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  • #1

Ist das "zurück" so unmöglich?

Ich habe gerade in einem anderen Beitrag gelesen, dass unausgesprochene Worte zur ungewollten Trennung geführt haben und dabei ist mir der Gedanke gekommen, ob es denn, in diesem Fall besonders, keine Bereitschaft mehr gibt einem Menschen eine zweite Chance zu geben. Ich war viele Jahre mit einem Mann zusammen von dem ich mich (und er von mir) aufgrund der Situation sogar öfter als einmal getrennt habe. Aber immer sind wir wieder aufeinander zugegangen. Wir wollten und konnten uns nicht aufgeben. Aber ich habe den Eindruck, dass viele, die nicht aussprechen was sie fühlen, auch den Weg zurück nicht erwägen. Warum diese Konsequenz? Ich denke, dass (vor allem) Frauen aber auch Männer bereit zu einem Neuanfang wären. Ist es immer so gut für einen oder zwei Menschen nur aus Vernunft zu schweigen?
 
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excuse-me

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  • #2
Na, aus "Vernunft" zu schweigen ist ja wohl völlig fehl am Platz, wenn es noch eine zweite Chance für eine schöne und liebevolle Beziehung gibt.
Wir können aber auch alles "totquatschen" - Aufeinander zugehen, einen Neuanfang wagen, unausgesprochene Worte aussprechen - und gut ist. In der Regel wissen wir doch und haben uns Gedanken darüber gemacht, was falsch war, unglücklich oder missverständlich gelaufen ist.

Wir haben doch ALLE irgendwelche Fehler und Macken - jeder hat eine zweite Chance verdient.
 
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  • #3
Nein. Aber das darüber reden. Und wie den Anfang machen? Ein ex-Freund, der überhaupt nicht gerne über Probleme o. ä. sprach, hat dafür aber ein anderes Medium benutzt: Die Mail. Na klar, auch das ist unpersönlich und zeitgemäß. Aber wenn es doch gar nicht anders geht? Viele Menschen können auf diese Art mehr ausdrücken, als verbal.
 
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excuse-me

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  • #4
@ 2
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass oft mails erst zu Missverständnissen führen.
Du kannst einen Sachverhalt schildern, etwas erklären - und der andere versteht es falsch, interpretiert etwas hinein, liest Falsches zwischen den Zeilen.
Der Empfänger kann nicht direkt nachfragen, direkt reagieren, es sitzt erst einmal fest in seinen eigenen Gedanken - und es war vielleicht gaaaanz anders gemeint. - und der Empfänger wird auf seine Interpretation "gefühlsmäßig" darauf antworten - der Schreiber hatte vielleicht ein Lächeln im Auge - aber das hast du nicht "gesehen" und du wirst zippig, ärgerlich, fühlst dich unverstanden z.B.

Wenn etwas zu klären ist, vielleicht sogar Gefühle im Spiel sind, dem Empfänger und dem Schreiber aber die direkte Möglichkeit von Frage/Antwort/Erklärung fehlen - Mimik/Gestik zur Interpretation fehlen, kann das ziemlich schief laufen!

Als ersten Ansatz zur Erklärung eines Sachverhalts aus der Sicht des Schreibers, wenn reden schwer fällt, um einen "Anfang" zu finden, mag eine mail erst einmal reichen.
Sie kann aber ein "Gespräch" nicht ersetzen.

Es wäre wie eine Bedienungsanleitung für einen Fernseher: Eigentlich steht alles drin - aber "versteht" man sie immer richtig? - Drücken Sie auf "Menü" - dann in der Leiste xy auf screen-sowieso - gleichzeitig ... - und du möchtest "fragen" wie, wo was meinen die - aber keiner da, der deine Frage hört und antwortet - und schon drückst du auf den falschen Knopf !
 
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VirginiaWoolf

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  • #5
Sehe ich auch so wie Du @#3 und zur Ergänzun meine
#8 in
www.elitepartner.de/forum/beziehungsgespraeche-sinnvoll-oder-nur-laestig.html

In Mail kann man schwafeln, "Honig um das M... schmieren", Lügen, und,...
Nur Blicke, Mimik, Gestik können Dir, wenn Du gut wahrnehmen kannst, das Wahre offenbaren.

Kommunikation will gelernt sein.
 
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  • #6
Richtig, Kommunikation will gelernt sein. Aber ich wäre schon sehr dankbar, wenn die, die es halbwegs können, den Mund aufmachen würden. Was ist so schwer daran auch mal zurück zu rudern, fadenscheinigen Stolz und vorgefertigte Meinungen einfach links liegen zu lassen? Jede Frau, ja, ich maße mir an jede zu sagen, hat Kommunikation, welcher Art auch immer, verdient! Nein falsch - jeder Mensch! Und Kommunikation kann ungeahnte Türen öffnen. Wie schade, für den, der sie nicht nutzt.
 
  • #7
Ich verstehe dich nicht ganz, Fragestellerin. Du stellst deine ehemalige Situation als positives Beispiel dar. Aber ist deine On-Off-Beziehung nicht immer wieder an derselben Ursache gescheitert? In diesem Fall macht es einfach keinen Sinn, immer wieder das Gespräch zu suchen mit dem Ziel, wieder zusammenzukommen.

Solche Gespräche kann man suchen, wenn man der Meinung ist, dass eine Trennung oder ein heftiger, beziehungsgefährdender Streit auf einem Missverständnis beruhen. Aber das ist doch in den seltensten Fällen so. Meistens ist es eine Inkompatibilität in einer Eigenschaft, die beiden sehr wichtig ist und bei der beide ihre Ansicht nicht aufgeben wollen. Das kann man aber auch nicht durch ein Gespräch ändern.
 
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  • #8
Fragestellerin @#6: Leider war es nicht so einfach. Es waren andere Probleme, die uns in die Situation der "On-Off-Beziehung" gebracht haben. Ja, ich stelle es in diesem Fall als positives Beispiel dar, weil wir viel geredet haben. Durch die Gespräche, kamen wir uns näher, legten oberflächliche Vorurteile ab und lernten uns kennen. Wir haben das Gespräch nicht mit dem Ziel wieder zusammen zu kommen gesucht. Das wussten wir schon vorher. Es war das Gefühl, was uns dieses Ziel vor Augen geführt hat.
 
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  • #9
Das "ZURÜCK" ist oftmals nur der Notnagel, der leider keinen festen Halt mehr im Brett hat.

Man hat sich getrennt, oder man wurde getrennt! Dafür gab es einen oder mehrere Gründe und einer der Partner ist auf das ärgste verletzt wurden; man trauert. Man trauert um einen Menschen, eine Beziehung, ein Gefühl und alle die schönen Erinnerungen.

Dieses "verletzt-sein" dadurch beenden, dass man wieder zu dem verletzenden Partner zurück geht (oder zurückgenommen wird), immer in der Furcht lebt wieder verletzt zu werden halt ich für weniger sinnvoll. Und dies ist wirklich kein Fundament für eine gute Beziehung.

Auf der anderen Seite hat man schöne Erinnerungen, die die zweite/dritte/... Liebe intensivieren können. Allerdings sollte eine Beziehungspause, auch eine räumliche Distanz vor dem neuen aufeinander Zugehen stattgefunden haben. Der Kopf sollte wieder frei sein; damit mein wirklich weiß was man tut. ...und das kann bekanntlich sehr lange dauern.
Wenn der Ex-Partner jemanden zurückhaben will, sollte aktive Bemühung über einen längeren Zeitraum (Wochen/Monate) sichtbar sein.
Vor dem Ex-Partner um die Wiederaufnahme der Beziehung flehen ist falsch; das weiß jeder! Leider winseln so viele Menschen darum, obwohl sie wissen, dass es genau das falsche verhalten ist.
 
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  • #10
Ich schließe mich #8 an. Aber ist denn nicht gerade die Angst, vor dem sogenannten Notnagel, der nicht mehr richtig hält oder die pauschale Aussage "Pilze sind wie alte Beziehungen, man sollte sie nicht aufwärmen" ein Hinderungsgrund für viele um den Partner zu kämpfen? Manchmal muss man doch auch die jeweilige persönliche Situation sehen, um Offenheit oder Bereitschaft zu haben. Machen wir es uns nicht oft zu einfach und befürworten die Verletzung, indem wir nicht mehr um etwas kämpfen, weil klare und vorgefertigte Meinungen uns daran hindern? Wird denn um etwas kämpfen immer mit "um etwas winseln oder betteln" gleichgestellt. Oh, ich bin da sehr ambivalent, was ich denken soll. Na klar, ich bin auch eine Frau und oftmals werden die ja auch mit Pauschalurteilen wie sehr/zu emotional, bereit zu verzeihen oder gefühlvoll bedacht. Aber ich glaube, es kommt auf die Art der Verletzung an um ein "zurück" möglich zu machen.
 
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  • #11
Da muss ich doch gleich drauf antworten:

Ich habe gekämpft; lange! Aber wenn Frau sich etwas in den Kopf gesetzt hat...

Ich möchte damit sagen, dass es auf den Ex-partner ankommt. Wir kennen diesen ganz genau und ich weiß in meinem Fall, dass es kein Zurück geben wird. Ansonsten hätte ich mich so sehr getäuscht, dass ich an zu vielem zweifeln müsste.

Winseln/betteln/flehen: Das ist eine Typsache!

Ich halte das "erneute Durchstarten" nach wie vor für bedenklich; die Angst sitzt im Nacken! Das Gefühl "ich wurde schon einmal von ihm/ihr verlassen" ist da; nicht wegzudenken. Es verfolgt und bleibt in den Gedanken. Nein, das kann kein gutes Fundament für eine Beziehung sein. Auch wenn viele Dinge toll sein Mögen (Ausgehen, Lachen, Sex, Urlaub...). Das gefühl sitzt im Nacken...
 
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  • #12
Deine Frage interessiert mich. Ich bin 12 Jahre verheiratet, wir haben Kinder und sind zur Zeit getrennt. Es gab einen Seitensprung seinerseits, vor 5 Jahren . Den habe ich nur schwer verkraftet. Man sagt immer man muss verzeihen..Wie sehr ich dass wollte..man macht dann einfach weiter, aber irgendwann kommt alles wieder hoch. Wir haben auch keine Paar Therapie gemacht, was sicher sinnvoll gewesen wäre. Zu der Enttäuschung kam noch, dass ich für ihn mein Heimatland, Familie und Freunde aufgegeben habe. Ich musste noch 3 Monate auf mein Visum warten, und als ich in ein fremdes Land kam war mein verlässlicher Mann ein Betrüger. (ich fand es allerdings erst 6 Monate später heraus) Er ist Berufssoldat, und hatte noch nicht einmal eine passende Wohnung. Wir lebten 4 Wochen bei seiner Familie.

Jetzt schreien sicher viele, da waere ich ja sofort weg. Wir wollten es noch einmal probieren. Glücklicherweise sind wir wieder nach Deutschland versetzt worden. Aber die Ehe hatte einen Knacks weg. Soviel Streit..dann war ich schon soweit mich zu trennen..aber wir konnten beide irgendwie keinen Schlussstrich ziehen. Irgendwie ist es schwer jemanden nach so langer Zeit loszulassen, und man hofft doch dass man wieder zusammen findet. Auch die Kinder spielten eine Rolle.

Er hatte mir gesagt dass er wüsste was er verloren hat, meine Liebe. Er sagte wir hätten so jung geheiratet das er einfach nur dumm gehandelt hat, und sowas nie wieder vorkommen würde. Er hat wirklich auch viel versucht meine Liebe wieder zu erwecken. Zeitweise. aber von mir kam dann nicht mehr viel.

Die Streitereien fingen wieder an, und nun haben wir uns legal getrennt als ein Streit vor den Kindern eskalierte. Sein Afghanistan Aufenthalt stand bevor, er kam jeden Tag vorbei, beteuerte mir seine Liebe. Er sagt er möchte Wissen, wenn er zurück kommt ob es für uns noch eine Chance gibt. Er liebt mich und die Kinder.. Schluss machen möchte ich jetzt aus dem einfachen Grund nicht, dass wenn ihm etwas passieren würde im Krieg, ich es mir nie verzeihen könnte.

Es mir vor als ist diese Beziehung eine schlechte Droge. Kann sich denn wirklich etwas ändern? Nun möchte er auch zur Paar Therapie wenn er wieder kommt. Kann denn das noch etwas bringen? Auch nochmal mein Leben aufzugeben mit einem ewigen ? Im Hinterkopf kann ich mir es eigentlich ich vorstellen. Dann ist da die Angst vor dem alleine sein, der Schmerz der Kinder die ihren Vater über alles lieben. Dann kommen Schuldgefühle..

War jemand schon mal in einer ähnlichen Situation? Wie seid ihr mit dem Seitensprung umgegangen? Lohnt es sich diese Ehe aufrecht zu erhalten, oder noch eine paar Therapie zu versuchen? Ich bin wirklich hin und her gerissen..und nach diesen Beiträgen mache ich mir eben so meine Gedanken..
 
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