• #61

Ich habe mal gedacht, dass ich eine relevante Erektionsstörung habe, was sich inzwischen als falsch heraus gestellt hat. Das ich die Möglichkeit einer solchen Störung frühzeitig bei Beziehungsanbahnungen erwähnt habe hat mich beide Male unnötig auf die Freundschaftsschiene gebracht. Daher bei einem solchen Verdacht es lieber darauf an kommen lassen.

Ähnlich sehe ich es bei paranoiden oder sonstigen Anfällen. Entweder ich bin in einer Lebensphase mit akuten Anfällen. Dann ist es richtig sie anzusprechen. Oder ich kann sie möglicherweise noch einmal bekommen, was aber überhaupt nicht sicher ist, dann erzähle ich wenn ich eine neue Beziehung anstrebe garantiert nichts davon, weil wenn ich das mache, ist die neue Beziehung definitiv gegessen. Noch irrelevanter ist es von Uralttraumas zu erzählen.

Eine Ausnahme wäre vielleicht ein hoher Distanzbedarf. Dies würde ich tatsächlich einer Person für die ich mich interessiere rechtszeitig erklären. Denn genau das kann wichtig für eine Beziehung(sanbahnung) sein.

Bedingt durch meine frühere Krebserkrankung benutze ich aus Sicherheitsgründen immer noch Vorlagen. Dies erwähne ich nicht in einer Beziehungsanbahnung und dies verschleiere ich wenn es in einer Beziehungsanbahnung zu Intimitäten kommt. Dies Thema offen in einer Beziehungsanbahnung anzusprechen, wäre der absolute Abturner. Das läuft nicht bewusst im Kopf, sondern unbewusst emotional und führt automatisch in ein schlechtes Bauchgefühl bei der Frau.

Bei einer theoretischen Überlegung würden die meisten Frauen sage, dass macht mir nichts aus. Handeln würden sie anders. Ich würde das Thema Vorlagen erst in einer einigermaßen etablierten Beziehung auf den Tisch packen, wobei ich mir natürlich nie sicher sein kann, ob mein verlscheiern wirklich funktioniert ;)
 
  • #62
Ich habe mal gedacht, dass ich eine relevante Erektionsstörung habe, ... frühzeitig bei Beziehungsanbahnungen erwähnt habe ...hat mich beide Male unnötig auf die Freundschaftsschiene gebracht. Daher bei einem solchen Verdacht es lieber darauf an kommen lassen.

Einer der Gründe, warum ich finde, dass Sex in der Beziehungsanbahnung früh dazugehört (nicht unbedingt sofort). Ich finde bei dem konkreten Beispiel nicht sinnvoll, darüber auch noch ausführlich zu reden.
Aber in dem Fall zu sagen "Mit mir kein Sex vor der Ehe" wäre sicher auch die falsche Vorgehensweise am anderen Extrem. Wichtige Merkmale gehören frühzeitig dazu. Das bedeutet nicht unbedingt, dass man beim Händeschütteln eine Liste überreicht, aber auch nicht, damit Monate zu warten.
Psychische Störungen sind auch sicher nicht so einfach zu erkennen wie Erektionsstörungen...
 
  • #63
Hättest du vor zehn Jahren über eine Beziehung nachgedacht? Oder ist es lediglich die tickende biologische Uhr die ihn mangels geeigneterer Alternativen ins Blickfeld rutschen lassen?

Wieso sollte es unfair sein, wenn man einen "geistig gesunden" Partner haben will?

Hm. Gute Frage. Womöglich hätte ich mir vor zehn Jahren eher weniger Gedanken darüber gemacht? Ich weiß es ehrlich nicht.

Bisher hatte ich immer ein gute Kombination zwischen Kopf, Herz und Bauch. Bei komischem Bauchgefühl, ging es eigentlich auch meistens in die Binsen... Nun ist natürlich die Frage: waren das dann jeweils selbst erfüllende Prophezeiungen? Oder doch das Bauchhirn? Ich weiß es nicht.

Wenn ich unbedingt ein Kind hätte haben wollen, so wäre dies ja ein leichtes gewesen. Ich habe jedoch stets für doppelte Sicherheit bei der Verhütung gesorgt, da ich ein Kind nur in einer Partnerschaft wollte, die Aussicht auf dauerhaften Bestand hat und in der der Partner selber unbedingt ein Kind wollte.
Ich befürchte, dass ich nun wahrscheinlich zu alt für ein Kind bin, denn ich würde mindestens 3-4 Jahre zusammenleben wollen, ehe ich entscheiden würde, ob der Mann ein guter Vater und Ehemann sein würde ( nun gut, das ist natürlich auch alles andere als eine Garantie für gutes Gelingen). Aber dann wäre ich schon 42. Wenn dann aber wirklich alles passt, würde ich es wahrscheinlich dennoch wagen.

Alternativen habe ich derzeit wirklich nicht..
Es interessieren sich zumeist jüngere Männer (um die 30) für mich oder verheiratete oder sonstwie belastete Männer.
Ich weiß wirklich nicht, warum ich derzeit solche Problemfälle anziehe?! Muss ich wirklich mal drüber nachdenken!

Jüngere Männer habe ich bisher kategorisch ausgeschlossen. Da ich jedoch wesentlich jünger aussehe, als ich es tatsächlich bin, werde ich eben leider oft von jüngeren Männern ins Visier genommen. Bin mittlerweile echt am nachdenken, ob ein jüngerer Mann vielleicht doch eine Option wäre. Bisher hatte ich das kategorisch ausgeschlossen.


Über Verheirate bedarf es wohl keines Kommentars.
Finde ich einfach nur widerlich.

Interessant dazu: Mittlerweile frage ich stets: Bist du ledig, geschieden, getrennt lebend oder noch verheiratet.
so direkt gefragt, lügen die wenigsten (denn Single bedeutet ja bei so Manchen anscheinend : NOCH verheiratet- und die Frau ahnt nichts davon, dass der Mann bloß NOCH verheiratet ist).
 
  • #64
Ich befürchte, dass ich nun wahrscheinlich zu alt für ein Kind bin, denn ich würde mindestens 3-4 Jahre zusammenleben wollen, ...

Alternativen habe ich derzeit wirklich nicht..
Es interessieren sich zumeist jüngere Männer (um die 30) für mich ...

Jüngere Männer habe ich bisher kategorisch ausgeschlossen.

Du siehst primär Hinderungsgründe bzw. konstruierst Hinderungsgründe statt nach Gründen die dafür sprechen zu schauen.

Dass du verheiratete/gebundene Männer ausschließt zähle ich nicht dazu. Jüngere Männer auszuschließen oder für eine Familiengründung 3-4 Jahre zusammen leben zu müssen sind aber künstliche Hindernisse. Es gibt genug echte Hindernisse, grundsätzlich jemanden finden und einen finden der auch Familie haben will, dass musst Frau nicht zusätzlich erschweren.

Dies ist aber nicht dein aktuelles Problem. Wenn du das Thema Familiengründung tatsächlich schon für dich in einen Schrank eingeschlossen und den Schlüssel weggeworfen hast, könntest du dich tatsächlich auf eine Beziehung mit deinem Date einlassen und schauen ob sich sein Leiden überhaupt negativ bemerkbar macht. Denn der Zeitfaktor noch schnell ein Kind zu bekommen ist ja für dich irrelevant.

Mit einem Beziehungsversuch kannst du wenn dies alles zu trifft nichts relevantes verlieren. Aber vielleicht gewinnst du einiges dazu.
 
  • #65
Hallo FS,

ja wenn du nur solche Männer anziehst, dann liegt bei dir auch etwas im argen. Bist du eine helfende Person, die gerne gibt?
Möchtest du die Männer retten?
Und hattest du bisher auch solche Männer und warst mit ihnen zusammen? Ergründe deine Beziehungen.

Ansonsten würde ich dir raten nicht so lange mit den Kindern zu warten. 3-4 Jahre ist in diesem Alter zu lange, meisst sollte es da schneller gehen. Sonst wird es mit 42 schwierig und so spät Mutter würde ich nicht unbedingt werden wollen.

Ich werde auch mit meinen 33 viel jünger geschätzt. Ich kenne das also zu gut. Ich würde jetzt an deiner Stelle nicht diese Männer ausschließen, sondern nach dem reifen Charakter suchen...manche Männer sind mit 40 noch nicht so reif wie andere mit 30.
Ist also keine Altersfrage. Kläre nur am Anfang gleich ab, ob jemand Familie und Kinder will und achte auf verbindliche sowie verantwortungsbewusste Männer.

Im Umfeld kenne ich auch ältere Frauen, die einen viel jüngeren Partner haben und schnell heiraten und Kinder bekommen. Es kommt auf den Mann an. Es gibt solche und solche.
Wünsche dir viel Glück.
 
  • #66
Wichtige Merkmale gehören frühzeitig dazu. Das bedeutet nicht unbedingt, dass man beim Händeschütteln eine Liste überreicht, aber auch nicht, damit Monate zu warten.
Seh ich auch so. Grade wenn ich eine Frau in einem noch gebährfähigen Alter treffe, sind doch manche Dinge sehr wichtig. Für einen potentiellen Vater natürlich auch. Die TE ist etwa 38, für mich käme jemand mit bestimmten Krankheiten überhaupt nicht in Frage wenn ich Kinder möchte.
Ansonsten würde ich dir raten nicht so lange mit den Kindern zu warten. 3-4 Jahre ist in diesem Alter zu lange, meisst sollte es da schneller gehen.
Halt ich für schwierig, da die TE ja noch keinen Partner hat. Sie ist sich ja noch nicht mal eines Kinderwunsches bewusst. Und sollte die Uhr doch ticken, läuft sie dadurch Gefahr, sich für den falschen zu entscheiden.
 
  • #67
Ich leide selbst seit meinem 15. Lebensjahr an paranoider Schizophrenie, bin mittlerweile 29 Jahre alt und arbeite als geprüfte Fremdsprachenkorrespondentin und Diplom-Übersetzerin. Es hat mich zuerst sehr traurig gemacht, als ich einige der doch sehr abwertenden Kommentare hier gelesen habe. Wir Schizophrenie Kranke sind auch Menschen, die ohne jeden Zweifel sehr schwer an den Symptomen dieser Erkrankung leiden. Oft noch schlimmer als die Erkrankung selbst empfinde ich allerdings die gesellschaftliche Ausgrenzung, die unter anderem in einigen dieser Kommentare deutlich wird. Niemals in meinem Leben habe ich irgendwelche Drogen konsumiert, sondern ich bin als Kind über Jahre hinweg schwer missbraucht worden, sodass ich als Folge an Schizophrenie erkrankt bin. Um meine Kindheitserlebnisse und die Erkrankung zu bewältigen, habe ich eine jahrelange Traumatherapie absolviert. Ich lebe seit etlichen Jahren in einer stabilen Partnerschaft, mein Mann arbeitet als Lehrer, und auch wenn ich gewisse Schwierigkeiten habe, ganz besonders mit zu großer Nähe, sieht mich mein Partner in erster Linie als Mensch. Diese Erkrankung behindert, je nach ihrer Schwere, eine ungestörte Entwicklung, was sich unter anderem sehr häufig im Beziehungsverhalten sowie in der beruflichen Situation eines Betroffenen widerspiegelt. Ich habe auch sehr lange überlegt, ob ich meinen Partner von meiner Erkrankung erzählen sollte, bzw. wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Letztendlich habe ich mich auch dafür entschieden, ihm recht bald darüber zu informieren, was nichts damit zu tun hatte, ihn in Sicherheit wiegen zu wollen, oder ihn in welcher Weise auch immer vor mir zu warnen, wofür es auch überhaupt keinen Grund gibt, da ich niemals eine Gefahr für andere dargestellt habe. Mir ist allerdings immer bewusst gewesen, wie stark Schizophrenie Kranke stigmatisiert werden, sodass ich ihm von Anfang an die Möglichkeit geben wollte, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen, um eine Entscheidung treffen zu können. Es lag mir auch immer völlig fern, mich als hilfsbedürftig darzustellen, ganz im Gegenteil, ich möchte als ein autonomer und eigenständiger Mensch gesehen werden, auch wenn ich gewisse Einschränkungen habe. Ganz sicher ist unsere Beziehung um einiges tiefgründiger, gerade weil wir etliche Schwierigkeiten gemeinsam bewältigen konnten. Ich kann dir, Liebe Angelina, nur raten, genau wie allen anderen, die wie du in einer ähnlichen Situation sind, hinter der Erkrankung auch noch den Menschen zu sehen. Eine Diagnose sagt noch lange nichts über den Kern eines Menschen aus, auch wenn man in der Tat von Einzelfall zu Einzelfall genau prüfen muss, wie schwer die Einschränkungen sind, und wie sich die Erkrankung genau äußert.
 
  • #68
Jenseits aller politischen Korrektheit und bei großem Mitgefühl für Erkrankte würde ich weiten Abstand von einem Partner mit der Diagnose schizophrenie oder auch Biopolar halten. Natürlich kann durch die Einnahme von Medikamenten die Krankheit gut in Schach gehalten werden. Bis zu dem Moment in dem die Medikamente nicht mehr eingenommen werden und in den Müll wandern. Das machen nicht alle der Erkrankten, aber dochbso einige. Vor Kurzem im Bekanntenkreis erlebt. Keiner außer dem Freund wusste davon. Er hatte zuvor keinen Rückfall erlebt. Er tut mir unendlich leid, sie natürlich auch. Diese Medikamente verändern die Personen, dämpfen und das erklärt auch die Merkwürdigkeiten, die im Umgang auffielen. Was übrigens auch mit Mitteln gegen Epilepsie geschieht. Alles was im Gehirn massiv angreift kann zum Problem werden. Sehenden Auges würde ich mich niemals in eine Beziehung mit einem Erkrankten begeben. Dazu habe ich schon zu viel gesehen. Auch wenn es mir von Herzen leid tut.
 
  • #69
Niemals in meinem Leben habe ich irgendwelche Drogen konsumiert

In deinem Fall ist das so. Bei der Bekanntschaft des FS spielt(e) Drogenkonsum eine Rolle. Drogenkonsum in Zusammenhang mit psychischen Störungen ist nicht gerade selten.

Diese Erkrankung behindert, je nach ihrer Schwere, eine ungestörte Entwicklung, was sich unter anderem sehr häufig im Beziehungsverhalten sowie in der beruflichen Situation eines Betroffenen widerspiegelt.

Genau. Diese und andere psychische Störungen bedingen oft problematisches Beziehungsverhalten. Bei dir war dies wohl nicht der Fall. Auf der anderen Seite gibt es extrem toxische Fälle. Selbstschutz ist in diesem Zusammenhang als dominante Empathie. Beachtet man dies nicht ist man auf den Weg in eine Coabhängigkeit.

Ich habe auch sehr lange überlegt, ob ich meinen Partner von meiner Erkrankung erzählen sollte

Ich finde auch, dass man einem Partner(Kandidaten) nur von relevanten Beeinträchtigungen erzählen sollte/muss.

In diesem Fall hat der Betroffene in gewisserweise selbst vor sich gewarnt. Das ist fair aber auch eine typische Strategie von toxischen Personen.

Die bekommen dadurch eine Art Freischein und argumentieren "ich habe dir das doch gleich gesagt, also beschwer dich nicht" Solche Warnungen sollte man daher ernst nehmen.

Ganz sicher ist unsere Beziehung um einiges tiefgründiger

Auch Beziehung mit toxischen Personen bieten oft eine ganz besondere Tiefgründigkeit bzw. Intensität. Die von ihnen herbeigeführte Gefühlsachterbahn kann süchtig machen.
 
  • #70
1. Sofort nachschauen: gehört die Wohnung?
Auf wen läuft der Mietvertrag? Wie ist der Vertrag gestaltet?

2a . Auf dich?
Wenn es so ist dann:
Er ist gerade außer Haus. Nutze die Chance rufe den Schloßer und lasse das Schloss wechseln.
Und gib ihm NIE wieder einen Schlüssel !! Dann sofort seine Sachen in Kartons packen und vor das Haus stellen.

2b. Wenn es seine Wohnung ist oder eine gemeinsame?
Dann geh zur Polizei und erstatte Anzeige wegen häuslicher Gewalt und Drogen. Weil ein Mensch unter Drogen ist sehr gefährlich.
Er wird dann der Wohnung verwiesen - und du hast paar Tage Zeit die Mietangelegenheiten zu klären.
Wie? Das musst du mit ProFamilia oder dem JobCenter besprechen. Mache JETZT alle Termine !!

4. Das Kind kann er - falls erlaubt - unter Aufsicht bei der Caritas sehen oder bei Pro Familia.
Dann gleich heute nochTermin für DICH bei Pro Familia Termin buchen, was du sonst noch tun kannst,
um selber für einen derartigen Menschen nicht mehr rück-fällig zu werden ... du bist nämlich Co-Abhängig nach einem Süchtigen (gewesen) und solltest regelmäßig therapeutische Begleitung haben, für DEINEN Ausstieg-Prozess aus der Sucht nach Nähe die keine ist.

5. Bitte zögere nicht mehr.
Der Kerl hat genügend Schlafmöglichkeiten - schone ihn nicht.

6. Es war absolut fahrlässig von dir, schwanger mit einem Fremdgeher zu verkehren - Chlamydien und Geschlechtskrankheiten können schwere Krankheiten für das Kind bringen.
Drogen machen Gehirnschäden - das sind keine Launen - das sind Aussetzer - solche Leute sind gefährlich.

7. Auch derzeit wäre es absolut falsch, unreifen oder gehirnkaputten Erwachsenen, welche deinem Kind den Platz streitig machen, irgendwelche Energie zu geben.
Weder Geld noch Zeit noch Verständnis noch Unterkunft darfst du solchen Wesen geben.

8. Paar Wochen nett sein und dann rückfällig werden ist ja das alte Spiel - solche ändern sich nicht mehr wirklich. Die Gefahr eines Rückfalls lauert immer.

9. Ändere DEINE Lebensumstände.

10. Sonst läufst du Gefahr irgendwann das Kind zu verlieren.

Samtina
 
  • #71
Es hat mich zuerst sehr traurig gemacht, als ich einige der doch sehr abwertenden Kommentare hier gelesen habe. Wir Schizophrenie Kranke sind auch Menschen, die ohne jeden Zweifel sehr schwer an den Symptomen dieser Erkrankung leiden.

Das tut mir persönlich für Dich sehr leid. Ich denke auch nicht, dass es hier den meisten um eine Abwertung von Dir als Mensch geht, genausowenig bei anderen Betroffenen.

Ein anderes Thema ist das, wenn es um Beziehung geht. Bestimmte Eigenschaften sind für eine Beziehung je nach Ziel der Beziehung ein Problem. Will ich Kinder, ist ein unfruchtbarer Mann für mich zunächst mal die falsche Wahl. Einer der in keinem Fall Kinder möchte auch. Noch eher werde ich als Frau abgewertet, wenn ich keine Kinder will, auch von Seiten potentiell interessanter Männer. Bei der Partnerwahl gibt es aus meiner Sicht keine Abwertung oder Diskriminierung. Sonst dürftest Du ja auch keine Ansprüche an Alter, Verdienst des Partners, Aussehen, Behinderungen oder Raucher/Nichtraucher, Alkoholiker, Drogenabhängiger, Schläger etc. haben. Im Grunde könnte man dann auch als diskriminierend sehen, wenn Du keine Frau als Partnerin möchtest oder keine diverse Person. Für mich sind, ganz ehrlich, Männer mit psychischen Erkrankungen ein NoGo. Denn so sehr ich es für sie persönlich bedauere, wenn sie schwer an den Symptomen leiden, ich tue mir dieses Leid nicht an, nur um tolerant und nicht abwertend zu erscheinen. Im Alltag, im Beruf oder auch bei Freunden ist das ein ganz anderes Thema.
 
  • #72
Guten Abend, vielen Dank erstmal für die zahlreichen Antworten, die ich erhalten habe. Gerne würde ich auch erfahren, wie ihr zu folgendem Sachverhalt steht: Wie ich bereits erwähnt habe, leide ich seit meinem 15. Lebensjahr an Schizophrenie, bin mittlerweile 29 Jahre alt und seit mehreren Jahren liiert. Mein Partner und ich erwarten unser erstes gemeinsames Kind - ich bin im vierten Monat schwanger. Nun bin ich damit konfrontiert worden, dass es unverantwortlich sei, mit meiner Erkrankung ein Baby zu bekommen. Ich muss dazu sagen, dass ich seit über 4 Jahren keine Medikamente mehr nehme, sondern meine Symptomatik, die aufgrund von Traumata entstanden ist, durch eine Psychotherapie bewältigen konnte. Ich war sowohl traurig als auch überrascht, mit welch großer Ablehnung ich konfrontiert wurde, als ich einigen Bekannten und Kollegen von meiner Schwangerschaft berichtet habe, die zudem auch von meiner Erkrankung wissen. Es würde mich sehr interessieren, wie andere darüber denken. Mein Partner und ich haben vor meiner Schwangerschaft sehr ausführlich darüber gesprochen, ob wir uns gemeinsame Kinder vorstellen können, und uns schlussendlich für ein gemeinsames Baby entschieden, auf das wir uns sehr freuen. Bisher geht es sowohl mir als auch unserem ungeborenen Kind ausgesprochen gut, was uns zusätzlich darin bestärkt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Aufgrund der vielen negativen Reaktion quält mich mittlerweile dennoch die Frage, ob ich tatsächlich unverantwortlich gehandelt habe. Es würde mich sehr interessieren, wie viele Leute ähnlich wie einige meiner Kollegen und Bekannten denken. Vielen Dank im Voraus für eure Antworten.
 
  • #73
Wenn du tatsächlich an Schizophrenie leiden solltest, musst du mit deinem Psychiater entscheiden, inwieweit du ohne Medikamente sein darfst. Ich verstehe den Kinderwunsch, hätte jedoch auch abgeraten, gerade wegen der Vorerkrankung und in Hinsicht auf eine eventuelle Vererbbarkeit. Denn das darf man einem Menschen nicht wissentlich antun. Aber darüber kann der Arzt mehr sagen.
 
  • #74
Aufgrund der vielen negativen Reaktion quält mich mittlerweile dennoch die Frage, ob ich tatsächlich unverantwortlich gehandelt habe. Es würde mich sehr interessieren, wie viele Leute ähnlich wie einige meiner Kollegen und Bekannten denken. Vielen Dank im Voraus für eure Antworten.

Liebe @Laurinchen, mach dir keinen Kopf über andere. Dir und deinem Partner gehts gut, dem Kind auch, was wünscht du dir mehr?

Du kannst offensichtlich mit deiner Krankheit sehr gut umgehen oder hast sie sogar überwunden, das ist doch grossartig.

Sei stolz auf dich und freu dich auf dein Kind.
 
  • #75
Es würde mich sehr interessieren, wie andere darüber denken.

Was nutzt Dir das? Um Psychisch Erkrannte, egal was für ein Trauma das war, würde ich immer einen ganz großen Bogen machen. Aber es gibt auch andere Krankheiten, die für mich eine Familiengründung ausschließen würden. Krebserkrankungen in Jungen Jahren, Krebserkrankungen von der gesamten Familie einhergehend mit frühem Tod der Eltern. Gendefekte und so einiges anderes wären für mich auch ein Ausschlussgrund für eine Familiengründung, aber nicht für eine Partnerschaft.

Über Deine Erkrankung will ich nicht urteilen, aber als wieder gerade und baldige Mutter kann ich Dir nur empfehlen, geh nicht hausieren mit Deiner Vergangenheit. Frisch gebackene Eltern reagieren da ganz rigoros und Du möchtest doch auch Spielgefährten für Dein Kind.

w/36


Also zu Deinen Einlass, Beziehung ja, Kinder? Nein.
 
  • #76
@Matrix vielen Dank für deine lieben Wünsche, du hast mir wirklich Mut gemacht. Es ist sehr schön, so viel positiven Zuspruch zu erhalten.

@Thanis Ich erzähle nur Personen von meiner Erkrankung, denen ich vertraue, da ich schon einige mitunter sehr verletzende Erfahrungen machen musste. Umso schöner ist es, dass ich bei einigen Menschen vollkommen offen sein kann, was mir auch geholfen hat, die Erkrankung so gut zu bewältigen. Auch mein Partner und Vater unseres Kindes steht absolut hinter mir; hat mich sehr darin bestärkt, hoffnungsvoll nach vorne zu schauen. Ich habe vermutlich auch keine klassische paranoide Schizophrenie, wie sie mir bei der ersten Klinikeinweisung diagnostiziert wurde, sondern primär eine posttraumatische Belastungsstörung aufgrund Misshandlungen in der Kindheit. Ich kann mein Leben mittlerweile nach einer Traumatherapie wieder sehr gut bewältigen und bin auch arbeitsfähig und wieder voll in das gesellschaftliche Leben integriert. Ich wünsche mir, eine gute Mutter zu werden, und meinem Gefühl vertrauen zu können, dass mein Partner und ich diese Herausforderungen gemeinsam bewältigen werden. Mein Partner hatte nie irgendwelche Schwierigkeiten damit, dass ich an Schizophrenie erkrankt bin, auch wenn er am Anfang Sorge hatte, wie sich diese Erkrankung auf unsere Beziehung auswirken könnte, haben wir mittlerweile nahezu alle Schwierigkeiten gemeinsam bewältigen können. Ich hatte anfangs sehr große Angst davor, jemanden wirklich intensiv nahezukommen, sowohl emotional als auch körperlich; Schritt für Schritt haben wir jedoch diese Befürchtungen meinerseits abbauen können. Vielen Dank noch einmal für alle eure Antworten und eine gute Nacht.
 
  • #77
Es würde mich sehr interessieren, wie viele Leute ähnlich wie einige meiner Kollegen und Bekannten denken. Vielen Dank im Voraus für eure Antworten.

Du nimmst seit vier Jahren keine Medikamente mehr, daher ist das Risiko einer Schädigung deines Kindes durch Medikamente nicht gegeben.

Da die Nichteinnahme mit den Ärzten abgestimmt war scheinst du dein Problem überwunden zu haben. Mir selbst ist nicht klar ob Schizophrenie generell erblich oder in auch rein Trauma basiert sein kann. Das können deine Ärzte/Therapeuten beantworten.

Wenn es eine reine Trauma-Sache ist besteht auch kein Risiko für euer Kind. Da es bereits unterwegs ist käme für mich auch Keine Abtreibung aus Angst vor möglichen Erbkrankheiten in Betracht.

als wieder gerade und baldige Mutter kann ich Dir nur empfehlen, geh nicht hausieren mit Deiner Vergangenheit. Frisch gebackene Eltern reagieren da ganz rigoros und Du möchtest doch auch Spielgefährten für Dein Kind

Diese Haltung finde ich diskriminierend aber sie ist absolut verbreitet. Daher hat @Thanis recht.

Behalt es soweit es geht für dich, welche Vergangenheit du hast und fordere von Verwandten bzw. Freunden stillschweigen zu diesem Thema bzw. vermeide es diese mit neuen Bekannten aus Mütterkeisen u.ä. zusammen zu bringen.
 
  • #78
Liebe @Laurinchen, mach dir keinen Kopf über andere. Dir und deinem Partner gehts gut, dem Kind auch, was wünscht du dir mehr?

Du kannst offensichtlich mit deiner Krankheit sehr gut umgehen oder hast sie sogar überwunden, das ist doch grossartig.

Sei stolz auf dich und freu dich auf dein Kind.

Dem schließe ich mich voll und ganz an. Offenbar hast du sehr überlegt diese Entscheidung mit Partner und Arzt getroffen, also gib doch nichts drauf, was irgendwelche Fremden sagen, die keine Ahnung haben.

Was sie machen würden, ist doch letztlich egal, für dich und deinen Partner war es die richtige Entscheidung, die ihr auch nicht leichtfertig gefällt habt.

Insbesondere da du ja bereits geschrieben hast, dass deine Erkrankung eine traumatische und keine genetische Ursache hatte.

Wenn man jedem das Kinderkriegen verbieten würde, der irgendeine psychische oder gesundheitliche Disposition hat, sind wir ganz schnell wieder in einer ganz dunklen Zeit.
 
  • #79
@Ejscheff vielen Dank! Ja, ich habe die Erkrankung überwunden, vermutlich auch damals nicht die richtige Diagnose erhalten, da ich wohl primär, was mehrfach ärztlich bestätigt worden ist, an einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten die sich mit psychotischen Elementen überschnitten hat. Eine reine paranoide Schizophrenie, wie sie mir zuerst diagnostiziert worden ist, habe ich definitiv nicht, wohl aber eine Erkrankung mit psychotischen Anteilen. Ich gebe dir Recht, dass es Gefahren mit sich bringt, offen mit der Erkrankung umzugehen. Fremden Personen erzähle ich davon sowieso nicht, sondern wenn überhaupt, sobald sich ein gewisses Vertrauensverhältnis gebildet hat. Trotz aller Besserungen gehe ich regelmäßig ambulant zur Nachsorge und bin auch noch in therapeutischer Behandlung, um mein Kindheitstraumata aufzuarbeiten. Ich glaube, man kann Vorurteile nur abbauen, indem die Menschen, die wie ich unter Schizophrenie leiden, dies nicht als Makel empfinden, sondern sich trotzdem als Teil der Gesellschaft sehen, und sich auch so zeigen. Das ist die eine Seite, auf der anderen Seite läuft man in der Tat Gefahr, abgelehnt zu werden. Natürlich möchte ich, dass unser Kind, sobald es da ist, Spielgefährten hat und von anderen akzeptiert wird, allerdings gehören die Erkrankung und die Folgen zu meinem Leben, und ich möchte, dass mein Kind irgendwann auch einmal davon erfährt. Zumal ich mir nie sicher sein kann, dass ich nicht, wann auch immer, einen Rückfall erleiden könnte. Manche Frauen stabilisieren sich durch eine Schwangerschaft, andere werden ganz besonders in der Spätphase der Schwangerschaft wieder psychotisch. Darüber haben auch mein Partner und ich oft miteinander gesprochen; auch wie wir dann mit einer solch potenziellen Situation umgehen würden, ohne uns vor Sorge zu sehr verrückt zu machen. ( Im wahrsten Sinne des Wortes) Ich würde gerne noch fragen, was ihr meinem Partner raten würdet, der mich gefragt hat, wie er reagieren könnte, wenn er mit Vorwürfen konfrontiert wird, weil ich mittlerweile schwanger bin. Auch er hat leider von einigen Bekannten und sogar engeren Freunden erhebliche Kritik zu hören bekommen, weil er, so wörtlich, "eine Geisteskranke geschwängert habe." Das hat uns beide sehr verletzt und uns auch dazu veranlasst, die Beziehung zu einigen Freunden zu überdenken. Es tut mir sehr weh, ihn darunter leiden zu sehen, und gleichzeitig das Gefühl vermittelt zu bekommen, das wir etwas Unrechtes oder Verwerfliches getan haben. Euch noch mal recht herzlichen Dank für die offenen und respektvollen Antworten und ein schönes Wochenende.
 
  • #80
Sei mir nicht böse, aber so wie du über dein Umfeld und das deines partners erzählst, kommen mir erhebliche Zweifel ob die Entscheidung für ein Kind wirklich so gut war. Du sagst einerseits, du wärst falsch diagnostiziert worden, dass sagen eigentlich fast alle, dann sprichst du davon, dass deine Schizophrenie in der Spätphase der Schwangerschaft wieder aufflammen könnte. Ich bin ehrlich, ich finde es absolut unverantwortlich, mit einer solchen Diagnose ein Kind zu bekommen. Ein Kind ist kein Gegenwart, denn man haben will oder glaubt zu müssen. Kannst du dir eigentlich im entferntesten vorstellen, wie schrecklich eine psychisch kranke Mutter für ein Kind ist? Ich schreibt bewusst nicht : sein kann. Es wird sein. Euer armes Kind. Du versuchst hier Streicheleinheiten zu bekommen und die Bestätigung, dass alles gut ist und euer Umfeld euch nicht versteht und deshalb die Schwangerschaft ablehnt. Ich denke eher, euer Umfeld sieht das völlig richtig. Warum ich so reagiere? Meine Mutter war psychisch krank. Und ich finde, eine Kindheit mit so einem Menschen mutet man niemanden zu. Ein Kind ist kein Haustier.
 
  • #81
Meine Mutter war psychisch krank. Und ich finde, eine Kindheit mit so einem Menschen mutet man niemanden zu. Ein Kind ist kein Haustier.

Ich denke es gibt viele Mütter, die psychisch krank sind. Die jedoch nicht mal halbwegs ein Einsehen haben, dass bei ihnen nicht alles ganz rund läuft und die ein Kind ebenso wie ein Statussymbol oder Haustier betrachten, was doch bitte nach ihrem Gutdünken zu funktionieren habe, was manipuliert wird. Das fängt doch schon bei den Helikoptermüttern an, die sich lebenslang an ihre Kinder kletten und diese terrorisieren.
Nur sind sie nicht in Behandlung und deswegen nicht offiziell krank. Denen spricht keiner ab, dass sie keine Kinder hätten haben sollen.

Die Fragestellerin hingegen ist sich ihres Problems bewusst, lässt sich helfen und geht für meinen Eindruck sehr verantwortungsvoll damit um.

Mütter, die körperliche Behinderungen wie z.b. ein Down-Syndrom in Kauf nehmen, finde ich eigentlich viel schlimmer. Denn dann weiß man, dass das Kind unter der Behinderung leiden wird, bei der Fragestellerin hingegen besteht lediglich ein Risiko, dass es unter der Fragestellerin eines Tages leiden könnte. Aber das ist ja nun jedem seine eigene Entscheidung.
 
  • #82
Die Fragestellerin hingegen ist sich ihres Problems bewusst, lässt sich helfen und geht für meinen Eindruck sehr verantwortungsvoll damit um.

@Laurinchen ist noch nicht einmal akut krank. Sie ist zur Zeit gesund.

Der Kommentar von @HollyGolightly ist dagegen übergriffig. Sie projiziert ihre Kindheitsprobleme auf die Fragestellerin.

Ich z.B. bin auch grundsätzlich einer Beziehung mit einem Menschen mit schweren psychischen Problemen ggü. negativ eingestellt. Siehe der Mann um den es ursprünglich in diesem Thread geht. Im speziellen Kontext von @Laurinchen sieht die Lage aber ganz anders aus.
 
  • #83
@HollyGolighty
Vielen Dank für deine Antwort. Ich bin zuerst als schizophren diagnostiziert worden, weil es im Bereich posttraumatischer Belastungsstörung und Schizophrenie große Überschneidungen gibt. Die beiden Diagnosen sind nicht klar voneinander zu trennen. Aufgrund meines Traumas ist nun eindeutig durch einen Psychiater geklärt, dass ich primär eine posttraumatische Belastungsstörung habe, mit psychotischen Anteilen. Die Symptome einer Schizophrenie erfülle ich nicht in ausreichendem Maße. Anfangs waren sehr viele gegen die Beziehung meines Partners mit mir einer kranken Frau. Diese Ablehnung konnten wir jedoch abbauen, als wir zeigen kommen, wie gut wir zusammen passen, und nachdem wir jahrelang miteinander gelebt haben, hat hatten wir das Gefühl, unser Umfeld hat es akzeptiert und freut sich sogar für uns. Zu vielen haben wir ein sehr enges Verhältnis aufbauen können; wenn wir jetzt nach den Gründen für die Ablehnung fragen, kommt leider nur als Antwort, "dass man eine Schwangerschaft eben nicht bei einer psychischen Erkrankung verantworten könnte." Das ist eine so allgemeine Aussage, daß diese sich meiner Ansicht nach einem Vorurteil anhört.
 
  • #84
@Joggerin deine Meinung teile ich absolut, es gibt sehr viele Menschen, die einfach keine Diagnose haben, sich jedoch trotzdem nicht um ihre Kinder gut kümmern. Ja, ich versuche tatsächlich, so verantwortungsbewusst wie möglich mit meiner Schwangerschaft umzugehen, deshalb macht mich sehr traurig, dass ich so viel Ablehnung erfahren habe. Ich fühle mich von einigen fast wie eine Straftäterin behandelt; mir wird Verantwortungslosigkeit vorgeworfen, weil ich es wage, bei einer psychischen Erkrankung ein Kind in die Welt zu setzen - niemand kann oder möchte mir näher erklären, was in meinem Fall - außer der Erkrankung an sich - tatsächlich gegen eine Schwangerschaft spricht. Das ist für mich so allgemein, dass ich damit gar nichts wirklich anfangen kann. Ich glaube auch, dass es ein ganz weites Feld ist, wer Kinder haben sollte und wer nicht, und dass sehr viele Menschen Ablehnung erfahren, wenn sie sich trotz einer Erkrankung dazu entschließen, Kinder zu bekommen. Ich glaube allerdings auch nicht, dass kranke Menschen allein aufgrund ihrer Erkrankung schlechtere Eltern sind. Und ja, mit diesen Vorurteil werden auch viele körperlich Erkrankte konfrontiert. Du hast mir damit sehr auf der Seele gesprochen.
 
  • #85
Liebe Fragestellerin, noch ein paar Tipps. Fragen Sie generell andere Leute nicht so oft und nicht bei sehr persönlichen Dingen nach ihrer Meinung. Auch nicht Verwandte und Freunde! Und bitte rechtfertigen Sie sich nicht dauernd - Sie sind ständig in Verteidigungshaltung. Sie bieten anderen Menschen zu viel Angriffsfläche! Erzählen Sie nicht so viel Persönliches. Fragen Sie nicht nach anderen Meinungen. Verteidigen Sie sich nicht. Ich würde mich von Leuten distanzieren, die über mich urteilen! Auch von Verwandten und Freunden! Tun Sie alles, was Sie für sich als gut und richtig empfinden. Reden Sie nur mit ihrem Therapeuten über die persönlichsten Dinge/ Probleme. Grenzen Sie sich gegen andere ab! Sie haben das Recht dazu und das ist auch nicht “böse“ (entsprechende Vorwürfe könnten kommen - ignorieren!). Sie können alleine mit Ihrem Partner entscheiden, dass Sie ein Kind möchten.
 
  • #86
Du hast also hier deshalb gepostet, damit du positive Bestätigung erfährst. Das war wohl deine Intention. Und das hast du gut gemacht, denn die meisten sind genauso der Ansicht wie du, dass eine Schwangerschaft in deinem Zustand kein Problem darstellt. Ich bin nicht dieser Ansicht, ich bin immer noch der gleichen Ansicht, dass psychisch kranke Menschen keine Kinder bekommen sollten. Und zwar wegen der Kinder. Ich z.b. hätte gerne einen Hund, aber da ich Hunde sehr liebe werde ich das nicht tun, denn in meiner Wohnsituation in einer Großstadt, wenn auch in einer großen Wohnung, würde ich dem Tier keinen Gefallen tun. Ich weiß, ein Kind ist kein Hund, aber man kann vom einem auch sehr gerne auf das andere schließen. Du möchtest gerne das Kind, das ja auch schon entstanden ist und sich die Frage im Grunde auch ad absurdum führen lässt. Aber aus Verantwortungsgefühl wäre es eigentlich besser zu sagen, ich möchte das unbedingt, aber es ist für das Leben, das entsteht nicht gut, in einem solchen Umfeld aufzuwachsen und deshalb, genau aus diesem Grunde, weil ich es schon jetzt so liebe, werde ich es nicht tun. Nun ist es entstanden, und du wirst damit umgehen müssen.
 
  • #87
Guten Abend an alle, ich habe in den letzten Monaten nicht mehr geschrieben; möchte jedoch noch einmal betonen, wie dankbar ich für die zahlreichen Antworten, die ich auf meine Beiträge erhalten habe, war. Unser Sohn ist mittlerweile gesund auf die Welt gekommen und es geht uns allen sehr gut! Ich weiß, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe und habe auch gelernt, mehr auf mich selbst zu vertrauen. Krankheitssymptome welcher Art auch immer erlebe ich überhaupt nicht, auch die ganze Schwangerschaft verlief völlig problemlos. Ich glaube, dass der Faktor Traumata in der Kindheit bei dieser Erkrankung sehr unterschätzt wird, zumindestens bei einigen Patienten. Ich kann heute viele irre Ideen und Vorstellungen, die ich damals hatte, viel besser verstehen, seit ich sie in einen sinnvollen Bezug zu meiner Lebensgeschichte gesetzt habe. Wünsche ein einen schönen Abend liebe Grüße Laurinchen☺️🌷
 
  • #88
Ich fürchte, ich könnte mich nicht dazu überwinden, mit so jemandem eine Partnerschaft anzufangen, auch wenn das natürlich ungerecht ist. Dagegen hätte ich bei jemandem mit transplantiertem Organ oder anderen rein körperlichen Leiden kein so großes Problem. Ich finde, psychische Erkrankungen sind einfach sehr unberechenbar. Der Stiefvater meiner Mutter war schizophren und die Schwester einer guten Freundin von mir sowie die Mutter einer anderen. Und noch zwei Kumpel meines Ex-Freundes, da auch durch Cannabis/Pilze ausgelöst (aber die Veranlagung war schon in der Familie, wäre also vielleicht auch so ausgebrochen, weiß man nicht). Alle Fälle außer einem sehr extrem. Ein normales Leben hat außer der einen Ausnahme niemand von denen nach Ausbruch geführt, trotz Medikation. Es ist ein Auf und Ab im Leben. Ich denke, wenn bei meinem Partner diese Krankheit ausbrechen würde, würde ich alles versuchen, damit zu leben und ihn zu unterstützen. Aber jemanden schon damit kennenzulernen, an dem man noch nicht hängt...
Mir wäre auch die finanzielle Seite recht egal; ich würde auch als Hauptversorger arbeiten. Aber alle, die ich kenne, sind einfach psychisch sehr labil und können mit Krisen nicht gut umgehen. Ich würde mit jemandem, der so eine durchaus schwerwiegende Krankheit hat, die eben nicht ausheilt, auch keine Familie gründen. Kinder bedeuten Stress, wenig Schlaf - das alles sind Auslöser für neue Schübe. Außerdem hat es eine erbliche Komponente, und wenn ich selbst betroffen wäre, würde ich diese Gefahr nicht an meine Kinder weitergeben wollen. Aber da denkt natürlich jeder anders.
Ich verstehe, wenn hier Angehörige sich wünschen, dass ihr Bruder, ihre Schwester,... einen Partner findet. Das ist die rein emotionale Sichtweise. Aber aus Sicht des Partners ist es eben nicht so einfach wie ein nur "normal" durchschnittlich belasteter Mensch. Die möglichen positiven Seiten wie sehr sensibel und empfindsam wiegen die negativen meiner Meinung nach nicht auf.
Wie gesagt, meine Kontakte zu den schizophrenen Menschen in meinem Umfeld waren immer sehr abschreckend. Einer hat sich mittlerweile suizidiert, eine war lange obdachlos und kann für sich selbst nicht sorgen, die Mutter meiner Freundin konnte sich um sie nie kümmern, da sie eine Gefahr für ihr Kind darstellte usw. Ausnahme ist ein Mann. Er merkt, wenn ein Schub kommt, nimmt Medikamente, hat zwei Kinder. Er hat den Job gewechselt (kann aber voll arbeiten) zu einem weniger stressigen, um Stress als Auslöser zu meiden. Da klappt es ganz gut, und da wusste seine Frau auch schon zu Beginn, was das Problem ist. Ist aber wie gesagt eine recht milde Ausprägung.
Daher zum Schluss: Wenn das bei deinem Freund genauso ist, dann mag das ja gut klappen. Herzlichen Glückwunsch zur Geburt!

w, 36
 
  • #89
Nein, bitte nicht. Tun Sie sich das nicht an. Es ist ein Auf und Ab und irgendwann sind Sie Schrott. Man kann sich von diesen Menschen nicht gesund abgrenzen. So verzweifelt können Sie doch nicht sein, sich so jemanden antun zu wollen. Da ist in Frieden Single sein und dem Glück immer wieder die Hand hinhalten tausendfach besser und bietet höhere Lebensqualität.
 
  • #90
Ich fürchte, ich könnte mich nicht dazu überwinden, mit so jemandem eine Partnerschaft anzufangen, auch wenn das natürlich ungerecht ist.

Bist Du ernsthaft der Meinung, dass es in Beziehungen "Gerechtigkeit" geben muss oder kann oder sollte? Wie sieht "Gerechtigkeit" dann aus? Muss ich jede Frau nehmen oder muss jede Frau mich nehmen? Ist es "gerecht", dass ich eine Frau nehmen muss, wenn ein anderer Mann sie nicht will? Oder ist "gerecht", wenn ich nach der dritten missglückten Partnerschaft keine Frau mehr finde?
 
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