• #1

Ist eine Scheidung unwichtig?

Liebe Community,

ich bin ziemlich durch den Wind und würde gerne Euere Meinungen zu meinem Problem wissen... vielleicht hat jemand Ähnliches erlebt, oder eventuell gab es unter ähnlichen Vorzeichen sogar bei jemandem ein happy end?

Ich (47) habe seit ca einem halben Jahr eine sehr schöne und innige Beziehung mit einem tollen Mann (48). Wir haben viel gemeinsam, können wunderbar miteinander reden und lachen, haben ähnliche Werte und Vorstellungen vom Leben... haben unsere Familien, Kinder und Freunde gegenseitig kennengelernt und es ist schön, wohlwollend und entspannt.

Mein Freund lebt seit über fünf Jahren von seiner Frau getrennt, die Kinder sind 15 und 16.... die Frau hat nie wirklich gearbeitet, und er ist nach wie vor der Versorger der Familie. Scheidung war bis jetzt kein Thema.

Eine Beziehung, geschweige denn ein Zusammenleben mit einem „noch verheirateten“ Mann ist für mich nicht lebbar, habe ich zu Anfang sehr deutlich kommuniziert.... eine solche Erfahrung hatte ich schon mal, ziemlich schmerzhaft und energieraubend. Ich habe unsere Beziehungsanbahnung nur vertieft weil er mir glaubwürdig versichert hat, es wäre nur noch eine Formalität, und es gab bis jetzt keinen Grund es zu regeln. Auf das Versprechen sich zeitnah darum zu kümmern folgten nun einige Wochen ohne eine einzige Handlung in diese Richtung. Auf meine erste Nachfrage gab es vor kurzem einen unschönen Streit, mit seiner Aussage, er könne sich eine Scheidung gerade eigentlich überhaupt nicht leisten, diese würde dann zur Last seiner Kinder gehen (wegen darauffolgender Änderung der Steuerklasse) und deren Wohl hat nun mal höchste Priorität. Grundtenor ist, es wäre doch auch so alles wunderschön zwischen uns, er liebt mich sehr, ich möge doch bitte Geduld haben, er wird bestimmt schon irgendwann geschieden sein.

Ich bin geschockt, enttäuscht und emotional absolut auf dem Rückzug, und nehme innerlich Abschied. Ein paar nette Stunden in maximaler Unverbindlichkeit war nicht das Beziehungsmodell, welches ich gesucht habe.

Ich bin dankbar über jede Meinung....
Endura
 
  • #2
Kommt mir bekannt vor, mein Ex hat auch darauf gewartet, dass sich das "Problem" alleine löst, hab einfach die logische Konsequenz der Scheidung vermisst, hab es als Hintertürchen offen halten empfunden.
Irgendwann habe ich gemerkt, dass entweder er etwas ändern muss, also Scheidung , oder ich ändere meine Sichtweise.
Hab meine Sichtweise geändert und ihm mitgeteilt: "Ach weißt du, eigentlich ganz praktisch. Ich nehme die angenehme Seite der Beziehung mit, sobald es teuer oder unangenehm wird, kann ich dich guten Gewissens vor ihrer Tür abstellen. Schließlich bekommt sie auch die Witwenrente."
Fand er nicht so witzig. Ich schon.
Kann ihn schließlich nicht ändern, nur meine Sichtweise.
Und mit der ging es mir dann gut:)
 
  • #3
Die Frage ist worum geht es Dir? Er will bestimmt nicht zurück zur Ex oder? Also ist es doch nicht so schlimm, eine Bekannte lebte vom Mann jahrzehntelang getrennt, und hatte schon jahrelang einen neuen Partner.
Das
weil er mir glaubwürdig versichert hat, es wäre nur noch eine Formalität, und es gab bis jetzt keinen Grund es zu regeln.

und
er könne sich eine Scheidung gerade eigentlich überhaupt nicht leisten,

das, passt halt nicht zusammen, auf die Frage hin warum er dir das nicht gleich gesagt hat, wird er wohl geblockt haben. Wenn du finanziell nicht für ihn aufkommen mußt weil er alles an seine Familie abliefert, ihr auch auf Urlaub fährt, du dich wohl fühlst mit ihm und er nicht knausert, kannst du es schon versuchen. Schlimmer ist die Lüge, dass es doch nicht eine so jederzeit zu erledigende Formalität wäre. Was ist die Gattin denn vom Sternzeichen? Könnte Aufschluss geben über ihr beruflichen Ziele, schließlich sind die Kinder aus dem Gröbsten raus, das gibt natürlich auch Zunder, wenn er nicht auf die Idee kommt, dass sie arbeiten gehen könnte, wenigstens Teilzeit.
 
  • #4
Diesbezüglich wirst Du hier sehr unterschiedliche Meinungen lesen. Unser ehemaliger Bundespräsident lebt seit 30 Jahren getrennt von seiner Ehefrau und seit über 13 Jahren mit Daniela zusammen. Scheint diese nicht wirklich zu stören. Möglich ist also alles.
ertieft weil er mir glaubwürdig versichert hat, es wäre nur noch eine Formalität, und es gab bis jetzt keinen Grund es zu regeln
Das finde ich nun Deinerseits sehr naiv. Er lebt bereits seit 5 Jahren getrennt - was ein ziemlich langer Zeitraum ist - und Du glaubst ihm, dass er aufgrund Eures Kennenlernens sofort die Scheidung anstößt. Die Steuerklasse hätte er schon vor 5 Jahren wechseln müssen.
Ich bin geschockt, enttäuscht und emotional absolut auf dem Rückzug, und nehme innerlich Abschied. Ein paar nette Stunden in maximaler Unverbindlichkeit war nicht das Beziehungsmodell, welches ich gesucht habe.
Mit der Meinung bist Du auch ziemlich rigide, es wundert mich, dass Du überhaupt was mit ihm angefangen hast.
Ich vertrete sogar die gängige US Scheidung ( zack Trennung beschlossen und zack zum Scheidungstichter), ich brauche auch kein vom Staat vorgeschriebenes Trennungsjahr und keine Steuerklasse der Welt würde mich dazu veranlassen mit einem Mann nur noch pro forma verheiratet zu sein. Aber dies ist meine Meinung, der Andere kann natürlich eine andere haben. Inwieweit dies dann kompatibel ist, ist die Frage. Eine Scheidungsdurchführung kann sehr simpel sein. Der Termin dauerte bei mir ca. 20 Minuten und wir hatten einen gemeinsamen befreundeten Anwalt mit dem wir uns vorher 1 Stunde zusammen setzten. Also nicht wirklich zeitaufwändig. Bei Dir klingt es aber etwas anders, da er immer noch der Ernährer ist. Würde vielleicht mal Zeit dies zu ändern. Also, möglich ist alles, man muss es nur wollen. Und viele schrecken davor zurück, weil angeblich zuviel Bürokratie, zuviel Geldverlust, zuviel Angst, dass die Kinder vorenthalten werden etc.
W,54
 
  • #5
Liebe Endura,
ich habe tatsächlich sehr Ähnliches erlebt - teilweise identische Worte, und das erste halbe Jahr war wie von dir oben beschrieben. Aus heutiger Sicht bin ich zu lange geblieben, trotz der (für mich) unklaren Verhältnisse, die der Mann nicht ändern wollte. Im Nachhinein ist mir klargeworden, dass der Mann sich mit der Nicht-Scheidung nicht wirklich und endgültig zu mir bekannt hat, und letztlich stand das immer zwischen uns. Warum er sich nicht hat scheiden lassen, ist dabei wirklich egal (vielleicht Schuldgefühle, weil er sich getrennt hat). Die von deinem Partner vorgebrachten Gründe sind zum Teil fadenscheinig, aber vor allem wiegelt er ja ab, das ist vermutlich auch für dich das Verletzende. Stattdessen wäre es ja gut, wenn er z.B. sagen würde: „Du bist mir sehr wichtig und ich möchte mit dir zusammen sein, deshalb lass uns GEMEINSAM überlegen, wie wir es zusammen finanziell schaffen können. Ich erkundige mich noch einmal bei einem Anwalt, wie ich meine Kinder gut absichere. Meine ehemalige Partnerin muss sich dann eben Arbeit suchen, die Kinder sind ja alt genug.“ Im Moment seid ihr beide in einem Dreieck mit seiner Frau (ja, sie ist SEINE Frau, nicht du) gefangen - da kann keine neue verbindliche Beziehung entstehen.

Wichtig ist: Du hast deinen Standard von Anfang an kommuniziert (kein Zusammenleben mit einem noch verheirateten Mann), und das ist dein Standard, von dem du nicht abrücken solltest. Im Gegenteil: Wenn ich deine Zeilen lese, müsste dein Standard lauten: kein „Dating“, keinen näheren Kontakt mit Männern, die nicht wirklich Single sind. Denn du bist ja schon zum zweiten Mal in dieselbe Falle getappt. Da schau bitte, dass du deine Bedürfnisse künftig konstant ernstnimmst. Dir ist eine Beziehung mit Perspektive wichtig, dann musst du klar sein von Anfang an: kein näheres Kennenlernen von Männern, die gebunden sind, egal was sie über eine angeblich bevorstehende Scheidung sagen. Es zählen Taten, nicht Worte.

Bei dem jetzigen Mann könntest du deine Bedürfnisse ein letztes Mal klar äußern und dann ebenso klar sagen, dass du gehst, wenn er keine konkreten Schritte zur Scheidung unternimmt. Und dass du ihn vorerst nicht triffst, bis er gehandelt hat. Absolute Konsequenz also. Denn im Moment hat er es doch sehr bequem: Ab und zu „muckst du ein bisschen auf“ und dann wird weitergekuschelt.

Einen Mann, der nicht in letzter Konsequenz zu dir steht, brauchst du nicht.

Alles Gute dir!
w56
 
  • #6
Guten Morgen,

für mich persönlich waere das von Anfang an nichts gewesen. Eine Beziehung mit jemandem einzugehen, der keinen klaren Schlussstrich zieht, das könnte ich nicht.
Der Frau geht es ja gut, wenn er den Versorger spielt und sie bei so großen Kindern nicht arbeiten geht. Da ist er ganz schön dumm. Aber das muss er entscheiden.
Steuerliche Vorteile, naja er hat netto wohl mehr und dieses mehr drückt er an die Familie ab und kann seinen Teil behalten. Bei Steuerklassenwechsel sehe das wohl finanziell für ihn anders aus. An sich gar nicht so dumm.
Was sagt er denn zu deinen Einwänden?
 
  • #7
Also Moment mal, ihr seid gerade mal ein halbes Jahr zusammen, da verlangst du schon die Scheidung von der Ex, die ja offensichtlich wirklich nur eine Formalie ist? Das ist vermessen. Lass ihm doch Zeit. Lass eure Bezieung erst mal reifen. Nach einem halben Jahr ist noch gar nichts klar. Die Bewährungsphase kommt erst noch. Nach zwei oder drei Jahren ist man dann bestenfalls so gefestigt, dass man bahnbrechende Entscheidungen treffen kann wie zusammenziehen oder Scheidung von der Ex. Es ist viel zu früh, darüber zu reden. Du hast ihm deine Sichtweise gesagt, das ist ok, er weiß woran er ist. Er sagt doch selber, dass du Geduld haben sollst und er bestimmt geschieden wird. Das ist doch toll, so eine Aussage. Die Kinder sind kurz vor dem Erwachsenwerden, da erledigt sich die finanzielle Frage doch auch irgendwann.

Ich finde, du machst nach so kurzer Zeit zu viel Drama. Pass auf, dass du diesen tollen Mann damit nicht in die Flucht schlägst.
 
  • #8
Ich (47) habe seit ca einem halben Jahr eine sehr schöne und innige Beziehung mit einem tollen Mann (48). Wir haben viel gemeinsam, können wunderbar miteinander reden und lachen, haben ähnliche Werte und Vorstellungen vom Leben... haben unsere Familien, Kinder und Freunde gegenseitig kennengelernt und es ist schön, wohlwollend und entspannt.
Wie schön.

Ihr kennt euch seit 6 Monaten. Nun setzt Du alles daran eure Beziehung zu zerstreiten.

Der Mann ist 48, hat eine Frau die nie gearbeitet hat, 2 unterhaltspflichtige Kinder.

Die Situation der Frau auf dem Arbeitsmarkt, vermutlich ähnlich alt wie er: Keine Berufserfahrung, Einkommensaussichten zur Sicherung des Lebensunterhalts, miserabel. Lässt er sich nun dir zuliebe scheiden bedeutet das für ihn mindestens 600€ weniger durch mehr Lohnsteuer. Rechnest Du mit dem Wegfall des Trennungsunterhalts könnte das in diesem Fall nach hinten losgehen.

Ich finde die Entscheidung des Mannes vernünftig. 1. kann er rechnen, 2. wertschätzt er die Mutter seiner Kinder, 3. sieht er den eigenen Anteil, seine Frau in guten Zeiten nicht zur Aufnahme einer Berufstätigkeit motiviert zu haben. 4. denkt er, vielleicht auch aus diesem Grund, an ihre Witwenrente.
Ich bin geschockt, enttäuscht und emotional absolut auf dem Rückzug, und nehme innerlich Abschied.
Lies bitte das 1. Zitat nochmal, dann erkläre obige Haltung in einer relativ frischen Beziehung. Vor allem wäre interessant, wie man von einem Stück Papier (denn mehr ist es nicht) Liebe abhängig machen kann.
Ein paar nette Stunden in maximaler Unverbindlichkeit war nicht das Beziehungsmodell, welches ich gesucht habe.
Wo siehst Du Unverbindlichkeit? Er hat dich mit Kindern, Familie, Freunden, bekannt gemacht und für perspektivische Aussichten (eventuelle gemeinsame Wohnung) ist es noch viel zu früh. Hab Geduld, falls Du ihn liebst.
 
  • #9
Selbst SCHULD. Diese Menschen sind eh nie frei, da sie schon Familie haben, egal ob geschieden, getrennt lebend oder sonstiges an Wohnmodellen.

Letzten Endes stehen dann die blutsverwandten Enkel auch bald vor der Tür und Du kannst sicher sein, dass Du so einiges querfinanzieren darfst.

Willste das?

Falls nicht, dann lass das sinnlose lala mit dem Typen da und suche kinderlose ungebundene Männer, die verhüten und ihren Haushalt selbst machen.

Alles andere ist dumm.
 
  • #10
Ich bin geschockt, enttäuscht und emotional absolut auf dem Rückzug, und nehme innerlich Abschied. Ein paar nette Stunden in maximaler Unverbindlichkeit war nicht das Beziehungsmod
Alles nachvollziehbar.
Doch am sinnvollsten wäre es gewesen, sich gar nicht auf ihn einzulassen, bevor die Scheidung durch ist.
Denn ein wenig unglaubwürdig kommt das ja dann schon rüber, wenn du eigentlich keine Beziehung zu einem verheirateten Mann willst und nun eine eingegangen bist.
Aber nun ist es eben zu spät.
Überlege dir was du tun willst. Theoretisch kannst du trotzdem mit ihm zusammen sein und sogar zusammenziehen.
Was ich ihm nochmal in aller Klarheit sagen würde, ist dass du nicht angelogen werden willst. Und das hat er ja somit getan.
Vor allem wäre es sein Ding gewesen bei dir das Gespräch zu suchen um dich auf seine neue Gesinnung hinzuweisen.
alles Gute für dich
 
  • #11
Gab es nicht ein paar Politiker, die verheiratet mit einer neuen, anderen Lebensgefährtin lebten?

Schauen wir doch die Fakten an:
Du sagst, die Scheidung ist für Dich Beziehungsgrundlage. Er stellte Dir dies in Aussicht. Jetzt kommt heraus, dass er Dich hierüber einfach belogen und Dich in die Beziehung hinein getäuscht hat. Er lügt, wenn es ihm einen Vorteil bringt. Worüber hat er Dich noch belogen?

Das ist bitter.

Du forderst die Scheidung zu Recht als Zeichen, dass die andere Beziehung abgeschlossen ist.

Darum geht es doch! Er soll offen für eine Beziehung mit Dir sein und nicht mehr mit der vorherigen Beziehung mit einer anderen Frau besetzt sein.
Ist er frei für eine neue Beziehung?

Für mich hört es sich mehr nach einer Ehe mit getrennten Wohnungen und vielleicht ohne (?) Sex an.
Hast Du auch seine Ehefrau kennengelernt? Wer weiss, wieviel Zeit und Energie er neben dem Geld tatsächlich noch in die Ehe unter dem Deckmantel "Familie" steckt.

Je älter seine Frau wird, je länger die Ehe dauert, desto unwahrscheinlicher wird es, dass er seine arme Frau verlässt.

Wie ist seine finanzielle Situation?

Wenn Du als fleissige, selbständige Frau ggf. künftig noch seine Familie und seine nicht-arbeitende Frau quer finanzierst, weil er sich Deinen Lebensstandard nicht leisten kann und Du für ihn mitzahlst, stößt es Dir wahrscheinlich irgendwann bitter auf.
 
  • #12
Für mich sind weder Heirats- noch Scheidungspapiere je wichtig gewesen. Wichtig dagegen finde ich das Verhalten meines Partners mir gegenüber.

Weder Heirat noch Scheidung sind ein Garant dafür, dass mein Partner immer zu mir stehen wird - bzw. ich selbst sicher bin, ewig in dieser Konstellation zu bleiben. Unsere Zuversicht ist die anhaltende Liebe zueinander. Die baut allerdings nicht auf ein Papier auf!
(Ich lebte, übrigens, weit über 10 Jahre »getrennt«; unserer Beziehung hat das nicht geschadet. Die Scheidung von meinem früheren Mann erfolgte später aus formalen Gründen, nicht weil einer von uns sie eingefordert hätte).
 
  • #13
Liebe FS..... ich kann deine Enttäuschung zu recht sehr gut verstehen. Ich würde mich auch zurück ziehen. Es ist immer das gleiche mit den verheirateten Männern, kannst du hier im Forum immer wieder lesen. Er wird sich nicht von seiner Frau und den Kindern trennen. Es ist immer wieder das gleiche Spiel, ich würde mir so etwas auch nicht antun. Er ist nicht ehrlich zu dir, er möchte seine Familie und dich als Geliebte. Ich wünsche dir alles Gute.
 
  • #14
Ich kann nur mit dem Kopf schütteln.

Du weisst vorher, dass für dich ein nicht geschiedener Mann nicht in Frage kommt und lässt dich wissentlich darauf ein, warum? Und das mit 47 Jahren? Kümmere dich lieber erstmal um dich!

Wie würdest du anstelle des Mannes das alles machen? Ich finde den Kompromiss, den er eingegangen ist (nicht scheiden lassen, der Kinderförderung zuliebe), gar nicht so verkehrt. Ich finde, du hast zu wenig Verständnis und hast dich in seine Lage nicht hineinversetzt.
 
  • #15
Hi,
Leider kann ich nicht mit Erfahrungen dienen, aber ich muss mal wieder meiner Ungläubigkeit Ausdruck verleihen:

Mein Freund lebt seit über fünf Jahren von seiner Frau getrennt, die Kinder sind 15 und 16.... die Frau hat nie wirklich gearbeitet, und er ist nach wie vor der Versorger der Familie. Scheidung war bis jetzt kein Thema.
Dass das alle Parteien mitspielen, finde ich soo krass. Eine Frau, die nicht arbeitet bei so großen Kindern, wow, also in meiner Generation denke ich mir manchmal, dass das ein krasser Luxus ist.
Auch in meinem Freundeskreis gibt es das noch, dass Männlein das Weiblein versorgt, aber da sind die Kinder klein und die Frauen sind beschäftigt. Und irgendwie gewöhnt man sich wohl an den Status Quo, auch wenn die Kinder irgendwann schon recht groß sind.
Manchmal bin ich im ersten Augenblick vielleicht ein bisschen neidisch, dann merke ich aber, dass das kein Modell für mich wäre, da prallen einfach zwei Weltbilder aufeinander.
W35
 
M

mightyMatze

Gast
  • #16
Auf meine erste Nachfrage gab es vor kurzem einen unschönen Streit, mit seiner Aussage, er könne sich eine Scheidung gerade eigentlich überhaupt nicht leisten, diese würde dann zur Last seiner Kinder gehen (wegen darauffolgender Änderung der Steuerklasse) und deren Wohl hat nun mal höchste Priorität.

Diese Behauptung, dass die Wahl der Steuerklasse/der Veranlagungsart irgendetwas mit der Scheidung zu tun hätte hält sich hartnäckig, ist aber einfach falsch (und ich bin vom Fach). Die Möglichkeit der Zusammenveranlagung entfällt nicht mit der Scheidung, sondern mit der TRENNUNG. Ab dem Jahr, das auf die Trennung folgt gibt es keine Zusammenveranlagung mehr und daher für den Lohnsteuerabzug Steuerklasse 1 (oder 2, wenn ein Kind bei ihm gemeldet sein sollte).

Wir haben viel gemeinsam, können wunderbar miteinander reden und lachen, haben ähnliche Werte und Vorstellungen vom Leben... haben unsere Familien, Kinder und Freunde gegenseitig kennengelernt und es ist schön, wohlwollend und entspannt.

Das wäre für mich das entscheidende. Wenn es insgesamt schön ist, dann ist doch der Familienstand nicht das entscheidende. Und wenn er Dich seinen Kindern, seiner Familie und seinen Freunden vorgestellt hat, kann ja von "maximaler Unverbindlichkeit" aus meiner Sicht keine Rede sein. Warum willst Du das wegwerfen nur wegen der Scheidungsfrage?
Ich verstehe zwar auch nicht warum man sich da nicht zeitnah darum kümmert, weil ja der Versorgungsausgleich mit jedem Tag den sie verheiratet bleiben weiter zunimmt (also günstiger wird es durch längeres Warten auf keinen Fall), aber das ist in dem Fall seine Entscheidung. Aber deswegen jetzt die Beziehung in Frage zu stellen ist aus meiner Sicht unnötig.
 
  • #17
Du hast dich ein halbes Jahr lang veräppeln lassen. Natürlich lässt sich der Mann niemals scheiden. Nach dir kommt die nächste Frau, die er genauso hinhält. Wir Frauen akzeptieren viel zu viel. Mein Vorschlag: trenne dich sofort von ihm. Das hier wird nichts mehr. Einen verheirateten Mann würde ich persönlich niemals attraktiv finden.
 
  • #18
Er schiebt auf. Es ist kurzsichtig, mit jedem Jahr steht ihr dann mehr Geld zu. Als nächstes machen natürlich die Kinder Abitur und er kann ihnen den Stress nicht antun. Dann studieren beide und es wäre sonst finanziell zu knapp. Dann kommen die ersten Enkel und Blablablub. Es gibt immer einen Grund.

Ich wäre raus aus der Nummer. Mit vielem kann ich leben, aber da ist meine Grenze. Welche Rolle sollst du denn spielen, wenn die Versorgung der Ex-Familie Priorität 1 hat? Mehr als Freundschaft kann ich so einem Mann nicht anbieten.
 
  • #19
So eine Situation hatte ich bisher noch nicht.
Ist es absolut sicher, dass er wirklich getrennt ist von seiner Frau? Also, hast du die Kinder oder die Frau schon kennengelernt, warst du in seiner Wohnung? Es kommt ja häufig vor, dass die Männer erzählen, sie seien so gut wie geschieden, aber in Wirklichkeit weiß die Frau davon gar nichts und lebt ihr normales Eheleben. Das wäre hier interessant zu wissen. Gibt es da Beweise dafür? Oder nur, was er erzählt hat? Das würde ich erstmal nachprüfen.

Wenn alle über dich Bescheid wissen und es wirklich nur rein um das finanzielle ginge, könnte ich damit vielleicht leben. Ist aber nur theoretisch, wie gesagt. Mir ist Heirat nicht so wichtig. (Bei Erbschaft, Krankheit/Pflege usw. würde es dann später allerdings durchaus Probleme geben könnten.) Aber auch da kommt es vor allem darauf an, wie es dir dabei geht. Wenn du dich damit so unwohl fühlst, dann passt es eben nicht, wenn er da keinen Schritt auf dich zumacht. Ich finde, es müsste zumindest Verständnis dafür haben, dass du verletzt bist. Und so eine vage "ich lasse mich schon irgendwann scheiden"-Aussage, ich solle mich nicht so haben, würde mich absolut auf die Palme bringen.

w, 36
 
  • #20
Für mich ist eine Scheidung nur ein formaler Akt, der jedoch erhebliche finanzielle Folgen hat, an denen nur Staat und Anwälte verdienen. Da fallen schnell mal ein paar 10000 Eur an, gerade wenn Immobilien und Unterhaltsansprüche im Spiel sind. Das muss man sich erstmal auch leisten können.

Ich finde es wichtig, dass ein potentieller Partner innerlich wirklich getrennt und über die Beziehung hinweg ist. Ich hab auch Geschiedene erlebt, die dennoch Jahre später der Frau hinterhertrauern.

Was genau würde sich für dich ändern, wenn er einen teuren Zettel hätte, wonach er geschieden ist?

Willst du unbedingt von ihm geheiratet werden, dass das für dich so wichtig ist? Stört es dich, dass er dort sein Geld investiert (investieren muss)?

Mir persönlich geht auch die romantische Note des Heiraten völlig ab. Ich kann damit nichts anfangen. Entweder liebe ich jemanden oder nicht. Ich liebe nicht mehr, wenn ich eine Urkunde unterschrieben habe. Ich stufe da nicht ab... ich hätte keine Beziehung mit jemanden, den ich nicht auch theoretisch heiraten würde. Aber das sehen andere anders.

Wenn das alles für dich so extrem wichtig ist dann musst du dich eben trennen.

Ich würde mir an deiner Stelle eher ganz genau das Verhältnis zwischen ihm und seiner Frau anschauen und zusehen, dass ich sie kennenlerne und ein gutes Verhältnis aufbaue, den Kontakt wird er aufgrund der Kinder noch die nächsten Jahre mit ihr haben müssen, so das es doch von Vorteil ist, wenn ihr alle gut miteinander auskommt.

Völlig egal, ob er auch auf dem Papier geschieden ist.
 
  • #21
Hm...schwierig.
Ich finde, ihr seid in einem Alter, in dem man ja keine Familie mehr gründet.
Die Beziehung ist, von der geschilderten Thematik abgesehen, wunderschön.
Ich tippe, dass du finanziell allein klar kommst.
Daraus die Essenz: es kann dir egal sein, was er in seine bisherige Familie reinbuttert, solange du ihn nicht finanzieren musst. DAS allerdings würde ich nicht machen.

Am besten fände ich eine LAT-Beziehung. Jeder wirtschaftet für sich und wenn ihr zusammen etwas unternehmen wollt, macht ihr halbe-halbe, bzw. jeder bezahlt für sich.
Falls du und auch er mehr Nähe, mehr tägliche Routine braucht / wollt, könnt ihr ja auch zusammenziehen und trotzdem bezahlt jeder für sich.
Mache dich einfach frei von der Hoffnung zu heiraten und eine Wirtschaftsgemeinschaft mit dem Mann zu bilden. Das ist doch in deinem ( unserem ) Alter nicht mehr notwendig.
Ich hoffe, du brauchst ihn nicht finanziell, dann wäre ein Mann, der noch lange Unterhalt für zwei Kinder bezahlen muss, ohnehin nicht der Richtige.
Meine Tochter wird bald 25, studiert noch und bekommt daher von mir Unterhalt, es kann also noch gut 10 Jahre dauern.

Was meinst du mit 'maximaler Unverbindlichkeit' ?
Dass er dich nicht heiraten will ?
Naja, ich will auch nicht heiraten, bin aber in Bezug auf meine Beziehung sehr verbindlich.
Ich stehe zu meinem Freund, ich bekenne mich zu ihm, bin loyal und treu. Ist das nicht maximale Verbindlichkeit ?
Den Zwang zur gegenseitigen Unterstützung brauche und will ich nicht, denn das ist maximale Unfreiheit.
Freiwillig gebe ich ihm gerne alles, ich will aber nicht durch den Staat gezwungen werden.
Guck doch mal, wie es jetzt an Weihnachten läuft, ob ihr da viel zusammen seid ? Oder ob er viel bei seiner Familie ist. Das fände ich wichtig, wenn du viel Nähe möchtest.

Du bist geschockt und enttäuscht ? Naja, ok, du hast ihm gleich zu Anfang gesagt, dass du eine Beziehung nur führen wirst, wenn er sich scheiden läßt, er hatte zugesagt, zeitnah die Scheidung zu veranlassen und nun tut er es nicht, sondern eiert rum.
Joa, er hat dich belogen.
DAS ist der Punkt, an dem ich deine Enttäuschung verstehe, auch wenn ich in der Sache nicht folge.

Wenn es dir also als unabdingbar erscheint, dass er sich scheiden läßt, dann sage ihm das und setze eine Frist.
Bedenke aber, was du verlierst.
Ich finde nach deiner Schilderung eurer Beziehung, du verlierst viel.

w 52
 
  • #22
Schlimmer ist die Lüge, dass es doch nicht eine so jederzeit zu erledigende Formalität wäre

Was ist daran gelogen? Es ist nur noch eine Formalität = die Beziehung existiert nicht mehr, nur kann er sich die Formalität nicht leisten.
Wie gesagt, locker mal 10000 Eur hat nicht jeder Alleinverdiener auf der hohen Kante, wenn Kinder und Frau zu alimentieren sind.
Jederzeit kamn man das auch erledigen, sofern man die Kohle hat.
 
  • #23
Liebe Community,

Ich (47) habe seit ca einem halben Jahr eine sehr schöne und innige Beziehung mit einem tollen Mann (48). Wir haben viel gemeinsam, können wunderbar miteinander reden und lachen, haben ähnliche Werte und Vorstellungen vom Leben... haben unsere Familien, Kinder und Freunde gegenseitig kennengelernt und es ist schön, wohlwollend und entspannt.
Endura
Das freut mich für Dich, oft sind die zweiten Lieben die schöneren, erfüllenderen, weil man sich selbst besser kennt.
Aufgrund Eures Alters, und Eurer kurzen Beziehung würde ich Dir zur Entspannung raten. Werdet erst mal ein richtiges Paar. Leb einfach. Mein Rat, schau in zwei Jahren noch mal, wer ihr dann seid. Ich denke, es wird dann so kommen, wie Du es Dir wünscht. Ich finde, die Chancen stehen gut.
 
  • #24
Liebe Endura,
dass Thema Scheidung scheint bei dir ein Wichtiges zu sein. Da du nach (positiven) Erfahrungen fragst, hier eine persönliche Geschichte. Als ich meinen jetzigen Partner traf, lebte er seit zweieinhalb Jahren von seiner Frau getrennt. Seine Frau hatte auch bereits seit längerem einen neuen Partner. Die gemeinsame Tochter war zum Studium ausgezogen. Ich bin am Anfang davon ausgegangen, dass die Scheidung schon irgendwann eingereicht wird. Da hat sich aber nichts getan und mit der Zeit habe ich mich schon gefragt, ob es einen Grund dafür gibt, der unsere Beziehung negativ beeinflussen könnte. Die Signale in Richtung Verbindlichkeit von seiner Seite jedoch wurden mit der Zeit immer deutlicher und auch sein Wunsch nach einem räumlichen Zusammenleben. Nach etwa zwei Jahren Beziehung haben wir lange gesprochen und ich habe ihm gesagt, dass mir sein Status ,getrennt lebend’ nicht gefällt und ich erst über ein Zusammenleben nachdenken werde, wenn seine Verhältnisse (es gab u.a. ein gemeinsames Haus mit der Ehefrau) geklärt sind. Das Gespräch verlief ohne Drama und emotionale Erpressungen von meiner Seite. Jetzt, ein gutes Dreivierteljahr später, hat er die zweite Haushälfte von seiner Ehefrau abgekauft und die Scheidung läuft. Ich bin mir aber nicht sicher, ob dir das jetzt hilft, denn nach nur sechs Monaten Beziehung, hätte es bei mir ein solches Gespräch nicht gegeben, da waren wir ja noch beim einander Kennenlernen. Ich wünsche dir alles Gute. Frau (47)
 
  • #25
2 Sachen:

1. Ihr seid erst ein halbes Jahr zusammen. Das ist für mich in der kurzen Zeit noch keine stabile Beziehung, um eine Scheidung einfordern zu können (wollen).

2. Alles kann nichts muss. Es gibt sowas massenweise. Jeder muss für sich entscheiden, wie er oder sie damit umgeht. Persönliches Bespiel von mir: seit Jahren getrennt. Nicht geschieden. Scheidung ist in die Wege geleitet (beim Familiengericht). Zusammen mit neuer Freundin und mit Ihr ein Kind (reden ab und an über Heirat). Klare Kommunikation, warum Scheidung noch nicht vollzogen wurde, aber dass es nicht ewig so weitergehen kann und welche Dinge noch abzuwarten sind. Sie kam damit klar und im Frühjahr wird es dann auch hoffentlich so sein.
 
  • #26
@Endura
Ich bin in deiner Altersklasse und würde mich niemals mit einem verheirateten Mann daten! Das macht man einfach nicht. Er muss erst mit dem Alten abschließen und sein Privatleben und die Finanzen klären. Ihr seid erst 1/2 Jahr zusammen. Dafür ist es reichlich vermessen, ihn zu maximaler Verbindlichkeit und Offenlegung seiner Finanzen zu überreden. Ich würde mich das nicht trauen. Aus meiner Sicht hat dieser Mann ein größeres Finanzproblem oder er ist extrem geizig. Er will die steuerlichen Vorteile weiter in Anspruch nehmen, obwohl er seit 5 Jahren in Trennung lebt. Wer weiß, ob die Ehefrau überhaupt von der Trennung weiß... Für ihn entfällt somit der zweifache Kindesunterhalt, der Unterhalt für seine Ehefrau im Trennungsjahr und der Zugewinnausgleich. Er muss so auch keine Rechtsanwaltskosten und Gerichtsgebühr zahlen. Offensichtlich kann oder will er das nicht stemmen. Du kennst ja sein Vermögen und den Streitwert nicht. Vielleicht ist die Ehefrau krankgeschrieben, wenn sie dauerhaft nicht arbeitet. Dann ist er unterhaltspflichtig! Ich denke du weißt zuwenig und er will dir seine privaten Finanzen nicht offenlegen. Er will ganz sicher keine zweite Ehe nachlegen. Falls du also auf ein Rundum-Sorglos-Paket mit Absicherung im Krankheitsfall und Witwenrente im Alter hoffst, dann hast du den falschen Fisch an der Angel. Ich finde deine Ansprüche auch sehr dreist! Ich vermute, er hält seine Frau und Kinder eher knapp. Wenn er Unterhalt zahlen müsste, könnte er sich in den nächsten Jahren kein angenehmes Leben mehr leisten! Vielleicht ist er bereits verschuldet und bekommt keinen Kredit mehr von der Bank? Vielleicht ist die Ehefrau vermögend und hat geerbt und stellt bis dato keine großen Forderungen an ihn? Vielleicht bietet sie ihm finanzielle Sicherheit? Ich bekomme tatsächlich immer mehr den Eindruck, dass einige geschiedene Frauen sich in der zweiten Runde schnell wieder einen Versorger angeln wollen. War ja sooo schön bequem in der ersten Ehe. Der Run auf die höchste Witwenrente! Stehst du finanziell auf eigenen Beinen und hast in die Altersvorsorge eingezahlt? Wie sieht denn deine Absicherung und dein Kontistand aus? Was hast du angespart an Reserven?
 
  • #27
Hab meine Sichtweise geändert und ihm mitgeteilt: "Ach weißt du, eigentlich ganz praktisch. Ich nehme die angenehme Seite der Beziehung mit, sobald es teuer oder unangenehm wird, kann ich dich guten Gewissens vor ihrer Tür abstellen. Schließlich bekommt sie auch die Witwenrente."
Fand er nicht so witzig. Ich schon.

und

Jeder wirtschaftet für sich und wenn ihr zusammen etwas unternehmen wollt, macht ihr halbe-halbe, bzw. jeder bezahlt für sich.
Falls du und auch er mehr Nähe, mehr tägliche Routine braucht / wollt, könnt ihr ja auch zusammenziehen und trotzdem bezahlt jeder für sich.

Guck doch mal, wie es jetzt an Weihnachten läuft, ob ihr da viel zusammen seid ? Oder ob er viel bei seiner Familie ist. Das fände ich wichtig, wenn du viel Nähe möchtest.


Wenn es dir also als unabdingbar erscheint, dass er sich scheiden läßt, dann sage ihm das und setze eine Frist.
Bedenke aber, was du verlierst.
Ich finde nach deiner Schilderung eurer Beziehung, du verlierst viel.

w 52

Also soviel dazu, was Dir die Foristen zur "Verbindlichkeit" der Beziehung raten..
Wenn es ihm schlecht geht, setzt Du ihn vor die Tür (das macht die Frau doch sowieso nicht) und immer schön 50:50 rechnen, Nachweise für Eigentum aufhebwn usw. wie in der Wohngemeinschaft.

Lass Dir Deine normalen Standards nicht madig machen. Es ist wirklich kein übertrieben hoher Standard, keine verheirateten Männer zu daten. Es ist ein Ausschlusskriterium.
Auch mit 47 ist es normal, in einer Beziehung zusammen zu wirtschaften. Es ist doch normal sich gemeinsam das Auto, die Möbel usw. anzuschaffen oder Pläne zu schmieden.
Es ist auch nicht "viel Nähe", wenn Du Weihnachten mit Deinem Freund zusammen sein willst.

Am liebsten sind mir immer zuratende Ratschläge, wenn sogleich der Forist im Kommentar "Expartner" Schreibt. Da hat es mit der harmonischen Beziehung schon mal nicht geklappt

Schlimm ist doch, dass Du Deine Zeit mit einem nicht verfügbaren Mann verschwendest, der Deine Standards nicht erfüllt, und wegen dieses Beziehungsversuchs keine Augen mehr für den geeigneten Mann hast
 
  • #28
Solange du nicht mit ihm zusammen ziehst, ist alles erstmal gut.
WENN du mit ihm zusammen wohnst, wird nach 12 Monaten DEIN Einkommen zur Berechnung der Unterhaltspflicht an die Kids und die Ex mitgerechnet.
Wenn es dumm läuft, zahlst du dann für die (Ex-) Frau...
 
  • #29
Du hast dich am Anfang eurer Beziehung mit einer schwammigen Aussage von ihm zufrieden gegeben und die Augen verschlossen. Scheidung ist viel mehr als eine Formalität. Es ist eine existentielle Frage. Er hat sich seine Kinder gut großziehen lassen von seiner Frau. Sie wird immer da gewesen sein, um alles zu regeln und er hatte keine Einschränkungen durch die Familie. Sehr bequem für ihn und sicher hat er auch im Beruf davon profitiert, dass er nicht um eine bestimmte Uhrzeit alles stehen und liegen lassen muss, weil die Kita oder der Hort zumacht. Sich morgens früh nicht beeilen müssen und keinen Stress haben, weil die Kinder irgendwo vor der Arbeit abgeliefert werden müssen. Er konnte unbeschwert kommen und gehen ohne Zeitdruck im Nacken wie ein Single. Dafür war er eben die meiste zeit Alleinverdiener. Es hat alles seinen Preis. Seine Bequemlichkeit war ihm scheinbar wichtiger und das Modell funktioniert auch heute wenn man dafür sparsam wirtschaftet und Konsumverzicht übt. Ein Mann der neben dem Beruf sich an Haushalt und Kindererziehung beteiligt, ist ganz anders eingebunden.
Der Ausstieg aus dem Modell wird teuer. Die Frau wird bei der langen Berufspause und in dem Alter keine großen beruflichen Chancen und Möglichkeiten haben. Sie wird sich erst mal qualifizieren müssen durch Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung. Und danach wird es auch nicht rosig aussehen. Möglicherweise wird sie sich trotz arbeiten nie mehr selbst unterhalten können. Dass er jetzt meint, er könne sich das nicht leisten ist nachvollziehbar. Wobei nicht können falsch ist. Es ist eher finanziell nicht sinnvoll. Die Hälfte der Rentenpunkte weg, Zugewinnausgleich und wahrscheinlich nachehelicher Unterhalt.
Evtl. wollen die Kinder studieren. Das kostet.
Wenn er die Steuerklasse noch nicht gewechselt hat, ist er gar nicht offiziell getrennt lebend. Das Trennungsjahr hat dann noch nicht begonnen.
Manchmal ist es die beste Lösung, die Ehe weiter bestehen zu lassen. Wenn er mit der Beziehung an sich durch ist, kannst du trotzdem mit ihm zusammen leben. Du kannst vieles mit Verträgen oder Vollmachten regeln.
Das einzige was dir verwehrt bleibt, ist eine Ehe mit ihm. Ist dir das so wichtig? Wenn alles andere zwischen euch stimmt, klingt das insgesamt doch gar nicht so schlecht. Kinder werdet ihr in eurem Alter keine mehr bekommen, was eine Ehe sinnvoll machen würde.
 
  • #30
... würde mich niemals mit einem verheirateten Mann daten! Das macht man einfach nicht.
»Das macht man nicht!« gibt es nicht - jede/r hat eigene Vorstellungen von der Welt.

Ich freue mich, dass es hier auch einige Stimmen gibt, die nicht rigoros die Papierform/Scheidung einfordern. Ich sehe auch, dass der Freund von @Endura nicht unüberlegt handelt, sondern durchaus im Hinterkopf hat, welche finanziellen Nachteile seine getrennt von ihm lebende Ehefrau und seine Kinder durch die Scheidung hätten.
z.B. würde der Zugewinnausgleich nicht weiter ansteigen (einige Antworten hier scheinen auch in diesem Anspruch ein NoGo zu sehen). Die getrennt lebende Frau ist die Mutter seiner Kinder, sie hat sich jahrelang um den Nachwuchs und um den Ehemann gekümmert, ihm den Rücken frei gehalten. Er war damit einverstanden, dass sie »nie wirklich gearbeitet hat, er der Versorger der Familie« war, ihm hierdurch vielleicht seine berufliche Karriere erst ermöglicht hat (von der, am Ende, @Endura womöglich auch profitiert?).

Hier im Forum schreiben so viele getrennt lebende/geschiedene Verlassene davon, dass sie nun mit leeren Händen dastehen, dass sie finanziell am Ende sind, keine Sicherheit im Alter erwarten dürfen ... und hier, in diesem Thread, wird nicht gesehen, dass sich ein aus der bisherigen Beziehung Ausgestiegener auch noch im Nachhinein finanziell um seine Ursprungsfamilie kümmert?! Ihm wird unlauteres Verhalten vorgeworfen, sogar Lügen.
Eines dürfte klar sein: nach der Scheidung wird es finanziell knapper, für alle Betroffenen. Verdienen werden die Anwälte und Gerichte. Da finde ich das Geld doch besser bei der Ursprungsfamilie aufgehoben.

Die FS dagegen sieht nur sich selbst.
 
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