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  • #1

Ist das Geschlechterverhältnis in Deutschland besonders gestört

Wenn ich hier zu Lande die Foren lese, die Debatten verfolge, oder Kommentarspalten von Zeitungen, habe ich so das Gefühl, dass Männer und Frauen hauptsächlich negatives über das andere Geschlecht zu sagen. z. B. Männer unterdrücken die Frauen,haben die Frauen schon immer ausgebeutet, nehmen keine Rücksicht usw. Umgekehrt liest und hört man, dass Frauen Männer nur abzocken wollen, zu dumm sind, zu irrational usw. Ganz selten hört oder liest man, dass Frauen oder Männer einmal nettes über das andere Geschlecht sagen oder sogar ins schwärmen kommen oder das andere Geschlecht vor Vorwürfen verteidigen. Ich habe längere Zeit im europäischen Ausland gelebt und in den USA und da war mein Gefühl, dass das dort anders läuft. Irre ich mich oder ist das Geschlechterverhältnis in Deutschland besonders gestört und wenn ja, warum?

m32
 
  • #2
Ich teile Deinen Eindruck, dass in Diskussionen sehr viel über das andere Geschlecht hergezogen wird und auch bei vielen eine schlechte Grundmeinung vorherrscht. Natürlich muss man dabei aber auch bedenken, dass viele Threads von verbitterten oder frustrierte Menschen zum Dampf ablassen genutzt werden.

Ich selbst schreibe seit Jahren hier wieder und wieder bei vielen Themen "das ist kein geschlechtsspezifisches Phänomen" oder "trifft auf Männer wie Frauen zu" oder versuche die Kluft zu überbrücken. Mir fällt aber auch auf, wie verbittert, frustriert oder hasserfüllt viele über das andere Geschlecht schreiben.

So frappierend manche Unterschiede zwischen den Geschlechtern auch sind, es gibt wesentlich mehr Facetten, die wir gemein haben, als die uns trennen.
 

Angele

Gesperrt
  • #3
JA, diesen Eindruck habe ich auch!
Ich könnte jetzt groß und breit darüber schreiben, aber mit dem Risiko, dass mir Vorurteile angehängt werden, will ich mich kurz halten.
Es gibt teils tradierte Mentalitätsunterschiede, teils sind es geschichtlich und kulturell bedingte Unterschiede, die dazu geführt haben, dass sich in Deutschland die Geschlechter recht konträr gegenüber stehen. Es muss nicht so sein. In Skandinavien ist das tendenziell anders.
Zusammenarbeit statt ewige Kampfhaltung wäre besser.
Karrierefrauen hierzulande wollen offenbar in Kleidung, Sprache und Habitus so maskulin wie möglich sein, um ihre Selbstbehauptung als selbstständige Frau zu behaupten. Das muss doch nun wirklich nicht sein! Männer nehmen instinktiv Abstand von solchen Frauen. Würden Karrierefrauen weiblicher erscheinen und sich nicht so verbiegen, bekämen sie sicher mehr Respekt von Männern.
Die Scheidungsgesetze hier sind immer noch so, dass oft viel bitteres Blut fließt nach der Scheidung. Das hat einen negativen Einfluss auf nachfolgende Partnerschaften.
Es gibt immer noch viel zu viele Frauen - auch jüngere! -, die lieber Heimchen am Herd spielen wollen als selbst ihr Geld zu verdienen. Einige Männer gehen immer noch darauf ein. Die deutsche Steuergesetzgebung unterstützt so eine Konstellation leider auch.
Junge Frauen machen zwar statistisch gesehen häufiger als junge Männer das Abitur, aber danach scheiden sich die Wasser all zu oft. Entweder macht die Frau ein Orchideenstudium, das zu nichts führt, oder das anspruchsvolle Medizin- oder Jurastudium wird nach der Geburt der Kinder nie mehr verwendet. Ich kenne persönlich mehrere solcher Beispiele und bin zutiefst erstaunt.
Bittere Erfahrungen, herbeigeführt durch unsinnige Gesetzgebungen, kulturelle und geschichtliche Entwicklungen und Unsicherheit im Verhalten zueinander führen zu massiven Vorurteilen, die schwer abzubauen sind. Leider !
In Dänemark z.B. sind 97% aller Frauen voll berufstätig. Die jungen Frauen steigen in ihre studierten Fächer ein, auch nach Kindergeburten. Ehepaar werden immer separat versteuert; es ist also weder juristisch noch steuerlich ein Vorteil, verheiratet zu sein. Die Kinderbetreuung ist gesetzlich garantiert und funktioniert gut bis sehr gut. Die Geschlechter dort stehen sich nicht spinnefeind gegenüber (einzelne Ausnahmen gibt es immer)!
Ich bestätige aus eigener Erfahrung deine Beobachtungen, lieber FS, und ich gebe auch Frederika voll recht in ihren Bemerkungen.
 
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  • #4
Man sollte bei solchen Sachen immer bedenken welche Personen etwas schreiben. Kein Mensch wird hier im Forum einen Thread eröffnen weil alles in Ordnung ist, es werden doch idR. nur Threads erstellt wenn es Probleme gibt, was dann natürlich zu einem eher verzerrten Bild führt.
Wenn man sich jeden Tag die Nachrichten ansieht könnte man ja auch sagen das die Welt ein ganz schrecklicher Ort ist weil man da ständig nur negatives hört.

Ich bezweifle sehr stark das diese negativen Bilder über das andere Geschlecht die man hier öfters liest die allgemeine Meinung wiedergibt, ganz im Gegenteil glaube ich eher das es nur die Meinung einer kleinen Minderheit bzw. nur eine kleine Momentaufnahme aus der aktuelle negativen Gefühlswelt eines Posters ist.

Aber damit hier auch mal etwas positives steht: Ich finde Frauen unglaublich toll und zwar deshalb weil sie so sind wie sie sind, das ist meine Meinung über Frauen.
 
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  • #5
Angele:
Ich stimme Ihnen in Vielem zu, aber da gibt es auch wieder etwas, was ich nicht verstehe. Was ist denn das Problem, wenn es Frauen und Männer gibt, die sich für das klassische Modell entscheiden. Das fällt mir in Deutschland auch auf, wie sehr die Hausfrauenehe polarisiert. Dabei ist es doch ganz einfach. Paare, die das klassische Modell leben wollen, und es sich leisten können, können das doch tun, und Paare, die das nicht können und wollen, leben eben ein anderes Modell. Ich verstehe auch nicht, warum man sich da gegenseitig anpflaumen muss, wie das in öffentlichen Debatten passiert, ja keineswegs nur hier im Forum. Wo ist denn da die Toleranz, die in Deutschland ständig beschworen wird?

FS/ M 32
 
  • #6
Ich tippe mal, das die negative Meinung bei fast allen unterschwellig immer vorhanden ist und daran sind die reißerische Medienlandschaft und auch wir als Endkonsumenten Schuld. Mal abgesehen von der jeweiligen einseitigen/einsichtigen Erziehung.
Je böser ein Artikel, je dogmatischer ein Buch und Sendungen sind, desto besser verkaufen sie sich. Warum konsumieren die meisten Leute das gern? Weil man sich so schön als etwas besseres dann sehen kann. "So bin ich ja nicht!"

Solange die Menschen aber mit ihrer momentanen Situation zufrieden sind, spielt diese unterschwellige Missgunst keine Rolle, aber wehe wenn, dann brodeln die ganzen Klischees und Plattitüden an die Oberfläche und kondensiert hier und andern Orts.

Und was ist die Lösung jetzt, für all die "besseren" Menschen? Auswandern? Weil innerhalb unserer Generation wird sich nicht mehr viel ändern.
 

Angele

Gesperrt
  • #7
Lieber FS (ich benutze das mir vertraute "du", bitte verzeih mir!)
Du hast vollen recht. Diese ewige Anpflaumerei zwischen den Geschlechtern finde ich auch wenig erquickend. Vor allem ist es destruktiv, sich gegenseitig zu bekämpfen.
Ja, in Deutschland polarisiert die Hausfrauenehe. Ich kenne keine Statistik hierzu, aber ich beobachte mit großem Erstaunen, dass sogar junge Frauen diese anstreben. Auch eine Reihe junger Frauen, die etwas Ordentliches studiert haben. Neulich hörte ich von einer jungen Frau, Mitte 30, Mutter dreier Kinder, 2 abgeschlossene Studiengänge (Jura und BWL). Karriere: Arrangieren von Festen :-( Job an den Nagel gehängt, Leben als Hausfrau und Arrangieren von Tingeltangel.
So einfach, wie du dir das vorstellst, ist es auch nicht. Sicher gibt es Paare, die sich zunächst darauf einigen, dass sie Hausfrau spielt. In der ersten Phase sieht alles rosarot aus. Er macht Karriere, sie bleibt daheim. Allmählich wird sie dick, unsportlich, ungepflegt, uninteressant. Und älter! Dann will er lieber zwei 25-jährige als eine 50-jährige Frau haben, und schon haben wir den Salat: Fremdgehen mit allen Konsequenzen, und die einstige Harmonie ist im Eimer. Was danach folgt, sind Gerichtstermine, Kampf ums Geld und Bitterkeit rundum.
Hier im Forum geht es doch eigentlich recht zivilisiert zu.
Aber ansonsten ist schon etwas dran, was du schreibst: überall dieser ewige Kampf, diese zerstörende Konkurrenz. Ich schüttele auch nur den Kopf. Und ich begreife bei all dem nicht, dass Karrierefrauen hierzulande nicht mal etwas femininer und weniger kampfbereit sind, und dass junge Frauen wirklich mal aufwachen und für ihr Leben selber Verantwortung tragen: Ausbildung, Beruf und gerne auch Kinder. Es ist vereinbar!
 
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  • #8
Nahezu alle in einem Partnerforum suchen einen Partner/in des anderen Geschlechtes, nixdestotrotz werden die Klingen mit dem Geschlechterfeind mit Vehemenz gekreuzt, in der Hoffnung dann mit dem / der Auserwählten in Harmonie zu turteln , irgendwie bizarr. Aber es fällt mir generell auf, dass in Internetforen der Umgangston ruppig ist. Das ist auch in anderen Foren so, obwohl sich Leute mit ähnlichen Interessen austauschen. Aber zurück zur Kernfrage , ja ich finde in Deutschland ist das Verhältnis besonders polarisiert. In GB war's entspannter
 
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  • #9
Ich gebe zu bedenken, dass die Art der Kommunikation in einem Internetforum nicht vollends identisch ist mit der im wirklichen Leben. Die Anonymität eines Internetforums bietet die Möglichkeit, sich auf bestimmte Weisen zu äußern, wie es im wirklichen Leben nicht immer möglich ist. Auf diese Weise kann man schon mal Dinge über das andere Geschlecht sagen, die man sonst nicht sagen würde. Hinzu kommt, dass es der medialen Kommunikation zu eigen ist, Sachverhalte in der ihr eigenen Komplexität nicht hinreichend erfassen zu können. Werturteile müssen hier deshalb immer etwas flacher ausfallen.Das betrifft dann auch die Meinung über das andere Geschlecht.
 
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  • #10
Meiner Meinung nach erklärt sich vieles, wenn man sich die Mühe macht, Simone de Beauvoir zu lesen.
Auch habe ich mal eine interessante Rede einer Philosophin zum Thema egalität vs. differenz (Hypothese) hinsichtlich der Auswirkungen auf die Geschlechter gehört.

Was helfen könnte, wäre der Versuch der jeweiligen Person, authentisch zu leben.

Das ist jedoch sehr schwer, weil wir dauerhaft u.a. durch diverse Medien rollenspezifische Muster vorgeführt bekommen, die beiden Geschlechtern auch Vorteile bieten.

Solange es so ist, bin ich (stud., sehr erfolgreich und dennoch "feminin" ohne Ehemann und/ oder Familie) sehr skeptisch.
 
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  • #11
Ich habe auch schon seit Jahren diesen Eindruck und finde es ziemlich schade. Wir sind doch alle Menschen und sollten zusammenhalten. Ich für meinen Teil liebe Männer! :)
 
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  • #12
Meiner Meinung nach erklärt sich vieles, wenn man sich die Mühe macht, Simone de Beauvoir zu lesen.
Auch habe ich mal eine interessante Rede einer Philosophin zum Thema egalität vs. differenz (Hypothese) hinsichtlich der Auswirkungen auf die Geschlechter gehört.

Was helfen könnte, wäre der Versuch der jeweiligen Person, authentisch zu leben.

Das ist jedoch sehr schwer, weil wir dauerhaft u.a. durch diverse Medien rollenspezifische Muster vorgeführt bekommen, die beiden Geschlechtern auch Vorteile bieten.

Solange es so ist, bin ich (stud., sehr erfolgreich und dennoch "feminin" ohne Ehemann
und/ oder Familie) sehr skeptisch.

Du hast völlig Recht! Man sollte es lesen: "Das andere Geschlecht" v. S. Beauvoir. Allerdings kosten die über 600 Seiten einige Mühe. Und deshalb Zeit. Aber dann versteht man plötzlich warum es so ist wie es ist. Beauvoir wußte dies vor 60 Jahren schon.
Ich denke, solange patriarchal geprägte Familienstrukturen noch überwiegen, vor allem in den älteren Generationen, solange bleiben junge Menschen, junge Männer verunsichert.
Die alten Rollenmuster haben ausgedient und neue (männliche) Vorbilder haben sich noch nicht etabliert. Die jungen Frauen sind da den Männern weit voraus - überrunden sie in ihren beruflichen Professionen, sind frei, unabhängig, wählerisch.

"Ausbildung, Beruf und gerne auch Kinder. Es ist vereinbar! "

Sonderbar.......dass mit dieser Aussage stets nur Frauen aber nie Männer konfrontiert werden!
 
  • #13
Ich teile Deinen Eindruck, dass in Diskussionen sehr viel über das andere Geschlecht hergezogen wird ...
Ich selbst schreibe seit Jahren hier wieder und wieder bei vielen Themen "das ist kein geschlechtsspezifisches Phänomen" ...
So frappierend manche Unterschiede zwischen den Geschlechtern auch sind, es gibt wesentlich mehr Facetten, die wir gemein haben, als die uns trennen.

Ich seh es ähnlich und ich fürchte, im web wird viel gegen Windmühlen gekämpft. Mir selber liegt ein gewisser, "pointierter Sarkasmus" auch nicht ganz fern, gespeist natürlich aus persönlichem Frust. Aber wenn ich mich dann wieder beruhige, wird mir meist klar, dass es stimmt: Männer und Frauen könnten schon miteinander. Es gibt eh keine Alternativen zu Frauen. Ich mein, was ist an so einem unrasierten, bierbäuchigen, fußballguckenden, 3er-schraubenden und biertrinkenden Mann schon attraktiv??? Nene, ich steh weiterhin auf Frauen, und das ist auch gut so. So schlimm sind sie ja auch gar nicht...
 
  • #15
Es gibt bei jedem Geschlecht menschliche Katastrophen. Die Katastrophen vom eigenen Geschlecht nehmen wir aber kaum war, weil man als heterosexueller Mensch schon wegen der Biologie nicht solche schlechten Erfahrungen machen kann. Von Geschlechtsgenossen erfährt man auch keine Ablehnung, weil man sich für sie in dem Sinne nicht interessiert. Aber warum ist es in Deutschland so? Ich weiß es nicht. Bei der Benotung in Schule oder Studium hatte ich/wir öfter den Eindruck "Frauen bevorzugt." bei den weiblichen Pädagogen (oder auch bei der Bitte um Ruhe, Frauen machen natürlich keinen Krach).
 
  • #16
Ob das Geschlechterverhältnis in Deutschland gemäß der Ausgangsfrage "besonders" gestört ist, also mehr als anderenorts, vermag ich nicht zu beurteilen. Mir fällt aber bei manchen Frauen eine innere Spaltung auf: "Die Männer" sind zu kritisieren, weil sie angeblich so oder so sind, Frauen ihnen gegenüber beruflich benachteiligt werden und zu wenig Unterstützung bei der Doppelbelastung aus Beruf und Familie erhalten. Aber der eigene Partner, der beste Freund, der Bruder, der nette Nachbar etc., die sind dann doch in Ordnung. Es gibt also bei manchen eine merkwürdige Spaltung zwischen der negativen Zuschreibung zu Männern im Allgemeinen und positiven Erfahrungen mit Männern im Besonderen.
 
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  • #17
Männer haben eine Ausbildung, haben einen Beruf und mit der richtigen Frau auch Kinder. Und wählerischer sind sie auch geworden. Wo ist das Problem?

Das Problem ist, dass Du (aus Deinem männlichen bzw. man muss sagen aus der deutschland-spezifischen, gesellschaftlich geprägten, männlichen Denke heraus) die Aussage von Gast #11 gar nicht begreifst!
Für deutsche Männer ist es selbstverständlich, dass sie alles haben können: Ausbildung, Beruf, Familie und Kinder. Welcher deutsche Mann fragt sich denn "oh, wenn ich Kinder habe, wie vereinbare ich dann die Familienarbeit/ Kinderbetreuung mit meinem Beruf, meiner Karriere?".

Nur deutsche Frauen müssen sich ständig solche Gedanken machen und verschiedene Lebensentwürfe vorhalten, die letztlich eine Entscheidung zwischen beruflicher Verwirklichung und Familie mit Kindern umfassen. Französische oder skandinavische Männer wie Frauen empfänden solche Gedanken vermutlich als völlig abstrus...
 
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  • #18
Ein wenig mag hier auch ein typisch deutsches Mentalitätsproblem von Bedeutung sein: Die fehlende Hang des Deutschen zur Gelassenheit. Außerdem mag man die spezifisch deutsche Spielart des Feminismus die Schuld in die Schuhe schieben, der mentalitätsgeschichtlich in einem biederen, Moralin durchsäuerten Protestantismus wurzelt.
 
  • #19
Für deutsche Männer ist es selbstverständlich, dass sie alles haben können: Ausbildung, Beruf, Familie und Kinder. Welcher deutsche Mann fragt sich denn "oh, wenn ich Kinder habe, wie vereinbare ich dann die Familienarbeit/ Kinderbetreuung mit meinem Beruf, meiner Karriere?". als völlig abstrus...

Tut mir Leid, bei mir mag das auch daran liegen, das ich im Osten aufgewachsen bin und da Arbeit, Kinder etc. eh schon immer möglich waren. Mal ganz abgesehen von dem Typus Mann den Frau sich dazu angelt.

Außerdem bin ich so aufgewachsen, das ich denke, das jeder, der will, alles haben kann. Ich bekomme meinen Haushalt auch ohne Frau gebacken, mit Frau geht das sicher noch einfacher. Ich gehöre nicht zur alten Generation.
Und wenn Frauen der Meinung sind, sie können das in DE nicht haben, dann gibt es auch noch andere Länder.
 
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  • #20
Das Problem ist, dass Du (aus Deinem männlichen bzw. man muss sagen aus der deutschland-spezifischen, gesellschaftlich geprägten, männlichen Denke heraus) die Aussage von Gast #11 gar nicht begreifst!
Für deutsche Männer ist es selbstverständlich, dass sie alles haben können: Ausbildung, Beruf, Familie und Kinder. Welcher deutsche Mann fragt sich denn "oh, wenn ich Kinder habe, wie vereinbare ich dann die Familienarbeit/ Kinderbetreuung mit meinem Beruf, meiner Karriere?".

Nein das Problem ist das du nicht begreifst das immer derjenige Abstriche machen muss dem ein bestimmter Aspekt besonders wichtig ist und wenn es um Kinder geht sind das meistens Frauen.
Wenn ein Mann Ausbildung, Beruf und Kinder nicht vereinbaren kann dann würden viele eben auf Kinder verzichten. Bei Frauen würden aber im Gegenzug wiederum viele stattdessen auf die Karriere verzichten und da man Kinder nun mal gemeinsam hat und eine Karriere eben nicht müssen die meisten Männer im Endeffekt auf nichts verzichten und viele Frauen auf ihre Karriere.
Es ist also im Endeffekt nichts worüber sich die meisten Männer Gedanken machen müssten.
 
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  • #21
naja, leider sind ausgerechnet viele der intelligenten deutschen Frauen unflirtbar - den Unterschied merkt Mann besonders beim Vergelich deutscher Erasmus-Studentinnen mit ihrem europäischen Pendant. Schnell werden Dogmen zum Flirtkiller jeder Art - während ihre Geschlechtsgenossin aus Süd- Nord oder Osteuropa zwar mindestenst genauso dogmatisch begründen kann, aber am Ende des Tages alle Fünfe gerade sein lässt und sich als Mensch unter Menschen begibt. Sprich: Politik, Karriere und Gesellschaftskritik haben ihren Platz und menschliches neben und miteinander, vor allem aber die Liebe haben auch ihren Platz und sind für unser persönliches Leben einfach wichtiger! m 43
 
  • #22
Nein das Problem ist das du nicht begreifst das immer derjenige Abstriche machen muss dem ein bestimmter Aspekt besonders wichtig ist und wenn es um Kinder geht sind das meistens Frauen.
Wenn ein Mann Ausbildung, Beruf und Kinder nicht vereinbaren kann dann würden viele eben auf Kinder verzichten. Bei Frauen würden aber im Gegenzug wiederum viele stattdessen auf die Karriere verzichten und da man Kinder nun mal gemeinsam hat und eine Karriere eben nicht müssen die meisten Männer im Endeffekt auf nichts verzichten und viele Frauen auf ihre Karriere.
Es ist also im Endeffekt nichts worüber sich die meisten Männer Gedanken machen müssten.

Die meisten Männer auf nichts verzichten? Und warum kriegen sie ihre Kinder im Zweifel nicht vor Gericht?

Und was ist wohl wichtiger? Karriere?
 
  • #23
Meiner Meinung nach ist das Problem die "Zwangsgleichstelleung", je mehr man versucht Frau und Mann gleich zu machen desto stärker zeigen sich die Unterschiede, da man im Grunde ja als Frau auch als Frau wahrgenommen werden möchte, genau so wie ein Mann auch als Mann wahrgenommen werden möchte.
Erst durch den Gleichformungsgedanken sind diese Unterschiede zu schlechten Merkmalen geworden, den früher ging es nur darum, den Frauen Basisrechte zu geben wie es jeden Menschen und Bürger zusteht, heute ist diese Grenze schon weit überschritten und es geht nicht mehr um die Grundrechte der Frau sonder um die Verweiblichung des Mannes und die Entweiblichung der Frau.
Es fehlen fixe Rollenbilder die vorgeben was richtig/gut oder falsch/schlecht ist, dadurch gibt es in den Köpfen der Männer und Frauen keine klaren Strukturen mehr und jeder hat eine eigene Vorstellung von seinem persönlichen Rolle. Woraus auch die hohe Scheidungs- u. die niedrige Geburtenrate entstanden ist.
 
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  • #24
Ich möchte gar nicht auf die Unterschiede zwischen veröffentlicher Meinung, der Meinung der Menschen und der Realität eingehen.

Generell gilt: Man wird vor allem negatives Feedback bekommen. Auch hier in dieses Forum kommt doch niemand der eine glückliche Beziehung hat. Entweder man hat eine gescheiterte hintersich, ist in einer unglücklichen oder findet niemanden, da ist man verbittert und sauer und neigt dazu zu pauschalisieren.
Bei Servicehotlines ruft auch niemand an und sagt wie toll der Herd funktioniert, nur wenn etwas kaputt ist.
Gerade im Internet äußern sich Menschen anonym natürlich sehr unverblümt, da kann man auch Frust rauslassen oder seinem Hass freien Lauf. Besonders was Kommentarspalten unter Fernsehsendungen oder Musikern angeht, da findet man fast nur hasserfüllte Kommentare.
 
  • #25
@#23
ich muss dich korrigieren: es gibt hier auch leute, die eine glückliche beziehung haben und trotzdem hier im forum sind - ich z.b.:)
 
  • #26
Naja, all die diskutierten Punkte tragen wohl ihren Teil zur Diskrepanz zwischen Männlein und Weiblein bei. Andererseits sind Gemeinsamkeiten für eine Diskussion langweilig und schnell abgehackt. Divergenzen dagegen lassen sich wunderbar breittreten, aufbauschen, totdiskutieren und dadurch auch vermarkten. Simple Sache.

Da ich bisher nie lange Zeit im Ausland gelebt habe, kann ich nicht beurteilen ob es in D besonders schlimm zugeht.
 
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  • #27
Lieber Fragesteller,ich sehe das ähnlich.

Meines Erachtens ist hierfür hauptsächlich die aus meiner Sicht in Deutschland inzwischen völlig übertriebene "Emanzipation der Frau" schuld. Diese bei uns in das Feministische umgeschlagene Bewegung, deren Treiber inzwischen überall an den entscheidenden Hebeln in Rundfunk, Zeitungsverlagen, Schulen, Unternehmen etc. verankert sind und ihren Einfluss immer brutaler für ihr Anliegen missbrauchen, sind ursächlich für den Geschlechterkampf.

Eine Feministin wird immer dem anderen Geschlecht den Kampf ansagen, denn es gehört ja gerade zu ihren Zielen, die vermeintlich patriarchalische Gesellschaft in ihr Gegenteil zu verkehren. Der Feminismus strebt nach der Herrschaft der Frau und möchte dem Mann jene Rolle zuweisen, die die aus Sicht einer Feministin angeblich unterdrückte Frau innehaben soll. Der Feminismus ist also auf die Konfrontation der Geschlechter ausgerichtet.

Hinzu kommt sicher bei uns noch die Nachwirkung des letzten verlorenen Kriegs. Das Ding wirkt meines Erachtens leider immer noch ungeheuerlich fort und bestimmt unser Denken und Handeln weit mehr, als viele glauben oder wahr haben wollen. In Folge des verlorenen Kriegs wurden wir als ganzes Volk einer klar fremdnützigen Umerziehung unterworfen. Teil dieser Umerziehung ist der deutsche Selbsthass, der sich auch in einer häufig super verqueren Einstellung der deutschen Frau zu unseren Männern zeigt (Stichwort: "Latin lovers are better" oder vergleichbarer Unsinn).

Entsprechendes gilt natürlich auch umgekehrt.

Diese blöde Nachwirkung zeigt sich unglaublich oft. So beispielsweise durch die Äußerungen einer bestimmten Frau (Alice S. aus K.), die öffentlich wiederholt sagte, dass sie heute "keine Soldaten mehr für Hitler gebären" müsste usw. Feminismus, der deutsche Selbsthass, der deutsche Hang zum Schwärmen über alles Fremde und die Emanzipationsbewegung sind m. E. die Hauptursache und verstärken sich wechselseitig.

Ich hoffe, dass wir eines Tages ein unverkrampftes Selbstverständnis als Volk erlangen (etwa wie die Franzosen oder Dänen) und bin guter Hoffnung, dass wir dann auch gegen die Auswüchse des Feminismus und der naiven Fremdschwärmerei gefeit sind. Dann sollte sich das Geschlechtergezänk auch internationalem Niveau angepasst haben.
 
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