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  • #1

In einer Partnerschaft die eigenen Bedürfnisse leben können?

Angeregt durch einen der letzten Fragen zum Thema „Wärmebedürfnis“ möchte ich hier meine Frage anschliessen:
Ist es für Euch in einer Beziehung machbar, das eigene Bedürfnis nach dies und jenem auch wirklich zu leben?
Beim Beispiel Wärme: Gelingt es Euch hier, Euren Partnern gegenüber dabeizubleiben, dass man es gerne wärmer/kühler hat und setzt ihr das auch durch? Oder verzichtet ihr auf Eure Wohlfühltemperatur. Weil der Partner sowas nicht verstehen kann und jedesmal ein Streit entsteht.

Oder anderes Beispiel: ihr habt gern beim Morgenkaffee angenehme Musik und Ruhe und der Partner sieht das als abnormal und nach einigen abschätzenden Kommentaren lässt man es eben damit sein...
Oder aber zum Thema Wohnung: wenn „Frau“ es liebt, da und dort dezente Deko (Pinwand mit motivierenden Karten), Blumen, etc. zu haben und „Mann“ das ebenso abnormal findet. „Es ist ja eine Männerwohnung“. Und frau räumt dann alles an den liebgewonnenen Kleinigkeiten in eine Schachtel.....

Wie geht es Euch mit Euren Bedürfnissen in den unterschiedlichsten Tagesabläufen? Freue mich auf die Meinungen von Männern und Frauen, die in Partnerschaften leben und zusammenwohnen.
Danke!
w/46
 
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  • #2
Bei mir gab es hinsichtlich dieser Geschichten kaum Probleme, weil ich mit Männern zusammen war, die in der Hinsicht mir oder ich ihnen ähnlich war.

Ich überlege mir vorher, ob eine Beziehung gut gehen kann, wenn man unterschiedliche Tagesabläufe hat, oder der eine ein Morgenmuffel ist und der Andere ein Frühaufsteher. Da sind Probleme vorgezeichnet.

Ein Mann und die Frau, die wirklich am Wohlergehen des Anderen interessiert ist, wird gemeinsam versuchen Kompromisse gemeinsam vohrer zu besprechen. Wenn beide gut kommunizieren können, müsste das möglich sein.

w 49
 
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  • #3
Es muss in einer gemeinsamen Wohnung Kompromisse geben - auf beiden Seiten.

Mein LG liebt das Frühstück während der Woche im Bett und dabei Frühstücksfernsehen schauen, um sich gleich zu informieren. Ich kenne das nicht so - füge mich aber - immerhin bringt er mir täglich das Frühstück ans Bett!

Ich hingegen kann es nicht leiden, beim Abendessen das Fernsehen laufen zu haben. Daher sitzen wir dann entspannt und in Ruhe im Esszimmer und klönen meistens nach dem Essen noch bei einem Glas Wein.

Beim Einkaufen und beim Wäsche waschen mussten wir uns auch erst annähern. Jeder hat nunmal seine Erfahrungen und ist das Ergebnis von Erziehung, anderen Beziehungen usw. Das muss dann erstmal ausbalanciert werden - aber wer will, findet da Wege, damit keiner zu kurz kommt.

Wir kennen ein Ehepaar, da hat er ein eigenes, großes Zimmer, in dem er SEINE Ordnung hat - nämlich sein persönliches Chaos, während sie der absolute Ordnungs- und Sauberkeitsfanatiker ist. So gibt es keinen Streit!

w/43
 
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  • #4
Ich denke auch, dass die Vorlieben einigermaßen passen sollten. Ansonsten helfen auch getrennte Bereiche wie Bad und Schlafzimmer - wenn man es sich leisten kann. Und mit viel Liebe gibt es auch sicher einige Kompromisse.
 
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  • #5
Ich bin kein "Möchtergern-Frühaufsteher", muss aber früh aufstehen und dementsprechend auch früher ins Bett als meinPartner, der fast zwei Stunden später aufstehen muss als ich. Wenn ich abends (früh) müde werde ist er noch fit (logisch). Das macht mir schon Probleme, weil ich öfters länger aufbleibe als ich will und mir gut tut.
 
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  • #6
Es sollte schon dem Spruch entsprechen: Gleich und Gleich ..

Man muss (und sollte) nicht zu 100 % übereinstimmen, wenn es z. B. um die Freizeitgestaltung geht - aber wenn beide z.B. ein unterschiedliches Nähe-Bedürfnis haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass das lange gut geht.
 
  • #7
Tschuldige lieber FS

Das sind alles Dinge bei denen man mit etwas Rücksichtnahe und guten Kompromissen echt weiterkommt. Wenn Du morgens nicht in die Gänge kommst, Dein Partner aber ekelhaft fröhlich ist- dann geht der halt ne Runde sporten bis der andere auch fit ist.
Wer da eine sture Glaubensfrage draus macht dem ist echt nicht zu helfen.

anders bei echten Bedürfnissen, der eine braucht Bewegung der andere nicht- das geht aber wunderbar, man muss ja nicht 24h am Tag zusammengetackert durch die Gegend laufen. Seine Freiräume braucht man und die kann man sich locker nehmen und geben. Hält die Beziehung frisch!
 
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  • #8
was hier lebbar ist, kommt doch auf den partner an.
i.d.r. gabs da nie probleme, aber mit einem mann sehr wohl. bei dem war gegen 21.30 bettgehzeit, dafür ab 6 uhr morgens fröhliches wecken, auch wenn er wusste, dass ich erst um 3 ins bett kam, wenn wir tv gesehen haben, hat er die fernbedienung benutzt, wie er wollte, laut, leise, ende des tvs, beim frühstück machte er musik an und kam noch nicht mal auf die idee zu fragen, ob die mir auch gefällt, saß strahlend da und trommelte den rhythmus mit..... usw. usw. natürlich habe ich das angesprochen - das kannte ich so überhaupt nicht - dann sah er mich strahlend an und sagte in etwa "stimmt, das ist mir gar nicht aufgefallen" ... und machte weiter.... naja, jetzt ohne mich....

mein hauptbedürfnis in einer beziehung ist, dass es dem partner gut geht und es ist mir eine freude ihm zu liebe dinge zu tun, aber wenn das eine einbahnstraße ist, beflügelt es nicht. in der kennenlernphase erlebe ich ja sehr schnell, wie der andere in dieser hinsicht tickt und wenn ich merke, dass ihm nicht wichtig ist, wie es mir geht, wird das nichts - naja, bestenfalls ein versuch, siehe oben, der mann hat mich aber auch immer angestrahlt wie ein honigkuchenpferd, das hatte auch was...
 
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  • #9
Du sprichst genau die Dinge an auf Grund derer Beziehungen eben scheitern. Wenn nicht ein Teil jedes mal auf seine Vorlieben verzichtet kommt es immer wieder zum Streit und irgendwann ist die Luft raus.
Ausnahme:
- die Vorlieben sind zum Größten Teil ident
- man liebt das regelmäßige Streiten über die selben sachen und braucht das

Leute die damit nicht leben können oder wollen müssen eben singel bleiben, ist für die aber auch die bessere Variante und macht sie glücklicher.

M28
 
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  • #10
Ich kann diesen Zweckoptimismus a la "mit etwas gutem Willen ist doch alles lösbar" nicht leiden. Man muss eben in einer ausreichend langen Kennenlernzeit herausfinden, ob und in wie weit man zusammenpasst.

m/45
 
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  • #11
Ich kann diesen Zweckoptimismus a la "mit etwas gutem Willen ist doch alles lösbar" nicht leiden. Man muss eben in einer ausreichend langen Kennenlernzeit herausfinden, ob und in wie weit man zusammenpasst.

m/45
Sehe ich auch so. Außerdem sollte ein Paar einige höher gesteckte Lebensziele haben und eine starke Vision für die Zukunft sonst nervt irgendwann alles mögliche im Alltag.
 
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  • #12
...wie soll man ausreichend Energie für Visionen und höher gesteckte Lebensziele aufbringen, wenn man jeden Tag vom Partner erfährt, dass man selbst falsch tickt?
Wenn jede der eigenen Gewohnheiten (Ruhe am Morgen, Gestaltung der Wohnsituation) kritisiert und bemängelt wird?

Stirbt da nicht jede Freude und Energie für Zukunft und Visionen? Wenn der Partner bei allem, was man gerne tut, einen achtlosen Kommentar abgibt?

Wie kann man damit umgehen? Jede Kritik an sich abprallen lassen und fröhlich pfeifend durchs Leben marschieren? Ein inhaltsloses Leben führen, und sich nur um die Farbe der Fingernägel oder der neuesten Klamotten Gedanken machen?
Oder einfach gehen. Und Kontakte pflegen, die Wertschätzung und Respekt zeigen (falls es so Menschen überhaupt noch gibt)
 
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  • #13
Stirbt da nicht jede Freude und Energie für Zukunft und Visionen? Wenn der Partner bei allem, was man gerne tut, einen achtlosen Kommentar abgibt?
Solche achtlosen Kommentare würde ich mir nicht gefallen lassen. Menschen, die sich so verhalten, haben meistens ein massives psychisches Problem.

Er ist kein Partner und jede Frau ist ihr Glückes Schmied. Das heißt, ihm eine Chance geben, ihm ganz klar und direkt Grenzen aufzeigen, hält er die nicht (solche Menschen können das meistens gar nicht), dann sich umgehend trennen.

Muss Frau/Mann sich so ein Verhalten gefallen lassen? Ich denke nein.
Wo ist der Stolz und die Würde?

Jeder Tag mit so einem achtlosen Menschen ist eine vergeudeter Tag.

w 50
 
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  • #14
Beim Beispiel Wärme: Gelingt es Euch hier, Euren Partnern gegenüber dabeizubleiben, dass man es gerne wärmer/kühler hat und setzt ihr das auch durch? Oder verzichtet ihr auf Eure Wohlfühltemperatur. Weil der Partner sowas nicht verstehen kann und jedesmal ein Streit entsteht.
Genau diese Situation - sie wollte es ständig kühl und frei, ich mit ihr kuscheln und Wärme - hat meine letzte Beziehung langfristig extrem belastet. Wir hatten lange versucht, unsere Bedürfnisse zurückzustecken, Kompromisse zu finden, aber das hat das Ganze nur noch mehr belastet. Am Ende hatten wir beide wegen diesem und vielen, ähnlichen Gründen durch Überanpassungen und Kompromisslosigkeiten über Wochen in der Liebe bis nahe Null abgekühlt und es war Schluss. Das sind so Dinge, wo die Leute einfach zusammenpassen müssen oder beide schon gewaltige Disziplin haben müssen und wenn es die braucht, weiß man schon Anfangs, dass es nichts Langes wird, meiner Meinung nach.
 
  • #15
Genau diese Situation - sie wollte es ständig kühl und frei, ich mit ihr kuscheln und Wärme - hat meine letzte Beziehung langfristig extrem belastet
Ich kann diesen Zweckoptimismus a la "mit etwas gutem Willen ist doch alles lösbar" nicht leiden. Man muss eben in einer ausreichend langen Kennenlernzeit herausfinden, ob und in wie weit man zusammenpasst.
Da fällt mir sehr deutlich auf: Leute, lernt wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden! Unterschiedliches Wärmebedürfnis? Habt Ihr vielleicht Probleme! Man heizt einfach auf einen Mittelwert und der rest wird mit Kleidung/Decken ausgeglichen. Daran eine Beziehung scheitern zu lassen ist echt albern.

Natürlich lässt sich nicht bei allem ein Kompromiss finden, aber wenn Ihr unwichtiges einfach mit einem guten kompromiss löst habts Ihr richtig gute Reserven um die echten Schwierigkeiten und Probleme anzugehen.

Tja, und wenn man einfach zu weit auseinanderliegt (also bei wichtigen, Lebnensbestimmenden Dingen wie die Balance zwischen Arbeit und Privatleben) Dann habts ihr schlichtweg nicht den richtigen Partner.

Die eigenen Bedürfnisse würde ich eher dahingehend formulieren dass zum beispiel unterschiedliche Bewegungsbedürfnisse befriedigt werden müssen. a braucht man eben seinen Freiraum und kluge Partner geben den einem auch. Wenn ich 5x die Woche Sport brauche um mich wohlzufühlen und der Partner nicht muss eben der Freiraum gegeben werden. Also sollte der Bewegungsfreak nicht ständig versuchen den Partner mitzuziehen, der Bewegungsphobiker nicht laufend rummöppern dass statt Couch ein Waldlauf angesagt ist.

Und das fällt vielen schon schwer genug. Wenn ich dann aus dem Termostateinstellungen ein Drama mach wird was wirklich wichtiges zum Weltuntergang
 
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  • #16
Man heizt einfach auf einen Mittelwert und der rest wird mit Kleidung/Decken ausgeglichen. Daran eine Beziehung scheitern zu lassen ist echt albern.
Nun, wenn mir ständig kalt ist, und das ist mir dann trotz Decken und Kleidung, interessiert mich ausschließlich die Kälte, mein ständiges Niessen und mein Zittern. Und keine Partnerin. Das fördert die Beziehung sicher nicht, sondern ist reines Gift.

M54, der es gerne warm hat.
 
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  • #17
Da fällt mir sehr deutlich auf: Leute, lernt wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden! Unterschiedliches Wärmebedürfnis? Habt Ihr vielleicht Probleme! Man heizt einfach auf einen Mittelwert und der rest wird mit Kleidung/Decken ausgeglichen. Daran eine Beziehung scheitern zu lassen ist echt albern.
Albern ist maximal der hier gezeigte Blick vom Elfenbeinturm. Versetz dich erst mal in die Lage eines nähebewussten Menschen, der über Monate neben einer Frau, die seine Körperwärme nicht mag und es nicht mag, wenn man sich im Bett gern aneinanderkuscheln oder im Arm halten will. Da hilft es auch nichts, wenn du dir doppelte Kleidung und Decken packst oder an der Heizung drehst.
 
  • #18
@16
Albern ist maximal der hier gezeigte Blick vom Elfenbeinturm. Versetz dich erst mal in die Lage eines nähebewussten Menschen, der über Monate neben einer Frau, die seine Körperwärme nicht mag und es nicht mag, wenn man sich im Bett gern aneinanderkuscheln oder im Arm halten will.
Sorry- missverständnis. Das was Du hier beschreibst hat nix mit der Stellung des Thermostats zu tun. Da gehts um das Nähebedürfnis und das ist ein grundsätzliches Problem! Und das kannst Du auch nicht lösen. Diese Frau war eben nicht Deine, ganz einfach. Und ich glaube auch nicht dass Sie wirklich geliebt hat, Streicheleinheiten und auch körperliche Nähe zuzulassen ist elementar für eine Beziehung. Nur über das Mass kann man sich streiten.
Diese Frau hat Deine Körperwärme als Ausrede genutzt, nix weiter.
@15
Nun, wenn mir ständig kalt ist, und das ist mir dann trotz Decken und Kleidung, interessiert mich ausschließlich die Kälte, mein ständiges Niessen und mein Zittern.
Also das interessiert mich jetzt schon: gehen wir mal vom üblichen aus, der eine liegt bei 18C der andere bei 22, machen wirs extrem, 15 und 25C. Der Mittelwert wären 20C. Und das kannst Du nicht mit Kleidung und Decken ausgleichen? Das IST albern!
Ich mags auch lieber warm, das übliche hotelzimmer ist aber leider im Winter bei der Ankunft saukalt (heizen kostet und man möchte die Menschen ja in der Bar haben). Da ist nix mit Mittelwert und ich hab halt warme Klamotten dabei, im Bedarfsfall wird eine weitere Decke geholt. Wenn man will geht das.