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  • #31
Bei meinem Ex kamen die Depressionen immer so im Abstand von 5-6 Jahren. Dann aber heftig, nie ohne längerer Therapie und mit Medikamenten. Die Medikamente hatten dann auch wieder negativen Einfluss auf seine Libido. War echt schei.....

Es kann doch nicht dein Ernst sein, dass du eine langjährige Beziehung von der Häufigkeit des Sex abhängig machst, obwohl du um die Nebenwirkungen der Medikamente Bescheid weisst. Stattdessen solltest du diese Phasen gemeinsam mit ihm durchstehen und nicht noch Forderungen an ihn stellen! Nimm dich mal etwas zusammen, wenn du ihn liebst!
 
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  • #32
@#29 Kalle
Ich habe selbst mit Depressionen gelebt und gekämpft. Ist das Erfahrung genug ? Und genau deshalb finde ich diese immer wieder geäußerten Pauschalurteile nicht gut. Natürlich stelle ich die hier genannten schweren Fälle nicht in Abrede. Jedoch gibt es auch die Fälle, in denen der Verlauf ein anderer ist.

Was die FS schreibt erinnert mich an meine damalige Situation. Ich kann nur bestätigen, es gibt nicht nur die negativen Fälle. Einen Rat zu geben fällt schwer. Insbesondere weil jeder Fall anders ist.
 
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  • #33
Nochmals: Du kannst schlichtweg NICHTS tun. Nur ihn immer wieder in die Psychtrie einweisen lassen wenns mal wieder soweit ist. Schaffst Du das?

Genau das ist es, du bringst es auf den Punkt.
Ich musste meinen Mann schon 2 x in die geschlossene Abteilung einweisen lassen, weil ich Angst um ihn hatte. Es hat mir das Herz zerrissen. Ihn dann aber zu besuchen und seine Vorwürfe anhören zu müssen "was bist du für ein Monster, mich ins Irrenhaus einsperren zu lassen" - das sollten Menschen mal durchmachen, die hier so schön urteilen und Hartherzigkeit unterstellen.
Nein, ich könnte das nie wieder ertragen.
 
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  • #34
Es geht doch hier um den Fall eine Beziehung mit einem depressiven Partner zu beginnen/einzugehen. Wir sind doch alle keine berufsmäßigen Samariter und haben das Recht, einen Partner zu suchen und evtl. zu finden, der gesund ist.

Selbstverständlich ist es doch eine ganz andere Situation, wenn der Partner später krank wird! Dann ist es ziemlich charakterlos, sich zuverabschieden; einfach schäbig.

Und was gibt Dir die Gewissheit, daß in Dir nicht bereits eine Krankheit schlummert.

Depressionen sind mittlerweile so verbreitet (jeder 8. bekommt eine in seinem Leben), daß man von einer Volkskrankheit sprechen kann. Meist ausgelöst durch beruflichen, familiären Streß, Todesfälle, Extremsituationen. Viele sind durch Gesprächstherapie in Kombination mit Medikamenten vollständig heilbar.

Ich habe eher den Eindruck ("verläuft schubweise"), daß hier manche andere psychische Erkrankungen mit der Depression verwechseln und daraufhin Ratschläge abgeben.

m, 38, Psychotherapeut
 
  • #35
@31
Nein, das reicht nicht. Weil Du auf der "anderen Seite" stehend eine andere Perspektive hast. #32 hat das sehr schön beschrieben- mach das mal mit einem alten Menschen weil Du Angst hast er könnte sich was antun und halte diese Vorwürfe aus! Dazu brauchts schon eine sehr starke Liebe die in einer langen Partnerschaft gewachsen ist um das auszuhalten.

@33
Ja, ich bin mir dessen sehr bewusst. Schliesslich hab ich ja den halben Gensatz mit einer Anfälligkeit dafür. Auch deshalb hab ich mich mit dieser Krankheit eingehend befasst und etliche Ärzte und Angehörige von Depressionskranken befragt (trifft man im Wartezimmer). Ja, es gab auch welche die Behauptet hatten Gespächstherapie und leichte Medis könnten das kurieren. Ich frag mich nur wieso es dann keiner schafft. Oder wie willst Du damit die aus dem Lot geratene Körperchemie wiederherstellen? Kann es sein Dass Du das was verwechselst? Den Seelendoktor nehm ich Dir mit einem solchen Post nicht ab
 
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  • #36
Waren sie nicht alle depressiv: Goethe, Kleist, Kierkegaard, Nietzsche, Freud, Thomas Mann? Die Auflistung liese sich noch um viele weitere prominente Namen verlängen. Viele Menschen, denen wir vieles zu verdanken haben, litten unter Depressionen. Und eines ist sicher: Depressive gehen nicht über Leichen. Dürfte uns dies lehren, dass depressive Männer allzu schlechte Liebhaber und Partner nicht sein können?

m
 
  • #37
@35
Klar doch, Genie und wahnsinn liegen nahe beieinander. Um grosse Künstlerische Leistungen zu vollbringen muss man fast scon ein wenig durchgenallt sein- ich achte solche Menschen sehr. Nur eine Beziehung mit Ihnen aufzubauen ist sehr sehr schwierig- was nicht zuletzt Deine aufgezählten Genies beweisen. Nicht einer davon hat es geschafft eine langjährige Beziehung aufrecht zu erhalten.

Leider gehen auch Depressive über Leichen, die Krankheit hält sie nicht davon ab auch andere unangenehme Eigenschaften zu haben. Und sie sind sehr selbstmordgefährdet und während der Schübe viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt um noch auf irgendwen anderes Rücksicht zu nehmen.
 
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  • #38
Es kann doch nicht dein Ernst sein, dass du eine langjährige Beziehung von der Häufigkeit des Sex abhängig machst, obwohl du um die Nebenwirkungen der Medikamente Bescheid weisst. Stattdessen solltest du diese Phasen gemeinsam mit ihm durchstehen und nicht noch Forderungen an ihn stellen! Nimm dich mal etwas zusammen, wenn du ihn liebst!

Es war nicht ICH, die damit Probleme hatte sondern ER.
Was glaubst du denn, was das für einen Mann bedeutet? Da kannst du als Frau noch so sehr versuchen, ihm zu helfen. Er hatte an sich den Anspruch, ein richtiger Mann zu sein und wen ich dann sagte, dass das doch nicht so schlimm wäre uns es doch von den Medikamenten kommt, hat er mir vorgeworfen, dass es mir doch ganz recht wäre und ich wahrscheinlich sowieso fremdgehen würde. Kannst du dir auch nur im Entferntesten vorstellen, wie fertig ich war?
Unterstelle mir mal nichts, DU warst wahrscheinlich noch nie in dieser Situation. Das kann wirklich nur verstehen, wer so etwas selbst erlebt hat.
Ich glaube, dass der Großteil hier sowieso keine Ahnung hat von einer echten Depression. Das ist nicht "ich bin mal für ein paar Monate schlecht drauf", das ist eine echte Krankheit und da kannst du als Ehefrau NICHTS helfen.
 
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  • #39
als betroffener schwerst kranker Mensch möchte ich jeden vor den Folgen einer Depression warnen.
Mir sind im laufe meines Lebens schon so viele schreckliche Erkrankungen zuteil geworden um zum Ende auch noch die Depression in ihrer schlimmsten Form das Leben unlebbar werden zu lassen.
Ich habe jede Form von Leben verloren und vegetiere von Tag zu Tag. Es ist die HÖLLE!

m.54
 
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  • #40
Liebe FS,
als Betroffene (immer wieder schwere Episoden, dauerhaft Medikamente) kann ich Dir sagen, dass man mit einem depressiven Menschen keine Beziehung neu aufbauen kann - versuch es erst garnicht.
Es ist schwer genug, für ihn, im Alltag zu bleiben, seinen Job zu machen, Kontakt zu seinem Kind zu halten. Das alles übersteigt eigentlich die Kraft, die man hat. Man hat keinenZzugang zu sich selbst, alles innerlich ist tot und man muss agieren wie ein Zombie. Wie soll der Depressive dann auf einen anderen Menschen zugehen und Emotionen zeigen, die er krankheitsbedingt nicht empfinden kann? Mag sein, dass eine langjährig bestehende Beziehung das verkraftet, die ja auch die andere Seite des Menschen kennt, nicht aber der Neuaufbau einer Beziehung, in der Liebe, Zuneigung etc noch nicht sicher sind.
Nicht nur Du wärst mit dem Hin und Her vollkommen überfordert, er ist es auch und daher kommt seine Aussage.

Für den depressiven Menschen ist das fatal, weil die meisten therapeutischen Methoden voraussetzen, dass man ein bestehendes soziales Netz hat, in dem man Verhaltensänderungen und neues Denken erproben kann, was zur Gesundung beiträgt. Kein bestehendes soziales Netz bedeutet auch, dass die länger Depression bestehen bleibt. Das ist aber keine Auffordreung an Dich, ihm zur Seite zu stehen - Partner sind keine Therapeuten, sondern höchstens Kontext für neue Verhaltensweisen.

Es ist eine Frage, wie man mit Depressionen umgeht, als Erkrankter. Den besten Umgang habe ich mit einer ebenso erkrankten Freundin. Wir müssen uns nichts erklären, wenn es uns schlecht geht und wir monatelang keinen Kontakt haben. Wenn wir dann aus der Bleiummantelung wieder herauskommen, sind wir empathische Menschen, die sich gegenseitig unterstützen, tiefgründige Gespräche und reichlich Spass miteinander haben etc. Wir wissen um unsere erhöhte Verletzlichkeit und können damit umgehen, d.h. fragen bei Problemen "ist der andere wirklich so blöd" oder "ist das unsere Krankheit, die uns jetzt gerade überempflindlich macht" und wir wissen um Menschentypen und Kommunikationsstile, die uns schaden - diese gilt es zu meiden.
 
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  • #41
Hatte selbst mal eine Freundin die depressiv war.
Wusste zu dem Zeitpunkt aber nicht wirklich was eine Depression ist und vor allem wie man damit umgeht.
Helfen kann man in jedem Fall, allerdings würde ich selbst mir keinen Partner suchen von dem ich weiss das er depressiv ist.
Wenn während einer Partnerschaft der Partner depressiv wird, würde ich Ihn allerdings auch nicht fallen lassen!

m32
 
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  • #42
hatte selbst (m/40) mittelschwere Depression. Im Laufe der Therapie wurde die Ursache klar: meine eigene Kindheit/Elternscheidung in Kombination mit den bis dahin unbekannten psychischen Problemen meiner Partnerin - was bei der Geburt unseres eigenen Kindes alles hochkam.

ich bin jetzt seit langem wieder stabil und eine sogenannte "Nachreifung" hat lt Arzt stattgefunden. Ich bin nicht mehr so selbstsüchtig, gelassener bei Problemen, kann besser verstehen wenn meine Partnerin austickt und auch im Beruflichen hilft mir die gewonnene Empathie.

Kurzum: ich würde auch eine neue Beziehung mit einer depressiven Partnerin beginnen weil ich einerseits selbst weiß welche Höllenqualen eine Depression darstellt und sie aber auch eine Chance ist um ein besserer, einfühlsamerer Mensch zu werden.
 
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