G

Gast

  • #1

Ist das Kennenlernen heutzutage verkrampfter, analytischer...?

Wenn ich mich hier so quer durch das Forum lese, dann frage ich mich echt, wie sich die Leute früher überhaupt aufeinander einlassen konnten...

Ich habe den Eindruck, dass heutzutage alles, aber auch alles hinterfragt, analysiert, demontiert wird, was mit dem "Etwas" zwischen Mann und Frau zu tun hat.

Macht man sich selbst damit nicht das Leben und Lieben schwer?
Kann man sich einfach nicht mal auf die Leichtigkeit des Seins einlassen?
Muss immer alles "nach Drehbuch" passieren?

Die meisten hier haben ihre Erfahrungen im zwischenmenschlichen Bereich gemacht.
Jeder trägt sein Päckchen mit sich herum, einige zerren gar einen großen Koffer hinter sich her...
Das Leben ist weder Ponyhof noch Frotteeschlafanzug, das wissen wir doch alle.

Manchmal denke ich, dass einige Menschen sich nach einem Date (oder was auch immer) sofort online begeben und die werte Internet-Community an der "Auswertung" teilhaben lassen.
Und plötzlich wird das vielversprechende Date mit einem interessanten Menschen in eine fragwürdige Ecke gestellt, weil garantiert immer Leute "mitsenfen", die nur ihre schlechten Erfahrungen an den Mann oder die Frau bringen wollen.

Was haben wir früher bloß ohne das Internet gemacht?

Ich lese hier gerne quer und lasse auch hin und wieder meine Meinung in einem Thread auf die Menschheit los. Aber manchmal frage ich mich wirklich, ob wir nicht alle (ich nehme mich da ja gar nicht aus) durch die diversen "Rules" und Foren und Ratgeberbücher etc.pp. inzwischen völlig verkorkst sind, wenn es um das geht, was man zwangloses Kennenlernen nennt...

w, 44
 
G

Gast

  • #2
Ich denke, dass das Problem, das du beschreibst, vor allem auf die Partnersuche im Internet zutrifft. Ja, gerade wenn ich hier im Forum mitlese, muss ich manchmal wirklich den Kopf schütteln: endlose No Go-Listen, seitenweise Diskussionen darüber ob die Frau den Mann anrufen darf...immer wieder dieselben Fragen, immer wieder die selben verbitterten Antworten.
Da kann ich nur sagen, Leute, hört doch einfach mal darauf, was euer Gefühl euch sagt! Und geht lockerer mit eurem Gegenüber um! Ich persönlich habe den Eindruck, dass die Singles in solchen Bören oft einfach nach Möglichkeit alles abklären wollen, um Sicherheit zu gewinnen und ja keinen Reinfall zu erleben. Dass das aber nichts bringt, dass das eher zu Kampf und Krampf führt und absolut nichts mit wirklicher, tief empfundener Sicherheit zu tun hat, kapieren sie nicht. Sich auf einen Menschen einzulassen, ist immer auch ein Risiko! Und da helfen auch keine 1000 Fotos, die man vorher tauscht, keine 1000 Mails und keine 1000 Info über Hobbies, Beruf und Freizeit! Man muss dem Menschen real begegnen, dann ist ein erster wirklicher Eindruck erst möglich.

w,31
 
  • #3
Liebe FS,

ich teile Deine Meinung und glaube, dass man nicht alles immer zerreden muss. Man muss Dinge genießen und ihnen ihren Lauf lassen. Sobald man (zu) viele andere daran teilhaben lässt, kann man wirklich von einer Sache ausgehen: Viele Köche verderben den Brei, will heißen zu viele Meinungen lassen einen selbst nicht mehr klar sehen.
Leider ist es doch so, dass alles, wirklich alles zerredet wird, nicht nur Beziehnungskram: Wie esse ich "richtig", wie bewege ich mich "richtig", wie ziehe ich mich "richtig" an und wie verhalte ich mich beim Date "richtig". Unsere Intuition soll sich derweil in die Ecke stellen und sich bloß ruhig verhalten.
Ich denke, amn geht an vieles so analytisch ran, weil man aus allem eine Wissenschaft macht und es heute "Experten" für alles gibt. Wenn wir vielleicht ein bisschen mehr auf unsere Gefühle und Intuition hören würden, könnten wir uns wieder mehr vertrauen und bräuchten nicht so viele fremde Meinungen.
Fazit: Ja, wir sind vermutlich recht verkorkst, unser Blick ist nicht mehr klar.

Viele Grüße
w, 30
 
G

Gast

  • #4
Gute Frage, ja, da ist was dran.

Früher war man nicht so klug und hat sich einfach, ohne gross darüber nachzudenken, auf einen Mann/Frau eingelassen. Musste an einer unglücklichen Beziehung/Ehe aus finanziellen oder anderen Gründen festhalten, obwohl der Andere wenig gute Bedingungen für eine Beziehung hatte.

Heute ist Frau/Mann freier und je klüger und auch in Psychologie fortgebildeter Mann/Frau, in der Regel eher Frau, ist, desto mehr schaut man hin, anaylsiert den Anderen und wägt ab, ob der Andere trotz der Päckchen, die wir ja alle haben, da mache ich mir selber nichts vor, für eine Beziehung/Partnerschaft, die mich und auch den Anderen glücklicher machen soll, überhaupt geeignet ist.

Ich musste leider feststellen, dass viele Männer nicht mal das haben, was ich habe. Ich habe normales Level, aber bin in gewissen Dingen, was Respekt, eine gute Selbstfürsorge für sich, Gepflegtheit der Seele und des Körper betrifft, doch relativ anspruchsvoll.

Ich bin sensibel, hinterfrage, schaue genau hin, anylsiere gut, was mir beruflich sehr sehr nützt, aber vielen Menschen im privaten Bereich ist das zu anstrengend. Sie wollen nur konsumieren, es bequem haben, finden Fragen stelle aus Interesse am Anderen als unnormal und vergleichen das Interesse zeigen mit Aushorchen usw. Dabei will ich den Anderen nur näher kennenlernen, um ihn/sie besser zu verstehen, damit wir eine gute Nähe herstellen können.

Solange Menschen oberflächig denken und mit sich selbst umgehen, solange wird es viele Singles geben.

w 49
 
G

Gast

  • #5
Ja, das liegt daran, dass wir alle verkopft sind und meinen per Verstand, Intellekt oder sonstwas, das Leben, den Lebnsfluss beeinflussen und manipulieen zu können. Aber Leben und Liebe gelingen nur im Flow und der kommt einzig und allein aus dem Herzen. Aber kaum jemand lebt alltäglich (!) ,d.h. im normalen Umgang noch aus dem Herzen heraus, das ist völlig ausgestorben. Alles, somit auch normale mitmenschliche Hilfestellungen müssen bezahlt werden....nichts ist umsonst.... das greift auch auf zwischenmenschliches über. Die Kapitaliserung der gesellschaft vernachlässigt völlig die ethisch-kulturell- geistig-sinnlichen liebevollen Werte, die nicht käuflich sind. FRüher war es üblich, sich kostenlos! gegenseitig Freunden und Bekannten untereinander vorzustellen, es war eine Freude. Heute wird alles unter dem Gesichtspunkt Kosten/Nutzen gesehen und man "kauft nicht die Katze im Sack". Beruhigend ist, dass diese Leute sich selbst betrügen, sie mögen alles kaufen können, nur die Liebe nicht - denn in ein verschlossenes Herz zieht sie auch niemals ein.
 
G

Gast

  • #6
Das sind sehr gute Anmerkungen. Im Bereich Partnerschaft ist der Fortschritt sicherlich nicht das vorteilhafteste. Ein bisschen dumm, naiv und unbedacht wäre oft wahrscheinlich hilfreicher.

Heutzutage sind die Möglichkeiten viel zu groß. Wir könnten uns quer über den Globus daten und die Erwartungshaltung ist höher denn je. Früher konnten die Menschen froh sein wenn sie überhaupt in den Nachbarort gekommen sind und dort mal den einen oder anderen Menschen kennen zu lernen. Doch was ist besser?

Mein Vater hat früher schon in verschiedenen Situationen gesagt, dass es denen/euch viel zu gut geht! Kann es einem wirklich zu gut gehen? Heute ist man nicht mehr so abhängig wie früher. Krisen haben einen früher zusammen gebracht, heute bringen sie einen oft auseinander etc.

Es ist wie es ist. Das sind die Probleme unserer Zeit. Und wir sind es die damit klar kommen müssen. Wichtig ist es, die Fähigkeit nicht zu verlieren in sich selbst hinein zu horchen und darauf zu achten was einem gut tut. (Damit meine ich nicht mein Haus, mein Auto, mein Hund, mein Garten) Wer das verlernt hat, muss sich das wohl wieder erarbeiten.
 
G

Gast

  • #7
Ich glaube auch, dass sehr viele Menschen (schließe mich da ein) zu verkorkst sind, und nicht nur das, vielleicht sogar nicht mehr beziehungsfähig. Das ist ein Resultat aus den Veränderungen, die unsere Wegwerf- und Überflussgesellschaft verursacht hat. Vermutlich sind es auch die Schäden, die unzählige sinnlos gescheiterte Beziehungen in der Psyche der Menschen anrichten. Niemand braucht den anderen, die Ansprüche an jeweilige Partner werden in absurde und unerfüllbare Höhen geschraubt, die Ich- Bezogenheit und der Egoismus haben Hochsaison. Was zählt ist „Spaß“ und „Wellness“. In Summe führt das dazu, dass jeder dritte Mensch alleine lebt und sich einredet, das wäre eh so am schönsten. In unserem Innersten spüren wir jedoch, dass dem nicht so ist, und auch diese immer größer werdende Leere in uns.

Spannend aber wird es, wenn die jetzt noch im Untergrund arbeitenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umwälzungen und Verwerfungen zu Tage treten, und zwar in ihrer ganzen, in künftigen Geschichtsbüchern möglicherweise als Krise historischen Ausmaßes beschriebenen Wucht. Dann wird es zweifellos wieder zu einem Umdenken kommen, für viele von uns aber zu spät. Und so bleibt nichts anderes, als zu grübeln, was um Himmels willen man eigentlich falsch macht, warum es so wenig Liebe für so viele von uns gibt, die sie sich wirklich verdient hätten. Weil sie zwar liebenswert, tüchtig, gefühlvoll und ehrlich sind, das aber heute nicht mehr genügt.

Letztlich hat das alles mit der Zeit zu tun, in der wir leben, und die sich so wie sie ist einem Ende zuneigt. Klar, dass da ein gewisses Gefühl von Traurigkeit den Grundtenor bildet.
 
G

Gast

  • #8
...muss ich manchmal wirklich den Kopf schütteln: endlose No Go-Listen, seitenweise Diskussionen darüber ob die Frau den Mann anrufen darf...immer wieder dieselben Fragen, immer wieder die selben verbitterten Antworten.
w,31
Ich lese hier wenig Verbitterung und finde es mehr als komisch, wenn sich eine junge Frau mit viel weniger Lebenserfahrung als die meisten anderen Gäste hier erhaben über das angeblich dumme Verhalten anderer Singles stellen will.

Viele Erfahrungen beruhen auf leider gemachte negavite Erfahrungen, z.B. hinsichtlich, warum und wann Frau Mann am besten nicht anrufen sollte und wann sie es tun sollte.

w 49
 
  • #9
Liebe FS,

Ich glaube, das Forum gibt einen falschen Gesamteindruck, weil es auf Analyse-Themen spezialisiert ist. Lockere Gespräche zwischen Forenmitgliedern werden ja sehr schnell unterbunden, und nicht einmal Smileys dürfen verwendet werden.

Es gibt, zum Glück, heutzutage immer noch sehr viele nicht-verkorkste Leute. Das sind dann jene, die nicht auf einem Forum ihre Probleme diskutieren möchten.

m42
 
G

Gast

  • #10
heutzutage alles, aber auch alles hinterfragt, analysiert, demontiert wird
Hinterfragen ist ja an sich nichts Verkehrtes. Problematisch war aber schon immer die fatale Neigung mancher Menschen, der negativst möglichen Interpretation den Vorzug zu geben, und diese Möglichkeiten haben sich enorm vergrößert, wie man auch hier im Forum erkennt: es gibt immer jemanden, der einen an sich harmlosen Sachverhalt negativ auslegt und den Fragenden (bzw. die Fragende, man will ja politisch korrekt sein) damit irritiert.

In den meisten Fällen wäre es besser gewesen, man hätte die Möglichkeit, daß etwas auch ganz anders sein könnte, schlichtweg übersehen. Denn in den meisten Fällen handelt es sich bei etwas, das wie eine Ente aussieht, schwimmt und schnattert (Stichwort "Ententest"), ja auch tatsächlich um eine Ente und nicht eine von einem Scherzbold ins Wasser geworfene Holzente mit eingebautem Lautsprecher.

Lieber also ein Restrisiko in Kauf nehmen als hundertmal am Glück vorbeilaufen, weil irgend jemand in irgendeiner irgendwie ähnlichen Situation mal Pech hatte.
 
G

Gast

  • #11
Hallo,FS
Also ich finde dieses Forum hier richtig Klasse.Ich habe in den KennenlernPhasen sehr oft
richtig Schiffbruch erlitten weil ich mein Gegenüber einfach nicht verstanden habe.Da ich im
Umgang mit Frauen doch recht unsicher/unbeholfen war und hier doch die ein oder andere
Sichtweise mir doch sehr weitergeholfen haben zu verstehen.
Ja klingt sehr "verkopft" und möchte das auch keinesfalls gut heißen aber so bin ich nunmal
dazu kommt nur mässig attraktiv.
Hmm ich denke die 3 H`s sollten eigentlich reichen um irgendwann einmal eine beständige
verlässliche Partnerschaft zu führen.

(M47)
 
  • #12
Partnersuche hat immer öfter den Charakter wie Personalsuche. Dates = Bewerbungsgespräche.
Mail-Anfragen werden tlw. im SMS-Stil beantwortet. Mehr als 140 Zeichen ist man(n) nicht wert ?

Einkommen, sozialer Status = wie wird das gemeinsame Leben sein ? Kinderwunsch bezahlbar ?
Gesicht, Körpergröße, Figur, Haarfülle, Haarfarbe, Augenfarbe, etc. Wie bei einer Zuchtausstellung oder Viehmarkt ?
Man will nichts mehr darauf ankommen lassen, sondern sich gleich auf Fakten stützen.

Dates sind m.E. kein lockeres plaudern mehr. Sondern müssen sehr strategisch geplant und durchgeführt werden. Denn man muß ja den Andere/n gleich überzeugen können, sonst Absage.

Die Ursache sehe ich nicht so sehr in den div. Ratgebern, sondern in geänderten Einstellungen und Ansprüchen. Partnersuche vgl. Autokauf. Mit welchem Modell will man vorfahren ?

Ich habe auch den Eindruck, daß der Mann alle Nachteile der Frau akzeptieren solle, aber selber (möglichst) keine Nachteile haben darf.
- z.B. Unterhaltszahlungen des Mannes an seine ex-Familie = Absage.
-Frau mit geschätzt 60 kg. Übergewicht - kein Thema. Denn sie ist ja eine Frau - das genüge.
Das sie weiter zunimmt - sei ihr Recht.
-Erst später in der Beziehung erfährt man, das die (andere) Frau keine Kinder will - basta !
Sie will nicht "mit so einem dicken Bauch herum laufen".
- (Andere) Frau hielt ihre Untreue für völlig normal und ihr Recht - solange sie nicht verheiratet ist.
Aber wehe dem Mann, wenn der auch so untreu wäre ?

Die Frau verspätete sich um eine Stunde zum ersten Date - per SMS genannt - kein Problem.
Aber wenn man(n) (bei einer anderen Frau) andeutet, daß man sich bei der Anfahrt evtl. etwas verspätet, wegen dem schweren Unwetter = sofort Absage bekommen.

Der Mann beim ersten Date ihr nicht unterhaltsam genug -> im Cafè sitzen gelassen - Frau vergnügte sich zuhause mit einem anderen Mann.

Alles muß "rund" laufen, bloß keine Ecken und Kanten. Eben "der perfekte Bewerber/in".
Da fehlt nur noch ne App im Smartphone mit der Liste: Must have - It`s ok - No-go`s
Eine weitere App mit der Stimmenanalyse: Sagt er/sie die Wahrheit, oder lügt er/sie ?
Vielleicht eine Unterschriftenprobe per Handy-Kamera aufgenommen, und grafologischer App ?
Und am Ende des ersten Dates die Gesamtauswertung + Beurteilung ?
Diskret via Bluetooth o.a. aufs Smartphone des Gegenüber ?

Und dann wundern sich diese Leute auch noch, wenn man so eine Partnersuche nicht will.
 
G

Gast

  • #13
Alles muß "rund" laufen, bloß keine Ecken und Kanten. Eben "der perfekte Bewerber/in".
Da fehlt nur noch ne App im Smartphone mit der Liste: Must have - It`s ok - No-go`s
Eine weitere App mit der Stimmenanalyse: Sagt er/sie die Wahrheit, oder lügt er/sie ?
Vielleicht eine Unterschriftenprobe per Handy-Kamera aufgenommen, und grafologischer App ?
Und am Ende des ersten Dates die Gesamtauswertung + Beurteilung ?
Diskret via Bluetooth o.a. aufs Smartphone des Gegenüber ?

Und dann wundern sich diese Leute auch noch, wenn man so eine Partnersuche nicht will.
Bei allem Respekt, aber sowas ist mir zu anstrengend und zu pessimistisch. Wenn so ein Mann in der Realtität auch so auftritt, dann wundert es mich nicht, dass er Single ist. Fragen tue ich mich auch, was er für komische Frauen kennengelernt hat. Er sollte mal sein Beuteschema überdenken, denn ich und einige gute Single-Bekannte sind lange nicht so komisch drauf, wie seine genannten Beispiele.

w 49
 
G

Gast

  • #14
Ich glaube, der Analysewahn, Zahlen, Daten Faketn sammeln, vergleichen, sortieren, bewerten aussortieren gilt für die onlinegestützte Partnersuche und prägt drt auch ein bestimmtes Verhalten, das hohes Kränkungspotenzial hat, z.B. Paralleldating, paralleles Weitersuchen...
Im echten Leben läuft das ganz anders ab und da wird nicht so viel analysiert, sondern die Nähe wächst, man ist toleranter, weil man eine ganzheitliche Sicht auf sein Gegegnüber hat.
Wegen der mittlerweile langjärhigen negativen Efahrungen steigen zunehmend Menschen aus dem Onlinetrubel aus und versuchen es im RL - dazu gibt es hier im Forum ja auch diverse Beiträge.
Dafür habe ich mich auch entschieden, weil ich nicht so katalogmässig ausgewertet werden möchte.
 
G

Gast

  • #15
Hinterfragen ist ja an sich nichts Verkehrtes. Problematisch war aber schon immer die fatale Neigung mancher Menschen, der negativst möglichen Interpretation den Vorzug zu geben, und diese Möglichkeiten haben sich enorm vergrößert, wie man auch hier im Forum erkennt: es gibt immer jemanden, der einen an sich harmlosen Sachverhalt negativ auslegt und den Fragenden (bzw. die Fragende, man will ja politisch korrekt sein) damit irritiert.

Lieber also ein Restrisiko in Kauf nehmen als hundertmal am Glück vorbeilaufen, weil irgend jemand in irgendeiner irgendwie ähnlichen Situation mal Pech hatte.
Genauso ist es. Wenn interpretiert wird (und das können wir alle hier ganz, ganz toll), dann möglichst negativ, und man weiß sowieso, dass die besagte Person unmöglich ist, weil man selbst ja auch mal eine ähnlich schlechte Erfahrung gemacht hat. Dass die Absichten der Person, über die man grübelt, vielleicht ganz andere sein können, die niemand kennen KANN, wird häufig gar nicht in Betracht gezogen. Und so verspielen wir immer wieder unsere Chancen auf das partnerschaftliche Glück.

Da ist es doch besser, mal wieder das eine oder andere kleine Risiko einzugehen und über das rätselhafte Verhalten des Datingpartners einfach mal nur zu staunen, anstatt es gleich negativ zu deuten.
 
G

Gast

  • #16
Viele Köche verderben den Brei, will heißen zu viele Meinungen lassen einen selbst nicht mehr klar sehen...
Wenn wir vielleicht ein bisschen mehr auf unsere Gefühle und Intuition hören würden, könnten wir uns wieder mehr vertrauen und bräuchten nicht so viele fremde Meinungen.
So sehe ich das auch. Man sollte doch mehr auf das innere "Ich" hören! Ich halte das jedenfalls so und bin damit bisher gut gefahren. Wenn mir eine Frau anhand ihrer Profileangaben, ihrer Mails und der geführten Telefonate gefällt, dann bin ich auch so neugierig, im realen Leben bereitwillig auf einen solchen Kontakt zuzugehen, um zu sehen, welche Persönlichkeit dahinter steckt. Ich bin da völlig offen; ein Treffen mit einer Frau, die nicht einmal ein Foto eingestellt hatte, führte dann sogar zu einer dreijährigen Beziehung.

m, 45
 
  • #17
Ach ja, das bööööse Internet, die üblen modernen Zeiten.

Es ist wie mit dem meisten- einfach Typsache. Früher wars halt nicht das Netz sondern die Freundinnen- was nur dazu geführt hat dass man im eigenen Saft gekocht hat. Ein Forum wie dieses dagegen gibt einem auch noch völlig andere Sichtweisen ausserhalb des eigenen kleinen Horizonts, erweitert diesen.

Man muss diese Möglichkeiten nur weise und dosiert nutzen. Ich selbst hab auch durchs Forum sehr viel über Partnerschaft etc. nachgedacht und mein Verhalten entsprechend verändert. Ich liebe dadurch bewusster was der Partnerschaft mal ganz sicher nicht schadet.

Und klar doch, Früher was alles besser...

Wirklich? Da hat man den geheiratet den das Umfeld toll fand- den mit dem sicheren Job zum Beispiel. Oder sich nicht getraut aus einer gewalttätigen Beziehung zu gehen weil "man" das nicht tut. Ich könnte weiter machen.

Heute sind wir besser informiert, haben grössere Aktionsradien und haben alle möglichkeiten. Ob wir Sie nutzen liegt einzig und alleine an uns.

Aber natürlich, früher war alles besser. Wusste schon Homer.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
G

Gast

  • #18
Beim Kennenlernen über das Internet ist das sicher Fall, wir können ja in den Partnerbörsen wissenschaftliche Tests machen und Profile ausfüllen, damit dann uns Personen angezeigt werden, die gut zu uns passen.

Auch in der Kennenlernphase über Mail geht das so weiter, wir wollen möglichst viele Informationen zu unseren Datingpartnern haben, um zu schauen, ob es passen könnte. Auch bei den ersten Dates geht es so dann wieter. Dabei wollen wir uns ein Bild machen, ob es passen könnte oder nicht.

Das finde ich zwar nicht schlecht, aber leider habe ich den Eindruck, dass da manche zu wenig auf ihr Herz hören, indem man etwa sofort jemanden absagt, weil irgendein Element nicht zu passen scheint.
 
G

Gast

  • #19
den Eindruck, dass da manche zu wenig auf ihr Herz hören, indem man etwa sofort jemanden absagt, weil irgendein Element nicht zu passen scheint.
Ja, diesen Eindruck habe ich auch. Mit einem Wort: Katalogmentalität. Die Eigenschaften, auf die es ankommt, sind aber in Worten gar nicht darstellbar, man muß Dinge gemeinsam erleben, um zu erkennen, daß sie einen gleichermaßen ansprechen.

Das wäre, um ein Beispiel zu nennen, der Fall, wenn die Frau stehen bleibt, um die schmale Mondsichel am Abendhimmel zu betrachten. Ich würde mich glücklich dazu stellen und den Arm um sie legen. Daß solche Augenblicke mit ihr möglich sind, steht in keinem Profil und in keiner Mail.
 
G

Gast

  • #20
Ich würde mich glücklich dazu stellen und den Arm um sie legen. Daß solche Augenblicke mit ihr möglich sind, steht in keinem Profil und in keiner Mail.
Sorry, lieber Mann, dass ist sowas von romantisch und schön kitschig, ich liebe und lebe es auch. Aber wenn der Mann ansonsten im Alltag unfähig ist, div. Probleme hat, dann nützt mir dieser kurze schöne Augenblick nicht.

Ich habe schon öfter erlebt und im realen Leben von Männern gehört, wie teilweise naiv die an eine Beziehung rangehen und sich dann wundern, wenn sie von Frauen Körbe bekommen.

w 49
 
G

Gast

  • #21
Ich habe schon öfter erlebt und im realen Leben von Männern gehört, wie teilweise naiv die an eine Beziehung rangehen und sich dann wundern, wenn sie von Frauen Körbe bekommen.

w 49
Diese Körbe bekommen sie aber von diesen Verbitterten Frauen die ihren Männerhass ganz offen zeigen. Weil sie nicht verstehen das sich die Welt nicht nur um sie dreht.
 
G

Gast

  • #22
Diese Körbe bekommen sie aber von diesen Verbitterten Frauen die ihren Männerhass ganz offen zeigen. Weil sie nicht verstehen das sich die Welt nicht nur um sie dreht.
Man sieht es an den Antworten auf die Zeilen des Romantikers: wo immer etwas kommt, das nichts mit praktisch gelebtem Alltag zu tun hat, wird sofort die "ja, schön, aber leider wertlos, wenn nicht auch..." Keule ausgepackt.

Natürlich ist Romantik wertlos, wenn es an Alltagstauglichkeit fehlt. Nur kann man allein aus der Tatsache, daß jemand romantische Äußerungen der Frau ernst nimmt und nicht wie "echte Männer" sofort als Weiberkram abtut, doch nicht schlußfolgern, daß derjenige keinen Nagel in die Wand schlagen kann oder "div. Probleme" hat!

Bei diesem "nützt gar nichts" als Antwort auf vermeintlich schöne Momente fühle ich mich immer wie der Fischer im Märchen der Gebrüder Grimm: "mine Fru, de Ilsebill, will nich so, as ik wol will..."
 
G

Gast

  • #23
Diese Körbe bekommen sie aber von diesen Verbitterten Frauen die ihren Männerhass ganz offen zeigen. Weil sie nicht verstehen das sich die Welt nicht nur um sie dreht.
Dem kann ich nicht zustimmen. Ich habe selber viele nette und offene Frauen kennengelernt, die nicht verbittert sind und mir auch erzählen, wie naiv oft Männer sind. Teilweise habe ich mich selber in den Erzählungen der Frau erkannt. Mir war nur nicht bewusst, dass das tatsächlich naiv ist. Heute bin ich klüger. Leider habe ich keine große Schwester gehabt, die mich früher mal aufgeklärt hat, wie Mann es richtig machen sollte.
 
G

Gast

  • #24
Bei diesem "nützt gar nichts" als Antwort auf vermeintlich schöne Momente fühle ich mich immer wie der Fischer im Märchen der Gebrüder Grimm: "mine Fru, de Ilsebill, will nich so, as ik wol will..."
Der Mann, der zu der Romantik auch noch lebenstaff ist, höre ich mir gerne seine romantischen Gedanken an und lebe sie mit ihm gemeinsam aus.

Von Romantik allein kann keine Liebe und keine Beziehung gut sein und gut weiter wachsen.
 
G

Gast

  • #25
Analytischer ja, verkrampfter nicht. Spätestens mit ein bißchen Lebenserfahrung weiß man auch als Mann, wie gefährlich es ist, sich mit promisken Frauen abzugeben, die nicht verhüten.

Zudem kommt es immer darauf an, welche Lebensziele man verfolgt: Ich möchte eine Familie gründen, und dafür kommen nuneinmal Frauen ohne Kinderwunsch leider nicht in Frage, ebenfalls keine alleinerziehenden Frauen oder solche mit psychischen Erkrankungen bzw. einem "bewegten Vorleben".

Mit dem Netz und Partnerbörsen treffe ich eine Vorauswahl, die solche Probleme von mir fernhält, an denen ich auch mit Liebe und Hingabe scheitern muß.

M 37
 
G

Gast

  • #26
....auf jeden Fall..

Manchmal frage ich mich wie meine Grosseltern es geschafft haben jetzt 52 Jahre zusammen.
zu sein ohne vorher alles mögliche abgeckeckt zu haben das es passen können.

Klar war es eine andere Zeit aber sie lebten auch als Mann und Frau zusammen mit all ihren
verschiedenen Charaktereigenschaften..

Das da vieles am Amfang gepasst hat wage ich zu bezweifeln ..und ich bezweifle auch das heute alles passen muss. Das ist wunschdenken und irrglaube.

Die ganzen unterscheide zwischen uns sind gewollt und der Schöpfer hat sich dabei was gedacht.

m