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Gast

  • #1

In den Medien kommt ja immer mal wieder das Thema "Kein Sex vor der Ehe" auf.

Ich selber kenne aber niemanden in meinem Bekanntenkreis, mit einer solchen Einstellung. Mich würde interessieren, ob ihr jemanden kennt oder selbst mit dem Thema Erfahrung habt.
 
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Gast

  • #2
Ich habe Erfahrung mit kSvdE ... was möchtest Du wissen?

Hast Du schon mal in christlichen Foren (z.B. www.jesus.de) geschaut? Da wird das Thema auch immer wieder heiß diskutiert.
 
  • #3
Nein, so etwas habe ich bisher nur aus den verkrampften und prüden USA gehört. In Deutschland wird wohl kaum jemand so anachronistsichen Gedanken nachhängen. Für eine Ehe muss man gut zusammenpassen und da gehört eben auch das Körperliche zu.
 
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Gast

  • #4
Also ehrlich gesagt, halte ich "kein Sex vor der Ehe" für hoffnungslos veraltet und komplett weltfremd. Gibt es sowas außerhalb streng katholischer Kreise noch? Also ich würde nie im Leben die Katze im Sack kaufen ;-).

Bisher hatte ich nur einen Fall in der näheren Umgebung. Beide waren Italiener, aber in Deutschland geboren. Sie machte es wohl nur, weil sie es von ihren Eltern so eingetrichtert bekommen hatte und weil sie wohl nicht enterbt werden wollte. Er der typische südländische Bezirksbesamer ;-), wie man ihn sich klischeemäßig vorstellt, ist natürlich vor der Hochzeit mehrere Jahre fleissig fremdgegangen. Ich habe mich immer gefragt, warum die beiden sich die Hochzeit "antun".
 
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Gast

  • #5
Ich kenne da tatsächlich jemanden! Eine Freundin von mir. Ihr ist das Thema aus Glaubensgründen(sie ist Moslem) ganz wichtig. Was mich immer ein bißchen verwundert, da ihre Eltern eine sehr liberale Einstellung haben. Zudem ist sie schon ewig mit ihrem Freund zusammen.
Dennoch finde ich es toll, dass sie ihren Prinzipien treu bleibt und dass eine langjährige Beziehung anscheinend auch ohne Sex funktionieren kann.
 
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Gast

  • #6
@#1: das ist ja interessant!
Mich würde es interessieren, wie du mit deiner Lust umgehst. Ich meine jeder hat doch früher oder später (ab der Pubertät) das Verlangen nach Sex. Außerdem interessieren mich natürlich die Motive. Also warum macht man das und was hat man davon?
 
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  • #7
Ich selbst wurde mit dem Thema als Teeny konfrontiert, als ich christliche Literatur zu dem Thema Sexualität gelesen hatte. Was da geschrieben stand, war einleuchtend und in meinen Augen wunderschön und so hatte ich dann beschlossen zu warten.

Die Sexualität, die jedem gegeben ist, ist etwas sehr kostbares, mit dem man sehr behutsam umgehen sollte. Man sollte sie nur mit jemanden teilen, den man liebt und der einen genauso liebt. Ein Zeichen dafür ist, dass man sich das Ja-Wort gibt und sagt: ja, mit dir möchte ich für immer zusammensein ...
Eine Frau hängt besonders an dem Mann, mit dem sie schläft. Sie gibt immer ein Stück von sich her. Wenn die Beziehung auseinandergeht, dann geht dieses Stück mit dem Mann mit und sie fühlt sich benutzt oder schmutzig.
Wer bis zur Ehe wartet, der sagt auch: "Mein(e) Zukünfigtige(r) ist mir so wertvoll, dass ich mich für ihn aufhebe." Es ist also auch ein Geschenk an den zukünftigen Ehepartner.

Wenn ein Pärchen auf Sex verzichtet, dann konzentriert sich das Zusammensein auf andere Dinge. Man lernt sich vordergründig als Mensch kennen. Zärtlichlichkeiten sind ja auch nicht ganz verboten. ;-) Man prüft sich ganz anders, ob man wirklich zusammenpaßt.
Außerdem, wenn Du vor der Ehe gelernt hast zu warten, dann hast Du in der Ehe weniger Probleme mit Sexpausen, die unweigerlich bei Kindern oder bei Streits oder bei Krankheit auftreten werden. Du hast dann schon gelernt, bewußter mit deiner Sexualität umzugehen.

Manchmal bleibt es nicht aus, wenn man miteinander schläft, dass dann ein Kind entsteht. Für mich käme eine Abtreibung nicht in Frage und dann muß ich überlegen, ob ich ein ungewolltes Kind und evtl. einen Vater, der nicht mehr da sein könnte, akzeptieren kann.

Tja, und wie gehe ich mit meiner Lust um?
nicht fördern - Selbstbefriedigung - beten
 
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  • #8
Kenne die Thematik aus meinem Theologiestudium.

Finde, das hängt sehr vom Menschen an sich ab.
Ein Professor, ein weltoffener, geselliger und pragmatischer Vertreter des rheinländischen Katholizismus hat offen in einem Seminar berichtet, wie er die drei Töchter zusammen zum Gynäkologen gefahren hat zwecks Rezept Pille.

Was die Sache so lustig gemacht hat für uns:
in der gleichen Woche hatte ein anderer Mitarbeiter des Institutes, Marke versunkener, weltfremder, Bücherwurm aus einer konservativ katholischen Ecke unseres Landes eine langen Vortrag darüber gehalten, dass er jetzt mit einem Freund verkracht ist, weil der seiner 16jährige Tochter nach 14 Monaten Beziehung die Pille besorgt hat.

Man kann das sehen wie man will.
Sicherlich wird mit Sexualität in unserer Gesellschaft schlecht gehaushaltet - was man allerdings auch nicht verallgemeinern kann.
Der Mittelweg muss jedes Paar für sich finden.

Insgesamt finde ich nach fast 12 Jahren in theologischen Umfeld allerdings sehr erschreckend, wie solche Einstellungen entstehen können. Entweder traf ich auf Leute von vorgestern oder aber auf recht ausgeflippte, "vom Strahl getroffene" Freaks, die was weiß ich ein Primbamborium darum veranstalten.
Beides finde ich nicht natürlich.

Dazu passt auch diese komische Bewegung aus den USA. Kann da jetzt keine Quellenangabe zu liefern (ist prä-Internet), aber einige Jahre nach dem Hoch dieser jugendlichen Abstinenzbewegung war wohl ein erschreckend hoher Anteil der jungen Frauen unehelich schwanger.
Die Untersuchung erklärte das damit, dass diese Bewegung in großen Teilen von Gruppendynamik gelebt hat. Verließen die Mädchen zm Studium oder aus anderen Gründen ihr gewohntes Umfeld, änderte sich da einiges.

Insgesamt - und damit zeige ich mich als gelehriger Schüler eines rheinischen Katholiken (oder zumindest des einen rheinischen Katholiken) - sollte man seine Regungen nicht unterdrücken.
Wenn nach einer gegebenen Zeit die Zeichen darauf hindeuten, dass eine längere Partnerschaft zu erwarten ist, soll man das machen, was die Triebe wünschen.
 
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  • #9
also obwohl ich nicht der meinung kein sex vor der ehe bin, bin ich der meinung, das man sex nur mit wem haben sollte, den man liebt und das 2 sich gegenseitig lieben passiert in wirklichkeit seeeehr selten. Es ist der gesellschaft zwar etwas peinlich zu sagen, aber da ich noch nie das mädchen bekommen habe, in das ich verliebt war, bin ich jetzt 31 und streng gesehen noch jungfrau da ich maximal nur oral verkehr hatte. Obwohl ich jetzt seit jahren diese kindlich romantische vorstellung schon abgelegt habe ist es jetzt trotzdem ein problem.
Da natürlich alle frauen die kennen lerne schon eine vielzahl an partnern hatten und ich somit in erfahrung unterlegen bin was sich in versagensängsten wiederspiegelt.
*ggg* und versuch einer frau mal zu sagen, dass du in dem alter noch niemals richtig sex hattes, die hält einem ja für einen totalen freak.
 
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  • #10
Ich kenne keinen und möchte meinen Partner vor der Ehe gründlich kennenlernen, für mich kommt es nicht in Frage.
 
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  • #11
ich finde, das ist eine Fragen, die jeder für sich selbst entscheiden muss, da die Menschen sehr verschieden sind. Was für den einen richtig ist, kann für den anderen falsch sein. Daher sollte man mit Verallgemeinerungen genauso vorsichtig sein wie mit Ratschlägen.

@ #6 ich bin in diesem Sinne - allerdings nicht aus religiösen Gründen - erzogen worden und ich wünsche Dir sehr, dass Du den richtigen Mann findest, der es so sieht wie Du und der Dich nicht nur wegen Deiner Jungfräulichkeit zu schätzen weiß. Aber sollte es Dir doch "passieren", dass Du vorher mit einem Mann schläfst, dann heißt das weder zwingend, dass Du "beschmutzt und benutzt" wurdest, noch dass Du ihm ein Stück von Dir dauerhaft mitgibst, im Sinne eines echten "Verlustes" bei Dir. Die Gefahr eines solchen Denkens ist meines Erachtens, dass Sex - so wichtig er ist - doch überbewertet wird und einen Stellenwert bekommt, den er nicht verdient. Leider denkt man dann am meisten an Sex, wenn man keinen hat.... Deshalb wird Dich das ganz sicher nicht auf "sexfreie" Phasen nach der Geburt vorbereiten (die übrigens auch schnell vorbei sein können). Also pass auf Dich auf und mach Dir immer klar: Du bist mehr als Deine Jungfräulichkeit. Du darfst nicht zulassen, dass Du darüber definiert wirst und am Ende selber glaubst, das sei das einzig besondere an Dir.

an Frederika: Wow! Schlechte Erfahrungen gemacht in den USA? Ich glaub schon, dass man diese Haltung auch in Deutschland noch kennt. Ist dieser Thread nicht ein Beispiel dafür?
 
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  • #12
In den USA habe ich ein junges Paar getroffen, das angeblich warten wollte bis zur Ehe, aber sich doch ausgiebig miteinander vergnügt hat.
Wenn andere junge Freunde fragten, wie denn Sex sei und ob es ihnen Spass mache und welche Stellungen sie gut fänden, sagten sie, dass die junge Frau bis zur Ehe warten wolle. Thema beendet.
Eine türkische Freundin wollte auch bis zur Ehe Jungfrau bleiben.
Sie war schon 4 Jahre mit ihrem türkischen Freund zusammen und beide waren 22 Jahre alt. Sie hatten eben Analsex und er befriedigte sie anderweitig.
Sie hat ihn dann ein paar Jahre später als Jungfrau geheiratet. Sagte sie jedenfalls.
 
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  • #13
Kein Sex vor der Ehe ist blödsinn. Und ich bin (reformierter) Pfarrer!
 
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  • #14
ist Analsex kein Sex? Ich halte das für Doppelmoral. Und jungfäulich ist man/fau dann auch nicht mehr. - Es geht eben nichts über das Jungfernhäutchen, das viele Männer beim Entjungfern nicht mal bemerken. Ganz zu schweigen davon dass es beim ersten Mal immer blutet.
w49
 
  • #15
Ach, ich denke, daß man das mit dem vorehelichen Sex auch früher nicht sehr verkrampft gesehen hat.
Es gab einfach recht oft nach Eheschließung ein 8-Monats-Kind :)