• #1

Ist die Beziehungshistorie wichtig, ab einem gewissen Alter?

Ich habe immer mal wieder Männer zwischen 40 und 45 kennengelernt, die noch nie verheiratet waren, keine Kinder gezeugt haben und auch keine Langzeitbeziehung hinter sich haben. Einige haben noch nicht mal mit einer Frau zusammen gelebt. Alle haben mir aber glaubhaft versichert, noch Familie gründen zu wollen, bzw. bereit zu sein für eine ernsthafte Beziehung. Da das durchaus auch schon ein paar Jahre her ist, kann ich im Nachgang sicher sagen, keiner hat eine Familie gegründet. Ist es nicht so, dass ab einem gewissen Alter nicht mehr einfach nur nicht die Richtige kam, was ja dann gern genommene Aussage ist, sondern der Mann die Richtige gar nicht wollte.
Ich frage mich das nur, da ich mich selbst davor schützen möchte, Hoffnung zu haben und die Beziehungshistorie lässt diese Hoffnung eher unrealistisch erscheinen.
Gerade wieder aktuell erlebt, 40 Jahre alt, keine Ehe, keine Kinder, keine Langzeitbeziehung, kein Zusammenleben.
Wenn man 20 Jahre dazu Zeit hatte und es nicht umgesetzt hat, dann liegt es doch an einem selbst oder? Andererseits finde ich 40 auch ein gutes Alter dafür und mit Studium und co ist man ja auch erstmal eine Weile abgelenkt in jungen Jahren. Dennoch viele in meinem Umfeld haben Ihre Liebe während des Studiums kennengelernt und sind jetzt verheiratet und haben Kinder.

Gibt es das, dass der Zug einfach irgendwann abgefahren ist und ein Mensch sich dahingehend nicht sonderlich ändert? Ich frage auch deshalb, da ich noch kein Kind habe, mir aber eins wünsche und jetzt auch nicht mehr so viel Zeit habe und mich frage ob ich bei einem solchen Typ Mann nicht meine Zeit verschwende. Denn ob es überhaupt nochmal klappt bleibt fraglich, denn in meiner letzten langen Beziehung bin ich leider nicht schwanger geworden.

Bei dem aktuellen Mann ist es so, dass er mir glaubhaft versichert Kinder zu wollen, sich aber im Alltag sehr ich bezogen verhält. Man merkt ihm einfach an, dass er noch nie so richtig auf eine Partnerin oder Kinder Rücksicht nehmen musste.

Was meint ihr? Ist die Beziehungshistorie wichtig? Sagt sie ab einem gewissen Alter etwas über die Beziehungsfähigkeit aus? Welches Alter wäre das eurer Meinung nach?

Vielen Dank
 
  • #2
Was meint ihr? Ist die Beziehungshistorie wichtig? Sagt sie ab einem gewissen Alter etwas über die Beziehungsfähigkeit aus? Welches Alter wäre das eurer Meinung nach?

Ich bin der Meinung wenn jemand mit 40 oder älter noch nie in einer echten Beziehung war (darunter verstehe ich nicht gelegentliches Treffen alle paar Wochen, sondern mehrjähriges Zusammenleben) dann ist er Beziehungsgestört oder Beziehungsunwillig, wobei letzteres eigentlich immer auf ersteren beruht.

Da sich mit dem Alter zunehmend Haltungen verfestigen, wird es natürlich immer schwieriger je älter man wird, an solchen Strukturen positiv zu arbeiten.

Im konkreten Fall würde ich aber erst einmal unterstellen, dass nichts unveränderlich ist und im Zweifel mit dem Gegenüber darüber reden. Allerdings begibt man sich damit vielleicht auch selbst in eine relativ übergriffige Pseudotherapeuthenposition. Das ist dann auch nicht gut. Daher am besten nie die Gründe für das Verhalten des Gegenüber analysieren, sondern nur über die Wirkung seines Verhalten auf einen selbst berichten und ihn fragen ob er Änderungspotential sieht.

Bei dem aktuellen Mann ist es so, dass er mir glaubhaft versichert Kinder zu wollen, sich aber im Alltag sehr ich bezogen verhält. Man merkt ihm einfach an, dass er noch nie so richtig auf eine Partnerin oder Kinder Rücksicht nehmen musste.

Dies gilt nicht nur für Männer sondern auch für Frauen mit einem ähnlichen Lebensverlauf und in einem vergleichbaren Alter. Wer überwiegend oder nur alleine gelebt hat und nur sich selbst ggü. verantwortlich war, ist es einfach nicht gewohnt "familiär" mit anderen Menschen umzugehen. Das ist keine böse Absicht oder Rücksichtslosigkeit sondern nur einfach eine ganz andere Erfahrungswelt.

Wenn Frau/Mann aus einer anderen Erfahrungswelt kommend mit so jemanden eine Beziehung oder Familie gründen möchte, sind beidseitig respektvolle klare Ansagen und Begründungen sowie emotionale Zurückhaltung notwendig damit so ein Projekt längerfristig funktioniert. Das ist dann besonders harte Beziehungsarbeit und man sollte sich nicht scheuen auch externen vielleicht sogar therapeutischen Rat hinzu zu ziehen.
 
  • #3
Liebe TanteAnna. Du sagst es. Das ist das A&O bei der Partnerwahl. Die Beziehungshistorie, die widerrum etwas über den Bindungsstil eines Menschen aussagt.

Ganz tragisch sind die Figuren, die so etwa jedes Jahr eine neue Freundin haben und dann so etwa mit 50 eine ganze Latte von Verflossenen vorweisen können.

Oder man denke an die Playboys. Mit meinem heutigen Wissensstand würde ich nicht im mindestens daran denken wollen zu glauben, ich könnte so einen domestizieren. Niemals.

Ich gehe sogar noch weiter: der Bindungsstil prägt sich in der Herkunftsfamilie, in der frühen Kindheit ganz besonders. Schau Dir das Elternhaus an. War man dort liebevoll? Hatten die Eltern eine stabile und gute Beziehung? Oder Scheidung, Trennung, Drama oder gar Kinderheim? Man kann den Bindungsstil eines Menschen auch ruinieren.

Wenn die Eltern nicht mehr leben, dann höre genau hin, was er von daheim erzählt, von seinem Verhältnis zu seinen Eltern. Was ist aus den Geschwistern geworden? Alles zusammen kann ein Hinweis geben.

Und Vorsicht: mein jetziger Partner, mit dem ich im siebten Himmel lebe, den habe ich kennengelernt, als er 48 Jahre alt war und nur zwei Beziehungen von nicht allzulanger Zeit vorweisen konnte. Er war zu diesem Zeitpunkt schon fast 20 Jahre Single. Das kann ich mir nicht so ganz erklären. Aber es funktioniert ganz super mit ihm. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich weder Zusammenziehen will noch Kinderkriegen kann und ihn auch sonst nicht umkrempeln will. Er passt mir so und wir sind sehr sehr sehr glücklich.

Objektiv betrachtet müsste man bei ihm auch einen Defekt vermuten. Aber ich habe für mich noch keinen entdeckt. Er ist ein äusserst aufmerksamer liebevoller Partner, mit dem ich eine innige Verbundenheit pflegen kann.

Also: genau hinschauen. Aber letztlich wird doch erst der Echtbetrieb zeigen, ob ein Partner wirklich beziehungsfähig ist. Viel Glück.
 
  • #4
Tja, es gibt die Männer, die nicht wirklich Interesse daran haben, eine Familie zu gründen. So einer bin ich ......
Es gibt auch die Männer, die zunächst beruflich "alles in trockenen Tüchern " haben wollen, sich eine Familie bei hohem Lebensstandard leisten können wollen
Es gibt wirklich die Männer, die noch nie die Frau getroffen haben, mit der sie ein Kind zeugen wollen

Und es gibt die Männer, die spät die Frau gefunden haben, mit der sie glücklich sind.

Ich kann dir nur empfehlen, deinen Freund ganz klassisch kennen zu lernen. Dann weisst du irgendwann, warum er sich mit dir vorstellen kann, was er vorher nie wollte. Und nein, die Eltern sind nicht an allem schuld.
 
  • #5
Mal ne ehrliche Frage liebe TE,

warum meinst Du, wärst Du mit Deiner Historie um soviel besser geeignet eine Beziehung zu führen und Kinder großzuziehen?

Ich lese bei Dir nur die Beurteilung des Mannes, was hast Du zu bieten?
 
  • #6
Hallo FS,

ja für mich ist die Beziehungshistorie wichtig und ich achte da ganz arg drauf, gerade wenn ich einen neuen Mann kennenlerne. Was für mich ein klares Problem wäre:

-der Mann hatte viele kurze Beziehungen und immer nach ca. 2-3 Jahren war Schluss
-er redet negativ über frühere Partnerinnen und sieht seinen eigenen Teil nicht, hat nicht reflektiert
-er hatte nur Fernbeziehungen (absichtlich)

Wenn einer jetzt länger single wäre und wenige Beziehungen hatte, wäre es für mich ok. Mir ist jemand lieber, der alleine sein kann und nicht von Beziehung zu Beziehung springt. Es könnte ja sein, dass er vorher nicht die Richtige getroffen hat.

Es gibt viele Männer, die eine Frau nehmen (als Übergang) bis dann die Richtige kommt und sie dann warmwechseln können. Das sind für mich dann eher die Männer, die von Beziehung zu Beziehung gehen und nicht alleine sein können.

Mein Tanzpartner ist ein typisches Beispiel für einen, der vermutlich leer ausgehen wird. Er ist mittlerweile 45, hat ein Haus für sich gebaut, sehr passiv und außerdem hatte er viele beziehungen von max. 3 Jahren. Keine war richtig, um zu heiraten oder Kinder zu haben. Jedesmal passte es nicht. Er will noch Kinder und heiraten, sagt er. Ich denke, dass er vergeblich suchen wird. Er möchte eine hübsche Frau haben, obwohl er selbst nix zu bieten hat. Er ist eher unansehnlich.

Also pass bitte auf. Dein Mann ist selbstbezogen, also wäre ich da eher vorsichtig. Wie sieht seine Vorgeschichte aus?
 
  • #7
Du beziehst Dich nur auf Männer ü40. Wie ist denn Deine eigene Historie? Vermutlich hast Du ja auch Deine Vorstellungen nicht optimal umsetzen können. Wie siehst Du dann die Antworten auf Deine Fragen für Dich? Woran ist Deine "Umsetzung" gescheitert?

... ab einem gewissen Alter nicht mehr einfach nur nicht die Richtige kam, was ja dann gern genommene Aussage ist, sondern der Mann die Richtige gar nicht wollte.

Ich denke, eine pauschale Aussage ist nicht möglich. Mehrere "erfolglose" Beziehungen sind immer ein Indiz, dass Beziehungsunfähigkeit vorliegen könne. Kinderlosigkeit kann auch schlicht auf Zeugungsunfähigkeit hindeuten. Langjährige Singles wollte keine andere Frau. Das könnte Gründe haben.

Wenn eine Frau mit ü40 noch nie eine daherhafte Beziehung hatte, bin ich vorsichtig. Wenn sie schon länger Single ist auch. Insofern würde ich Dir grundsätzlich zustimmen. Die Historie ist wichtig. Pauschalaussagen sind aber nicht immer richtig und letztlich muss der Mann auch zu Deiner eigenen Historie passen.
 
  • #8
Die Beziehungshistorie ist selbstverständlich extrem wichtig, was für eine Frage!

Aber: Auch bei wechselnden Partnerschaften kann noch etwas Hoffnung auf einen stetigeren Charakter bestehen, wenn er ansonsten (sozusagen) zur Spießigkeit, Beständigkeit und Langweiligkeit neigt. Wenn lange, gute Freundschaften vorhanden sind, Beziehungen auch durch Krisen hindurch gepflegt werden und wurden, wenn Autos 15 Jahre lang gefahren werden, wenn Pflanzen 12 Jahre lang überleben, wenn aus solchen Eindrücken das Bild entsteht, dass der Mensch nicht so leicht auf gibt.

Dazu muss frau aber dann schon genau hin sehen, viele idiotische kleine Plaudereien anfangen - das hilft sehr, weil die Menschen bei besonders harmlosen Themen irgendwann nicht mehr an ihre Fassade denken, sondern ins Quasseln kommen. Ich selbst spiele sehr häufig die zerstreute, dümmliche Dame mittleren Alters, der alle möglichen Versehen passieren und die harmlos darüber plaudert, kleine Witze macht und die Menschen so aus der Reserve lockt. Was meinst Du, was man da auch aus den vorsichtigsten und reserviertesten Zeitgenossen heraus lockt.... hihi.... (diabolisch grins)
 
  • #9
Das Problem ist, dass es nicht genügend Frauen gibt, weil es zu viele Männer gibt. Zwar gibt es einen gewissen Frauenüberschuss in Deutschland aber die Anzahl der Frauen in dem Alter wo sie Männer interessant sind (18-35) ist deutlich geringer. Daher werden viele Männer entweder keine Chance haben oder sie wollen keine die unter ihrem Standard sind.
So oder so, das Verhältnis Männer/Frauen passt einfach nicht.
Früher hat es besser gepasst, da Männer eine höhere Kindersterblichkeit aufweisen, die gefährlicheren Jobs machen und auch öfter Gewalt zum Opfer fielen was dann die Verteilung verbessert hat. Heute ist das nicht mehr so und deswegen bleiben so viele Männer auf der Strecke. Andererseits wären diese Männer vor 1000 Jahren vielleicht schon bei der Geburt gestorben, beim Holzfällen vom Baum erschlagen worden oder von einem Wikinger getötet worden.
 
  • #10
Wenn man 20 Jahre dazu Zeit hatte und es nicht umgesetzt hat, dann liegt es doch an einem selbst oder?
Ja, genau. Wahrscheinlich hätte man der Frau besser täglich eine Tracht Prügel verpassen sollen, damit sie sich die Launen abgewöhnt, derentwegen man stattdessen irgendwann entnervt das Handtuch geworfen hat. Ich hatte dieser Tage auch wieder so eine: „hol mich um 14 Uhr ab, aber bitte sei pünktlich!” Eine halbe Stunde später kam sie dann endlich daher, ohne ein Wort der Entschuldigung, noch nicht einmal für ein „wartest du schon lange” hat der Anstand gereicht.

Mit einigem kann man sich durchaus ein paar Jahre lang arrangieren, aber bis ans Lebensende? Nein, dann lieber ein weiterer Zacken in der Biographie.
 
  • #11
Liebe Anna, es gibt so viele unterschiedliche Gründe, warum jemand viele, wenige oder keine Beziehungen hatte. Das sagt rein gar nichts über seine Qualitäten als Mensch oder Beziehungspartner aus.
Auch die Erfahrungen aus dem Elternhaus müssen nicht zwingend einen Einfluss auf die Beziehungsfähigkeit eines Menschen haben.
Die Beziehungshistorie muss häufig dafür herhalten, ein bestimmtes Verhalten zu erklären oder zu rechtfertigen.
Schau dir den Mann genau an und rede mit ihm über deine Zukunfsvorstellungen.
Interpretationen oder Vergleiche führen oft ins Aus und vielleicht am Glück vorbei.
Das sage ich, obwohl ich mich in der Vergangenheit, gerade mit diesen Aspekten ausführlich beschäftigt hatte.
Das hat bei mir oft zu einer Vernebelung der Wahrnehmung geführt.
Menschenkentnis und ein gutes Bauchgefühl sind die besten Ratgeber.
Clarissa
 
  • #12
I
Ich frage auch deshalb, da ich noch kein Kind habe, mir aber eins wünsche und jetzt auch nicht mehr so viel Zeit habe und mich frage ob ich bei einem solchen Typ Mann nicht meine Zeit verschwende. Denn ob es überhaupt nochmal klappt bleibt fraglich, denn in meiner letzten langen Beziehung bin ich leider nicht schwanger geworden.

Kleiner Nachtrag: Wenn es dir bei einer Beziehungsanbahnung tatsächlich primär um eine Familiengründung geht, würde ich das an deiner Stelle dies auch direkt dem Kandidaten sagen und meine zeitlichen Vorstellungen dazu mit ihm ganz konkret besprechen (besser noch planen).

Du bist scheinbar trotz Versuch in der letzten Beziehung nicht schwanger geworden. Das würde ich an deiner Stelle durch einen Arzt überprüfen lassen, ggf. relativiert sich dein Wunsch auf Mutterschaft auf Basis einer solchen Untersuchung. Dies könnte unnötigen Druck von dir nehmen.

Was die Beziehungsbildung betrifft, musst du dir natürlich überlegen ob dir eine freundschaftliche Beziehung mit einem gemeinsamen Familienprojekt reicht und du nicht zusätzlich "Schmetterlinge" brauchst. Das gilt natürlich auch für den Partnerschaftskandidaten. Ggf. stellen die sich ja auch nebenbei ein. Oder ihr kommt ohne aus, weil euch euer Projekt viel stärker verbindet.

-der Mann hatte viele kurze Beziehungen und immer nach ca. 2-3 Jahren war Schluss
-er redet negativ über frühere Partnerinnen und sieht seinen eigenen Teil nicht, hat nicht reflektiert
-er hatte nur Fernbeziehungen (absichtlich)

Das gilt allerdings für Frauen auch. Siehe auch Post von @Lebens_Lust
 
  • #13
Gibt es das, dass der Zug einfach irgendwann abgefahren ist und ein Mensch sich dahingehend nicht sonderlich ändert? Ich frage auch deshalb, da ich noch kein Kind habe, mir aber eins wünsche und jetzt auch nicht mehr so viel Zeit habe und mich frage ob ich bei einem solchen Typ Mann nicht meine Zeit verschwende.

Die Crux ist, dass ein Mann mit einer einwandfreien Beziehungsvita auch bei Dir eine solche vorfinden möchte!

Ehrlich gesagt habe ich bislang, außerhalb der Verwitwetenselbsthilfegruppen (und dort auch nur ein Teil), nur eine Frau kennengelernt, die eine cleane Beziehungsvita vorweisen kann. Ihr (Ex)Mann hatte mit Mitte 30 sein comming out, dass er eigentlich eine Frau ist und auch so leben möchte. Evtl. würde das auch für Frauen zutreffen, deren Männer ein homosexuelles comming out hatten.

Nur diese exotischen Fälle und eben die Verwitweten haben eine plausible Geschichte, warum ihre Beziehungen scheiterten und sie jetzt auf dem Singlemarkt sind. Die anderen haben's schlicht vor die Wand gefahren! (Eigenverschulden, oder Auswahlverschulden)

V.m47
 
  • #14
Früher war mir die Historie auch wichtig. Mittlerweile habe ich durch die Altersweisheit :) ein wenig an Toleranz gewonnen und möchte Menschen nicht in Kategorien und Schubladen einzwängen. Es gibt eben Menschen, die mehr Glück hatten mit ihren Eltern und mit den Erlebnissen, die sie hatten und sind jungfräulich an die Themen rangegangen und haben sich nicht so viele Gedanken gemacht. Anderer haben wiederum weniger Glück und hatten in der Familie und als junge Erwachsene viel durchmachen müssen und so sind sie allein geblieben. Nicht jeder hat auch die enorme soziale Kompetenz und vielleicht ist sehr vorsichtig und kann sich nicht fallen lassen. Oder, es gibt auch Menschen, die überdurchschnittlich intelligent sind und alleine bleiben, weil sie niemanden gefunden haben, die ihnen intellektuell das Wasser reichen kann. Der Wunsch nach Familie und Nachwuchs und eine Partnerin ist aber vorhaben.
Ich kenne selber mehrere Männer, die erst mit Anfang 40 eine Frau gefunden haben, diese geheiratet und mit der Frau eine Familie gegründet haben. Also m. E. sagt die Historie nichts über einen Menschen. Ich selber habe sehr jung geheiratet, niemals dachte ich, dass ich jemals betrogen werde und es ist alles anders gekommen als gedacht. Mittlerweile bin ich wieder zur Jungfräulichkeit meiner Jugend zurückgekehrt und mache mir nicht so viele Gedanken. Meine Glaskugel habe ich eins für alle mal weggeworfen und mag nicht mehr in die Zukunft schauen, wer was machen wird oder nicht machen wird.
 
  • #15
Lies noch mal deinen Text und erkenne den Fehler:

Du konzentrierst dich eifrig auf das, was du nicht möchtest, anstatt auf das, was du möchtest und wo du es finden könntest. Den Aufwand den du für den richtigen oder falschen Mann nutzt, ist immer der Selbe.
Was interessiert dich, ob ein Mann einen Hut trägt, wenn du keine Hutträger magst? Frage dich doch lieber, warum du noch nicht den Mann gefunden hast, der mit dir eine Familie gründen möchte und warum du immer an der falschen Stelle suchst? Warum du dich in einer Gesellschaft aufhälst, die offensichtlich asexuelle 40 jährige beherrbergt. In dieser Gesellschaft bist du selber eine asexuelle, kinderlose Frau, oder hast du selber schon 3 Kinder und bist verheiratet? Offenbar nicht!

Es gibt sehr wohl Männer, die eine Familie gründen möchten - mehr als du denkst, aber die sind selber aktiv, gehen voran, und graben keine Frau in ihrem Heim aus. Vor allem ist die Sache mit 40 gegessen für solche Männer. Wenn du noch keine Kinder und Familie hast, orientiere dich stark an jüngeren bzw. gleichaltrigen Männern. Ab 40 wird es dann auch für dich als Frau so sein, dass du eher nur noch Affären oder lockere Bindungen haben willst, damit du deine Ruhe vor den schlechten, unverbindlichen Männern hast.

Mir ist es z. B. wichtig, dass ein Mann kein Fernsehen guckt, sich abends und Wochenende keine Filme reinzieht oder in Bars abhängt. (1x im Jahr ok, aber eben nicht als Standardprogramm jede Woche) Ich gehe dort hin, wo dann eben mehr die Natur- und Aktivmenschen hingehen. Und schwupp, man findet einen ganz anderen Schlag an Männern: den aktiven Macher, den konventionellen Typen, der was umsetzen will, was machen, bauen und kreieren will, Ziele nach Haus, Kind, Baum und Hund hat, und dazu eine Partnerin suchen. Das wird nicht der Mann sein, der rege das Internet nutzt, ein Computer-Genie ist und sich für die neuesten Kinofilme interessiert oder einen Stelle bei Porsche hat, nach Hause kommt und das neueste Handy braucht. Es wird nicht der Mann sein, den ich draußen auf der Straße treffe oder Samstagmittag im Supermarkt. In der Zeit ist dieser Mann, den ich suche im Wald, in der Natur, beim Schwimmen oder auf einem Kurztrip.

Sorry, für das Eigentor, aber denk mal nach, warum so viele Frauen wie du in so einer Lage sind! Sie sind doch nicht anders als diese Männer!
 
  • #16
Man soll ja niemals "nie" sagen, aber...
Ich denke, Deine Bedenken sind völlig richtig.
Bei dem aktuellen Mann ist es so, dass er mir glaubhaft versichert Kinder zu wollen, sich aber im Alltag sehr ich bezogen verhält.
Das sagt doch eigentlich schon, warum bislang keine Beziehung zustande kam. Entweder sind die Frauen abgehauen oder er fand seine Belange so wichtig, dass er keinerlei Kompromiss eingehen wollte und konnte.
Ist es nicht so, dass ab einem gewissen Alter nicht mehr einfach nur nicht die Richtige kam, was ja dann gern genommene Aussage ist, sondern der Mann die Richtige gar nicht wollte.
Naja, das klingt etwas böse in Richtung "seine Schuld". Kann ja auch sein, dass er Probleme aufgrund schlechter kindlicher Erfahrungen hat, seelische, meine ich, und sich deswegen nie auf so eine Verpflichtung einlassen wollte. Vielleicht ist er aber auch nur ein egoistischer Individualist. Dann ist es supergut, dass er keine Kinder hat, denn diese Menschen ordnen alles ihrer "Mission" unter, ihre Ziele im Leben zu verfolgen. Ich denke auch nicht, dass sich das ändert. Ich finde das auch gut so. Früher konnten solche Männer, Künstler, Schriftsteller, Karrieremänner das gut leben, denn das Kind war ja Frauensache. Heutzutage mit der Emanzipation läuft das bei manchen Frauen nicht mehr so. Gibt aber immer noch genug, die das gern so aufteilen, nur bleibt die Verantwortung für den Mann trotzdem nicht aus, denn er muss das alles bezahlen.

Andererseits finde ich 40 auch ein gutes Alter dafür und mit Studium und co ist man ja auch erstmal eine Weile abgelenkt in jungen Jahren. Dennoch viele in meinem Umfeld haben Ihre Liebe während des Studiums kennengelernt und sind jetzt verheiratet und haben Kinder.
Das würde ich als Beweis ansehen, dass die Argumentation mit "man ist doch mit dem Studium auf was anderes konzentriert" nicht stimmig ist. Klar ist man auf was anderes konzentriert, aber wenn andere es auch wagen und es irgendwie geht, zeigt sich doch, dass bei denen der Wunsch da war, es hinzukriegen.

Ist die Beziehungshistorie wichtig? Sagt sie ab einem gewissen Alter etwas über die Beziehungsfähigkeit aus? Welches Alter wäre das eurer Meinung nach?
Ja, ja, altersmäßig - keine Ahnung. Auf jeden Fall ist Ü40 schon drüber. Aber ich würde nicht gänzlich ausschließen, dass solche Männer nicht doch irgendwann mal merken, dass sie sich ein Kind wünschen und sich zutrauen, das ganze zu "können". Nur - darauf kannst Du nicht warten. Vor allem, wenn Du selbst jetzt bei diesem Mann anfängst mit "ich würde ein Kind wollen", wo er doch schon mit einer Frau, mit der er zusammenlebt, überfordert sein könnte in Sachen Kompromissfindung und Bereitschaft, sich zurückzunehmen, seh ich echt die Gefahr, dass er entweder gleich dichtmacht oder, wenn er sagt "ja, hurra, ein Kind", Du noch eine Menge "Erziehungsarbeit" in den Mann stecken müsstest, damit eine Frau mit ihm leben kann. Und ein Kind erst recht.
 
  • #17
Wenn lange, gute Freundschaften vorhanden sind, Beziehungen auch durch Krisen hindurch gepflegt werden und wurden, wenn Autos 15 Jahre lang gefahren werden, wenn Pflanzen 12 Jahre lang überleben, wenn aus solchen Eindrücken das Bild entsteht, dass der Mensch nicht so leicht auf gibt.

Das sind sehr kluge Worte. Genauso habe ich es auch beobachtet. Oder mal anders herum: wenn jemand immer nur wechselnde oberflächliche Kontakte hat statt langjährige Freundschaften, oft den Job und die Wohnung wechselt, dann verbirgst sich dahinter auch gerne mal ein unsteter Charakter und das kann sich sehr wohl auch bei der Beziehung fortführen. Wenn es jemand nirgends lange aushält und nirgends Wurzeln schlagen kann.

Meine Großmutter, Jahrgang 1913, war ein traurig aufgewachsenes Waisenkind, sie hatte sicherlich keinen guten Bindungsstil. Sie ist in ihrem Leben mindestens 30 Mal umgezogen!!! Einmal ist sie sogar nach Australien ausgewandert und dort noch mehrere Male umgezogen. Und sie hat ständig mit den Nachbarn gestritten, einfach weil sie schlecht sozialisiert war.

Bei meinem Schatz ist es so: er ist seit 25 Jahren in seiner Firma, wohnt seit 15 Jahren in seiner Wohnung, pflegt seinen Garten, schneitet seine Bäume und kauft sich nicht so oft neue Autos. Und wenn, dann solide und vernünftige Modelle. Sein Freundeskreis besteht schon sehr sehr lange, ist sehr statisch und es sind alles Menschen, die selbst in gesunden und langjährigen Beziehungen stecken, die, wie ich finde, einen soliden und zuverlässigen Charakter haben und mir psychisch gesund erscheinen, ganz so wie er selbst.
 
  • #18
Liebe FS,
wie ist denn Deine Beziehungsvita? Hattest Du mehrjährige Beziehungen mit Zusammenleben?
Wenn ja, dann weißt Du auch wie wichtig es für eine langfristig gelingende Beziehung ist, sich zurücknehmen zu können, Kompromisse aushandeln zu können, eine gute Balance im Geben und Nehmen hinzubekommen. Insbesondere hat man nach gescheiterten Beziehungen meist auch gelernt, was man hätte besser machen können, wenn man das komplette Rüstzeug aus der eigenen Herkunftfamilie nicht mitnehmen konnte.
Die wenigsten Menschen sind soziale Genies, dass ihnen mit Mitte 40 die Kehrtwende aus dem Stand gelingt.

Bei dem aktuellen Mann ist es so, dass er mir glaubhaft versichert Kinder zu wollen, sich aber im Alltag sehr ich bezogen verhält. Man merkt ihm einfach an, dass er noch nie so richtig auf eine Partnerin oder Kinder Rücksicht nehmen musste.
Das sagt doch alles. Mag sein, dass er Kinder haben will, aber wenn Du selber entsprechende Partnerschaftserfahrungen hast, dann weißt Du doch, dass er garnicht in der Lage ist für ein Familienleben, wie Du es Dir vorstellst.
Der Mann müsste über Jahre erstmal lernen seinen Egoismus abzulegen und proaktiv nach dem Wohlbefinden der Menschen in seinem Umfeld gucken. Der tut das nicht, weil er nicht will, sondern weilner es nicht kann. Damit ist er als potenzieller Partner für Dich erledigt, denn selbst, wenn er nach Jahren die benötigten Kompetenzen für Familie hatte, ist er zu alt.
Daher kannst Du ihn gleich aussortieren, um keine Zeit zu verlieren und nach dem nächsten Aspiranten gucken.
Solltest Du keinen finden und die Kinderzeit für Dich erfolglos verstrichen sein, hast Du unter dieser ArtMann immer noch ein Überangebot zur Auswahl. Der läuft Dir nicht weg, war lange Single und bleibt noch lange Single. Auf den kannst Du später immer noch zurückkommen.

Solange Du altersbedingt noch Chancen auf Kinder hast, solltest Du nach Männern gucken, die nicht ich-bezogen sind, sondern fähig und willig, sich um Kind und Frau zu kümmern.
 
  • #19
Je älter und je ausgeprägter das Verhalten ist, würde ich sagen, ja. Alle Männer, die ich kenne, die Mitte 30 sind und keine langjährigen Beziehung hatten, gehören entweder in Kategorie A (immer Kurzbeziehungen, da immer noch was besseres um die nächste Ecke kommen kann; keine Beziehungstypen, rastlos) oder B ("nerdig", etwas seltsam und finden keine Partnerin aus diesem Grund).
Je älter Menschen werden, umso mehr Eigenarten entwickeln sie und sind sie es nicht gewöhnt, fällt es ihnen dann immer schwerer, kompromissfähig zu sein, so meine Beobachtung. Das ist in einer langen und engen Beziehung aber vonnöten. Daher wäre ich bei Männer über 40 ohne längere Beziehungen sehr skeptisch.

@Tom26 Wenn hier Männer sagen, dass sich manche eben vorher voll auf den Beruf konzentrieren und dann erst später nach einer Frau suchen: Da ist dann genau das Problem, dass ihnen die Beziehungserfahrung fehlt. Die Dinge, die man in Beziehungen eben mühsam lernt - Kommunikation, auf den anderen eingehen, auch schwere Zeiten überstehen und nicht gleich beim ersten Streit alles hinschmeißen - das lernen sie dann eben erst mit über 40. Man hat auch nach ein paar Beziehungen den Vergleich, dass es die perfekte Beziehung eben nicht gibt, ist also nachsichtiger, und gleichzeitig weiß man dann, was man will und was man vom Partner erwartet. Jemand, der das alles noch nicht weiß, wäre mir sehr anstrengend als Partner, ich hätte auch mehr Bedenken, dass derjenige dann schneller die Beziehung beendet, weil er das alles eben noch nicht kennt. Zum Beispiel, dass nach ein paar Jahren die Verliebtheit nachlässt und das normal ist. Oder weil er sehr lange alleine war und damit ja glücklich und dann stressige Zeiten nicht verdauen kann.

Generell ist aber natürlich nichts unmöglich und von Mensch zu Mensch verschieden.
 
  • #20
Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten.
Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Mir ging es überhaupt nicht um irgendeine Vorverurteilung, weil jemand gescheitert ist. Bin ich ja auch in gewisser Weise, denn sonst wäre ich verheiratet und hätte 3 Kinder. Mein Ex hat mich gerade als wir begonnen haben mit der kinderwunschklinik nach 10 Jahren betrogen. Mit einem one Night stand. Angeblich hat ihn das alles überfordert

Ich finde es in der heutigen Zeit fast schon normal zu scheitern. Bin ich auch. Mir ging es explizit darum, kann ein Mann sich einlassen, wenn er es zwar sagt aber es de facto nie getan hat. Da ist mir fast lieber jemand ist geschieden hat es versucht und ist halt gescheitert. Aber er konnte sich einlassen. Bei Männern die sich nie eingelassen haben frage ich mich eben ob sie einfach nur Pech hatten oder einfach nicht wollten, sei es auch nur unterbewusst
 
  • #21
Ich glaube mittlerweile nicht mehr daran, dass die Beziehungsvergangenheit so eine große Rolle spielt. Einer meiner Brüder hatte für Jahrzehnte ein wildes Leben- die Damen gaben sich die Türklinke in die Hand. Dann mit Mitte 40 hatte er genug und war 5 Jahre Single ohne Abenteuer und sonstige Geschichten. Und mit 50 hat er die "richtige" Frau getroffen, mit der er jetzt seit 11 Jahren glücklich ist und sie vor 4 Jahren geheiratet hat. Kinder natürlich keine mehr. Er hat seine Liebe eben erst spät getroffen- so wie Tom26.
 
  • #22
Was meint ihr? Ist die Beziehungshistorie wichtig? Sagt sie ab einem gewissen Alter etwas über die Beziehungsfähigkeit aus? Welches Alter wäre das eurer Meinung nach?
Liebe Tante Anna
Ich sehe das genau anders herum.
Du hast also einen Mann, ca. 40 Jahre alt, der weder "Altlasten" hat im Sinne von Ex-Frau, zerrütteten ehemaligen Beziehungen, noch zu versorgenden Kindern und der obendrein ganz klar "ja" sagt zur Familiengründung.
Dann ist das alles doch für eine Frau in deiner Position ein Pro-Argument!
Was wäre denn die ideale Historie eines Mannes? Schon eine gescheiterte Ehe hinter sich und zwei Kinder? Drei ernsthafte Beziehungen, ohne dass es je zur Heirat kam? Man kann doch in jede "Historie", in der ein Mensch unseres Alters (also Mitte 30 bis Mitte 40) noch auf der Suche ist, extrem Negatives reinlesen. Oder halt von Fall zu Fall schauen, ob es passt.
Bei dem aktuellen Mann ist es so, dass er mir glaubhaft versichert Kinder zu wollen, sich aber im Alltag sehr ich bezogen verhält. Man merkt ihm einfach an, dass er noch nie so richtig auf eine Partnerin oder Kinder Rücksicht nehmen musste.
Nun, aber ein Mann, der schon mal seine ganzen Träume hinten angestellt hat, um für eine Partnerin und Kinder da zu sein.. der ist unter Umständen auch nicht mehr offen dafür, dasselbe nochmal mit dir durch zu machen. Ich sage nicht, du sollst dich an diesen Mann "ranmachen", denn vielleicht ist er wirklich nicht beziehungsfähig. Kann doch sein. Aber mach' kein Klischee daraus, sonst entgehen dir vielleicht ganz tolle Kandidaten!
 
  • #23
Hallo TE
Du kannst es doch drehen und wenden wie Du willst. Es wird alles krankgeredet, was nicht so klappt wie wir es uns vorstellen.
Dir wird man vorwerfen, Du hast ein mieses Beuteschema, sonst würdest Du nicht auf so eine Hupe reinfallen.
Noch ein großer Fehler, viele messen ihren eigenen Wert an x Beziehungen, Kindern. Schon alleine die Frage würde bei Obelix den typischen Reflex auslösen. Er tippt sich an die Stirn und sagt: "Die spinnen die Frauen".

Wenn Du genug Selbstbewußtsein hast und weißt was Du willst, gib ihm eine Chance. Vielleicht wachst Ihr beide da hinein.
 
  • #24
Mir ging es explizit darum, kann ein Mann sich einlassen, wenn er es zwar sagt aber es de facto nie getan hat.
Das kannst du nur wissen, wenn du es herausfindest - jeder Jeck ist anders. Mir wäre das schon ein Risiko, das @Vikky mMn gut begründet, aber ich würde es wagen, wenn mir der Mann erst einmal Eindruck macht, aufgrund einer Einstellung, die ich mit @saepe_inscia teile. Ich gebe aber zu, ich wäre vorsichtig, vielleicht besonders kritisch mit einem unerfahrenen Mann - und würde vielleicht mit besonders gespitzten Ohren auf Knackpunkte horchen, die sich später auswachsen könnten - naja und irgendwie bist du ja schon dabei, auf so einer Lauer zu liegen, indem du eine solche Frage hier stellst. Wenn ich es mir recht überlege, kann ich mir vorstellen, dass ich das als anstrengend empfinden würde, für ihn und für mich, mir ständig Gedanken zu machen, ob er denn Beziehung kann. Da fehlt dann irgendwie die Leichtigkeit.

Diesen potentiell anstrengenden, prüfenden Blick kann man natürlich auch entwickeln, wenn man Geschiedene als Gescheiterte betrachtet und nicht als Erfahrene, aber das scheint dir ja bewusst zu sein.

Grundsätzlich weiß man am Anfang einer Beziehung nie, ob es passt. Ob die Arten und Weisen, Beziehung zu führen überhaupt kongruent sind. Du möchtest natürlich, dass es klappt - aber das kannst du anfangs nicht wissen. Du musst ihn kennen lernen - egal wer er ist!

Ich musste mir eine solche Haltung - dass es unbedingt klappen soll - jetzt auch abgewöhnen, denn man kann sich auch viel kaputt machen, wenn man zu unentspannt ist. Besser ist es, man lässt die Dinge auf sich zukommen und vergisst trotzdem nicht, hinzuschauen.

Bei mir : kommt Entspannung, siehe da : es läuft alles wieder rund .
 
  • #25
Mir ging es überhaupt nicht um irgendeine Vorverurteilung, weil jemand gescheitert ist. Bin ich ja auch in gewisser Weise.....

Liebe FS,
dass Beziehungen scheitern finde ich auch normal, besser, sich trennen, als miteinander unglücklich sein.
Du bist ja nicht gescheitert, weil Du beziehungsunfaehig bist. Du bist jetzt Single, weil Dein Partner fremdgegangen ist.

In Deiner Beziehungshistorie steht eine 10-jahrige Beziehung, d.h. Du hast über lange Zeit bewiesen, dass Du Beziehung kannst und vermutlich einige Vorstellungen, was Du zukünftig noch besser machen kannst, einfach aus dem Grund, weil Du in 10 Jahren dazugelernt hast.
Das wiederum sind Lebenserfahrungen, welche die Kandidaten, die Du beschreibst nicht haben und das macht einen wesentlichen Unterschied für eine potenzielle Beziehung mit ihnen aus.
Du beschreibst einen ich-bezogenen Mann, dem man eben ständig anmerkt, dass er wegen vielen Kurzzeitbeziehungen und/oder langen Singlezeiten kein WIR kennt. Das ist der Unterschied zu Dir.

Mir ging es explizit darum, kann ein Mann sich einlassen, wenn er es zwar sagt aber es de facto nie getan hat..... Bei Männern die sich nie eingelassen haben frage ich mich eben ob sie einfach nur Pech hatten oder einfach nicht wollten...
Ich teile Deine Meinung: Wer mit 30+ und erst recht mit 40+ noch keine längere Beziehung hatte, der kann keine Aussage darüber treffen, ob er Beziehung kann oder nicht, egal ob er will - er weiß es nicht, weil er es noch nie probiert hat.
Und wenn er in dem Punkt keine Zweifel hat, dann ist das eher ein schlechtes Zeichen im Hinblick auf Partnerschaftsfaehigkeit, weil realitätsfern, unreflektiert, schlechte Selbsteinschätzung, getrieben von dem Wunsch nach einer Partnerin erzählt er alles, was sie hören will.

Wer in dem Alter keine langfristige Beziehung hatte, bei dem gibt es einen Grund und der liegt ausschließlich in seiner Person, in seinem Verhalten und in seinen Entscheidungen - gilt für m+w.

Ich habe studiert. Ich hatte immer im Studium und auch davor Partnerschaften mit ca. 2 Jahren Dauer. Ein Studium und eine berufliche Laufbahn stehen keiner Partnerschaft im Wege, wenn man eine Partnerschaft haben will - war bei mir vor 40 Jahren so und ist heute genauso. Das sehe ich bei meinen Nichten und Neffen, die alle im Studium Partner hatten, das mit Reisen, Party, Freundschaften, Sport und Hobbys gut zusammenbringen konnten und alle keine Puddingwissenschaftler sind.

Wer keine Partnerschaft hatte, wollte keine oder war unfähig, eine hinzubekommen und darum kann er es mit 40+ immer noch nicht. Wie soll es denn mit einem Mal vom Himmel fallen, besonders die Erfahrung, wie Partnerschaft in dem Alter geht?
Man kann nicht einfach beschließen, jetzt will ich Partnerschaft und annehmen, dass es ein Selbstgaenger wird, erst recht nicht, wenn recht zügig der Kinderwunsch umgesetzt werden soll.
 
  • #26
Bei Männern die sich nie eingelassen haben frage ich mich eben ob sie einfach nur Pech hatten oder einfach nicht wollten, sei es auch nur unterbewusst
Guten Abend FS
Anhand meines Bsp. möchte ich versuchen dir zu zeigen, dass auch Männer Ü40 sich noch auf die Richtige einlassen können auch wenn sie bisher 0 Beziehungserfahrung vorweisen können.
Bis 35 Jahre hatte ich ein mickriges Selbstbewußtsein. Hervorgerufen durch die ablehnende Haltung der Gesellschft. "Mit dem kann etwas nicht stimmen, der muss verrückt sein. Jedenfalls kein vollwertiger Mann."
Als es dann mit 40 wieder auf einem annehmbaren Level war und ich mich der Partnerinnensuche widmete, hatte ich das "Glück" mehrfach auf verheiratete oder in Trennung lebende Frauen zu treffen, die mich nur als Zeitvertreib, Ego-Push oder Trostpflaster missbrauchten. Aber warum soll ich deswegen verbittern? Da bin ich doch lieber "naiv" und sehe das Gute im Menschen. Lerne ich eine neue Frau kennen die es schafft mir ein Strahlen ins Gesicht zu zaubern, sie innerlich und äußerlich schön ist, warum sollte ich dann sie für die Taten ihrer Vorgängerinnen büßen lassen.
Und ja Mann kann sich auch im hohen Alter unsterblich in die Eine verlieben und mit ihr bis zum Ende aller Tage zusammen sein wollen.
 
  • #27
Ich finde es in der heutigen Zeit fast schon normal zu scheitern. Bin ich auch. Mir ging es explizit darum, kann ein Mann sich einlassen, wenn er es zwar sagt aber es de facto nie getan hat.
Dann verlass Dich auf Dein Gefühl und das, was Du siehst. Er ist sehr ichbezogen. Damit bist Du dann beschäftigt, wenn ihr in einer Beziehung seid, und mit seinem Kampf gegen Deine Änderungsversuche und seine "Freiheitsbegrenzung".
 
  • #28
Ja und nein. Natürlich sagt die Beziehungshistorie etwas über den Menschen aus. Aber Menschen können sich auch ändern. Außerdem hat man diese Historie beim Kennenlernen doch gar nicht. Eine vollständige Beziehungshistorie wird man auch nur bekommen - unabhängig davon, ob das überhaupt wichtig ist - wenn der andere wirklich Vertrauen gefasst hat. Also erst in einer Kennenlern- bzw. Beziehungsphase, wo man sich wohl selbst ein rundes Urteil über den Menschen zutrauen kann, ohne irgendwelche Historien zu bemühen.

Da halte ich mehr davon, den anderen unvoreingenommen kennen zu lernen. Vieles sieht man doch eh sofort. Was hat es schon zu bedeuten, wenn jemand irgendwann eine Austobphase hatte, die aber schon länger zurück liegt? Oder im anderen Fall eben länger auf dem Trockenen gesessen hat, sich die Zeit mit dem Betreffenden jedoch einfach gut anfühlt und man auch in die gleiche Richtung schaut.
 
  • #29
Bei dem aktuellen Mann ist es so, dass er mir glaubhaft versichert Kinder zu wollen, sich aber im Alltag sehr ich bezogen verhält. Man merkt ihm einfach an, dass er noch nie so richtig auf eine Partnerin oder Kinder Rücksicht nehmen musste.
Also daraus zu schließen, dass jeder Mann der noch keine Beziehung geführt hat sich nicht auf Frau und Kinder einlasen kann und nur an sich denkt, ist ja wohl an den Haaren herbei gezogen.
Hier in einer sozialen Einrichtung kommen die Kinder, vorallem die jüngeren, auf mich zu, weil sie merken, dass ich ihnen gut tue und sind froh einen männlichen Ansprechpartner zu haben. Daher weis ich, was Kinder mir geben können. Von Daher fällt es mir leicht auf die Bedürfnisse und Wünsche meiner potentiellen Partnerin und ihrer Kinder, Rücksicht zu nehmen.
 
  • #30
Wichtig für eine Beziehung ist im Grunde nicht das Alter oder die eigentliche Beziehungserfahrung, sondern die charakterliche Reife, wobei es zwischen der charakterlichen Reife und den Verläufen von Beziehungen oft Verknüpfungen gibt.

Manche Menschen haben selbst mit Ü40 noch einen dominant kindlichen Charakter. Nach Außen stehen sie z.B. in ihrem Beruf trotzdem ihren Mann bzw. ihre Frau. Innerlich haben sie aber das Anspruchsdenken eines Kindes. Sie unterscheiden in ihrer Erwartungshaltung nur zwischen Falsch und Richtig, wobei sie selbst definieren was Falsch und Richtig ist.

Entspricht ein Partner diesen Anforderungen nicht, dann wird die Beziehung in Frage gestellt. Beispielsweise Partner A lehnt grundsätzlich ZOOs ab. Wenn Partner B ihm dann begeistert von einem vergangenen ZOO Besuch erzählt, überträgt Partner A seine Ablehnung von ZOOs direkt auf den Partner B. Die Beziehungs-Spaltung droht. Bemerkt Partner B diese Eigenschaft von Partner A trennt er sich selbst oder versucht durch Anpassung Partner A zu genügen und damit die Beziehung zu erhalten. Partner A wird aber trotzdem regelmässig Gründe für ein Trennung seinerseits suchen und finden.

Wenn so ein Verhalten hinter einer unstetigen oder nicht vorhandenen Beziehungshistorie steckt, ist es völlig zwecklos ein Zusammenleben oder eine Familiengründung mit so einem Menschen zu planen.
 
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