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  • #1

Inwiefern beeinflusst der Beruf des anderen eine mögliche Bez.?

Ich (w, 24, Medizinstudentin) habe eine sehr tollen Mann kennen gelernt (25).Er ist sehr sympathisch, humorvoll, gutaussehend. Wir verstehen uns und sind auf einer Wellenlänge.

Nun zu meinem "Problem": Besagter Mann ist Gastronom von Beruf. Ich kann mich damit nicht so ganz anfreunden. Es ist nicht etwa so, dass ich ein oberflächlicher Mensch bin. Ich schaue nicht auf andere Menschen aufgrund ihrer Arbeit herab. In meiner eigenen Familie gibt es kaum Akademiker, so viel dazu. Grundsätzlich wertschätze und ich respektiere ich jede Berufsgruppe, denn jeder muss irgendwie an sein Geld kommen und Kellner oder Kassierer werden genauso benötigt wie Ärzte, Anwälte oder Ingenieure.

Wenn es aber nun um eine erwachsene, ernsthafte Beziehung geht, wünsche ich mir einen Partner, der mir, was das Berufsleben angeht, auf Augenhöhe begegnet. Er muss nicht zwangsläufig ebenfalls angehender Arzt sein, jedoch wünsche ich mir jemanden, der denselben Bildungsstand hat, sprich Abitur/Studium.

Der Mann, den ich kennen gelernt habe, bietet aber genau dies nicht. Ansonsten gefällt er mir wirklich. Nun stecke ich in einer Art Zwickmühle. Mich würden Meinungen Außenstehender interessieren. Was sagt ihr dazu? Inwiefern beeinflusst der Beruf eure Partnerwahl? Danke im Voraus.
 
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  • #2
Du bist jung! Gehe ausschließlich nach Bauchgefühl. Wenn Du geistig keine Einschränkungen verspürst, sind keine da. Die Gelegenheit sich von unsinnigen Träumen zu verabschieden. Wenn Du das so früh überwindest, wirst Du später davon profitieren.

Ich selber hatte nie jemanden kennen gelernt, der letztendlich das geistige Niveau hatte und aus solchen Berufsschichten kam. Irgendwann gab es Grenzen, die ich aber schnell erkennen konnte, also nicht erst nach Monaten. Ich habe meine Oberflächlichkeit akzeptiert, dass ich, sobald zu viel Dummheit rüber kommt, maximal eine Freundschaft pflegen kann. Eine Beziehung ist nicht möglich. Es entwickelt sich ein innerer Widerwille. Und ich bin keinesfalls arrogant - auch wenn das jetzt so wirken muss. Ich kann das nicht mal steuern und habe es oft bereut. Mehr Herzenswärme habe ich durchweg in den verpönten Berufsgruppen gefunden. Ich würde es also gern können.

Also als Empfehlung einer alten Dame, probiere es einfach... vielleicht bleibt Dir dann so einiges erspart, weil Du dann nämlich offen sein kannst. Der Beruf ist ganz sicher egal, sofern Du mit seinem Denken, Auftreten, Dasein klar kommen kannst. Finanziell darfst Du das nie betrachten, denn ein Bäcker verdient unter Umständen deutlich mehr, als so mancher Akademiker..... gerade heute....

Dir viel Glück!
 
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  • #3
Guten Morgen,

was ich da lese, macht mir ehrlich gesagt Angst! Findest Du Dein Verhalten nicht oberflächlich und vielleicht ein klein wenig arrogant? DU möchtest nicht von oben herab auf andere Berufsgruppen herab schauen? Ist ein angehender Gastronom (ist er im Service? in der Küche? hat er eine Kneipe?) weniger wert? Hauptsächlich fände ich es toll, dass er seinen Beruf von Herzen macht und das auch ausstrahlt! Nur weil Du Medizin studierst, bist Du nicht besser. In einer erwachsenen und ernsthaften Beziehung möchte ich in erster Linie jemanden, der mir im zwischenmenschlichen Bereich und auf geistiger Ebene auf Augenhöhe begegnet, der Beruf ist doch erstmal zweitrangig. Sehr sympathisch, humorvoll und gutaussehend - sind doch schon mal tolle Attribute - vielleicht lernst Du ihn erstmal ein bißchen besser kennen und revidierst dann Dein Urteil. Vielleicht stellt aber auch ER fest, dass für ihn die Augenhöhe nicht passt. Viel Glück!
 
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  • #4
In Abschnitt 2 und 3 wiedersprichst Du Dir selber. "Ich schaue nicht auf andere Menschen aufgrund ihrer Arbeit jedoch wünsche ich mir jemanden der den selben Bildungsstand hat, Abitur, Studium.
In Abschnitt 1 schreibst Du: ich habe einen tollen Mann kennen gelernt, wir sind auf einer Wellenlänge aber dieser Mann, letzter Abschnitt, bietet dir nicht was du dir wünschst.

Du hast, vielleicht von Deinen Eltern oder Freunden, vermutlich die Message mitbekommen, sich einen Mann zu suchen der gebildet ist, somit einen guten Beruf bekommt und gut verdient. (Trifft trotzdem nicht immer zu) Krasse Unterschiede können natürlich auf Dauer Probleme bringen. Du jedoch reduzierst alles auf´s Materielle, lässt alle Zwischenmenschlichkeiten außen vor. Dieser Mann geht doch offensichtlich einer geregelten Arbeit nach und hat zumindest ein Einkommen.

Du jammerst auf hohem Niveau. Blende mal alle Oberflächlichkeiten aus, sensibiliesiere Deine innere Stimme und treffe eigenständige Entscheidungen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder Du liebst diesen Mann und kannst Dir eine Zukunft mit ihm vorstellen oder eben nicht.
 
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  • #5
Auch wenn dir die meisten hier sicher zuraten werden: Ich rate dir ab. In einer dauerhaften Beziehung muss es auch geistig und vom Ausbildungshintergrund passen. Ich bin auch Akademikerin (ebenfalls mit nicht-akademischen familiären Background) und für mich kommen nur Akademiker in Frage. Das hat nichts mit Oberflächlichkeit oder Arroganz zu tun, sondern es geht darum, einen Partner zu finden, der nicht irgendwann verunsichert und aggressiv wird, weil du mehr weißt und mehr Status hast als er.

Das kann auch erst im Verlauf der Beziehung passieren. Eine Freundin (Sprachwissenschaftlerin) war drei Jahre mit einem Mechaniker zusammen. Und die beiden haben sich dann tatsächlich auch getrennt, weil er immer eifersüchtiger reagiert hat und meinte, sie würde sich etwas auf ihre Ausbildung einbilden.Und du willst dich ja sicher auch mal über dein Studium und wissenschaftliche Themen unterhalten und brauchst deshalb einen Partner, der dich nicht schweigend und mit großen Augen ansieht, wenn du Fachbegriffe benutzt und bei dem du deshalb nicht darauf achten musst, Fachbegriffe und Fremdwörter zu vermeiden.

Ich merke das bei mir in der Verwandtschaft. Ich kann zum Beispiel nur oberflächliche Dinge von meinem beruflichen Alltag erzählen, weil alles andere sowieso übergangen werden würde. Wenn ich mal in einer Unterhaltung ein Fremdwort gebrauche, kommt gleich die Nachfrage, was das Wort bedeutet. Und dann neigen gerade Männer dazu, sich mit (teilweise sogar ausgedachtem) Halbwissen aufzuplustern. Ich habe es aufgegeben, mit echtem Fachwissen und Argumenten dagegen angehen zu wollen. Ich lasse sie jetzt einfach reden. Aber in einer Beziehung kann ich mir einen solchen Mann nicht vorstellen.


w30
 
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  • #6
Liebe FS,
ich weiß nicht welche Erfahrungen du diesbezüglich gemacht hast aber ich kann nach 6 Jahren Studium sagen: auch unter Akademikern gibt es echte Pfeifen.....mit denen ich NIE im Leben mehr als die gleiche Luft im Hörsaal teilen möchte!!
Klar ist es schön, wenn man sich mit seinem Partner über seinen Arbeitstag austauschen kann und diesbezüglich ein gemeinsames Gesprächsthema hat aber ist das alles?? Über fachliche Themen kann man sich auch mit einer netten Kollegin/einem Kollegen unterhalten, dafür brauche ich nicht noch einen Mediziner daheim.
Natürlich wird dein Gastronom keine Ahnung von der leitliniengerechten Therapie der Herzinsuffizienz haben oder wissen, wie man den Aortocoronaren-Venenbypass operiert- so what?! Dafür hast du wahrscheinlich keinen Plan von Gastronomie oder?!
Ich finde, wenn ihr genug andere Gemeinsamkeiten habt und euch gut versteht, dann ist das doch schon einmal ein Anfang.
w30
ps: es gibt aber auch nette Mediziner;)
 
  • #7
Ich würde das nicht auf den Beruf reduzieren. Unseren Beruf wählen wir, weil wir bestimmte Interessen, Potentiale, Werte, Prägungen und Ziele haben. Und dein Partner mit einem anderen Beruf(der diesen aus ebendiesen Gründen gewählt hat) ist dann entweder eine gute Ergänzung oder aber passt nicht.
Die Diskussion: Auch Ärzte können Pfeifen sein, geht m.E. am Kern der Sache vorbei. Es sollten sich Menschen mit ähnlichen Vorstellungen vom Leben und von der Zukunft zusammentun. Und die Schnittmenge Gastwirt/Ärztin ist in der Menge der Menschen zwar nicht soo groß, in den Details kann sie wiederum passend sein. Wer einen Beruf auf die Klischeevorstellung davon reduziert, greift zu kurz. Der Ruf der Ärzte ist besser als der Berufsstand hergibt, bei Gastwirten ist es umgekehrt.
Mit Mitte 20 sind solche Berufspersonae ohnehin noch nicht so ausgeprägt. FS, du machst dir auch ein bisschen einen Kopf um Dinge, die noch nicht dran sind. Könnte es sein, dass eher deine Eltern das Problem mit deinem Gastronomen-Freund haben?
 
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  • #8
An einem Gastronom würde mich (und zwar stark) die Arbeitszeit stören. Da kann bei normalen Arbeitszeiten des Partners nur zu wenig Zeit miteinander herausspringen.

Wo aber dein Problem liegt, wenn ihre euch versteht und auf einer Wellenlänge, versteh ich nicht.
 
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  • #9
Liebe FS,

versuche mal nicht so sehr in die Zukunft zu sehen und genieße einfach die Zeit mit deinem neuen Freund. Leider sagt mir die Lebenserfahrung, dass Beziehungen sowieso meistens nicht in einer
Ehe münden. Was sollst du dir daher jetzt schon deinen Kopf zerbrechen und eine Entscheidung treffen, die darauf abzielt, eine lebenslange Beziehung einzugehen? Am Ende seid ihr in 6 Monaten sowieso wieder getrennt und alles Überlegen hat sich erübrigt.

Mit der Zeit wird sich sowie herausstellen, ob ihr auch vom Bildungsniveau zusammenpasst.
Dann kannst und wirst du neu bewerten und entscheiden.
 
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  • #10
Gastronom geht von Trinkhalle über Bergbeizli bis Baur au Lac, ein weites Feld. Ich habe ein Medizinstudium abgeschlossen und mir wär ne coole unternehmungslustige Wirtin viel lieber als ne dröge Frau Doktor die lieber über Bypässe redet als über richtige Pässe zu gehen, das hab ich hinter mir
 
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  • #11
Nun stecke ich in einer Art Zwickmühle. Mich würden Meinungen Außenstehender interessieren. Was sagt ihr dazu? Inwiefern beeinflusst der Beruf eure Partnerwahl?

Gutmenschentum finde ich immer wieder abstoßend. Ein Mensch wird nicht dadurch wertvoller, dass er jeden anderen beliebigen Menschen als Partner akzeptieren würde. - Jeder hat die Freiheit einen beliebigen Beruf auszuwählen, und du hast die Freiheit jeden deswegen als Partner abzulehnen - Und wenn du keinen Kellner willst, dann ist das dein gutes Recht, und deine persönliche Entscheidung.

Ich will z.B. keine "Tänzerin" oder "Künstlerin" als Partnerin, und auch keine Frisöse, Nageldesignerin, Masseurin, oder Nebenbei-Model, und noch viele, viele mehr. Ich will niemanden der sich zu diesen Berufen berufen fühlt, und ich will auch niemanden, der einen solchen Job aus Zwang ausübt.

m
 
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  • #12
Du bist sooooo jung. Geniesse es einfach mache deine Erfahrungen, gib ihm ne Chance und vor allem Dir selbst.

Du schreibst er ist Gastronom. Ist er Kellner, Koch oder hat er sein eigenes Lokal?

Falls dem so ist, dann respekt!

Also relax und lass es einfach laufen...
 
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  • #13
Ich bin deutlich älter als Du und meiner Erfahrung nach sollte man genau hinschauen, WIE jemand seinen Beruf ausübt. Ob er sich Gedanken macht um Kommunikation, klare Ziele vor Augen hat und auf diese hin arbeitet, ob er Dinge hinterfragt und überlegt, wie er gegensteuern kann, was ihm wichtig ist. Wie er mit seinen Kollegen umgeht. Soziale Kompetenz ist in jedem Beruf vorteilhaft - und für eine Beziehung erst recht. Vielleicht habt Ihr Probleme mit Euren Arbeitszeiten - aber ob das Deine Beziehung fürs Leben wird weißt Du mit 24 sowieso noch nicht. Halte die Augen offen, ich denke Du bist in einem Alter wo man selber auch noch ordentlich an seinen Kompetenzen arbeiten kann. Viel Spaß und genieße die Zeit mit einem Mann, der Dir doch wohl sehr gefällt.
 
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  • #14
Ich sehe das wie Gast 4. Für eine unverbindliche Liebelei wird es reichen, auf Dauer wird es aber nicht klappen. Es ist zwar so, dass Männer (gerade junge) im umgekehrten Fall oft unehrlich sind und sagen, dass ihnen die Bildung und Ausbildung der Frau egal sind, das macht man aber, weil man ein kurzfristiges Ziel hat (abschleppen). Für eine richtige Beziehung reicht es regelmäßig auch nicht. Es kommen zwar immer wieder die Behauptungen, es gäbe auch Akademikerflaschen und Handwerkergenies - und das stimmt sicher auch - eine vergleichbare Bildung ist aber wichtig, damit es auch auf Dauer noch spannend bleibt. Ein Partner, mit dem man sich nur über Belangloses austauschen kann, wird immer unzufriedener, nörgeliger und zänkischer, der Andere zieht sich immer mehr zurück. Ich kenne das leider aus meiner ersten Ehe (Mussehe) mit einer Friseuse, die zwar immer Wissen vorgaukeln wollte, aber gleichzeitig furchtbar neidisch auf Frauen waren, die wie ich studiert hatten.
 
  • #15
Nun liebe Fs,

Du redest über die Ausbildung, Studium etc. - das ist völlig uninteressant. Aber, zu einer langlebigen Partnerschaft gehört schon ein ähnliches Sozialleben, Interessen und natürlich auch Bildung. Das stelle ich mir nun ehrlich gesagt bei Eurer Konstellation als eher unwahrscheinlich vor.

Was habt ihr denn gemeinsam? Darauf kommts nämlich an. Also ausser der Aussicht auf Arbeitszeiten die ausserhalb einer nine to five Arbeitswoche liegen.

Irgendwann lebt man ja auch ein bisschen ausserhalb des Bettes und da isses dann wirklich blöd wenn man dann merkt dass man sich nichts zu sagen hat bzw. in einer anderen Welt lebt.
 
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  • #16
Hallo liebe FS,

ich finde es keineswegs arrogant, dass du dir solche Gedanken machst. Bin selber über 50 (w, Akademikerin) und habe vielleicht zufällig immer Partner gehabt, die auch Akademiker waren. Allerdings waren zwei davon charakterlich ziemlich unreif. Da hilft auch kein Hochschulstudium und keine Promotion. In meinem Bekanntenkreis sind Akademikerinnen fast immer auch mit Akademikern zusammen, während Akademiker gerne auch Partnerinnen haben, die nicht die gleiche Bildung haben. Ich kenne nur ein Paar, bei dem sie eine aufwendigere Ausbildung gemacht hat als er. Er ist aber deshalb nicht "ungebildet", sondern interessiert sich für Vieles und hat sich selbstständig Vieles angelesen.

Eine Garantie hat man nie und wenn du dich so sehr zu ihm hingezogen fühlst, solltest du ihn nicht nur wegen seines Berufes ablehnen. Ansonsten würdest du später wahrscheinlich dieser verpassten Gelegenheit nachtrauern. Lerne ihn doch erst einmal ganz langsam kennen und achte immer wieder darauf, ob du mit ihm glücklich bist. Was andere Leute dazu sagen, ist egal.

Alles Gute!
 
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  • #17
Liebe FS,

ich finde es gut, dass du dir darüber Gedanken machst. Es ist etwas rational und herzlos - aber ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass ich persönlich für mich jemand mit Schichtdienst ein "NoGo" wäre. Es ist so verdammt schwierig, dann Zeit miteinander zu verbringen und dies zu planen. Wenn dann noch der/die beste Freundin auch entsprechende Aufmerksamkeit will, ist das zum Scheitern verurteilt.

Ich würde aber auch ungern mit jemanden aus meinem Ingenieursbereich zusammen sein. Kommt die Arbeit unterbewusst noch mit nach hause. Aber würde auch jemand mit einem MINT-Abschluss bevorzugen, aber meist kommt es eh anders ;)

m25
 
  • #18
Hallo liebe Medizinstudentin,

grundsätzlich habe ich die Einstellung, daß eine Beziehung auf Dauer nur funktionieren kann, wenn der Partner die gleichen Interessen hat. Und da spielt der Beruf eben eine sehr große Rolle, gerade wenn man beruflich sehr eingespannt ist, wie es nunmal viele Ärzte sind. Wenn der Partner dann noch aus der selben Branche kommt und sogar den selben Beruf hat, macht das vieles einfacher. Gerade bei Ärzten ist das Heiraten untereinander sehr existent.
Das muß aber nicht heißen, daß Du mit einem Gastronomen nicht auch glücklich werden kannst.
Ich würde es dennoch versuchen.

LG
 
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  • #19
Was meinst Du mit "Gastronom"? Kellnert er oder gehört ihm ein eigener Laden? Muss er jeden Tag nachts arbeiten? Kann er eine Familie von seinem Beruf ernähren? Ich musste etwas lächeln als Du von ihm als "tollen Mann" schriebst. Mit 25 war ich ein völliger Jüngling, der sich erst noch zu einem weiterführenden Abschluss und Studium entschlossen hat. Den Beruf den man mit 25 ausübt, kann man doch noch zig mal wechseln. Und in so jungen Jahren wirst Du ja wohl kaum schon den "Mann fürs Leben" suchen bzw. finden. Genieße Deine Jugend und mach Dir nicht so viel Gedanken!

m.
 
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  • #20
Na, was denkst du, liebe FS - wie oft trifft man denn schon Vertreter des anderen Geschlechts, die in jeder Hinsicht toll sind und (fast) in jeder Hinsicht passen?

Mir scheint, ihr kennt euch noch gar nicht richtig in allen Facetten und seid noch nicht lange zusammen. Kennst du denn überhaupt schon seine Einstellung zum Leben, seine Gewohnheiten, Interessen usw. und nicht zuletzt seine intellektuelle Kapazität? Kann er in seiner eigenen Sprache gedanklich und inhaltlich mit dir mithalten? Fehlt es ihm an Bildung oder eher an Intelligenz?

Auf jemanden herabzuschauen geht gar nicht in einer Liebesbeziehung. Dass es aber in einer ungleichen Beziehung hervorragend funktionieren kann, beweisen viele langjährige Ehen, in denen Männer schon fast traditionell weniger gut ausgebildete Frauen geheiratet haben. Umgekehrt scheint also eine soziale Ungleichheit als irrelevant empfunden zu werden - oder lässt sich diese mit anderen Eigenschaften ausradieren.
 
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  • #21
Hallo Fragenstellerin,

ich kann deine Situation und dein Bedenken gut nachvollziehen, war ich (Ärztin) doch selbst mal 7 Jahre mit einem Gastronom (= Inhaber eines Restaurants) zusammen.
Sicherlich ist eine Beziehung mit einem Gastronom, der immer bis spät in der Nacht einschl. Feiertage arbeitet (Tagsüber steht darüberhinaus auch genügend Arbeit an), nicht ganz einfach - gleiches gilt aber für Mediziner genauso ;-).
Zeitlich hatte ich jedenfalls kein Problem eine Beziehung zu führen, sondern ich habe vielmehr genossen, dass man genügend Zeit hat seinen Hobbys nachzugehen und Freunde zu treffen. Gemeinsame Zeit haben wir daher als quality time besonders genossen.
Problematisch war aber nach einiger Zeit tatsächlich der große Bildungsunterschied, der zwar im täglichen Leben nicht so eine große Rolle spielt. Allerdings bin ich jemand der sehr gerne über seine Arbeit oder über fachliche Fragestellungen spricht und dies war in dieser Beziehung absolut nicht möglich und hat letztendlich dazu geführt dass ich mich getrennt habe. Erschwerend hinzu kam, dass er oftmals versuchte irgendwie fachlich mitzureden, was aber immer eher zu genervtheit und Belustigung der Zuhörer führte und mir irgendwann sogar peinlich wurde (oft Ausgangspunkt für einen Streit). Da half es leider wenig, dass wir das gleiche Hobby hatten und ich regelmäßig (mit Spaß!!!) in seinem Restaurant mitgearbeitet hatte.
Auch wenn die Beziehung gescheitert ist habe ich hieraus sehr viel gelernt und denke immer noch gerne daran zurück.
Insofern finde ich die Aussage eines Vorredners ganz gut, dass man einfach mal das Abenteuer Beziehung beginnen sollte ohne davon auszugehen, dass man dann den Partner fürs Lebens gefunden hat. Gerade nach Ende des Studiums und beginn des Arbeitslebens verändert man sich doch sehr und was jetzt vielleicht noch der "falsche" Partner ist, kann tatsächlich durch geänderte Bedingungen zum "richtigen" Partner werden. Gerade unter Medizinerkollegen(innen) habe ich ein solches Phänomen öfters gesehen. Tatsächlich gab bzw. gibt es einige die sich freuen, nach Feierabend eben nichts mehr mit Medizin zu tun zu haben .....
Vielleicht solltest du die Dinge also einfach auf dich zukommen lassen. Letztendlich gibt es ja nie eine "Sicherheit" das eine Beziehung klappt, auch wenn man sich fachlich gut unterhalten kann.......

Viel Erfolg,
w 33
 
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  • #22
Nur die allerwenigsten Männer verkraften auf Dauer, wenn ihnen die Frau bildungsmäßig überlegen ist, auch wenn das für die Frau keinerlei Rolle spielt. Nun machst Du Dir Deinerseits bereits Gedanken, ob das gehen wird, obwohl alles noch ganz neu und faszinierend ist, und Du bist jung genug, einen Partner zu finden, mit dem diese Voraussetzungen stimmen. Daher würde ich Dir eher abraten.
 
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  • #23
Mir gefällt, was Gast 9 schreibt.
In meiner erweiterten Familie hat eine junge Ärztin auf Drängen der gesamten Verwandtschaft ihre Jugendliebe sausen lassen, weil er nicht "adäquat" war. Das ist lange her und sie hat jahrzehnte unter der Entscheidung gelitten und keine glückliche Hand gehabt bei den "Alternativen", die sie wählte.
In meiner Kleinstadt gibt es einen Wirt, der so herzensklug und feinsinnig ist, dass die ganze Szene, die ganz jungen Schüler und Studenten, bis hin zu den Alten (mit und ohne höherer Bildung) zu ihm pilgert. Er schaut jeden Gast mit Interesse an und man fühlt sich wohl und richtig dort - egal in welcher Stimmung man sich einfindet, ob allein oder in Gesellschaft. Und das seit Jahrzehnten. Ich finde, er ist ein begnadeter "Seelsorger", auch wenn er nicht studiert hat.
Auch ein Kellner, der nur angestellt ist, kann so eine Ausstrahlung haben.
Einer meiner Therapeuten-Lehrer hatte selbst viel gekellnert, um sein Studium zu finanzieren. Er hat später uns Schülern erklärt: "Es ist eine hohe Kunst, einen Gast höflich zu umsorgen. Ihn so zu bedienen, dass wir auf Augenhöhe sind, dass er nicht beschämt ist, weil ich zu servil bin. Wenn es mir gelingt, dass er sich vollkommen wohl fühlt, ohne den anderen Gästen den ihnen zustehenden Raum zu nehmen, dann hab ich was geleistet, was ich auch als Therapeut in einer Gruppe nicht besser machen kann." Das hat mich sehr beeindruckt und fällt mir immer wieder ein, wenn ich irgendwo gut (oder eben schlecht) bedient werde.
Vielleicht ist Dein Liebster einer von solchem Format. Dann schau darauf, dass er sich nicht wegen Deiner Dünkel abwendet und sich was "Besseres" sucht, eine Frau die diese Qualität schätzt.
 
  • #24
Du wiedersprichst dich etwas in deiner Fragestellung.

Ein Mensch kann auch ohne Studium sehr gebildet sein, d.h. wenn er selbst lernt und wissbegierig ist. Also so viel dazu.

Das Problem mit einem Gastronom ist (ich spreche aus Erfahrung), dass sie ganz andere Arbeitszeiten haben. Sie arbeiten oft, wenn andere frei haben und haben frei, wenn andere arbeiten. Mitarbeiter in der Gastronomie "landen" nicht ohne Grund immer wieder bei Partnern, welche auch diese Arbeitszeiten haben.

Allerdings glaube ich, dass du als Medizinerin auch im Schichtdienst arbeitest oder? Also dürfte das wirklich kein Problem sein.

Wenn er dir gefällt, dann probiers. Wenns nicht klappt, dann findest du sicherlich noch jemand anders...du bist 26 und keine 96!
 
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  • #25
@FS..Das vorzugsweise hier gern von Frauen benutzte Wort ,,Augenhöhe''..Ich kanns nicht mehr lesen! Wo ist eigentlich euer Problem? Wenn du erwartest das er mit dir nach Feierabend wissenschaftliche Gespräche im medizinischen Bereich führt...aha Oo...Selbst wenn dein Freund Akademiker währe, könnte er nicht mit dir - sofern er nicht dasselbe studiert hat - über medizinische Dinge quatschen..Wie denn auch??? Wenn man nicht Medizin studiert hat.

@20...Geil..Du bist mit einem Gastronomen eine Beziehung eingegangen da du dir erhofft hast, dass er mit dir über fachliche Dinge in deinem Beruf reden kann??hahahaha..könnten Akademiker die was anderes studiert haben auch nicht!
 
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  • #26
Liebe FS,
ich finde es klug, dass Du Dir solche Gedanken machst und dass Du sie Dir in Deinem Alter machst. Gerade die Kombination Gastronom und Ärztin, d.h. beide mit Schichtdienst, er eher immer dann, wenn andere Menschen zuhause sind, abends und an den Wochenenden, bei Dir eher rollierend, zumindest in den nächsten Jahren. Wie soll da eine Beziehung aufgebaut werden?

Ich bin ebenfalls die erste Akademikerin in meiner Familie und habe ab einer gewissen Tiefe enorme Kommunikationsprobleme mit meiner Familie, die mit den Jahren immer größer wurden, weil ich mich beruflich in einer Welt bewege, die sie nicht ansatzweise kennen und als Ingenieurin komplex denken muss - das ist nicht ihr Ding. Mich hat das aber in meiner Persönlichkeit geprägt. Mittlerweile laufen die Gespräche über das Wetter, Urlaube, das Essen. Bei allen andern Themen ist es mir zu unreflektiert. Logisch, sie lesen ihre Regionalzeitung, die Bildzeitung, sehen Trashfernsehen, ich lese Sachbücher, sehe ausgewählt wenig ard, zdf, meist 3sat, arte & Co.
Die nächste Generation ist komplett akademisch gebildet. Für meine studierenden Nichten und Neffen bin ich die Mentorin und das ebnet ihnen den Berufsstart. Mein Vater sagte vor 2 Jahren zu mir "Du warst immer fremd in dieser Familie" - stimmt und ich bin ihm sehr dankbar, dass er mir meinen Weg ermöglicht hat.

In jungen Jahren habe ich mich an Männer mit akademischem Hintergrund nicht herangetraut und so die Chance zur passenden Partnerwahl versäumt. Mit 30 war das Feld schon ziemlich abgeräumt. Damals gab es weniger akademisch gebildete Frauen, sowie viel akademisch gebildete Männer, die weniger gebildetet Frauen heirateten (Hausfrauenmodell). Also habe ich nach unten geheiratet und es war nach der Anfangszeit ziemlich schrecklich - ungebildeter Mann ohne Weiterentwicklungswunsch glaubte, mich permanent belehren und vor anderen runterputzen zu müssen. Ich bin viel zu lange in der Ehe geblieben und habe heute natürlich garkeine Chancen mehr, einen passenden Partner zu finden. Da verzichte ich lieber, als das noch mal zu wiederholen.

Ich würde es an Deiner Stelle nicht lange mit ihm versuchen, Du verschwendest nur die Lebensjahre, in denen Du gute Partneroptionen hast.
w, 55
 
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  • #27
Hallo Fragenstellerin,

... Allerdings bin ich jemand der sehr gerne über seine Arbeit oder über fachliche Fragestellungen spricht und dies war in dieser Beziehung absolut nicht möglich und hat letztendlich dazu geführt dass ich mich getrennt habe. Erschwerend hinzu kam, dass er oftmals versuchte irgendwie fachlich mitzureden, was aber immer eher zu genervtheit und Belustigung der Zuhörer führte und mir irgendwann sogar peinlich wurde (oft Ausgangspunkt für einen Streit). Da half es leider wenig, dass wir das gleiche Hobby hatten und ich regelmäßig (mit Spaß!!!) in seinem Restaurant mitgearbeitet hatte. ....

Naja, wenn man einen Gastronom in ein medizinisches Fachgespräch drängt, braucht man sich ja nicht wundern, wenn die Gespräche nicht auf dem gewünschten Niveaus stattfinden. Wenn Du daheim Fachgespräche führen willst, ist Dir mit einem Gastronom wahrlich nicht geholfen.

Auch wenn er nicht studiert hat, kann er klug und gebildet sein, außerdem wird er Dich höchstwahrscheinlich nie wegen Deiner schwierigen Arbeitszeiten anmotzen... versuche es doch einfach, Du verlierst doch nichts. Später (ü30) merkt man nämlich, dass nicht an jeder Hausecke ein toller Mann zu finden ist und dass man in jungen Jahren zu eitel war.
 
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  • #28
Der Beruf des Mediziners unterscheidet sich von dem des Wirtes, wie gehoben das Wirtshaus auch sein mag, durch die ethischen Anforderungen, die er stellt. Die Frage ist nicht, ob der Wirts-Partner à la longue etwas zu medizinischen Fachsimpeleien beitragen kann, sondern, ob man mit Krankheit und Tod und den Grenzen der eigenen Kunst konfrontiert und mitunter vor schwierige Entscheidungen gestellt mit jemanden leben möchte, dessen Sinnen und Trachten auf Essen, Trinken und Angestelltenausbeutung (Arbeitsbedingungen in der Gastronomie) ausgerichtet ist und dessen Gesellschaft vornehmlich aus (angeheiterten) Szenemenschen besteht.
 
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  • #29
Ich finde Dein Verhalten keineswegs oberflächlich oder arrogant. Du hast Prioritäten. Du musst keinen Partner aus einer sozial niederen Schicht wählen, nur um zu zeigen, dass Du vorurteilsfrei bist. Du willst jemanden auf Augenhöhe - dann solltest Du Dich auch nicht mit weniger zufrieden geben.

w44
 
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