• #1

Introvertiertheit und Nähe

Mich interessiert, wie sich introvertierte Menschen (in meinem Fall Frauen, aber das ist vielleicht kein Unterschied) in einer angehenden Beziehung entwickeln. Auf was man achten sollte, was man falsch machen kann.
- Ist da dauerhaft nur ein gewisses, eher niedriges Level an Nähe bzw. gemeinsamer Zeit erwünscht und möglich? Oder ändert sich das mit der Zeit?
- Ist viel „Sich Melden“ und zB nach Treffen fragen dauerhaft eher ein NoGo, bzw sollte das am besten immer eher vom Intro ausgehen? So dass er bzw sie die Geschwindigkeit bestimmen kann und keinen Druck empfindet?
- Aufmerksamkeit, zB Vorbereiten eines gemeinsamen Essens etc wird wohl schnell als zu viel und erdrückend empfunden, oder?
- Sprechen Intros generell eher ungern über Beziehung? Oder würden sie eine Gesprächsinitiative vom Partner tendenziell begrüßen?
 
  • #2
Diese Fragen kann man nur situativ beantworten. Falls du eine introvertierte Freundin hast, warum fragst Du sie nicht? Ihr könnt zusammen dann einen Weg für die gemeinsame Kommunikation finden. Alles andere bringt dir nichts. Was für Person A ein NoGo ist, ist für Person B vielleicht Himmel auf Erde. Redet miteinander Tacheles. Da bist Du besser daran als ständigen googeln und Ratgeberbücher lesen. Wenn du alles probiert hast und nichts hat geholfen, musst du einfach akzeptieren dass mit dieser Person keine Beziehung in klassischen Sinne möglich ist. So ist es leider manchmal.
 
  • #3
Warum muss ich mich verbiegen? Als Mensch sollte man sich so geben dürfen wie man ist. Die Leichtigkeit einer Beziehung gerade in einer angehenden, wird schon im Keim erstickt, müsste ich vorher checken ob ich damit was falsch mache damit oder doch richtig oder evtl. vielleicht.....
Lebe und genieße und hinterfrage nicht alles.
 
  • #4
Mich interessiert, wie sich introvertierte Menschen (in meinem Fall Frauen, aber das ist vielleicht kein Unterschied) in einer angehenden Beziehung entwickeln
Wieso soll denn da jeder Mensch, sich gleich entwickeln?

Was ich dir nur aus eigener Erfahrung sagen kann
Wenn das Nähe- und Kontaktbedürfnis sehr unterschiedlich ist, wird derjenige, der mehr Kontakt wünscht immer ein Stück weit unzufrieden bleiben, während der andere sich latent unter Druck gesetzt fühlt.
Aufmerksamkeit, zB Vorbereiten eines gemeinsamen Essens etc wird wohl schnell als zu viel und erdrückend empfunden, oder?
- Sprechen Intros generell eher ungern über Beziehung? Oder würden sie eine Gesprächsinitiative vom Partner tendenziell begrüßen?
Was auch immer dein Kontakt, für ein Problem hat.
Es liegt nicht unbedingt daran, dass es ein introvuertierter Mensch ist, sondern ein null verliebter Mensch.


Mein Rat:
Lass die Frau in Ruhe und gehe deiner Wege.
Du wirst passendere Partnerinnen finden.
 
  • #5
- Ist da dauerhaft nur ein gewisses, eher niedriges Level an Nähe bzw. gemeinsamer Zeit erwünscht und möglich? Oder ändert sich das mit der Zeit?
Ich glaube, das kann man nicht pauschal so sagen. Ich würde denken, dass manche introvertierten Menschen sich mit der Zeit öffnen, wenn Vertrauen entstanden ist, und dann liebevolle Partner sein können.

Insgesamt finde ich es schwierig, so ganz allgemein zu sagen, wie sich introvertierte und extrovertierte Menschen verhalten, denn es gibt ja nicht DEN Extrovertierten und DIE Introvertierte, sondern meistens dürften es Abstufungen und Mischungen sein, man ist dann zu einem gewissen Grad intro- oder extrovertiert. Und natürlich wieder die Sache mit präskriptiv und deskriptiv. Es gibt ja kein Handbuch mit den Regeln des Introvertiertseins, an das sich alle dadurch dann introvertierten Menschen strikt halten (präskriptiv), sondern diese Bezeichnung dient dazu, um bestimmte Charakterzüge beobachtend einzuordnen und zu systematisieren (deskriptiv). Aus der Beobachtung verschiedener Individuen werden häufig auftretende Gemeinsamkeiten gefunden und die Kombination verschiedener Eigenschaften wird dann mit dem Label "introvertiert" versehen, aber trotzden können die Menschen sich individuell abweichend verhalten, "introvertiert" ist ja nur eine grobe Beschreibung und es gibt verschiedene Ausprägungen und Abstufungen davon.
w27
 
  • #6
Es gibt extrovertierte Menschen, die nicht viel Nähe wollen, also gefühlsmässige Nähe.
Ich würde das weniger am Extro und Intro festmachen.
 
  • #7
Verstelle dich nicht. Gib dich genau so, wie du bist. Wenn das nicht gefällt, dann passt es einfach nicht. Du bist doch gut, genau so, wie du bist. Ich persönlich möchte nicht darüber nachdenken, ob ich mich jetzt melden soll oder nicht. Ich möchte das tun, wenn mir danach ist.

Ich selbst bin ja ein weiblicher Einsiedler, wahrscheinlich auch introvertiert, brauche viiiiiel Zeit für mich.

Aber wenn ich verliebt bin, dann rede ich eher zuviel am Anfang. Aber ich freue mich, wenn ich nicht erdrückt werde, keine gemeinsamen Wochenenden 48 o. 72 h am Stück, sondern eher so, dass man sich zb. spontan trifft, zum Essen (gehen) ubd auch spontan entscheiden kann, ob man die Nacht gemeinsam verbringt oder er oder sie abends wieder heimfährt. Geht natürlich nur, wenn man nah genug aneinander wohnt, was bei mir aber ein Ausschlusskriteritum wäre, wenn er weit weg wohnen würde. Mir wäre es ein Graus, wenn der Liebste Freitag Abend anreist u. dann bis Sonntag Abend bleiben will. Furchtbar erdrückend ohne jegliche Spontanität würde ich das empfinden.
 
  • #8
Nähebedürfnis und Extravertiert/Introvertiert sind unabhängig voneinander, auch ein introvertierter Mensch kann ein hohes Nähebedürfnis zu einem Menschen, den er liebt haben, gerade das beobachte ich ziemlich häufig, so wie ein extravertierter Mensch durchaus zwar viele Kontakte hat, aber trotzdem wenig Nähe möchte.
Ich denke, dass sich wenn nicht extrem, extravertiert und introvertiert ergänzen können, unterschiedliche Nähe-Distanz Bedürfnisse nie funktionieren.
 
  • #9
Mir wäre es ein Graus, wenn der Liebste Freitag Abend anreist u. dann bis Sonntag Abend bleiben will. Furchtbar erdrückend ohne jegliche Spontanität würde ich das empfinden.
Das ist schon ein guter Punkt - nicht so ganz einfach bei LAT, ja.
Nähebedürfnis und Extravertiert/Introvertiert sind unabhängig voneinander,
Ist das so?
Ich dachte, Introvertierte benötigen Alleinesein zum Kraft schöpfen?
 
  • #10
Mich interessiert, wie sich introvertierte Menschen (in meinem Fall Frauen, aber das ist vielleicht kein Unterschied) in einer angehenden Beziehung entwickeln. Auf was man achten sollte, was man falsch machen kann.
Beim richtigen machst du nichts falsch und beim falschen nichts richtig. Das Bedürfnis nach Nähe und Distanz ist eine individuelle Frage und hat nichts mit einem introvertierten Charakter zu tun. Ich kenne z.B mehr extrovertierte Charaktere, die sich nicht wirklich dauerhaft binden wollen. Ich bin aber noch nie auf den Gedanken gekommen da eine Kausalität herzustellen. Wenn es vom Grunde auf nicht passt, wird das auch später nicht passender.
- Ist da dauerhaft nur ein gewisses, eher niedriges Level an Nähe bzw. gemeinsamer Zeit erwünscht und möglich? Oder ändert sich das mit der Zeit?
Ich glaube das ist indivuduell. Ich bin jemand der zu nächst eine gewisse Zeit braucht. Aber irgendwann wächst mein Bedürfnis nach Nähe proportional zu meinen Gefühlen. Es gibt aber auch genug Menschen, die lieber in LAT Beziehungen leben wollen. Sie brauchen ihre Freiheit.
- Ist viel „Sich Melden“ und zB nach Treffen fragen dauerhaft eher ein NoGo, bzw sollte das am besten immer eher vom Intro ausgehen? So dass er bzw sie die Geschwindigkeit bestimmen kann und keinen Druck empfindet?
Frage deine Partnerin! Wenn du ein Störgefühl hast. Ich würde hier bereits eine red flag hissen. Die introvertierten Menschen in meinem Umfeld sind sehr gut in der Lage Kontakt zu initiieren und Bedürfnisse zu äußern.
- Aufmerksamkeit, zB Vorbereiten eines gemeinsamen Essens etc wird wohl schnell als zu viel und erdrückend empfunden, oder?
Wenn das so sein sollte, ist das Interesse nicht ausreichend da. Meine Meinung. Ich bin doch kein Spielzeug, das nur einseitig aus der Schublade gezogen wird. Wenn jemand meine Gesellschaft als erdrückend empfindet, wäre eine Partnerschaft für mich ausgeschlossen. Damit meine ich nicht das Bedürfnis auch mal alleine sein zu wollen. Das ist für mich qualitativ aber ein großer Unterschied.
- Sprechen Intros generell eher ungern über Beziehung? Oder würden sie eine Gesprächsinitiative vom Partner tendenziell begrüßen?
Ich glaube beziehungsfähige Menschen, sind immer in der Lage über Beziehung und ihre Bedürfnisse sprechen. Können sie das nicht, sind sie in meiner Wahrnehmung nicht sonderlich Beziehungstauglich. Für mich mittlerweile ein no go. Für eine gelingende Beziehung sollten gewisse Softskills vorhanden sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #11
Ist das so?
Ich dachte, Introvertierte benötigen Alleinesein zum Kraft schöpfen?
Das hat aber in der Tat wenig mit dem Nähebedürftis zum Partner zu tun. Ich selbst bin extrovertiert, habe aber nur ein geringes Nähebedürftis. So bin ich etwa durchaus glücklich, wenn ich meinen Partner einmal die Woche für einen Tag sehe oder bei stress auch mal eine Woche gar nicht, liebe aber durchaus Menschenmengen, Kommunikation, Interaktion mit Menschen und habe dies täglich. Trotzdem kann ich sogar tagelang keinen Kontakt zum Partner haben.
 
  • #12
Ich dachte, Introvertierte benötigen Alleinesein zum Kraft schöpfen?
Vielleicht machst du einfach mal deine Schubladen auf und betrachtest den Menschen mit dem du eine Beziehung eingehen willst als Individuum. Reden hilft auch (zB einfach fragen was dem anderen in dem Moment gut tun würde. wer dann nicht antworten kann oder keine ehrliche Antwort geben will ist im fortgeschritten Alter mMn nicht beziehungsfähig. so erwachsen sollte man sein dass man seine Bedürfnisse artikulieren kann)
Problem gelöst. Easy.
 
  • #13
Das ist schon ein guter Punkt - nicht so ganz einfach bei LAT, ja.

Ist das so?
Ich dachte, Introvertierte benötigen Alleinesein zum Kraft schöpfen?
Also ich zb. brauche alleine sein zum Kraft schöpfen. Auch alleine schlafen nachts usw. Was nicht heisst, dass ich keinen Sex will. Und erst recht habe ich ein grosses Nähebedürnis, also Zärtlichkeiten als auch Austausch auf geistiger Ebene sind für mich seeeehr wichtig. Dennoch ziehe ich mich immer wieder zurück, um zu mir kommen zu können.
 
  • #14
Das ist schon ein guter Punkt - nicht so ganz einfach bei LAT, ja.

Ist das so?
Ich dachte, Introvertierte benötigen Alleinesein zum Kraft schöpfen?
Ich bin so jemand, der durch Alleinsein Kraft schöpft, aber das bezieht sich weniger auf meinen Partner. Mit dem bin ich gern zusammen, wir sitzen nur auch mal in unterschiedlichen Zimmern und jeder macht was für sich.

Ich habe mehr Probleme mit vielen Menschen längere Zeit auf engerem Raum zu sein, da verschwinde ich ab und an (wenn es sich machen lässt) um kurz zur Ruhe zu kommen. Ich war weder der Ferienlagertyp oder jetzt Hotel mit All-inclusive und Animation, größere Festivals über mehrere Tage müssen ebenfalls nicht sein - zuviele Leute und zuviel Einflüsse/Infos.

Mit Nähe in der Partnerschaft hat das bei mir eher nichts zu tun, da mag ich Nähe.
 
  • #15
Ist das so?
Ich dachte, Introvertierte benötigen Alleinesein zum Kraft schöpfen?
Ich bin definitiv introvertiert, aber wieviel Nähe ich zu jemandem aushalten kann und wieviel Zeit ich mit ihm verbringen mag, hängt von dem Menschen selber ab. Der richtige Mensch zieht einem keine Energie ab, den hält man auch als Introvertierter gut aus.

Freiraum brauchen ist wieder was anderes, also mal was alleine machen können ohne Partner.

Und manchmal hängt es auch davon ab, was sonst so bei mir los war. Nach einer Woche, in der ich viel mit anderen Menschen zu tun hatte, kann es schon sein dass ich Zeit allein brauche.
 
  • #16
Also ich zb. brauche alleine sein zum Kraft schöpfen. Auch alleine schlafen nachts usw. Was nicht heisst, dass ich keinen Sex will. Und erst recht habe ich ein grosses Nähebedürnis
Das ist aber für den Partner schon kompliziert, oder?
Mir ist zum Beispiel gemeinsames Übernachten bzw Schlafen schon wichtig . Wenn man sowieso zusammen wohnt, lässt sich da wohl einfacher eine Regelung finden.
So bin ich etwa durchaus glücklich, wenn ich meinen Partner einmal die Woche für einen Tag sehe oder bei stress auch mal eine Woche gar nicht
Auch das wäre mir zB viel zu wenig, um es Beziehung zu nennen.
Ich glaube beziehungsfähige Menschen, sind immer in der Lage über Beziehung und ihre Bedürfnisse sprechen. Können sie das nicht, sind sie in meiner Wahrnehmung nicht sonderlich Beziehungstauglich
Schon, verstehe ich.
Andererseits sehe ich auch die Gefahr, dass man dadurch zB dem Kennenlernen seine Leichtigkeit nimmt und natürlicher Entwicklung unnötig vorgreifen will, indem man sofort Erwartungen formuliert. Oder?
 
  • #17
Ich bin definitiv introvertiert, aber wieviel Nähe ich zu jemandem aushalten kann und wieviel Zeit ich mit ihm verbringen mag, hängt von dem Menschen selber ab. Der richtige Mensch zieht einem keine Energie ab, den hält man auch als Introvertierter gut aus
Hört sich eigentlich gut an… aber dieses „hält man … gut aus“ klingt nicht gerade nach einem Optimum, oder? So ein bisschen nach Eierschalentanz für deinen Partner.
 
L

lorelai

Gast
  • #19
ich bin beides, intro/extra und ein Nähe Mensch.

Wenn ich beim Kennenlernden aber überlagert werde mit Nachrichten, Komplimenten, ständigen Vorschlägen sich zu Treffen oder Andeutungen/witzig gemeinten Doppeldeutigkeiten dann bin ich raus. Es geht dabei gar nicht um Druck aufbauen oder mein Tempo leben, ich habe kein langsames Tempo. Aber es nimmt mir die Luft zum Atmen und erdrückt mich.

Muss dazu aber auch sagen - wenn ich dieses Gefühl überlagert zu werden hatte, hat es so oder so nicht gepasst, da hat es letztenendes keine Rolle gespielt ob ich noch erklärt hatte, dass es zu viel ist oder nicht. Wenn es passt, musst du niemanden mit Samthandschuhen anfassen, dann läuft es wie von allein.
 
  • #20
Auch das wäre mir zB viel zu wenig, um es Beziehung zu nennen.
Menschen sind nunmal wirklich unterschiedlich. Ich mache Beziehung nunmal nicht an der Häufigkeit von Treffen aus. Es muss ein Miteinander geben, ein wir-Gefühl. Ich habe zwar wirklich sehr gute Freunde, aber zu meinem Partner baue ich noch einmal eine ganz andere Dimension der emotionalen Nähe auf. Aber diese hat wenig mit physischer Nähe zu tun.
 
  • #21
Schon, verstehe ich.
Andererseits sehe ich auch die Gefahr, dass man dadurch zB dem Kennenlernen seine Leichtigkeit nimmt und natürlicher Entwicklung unnötig vorgreifen will, indem man sofort Erwartungen formuliert. Oder?
Wie weit hat dich das bisher gebracht?! Das du offenbar ein sehr verständnisvoller Mensch bist, ehrt dich. ABER du hast in meiner Wahrnehmung mehr Verständnis für die Marotten und das offenbar ablehnende Verhalten deiner Datingpartnerinnen als für dich und deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen. Hier liegt für mich die Gefahr.
Du analysierst lieber deine Partnerinnen als dich selber.
Musste ich auch erst lernen. Wenn alles passt, geht die Leichtigkeit nicht flöten. Ist Sand im Getriebe, passt es nicht und man sollte schon ganz aufrichtig und authentisch hinterfragen, ob dieser Sand nicht einfach ein sicheres Anzeichen für eine ganze Düne sein könnte. Wenn du verstehst.
 
  • #22
Auf was man achten sollte, was man falsch machen kann.
Du kannst auf garnichts achten und somit nur alles falsch machen, weil Du nicht der richtige Partnertyp für eine Intro-Frau bist. Lass die Finger davon, sonst hast Du die nächste Frauen-Großbaustelle.

Du schreibst ja, wieviel Liebesbestätigung Du grad in der Anfangsphase brauchst und dazu ist eine Intro-Frau garnicht in der Lage, die braucht viel mehr Zeit.
Du kannst bei Bedrängung sogar damit rechnen, barsch abgewatsccht zu werden, denn Du triffst keine jungen Küken mehr, die noch nicht wissen, was ihre von der Mehrheitsmeinung abweichenden Bedürfnisse sind.

Grundsätzlich ist ein Intro nichts anderes als jeder andere Mensch, mit den gleichen Bedürfnissen nach Nähe. Früher hätte ich gesagt: vielleicht weniger Zeit für intensive Nähe, aber mit dem richtigen Mann an der Seite, weiß ich, dass diese Einschränkung nicht besteht.

Ist da dauerhaft nur ein gewisses, eher niedriges Level an Nähe bzw. gemeinsamer Zeit erwünscht und möglich? Oder ändert sich das mit der Zeit?
Deine Vorrstellung vom nicht vorhandenen Nähebedürfnis des Intros ist eine Falsche, diei sich durch Deine emotionale Bedürftigkeit ergibt, die den Kleinkind-Touch hat: jetzt, sofort.

Es hängt vom Gegenüber ab, wieviel Raum der einem lässt ob man selber ein Nähebedürfnis äußern kann. Ich denke, Du bist der Typ, der immer schon längst da ist, bevor überhaupt das Bedürfnis entstehen kann, Dich zu sehen.

Wenn der Mann sich anders verhält und Raum lässt, dann kann es durchaus passieren, dass der Intro von sich aus das Bedürfnis anmeldet, den anderen bei sich zu haben.

Das hängt aber auch davon ab, was für ein Typ der andere ist: mein Exmann was superunruhig, konnte nicht atmen ohne zu reden und wenn was anders war als er erwartete wurde er superhibbelig. Vor dem brauchte ich meine Ruhe/Rückzug.

Mein Mann ist ein sehr ruhiger Vertreter. Vor dem muss ich mich nicht in Sicherheit bringen/meinen Raum verteidigen.
 
  • #23
Ist .... nach Treffen fragen dauerhaft eher ein NoGo, bzw sollte das am besten immer eher vom Intro ausgehen?
Wenn Du darauf wartest, dass der Intro nach einem Treffen fragt, dann wartest Du vermutlich bis zum St. Nimmerleinstag - grad am Anfang.

Woher soll denn das Bedürfnis bei ihm kommen, wenn da nichts ist, bzw. Du immer schon da bist?
Ein Intro ist anders als Du. Der braucht nicht die ständige Bestätigung von außen, dass er lebt - der merkt das für sich ganz allein.

Ist viel „Sich Melden“..... dauerhaft eher ein NoGo
Eher ja, zumal wenn das Gegenüber so eine verwirrt-geschwätzige Elster ohne erkennbaren Kurs ist wie Du.
Intros brauchen Zeit für sich und nein, sie wollen dann nicht mit Dir sezieren, was sie in der Zeit gedacht haben.

Aufmerksamkeit, zB Vorbereiten eines gemeinsamen Essens etc wird wohl schnell als zu viel und erdrückend empfunden, oder?
Komm, das mit dem Essen ist doch eine Finte. Was also sind Deine "Aufmerksamkeiten" - da misstraue ich so aufmerksamkeitsbedürftigen Menschen wie Dir, d.h. eher Eigeninteresse, als Interesse an den Bedürfnissen des Gegenübers.

Jeder Intro isst genauso gern wie die meisten Menschen und ist auch berufstätig. Wer setzt sich da nicht gern an den gedeckten Tisch?

Wobei: ich mag es nicht, wenn ich nach Hause komme und dann das Essen bereits auf dem Tisch steht, ungünstigenfalls auch noch ein lautstarkes "hurra" erwartet wird.
Ich habe lieber etwas Zeit um auch innerlich anzukommen (ja, auch in meinem Zuhause), mich in die veränderte Situation gegenüber draußen einfinden und erst dann bitte die nächste Attraktion.
Dann kann ich mich freuen, statt mich überfordert zu fühlen. Selbst mein Hund hat das gelernt und ist ganz dezent in seiner Freude geworden, statt mich zu überrennen. Hallas machen wir, wenn ich auch innerlich da bin.

Ich glaube nicht, dass Du sowas kannst ohne Dich ungeliebt zu fühlen.
 
  • #24
Sprechen Intros generell eher ungern über Beziehung? Oder würden sie eine Gesprächsinitiative vom Partner tendenziell begrüßen?
Den Unterschied zwischen Intro und Extros gibt es nicht.

Du vermutest ihn, weil Du immer schneller bist als ein Intro - getrieben von Deiner Unsicherheit plapperst Du los (wie mein Ex).
Der Intro redet, wenn er sich sdeiner Belange klar ist.

Insgesamt sehe ich keinerlei relevanten Unterschied in Sachen Nähe, Redefreudigkeit o.ä. in gefestigten Beziehungen zwischen Intros und Extros. Bis dahin aber ist der Weg aber ein anderer - länger, ruhiger.

Ich dachte, Introvertierte benötigen Alleinesein zum Kraft schöpfen?
Kraft schöpfen und Nähe (nicht) wollen hat rein garnichts miteinander zu tun.
Ich glaube sogar, dass viele Extros, die immer den hohen Erlebniswert brauchen weniger zu Nähe fähig sind als Intros.

Es ergibt sich nur eine zufällige irrtumlastige Konstellation, wenn der Intro JETZT Ruhe für sich brauchen und der (selbstunsichere) Partner JETZT Nähe will (emotional Kleinkind ohne Fähigkeit zum Aufschub und ohne Wahrnehmung der Bedrüfnisse des Gegenübers) - insbesondere, wenn er für sich das Ruhe brauchen des Intros als Ablehnung erlebt.
 
  • #25
Das ist aber für den Partner schon kompliziert, oder?
Mir ist zum Beispiel gemeinsames Übernachten bzw Schlafen schon wichtig . Wenn man sowieso zusammen wohnt, lässt sich da wohl einfacher eine Regelung finden
Nur, wenn sie nicht zueinander passen, denke ich. Ich mochte es auch nicht sonderlich, viele Jahre mit meinem Kind/Baby in einem Bett zu verbringen, einfach, weil mich die Anwesenheit einer anderen Seele beim Schlaf stört. Ich liebe mein Kind über alles, aber störungsfreier Schlaf geht mir auch über alles. Es war aber notwendig, da ich sie lange stillte, auch und gerade nachts....
 
  • #26
Also, fassen wir zusammen ......
Der selbsternannte Frauenversteher, angeblich ach so "reflektiert" und mit jeder Krankheit dank Internet per Du ist unfähig, zu bemerken, wann eine Frau genervt von ihm ist.
Kennenlernen ist etwas anderes als wahlloses Dating - Nähe etwas anderes als stetiges, nervtötendes Geplapper.
Also, kleines 1x1 .....
Hört Mann einer Frau zu, dann verrät sie ihm alles, was er wissen muss. Nicht über alle Frauen - nein, über SIE. Plappert der Mann aber ständig wird er nichts über SIE erfahren.
Was folgt daraus ? Nicht die bedauernswerten Mädels nerven - sondern auch mal die Klappe halten und zuhören.
 
  • #27
Komm, das mit dem Essen ist doch eine Finte. Was also sind Deine "Aufmerksamkeiten" - da misstraue ich so aufmerksamkeitsbedürftigen Menschen wie Dir, d.h. eher Eigeninteresse, als Interesse an den Bedürfnissen des Gegenübers.
Wobei: ich mag es nicht, wenn ich nach Hause komme und dann das Essen bereits auf dem Tisch steht, ungünstigenfalls auch noch ein lautstarkes "hurra" erwartet wird.
Ich habe lieber etwas Zeit um auch innerlich anzukommen
Wenn ich jemanden einlade, der nicht gerade ein „Kumpel“ oder mein Kind ist, mache ich mir tatsächlich einen ziemlichen Kopf über Essen etc. Aber ein guter Hinweis, der mir allerdings schon selbst ziemlich klar geworden ist. Eine gewisse Unsicherheit, ja. Aufmerksamkeitsbedürfnis eher nicht.

Du vermutest ihn, weil Du immer schneller bist als ein Intro - getrieben von Deiner Unsicherheit plapperst Du los (wie mein Ex).
Dito.

Eher ja, zumal wenn das Gegenüber so eine verwirrt-geschwätzige Elster ohne erkennbaren Kurs ist wie Du.
Das ist schön formuliert, made my day.

Ich mochte es auch nicht sonderlich, viele Jahre mit meinem Kind/Baby in einem Bett zu verbringen, einfach, weil mich die Anwesenheit einer anderen Seele beim Schlaf stört.
Ja, da bin ich tatsächlich ganz anders. Sowohl Baby als auch Partnerin fand bzw finde ich mit mir im Bett immer nur gut.

ABER du hast in meiner Wahrnehmung mehr Verständnis für die Marotten und das offenbar ablehnende Verhalten deiner Datingpartnerinnen als für dich und deine eigenen Bedürfnisse und Grenzen
Ja, ein guter Punkt.
Höre ich ehrlich in mich hinein, machen mir die „Marotten“ anderer Menschen tatsächlich weniger aus als Leuten, die sich zB stundenlang über Kollegen etc aufregen können. Ich bin mit mir meistens ziemlich im Reinen, das merke ich zB auch an meinen normalerweise netten und harmlosen Träumen.
Daher nehme ich die Menschen so, wie sie sind, ärgere mich kaum, mache allerdings keine übergroßen Zugeständnisse.

DA könnte mein Problem liegen - dass ich eher davon ausgehe, dass sich Menschen nicht ändern (lassen) und meine Schlüsse ziehe, ohne ernsthaft über Entwicklungsmöglichkeiten gesprochen zu haben. Also auch kleinere Verstimmungen ernster nehmen und sie klar ausdrücken. Das Gefühl des „in mich hinein Fressens“ als solches habe ich dagegen kaum jemals.
 
  • #28
Eine gewisse Unsicherheit, ja. Aufmerksamkeitsbedürfnis eher nicht.
Glaube ich Dir nicht, halte ich für verzerrte Selbstwahrnehmung von der Art "was mir nicht gefällt ist bei mir selbstverständlich nicht vorhanden".
Du schreibst doch immer, wie sehr Du brauchst, dass die Frau Dir schon sehr früh ihre Zuneigung deutlich zeigt - wo ich mich dann immer frage: "wo bitte soll sie herkommen zwischen zwei fremden Menschen (Kaltaquise)?"

Hört sich eigentlich gut an… aber dieses „hält man … gut aus“ klingt nicht gerade nach einem Optimum, oder?
Naja, Beziehungen ohne Kompromisse geht halt nicht, resp. nicht bei erheblichen Tempperamentsunterschieden - hat was mit Realitätssinn zu tun.
Wenn ich was gut aushalte, dann halte ich es gut aus - Normalzustand, d.h. absolut ok für mich.
Als Intro strebe ich kein Leben in permanenten Begeisterungsstürmen an. Die könnte ich wegen Reizüberflutung nicht aushalten.

So ein bisschen nach Eierschalentanz für deinen Partner.
Für meinen Mann jetzt nicht. Der ist ein stabiler Typ, den so leicht nichts umhaut, dazu mit einer sehr feinen Wahrnehmung für andere und sehr viel Empathie ausgestattet.
Der macht wie @Tom26 sagt:
Hört Mann einer Frau zu, dann verrät sie ihm alles, was er wissen muss.... über SIE.

Mir wäre es ein Graus, wenn der Liebste Freitag Abend anreist u. dann bis Sonntag Abend bleiben will. Furchtbar erdrückend ohne jegliche Spontanität würde ich das empfinden.
Ich wiederum fand solche Strukturen in der Fernbeziehung gut (bin aber ein Intro-Nähemensch).
In der Regelmäßigkeit wusste ich woran ich bin und mein vegetatives Nervensystem (da greift mein Asperger) hat sich darauf eingestellt - mit jedem Flug-KM entstand mehr Nähe.
Das hatte aber auch damit zu tun, dass mein Mann mich am Ende der Strecke nicht direkt sofort überrollte, d.h. ich musste für die Ankunft garkeine Abwehr aufbauen.

mache ich mir tatsächlich einen ziemlichen Kopf über Essen etc.
Kann man ja auch machen, ohne es nach außen zu tragen und daraus Erwartungen (Begeisterung gewünscht) zu stellen.
Wichtig ist beim Intro: in Ruhe ankommen lassen.

Mein Mann sagt immer, ich bin für ihn der Indianer, der vom Pferd ansteigt und pausiert, damit seine Seele hinterherkommen kann.
Und so geht er damit um: nicht auf jemanden losstürmen, der noch nicht komplett da ist. Läuft, denn er kann das, hat nicht so ein instabiles Ego, was dahinter fehlende Liebe mutmasst o.ä
 
  • #29
DA könnte mein Problem liegen - dass ich eher davon ausgehe, dass sich Menschen nicht ändern (lassen)
Menschen lassen sich in einem gewissen Alter in diesen Dingen auch nicht mehr ändern, weil die Persönlichkeit irgendwann steht. Insofern hast Du Recht und da ist kein Problem.

Dein Irrtum: Du erwartest eine Veränderung wo keine benötigt wird, sondern nur eine andere Facette der Persönlichkkeit sichtbar werden müsste. Der Intro hat (wie der Extro) das Nähebedürfnis in sich oder nicht und zeitg es, wenn die Zeit für ihn reif ist.

und meine Schlüsse ziehe, ohne ernsthaft über Entwicklungsmöglichkeiten gesprochen zu haben.
Man braucht nicht über alles reden, zumal Du über Dinge reden willst, die Dir ein Intro Dir in der Phase des Kennenlernens, wo Du meinst, die Info zu brauchen ohnehin nicht anvertraut.
Er fühlt sich dann eher bedrängt und geht in den Rückzug - von Dir herbeigeredet.

Beim Intro benötigst Du Fähigkeiten abwarten zu können, ohne in irgendwelche Zweifel zu verfallen. Das kann man oder kann man nicht in Deinem Alter.
Mein Eindruck: Du bist ein Kind der schnelllebigen Zeit: sofort alles oder es ist nichts.
Das funktioniert mit Intros nicht: die zeigen sich langsam.
 
  • #30
Glaube ich Dir nicht, halte ich für verzerrte Selbstwahrnehmung von der Art "was mir nicht gefällt ist bei mir selbstverständlich nicht vorhanden".
Du schreibst doch immer, wie sehr Du brauchst, dass die Frau Dir schon sehr früh ihre Zuneigung deutlich zeigt - wo ich mich dann immer frage: "wo bitte soll sie herkommen zwischen zwei fremden Menschen (Kaltaquise)?"
Das ist ein Missverständnis.
Ich habe nicht gesagt, dass ich das brauche. Machen ja auch nicht viele.
Ich habe nur gesagt, - und das bezog sich auf einen bestimmten, besonderen Fall - dass ich darauf stark reagiere.
Allgemein positive Reaktionen kann ich natürlich sowieso deuten.

Irgendwie ist „Aufmerksamkeit bekommen“ einfach kein besonderes Thema für mich, eher schon „in Ruhe gelassen werden“.
Auch sonst bin ich oft eher froh, wenn man mir keine spezielle Aufmerksamkeit schenkt bzw bekomme ich davon in meinem Alltag etc absolut genug ab. Mache gern mein Ding ruhig für mich.

Aufmerksamkeit von Frauen, auch von Partnerinnen, bekomme ich meistens gerade soviel, wie es passt. Was allerdings nicht heißt, dass ich nicht zu viel rede, wenn ich etwas nervös bin.
 
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