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  • #1

Inwieweit akzeptiert Ihr in Freundschaften und Beziehungen andere Meinungen?

Diese Frage stelle ich mir eigentlich mein ganzes Leben. Es gibt in jeder Beziehung oder Familie, in jedem Team oder in jeder Gruppe Meinungsverschiedenheiten. Das ist auch gut so und persönlich fühle ich mich nie angegriffen, wenn jemand meine Vorschläge nicht akzeptiert oder meine Vorstellungen nicht teilt. Wenn jemand eine gute Idee hat, akzeptiere ich es auch. Oft beobachte ich aber bei den anderen, dass es Gruppendynamik vorhanden ist, so dass man letztendlich sich nicht entwickelt, sondern immer nur in eigenen Algorithmen bleibt und keine Diskussion möglich ist oder nicht zu Ende geführt werden kann. Das einfachste Beispiel sind die Threads im Forum, die geschlossen werden. Oder wenn Paare nicht miteinander über ihre Probleme reden können. Oft finde ich aber gerade die Diskussion interessant. Warum ist es so schwierig sachlich zu diskutieren ohne sich angegriffen zu fühlen?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #2
Die meisten Sichtweisen kann ich gut akzeptieren. Politisch extreme Sichten rechts oder links finde ich ebenso wie stark religiös geprägte Sichten, Gutmenschentum oder notorische Weltverbesserer eher störend, gerade dann, wenn die Betreffenden belehren oder vorschreiben wollen.
Angegriffen fühle ich mich zum Beispiel dann, wenn Menschen die Lebensweise anderer beschränken wollen. Wenn es sachlich bleibt, finde ich das eher bereichernd.
 
  • #3
Grundsätzlich kann jeder seine Meinung haben, allerdings distanziere ich mich von Menschen, die Meinungen vertreten, mit denen ich gar nichts anfangen kann, wie Radikalismen, in alle Richtungen, oder permanente Negativismen, oder die ganze Welt ist schuld, und er ist das Opfer, oder Menschen, die mich belehren wollen, da können auch Freundschaften auf den Prüfstand kommen, Fazit, jeder behält seine Ansicht, aber wir haben uns nichts mehr zu sagen.
Ansonsten sind wir auch im Familien - und Freundeskreis breit aufgestellt, kommen auch aus unterschiedlichen Bereichen, und das finde ich bereichernd, immer wieder kommen so Denkanstöße, neue Ideen.
Ein langjähriger Freund allerdings nahm mich in seinen WhatsApp Verteiler auf für Hassparolen und sonstige Hetzereien, eine Nachfrage, was denn mit ihm los sei, die Antwort war klar und das war das Ende einer Freundschaft, da keine Basis mehr.
 
  • #5
Oft finde ich aber gerade die Diskussion interessant. Warum ist es so schwierig sachlich zu diskutieren ohne sich angegriffen zu fühlen?
Was ich im Forum schwierig finde, ist dieses Geschlechterbashing. Das ist weniger geworden, seitdem man sich hier registrieren muss, und dafür allein hat sich das schon gelohnt.

Ich kann verschiedene Meinungen ganz gut akzeptieren, wobei nicht alles eine Meinung ist, was hier so gesagt wird. Wer hierher kommt um zu provozieren muss mit Gegenwind rechnen.

Sensibel werde ich beim Thema Frauenhass im Netz. Es gibt hier ein bis zwei übliche Verdächtige, die das verharmlosen wollen auf diese stets süffisante Art. Das widert mich an.

Ansonsten kann ich ganz gut anerkennen, dass wir Menschen verschieden sind
 
  • #6
Ergänzung,
Was nicht funktioniert, vor allem nicht in Beziehungen sind konträre Meinungen zur Lebensführung, von Rollenverteilung/Arbeitsteilung, Beruf/Karriere, Familienplanung, Meinung/Haltung zu Monogamie, Vertrauen, Kommunikation, oder oft diskutiert, was ist privat, wie z. B. Das, Handy des Anderen.
In einer Partnerschaft braucht es in vielen Bereichen Konsens.
 
  • #7
Danke für eure Antworten. Die extreme Ideen möchte ich hier gar nicht diskutieren. Viel mehr geht es mir um tagtägliche Probleme und Aufgaben, Ansichten und die Lösungsansätze. Es fängt bei Müll rausbringen an und endet mit Trennung 😕. Mir erscheint, dass es eher um Sympathie geht und letztendlich darum wer sich durchsetzt und wer die Hose anhat.
 
  • #8
Ergänzung,
Was nicht funktioniert, vor allem nicht in Beziehungen sind konträre Meinungen zur Lebensführung, von Rollenverteilung/Arbeitsteilung, Beruf/Karriere, Familienplanung, Meinung/Haltung zu Monogamie, Vertrauen, Kommunikation, oder oft diskutiert, was ist privat, wie z. B. Das, Handy des Anderen.
In einer Partnerschaft braucht es in vielen Bereichen Konsens.
Das ist richtig und interessant was du schreibst. Ich melde mich dazu heute Nachmittag 😊. Ich freue mich auf weitere Antworten.
 
  • #11
Danke für eure Antworten. Die extreme Ideen möchte ich hier gar nicht diskutieren. Viel mehr geht es mir um tagtägliche Probleme und Aufgaben, Ansichten und die Lösungsansätze. Es fängt bei Müll rausbringen an und endet mit Trennung 😕. Mir erscheint, dass es eher um Sympathie geht und letztendlich darum wer sich durchsetzt und wer die Hose anhat.
Na ja, Meinung haben und der Kampf um die nicht runter geklappte Toilettenbrille, sind für mich aber schon zwei Paar Schuhe.
Ich kann jedem seine Meinung lassen. Ausnahme Menschen die radikale Ansichten vertreten.
Was ich heute nicht mehr möchte, ist der ewige Kampf um´s Recht haben wollen. Immer schön unter dem Deckmäntelchen der Meinung. Ich bin ja so tolerant, aber nur so lange ich damit auf der vermeintlich richtigen Seite stehe.
 
  • #12
Ich würde sagen, ich akzeptiere oft andere Meinungen. Ich habe Verwandte/Freunde/Bekannte aus allen Richtungen, also z.B. politisch von Grünen-Wähler bis AFD-Wähler, von Vegetarier bis Fleischliebhaber, von absolutem Impfgegner bis Impffanatiker, von Nonne bis hundert Sex-Geschichten, von Geistes- bis Naturwissenschaftler, Katzenfreund bis Haustierhasser etc.
Und ich verstehe mich mit all diesen Leuten gut und kann mich mit ihnen gut unterhalten. Mein Partner und ich sind in vielem sehr ähnlich (charakterlich, im Alltag und was allgemeine Werte betrifft etc.), haben aber auch zu einigen Themen sehr unterschiedliche Meinungen, wir diskutieren darüber, aber bei manchen Sachen lassen wir uns jeweils nicht "bekehren", das ist dann so.

Ich habe natürlich mit allen Menschen, die ich mag, eine gemeinsame Ebene (oder mehrere) und finde sie nett und vernünftig, aber wir müssen nicht zu allen Themen einer Meinung sein, weil für mich eine Meinung zu irgendwas nicht den ganzen Menschen definiert, man ist ja nicht nur das, sondern mehr. Und oft kann ich Meinungen nachvollziehen, auch wenn ich sie nicht teile, denn allermeistens steckt dahinter ein in sich logischer Gedankengang und ich kann einzelnen Punkten davon oder dem Grundgedanken zustimmen und so immer irgendwie einen gemeinsamen Nenner finden. Ich finde es nervig und langweilig, wenn Leute manche Themen einfach komplett abblocken nach dem Motto "Das geht einfach nicht, das kann man nicht sagen!". Wenn mit solchen Totschlagargumenten das Gespräch einfach abgebrochen wird, finde ich das blöd und schade, ich selbst mache so was nicht, sondern lasse mich gerne auf Gedankengänge ein und finde das Nachdenken über Themen aus verschiedenen Blickwinkeln interessant und bereichernd, überhaupt diskutiere ich einfach sehr gerne.

Meine Schwester (wir sind uns charakterlich sehr ähnlich) hat genau wie ich auch Freunde, Kollegen und Bekannte mit sehr verschiedenen Meinungen auch zu kontroversen Themen. Weil wir von anderen wissen, dass ggf. die Gefahr besteht, dass sie ausfallend werden, wenn jemand zu einem bestimmten Thema eine sehr andere Meinung vertritt, besprechen wir unter uns (also meine Schwester und ich) vor Freundestreffen mit verschiedenen Freunden von uns manchmal Tabuthemen, die lieber vermieden werden sollten, und briefen ggf. auch kurz unsere Partner, welcher Gast wie tickt und welcher "Gesinnung" ist, diese Vorbesprechungen nehmen wir immer mit viel Humor und sie haben schon einen kleinen Kultstatus. Das Thema ist gerade wieder aktuell, weil wir unsere nächste gemeinsame Geburtstagsfeier planen, es wird wohl zwei Feiern/Treffen geben, da manche Freunde von uns vom Typ her nicht so gut zusammenpassen, die Stimmung ist dann besser und entspannter. Aber es hört sich komplizierter an, als es ist, es ist eigentlich überhaupt kein Problem, man braucht halt nur ein bisschen Feingefühl und gesunde Diskussionskultur.
w27
 
  • #13
Oft beobachte ich aber bei den anderen, dass es Gruppendynamik vorhanden ist, so dass man letztendlich sich nicht entwickelt, sondern immer nur in eigenen Algorithmen bleibt und keine Diskussion möglich ist oder nicht zu Ende geführt werden kann.
Mit solchen Leuten bin ich weder in einer Beziehung noch in einer Freundschaft! Nicht alle Leute passen zu einem, wo es keine Kompatibilitäten gibt, in den wichtigen Bereichen, sollte man den Kontakt nicht halten! Was einen emotional nicht gut tut, sollte man meiden, denn es verändert den Menschen sukzessiv negativ!
Das einfachste Beispiel sind die Threads im Forum, die geschlossen werden. Oder wenn Paare nicht miteinander über ihre Probleme reden können. Oft finde ich aber gerade die Diskussion interessant. Warum ist es so schwierig sachlich zu diskutieren ohne sich angegriffen zu fühlen?
Wer in einer Beziehung nicht über alles reden kann, führt eine Zweck-Beziehung mit viel Sand im Getriebe! Meist Angst vor allein sein, sich selbst nicht aushalten zu können, ein solcher lebt von sich selbst, weit entfernt!
 
  • #14
Je enger man miteinander ist, umso schwieriger ist es, sehr verschiedene Meinungen zu haben, denke ich. Beim Partner kann ich nicht darüber hinwegsehen, wenn er extreme politische Ansichten hat oder sehr traditionelle Familienvorstellungen; für ein gutes Verhältnis zum Nachbarn ist das für mich irrelevant. Freunde sucht man sich meist auch ähnlich zu sich selbst. Abweichende Meinungen gibt es natürlich trotzdem. Solange mich keiner von seiner Sicht überzeugen will, diskutiere ich gern wenn gewünscht oder lasse das Thema eben aus. Beispiel gläubige Freunde. Keiner von uns will den anderen überzeugen, dass es (k)einen Gott gibt; das ist irrelevant für die Freundschaft. Mit einigen hab ich darüber länger geredet (mit meiner Patentante); das war dann immer interessant, führte aber nicht zum Streit oder Zerwürfnis. Dagegen missionarische Leute wie meine Schwiegermutter, die vermeide ich dann eben.
W, 39
 

Laleila

Cilia
  • #15
Danke für eure Antworten. Die extreme Ideen möchte ich hier gar nicht diskutieren. Viel mehr geht es mir um tagtägliche Probleme und Aufgaben, Ansichten und die Lösungsansätze. Es fängt bei Müll rausbringen an und endet mit Trennung 😕. Mir erscheint, dass es eher um Sympathie geht und letztendlich darum wer sich durchsetzt und wer die Hose anhat.
Solche Probleme gibt es in meiner 3er-Beziehung tatsächlich gar nicht, das ist für uns Klein-Klein-Mist, wir sind uns zu kostbar darüber zu diskutieren. Der Alltag wird pragmatisch gelöst. Wer eine Aufgabe sieht, erledigt sie. "immer muss ich, Du machst nie..." und ähnliches gibt es nicht.
J. lässt immer sein Klamotten rumliegen. Ich mag das nicht, also räume ich sie weg. Und so gibt es bei Jedem Sachen, die er erledigt, weil ihn das wichtig ist. Funktioniert reibungslos.

Menschen mit radikalen, vor allem rechten Ansichten, möchte ich nicht in meinem inner circle. In der Beziehung möchte ich mit meinem Partner in die selbe Richtung sehen können, das ist bei uns so, also gibt es diesbezüglich keine großen Meinungsunterschiede.

Im Freundeskreis ist es lockerer, da variieren die Ansichten stärker. Wir debattieren auch, teilweise intensiv, aber es wird nie persönlich.
Heisst, die Freundschaft leidet nicht darunter.
Ich bin sogar mit FDP und CDU Wählern befreundet. 😊
Weiter rechts gäbs allerdings zu wenig Berührungspunkte für ein Interesse an dem Menschen, was es in jeder Beziehung braucht, wie ich finde.
Bei Freizeitgestaltung ist es easy, man wählt eben Unternehmungen, Aktivitäten, auf die alle Beteiligten Lust haben, sagt einer: "nö, heute nicht mein Ding", ist er diesmal halt nicht dabei.
 
  • #16
Hier wurde mehrfach der Begriff "radikal" erwähnt und zwar negativ. Das halte ich für sehr oberflächlich. Radikal sein meint, von der Wurzel her etwas erfassen, also sehr gründlich sein.
Ich nehme ein kürzlich erlebtes Beispiel aus dem weiteren Bekanntenkreis. Jemand, der auf merkwürdigen Gruppen im Internet unterwegs war, erzählte mir von der Verschwörung der runden Erde. In Wirklichkeit wäre die Erde eine flache Scheibe. Der meinte das ernst. Nun bin ich da extrem radikal und habe genügend Beweise für die Kugelform (angenähert jedenfalls). Der Mensch beharrte stur auf seinen objektiv falschen Argumenten, bis ich ihn einen Dummkopf nannte. Seine Partnerin setzte dann noch drauf, dass man da ja wohl seine eigene Meinung haben dürfe. Darf man zwar, aber dann wird man eben zum Dummkopf und wird in meiner Runde nicht mehr einbezogen.
Ähnlich verfahre ich mit sonstigen, abstrusen Ansichten.
 
  • #17
– Immanuel Kant

Ich tue mich schwer mit Leuten, die ständig etwas meinen. Zu oft wird eine Meinung vorgeschoben, wenn man zu faul zum erforschen der Fakten ist.
Das sehe ich auch so. Allerdings steckt dahinter ja die Kompetenz, eine Meinung überhaupt ersteinmal als solche zu identifizieren. Damit meine ich, Wissen von Meinung unterscheiden zu können und beides auch betreffend in den Äußerungen zu kennzeichnen. Damit tun sich - vor allem in Zeiten von sozialen Netzwerken - sehr viele Leute schwer.
Sprich: das eigene Erforschen von Fakten (im Grunde das Hinterfragen der eigenen Meinung) kann nicht jeder.
Und: manchmal möchte man bloß seinen Senf irgendwo dazu geben. Gegenseitiger Meinungsaustausch knüpft und begründet ja auch, dass Menschen miteinander in Beziehung treten und sich aneinander reiben können, so dass der gute, alte Faktencheck ja auch gar nicht immer und überall erwünscht ist.😉
 
  • #18
Für mich gibt es da eine Art Wahrheits-Hierarchie.
Es gibt Dinge, die ich einfach akzeptiere, weil sie Geschmacksfrage sind und nicht sinnvoll diskutiert werden können (Mode, Geschmack, ...). Die zweite Stufe bilden Themen, wo ich andere Meinungen akzeptiere, aber sie für diskussionswürdig halte (u.B. gesellschaftliche, politische, religiöse Ansichten). Die akzeptiere ich auch bei Partnerin oder Freunden, solange sie meine Position akzeptieren.
Die dritte Stufe stellen Themen dar, die für mich indiskutabel sind und wo ich bestimmte andere Meinungen für schädlich oder gefährlich halte (z. B. Menschen, die meinen, andere zu bestehlen, zu betrügen oder zu töten sei in Ordnung). Die akzeptiere ich für mich nicht als Freunde und finde, die Meinung muss bekämpft oder gar bestraft werden.
 
  • #19
Das sehe ich auch so. Allerdings steckt dahinter ja die Kompetenz, eine Meinung überhaupt ersteinmal als solche zu identifizieren. Damit meine ich, Wissen von Meinung unterscheiden zu können und beides auch betreffend in den Äußerungen zu kennzeichnen. Damit tun sich - vor allem in Zeiten von sozialen Netzwerken - sehr viele Leute schwer.
Sprich: das eigene Erforschen von Fakten (im Grunde das Hinterfragen der eigenen Meinung) kann nicht jeder.
Und: manchmal möchte man bloß seinen Senf irgendwo dazu geben. Gegenseitiger Meinungsaustausch knüpft und begründet ja auch, dass Menschen miteinander in Beziehung treten und sich aneinander reiben können, so dass der gute, alte Faktencheck ja auch gar nicht immer und überall erwünscht ist.😉
Man könnte sich dazu mit Kant beschäftigen, der hat da interessante Ansätze formuliert. Machen leider wenige. Oder man macht sich klar, das eigene Wissen ist beträchtlich eingeschränkt. Also geht man pragmatisch durchs Leben und mischt sich nicht so sehr ein, wenn es den eigenen Horizont überschreitet.
 
  • #20
Die Gedanken sind frei .....
..... insofern sind Meinungen grundsätzlich etwas, das niemand kontrollieren, kritisieren oder verdammen kann.

Und nun kommt die Kehrseite der Medaille - nicht für jede geäusserte Meinung und jedes Verhalten ist in meinem Umfeld Platz. Ich bin selbst dafür verantwortlich, dass mein Hof gekehrt ist. Und habe daher mit dem extremen Spektrum, Oberlehrern, Jammerlappen und Dummköpfen mehr oder weniger keinen Kontakt. Ich gebe allerdings zu - solche Dinge wie die Erde als Scheibe können mich durchaus amüsieren. Zumindest kurzfristig. Ich habe eher einen Widerwillen gegen die Parolengröhler aller möglichen Strömungen - zumal dann, wenn sie gar nicht verstehen, welchen Mist sie eigentlich verzapfen.
Daher ist klar - mein Umfeld ist gestaltet und nicht alles hat Zutritt.

V und ich - wir kennen solche Streits um Petitessen gar nicht. Sie muss mir ab und zu hinterher räumen, ich dafür auch mal die Heizung ein wenig nach unten regulieren. Wir sind uns zu wertvoll um wegen so etwas Streit zu provozieren.
 
  • #21
Über die Erde als Scheibe kann ich ja auch lachen, das war nur ein unpolitisches Beispiel. In Wirklichkeit ging es um ein sehr reales und ernstes Thema, das hier viel zu weit führen würde.
 

Laleila

Cilia
  • #22
.
Daher ist klar - mein Umfeld ist gestaltet und nicht alles hat Zutritt.
Kurz und präzise auf den Punkt gebracht.
Welche Farben, Formen und Eigenschaften diese Gestaltung aufweist, kann ja jeder für sich entscheiden.
V und ich - wir kennen solche Streits um Petitessen gar nicht. Sie muss mir ab und zu hinterher räumen, ich dafür auch mal die Heizung ein wenig nach unten regulieren. Wir sind uns zu wertvoll um wegen so etwas Streit zu provozieren.
Ganz genau so! Ich verstehe auch immer nicht, wie man so etwas Wertvolles, wegen Nichtigkeiten, vergiften kann.
 
  • #23
Was ich in Beziehungen tatsächlich erlebe, ist, dass immer mehr Themen zu vermintem Gelände werden, das man am besten meidet. Kindererziehung, Homosexualität, Politik, moderne Kunst usw. - alles konfliktträchtig. Mit dieser Vereinbarung, einfach nicht mehr drüber zu reden, kann ich sehr schlecht umgehen. Gerade das Sprechen über solche komplexen Themen finde ich interessant… aber offenbar gibt es viele Menschen, die es als bedrohlich empfinden, ihre Überzeugungen auch mal kritisch anzuschauen, und die sich sehr schnell angegriffen fühlen.
Schwierig.
 
S

Sarina1

Gast
  • #24
Manche Menschen haben leider nie gelernt ruhig und sachlich zu kommunizieren. Wenn ich mit dem eigenen Partner nicht über meine Sorgen und Probleme sprechen kann mit wem dann ?
 

Laleila

Cilia
  • #25
Was ich in Beziehungen tatsächlich erlebe, ist, dass immer mehr Themen zu vermintem Gelände werden, das man am besten meidet. Kindererziehung, Homosexualität, Politik, moderne Kunst usw. - alles konfliktträchtig. Mit dieser Vereinbarung, einfach nicht mehr drüber zu reden, kann ich sehr schlecht umgehen. Gerade das Sprechen über solche komplexen Themen finde ich interessant… aber offenbar gibt es viele Menschen, die es als bedrohlich empfinden, ihre Überzeugungen auch mal kritisch anzuschauen, und die sich sehr schnell angegriffen fühlen.
Schwierig.
Fände ich unerträglich solche Tabuthemen in einer Partnerschaft zu haben.
Für mich ist es aber auch schon wichtig, grundsätzliche Themenpassung früh abzuklären.
Mit einem Mann der bspw. Ressentiments gegen Homosexualität hat, der politisch ans völlig konträre Ufer driftet usw. würde ich auch keine Partnerschaft eingehen.
Klar diskutieren wir auch kontrovers über politische Themen, auch intensiv und, ich zumindest, leidenschaftlich, aber da wir uns auf ein und derselben Basis befinden und weil wir einaander teuer und wichtig sind, wird es nie persönlich verletzend. Allerdings liegen unsere Standpunkte auch sehr nah beieinander.
Was Kunst betrifft sind R. und J. leider total desinteressiert und ich liebe Kunst, gerade moderne, auch Installationskunst u. Ä.
Aber warum sollte man darüber streiten. Sie lieben meine Begeisterung dafür und ich lebe meine Liebe diesbezüglich mit Freunden und Freundinnen aus.

Destruktiver Streit ist immer sinnlos und hat gerade in Beziehungen nichts zu suchen. Was und wen ich liebe, verletze ich nicht, putze ich nicht herunter, sondern ich versuche seinen/ihren Standpunkt einzunehmen zu verstehen und bei Unterschieden, faktisch zu argumentieren.
Wenn's mal heisser wird, schadet ein kurzer Cut indem man sich neckt, küsst, liebt... auch nichts. Einfach immer darauf achten, dass die persönliche Ebene nah und zugewandt bleibt.
 
  • #26
Destruktiver Streit ist immer sinnlos und hat gerade in Beziehungen nichts zu suchen. Was und wen ich liebe, verletze ich nicht, putze ich nicht herunter, sondern ich versuche seinen/ihren Standpunkt einzunehmen zu verstehen und bei Unterschieden, faktisch zu argumentieren.
Wir verstehen uns nach wie vor als 2 eigenständige Menschen.

Ich muss nicht alles lieben, was V liebt - und umgekehrt.
Wir reden miteinander, stellen uns gegenseitig die Dinge vor, die uns gefallen. Haben Interesse an der Welt des anderen - und sehen keinen Anlass, darüber zu streiten, dass mir eine Cobra mehr gibt als ein Faberge Ei.
Ich grinse, wenn irgendetwas im Kühlschrank steht mit dem Vermerk - Bitte nicht essen - ist für meine Haare. Und sie lächelt, wenn ich eine Butterbrezel als kulinarische Offenbarung ansehe.
Wir begreifen uns gegenseitig als Anregung, Bereicherung und Quelle von Ideen. Warum streiten ?
 
  • #27
Ich finde, hier werden zwei Ebenen miteinander vermischt, die getrennt diskutiert werden sollten. Eine Sache ist es, ob ich die Meinung meines Partners in mehr oder weniger alltäglichen Dingen akzeptiere oder ob ich z. B. in Gesprächen mit Verwandten oder Bekannten auf mir fremde Meinungen oder Ideologien treffe.
 
  • #28
– Immanuel Kant

Ich tue mich schwer mit Leuten, die ständig etwas meinen. Zu oft wird eine Meinung vorgeschoben, wenn man zu faul zum erforschen der Fakten ist.
Die Welt ist komplexer geworden. Man kann Fakten unterschiedlich beurteilen, unterschiedliche Fakten heranziehen, abwägen und verschiedene Schlüsse ziehen. Aber die Zahl der Menschen, die das überfordert, nimmt zu.
 
  • #29
Die Welt ist komplexer geworden. Man kann Fakten unterschiedlich beurteilen, unterschiedliche Fakten heranziehen, abwägen und verschiedene Schlüsse ziehen. Aber die Zahl der Menschen, die das überfordert, nimmt zu.
Man kann harte Fakten schlecht beurteilen, man kann sie höchstens innerhalb seiner Interessen einordnen und gewichten.
Hier habe ich momentan 7 Grad, das ist so. In der Wohnung will ich aber gemütlich sitzen, mein Interesse ist also, es soll wärmer sein. Also Heizung auf Stufe 3. Das kostet Geld, das dann anderweitig nicht zur Verfügung steht. Ich muss dann eben auf das Sterne Menü diesen Monat verzichten.
Eine sehr einfache Folge des Faktums Außentemperatur.
Wenn man nun das Regelwerk etwas komplizierter gestaltet, kommt es schnell zur Bildung von "Meinungen", was aber letztlich nur eine Überforderung darstellt. Das zuzugeben fällt der Mehrheit ungeheuer schwer.
 
  • #30
Man kann harte Fakten schlecht beurteilen, man kann sie höchstens innerhalb seiner Interessen einordnen und gewichten.
Davon schreibt ja niemand. Und mit Interessen haben Fakten nicht immer zu tun.
Hier habe ich momentan 7 Grad, das ist so. In der Wohnung will ich aber gemütlich sitzen, mein Interesse ist also, es soll wärmer sein. Also Heizung auf Stufe 3. Das kostet Geld, das dann anderweitig nicht zur Verfügung steht. Ich muss dann eben auf das Sterne Menü diesen Monat verzichten.
Eine sehr einfache Folge des Faktums Außentemperatur.
Eine individuelle Beurteilung des Faktums Innentemperatur. Du könntest auch die Heizung runterdrehen und eine Pullover anziehen. Oder einfach mehr Geld ausgeben, oder woanders sparen.
Wenn man nun das Regelwerk etwas komplizierter gestaltet, kommt es schnell zur Bildung von "Meinungen", was aber letztlich nur eine Überforderung darstellt. Das zuzugeben fällt der Mehrheit ungeheuer schwer.
Du möchtest Einheits-„Meinungen“, die Deiner entsprechen. Am liebsten vorgeben, oder?
 
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