjenigen sofort nicht mehr interessant zu finden.
Wenn Du das weißt, kannst Du daran arbeiten, etwas zu verändern. Das hat nichts mit Vernunft zu tun, sondern mit der eigenen Weiterentwicklung. Vielleicht hilft es dir auch, Dir dazu Feedback von außen zu holen, mit einer guten Freundin darüber zu reden. Wenn Du Dich selbst mehr reflektierst, wird sich dein Verhalten vermutlich sogar fast automatisch verändern.
 
  • #7
Ich denke, man muss sich bewusst werden warum man (Frau) so tickt.

Und zwar ist das, meiner Meinung nach, pures instinktives Verhalten, warum sich die Frauen gerne den "Bad Boy" aussuchen. Die Frau denkt instinktiv, dieser Mann ist in der Lage mich und meine Kinder zu beschützen.
Da hat der normale, nette Mann keine Chance.

Das die Frau keinen Beschützer mehr braucht, hat der Instinkt noch nicht verstanden. Und das ist die misere.

Aber sobald man das mal ausreichend durchdacht hat, hat man auch die Chance aus diesem Muster auszubrechen. Glaub mir, ich weiss wovon ich rede.

Dann erkennt man, dass auch der nette/ruhige Mann seine dunklen und spannenden Seiten hat. Genau wie man selbst. ;)
 
  • #8
Frag dich mal, ab wann es genau anfängt, dass du auf einen Mann stehst. Sollte es beim ersten Blick sein, löse dich ein bisschen von deiner optischen Präferenz. Bedeutet nicht, du sollst einen hässlichen Vogel erwählen. Einfach mal ein wenig ausserhalb des üblichen Suchrasters gucken. Machen wir Männer auch. Möchte sogar behaupten, dass der normale Mann eigentlich nur noch Vorlieben hat aber sich nicht selbst beschränkt, was er attraktiv findet.

Startet es, wenn er dir einfach näher kommt und dich umgarnt? Dann rate ich dir dein Selbstbewusstsein zu trainieren. Auf sowas springen eigentlich nur Frauen an, die gerne geführt werden wollen und in solchen Dingen ziemlich unsicher sind. Sie möchten den starken Mann, der weiss wo es im Leben lang geht und die Frau an die Hand nimmt, um ihr seine schöne Welt zu zeigen.

Sollte es passieren, dass du ihn schon etwas länger und auch tiefer kennst und du ihn dann irgendwann anziehend findest, was ich aus deiner Beschreibung irgendwie bezweifele, dann muss schon irgendwas extremes passiert sein (Kontrollzwang?, Klammern?), dass er dich nicht mehr will oder aber er hat einfach nur gemerkt, dass ihr nicht zusammen passt. Sowas merkt man ja nicht immer sofort, sondern im Laufe des weiteren Kennenlernens, weil man in einem intimen Verhältnis doch anders miteinander redet als man es als Freunde macht.

Nett und Böse schliessen sich nicht aus. Man kann sowohl nett in seinen Taten sein und Böse mit seinen Worten. Bei meiner Freundin zum Beispiel nehme ich kein Blatt vor den Mund. Ich sage ihr ganz klar was los ist und necke sie auch. Sehr häufig auch absolut böse und gehässig. Dennoch lachen wir gemeinsam und sie weiss, dass ich sie sehr gern habe und zeige es ihr auch dadurch, dass ich ihr unter die Arme greife und ihr auch hie und da was Gutes tue. Meistens Kleinigkeiten.

Ich habe mal von einem Sprichwort gehört:

Männer sollten Gentleman im Leben sein und ein Arschloch im Bett. Nicht umgekehrt!
 
  • #9
Die drei genannten Möglichkeiten habe ich für mich ausgeschlossen und lebe mit dem, was ich nicht willentlich beeinflussen kann als vierte Möglichkeit: Weitermachen wie bisher, die Zeit der rosa Brille in vollen Zügen geniessen und die Leidenszeit, die kommen wird tapfer durchstehen.(Zitat Dr.House)

Wer will sowas, wer braucht sowas?
Ist es die Lust am leiden?
Schau doch mal auf dich, wo ist dein Anteil daran, immer unglücklich zu lieben und frustriert aufzugeben. Den Kopf in den Sand zu stecken und wieder enttäuscht sein und tapfer leiden, bis zum nächsten Mal.Dies führt zu keiner Veränderung und die Enttäuschung ist vorprogrammiert.

Man zieht das an, was man aussendet (Gesetz der Anziehung)


Sieh mal in dich
sieh um dich
arbeite an deinem Ich
 
  • #10
Was macht man, wenn einen die netten Männer, mit denen eine Beziehung erstrebenswert wäre, nicht reizen? Wenn die Hormone sich nur bei Männern mit bestimmten negativen Eigenschaften melden?
Man beschäftigt sich damit, was man projiziert von sich. Der düstere Mann, der freiheitsliebend, schwarz gekleidet und wild ist, ist eine archetypische Figur. Seine kleinen Nebeneigenschaften, mit denen sich nie eine Beziehung leben lassen könnte, werden ausgeblendet und in Filmen und Geschichten nicht thematisiert.
Ich weiß nicht, was genau Du meinst mit den negativen Eigenschaften. Wenn es eine finstere sexuelle Ausstrahlung ist, hast Du Dich vermutlich irgendwie von Deinem eigenen Triebleben getrennt oder es nicht entwickelt. Deswegen suchst Du es Dir in Deinem Partner und verhältst Dich klammernd, unterwürfig oder wirst nach einem ONS gleich einfach weggeworfen.
Wenn es Womenizer sind, versuchst Du vielleicht, Wert als Frau zu kriegen, indem Du so einen "zähmen" willst, dass er für immer nur auf Dich steht. Das klappt natürlich nicht, der Beweis für Dich als tolle Frau bleibt aus, und Du bist weiter unglücklich.
 
  • #11
Auch wenn ich älter wie die FS bin verbindet uns der gleiche Gedanke - es stimmt - zumindest waren so meine Erfahrungswerte und sind es teilweise heute noch - leider - dies ist wohl auch ein Grund für mein Dauersinglesein.

Sobald ich einen Mann kennenlernte, der mich schon mal körperlich angezogen hätte (sprich erotische Anziehungskraft), also groß, sportlich, volles Haar, glattrasiert fehlte absolut die geistige Wellenlänge.
Leider waren diese Männer nur Hingucker, bei der Unterhaltung trafen "Welten" aufeinander.
Die Allgemeinbildung war mangelhaft, Stil und Niveau fehlte, meist waren es obendrein noch Karohemdenjeanshosenträger, für mich persönlich, never, ever. Die Gesprächsbasis fehlte völlig.

Dann traf ich Männer, mit denen ich super intellektuelle, vielseitige, spannende und wirklich interessante Gespräche führen konnte, die mentale Basis war top ABER ich hätte mir niemals etwas körperliches mit diesen Männern vorstellen können, von Sex rede ich da noch garnicht, weder küssen, noch kuscheln oder gar eng tanzen - grauenvolle Vorstellung. Ich hätte mich quasi dazu zwingen müssen - würg.

Da waren auch "Exemplare" dabei mit Status, ich hätte sozusagen "eine gute Partie" machen können, war mir schnuppe, diese Männer hätten mich niemals angefasst.

So lebe ich weiter in diesem Dilemma, entweder toller Kerl, aber geistig unterbelichtet oder geistreicher Gesprächspartner aber optisch der Nerd.

Beides zusammen wäre der Sechser im Lotto, gibt es schon, aber soviel wie Edelsteine unter den Kieseln.

Tchja, dennoch, ich hoffe andere haben mehr Glück als ich oder sie entscheiden sich für das eine oder das andere, ich entscheide mich da lieber weiterhin für mein Singledasein.
 
G

Gast

  • #12
Liebe FS,

ich kenne dein Problem zu genau. Ich bin seit paar Jahren Single. Da ich zusehr unter den schlechten Eigenschaften der für mich attraktiven Männern litt, habe ich das Thema Partnersuche zur Seite gelegt.

Ich dachte, ich werde nie wieder mich verlieben können, denn die "bösen" wollte ich nicht mehr, die haben mich zu sehr verletzt und in die lieben konnte ich mich nie verlieben.

Als ich aufgegeben habe, losgelassen habe, dann ist es passiert.

Ich habe mich in einen lieben Mann verliebt, was ich nie für möglich gehalten hatte.

Der Witz dabei ist, dass ich ihn schon seit Jahren kenne, aber nie wahrgenommen habe.

Er war optisch nicht das, was ich mir ausgesucht hätte, auch nicht vom Alter her, ebenso von seinen Interessen her. Hätte man mir ein halbes Jahr vorher erzählt, dass ich mich in ihn verlieben werde, hätte ich es niemals geglaubt.

Aber es passte, die Wellenlänge stimmte, sein Charakter... er ist lieb und anständig und trotzdem ein Alpha, der weiss, was er will. es machte einfach click und alles andere war plötzlich unwesentlich.

ich wollte mich auch nicht in ihn verlieben. Aber es passierte einfach.

Und ich bin so glücklich darüber, dass ich es konnte, dass ich mich verlieben konnte, obwohl er nicht in mein "krankes" Muster passte.

Liebe FS, ich kann dir nur raten loszulassen, nicht zu suchen und Menschen möglichst vorbehaltlos kennenzulernen, ohne Partnerqualitäten abzuchecken.
 
  • #13
Hallo Trules und Herakles,

mir geht es da sehr ähnlich - insbesondere die Aussagen von Herakles haben mich regelrecht zum Schmunzeln gebracht, obwohl es an sich ja eher schade ist, dass Kopf und Herz so extrem selten überein gehen.

Gleichwohl finde ich es (noch) ehrlicher, keine faulen Kompromisse einzugehen, weil "die Uhr tickt" oder "die Gesellschaft es erwartet". Ist in einer eher ländlichen, katholisch geprägten Gegend nicht immer ganz so einfach, aber ich muss mich wohl mit meinem Leben fühlen und vor allen Dingen mit den Personen, mit denen ich es teile - niemand sonst.

In diesem Sinne: Nicht den Mut verlieren, sich selbst zu akzeptieren versuchen (gelingt leider nicht immer), einfach das Beste aus der Situation und aus den eigenen Möglichkeiten und Grenzen herausholen.

Herakles: Darf ich fragen, wie alt du bist? Und was sagt deine Umgebung zu dieser Lebensweise (sofern du das mitbekommst)?

Viele Grüße
Pinklady