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  • #1

Ist Ehrlichkeit nicht immer gefragt?

Ich 36 habe ein Kind mit einer geistigen Behinderung. Immer wenn ich beim 1. Date von ihm erzähle kommt es zu keinem 2. Treffen. Ist es ein Fehler ehrlich zu sein ?
 
  • #2
Nein, Ehrlichkeit ist natürlich KEIN Fehler. Ganz im Gegenteil ist Aufrichtigkeit absolut entscheidend und zwar gerade in Deinem Fall!

Es würde Dir absolut Null nützen, später aus dem gleichen Grunde abgewiesen zu werden.

Natürlich ist ein geistig behindertes Kind eine schwere Hypothek für die Anbahnung einer neuen Beziehung. Du wirst es deutlich schwerer haben als andere Kandidatinnen, aber diese Situation kannst Du auf keinen Fall durch Verschweigen entschärfen, sondern allenfalls verschlimmern.
 
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  • #3
du ich bin kinderlos und single und kann mich nicht erinnern wann es das letzte mal war daß es zu einem zweiten treffen kam ...

aber ich denke, ehrlichkeit ist der beste weg, auch wenn mann sich gedanken macht, ich zb hatte anfangs als ich jemand suchte gesagt "und wenn es eine frau mit kindern erwischt - egal dann is es eben so, ich arbeit für beide" aber ich bin mehr und mehr abgestumpft, hab weniger und weniger kraft, umzuziehen für jemanden, die verantwortung zu übernehmen für jemanden - ich denke, das kommt aus den vielen Enttäuschungen Zurückweisungen Liebeskummer Verletzungen die mein Herz die letzten Jahre abbekommen hat

so kommt es auf das Gegenüber an, wie er ist, wie er lebt, und wenn er einen vollen Akku hat dann sagt er es eher wie wenn der Akku leer ist. Aber bei EP is m. E. wichtig, daß Männer gern drauf schauen, daß keine Abhängigkeiten entstehen ...

m/41
 
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  • #4
Liebe FS,
ich , auch kinderlos, kann trotzdem deine Gedanken gut nachvollziehen...bedenke, daß ein neuer Partner- zumindest die online- fast nach einem Fragenkatalog suchen. Ein behindertes Kind haben diese Männer gar nicht auf der Liste- wie so viele andere wertvolle Dinge auch nicht. Es liegt also nicht an Dir und nicht an Deinem wunderbaren Kind, den Gedanken darfst Du getrost wegwerfen. Konzentriere Dich lieber auf die reale Suche, dort wirst Du sicher einen Partner finden, der Euer beider Einzigartigkeit zu schätzen weiß und Euch mit der Kraft lieben wird, die ihr beide verdient habt!Also, Kopf hoch und nicht Energien und Gedanken an die falschen verschwenden!
Alles, alles Liebe für Euch!
 
  • #5
Nein, Ehrlichkeit ist nicht/nie falsch.
Diese Reaktionen, wenn auch schmerzhaft, sind in Ordnung und ein unmissverständliches Statement.
Das liegt in der Natur deiner Situation.
Aber gib nicht auf, denn es gibt auch den Mann, der mit deiner und somit dieser für ihn zukünftigen Situation umgehen kann.
Wie immer im Leben bedarf es d(ein)er Geduld und Zuversicht sowie ist Durchhaltevermögen gefragt.
Das Gute/Das/Den Richtigen erhält man nicht im 'Vorbeigehen'.
Ich weiß, es ist nicht leicht.
Aber der 'richtige Partner' ist doch eigentlich der, der dich nimmt und will wie du bist, deine Situation akzeptieren und mittragen und unterstützen kann und wird und zudem bleibt.
Ich wünsche dir, dass du weiterhin am Ball bleibst, den Mut nicht sinken lässt, die Hoffnung nicht aufgibst und ganz viel Glück und Erfolg!
 
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  • #6
Liebe FS, vielleicht fällt meine Meinung hier aus der Reihe, aber Deine private Sphäre hat nichts mit der Ehrlichkeit oder Aufrichtigkeit zu tun. An Deiner Stelle würde ich mit dem Thema nicht bei jedem Interessenten und evtl. gar nicht bei dem 1. Date: es geht dabei lediglich um Beschnuppern und es ist für dermassen intime Dinge u.a. Krankheiten eindeutig zu früh! Du kennst die Leute gar nicht und nehme an, es wäre auch zu früh zu behaupten, dass sie für Dich als Partner überhaupt in Frage kommen. Ich vermute übrigens , auch wenn Du bei Deinen Dates dieses Thema nicht erwähnt hättest, würde es trotzdem nicht zum 2. Treffen kommen, es gibt zu viele andere Gründe dafür. Viele Glück! w,35
 
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  • #7
Mann muss es sagen, aber nicht beim ersten Treffen. Ansonsten rückt dieses Problem zu sehr in Vordergrund.

w/35
 
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  • #8
Es ist schade um die Zeit, wenn du dich mit den falschen triffst. Sein von Anfang an ehrlich, dann hast du weniger Treffen, aber bessere Kontakte und Qualität der Kontakte.
 
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  • #9
Liebe Fragestellerin, wie #2 bin auch ich kinderlos und Single (darüberhinaus auch sehr schlank und Nichtraucherin etc.) und auch bei mir kommt es nur selten zu zweiten Verabredungen.

Wohnt das Kind bei Dir zu Hause oder in einem Heim? Nun weiß ich nicht, welchen Einschränkungen man mit einem behinderten Kind im Gegensatz zu einem nicht-behinderten Kind unterliegt und wie es konkret bei Dir in diese Hinsicht aussieht, das hängt sicherlich u.a. von der Art der Behinderung ab, aber wie jedes andere Kind wird Dich ja auch das behinderte Kind im Jugend-/Erwachsenenalter verlassen und in "Betreutes Wohnen", "Beschützende Werkstätten" o.ä. gehen, so dass sich der Verlauf vielleicht doch nicht so wesentlich von anderen Alleinerziehenden unterscheidet. Im Gegenteil, Dein Kind zieht vielleicht erheblich früher aus als manches andere, das bis zur Beendigung des Studiums bei seinen Eltern wohen bleibt.
Ich finde das sogar gut, denn ein Freund von mir ist Ergotherapeut, arbeitet in einer Einrichtung "Betreutes Wohnen" und sagt, die Kinder/jungen Erwachsenen blühen richtig auf, wenn sie von zu Hause wegkommen. Und das ist nicht als Abwertung der Eltern gemeint. In solchen Einrichtungen sind die Kinder/jungen Erwachsenen 24h von Fachleuten umgeben und das hat großen Einfluß auf ihre Entwicklung.

Jetzt gehe ich erst einmal davon aus, Dein Kind wohnt noch bei Dir: Wenn Dein Kind einen halbwegs normalen Alltag und Freizeitgestaltung nicht ganz und gar unmöglich macht oder über die Maßen erschwert (und Zeit/Gelegenheit für die Partnersuche lässt es Dir ja offensichtlich, auch Zeit für die Beschäftigung mit dem PC etc.), finde ich nicht einmal, dass seine Erkrankung bei einem ersten Date erwähnenswert ist. Du gibst in Deinem Profil ja ohnehin an, dass Du ein (?) Kind hast und für eine erstes Date reicht das.

Es hat meiner Meinung nach auch wenig mit Ehrlichkeit oder Unehrlichkeit zu tun sondern damit, wie sehr das behinderte Kind Dein Leben beeinflusst. Das ist Deiner Fragestellung leider nicht zu entnehmen. Interessant ist für einen potentiellen Partner doch eher, "nervt" Dein Kind durch seine spezielle Situation mehr oder weniger als andere Kinder? Kann man gemeinsam Urlaub machen und seinen Freizeitinteressen nachgehen, ist ungestörter Sex möglich, kann man ohne dauernde Unterbrechungen miteinander reden/eine Abendmahlzeit einnehmen, bist Du trotzdem eine halbwegs ausgeglichene Partnerin und, für mich die Hauptfrage, ist wirklich genug Raum für einen Partner in Deinem Leben oder dreht sich alles nur um Dein Kind (was bei vielen Alleinerziehenden der Fall ist, unabhängig davon, ob das Kind behindert ist oder nicht).

Nicht aufgeben. :)

Zum Abschluß: Ich hoffe, es ist für Dich in Ordnung, dass ich als Frau jetzt (so viel) geschrieben habe und vielleicht ist meine Meinung nicht repräsentativ, deswegen hoffe ich, dass Dir noch viele männliche Teilnehmer des Forums antworten, denn ich gehöre ja nun nicht zu Deiner Zielgruppe. ;-)

Alles Gute.

w/48
 
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  • #10
Liebe FS, auch ich bin eine Frau und fühl(t)e mich sehr bewegt von Deiner Frage. **
Grundsätzlich stimme ich Dir zu, Ehrlichkeit walten zu lassen, das halte ich ebenso.
Nur, egal ob im realen Leben oder in der "Präsentation" bei online-Kontakten - wo für viele Menschen Ehrlichkeit oft weniger angesagt ist, wie wir immer wieder lesen, mitbekommen oder auch selbst schon erlebt haben -, sollte man sich darüber im klaren sein, dass die anfänglichen Anknüpfungen eher ein "Versuchsballon" sind, es geht ums "Abtasten", das Ausloten gemeinsamer Wellenlängen usw.
Damit will ich nicht sagen, dass man unehrlich sein sollte, aber man muss am Anfang eines Kontaktes auch (noch)nicht alles auf den Tisch bringen.
Das gehört meines Achtens eher in weitere Treffen, wenn das erste sich gut angefühlt hat und auch das Vertrauen wachsen kann.
** Ich selbst hatte, ebenso allein erziehend, eine Krebserkrankung und habe mich für mich lange geplagt, ob und was ich darüber in Kontakten sage, zumal ich nun acht Jahre danach wieder fit und lebensfroh mein Leben angehen kann. Also müsste ich es nicht sagen.

Trotzdem hatte ich immer das Gefühl, dass ich das einem potenziellen Partner sagen will, denn das ist nur fair - selbst auf die Gefahr hin, dass ein sympathischer Mensch, mit dem ich mich gut verstehen könnte, daraufhin das Weite sucht.
Auch ich habe vor einiger Zeit im Forum Impulse gesucht, wie mit der Ehrlichkeit umgehen, und die Antwortenden rieten oder bestätigten mir eben das: Erstmal schauen, wie das erste Date verläuft, und dann beim 2.oder 3. Treffen, wenn sich "mehr" anzubahnen scheint, jedenfalls dann bald, das Thema im Gespräch mit dem Gegenüber ansprechen.
Ich wünsche Dir, das Du das ähnlich handhaben kannst - das ist Behutsamkeit und Zurückhaltung, nicht Unaufrichtigkeit! - und dass Du einem Menschen begegnest, für den
auch diese Aspekte des Lebens, wie die Behinderung Deines Kindes, wie eine Organ-Transplantation, eine überwundene schwere Erkrankung usw., TEILE des Lebens sind und kein "Manko".
Natürlich kann es, auch wenn ein gewisses Vertrauen beginnt zu wachsen, für einen potenziellen Partner ein schwieriger Punkt sein, sich ein längerfristiges Leben mit Deinem Kind vorzustellen, je nachdem, in welchem Maße es der Begleitung oder Fürsorge bedarf.
Wäre ein Mensch, sagen wir mal, bei einem der nächsten Treffen nach dem 1. Date, zugänglich für Deine "Information", dann ist es natürlich, dass Ihr Euch aufeinanderzu bewegt, er das Kind kennenlernt, Ihr alle Drei zusammen etwas unternehmt usw., so dass er eigene Erfahrungen über die Situation machen kann.
Wenn jemand, immer vorausgesetzt, Ihr beide habt Euch schon ein bisschen kennengelernt,
dann ablehnend usw. auf diesen Aspekt Deiner Lebenssituation reagiert, dann weißt Du auch, dass es nicht "Dein Mann" ist. Auch, wenn es wehtut.

Ich drücke Dir unbekannterweise die Daumen für eine gute Zeit mit Deinem Kind, denn Deine Situation ist sicher oft nicht leicht, wünsche Dir viel Mut und Kraft und zu Deiner Frage nicht nur hilfreiche Impulse hier im Forum, sondern auch die schöne Begegnung mit einem Menschen, der Euch zwei in sein Herz nehmen kann.

Alles Liebe!
w, 55
 
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  • #11
@9: das hast du wunderbar treffend beschrieben!
Ich habe selber einen (leicht) behinderten Sohn, inzwischen erwachsen. Er wohnt nicht mehr zuhause, die Verantwortung für ein Sorgenkind bleibt aber zeitlebens bestehen.Bei der Partnersuche klammere ich dieses Thema erstmal aus, es geht vorrangig um mich und meine Wünsche/Bedürfnisse.
Alles Gute
w, 54
 
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