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Gast

  • #1

Irgendwie ist die Luft raus. Und nun?

Nach der ersten Verliebtheit kommt nun so etwas wie Ernüchterung. Der Sex ist weniger spannend. Der Tonfall wird durch beruflichen Stress schnell aggressiv. Die größeren Macken kann man nicht mehr so leicht ignorieren. Was nun? Ist das eine Phase, die irgendwann vorbei geht? Kann man etwas dagegen tun? Muss man etwas dagegen tun? Oder ist das der Anfang vom Ende?
 
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Gast

  • #2
Nein, das ist völlig normal. Ich nenne es die Zeit des Grenzen-Absteckens. Nun ist Kompromissbereitschaft gefragt und die Frage "liebe ich ihn so, dass sich der Aufwand lohnt?" Logisch kann es dabei Streit geben. Wenn man sich die Frage aber mit ja beantwortet, hilft reden und einen gemeinsamen Weg finden.
Blockt der andere ab und hält es nicht für nötig, dann sollte man allerdings die nötigen Konsequenzen ziehen. Dann passt es eben doch nicht.
 
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Gast

  • #3
Bei den einen ist die Luft nach 6 Monaten raus, bei den anderen nach vier Jahren noch nicht. Es ist eine Frage dessen, ob BEIDE an der Beziehung arbeiten. Vorbei geht das nicht - Toleranz und Respekt ist harte Arbeit, die sich durchaus lohnen kann, wenn man kompromissbereit ist. Dann ist es eine Chance, die Beziehung auf andere, tiefer verwurzelte Füsse zu stellen. Wenn nicht, ist dies das Ende.
 
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Gast

  • #4
Das Einzige, was man dagegen tun kann, ist, selbst darauf zu achten, daß man den anderen respektvoll behandelt (denn wie man in dem Wald hineinruft, so schallt es heraus) und ihn so akzeptiert, wie er ist.
Das ist doch die spanndendste Phase in der Beziehung, wenn die hormonelle Vernebelung nachläßt und jeder wieder zum Einzelwesen wird.
 
  • #5
Man unterteilt die Entwicklung einer Partnerschaft ganz in folgende Phase:

KENNENLERNPHASE
Man ist noch kein Paar, sondern flirtet miteinander, bandelt an, lernt sich kennen, trifft sich für Dates und gemeinsame Unternehmungen, man versucht abzuschätzen, ob der andere als Partner passen könnte und ob er umgekehrt auch an einem selbst interessiert ist. In dieser Phase entsteht bereits Zuneigung, Sympathie, Vertrauen, Gefühle der Gemeinsamkeit bin hin zum Hingezogensein. Intimitäten werden im allgemeinen noch nicht getauscht.

VERLIEBTHEITSPHASE
Verliebtheit ist ein klar definiertes Gefühl mit messbaren physiologischen und neurobiologischen Veränderungen (Blutwerte, Hormone, Kreislauf) und ganz charakteristischem Gefühlsspektrum, das regelhaft Aufregung, positive-nervöse Stimmung (volkstümlich beschrieben als "Kribbeln im Bauch" oder "Schmetterlinge"), Euphorie, Überhöhung positiver Attribute, Ausblendung negativer Atrribute umfasst und bei dem die eigenen Gedanken immer wieder um das Objekt der Verliebtheit kreisen und viel mehr möglich und erreichbar erscheint. Sexualität wird ganz besonders intensiv und meist oft genossen und trägt zur Aufrechterhaltung der Verliebtheit bei und nähert die Partner emotional einander an. Die Verliebtheit ist kein dauerhafter Zustand, sondern regelhaft ein temporärer Ausnahmezustand. Verliebtheit ebbt nach eine gewissen Zeit allmählich ab und dauert zwischen einigen Wochen, typischerweise einigen Monaten, selten länger als ein Jahr.

DIFFERENZIERUNGSPHASE
Kurz gesagt, ist die Differenzierungsphase geprägt vom Übergang von Euphorie zu nüchternem Realismus, von Wunsch zu Wirklichkeit.

Wenn die Verliebtheit allmählich abebbt, sieht man plötzlich die bisher weitestgehend ausgeblendeten negativen Attribute, bekommt auch eine realistischere, differenziertere [sic] Sichtweise der bisher überhöhten positiven Attribute. Man erkennt die Macken, Schwächen, Nachteile, die jeder Mensch mit sich bringt, und man realisiert, in welchen Bereichen man weniger miteinander harmoniert, wo Kompromisse ausgehandelt werden müssen und wo eventuell Unvereinbarkeiten auftreten. Zugleich nimmt das generelle Wissen über den Partner zu und neue Facetten werden bewertet und bewusst oder unbewusst mit den eigenen Vorlieben und Zielen abgeglichen. Sexualität geht über in eine normalere Frequenz.

Jetzt entscheidet sich, ob sich die im Verliebtheitstaumel angenommenen Werte bewahrheiten, sich Erwartungen erfüllen, man wirklich zusammenpasst, sich ein gemeinsamer Weg und ein gemeinsames Ziel finden lassen und die Partnerschaft insgesamt als positiv, konstruktiv, zukunftsträchtig empfunden wird. Nur wenn während der Differenzierungsphase die Verliebtheit in Liebe übergeht, wird man sich ein gemeinsames Leben wünschen und die Partnerschaft aufrechterhalten. Liebe und Verliebtheit sind deutlich verschiedene Gefühle.

Während der Differenzierungsphase trennen sich die meisten Paare und genau zu der Entscheidung pro oder contra Partnerschaft ist diese Phase letztlich ja auch gedacht. Am Ende der Differenzierungsphase steht entweder die Trennung oder das mehr oder minder stabile Paargefühl.

STABILITÄTSPHASE
Die Partner lieben sich, empfinden tiefes Vertrauen zueinander und Geborgenheit miteinander. Sie haben gemeinsame Lebensentwürfe und harmonieren in den für sie entscheidenen Aspekten miteinander.

Wenn dies alles nicht wirklich der Fall ist, dann halten die Partner eine Beziehung aufrecht, die eigentlich keine vollwertige Partnerschaft ist, sondern nur Lebensgemeinschaft. Gründe dafür können Angst vor Alleinsein oder nüchternes Abwägen von Für und Wider emotionaler, wirtschaftlicher oder sexueller Aspekte sein.


>> Was Du erlebst, ist also völlig normal. Jetzt enscheidet sich, ob Ihr zusammen bleiben werdet. Seid realistisch und arbeitet an der Beziehung: Weiterhin viel zusammen unternehmen, mit der Sexualität experimentieren und sie spannend halten, aktiv Kompromisse finden.
 
  • #6
Scheinbar überwiegen für dich die negativen Dinge in der Beziehung nach dem die rosarote Brille abgesetzt ist. Das was dich jetzt nervt wird zunehmend immer schlimmer und nicht besser. Es macht keinen Sinn daran festzuhalten, wenn schon jetzt das Gefühl zum Partner nicht mehr vorhanden ist
 
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Gast

  • #7
Ja, wie hast du dir das denn vorgestellt? Ewige Verliebtheit, Schmetterlinge für die nächsten 20 Jahre?
Aufwachen!!! So läuft das nicht.
In der Phase, in der du bist, müsste man mal anfangen an einer Beziehung zu arbeiten, damit aus Verliebtheit Vertrautheit werden kann.

Aber leider sind dazu nur wenige Menschen bereit. Ich kann nur aus der Sicht einer Frau sprechen. In dieser Situation machen 90 % der Männer eine Fliege und suchen nach der nächsten Verliebtheit. Schade, denn so geht es dann ein Leben lang weiter.