• #1

Ist das Beziehungsgeflecht in Großstädten grundsätzlich oberflächlicher und unverbindlicher?

Ist das Beziehungsgeflecht in Großstädten grundsätzlich oberflächlicher und unverbindlicher?

Beziehungsgeflecht = Partnerschaft, Freundschaften, Bekanntschaften
 
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  • #2
Ich habe Stadt- wie Landleben gekostet und beantworte die Frage eher mit ja.

Kleinstadt oder mittelgroße Stadt scheint mir im Sinne von gelingenden Beziehungsgeflechten ideal. Genau betrachtet auf Bekanntschaften gemünzt, weil man sich dort einfach öfter mal wieder sieht und auch die Wege(zeiten) überschaubar sind, es eine annehmbar Auswahl gibt etc.. Aus meiner Sicht ein guter Kompromiss also.

Haste ein, zwei wirkliche Freunde (auch auf räumliche Distanz) kannste froh sein. Da ist der Wohnort fast egal.

Partnerschaften - mutieren hier wie da zu Abschnitten. Wobei der Partnerwechsel zynischerweise Sinn macht und für Abwechslung sorgt, habe ich doch den Eindruck, dass es im Alltag über Bekanntschaften und Kollegen hinausgehende Netzwerke eh kaum wirklich gibt und dies darauf hinausläuft, dass man sich entweder allein oder zu zweit, evtl. mit Ablegern, durchs Leben hangelt (die Isolation der deutschen Kleinstfamilie). Partnerwechsel scheinen da im Sinne neuer, erfrischender Eindrücke fast eine logische und sinnvolle Konsequenz?
 
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  • #3
Gegenfrage: ist das nicht eine Typfrage? Wenn ich ein offener, selbstbewusster Mensch bin, kann ich sowohl in der Stadt als auch auf dem Land gute Kontakte knüpfen. Wenn ich scheu und introvertiert bin und nicht auf andere zu gehen kann, dann bin ich immer ein Aussenseiter/Mauerblümchen/ einsamer oder gar isolierter Mensch. Geflechte / Netzwerke brauchen eh Zeit und gemeinsame Erlebnisse/ Erfahrungen. Bewährungsporben.
 
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  • #4
Die Damen auf dem Land haben genauso absurde Träume wie Stadtfrauen. Meistens haben sie noch ein Schrott Haus und suchen einen Handwerker und verstehen die Weld nicht mehr, wenn man dankend ablehnt.
 
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  • #5
Was für ein Beziehungsgeflecht ?

1. Ehe, Kinder, Familie

2. Freunde

3. Wirtschaft & Politik
 
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  • #6
Nein, außer in Sachen Nachbarschaften, aber das ist ja nicht die Frage. Meine Schwester lebt seit Jahrhunderten in der Großstadt und kann sich vor Beziehungsgeflechten, -untergeflechten und ausufernden weiterrankenden Wurzeln nicht retten. Sie ist immer noch mit den inzwischen ganz woanders lebenden Schulkollegas befreundet, ihre beste Freundin wohnt nicht nebenan, aber in derselben Stadt. Dito meine Brüder. Ich selbst habe beide Freundinnen in der Großstadt, man trifft sich nicht ständig, aber wenn, dann intensiver. Gleiches weiß ich von Kollegen/-innen, Schulfreunden meiner Brüder etc. pp. Ich pfllichte also #2 bei.

Lieber Klaus, soziale Bezüge lassen sich nicht über einen Kamm scheren. Gruß, Amanda.
 
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  • #7
Ich zog mit 35 J. nach Berlin, endlich Familie gründen und feste Verhältnisse aufbauen. Was ich erlebt hatte: Man konnte recht schnell Leute kennenlernen, lauter Singles. Jedoch habe ich sehr schnell gemerkt, was da abging; ich wollte es kaum glauben: Frauen haben sich für mich interessiert, aber sie waren gar nicht konzentriert, schnell - schon nach kurzer Zeit - kam das nächste Frischfleisch als möglicher Partner dran, es kam gar nicht zu einer echten Begegnung. Das war normal, totaler Aktionismus, keine Ruhe. Echtes Familienbegehren war Mangelware, das ist einfach nicht die Kultur dort. Sehr oberflächlich. Diese Kultur hat dort System, es waren keine Einzelerfahrungen.

Mir fehlten überhaupt in der Stadt der vielen Zugezogenen überhaupt echte Familienstrukturen, diese gibt es dort so (für die Zugezogenen) so nicht. Berlin ist ein Event-geprägte Stadt. Ähnlich schätze ich weitere Städte wie Hamburg ein. In einem Alter, indem woanders Familie gegründet werden kann, geht man in Berlin in Bars, Diskos, zu Kulturevents u. ä.

Ich bin dann in mein Heimatbundesland in die Hauptstadt mit 500.000 Einwohnern gezogen. Hier gibt es die Strukturen, und ich - mittlerweile über 40 J.- hoffe es wird noch etwas mit Familie für mich. Die Zeit in Berlin waren wichtige Familiengründungsjahre für mich, jedoch in der falschen Stadt.
 
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