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  • #1

Inwieweit sollte man(n) sich wirtschaftlich binden ohne Ehe?

Meine Partnerin kann ein sanierungsbedürftiges Haus von Ihrer Familie zur Nutzung überlassen bekommen. Wir (sie Anfang 30/ ich Anfang 40) überlegen, dort zusammen einzuziehen, da es (nach Lage und Art des Hauses) eine einmalige Gelegeheit (eigentlich ein Traum) ist, wissen aber beide auch, dass es eigentlich für uns beide dazu noch zu früh ist. Wir haben beide jeweils selbstgenutztes Immobilieneigentum, dass wir dann aufgeben würden. Wir lieben uns sehr, planen und sprechen über eine gemeinsame Zukunft, sind aber noch nicht sehr lange zusammen (etwa 8 Monate). Ich habe manchmal auch Zweifel...auch wenn's eigentlich gut passt. Ich möchte mich wirtschaftlich an der Sanierung (mind. 100- 120.000 ?) , auch im Hinblick auf eine Ehe (die wir beide wohl längerfristig wollen), auf jeden Fall gleichanteilig beteiligen, aber im Falle einer Trennung auch "zurück" können. Wer kann mir aus seiner Erfahrung mir zu welchem Vorgehen raten? Was sollte man wie vertraglich Regeln?
 
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  • #2
Wenn ihr das Haus gehört (lese ich jedenfalls so heraus), musst du dich gut absichern für deine 100-120.000 EUR. Sonst sind diese im Fall der Trennung weg oder anders, ziemlich schwer wieder zu bekommen.

Auf jeden Fall vom RA und Notar beraten lassen. 8 Monate sind noch sehr kurz, um solch große Brocken zu stemmen. Auch würde ich das jeweils selbst genutzte Immobilieneigentum nicht aufgeben, sondern max. vermieten.

Bitte achte auch mal darauf, wie sie in der Vergangenheit mit Ihrem (n) Ex-Mann/Männern umgegangen ist. Hast sie diese abgezockt oder ging es friedlich und einvernehmlich einher? Alles Anzeichen, die hellhörig machen sollten, sich zu eng finanziell aneinander zu binden. Viel Glück.
 
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  • #3
Wer steht als Besitzer im Grundbuch? Dies ist sehr riskant für beide, bzw. für dich.
Ich kann dir nur raten laß die Finger davon
 
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dauersingle-m

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  • #4
Naja, Betrag X als Darlehen mit Sicherheit im Grundbuch, Darlehensvertrag mit Kündigungsfrist und fertig, macht der Notar.

Aber regeln sollte man es. Aber was wenn das Haus verkauft werden muß weil sie das Geld nicht hat und wenn Kinder da sind ? Oder wenn es an Wert verliert zwischenzeitlich ?
 
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  • #5
Würdet ihr jetzt gemeinsam ein Haus kaufen - kein Thema - beide ins Grundbuch, beide gleichberechtigt auf den Darlehensvertrag, beide zahlen den gleichen Betrag - im Falle der Trennung, Haus verkaufen und Erlös teilen. In diesem Fall sieht es schwieriger aus, da sie wohl Eigentümerin ist und wohl auch bleiben soll. Laß dich beraten, heiraten musst du deshalb nicht, denn dann gehört dir das Haus noch immer nicht, wenn du nicht im Grundbuch stehst.
 
  • #6
Mein Rat: einer nimmt das Haus, UND die Kosten.. der andere beteiligt sich mit Engagement.. alles Andere kann schief gehen.und nach murphy wird alles was schief gehen kann, schief gehen.. .. Basisdemokratie funktioniert nicht..-
 
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  • #7
Es gibt zwei Möglichkeiten:
1) Sie ist die Besitzerin, Du zahlst Miete. Wäre steuerlich interessant.

2) Du kaufst die Hälfte vom Haus , trägst auch die Hälfte der Renovierung. Dann muss dir klar sein dass Frauen sehr viel mehr als wir Männer an Immobilien hängen,vor allem wenn es eine alte Familienvilla ist wie es hier scheint. Auch solltet ihr klar besprechen die Küche zahle ich, das Wohnzimmer du etc. Im Falle einer Trennung könnt ihr leicht ausrechnen ob sich einer leisten kann den anderen auszuzahlen.

Dann gehts um den Betrag für den Haushalt , Nebenkosten..

Es gibt heute bereits Fachanwälte für aussereheliche Lebensgemeinschaften. Lasst Euch beraten, macht einen Vertrag ! Alles was geregelt ist, tritt nicht ein .

Ich rate zur Lösung 1. Vermiete deine Wohnung, zahl eine faire Miete und gut ist.
 
  • #8
#6 hat einen guten Ansatz. Steuerlich wäre es wirklich interessant, das Haus anteilig an dich zu vermieten. Dann könnten die Hälfte der Renovierungskosten zeitanteilig abgeschrieben werden. Darlehenszinsen wären ebenfalls anteilig absetzbar. Funktioniert meines Wissens nur, wenn die Eltern das Haus an die Tochter zum Eigentum übergeben/verkaufen.
Ansonsten könnten die Eltern die Rolle der Vermieter übernehmen. Die Renovierung müsste dann aber auch von den Eltern als offizielle Bauherren übernommen werden.
Ich rate dringend davon ab, die Immobilie in beiderseitigem Eigentum zu nehmen. Ich arbeite in einer Steuerkanzlei, und bei Trennungen ist es sehr sehr schwierig, einen fairen Verkehrswert für die Immobilie zu ermitteln. Das artet so gut wie immer in Streit aus, selbst wenn bis dahin die Trennung vernünftig geregelt wurde. Die Lösung, einen der beiden Partner auszuzahlen, ist aus meiner Sicht die schlechteste. Entweder behalten beide Parteien ihre Hälfte und vermieten an Dritte, oder sie versuchen zu verkaufen. Beides ist auch keine glückliche Lösung, und erfordert viel Kontakt auch nach der Trennung. Außerdem sprichst Du ja von Nutzungsüberlassung, da ist beiderseitiges Eigentum sowieso schwierig zu erlangen. Da müssten ihre Eltern schon verkaufen/als Erbe übergeben.
Darlehen an die Partnerin/deren Eltern lassen sich vielfältig gestalten und können auf faire Weise für beide Parteien gehandelt werden. Auf diese Weise beteiligst Du Dich ebenfalls an Eurem neuen Heim und bist nicht nur "Nutznießer".
Ein oft unterschätzter Aspekt sind die Arbeitsleistungen. Ein Haus zu renovieren kostet enorm viel Zeit, auch organisatorisch. Wenn Du auch noch handwerklich begabt bist, und deine Freizeit/Urlaub in Bodenlegen, Malern usw. investieren möchtest, solltest Du Dir im klaren sein, dass die Leistung "Arbeitszeit" im Falle der Trennung meist verloren ist. Im Zweifel auch mit Partnerin/Anwalt vorher darüber reden.
Bei Nutzungsüberlassung stellt sich mir auch die Frage, inwieweit die Eltern bei der Umgestaltung des Hauses mitreden wollen. Auch die Themen Wegerecht, Begehungsrecht, Straßenanliegerbeiträge... haben in der Praxis schon Probleme verursacht.

Auf alle Fälle: Lasst euch vom Anwalt/Notar beraten!
 
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  • #9
Ich als Mann würde mich auf sowas nicht einlassen!
Klingt hart ich weiß, der tagtägliche Trennungs-bzw. Scheidungswahnsinn spricht aber eine sehr deutliche Sprache!
Allerdings gibt es auch ein paar geschickte Anwälte und Steuerberater, welche - falls doch gewollt - solch ein Konstellation recht gut absichern können!
Mach dich schlau damit später nicht ein ''ach hätte ich doch bloß...'' kommt.
 
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  • #10
Wir haben es so gemacht, dass das Haus auf meinen Namen läuft (Grundbuch) und ein Lebensgefährte mir Miete zahlen würde. Hätte er selber ein Haus, könnte er das behalten, vermieten und einen Teil der Mieteinnahmen gibt er als Miete hier ab.
Dafür bin ich aber für alle Renovierungsarbeiten zuständig und verantwortlich.
Eine evtl. zustande kommende Ehe hat damit nichts zu tun - das wird dann alles vertraglich geregelt was eure beiden Häuser angeht. An eurer Stelle würde ich tatsächlich gemeinsam mit der Freundin und deren Eltern zum Anwalt zur Beratung gehen. Das ist sicherlich auch in deinem Interesse, damit du nicht in ein paar Jahren - falls die Ehe schief geht - einer von den "abgezockten" Männern bist, von denen hier immer wieder zu lesen ist.
 
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  • #11
@9

Also doch: " Es dreht auf diesem Globolus sich alles um den Obolus...." ?

Bedenket: Das letzte Hemd hat keine Taschen... ;-)
 
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  • #12
Auf jeden Fall solltet ihr dafür sorgen das jeder von euch da in jeder Hinsicht abgesichert ist und notfalls das investierte irgendwie zurück bekommen kann. Dann könnt ihr das Wagnis schon eingehen wenn ihr euch bereit dazu fühlt, aber das könnt letztlich nur ihr beide selbst wissen.

@10: das ist ja wahnsinnig hilfreich
 
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  • #13
9 an 10: Ach, ich seh schon, heute abend sind wir wieder sehr einfallsreich. Nein, das hat damit nichts zu tun. Das ist eher Familiensinn. Aber ich verstehe schon, dass manche mit diesem Wort nicht viel anfangen können.

Sei doch mal ehrlich! und nicht so giftig! - das ist eine völlig normale Vorgehensweise. Du würdest es genauso machen. Oder erwartest du, dass frau sich nicht absichert für's Alter? Vor allem, wenn es keine eigenen Kinder gibt? Ich kannte mal einen Fall, da hätte der Mann (mit Kind) die Wahl gehabt. Aber er hat es sich ziemlich früh selbst verbaut, zeigte sein wahres Gesicht und das war's. Stell dir vor, das wäre eine Frau gewesen - sofort hätte es wieder geheissen: "Die böse Frau zockt den armen Mann ab". Weißt, jeder hat die Wahl...
 
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  • #14
Nachtrag an 10 von 12: Ja mal ernsthaft: Glaubst du, der Mann könnte für lau warm wohnen, wo er doch selber Eigentum hat? Es ist dir sicher klar, dass Nebenkosten für Strom, Gas, Wasser anfallen, Mülltonnengebühr, Grundsteuer etc - daran sollte er sich wenigstens beteiligen. Wenn er selber ein ganzes Haus zu vermieten hat, bleibt ihm sicher noch genug übrig, nachdem er die Hälfte der Warmkosten bei der Freundin bezahlt - schließlich verbrauchen sie ja die Warmkosten zu zweit (beispielsweise unter der Dusche...;-) )
Wäre ein Rechenexempel, das nur mit konkreten Zahlen durchführbar wäre, ist aber jetzt spontan meine Einschätzung. Aber nach deinem "hilfreichen" Beitrag von 10 glaube ich nicht, dass du! reif genug wärst, über solche Dinge ernsthaft nachzudenken.
 
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