• #31
EIne schizophrene Psychose ist die schwerste psychiatrische Erkrankung, die Mensch kriegen kann. Natürlich gibt es hier auch unterschiedliche Verläufe. von einmaligen Episoden bis hin zu zigfachen bis ins hohe Alter. Auch gut medikamentös eingestellte Menschen erleben Rezidive und dann auch das unwirksam werden der Medikamente.
Aus meinen Erfahrungen (Psychiaterin) ist oft gerade der nach einer psychotischen Episode auftretenden "Residualzustand" in Beziehungen das Problem: die Partnerin/ der Partner erlebt dann sozusagen den Verfall der Persönlichkeit mit, zumeist abhängig davon, wie viele Akutphasen jemand erlebt hat.
Ich kenne (leider) keinen einzigen schizophrenen Menschen, der eine stabile, ausgewogene Paarbeziehung längerfristig leben konnte. Innerhalb der Familie mit Geschwistern und Eltern: ja.
Und natürlich sagt das Nichts über den Wert dieses Menschen aus... vielleicht kann eine Freundschaft gelingen ?
 
  • #32
Also ich finde es keinen tollen Charakterzug, dass er beim ersten Date sagt, dass er psychisch krank ist, sogar seine Medikamenten dosierung und er dir auch noch die Auslöser berichtet - wo ist das bitte ein toller Charakterzug?
Als tollen Charakterzug seh ich das auch nicht. Ich denke, er wird seine Erfahrungen haben mit den Vorurteilen, die mit der Erkrankung zu tun haben (siehe auch die Horrorfilme), und wissen, dass er nicht ein problemloses Leben wie andere führen kann. Er sagt die Wahrheit, damit sie gleich entscheiden kann, ob sie sich darauf einlässt oder nicht. Ich finde das praktisch. Er macht es sicher nicht aus Rücksicht auf die Frau, und das fänd ich ehrlich gesagt auch anmaßend und zuviel verlangt. Er muss sich nicht als Mensch zweiter Klasse sehen, der aus Rücksicht auf seine "Mangelhaftigkeit" die Frau vorwarnt, damit sie sich nicht hinters Licht geführt fühlt. Er sagt es, um sich zu schützen, dass sie ihm später vorwirft, diesen "Makel" verschwiegen zu haben, weil sie ihn sonst nicht ein zweites Mal getroffen hätte und er das doch wissen müsste.

Partner mit Krankheiten brauchen wohl immer eine gewisse Anpassung. Eine psychische Krankheit seh ich auch noch anders an als eine körperliche, obwohl körperlich beeinträchtige Menschen auch ihre Umgebung sehr herausfordern können, wenn sie damit hadern und ihre körperliche Krankheit dann psychische Probleme hervorruft, die sich in Verhaltensweisen auswirkt.
Ich habe mich erstmal nicht erneute verabredet, weil ich vom Kopf her sagen muss: Finger weg.
aber das Herz wiederspricht dem etwas. Er geht mir einfach nicht aus dem Kopf.
Muss beides zusammengehen, sonst wird das nichts, weil der Kopf immer nach was sucht, das Vorurteile oder Ängste bestätigt.
 
  • #33
Es wird sicherlich immer anders sein, wie bei einem gesunden Menschen, aber ohne zu bagatellisieren, andere Menschen haben andere Macken.
Genau. An Ihrer Stelle würde ich die Sache zwar vorsichtig angehen, aber diesen Mann nicht gleich ablehnen. Es ist zwar problematisch, aber vermutlich wäre jemand mit einem miesen Charakter viel problematischer. Lügner, Betrüger, Materialisten, Feiglinge, Angeber, Narzissten ... Es könnte sein, dass die Geisteskrankheiten weit weniger schlimm sind in ihrer Auswirkung auf eine Beziehung. Wichtige Punkte: Bekommt er fortlaufend nötige Therapie u. Medikamente? - Wie stark sind Sie selbst, liebe FS? (Übrigens ist Depression keine Geisteskrankheit, nur so am Rande, das betrifft nur das Gemüt und die Nerven - man hat keine gestörte Wahrnehmung, keine Wahnvorstellungen, keine Informationsverarbeitungsstörung - bitte nicht in einen Topf werfen mit Geisteskrankheiten wie Schizophrenie.)
An Ihrer Stelle würde ich ihn trotz allem weiter kennenlernen wollen, wenn ich ihn gerne hätte/ sympathisch fände. Übrigens wird sein Psychiater vermutlich keine Auskünfte geben dürfen wegen ärztl. Schweigepflicht.
 
  • #34
Teilzeit arbeiten als Mann ist keine Alternative, er hat einer Frau etwas zu bieten. Das ist auch der Grund, warum er psychisch so krank ist. Er hat keinen routinierten Alltag, keine Struktur, keine männliche Wichtigkeit.

Dies ist kein Grund für seine Erkrankung.

Fazit: ja, solche Menschen sind "gefährlich" für Erfolgsmenschen mit echten Zielen, die vorankommen wollen im Leben.

Was sollen das für Ziele sein? Beruflich? Das konkurriert sofort mit ähnlichen Zielen einer ähnlich strukturierten Frau.

Mache dem Mann schnell klar, wo du hin willst und dass du deine Ziele kompromisslos verfolgst!

Kompromisslosigkeit ist der Weg ins Unglück

Ein Frührenter wäre für mich nicht akzeptabel. ... Aber das hat was mit MENTALER Willensstärke zu tun.

Berufsunfähigkeit hat überhaupt nichts mit mentaler Willensstärke zu tun.

Noch Exkurs zum Leben mit psychisch kranken Menschen. Das geht.

Ich habe dies bis zu meinen Auszug von der elterlichen Wohnung in eine eigene Wohnung gemacht. Beide Elternteile waren durch den zweiten Weltkrieg geprägt. Dies war mit Gewalt, Alkohol, Tablettensucht, Psychosen und Depressionen ihrerseits verbunden. Ich habe mich mit ca. 12 zu einer Art Fürsorger entwickelt.

Dann war ich 28 Jahre mit einer Frau zusammen (davon 26 Jahre verheiratet), die etwa 23 Jahre davon und jetzt immer noch an diversen psychischen Leiden (Psychosen, Depressionen) erkrankt ist. Hinzu kamen bei ihr chronische Schmerzerkrankungen und diverse andere Krankheiten. Zum Teil bedingen sich diese Krankheiten gegenseitig. Chronische Schmerzen erhöhen das psychische Problem. Medikamente führen zu physischen Schäden. Usw.

Nach zwei unterschiedlichen Krebserkrankungen meinerseits habe ich mich ab 2014 mit dem Thema Trennung befasst und diese 2016 trotz und auch wegen der Krankheiten meiner Frau vollzogen. Die Entscheidung dafür war auch ein Ergebnis meiner ersten eigenen Psychotherapie und des von meiner Frau abgelehnten Angebots einer gemeinsamen Paartherapie. Meine Tochter war zu diesem Zeitpunkt 21, wir waren schuldenfrei und mein Haus (bitte wörtlich nehmen) hat meine Ex per Schenkung von mir bekommen.

Einen wesentlichen Teil unserer Ehezeit hat meine Frau bedingt durch Antidepressiva verschlafen (bitte wörtlich nehmen). Sie war berufsunfähig aber kein Pflegefall und hat den Haushalt soweit es Ging geführt. Sexuell ist ab Beginn der 2000er Jahre kaum noch etwas gelaufen. Sicher eine Folge der Antidepressiva und der chronischen Schmerzen bzw. Schmerzmittel.

Ich habe dies für mich nicht als besonders grausam empfunden aber ich war auch nichts anderes gewöhnt. Trotzdem würde ich niemanden empfehlen sich in so eine Beziehung bewusst zu begeben. Gerade psychotische bzw. paranoide Anfälle sind nicht ohne und können auch mit Gewalt einher gehen.
 
  • #35
Kann mir jemand seine Erfahrungen berichten?

Sind solche Menschen gefährlich?
Ist ein normales Zusammenleben möglich?
Hallo Angelina,

meine Erfahrungen mit Schizophrenen variieren je nach Fall.

So berichtete mir z.B. eine Frau, dass jemand in ihr Zimmer gekommen wäre, und ihr Tagebuch weiter geschrieben hätte.
Derjenige wäre vom Fenster rein gekommen. Dabei war das gar nicht möglich, aber sie war fest davon überzeugt. Sie hatte selber weiter geschrieben, aber es sozusagen an eine andere Person übertragen.

Eine andere Person glaubte Stimmen aus der Wand zu hören, weswegen sie mit einer Pantoffel versuchte diese zu vertreiben.
Ein anderes Mal hörte eine Person Stimmen,die aus einem Sessel krochen. Dieser Sessel musste dann nachts in den Keller gebracht werden, damit er nicht mehr sprechen konnte. So geschah es dann auch.
Dann gibt es wiederum Personen, welche durchaus ziemlich aggressiv sein können, vor allen Dingen wenn sie ihre Medikamente nicht genommen haben, vergessen oder absichtlich.

Ein falsches "in den Augen des Schizophrenen" völlig harmloses Wort, und du merkst wie sie langsam aber sicher aufladen, weil es für sie eine mächtige Bedrohung darstellt, besonders bei paranoiden Schizophrenen.
Schon die harmlose Frage, was sie heute Schönes gemacht haben, kann als Provokation verstanden werden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie sich dann schnell kontrolliert fühlen, lieber das "Geheimnis" für sich behalten, und stattdessen irgendeinen erfundenen Käse erzählen....
Bei dieser Person gingen nervöse Zuckungen durch den Körper.

Dumm, wenn du mit so jemandem in der Küche stehst und derjenige mit dem Messer ne Tomate schneidet. Das kann dann übel ins Auge gehen. Diese Person fiel dann schon durch Handgreiflichkeiten auf, wie z.B Auge ankratzen, oder Stirn, oder ein Fußtritt,spucken, hinterherrennen, übelste wüste Beschimpfungen vulgärster Art usw. Das ist leider so, ob das jetzt schön ist oder nicht.

Aber deine Frage war ja, welche Erfahrungen es gibt.
Ich betone immer wieder, das muss bei deiner Bekanntschaft alles nicht zutreffen. Wenn dieser seine Neuroleptika regelmäßig nimmt, dann dämpft dieses Mittel ordentlich die Affekte, so dass sie zu ungesteuerten Impulshandlungen kaum mehr möglich sind.
Ein jüngerer Schizophrener erzähle mir, dass man ihm ne Kamera ins Gehirn eingebaut hätte, somit sein ganzes Leben jetzt im Internet zu sehen sei.

Leider ist die Suizidrate ein Thema, da manche Schizophrene auf imperative Stimmen hören, die ihnen das dann als Lösung befehlen wollen.
Deine letzte Frage war noch, ob ein normales Zusammenleben möglich ist, und ob sie gefährlich sind.
Ich denke schon, dass es möglich ist. Allerdings eher mit Einschränkungen.
Zum Schluss möchte ich dir gerne noch den Film "Das weisse Rauschen" empfehlen. Ich finde ihn sehr gut.
w 45
 
  • #36
Ich hatte einmal kurz einen Freund, der schizophren war. Ich hatte das erst "mittendrin" erfahren, wusste es nicht von Anfang an. Ich war verliebt, doch sehr unglücklich, da ich sein Verhalten nicht verstehen konnte ("war nicht normal"), mich ungeliebt usw. fühlte. Ich habe lange gebraucht, um mich davon zu erholen.

Nie wieder so etwas. Sich mit jemand psychisch Kranken zusammen zu tun, wird niemals zu einer gleichberechtigten Beziehung auf Augenhöhe führen. Dazu muss man der Typ sein. Ich schliesse nicht aus, dass es solche Menschen gibt. Aber ich konnte es nicht.
 
  • #37
Liebe FS,
zu Schizophrenie und Psychosen kannst Du Dich im Internet schlau lesen, aber achte auf seriöse Quellen. Außerdem gibt es Foren, in denen Betroffene Angehörige ihre Probleme schildern.
Beides sind schwerste psychiatrische Erkrankungen, nicht vergleichbar mit Depressionen und Ängsten und auch nicht ansatzweise so gut behandelbar. Depressionen kommen nach langer Erkrankungszeit oft noch hinzu und auch somatische Erkrankungen wegen der Hardcoremedikamente mit denen diese Krankheitsbilder behandelt werden - ohne Pillen geht da nichts.

Wenn jemand zumindest Teilzeit arbeiten kann, dann ist es nicht die schwerste Form der Erkrankung, aber auch hier muss man hinschauen, was für ein Arbeitsplatz es überhaupt ist (Schonarbeitsplatz, betreuter Arbeitsplatz), genauso wie die Frage, wie er lebt.

Selbst wenn es eine leichte Form der Erkrankung ist, die medikamentös gut eingestellt ist, dann ist es keine Garantie, dass es immer so bleibt. Unter Stress oder wenn plötzlich die Medikamente nicht mehr wirken oder vertragen werden kann die Situation blitzschnell ganz anders werden.
Wegen dieser Unberechenbarkeit, die der andere nicht in den Händen hat (hat nicht ansatzweise was mit Charakterschwaeche zu tun sondern sind hirnorganische Fehlfunktionen) würde ich eine Partnerschaft nicht in Erwägung ziehen. Die Charakterschwaeche spielte beim krankheitsausloesenden Drogenkonsum die entscheidende Rolle. Das ist nun im Hintergrund.

Weil ihm schon viele Partnerschaften daran gescheitert sind, hat er gleich beim ersten Date mit offenen Karten gespielt. Das zeigt natürlich auch, welche Rolle die Krankheit in seinem Leben spielt.

Ich habe im Bekanntenkreis 3 Fälle von mittlerweile jungen Erwachsenen mit drogeninduzierten Psychose. Es gibt immer Phasen, in denen es gut läuft, gearbeitet werden kann (immer nur Jobs auf Zeit), sie nette unterhaltsame Menschen sind und dann kippt es wieder und wird für die Familie zur Hölle. Keiner von den 3en wird jemals dauerhaft ein eigenständiges Leben ohne schwere Krisen führen können, keiner hat eine dauerhafte Partnerschaft.
 
  • #38
Hmm.
Er ist krankheitseinsichtig. Er lässt sich behandeln und ist medikamentös eingestellt.
Seine Krankheit hat er sich nicht ausgesucht, aber er lebt mit ihr und akzeptiert sie.
Nun musst du schauen, ob du dich an seiner Seite siehst.
Auch kranke Menschen haben ein Recht auf eine Beziehung und auf die Liebe. Nur weil er diese Erkrankung hat, ist er nicht weniger wert. Im Gegenteil er geht damit offensiv um, so dass du dich entscheiden kannst und ihr nicht viel Zeit mit Kennenlernen verliert, falls es dir dann doch nicht passt.
Meinst du, dass du dem Ganzen nicht gewachsen bist, dann lass es - oder sprich mit ihm über deine Sorgen. Er scheint auf jeden Fall mit offenen Karten an dich zu treten. Ein Vertrauensbeweis an dich. Falls du ihn nicht möchtest, dann verabschiede dich wenigstens respektvoll aus der Sache. So kann er für sich mitnehmen, dass man solche "Sachen vielleicht erst später oder halt niemals erwähnt.

Diagnosen sind keine Tattoos. Sie bleiben nicht für immer. Sie verändern sich auch mal.
Außerdem laufen da draußen viele Menschen herum, die ihre Diagnose einfach noch nicht haben und sich abnorm verhalten.
Er hat wenigstens einen Titel und eine Gebrauchsanweisung für seinen Makel.
Your choice.
 
  • #39
Mal von den ganzen Fällen hier, wird das Schwerwiegenste sein, dass sie - wie bei vielen psychischen Krankheiten - unter Gefühlskälte leiden.
Das ist für viele Frauen besonders anziehend und sie machen sich erstmal ein Witz draus, bis sie merken, der Mann ist wirklich so und unabänderbar. Und hinter dieser harten Schale steckt ein hartes Herz, das nicht und niemals mit ihnen kooperiert. Eine normale Beziehung ist unter diesen Umstände nicht möglich.
Allerdings mögen psychisch Kranke es, wenn sie Aufmerksamkeit von Leuten haben, die ihnen voll erliegen. Dadurch wird es ja erst möglich, ihre Krankheit auszuleben.
Bzw. psychische Krankheiten sind immer Zivilisationskrankheiten unserer Gesellschaft; durch die Umwelt verursacht, die es auch nur in Zivilisationen gibt. Insbesondere eng besiedelte Zivilisationen.


Meine Diagnose ist, da es sowieso schon wenige normale, gesunde Beziehungen gibt, und fast alle Beziehungen scherzvoll enden. Da würde ich mir sowas nicht auch noch geben. Das Risiko, sich psychische Macken einzuhalten, bei Leuten, die viel Liebe zu geben haben, ist zu groß.
Ich persönlich würde auf Abstand gehen, insbesondere wenn man die Leute im Internet kennenlernt. Ich weiß, dass man als Frau sein Herz vor psychisch kranken Männer schützen muss, denn sie machen es nicht für einen!

Warum hast du dir insbesondere ihn ausgesucht? Möchtest du jetzt lieber erstmal einen kaputten Mann reparieren, anstatt vielleicht (endlich!?) mal eine normale Beziehung zu führen?
 
  • #40
Ich bin überwältigt, über eure zahlreichen Antworten.
Vielen lieben Dank dafür, dass ihr euch die Zeit dafür genommen habt!

Wir schreiben uns via whatsapp. Wenn man sich so schreibt, merkt man nichts von seiner Erkrankung. Das finde ich in sofern erschreckend, denn wenn er nichts von seiner Krankheit erwähnt hätte, hätte ich das wohl so schnell gar nicht bemerkt..?

Er ist "paranoid schizophren". Ich glaube, dass ist noch schlimmer, als "nur" schizophren?

Wie gesagt arbeitet er Teilzeit, hat eine eigene Wohnung und ein Auto.

Er hatte noch keine "richtige" Beziehung.
Zitat: "es hätte einfach nie so richtig funktioniert". Er lerne aber immer wieder jemanden kennen (..bei seinem Aussehen auch kein Wunder).

Das gibt mir natürlich zu bedenken. Was ist vorgefallen, dass es nie zu einer Beziehung gekommen ist?

Er hat einen Freundeskreis und verbringt viel Zeit mit denen.
Er rauche hin und wieder Zigarette und trinke gerne mal ein Bierchen.
Er sei seit langem stabil.
Er hatte eine schlimme Kindheit mit viel Gewalt erleben müssen.

Eure Antworten spiegeln meinen Befürchtungen und Hoffnungen wieder.

Ich bin stets sehr vorsichtig in der Auswahl meiner Partner gewesen, (was mich dennoch nicht vor Fehltritten bewahrt hat.. )

Mit psychischen Erkrankungen hatte ich bisher aber noch gar keine Erfahrung. Aus dem Grund sieht es ein Teil von mir wahrscheinlich noch etwas positiv, insbesondere weil er so "normal" wirkt.

Die Frage ist natürlich, geht man dieses Risiko wirklich ein?

Eine Freundin sagte mir gestern, "wenn man Fallschirmspringen würde, würde man nicht mit einem Fallschirm in den Flieger steigen, von dem man weiß, dass er defekt ist."

Das Vernünftigste wird sein, es dabei zu belassen, auch wenn mein Herz beim Gedanken an ihn ziemlich heftig pocht. Eigentlich würde ich ihn ja gerne zunächst auf dem freundschaftlichem Wege näher kennenzulernen. Nur befürchte ich, dass wenn man erstmal anfängt mit dem Feuer zu spielen...

Ich werde übers Wochenende mal in mich gehen und mir über die ganze Angelegenheit mal richtig klar werden und mir alle eure Antworten nochmal durchlesen, am Sonntag gehe ich dann auf euren einzelnen Punkte nochmal ausführlich ein. Bis dahin, liebe Grüsse
Angelina
 
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  • #41
Wenn man sich so schreibt, merkt man nichts von seiner Erkrankung. Das finde ich in sofern erschreckend, denn wenn er nichts von seiner Krankheit erwähnt hätte, hätte ich das wohl so schnell gar nicht bemerkt..?
Mit der Einstellung solltest Du es wirklich auch lassen. Er nimmt ja die Medikamente, dass er nicht rumläuft wie mit einem Stigma, sondern "normal" sein kann in gewisser Weise. Sollten kranke Menschen sich das auf die Stirn stempeln, dass sie krank sind. damit sich andere nicht erschrecken müssen und sie gleich ausgrenzen können?

Ich weiß nicht viel über Nebenwirkungen solcher Medikamente, finde aber das Bier bedenklich.

Aus dem Grund sieht es ein Teil von mir wahrscheinlich noch etwas positiv, insbesondere weil er so "normal" wirkt.
Klingt auch so, als solltest Du es lassen wegen des "noch". Als wartest Du darauf, dass er schließlich doch gefährlich wird oder belastend.
Ich will hier nicht Haarspalterei betreiben, aber ich finde, Dein ganzer Beitrag zeigt schon deutlich, dass es nichts für Dich ist. Das ist keine Kritik. Du musst Dir keinen kranken Partner wählen.
Aber ich finde, die Haltung zu Menschen, die eine Krankheit haben, die könntest Du mal dringend überdenken. Vielleicht bist Du auch irgendwann mal körperlich oder psychisch "defekt", wie möchtest Du, dass man Dir gegenübertritt und von Dir redet?

Ich will nicht kritisieren, dass Du Angst hast davor, einen Partner mit einer Krankheit zu haben. Ich denke auch nicht, dass es wenige Menschen gibt, die es genauso sehen wie Du. Ich finde es auch normal, dass eine Krankheit bewirkt, dass Du auf Distanz gehst, wenn Du merkst, dass Du damit nicht umgehen kannst oder willst. Aber das heißt ja nicht, dass man seine oberflächliche und auch etwas zynische Denke ändern kann und Menschen mit Krankheiten nicht als "defekte Fallschirme" sieht.
Eigentlich würde ich ihn ja gerne zunächst auf dem freundschaftlichem Wege näher kennenzulernen. Nur befürchte ich, dass wenn man erstmal anfängt mit dem Feuer zu spielen...
Du könntest auch ein bisschen über Deine Einstellung zu ihm nachdenken und Dir sagen, dass es nicht fair ist, mit Deinen Ansichten erstmal so zu tun, als mache es Dir nichts aus. Es tut's doch. Deine Freundin weiß doch auch schon Bescheid, ohne dass sie ihn kennt. Dann beginne auch keine Freundschaft, wenn Du ihm nur mit Deinen Bedenken und der Ansicht, er sei ein defektes Ding, entgehen treten kannst.

Ich schreib es nochmal: Ich will nicht, dass Du denkst, dass ich das kritisiere, dass Du nicht so einen Partner willst. Ich finde nur Deine Einstellung zu kranken Menschen und die von Deiner Freundin dringend zu bearbeiten.
 
  • #42
Nur befürchte ich, dass wenn man erstmal anfängt mit dem Feuer zu spielen...

Ich werde übers Wochenende mal in mich gehen und mir über die ganze Angelegenheit mal richtig klar werden und mir alle eure Antworten nochmal durchlesen, am Sonntag gehe ich dann auf euren einzelnen Punkte nochmal ausführlich ein. Bis dahin, liebe Grüsse
Angelina

Genau so wäre es. Du kannst dir ordentlich Finger verbrennen. Das muss nicht sein, es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass du mit eine "aufregende" und "dramatische" Zeit hast. Aber so ein richtiges Happy End vielleicht mit Familiengründung?

Er ist attraktiv und eventuell charismatisch. Und ledig. Warum?

Er ist ehrlich und sagt was sein Problem ist. Damit schafft er Vertrauen und stellt klar, dass du dich auf eigene Verantwortung mit ihm einlässt. Irgendwie macht ihn seine Krankheit auch exotisch und spannend.

Eine Frau erzählte mir, dass sie schon viele Herzen gebrochen hat. Solche Worte sollte man(n) ernst nehmen. Die Frau hat eine Borderline Störung.

Eine Bekannte lernten einen Mann kennen, einen sehr attraktiven Mann der alles kann, der ihr sofort von seiner schweren Kindheit und den Folgen erzählte. Dass die Folgen eine narzisstische Persönlichkeitsstörung sind hat er aber nicht eindeutig gesagt.

Die gleiche Bekannte sagte zu mir, dass man mit ihr Dramen erleben kann, habe ich nicht ernst genommen, hätte ich aber wörtlich nehmen sollen.

Ich hätte da noch weitere Beispiele.

Du kannst ihm glauben, dass er schwer krank ist. Unheilbar krank. Glaub nicht, dass du die Kontrolle behältst wenn du dich auf ihn einlässt. Selbst als nur "Freunde" können solche Menschen einen emotional aussaugen. Sie können aber nichts dafür. Sie sind krank und er hat dich gewarnt. Dies machen ganz viele von diesen Menschen. Vor sich warnen
 
  • #43
Zitat: "es hätte einfach nie so richtig funktioniert". Er lerne aber immer wieder jemanden kennen (..bei seinem Aussehen auch kein Wunder).
Dir gefällt in erster Linie sein Aussehen. Ja - im Grunde sind viele Frauen da nicht anders als Männer. Wenn das Aussehen stimmt, sieht man schon mal über andere Schwächen hinweg.

Ich willl ganz ehrlich sein: Paranoide Schizophrenie - für mich als Laie hört sich das "gefährlich" an. Es würde mich abschrecken. Ganz sicher nicht, weil ich diskriminieren möchte. Bei mir wäre es die Angst, dass dieser Mensch mich verletzen wird. Tätlich, mit Worten - wie auch immer. Und dann sagt man sich (vielleicht): Er kann nichts dafür. Das ist krankheitsbedingt. Und versucht immer wieder, Verständnis aufzubringen. Und wird so zum Fußabtreter ...
Das ist aber nur meine Meinung. Ein stabiler Mensch könnte mit einem Betroffenen als Partner klarkommen. Ich wäre sicher zu "schwach" dafür ...
 
  • #44
Was Ejscheff sagt, kann ich nur so unterstreichen. Diese Leute warnen gerne vor sich. Vermutlich wollen sie dich damit auf Distanz halten. Denn wenn ich an jemandem Interesse habe, dann zeige ich mich möglichst von meiner besten Seite und auch solche Männer sind nicht dumm und wissen, wann sie sich von einer besseren Seite zeigen müssen. Und gerade Männer haben weniger Moral etwas zu verheimlichen. Für sie ist es einfach normal, um sich selbst zu schützen und nicht an Frauen ans offene Messer zu liefern.

Zudem sagt er, er lerne viele Frauen kennen. Ja, dann bist du sowieso auch nur eine von vielen Nummern.

Mein Ex war auch so wie dein Date. Sein Ziel dahinter war, ich solle ja nicht denken, dass er als Mann was taugt und damit eben auch nicht als verbindlicher Familienvater.

Wenn du unzufrieden mit ihm bist, kann er locker sagen: "Ich habe es dir doch gesagt, warum beschwerst du dich?.", "Du bist selbst für dich verantwortlich.", "Du weißt offenbar nicht, was du willst."

Noch was: unausgeglichene Menschen wirken sehr anziehend.
Ich würde erstmal in mich gehen und mich fragen, warum es mich (vielleicht schon wieder?) zu einem so kranken, unausgeglichenen Menschen zieht. Vielleicht wenn du sowieso gerade aus einer schlechten Beziehung kommst. Für viele Frauen geht der Teufelskreis ja immer weiter mit dem nächsten schrecklichen Mann.

Eine normale Frau mit Ideen für ihr Leben würde solche Problemtypen generell meiden und schnell weiterziehen, um an ein richtiges Ziel mit einem gesunden Partner zu kommen. Zu groß das Risiko, dass man sich emotional in was Falsches verliert. Ein Mann ist nicht so wichtig, als dass es unbedingt er sein muss. Hast du keine Alternativen? Schau dich um, ob du nicht auch noch einen anderen daten kannst, um zumindest nicht allein auf ihn fixiert zu sein. Er ist keine gesunde Bezugsperson, wenn DU selbst mal Hilfe brauchst. Er könnte dich mit den falschen Tipps, Ratschlägen und Weltansichten belehren und bekehren, wenn du wirklich mal Hilfe brauchst, die gar nicht so gesund für dein Leben wären.
 
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  • #45
@Zuhii Wie kann man so antworten? Du kennst doch den Mann überhaupt nicht! Woher willst Du wissen, welche Gefahr von ihm ausgeht?
Außerdem: was hat Schizophrenie mit Depressionen u. Burnout zu tun? Du scheinst da Einiges miteinander zu vermischen.
Warum sollte der Mann verantwortungslos sein? Glaubst Du, ein Mensch mit einem psychiatrischen Krankheitsbild hat kein Bedürfnis nach Liebe und Geborgenheit? Er hat doch die FS sofort ganz offen in die Problematik eingeweiht.

Liebe FS,
zuerst einmal möchte ich Dir sagen, dass es Dich ehrt, dass Du Deinen Bekannten wegen seiner Erkrankung nicht gleich fallen lässt oder einer bestimmten Kategorie zuordnest. Dass Du Bedenken hast und erst einmal auf Abstand gegangen bist, ist eine natürliche und richtige Schutzreaktion.
Schizophrene können, wenn sie medikamentös gut eingestellt sind, auch durchaus ein weitgehend normales Leben führen. Fakt ist: Falls dies bei ihm nicht der Fall sein sollte, wird sich das relativ schnell zeigen. Für ihn spricht, dass er gleich mit offenen Karten gespielt hat und somit eine Krankheitseinsicht besteht. Das ist schon mal positiv.
Dennoch ist diese Krankheit nicht heilbar, und es kann immer Auslöser geben, die eine psychotische Phase triggern. Inwieweit diese Gefahr bei ihm besteht und welche zukünftigen Belastungen auf Euch als Paar und insbesondere auf Dich zukommen könnten, kann Dir hier im Forum niemand sagen. Darüber kann Euch nur ein behandelnder Psychiater aufklären, der die Person persönlich kennt.
Könntest Du Dir vorstellen, die Beziehung zunächst etwas lockerer anlaufen zu lassen, um ihn erst einmal eine Zeit lang besser kennenzulernen?
Ist "1980" Dein Geburtsjahr und hast Du noch Pläne, eine Familie zu gründen? Wenn ja, auch dies wäre ein wichtiges Thema im Gespräch mit dem Arzt.
Ich wünsche Dir, dass Dich - nach entsprechenden Informationen - Dein Bauch und Dein Herz zur richtigen Entscheidung führen. Alles Gute!
 
  • #46
Liebe Angelina,
ich habe vier Jahre lang eine Beziehung mit einem schizophrenen Partner gehabt. Auch ich habe mich am Anfang zurückgezogen, mich dann aber darauf eingelassen im Glauben, dass es klappen könnte.
Letztlich hat es mich aber massiv überfordert. Mein damaliger Partner war liebevoll und keineswegs gefährlich, auch er war seit 15 Jahren gut eingestellt gewesen. Dennoch war er niemals ganz gesund, insgesamt weniger belastbar und vor allem hypersensibel, so dass es oft große Kommunikationsschwierigkeiten gab. Es konnte schnell passieren, dass er sich angegriffen fühlte oder etwas auf sich bezog, was mit ihm nur nebensächlich zu tun hatte. Von Zeit zu Zeit gab es bei ihm auch Anzeichen von Verfolgungswahn (Geheimdienst etc.), und dann war es unmöglich, dem rational beizukommen.
Dies sind ein paar meiner Erfahrungen. Ich habe mich im Laufe der vier Jahre auch viel mit der Krankheit beschäftigt und muss sagen, dass nicht weniges, was ich mir anlas, am Ende leider auch zutraf. Ich würde eine solche Beziehung heute nicht noch einmal eingehen.
Liebe Grüße und alles Gute!
 
  • #47
Diese Leute warnen gerne vor sich. Vermutlich wollen sie dich damit auf Distanz halten.

Kann sein glaube ich aber nicht.

Diese Menschen erkennen genau ob jemand ein Helfersyndrom hat. Sie präsentieren sich ihm auf diese Weise als hilfsbedürftig und als die richtige Herausforderung für eine(n) Retter(in). Durch ihre "Ehrlichkeit" relativieren sie die Schwere ihres Leidens und wiegen den Kandidaten so in Sicherheit. Er hat den Eindruck, dass er die Situation beherrschen kann.

Diese Menschen haben das Kunstückchen heraus zwar hilfsbedürftig aber nicht bedürftig und damit unattraktiv zu wirken. Solche Männer wirken wie gebrochene Helden. Die entsprechenden Frauen wie verwunschene Prinzessinnen.

Aber wenn man dann in der emotionalen Fälle ist zeigen sie irgendwann ihr wahres Gesicht und es ist sehr anstrengend wieder zu entkommen.

Aber nicht vergessen sie können nichts dafür. Sie wissen das und warnen einen ja. Und auch sie haben einen Anspruch auf Glück und Liebe
 
  • #48
Hallo FS,

ich habe mich jetzt über Schizophrenie informiert und viele Expertenbeiträge im Internet angeschaut. Paranoide Schizophrenie ist nicht ohne...das hat auch was mit Verfolgungswahn zu tun etc. Diese Art von Symptome lassen sich jedoch gut medikamentös einstellen, insofern er die auch nimmt. Die Medikamente führen wohl auch zu starker Müdigkeit und Übergewicht.

Die anderen Symtome wie Depressionen die mit einhergehen und Lethargie lassen sich nicht so richtig gut medikamentös behandeln. Das heißt, dass es Phasen gibt wo er sich zurückziehen wird. Ist halt die Frage, ob du damit klarkommst.

Du sollstest gefestigt sein und eine starke Persönlichkeit und dich abgrenzen können.
 
  • #49
Diese Menschen erkennen genau ob jemand ein Helfersyndrom hat. Sie präsentieren sich ihm auf diese Weise als hilfsbedürftig und als die richtige Herausforderung für eine(n) Retter(in). Durch ihre "Ehrlichkeit" relativieren sie die Schwere ihres Leidens und wiegen den Kandidaten so in Sicherheit. Er hat den Eindruck, dass er die Situation beherrschen kann.

Das kann sein, muss aber nicht.
Und etwas unfair finde ich diese Deutung auch, weil man dann einen Betroffenen gleich Egoismus und ähnliche Motive unterstellt.

Ich gehe jetzt von mir selbst aus
- Ich sage sehr früh, nicht beim ersten Date, aber wenn ich sehe es könnte Potential haben, dass ich eine komplexe PTBS habe. Die akute, sehr heftige, Phase ist Vergangenheit. Also ist es im Alltag nicht bemerkbar, aber ich habe manchmal ein paar Empfindlichkeiten, Stressreaktionen wie leichte Panik. Ich weiß, was ich dann tun kann.
Ich brauche keinen Therapeuten, auf einen Kümmerer reagiere ich hochgradig allergisch. Und ich will auch garantiert weder Mitleid, noch Mitgefühl.

Aber ich möchte einen potentiellen Partner nicht täuschen - wenn er mit meiner Vergangenheit und dieser Seite ein Problem hat, dann soll er es lieber gleich lassen. Statt später, wenn sich die Gefühle entwickelt haben, sich zurück zu ziehen.
Es gehört jedes Mal Mut dazu, es ist jedes Mal Angst dabei, dass der andere zurück weicht.

Passiert ist es einmal, dass einer dann ehrlich sagte, er könne es nicht (er fühle sich zu klein).
Für alle anderen war es irrelevant.

Für mich ist es aber mein persönlicher Shit- Test, ob ich mir überhaupt vorstellen kann, diesem Mann zu erzählen was war. Kann ich es nicht, braucht es meinerseits kein Kennenlernen.

Auch diesen Mann unterstelle ich hier keine unlauteren Motive - er bringt ein großes Pfund mit in eine potentielle Partnerschaft, und da es nicht, wie z.B. ein Rollstuhl sichtbar ist, teilt er es mit.
Nicht als Warnung, nur als eine Information.
Und man kann hier sehr gut verfolgen, wie wichtig diese Offenheit ist.
Was wäre, wenn er seine Schizophrenie erst in 3-4 Wochen mitgeteilt hätte?

Ihm ist ganz sicher bewusst, dass 98% der Kennenlernversuche mit dieser Information beendet sind.
Das tut niemandem gut.
 
  • #50
Wieso gewarnt? Ich denke nicht, dass er von sich meint, er sei ein belastender, gefährlicher, dummer, egoistischer Mensch, dessen Partnerin Masochistin sein muss, damit sie sich mit ihm abgibt. Er hat sie informiert, damit sie gleich überlegen und gegebenenfalls gehen kann, wenn sie ihn deswegen nicht will. Denn er wird das kennen, dass er gleich aussortiert wird (was ich völlig in Ordnung finde, wenn man Angst davor hat oder Bedenken). Es wird ihn verletzen, wenn er sich erst auf was einlässt und dann nach der Kennenlernphase, wenn er die Frau auch an sich rangelassen hat und sie nett findet, fallengelassen wird. WENN die FS erstmal ne Freundschaft will, um zu gucken, wie er ist und ob sie damit umgehen kann, sollte sie es ihm wenigstens sagen, also ihn davor warnen (das Wort meine ich hier wirklich), dass sie nur antestet. Dann kann er nämlich entscheiden, ob er das will. Interesse in Bezug auf eine Beziehung vortäuschen und dann auf Abstand halten, fänd ich fies.
 
  • #51
@Lionne69 Und @void auf Grund meiner fehlenden Lernbereitschaft bin ich nun schon recht unterschiedlich psychisch erkrankten Personen auf Beziehungs(anbahnungs)ebene begegnet und habe Menschen kennen gelernt die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Die Muster waren ähnlich. Gleich zu Beginn ein Hinweis auf ihre Probleme und auch eventuelle Schwierigkeiten im Beziehungskontext. Mann denkt dann so schlimm wird es nicht sein wenn er/sie selbst darüber berichtet und ist verblendet der Meinung "wir wuppen das schon".

Ein weitgehend "auskuriertes" Trauma würde ich auch nicht so kritisch ansehen wie das Leiden welches hier im Raum steht. Aber auch ein Trauma ist nicht ohne.

Irgendwo hier im Forum hatte ich über meine Kindheit und den "gesundheitlichen" Verlauf meiner Ehe berichtet. Vielleicht ist mein Erbe daraus eine gewisse Gefühlskälte, die aber emotionale Panik nicht ausschließt sowie gleichzeitig eine Anziehungskraft auf bestimmte Menschen und eine langsam militante Ablehnung genau dieser Menschen. Bei einem Seminar hatte gestern schon wieder jemand mit deutlichen Problemen ein Auge ...

Für Menschen die auf Grund von Drogen oder Bewusstseins erweiternden Aktivitäten in so ein Leiden hinein geraten sind, habe ich leider auch überhaupt kein Mitleid und schon überhaupt kein Verständnis.
 
  • #52
und auch eventuelle Schwierigkeiten im Beziehungskontext.

Ich gebe keine Hinweise auf Schwierigkeiten im Beziehungskontext - oder ein Handbuch, wie ich zu behandeln sei. Was sollte das?
Es geht nur um die reine Information, nicht mehr, nicht weniger.

Explizite Schwierigkeiten gab und gibt es nicht, kompliziert oder einfach, je nach Sichtweise, sind wir alle. Jede*r hat Befindlichkeiten, Eigenheiten,

Allerdings, wenn ich las, @Ejscheff, wie Du Dich in die letzte "Beziehung" hinein agiert hast, Du einen Menschen manipuliert, seziert, analysiert hast, da wäre mein Bauchgefühl auf Alarmstufe Rot. Mich hat es gegruselt und angewidert, einen Teil habe ich nicht mehr gelesen.
Ich denke, Du solltest Deine Seite wirklich mal genauer anschauen, statt Vorurteile und pauschale Abwertungen los zu lassen.
Das kann man jetzt auf meine Prägung schieben, vielleicht bin ich inzwischen bei einigen Menschen etwas weniger tolerant.

Dafür hat mir die Auseinandersetzung und die Aufarbeitung mit meinen ganzen Erlebnissen, sehr viel Ruhe, Gelassenheit, Lebensfreude gebracht - und ein gutes Stück Inneren Frieden.
Vieles bekommt eine ganze andere Wertigkeit.

Ich war noch nie so zufrieden, wie jetzt.
 
  • #53
Mann denkt dann so schlimm wird es nicht sein wenn er/sie selbst darüber berichtet und ist verblendet der Meinung "wir wuppen das schon".
Hm - ich denke, das ist der Fehler, dass Du das nicht ernst nimmst. Die Leute werden sich ja gut kennen, wenn sie das so reflektiert sagen können, was bei ihnen los ist. Das zu ignorieren aufgrund des eigenen Beziehungswunsches - da haben wir auch Threads, wo irgendwas schon gesagt wurde, aber der andere es ignorierte, hinbiegen wollte oder sich nicht weiter informierte.

Vielleicht ist mein Erbe daraus eine gewisse Gefühlskälte, die aber emotionale Panik nicht ausschließt sowie gleichzeitig eine Anziehungskraft auf bestimmte Menschen und eine langsam militante Ablehnung genau dieser Menschen. Bei einem Seminar hatte gestern schon wieder jemand mit deutlichen Problemen ein Auge ...
Ich versteh Dich schon, aber sieh bitte, dass es DEINE Sicht ist. Die Menschen sollten sich selbst nicht so sehen, wie Du sie siehst. Dass Menschen mit Problemen Dich anziehend finden, kann vielleicht daran liegen, dass Du ausstrahlst, kein Problem mit irgendwas zu haben. Oder zum Abgrenzen zu schwach bist, sowas mischt manchmal mit und der andere bekommt den Eindruck, da wäre einer, der richtig gut passt. Aber Angst vor den Leuten ist ja in Dir und die Panik musst Du nicht haben, wenn Du lernen kannst, die Menschen freundlich auf Abstand zu halten. Es geht denen doch auch nicht darum, dass Du aus Mitleid mit ihnen zusammenkommst. Wenn Du das nicht haben willst, darfst Du auch "nein" dazu sagen, ohne den Menschen als was Böses sehen zu müssen.

Für Menschen die auf Grund von Drogen oder Bewusstseins erweiternden Aktivitäten in so ein Leiden hinein geraten sind, ...
Ich kenne mich damit nicht aus, aber meine gehört zu haben, dass diese Krankheit sowieso latent da ist, und durch das Zeug nur deutlicher ausbricht. Aber weiß ich nicht. Es würde mir auch reichen, dass ich nicht dafür bin, dass Cannabis frei verkäuflich ist. Wobei dann die Frage aufkommt, wieviel der Alkohol auf dem Gewissen hat an Suchtkranken, Gewaltopfern und Verkehrsopfern, und ich da nun nicht "so" denke... hm. Weiß ich nicht, aber ich will nur sagen, dass ich vorsichtig wäre mit der Behauptung, dass Schizophrenie durch Drogenkonsum verursacht wird. Kann sein, aber ich kenne auch Leute mit der Krankheit, die nie Drogen nahmen.

Es geht nur um die reine Information, nicht mehr, nicht weniger.
Genau. Das ärgert mich ein wenig, dass immer davon ausgegangen wird, dass jemand mit Problemen sich als "Problemfall" sehen sollte und einen potentiellen Partner auch darauf bringen sollte, ihn so zu sehen. Das macht wenndann der "potentielle" Partner selbst und projiziert seine eigenen Sichtweisen auf den anderen.
 
  • #54
Liebe FS lass lieber die Hände von diesem Mann! Wenn er die Medikamente regelmäßig nimmt, so haben sie starke Nebenwirkungen. Die Männer werden dadurch impotent. Viele Menschen nehmen die Medikamente nicht regelmässig, denn sobald es ihnen besser geht setzen sie die Medikamente ab - gerade auch wegen der Impotenz! Das könnte der Grund sein, warum seine Beziehungsversuche alle gescheitert sind.

Doch nach einer gewissen Zeit kommen wieder Symptome und sie müssen in psychiatrischen Kliniken eingeliefert werden.

Sein früherer Drogenkonsum ist wohl die Ursache für seine psychische Krankheit und möglich ist auch, dass bereits jemand in seiner Familie entweder Schizophrenie oder eine bipolare Störung (manische Depression) hatte. Die Disposition scheint er mitgebracht zu haben.

Schizophrenie ist eine chronische Erkrankung und praktisch nicht heilbar. Dazu können auch Depressionen kommen. Sie haben sogar eine kürzere Lebenserwartung von bis zu 20 Jahren und viele Schizophrenieerkrankte begehen Suizid.

Ich empfehle dir auf YouTube die zweiteiligen Univorträge des Psychiaters Gerhard Gründer von der Uni Aachen. Das wird dir helfen bei der Entscheidungsfindung.

Liebe FS dieses Forum kann dir nicht (nur bedingt) helfen aber es gibt ein spezielles Forum für Menschen mit Schizophrenie und deren Angehörige. Ich lass gerade auf Kompetenznetz Schzophrenie, wie eine Ehefrau darüber schreibt, dass ihr Mann wegen Clozapin impotent ist.
 
  • #55
Übrigens wird sein Psychiater vermutlich keine Auskünfte geben dürfen wegen ärztl. Schweigepflicht.
Ich wollte darauf noch einmal eingehen, weil ich zu den Schreibern gehört habe, die das Gespräch mit dem behandelnden Psychiater empfohlen haben. Der Patient ist nach Rücksprache mit dem Psychiater in der Lage, die Schweigepflicht für Beziehungs- bzw. Familiengespräche aufzuheben. Selbstverständlich wird ein guter Psychiater seinen Patienten nicht in die "Pfanne" hauen. Darum geht es auch gar nicht. Er kann dem gesunden Part helfen Einblick zu erhalten und den erkrankten besser zu verstehen. Die Frage ist, ob der Erkrankte das überhaupt möchte und in wie fern der Therapeut solch ein Gespräch für Hilfreich erachtet.
 
  • #56
Ich kenne mich damit nicht aus, aber meine gehört zu haben, dass diese Krankheit sowieso latent da ist, und durch das Zeug nur deutlicher ausbricht. Aber weiß ich nicht. Es würde mir auch reichen, dass ich nicht dafür bin, dass Cannabis frei verkäuflich ist. Wobei dann die Frage aufkommt, wieviel der Alkohol auf dem Gewissen hat an Suchtkranken, Gewaltopfern und Verkehrsopfern, und ich da nun nicht "so" denke... hm. Weiß ich nicht, aber ich will nur sagen, dass ich vorsichtig wäre mit der Behauptung, dass Schizophrenie durch Drogenkonsum verursacht wird. Kann sein, aber ich kenne auch Leute mit der Krankheit, die nie Drogen nahmen.

Genau so hatte ich es gemeint. Drogen erzeugen keine Psychosen, sie aktivieren die latente Veranlagung dazu.

Alkohol ist für mich eine (legale) Droge.

Genau. Das ärgert mich ein wenig, dass immer davon ausgegangen wird, dass jemand mit Problemen sich als "Problemfall" sehen sollte und einen potentiellen Partner auch darauf bringen sollte, ihn so zu sehen. Das macht wenndann der "potentielle" Partner selbst und projiziert seine eigenen Sichtweisen auf den anderen.

Das sehe ich Grunde auch so. Wenn ich in der Vergangenheit psychische Probleme oder auch Drogenprobleme hatte oder sie im Griff habe, erwähne ich sie irgendwann einmal wenn es sich ergibt. Ich mache sie aber nicht ohne Not zum Thema in einem ersten Date oder in einer frühen Beziehunganbahnung.

Denn dadurch kommt unnötig der Verdacht auf, dass ich ein Problemfall sein kann.

Also warum hat der Mann genau in seinem ersten Date der FS davon erzählt? Um sie zu verscheuchen? Das glaube ich nicht.
 
  • #57
Ich habe sowohl dienstlich als Kriminalkommissarin, als auch privat Erfahrungen mit Menschen gemacht, die schizophrene Psychosen, oft vermischt mit anderen Störungen hatten. Dabei habe ich festgestellt - und dies deckt sich auch mit der psychologischen "Schnellbesohlung" während des Studiums und eigener Weiterbildung, dass du dir um fremdaggressives oder gar gemeingefährliches Verhalten die wenigsten Sorgen machen musst. Diese Vorurteile entstammen reißerischen Horrorfilmen und wenigen tatsächlichen Vorkommnissen noch unterhalb des Promillebereichs. Da gibt es ganz andere Personengruppen, die sich privat oder in der Öffentlichkeit aggressiv oder andere gefährdend verhalten und nach außen eine gutbürgerliche Fassade aufgebaut haben.

Für eine Partnerschaft reicht es aber nicht, nicht gefährlich zu sein. Das Thema ist sehr komplex. Je nach Symptomen und Heilungschancen kann es nur einen kleinen Teil einer ansonsten vielleicht ganz tollen Persönlichkeit sein. Aber in jedem Fall gehören entweder Wahnvorstellungen dazu, also beispielsweise Stimmen aus der Wand, nicht reale Beobachtungen, von denen Betroffene nicht abzubringen sind oder die feste Überzeugung, sie werden von jemandem verfolgt bzw. jemand will ihnen Böses. Wie stark diese Wahnvorstellungen sind, ob sie wiederkehrerend sind, wie sie sich auf die sonstige Persönlichkeit auswirken oder die verabreichten Psychopharmaka, ist unterschiedlich.

Obwohl ich solche Menschen nie als wirklich gefährlich erlebt habe (vorausgesetzt sie werden/fühlen sich nicht in die Enge gedrängt), sie von dieser Erkrankung abgesehen oft ganz normale, liebenswerte, interessante, kluge Personen sind, könnte ich mir eine Partnerschaft nicht vorstellen. Da hätte ich Angst, dass die Psychose wieder auflebt. Im Rahmen einer Freundschaft würde ich damit niemanden fallen lassen, habe null Angst vor körperlichen Aggressionen. Aber zu einer Liebesbeziehung gehört mehr: Begehren, Bewunderung, das Spiel zwischen Mann und Frau, genauso wie das Verlassenkönnen auf den anderen.
 
  • #58
Über seine Krankheit können wir hier nur spekulieren.
Dieser Satz zeichnet allerdings ein Bild, das für dich sehr deutlich sein sollte.
Ob es nun an seiner Krankheit liegt oder an seiner sonstigen allgemeinen Persönlichkeitsstruktur (oder an einer Kombination von beidem) ist ungewiss.
Fakt ist, dass er bislang in seinem Leben keine Beziehung zustande bekommen hat.
Du wirst aufgrund seines Aussehens und seines Charmes sicher nicht die einzige Frau sein, die es versucht hat. Auch nicht davon ausgehen, dass die anderen Frauen allesamt irgendwie dümmer waren oder es nicht ernst genug versucht hatten und dass du als einzige die Skills hast oder entwickeln wirst, mit ihm umzugehen.

Wenn jemand in seinem Leben noch keine Beziehung hatte, dann hat das immer Gründe. Dies gilt auch für psychisch gesunde Menschen. Überlege dir sehr gut, ob du diese Gründe am eigenen Leib kennenlernen möchtest.
 
  • #59
Das sehe ich Grunde auch so. Wenn ich in der Vergangenheit psychische Probleme oder auch Drogenprobleme hatte oder sie im Griff habe, erwähne ich sie irgendwann einmal wenn es sich ergibt. Ich mache sie aber nicht ohne Not zum Thema in einem ersten Date oder in einer frühen Beziehunganbahnung.

Denn dadurch kommt unnötig der Verdacht auf, dass ich ein Problemfall sein kann.

Das siehst Du so, und das ist Deine Haltung.
Dass Du sellten andere Sichtweisen stehen lassen magst - und nur Deine als wahr und korrekt, ist inzwischen auch bekannt.

Für mich wäre es eine bewusste Täuschung des Anderen.
Mir hat einer auch beim ersten Date erzählt, dass er MS hat, in einer sehr aggressiven Variante, zu sehen wäre es nicht gewesen. Fand ich gut.

Ich erzähle meine Thematik eben auch - nicht bein ersten Date aber zeitnah.
Damit sich nicht erst Gefühle entwickeln, und dann kommt die Ernüchterung.

Mir ist Ehrlichkeit und Offenheit wichtig, ein Mensch der mir damit unlautere Motive unterstellt, passt dann auch nicht.
Also auch wieder ein Pro für das Offenlegen.

Aber hier stehen für die FS auch zuviel eigene Bedenken schon im Raum, dann sollte sie Abstand nehmen.

Und damit meine Gegenfrage - wäre es Dir lieber gewesen, in 3-4 Monaten von ihm informiert zu werden?
Du verliebt, Ihr Euch schon sehr nahe gekommen?
Wärst Du Dir da nicht hintergangen vorgekommen?
 
  • #60
Wenn ich in der Vergangenheit psychische Probleme oder auch Drogenprobleme hatte oder sie im Griff habe, erwähne ich sie irgendwann einmal wenn es sich ergibt. Ich mache sie aber nicht ohne Not zum Thema in einem ersten Date oder in einer frühen Beziehunganbahnung.

Das kann man kaum pauschalisieren. Rein grundsätzlich möchte ich wissen, wenn meine Partnerin weitergehende Probleme hat, die in einer Beziehung einen Einfluss haben. Ob das eine nicht geschiedene Ehe ist, vorhandene Kinder, Überschuldung, Drogenprobleme oder eben psychische Probleme, aus meiner Sicht völlig egal.

Wenn die Probleme also sicher komplett aus der Welt sind, ok. Wenn nicht, dann finde ich schon, dass man das frühzeitig kommunizieren sollte. Frühzeitig muss nicht das erste Date sein, aber eines der ersten. Ich persönlich würde mich getäuscht fühlen, wenn ich nach 3 Monaten angefangen habe, mich zu verlieben und dann schwerwiegende Gründe erfahre, es lieber bleiben zu lassen. Es steht ja jedem frei, sich trotz der Probleme für einen Partner zu entscheiden.
 
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