• #1

Inwieweit Kompromisse in Beziehungen machen?

Hallo.
In vielen Threads geht es meistens darum, wie hoch die Wünsche und Ansprüche an eine Beziehung/Partner sind.
Andersrum, wie verhält es sich mit Kompromissen und zurückstellen eventueller eigener Vorstellungen dem Partner gegenüber?
Seid ihr im nachhinein dafür vielleicht doppelt belohnt worden oder waren es Fehlentscheidungen?

In wieweit seid ihr überhaupt bereit, Kompromisse zu machen und was geht gar nicht?

LG
Zwerg
 
  • #2
In meinem Fall habe ich Kompromisse gemacht indem ich früher immer wollte, dass Man(n) ähnlich verdient wie ich. Nachdem ich dann jedoch festgestellt habe, dass das in meinem Alter (25 - 30 Jahre) so gut wie nicht möglich ist, außer einen der schon sehr früh Karriere gemacht hat (und damit das soziale Erwachsenwerden verpasst hat und diesbezüglich noch "grün" hinter den Ohren ist) oder einen Kerl spronsored by Daddy - Ein verwöhntes Mamasöhnchen braucht kein Mensch, sorry - habe ich meinen Suchradius erweitert und bin fündig geworden.
Mein Freund ist 30, hat einen normalen, kaufmännischen Beruf ist in in jeglicher Hinsicht mein Traummann. Er ist fürsorglich, liebevoll, intelligent, witzig, charmant, gut erzogen, gutaussehend, hat eine wunderbare Familie und macht mir das Leben jeden Tag schöner.
Im Nachhinein ärger ich mich darüber dass ich nicht schon früher über meine Vorstellungen nachgedacht habe, denn unsere Beziehung ist wundervoll und sein deutlich niedrigerer Verdienst spielt in unserer Beziehung absolut keine Rolle.
Und dabei ging es mir früher nichtmal darum, versorgt zu werden sondern eher die Angst dass ich dann wieder einige Dinge nicht machen kann weil er sie sich nicht leisten kann (teure Fernreisen mehrmals im Jahr z.B.)

Nun läuft es so dass wir uns gegenseitig öfter mal ganz normal ins Kino, zum Essen usw. einladen und wenn es ums Thema (Fern)Reisen geht bezahlt er den "Basispreis" für ein gutes Hotel selbst und wenn ich ein besseres möchte übernehme ich die Differenz. Mit dieser Lösung kommen wir beide super klar und ich bin froh dass ich so einen souveränen und tollen Mann habe, dem aufgrund dieser Tatsache kein Zacken aus der Krone fällt.
Gibt ja genug Würstchen die in diesem Umstand eine Hoheitsbeleidigung sehen. Ganz schlimm..
Ich bin froh dass ich diesen "Kompromiss" gemacht habe und würde es auch wieder tun!
 
  • #3
Ich möchte mit dem Herzen keine Kompromisse machen und alle anderen Besonderheiten macht die Liebe schön und gut, wenn sie's ist.

Welche Kompromisse bleiben, Deiner Meinung nach, dann noch übrig, die man(n) eingehen sollte?
 
  • #4
Welche Kompromisse bleiben, Deiner Meinung nach, dann noch übrig, die man(n) eingehen sollte?

Von sollen ist ja nicht die Rede, sondern vom wollen eventuell.
Wenn der eine gerne auswandern möchte, aber darauf verzichtet, weil der Partner das nicht möchte.
Einerseits begrabe ich damit meinen Traum, andererseits merke ich nach einigen Jahren, das es die richtige Entscheidung war, weil meine Beziehung/Ehe einfach glücklich ist.
Andererseits könnte ich eines Tages wach werden und merken, das ich etwas aufgegeben habe für nichts.
Ist jetzt ein krasses Beispiel zugegeben.

Lynnea hat beide Seiten kennen gelernt :)
 
A

Ars_Vivendi

Gast
  • #5
In meinem Fall habe ich Kompromisse gemacht indem ich früher immer wollte, dass Man(n) ähnlich verdient wie ich.

Ich bin in der letzten Beziehung dabei auch einen Kompromiss eingegangen, die Frau hat deutlich weniger verdient als ich. Ich würde in grundlegenden Lebenseinstellungen und grundlegenden Lebenszielen ebnso wie Gefühlen keinen Kompromiss mehr eingehen, dazu gehört die Einstellung zu Ausbildung, Beruf und Finanzen. Es geht nicht um Geld, sondern eher um die Einstellung dazu. Und da kann ich mit Frauen, die Geld völlig unwichtig finden und sich entsprechend keinen qualifizierten Job suchen, nichts anfangen. Meine Erfahrung.
Bei vielen mehr rationalen Dingen (wo wohnen, AE mit Kindern, etc.) sind für mich Komprimisse denkbar.
 
  • #6
Ich möchte mit dem Herzen keine Kompromisse machen......

Das möchte ich auch nicht. Früher hat es gereicht, wenn ich IHN mochte und es einigermassen geklappt hat.
Das ER mich liebt, gut, aber selbst war es bei mir nicht so. Hauptsache es gab jemanden.
Nach einigen Jahren Singledasein weiss ich, das nur geliebt werden nicht reicht.
Jaja, ich bin ein Spätzünder :)
Und nu führe ich eine Beziehung, die besser nicht sein könnte.
Es gab Dinge, die ich nicht mehr wollte.
Nu gehe ich Kompromisse ein, weil ICH liebe. Nein, ich stecke nicht zurück, sondern ich merke, das manche Dinge einfach unwichtig sind und ich dafür vieles zurück bekomme.
 
M

Minou

Gast
  • #7
Ich würde in grundlegenden Lebenseinstellungen und grundlegenden Lebenszielen ebenso wie Gefühlen keinen Kompromiss mehr eingehen, dazu gehört die Einstellung zu Ausbildung, Beruf und Finanzen.

Das sehe ich genauso. Wenn man in den grundlegenden Dingen ähnlich tickt, dann muss man in den anderen Bereichen kaum Kompromisse machen. Und wenn doch mal was kontrovers läuft, dann fällt der Kompromiss wesentlich leichter, wenn die Basis stimmt.
 
P

peter49

Gast
  • #8
.... Und da kann ich mit Frauen, die Geld völlig unwichtig finden und sich entsprechend keinen qualifizierten Job suchen, nichts anfangen. Meine Erfahrung.

Bei vielen mehr rationalen Dingen (wo wohnen, AE mit Kindern, etc.) sind für mich Komprimisse denkbar.

Oder eben bei mir auch umgekehrt ;-)

Es ist mir egal, ob eine Frau einen akademischen Titel hat. Es ist mir auch egal, wie viel sie verdient. Wichtig ist nur, dass sie ihr Leben alleine finanzieren kann. Ob sie es dann auch muss, ist eine andere Sache. Sie sollte einen Beruf haben den sie gerne ausübt. Da ich ortsgebunden bin, sollte sie zumindest in der Nähe wohnen (zusammenziehen muss nicht sein).

Keinen Kompromiss. Promiske Vergangenheit, Raucherin, AE-Mutter, psychische Erkrankungen, Warmwechslerinnen etc.

peter50
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #9
Von sollen ist ja nicht die Rede, sondern vom wollen eventuell.
Wenn der eine gerne auswandern möchte, aber darauf verzichtet, weil der Partner das nicht möchte.
Einerseits begrabe ich damit meinen Traum, andererseits merke ich nach einigen Jahren, das es die richtige Entscheidung war, weil meine Beziehung/Ehe einfach glücklich ist.
Andererseits könnte ich eines Tages wach werden und merken, das ich etwas aufgegeben habe für nichts.
Ist jetzt ein krasses Beispiel zugegeben.

Lynnea hat beide Seiten kennen gelernt :)

Ich mag hier gerne unterscheiden zwischen aufeinanderzugehen und sichhintenanstellen. Du verwendest ja selbst den Begriff "Kompromiss" nicht integrierend sondern abgrenzend.

Um bei Deinem Beispiel zu bleiben. Wenn beide es für richtig erachten, sollten sie auswandern oder eine andere von beiden akzeptierte Lösung finden und eben nicht das der/die eine etwas tut entgegen seiner/ihrer Überzeugung "nur" dem anderen zu Liebe. Langfristig wäre das nicht gut und ungesund. Ob es dann so wird wie beide sich das dachten und erhofften steht auf einem anderen Blatt.
 
G

Gast

Gast
  • #10
Seid ihr im nachhinein dafür vielleicht doppelt belohnt worden oder waren es Fehlentscheidungen?

Ich halte Kompromisse, die sich als solche auch so anfühlen, mittlerweile immer für Fehler. Meist gibt der Kompromissmacher dieses Zugeständnis auch nicht selbstlos als echten Kompromiss, sondern als Tauschgeschäft, und man selber ist im Nachteil, wenn man Kompromisse macht, aber nichts fordert. Das ist aber nicht meine Art, eine gute Beziehung zu führen.

Wenn man sich einfach anpassen möchte, ist das was anderes. Das mach ich gern, wenn es um die Liebe geht. Aber wenn man schon merkt, dass es sich nicht gut anfühlt und gegen den eigenen Charakter oder die eigenen Wünsche ist, dann wird das nix. Oder wenn der andere sagt "du aber auch" und dann mit irgendwas kommt, was gar nicht "getauscht" werden kann.

w 45
 
G

Gast

Gast
  • #11
Es gibt keine Partnerschaft ohne Kompromisse. Daher prüfe ich sehr genau. Für jeden Kompromiss, den ich eingehe, muss ich an anderer Stelle einen Vorteil bekommen und sei es nur die Gegenwart des geliebten Partners.
Kompromisse gibt es demzufolge nur in einer stabilen Partnerschaft. Bei einer Affäre oder F+ kommen Kompromisse nicht infrage.
 
  • #12
Ich mag hier gerne unterscheiden zwischen aufeinanderzugehen und sichhintenanstellen. Du verwendest ja selbst den Begriff "Kompromiss" nicht integrierend sondern abgrenzend.

Du hast Recht. Ich hab mich da wohl nicht so richtig ausgedrückt.

Ich denke, Kompromisse gehen wir ja irgendwie jeden Tag ein. Im Kleinen.
"Heute habe ich keine Lust, essen zu gehen. Können wir das morgen machen?" OK.
Zum Beispiel.

Wenn ich aber gezielt meine Wünsche hinten anstelle, weil es gerade, sagen wir mal, zeitlich oder finanziell meinem Partner nicht möglich ist, mitzuziehen, was dann?
Ich kann natürlich darauf hoffen, das es sich irgendwann ändert oder ich mache trotzdem mein Ding, ohne "Rücksicht" zu nehmen.
Welche Entscheidung treffe ich, wenn ich meinen Partner liebe, obwohl ich nicht weiss, was kommen wird?!
 
  • #13
w, 52:
Kompromisse sind in meinen Augen nur sinnvoll, wenn sie sich langfristig ins Leben integrieren lassen - und manche Dinge passen eben nicht!
Beispiel: Für meinen Ex-Freund waren die Kanaren schon exotisch, ich bin am liebsten wochenlang in Asien/Afrika/Südamerika unterwegs - wir habens probiert, aber nach 3 Jahren waren wir beide nur noch genervt. Ich bekomme Magenkrämpfe beim Gedanken an den Kloppensteiner See, für ihn war es unvorstellbar, 12 Stunden im Flieger zu sitzen - also haben wir fast den ganzen Urlaub getrennt verbracht - nicht förderlich fürs Beziehungsleben...
Kompromisse?? Gibts leider da nicht....

Für mich kommt nur noch jemand in Frage, der solche grundlegenden Interessen teilt - zu viele Unterschiede führen über kurz oder lang zum Exitus der Beziehung.
 
  • #14
Wenn einer mehr gibt, als er von andern bekommt, ist es kein Kompromiss mehr, einer hat schon verloren oder wurde in die Defensive gedrängt bzw. hat sich drängen lassen.

Bei mir wäre da sofort Schluss, da ich weder devot bin, mich noch für dumm oder naiv verkaufen lasse. Ich merke sehr schnell, wenn ich draufzahle.

In Beziehungen kommt es häufig zu Machtspielen.
Ich sehe es bei Bekannten. Sie tut und macht, er bestimmt, oder sie wird gefragt, er gibt Antwort. Oder er bleibt stumm wie ein Fisch, sie ist ein Hausdrachen.

Da habe ich keinerlei Mitleid, jeder schafft sich seine eigene Hölle.
Niemand wird gezwungen still vor sich hinzuleiden.

Gleichberechtigte Partnerschaften sind die dauerhaftesten.
Ich kenne ein Paar, dass ich beneide, vier Kinder, zwei studieren noch, aber alle aus dem Haus. Er Arzt mit eigener Praxis, sie Ernährungscoach mit eigener Agentur, beide Marathonläufer, sie reisen dafür viel in der Welt herum. Beide sind superschlank, kerngesund und jeder ist super selbstbewusst, keiner buttert den andern unter - so etwas gibt es - leider sehr selten.
 
  • #15
Ich kenne ein Paar, dass ich beneide, vier Kinder, zwei studieren noch, aber alle aus dem Haus. Er Arzt mit eigener Praxis, sie Ernährungscoach mit eigener Agentur, beide Marathonläufer, sie reisen dafür viel in der Welt herum. Beide sind superschlank, kerngesund und jeder ist super selbstbewusst, keiner buttert den andern unter - so etwas gibt es - leider sehr selten.

Die haben keine Zeit zu streiten ;)

Du hast Recht. Sowas gibt es selten.
Aber ich denke, auch bei denen gibt es sicher Dinge, bei denen sie sich nicht immer hundertprozentig einig sind oder waren.
 
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