• #1

Ist er einfach nur überarbeitet oder muss ich mit einer Trennung rechnen?

Liebe Community,
Ich bin seit 15 Jahren mit meinem Mann zusammen, sehr schnell zusammengezogen, Familie gegründet, seit 3 Jahren verheiratet.

Mein Mann ist normalerweise sehr ausgeglichen, ruhig und nicht streitlustig. Er arbeitet seit 35 Jahren in einer Firma im Ort (Luftlinie 1km entfernt), ist ehrenamtlich tätig.

Aktuell arbeitet er mindestens 70 Std/Woche, ist häufig im asiatischen Ausland unterwegs.

Ich organisiere im Haushalt alles, Garten, Kinder und Auto; mittlerweile hat er auch ein Enkerl bekommen; seine zwei erwachsenen Kinder sind regelmäßig bei mir und das Enkerl kommt auch häufig.

Ich halte ihm den Rücken frei wo es nur geht.

In letzter Zeit ist er aber total überlastet, sitzt den ganzen Tag und die halbe Nacht am PC, jammert, dass er nichts mehr am Bildschirm sieht...

Heute morgen frage ich ihn, ob ich das Auto wegen eines Geräusches in die Werkstatt stellen soll, zuckt er verbal total aus, ich solle ihn nicht immer mit solchen Sachen belasten und am liebsten würde er sich trennen...

Ich hab ihn daraufhin wortlos in die Firma marschieren lassen; grüble jetzt aber doch den ganzen Tag, was ich mit den in den Raum geworfenen Worten anfangen soll.

PS: soviel arbeiten wäre nicht notwendig finanziell; er hat jedoch große Angst davor gekündigt zu werden, da er als einer der ältesten in der Firma verhältnismäßig teuer ist.

Eure Gedanken dazu?
 
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  • #2
Schwierig! Seine Drucksituation entschuldigt seine Unbeherrschtheit nicht, aber erklärt sie sehr gut. Da er Global beruflich unterwegs ist gehe ich davon aus das er für einen großen Konzern tätig ist. Dort ist es im Allgemeinen nicht leicht 35 Jahre auf seinem Stuhl zu sitzen ohne das Ständig jemand daran sägt. Jetzt im Fortgeschrittenen Alter ich denke er ist mind. Mitte 50 steht er einige Jahre vor dem Ruhestand. Die Karten in Großkonzerne sind seit mehr als 20 Jahren neu gemischt und wir haben auch hier in D mittlerweile Amerikanische Geschäftsmethoden. Liegt auch daran das die wenigsten Großkonzerne hier noch in Deutscher Hand liegen und die Ausbildungen besser werden. Es gibt genug Anwärter selbst auf die Hoch besetzten Stellen, welche eine Kündigung für die Konzerne leicht machen. Immer mehr wird der Mensch nur noch zum Werkzeug oder als ein solches bewertet und benutzt. Dein Mann weiß was es für ihn bedeutet, " jetzt" in diesem Lebensabschnitt seinen Job zu verlieren und wie dann seine Berufliche Zukunft für die letzten Jahre aussehen könnte. Düster!
Hat er den Zuhause die Möglichkeit seine Sorgen mal zu teilen oder ist er eher der Fresser der alles mit sich ausmacht? Die alte Garde ist oft so unterwegs mit falschen alten Werten ala´der Mann muss alleine und hat zu Sorgen, bla bla bla. Bin selbst so ein eingefleischter Erziehungskrüppel.Vielleicht kannst du ihm einfach nur mal zuhören. Ohne Bewertung oder Ratschläge. Nur zuhören. Das kann schon sehr viel Helfen und ihm wieder ein Gefühl von einem Hafen geben. Seine Aussage auch wenn sie echt Ätzend war, würde ich als sehr unfeine Kurzschluß Reaktion sehen. Euch geht es finanziell gut? Dann nimm den Wagen und bring ihn in die Werkstatt. Ich denke er hat ein Ziel (Ruhestand) vor Augen und wird nun auf den letzten Metern von der Meute ( Wirtschaft) gehetzt. Vermutlich ist seine Pos. nicht so hoch das er im Kündigungsfall entsprechend abgefunden würde. Eine Schreckliche berufliche Situation. Da pukkelt man 35 Jahre und muss dann gegen Ende der Arbeit Angst haben das die Altersversorgung in Gefahr ist. Zumindest ein Teil davon.
Ich hoffe er findet seine Ruhe wieder bei Dir für Euch.
Alles Gute
m46
 
  • #3
Er will sich trennen, weiß aber nicht wie er dir das beibringen soll. Er steht deswegen total unter druck, deshalb sein verbaler Ausraster.
Menschen sagen eigentlich alles was wir wissen müssen.
Die Kunst ist es, genau zuzuhören und das gesagte ernst zu nehmen, ohne selber etwas hinein zu interpretieren.
Verlange von ihm Klartext und lasse dich nicht mit Ausreden abspeisen.
Alles Gute dir.
 
  • #4
Das klingt nach einer schwierigen Zeit für dich... Doch da sehe ich eigentlich nur eine Lösung: Reden. Sprich ihn darauf an, warum er so viel arbeitet und warum er von Trennung spricht. Jedoch musst du hierbei stark auf deine Formulierungen achten, dass da kein vorwurfsvoller Unterton herauszuhören ist, damit kein unsachlicher Streit entsteht. Am besten in einer Situation, in der die Stimmung nicht so angespannt ist, um das Konfliktpotential klein zu halten. Ansonsten kannst du nicht viel machen...

Alles Gute dir!
 
  • #5
Liebe FS,

das kann alles und nichts sein zwischen Euch. Es kann an der Arbeit liegen, auch an Dir / an Ihm. Allerdings denke ich das trotz aller Gereiztheit und Stress wegen des Jobs irgendwas im Argen liegt bei Euch. Und zwar deshalb:

zuckt er verbal total aus, ich solle ihn nicht immer mit solchen Sachen belasten und am liebsten würde er sich trennen...

Wenn jedoch in Ordnung wäre, dann käme der Satz doch nicht. Hat er in Asien was gefunden, was ihm bei Dir fehlt?

Irgendwas ist ihm zu viel. Und es ist ein leichter sich von Dir zu trennen, als einen neuen Job zu suchen. Er ist dann zwar Dich los. Aber momentan belasten ihn wohl verschiedene Dinge. Und ohne Dich hätte er seine "Ruhe".

Denk mal nach, was sein kann zwischen Euch. Verlass die eingeschlagenen Pfade und Du wirst vermutlich was finden, was ihn stören könnte.

Vllt. hältst Du ihm ab sofort mal nicht so umfangreich den Rücken frei.

Alles Gute

M 47
 
  • #6
Er meint, was er sagt. Er will sich trennen. Was glaubst Du, was er die halbe Nacht am PC macht? Sich sicher nicht beruflich unterhalten. Da ist eine andere Frau im Spiel. Vielleicht eine Asiatin, denn er ist ja dort beruflich viel unterwegs. Ich wundere mich, dass Dir dieser Gedanke noch nicht gekommen ist.
 
  • #7
Wir wissen, dass sich Männer / Menschen, die mit ihrer Beziehung unzufrieden sind, sich unter anderem in die Arbeit flüchten, insofern ist das als Vermeidungsstrategie durchaus denkbar.

Und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man ihnen dann auch nichts mehr recht machen kann. Und auch nicht sollte. Eine scheußliche Situation, schier ausweglos, wenn man da drinsteckt.

Was ich auf gar keinen Fall machen würde: mich noch mehr ins Zeug legen, noch netter, noch aufmerksamer, noch beflissener sein. Niemals.

Er ist also oft auf Reisen. Und oft vor dem Computer. Könnte es sein, dass er eine Parallelbeziehung unterhält? Wo ist er denn recht häufig? Wenn das überhaupt stimmt, was er sagt.

Falls ich da richtig liege, dann arbeitet auch sein Unterbewusstsein, das sein Gewissen beruhigen möchte. Er wird Dich negativieren, alles an Dir schlecht sehen, seine Rechtfertigung vor sich selbst, warum er nun fremdgehen muß. Und so wird er Dich auch behandeln.

Ich würde hier anfangen, nach Beweisen für das Fremdgehen zu suchen. Ob und wie Du das tun willst, musst Du selbst entscheiden. Ich jedenfalls wurde sehr schnell fündig. Und dann musst Du für Dich entscheiden, ob Du so weitermachen willst. Viel Glück.

Du kannst es auch anders machen. Du kannst Dich auch gleich entscheiden, ob und wie Du hier weitermachen willst. Viele Frauen fangen dann an mit Reden, Reden, Reden. Aber fehlende Gefühle des Partners lassen sich nicht herbeireden.
 
  • #8
Hmmm, man kann schlecht von außen beurteilen, was letztendlich die Ursache seines Genervtseins ist.

Ich sehe bei deiner Geschichte gerade meinen Chef und seine Frau vor meinem geistigen Auge: Er arbeitet locker 60 h die Woche, hat dabei ziemlichen Stress und hat auch eine Hausfrau als Frau.

Neutral gesehen, hält sie ihm auch den Rücken frei, kümmert sich ums Kind, Haushalt, Wäsche, Einkauf und ist wirklich eine sehr liebe Person.

Rein praktisch erlebe ich eine Frau, die offenbar nicht in der Lage ist, irgendwelche banalen Entscheidungen zu treffen. Jeder zweite Satz, den sie an ihren Mann richtet fängt an mit: "soll ich ...?"


Dazu springt sie ständig durchs Büro und belästigt ihn mit irgendwelchen Unwesentlichkeiten aus ihrem Alltag.

"Ich geh jetzt einkaufen", "ich geh jetzt das Kind abholen", "tschüss bis dann "(1h bis zum Mittagessen)

Sie stört ihn (uns alle) beim Arbeiten, beim Denken und bringt ihn aus dem Rhythmus, steht im Weg rum.

Ich sehe ihn oft tief durchatmen und um Contenonce ringen.

Das kaputte Auto ist ein gutes Beispiel.
Bei mir würde folgender Prozess starten: Kann ich es selbst reparieren? Ja - dann mach ich es / nein - wer kann es?

Dann eben Werkstatttermin machen, Werkstattersatzwagen reservieren, fertig.

Was anderes würde dein Mann doch auch nicht tun. Dann brauch man auch nicht mit blöden "Soll ich...?"-Fragen nerven.

Es ist was anderes, wenn man die Info erhält: Auto kaputt - Frau kümmert sich- Problem gelöst, als wenn Mann selbst über die Lösung nachdenken muss.

Mit dieser Art zu fragen überträgt man jegliche Verantwortung auf den Partner - zumindest gefühlt keine Entlastung, sondern eine Belastung.

Erkennst du dich in so einer Rolle wieder? Dann weißt du, was du ändern musst.

Und ja, er ist sicher überarbeitet und reagiert deswegen besonders empfindlich. Ob oder wie sehr du ihn mit ggf einer Art wie oben beschrieben zusätzlich noch nervst, musst du selbst beurteilen.

Trennen wird er sich eher nicht, dafür hat er hat keine Zeit und Nerven.
 
  • #9
Ich weiß nicht. Ich glaube nicht, dass man 15 Jahre einfach so leichtfertig wegschmeißt. So einen heftigen Satz sagt man allerdings nicht "einfach so". Die Angst um den Job kann ich nachvollziehen, auch dass er Überstunden macht, um nicht "abgesägt" zu werden. Ich hab aber das Gefühl, dass es da noch mehr unausgesprochene Probleme gibt, die ganz tief liegen... Habt ihr mal in letzter Zeit eine ruhige Minute für ein ehrliches Gespräch gehabt? Vermutlich nicht... Ich würde es euch dringend empfehlen.
 
  • #10
Für mich klingt das nach Affäre auf Dienstreise in Asien kennengelernt, daher auch das Belagern des PC zu unmöglichen Zeiten (Zeitverschiebung und so), das plötzliche und nicht wirklich begründete Anzetteln von Streit, etc.pp., aber vielleicht bin ich auch ein bisschen zu zynisch.

Das mit der Angst um den Job kann ich mir schon parallel dazu vorstellen, dass es tatsächlich wahr ist, aber der Rest würde mich stutzig machen.

W, 26
 
  • #11
Danke für die ausführlichen Antworten!

Was ich vorab vergessen habe zu schreiben: ich schob den Ausraster auch etwas auf extremen Schlafmangel, er war am Sonntag um 2 Uhr morgens aus Singapur zurück gekommen, Sonntag mit kurzen Unterbrechungen ("ich sehe am Bildschirm nichts mehr") von 8 Uhr morgens bis Mitternacht gearbeitet, Montag um 7:30 der auszucker...

Eine andere Frau hat er nicht. Er betreibt sehr viel Home-Office, das Handy läutet nachts regelmäßig wegen Telefongesprächen aus Asien oder Amerika, seine zwei Bildschirme im Wohnzimmer sind riesig und für mich auch einsehbar.

Keine geheimen handytippereien oä.

Urlaub waren wir drei Wochen lang, sehr harmonisch, auch sexuell passt(e) alles.

Trennen will ICH mich nicht. Ich will gerade seine Kinder und das Enkerl nicht verlieren! Das wäre WAHNSINN für mich. Ich kenne die Kids seit sie 12/15 Jahre alt waren, die gehören so zu meinem Leben wie meine eigenen...

Bezüglich Auto: ich war zweimal in der Zeit, als er weg war in der Werkstatt, wurde aber immer abgespeist. Wollte irgendwo doch seine Unterstützung in der Ideenfindung, wo ich jetzt hin sollte bzw wie wir vorgehen sollten.

Das gleiche ist beim Haus: wir wollen das obere Stockwerk neu gestalten, soll ich das alles in eigene Hände nehmen und ihn nur noch vor vollendete Tatsachen stellen? Dann ist er ja nicht mehr als ein seltener Gast zu Hause?

Ich war gestern echt traurig so beim Nachdenken: wir sind so eine nette, kleine Familie, mit extrem lieben, unkomplizierten Kindern, die immer selbstständiger werden.
Zuhause läuft alles so harmonisch und es geht uns wirklich gut. Und das will er wegwerfen? Ich Trau mich im Moment gar nicht mit ihm darüber zu sprechen, weil mir eine Trennung so wahnsinnig weh tun würde.

Außerdem haben wir uns ja erst vor 3 Jahren versprochen "in guten wie in schlechten Tagen"... Beim ersten Regen/Gewitter schon aufgeben?
 
  • #12
Liebe FS,

wer in dem Alter, welches ich annehmen muss, da Du es unfreundlicher Weise nicht angegeben hast, wie so viele hier, immer wieder, noch dermaßen Arbeiten "muss", hat was grundlegendes falsch gemacht und nach 35 Jahren in einer Firma ist man quasi unkündbar, wenn man nicht straffällig wird.

Wer in dem Alter auf Hausmütterchen mimt ist auch nicht viel besser dran.

Mit tut es weh, wie Ihr Eure Lebenszeit benutzt und das auch noch schön aneinander vorbei. Ich bin überzeugt, da kommt für Euch beide ein unangenehmes Erwachen.

Nein mit einer Trennung musst Du nicht rechnen. Bis die umgesetzt wäre, ist er ein Frack oder liegt gar 1,60 tiefer.
 
  • #13
Bezüglich Job:
Er ist im Bereich Logistik tätig in führender Position in einem großen Unternehmen, das gerade viele neue Standorte gerade in Asien aufbaut. Dort muss dann auch mein Mann hin um direkt vor Ort "zu helfen".

@Andere Frau: Ich kenn mich so gar nicht mehr aus. Sollte da eine andere Frau im Spiel sein, würde mich das wirklich stark wundern. Daran hätte ich bis jetzt wirklich keine Sekunde lang gedacht.

Heute Morgen hat er mich zaghaft umarmt bevor ich ihn in die Fa geführt habe...
 
  • #14
Er will sich trennen, weiß aber nicht wie er dir das beibringen soll.
Das glaube ich widerrum nicht. So schnell trennt man sich nicht.
Ich denke Dein Mann ist überarbeitet, bzw. hat sehr viel Stress um die Ohren. Wie das heute im globalen Geschäftsleben üblich ist. Da ist die Taktung schneller geworden und es wird sehr viel verlangt an Flexibilität und Einsatz. Neue Projekte, neue Vertriebskanäle etc. etc. Von den vielen und langen Flügen mal ganz zu schweigen.
Er ist seit 35 Jahren in der Firma, nun so einfach ist das nicht mit der Kündigung, die Abfindung wäre entsprechend, trotzdem ist das heute ein großer Druck. Eine Freundin erlebt das momentan in einem kleinern Unternehmen und wird regelrecht rausgemobbt.
Da könnte ich auch genervt sein, wenn mich mein Partner fragt ob er das Auto in die Werkstatt bringen soll, zumal es sich so liest also ob Du Euer zuhause regelst. Da setzt er schlicht und einfach voraus,dass Du in der Lage bist, das eigenständig zu regeln.
Redet Ihr? Hast Du noch Interesse an seiner Arbeit? Oder bist Du eine Hausfrau, die sich noch darüber aufregt, weshalb ihr Mann nach einem 12 Stunden Tag nicht den Müll raus bringt. Du weißt was ich meine...
Suche das Gespräch und frage nach, wie genau er das gemeint hat und das es Dich erschreckt hat. Sei nicht unterwürfig , sondern begegne ihm auf Augenhöhe. Ihr habt eine klassische Aufgabenverteilung. Er arbeitet und verdient das Geld. Du organisierst den Rest. Es braucht beides damit es funktioniert und ihr habt es so vereinbart. Alles Gute für Dich und Euch.
 
  • #15
Hmmm, man kann schlecht von außen beurteilen, was letztendlich die Ursache seines Genervtseins ist.

Ich sehe bei deiner Geschichte gerade meinen Chef und seine Frau vor meinem geistigen Auge: Er arbeitet locker 60 h die Woche, hat dabei ziemlichen Stress und hat auch eine Hausfrau als Frau.

Neutral gesehen, hält sie ihm auch den Rücken frei, kümmert sich ums Kind, Haushalt, Wäsche, Einkauf und ist wirklich eine sehr liebe Person.

Rein praktisch erlebe ich eine Frau, die offenbar nicht in der Lage ist, irgendwelche banalen Entscheidungen zu treffen. Jeder zweite Satz, den sie an ihren Mann richtet fängt an mit: "soll ich ...?"


Dazu springt sie ständig durchs Büro und belästigt ihn mit irgendwelchen Unwesentlichkeiten aus ihrem Alltag.

"Ich geh jetzt einkaufen", "ich geh jetzt das Kind abholen", "tschüss bis dann "(1h bis zum Mittagessen)

Sie stört ihn (uns alle) beim Arbeiten, beim Denken und bringt ihn aus dem Rhythmus, steht im Weg rum.

Ich sehe ihn oft tief durchatmen und um Contenonce ringen.

Das kaputte Auto ist ein gutes Beispiel.
Bei mir würde folgender Prozess starten: Kann ich es selbst reparieren? Ja - dann mach ich es / nein - wer kann es?

Dann eben Werkstatttermin machen, Werkstattersatzwagen reservieren, fertig.

Was anderes würde dein Mann doch auch nicht tun. Dann brauch man auch nicht mit blöden "Soll ich...?"-Fragen nerven.

Es ist was anderes, wenn man die Info erhält: Auto kaputt - Frau kümmert sich- Problem gelöst, als wenn Mann selbst über die Lösung nachdenken muss.

Mit dieser Art zu fragen überträgt man jegliche Verantwortung auf den Partner - zumindest gefühlt keine Entlastung, sondern eine Belastung.

Erkennst du dich in so einer Rolle wieder? Dann weißt du, was du ändern musst.

Und ja, er ist sicher überarbeitet und reagiert deswegen besonders empfindlich. Ob oder wie sehr du ihn mit ggf einer Art wie oben beschrieben zusätzlich noch nervst, musst du selbst beurteilen.

Trennen wird er sich eher nicht, dafür hat er hat keine Zeit und Nerven.
Ich würde gerne meinen Beitrag #1 mit diesem hier von der @Joggerin ergänzen und dann " wäre" es meine persönlich erste Einschätzung. Das andere hier immer direkt den Betrug fassen ist mir etwas Schleierhaft.Und das wo mich dieses Thema schon sehr schnell anspricht. Aber den Gedanken habe ich gerade (noch) gar nicht.
m46
 
  • #16
Offensichtlich ist er total überlastet, wenn er nach 35 Jahren in der Firma mit über 50 noch 70 Stunden durch die Weltgeschichte fliegt.
Das erklärt (nicht entschuldigt) seine Gereiztheit Dir gegenüber. Du solltest ihm auf der einen Seite den Rücken freihalten, auf der anderen Seite aber das Problem klar ansprechen.

Ich sehe keinen Ansatz, dass er sich trennen will oder eine andere Frau hat. Er weiß nur vor lauter Stress nicht mehr ein und aus.
 
  • #17
Es ist was anderes, wenn man die Info erhält: Auto kaputt - Frau kümmert sich- Problem gelöst, als wenn Mann selbst über die Lösung nachdenken muss.

Mit dieser Art zu fragen überträgt man jegliche Verantwortung auf den Partner - zumindest gefühlt keine Entlastung, sondern eine Belastung.

Schon, nur darin besteht die Gefahr, das der Mann nichts von der "Leistung" der Frau mitbekommt. Also sagt die Frau alles, was sie macht, damit er nicht den Eindruck bekommt, sie hängt auf der faulen Haut herum.
Bezüglich Auto: ich war zweimal in der Zeit, als er weg war in der Werkstatt, wurde aber immer abgespeist. Wollte irgendwo doch seine Unterstützung in der Ideenfindung, wo ich jetzt hin sollte bzw wie wir vorgehen sollten.

Das gleiche ist beim Haus: wir wollen das obere Stockwerk neu gestalten, soll ich das alles in eigene Hände nehmen und ihn nur noch vor vollendete Tatsachen stellen? Dann ist er ja nicht mehr als ein seltener Gast zu Hause?

Ja, das ist die Gefahr einer Hausfrau. Die psychische Belastung, Geld ranschaffen zu müssen lieht beim Mann. Wir im Alter sicher nicht weniger.
Deswegen würde ich, am liebsten allen Frauen, raten einfach auch mal etwas Geld zu verdienen. Es ist schon ein großer, psychischer Komfort, wenn man weiß, es steht und fällt nicht mit einem Partner.
 
  • #18
Was es nun ist, weiß ja nur er, wenn überhaupt. Ich glaube nicht automatisch daran, dass er ne andere Frau hat. Ich denke viel eher, dass ihn sehr belastet, dass er für Dich und die Kinder finanziell verantwortlich ist und was werden soll, wenn er entlassen wird. Er ist eurer Ernährer und solange Du ihm den Rücken freihältst und er das finanzieren kann, ist alles im Lack. Jetzt wackelt seine Rolle und auf einmal bist Du und alles andere schuld, dass er sich so viel Sorgen macht.

Ich hab ihn daraufhin wortlos in die Firma marschieren lassen
Gut. Ich würde warten, was er dazu sagt. Ich würde auch erwarten, dass er sich erklärt, denn es ist ja ein ziemlicher Brocken, den er Dir da an den Kopf geworfen hat. Es sollte ihm leid tun, wenn die Beziehung wichtig für ihn ist.
Wenn ihr ne gute Beziehung habt, sollte er Dir erklären, dass er Angst hat, dass er den Job verliert und was dann aus Dir und den Kindern wird. Und aus ihm, aber er sieht sich sicher als Macher und wird für seinen Egoerhalt euch vorschieben.

Wenn es nur Frust ablassen bei Dir war oder ne andere Frau ist... keine Ahnung, dann kannst Du das nur indirekt ableiten. Also wenn er so tut, als sei nichts gewesen oder sich rauswindet und nicht mehr drüber reden will, dann könnte es Respektlosigkeit oder was verbergen sein. Ich würde es nach einiger Zeit selbst ansprechen, wenn ich das Gefühl hätte, er täte einfach so, als wäre nichts passiert. Und ich würde mir sowieso Gedanken machen darüber, ob ich von einem Mann finanziell so abhängig sein will, also wenn die Kinder schon gut allein klarkommen, mal über einen Job nachdenken. Man sollte meiner Ansicht nach nie Lebensangst kriegen, wenn der Partner damit droht zu gehen.

Ich finde, Dein Mann sollte auch die Möglichkeit bekommen, frei gehen zu können, wenn er will. Denn anscheinend sieht er sich für Dich und die Kinder so nötig, dass er das Gefühl hat, ihr kämt ohne ihn nicht klar und er reibt sich nur für euch auf. Er macht es ja wohl auch für sich. Und er wird ja wohl auch emotionale Motive haben, bei euch zu bleiben.
Ich würde es an Deiner Stelle nicht wollen, dass mir jemand so kommt, als wär ich nicht in der Lage, ohne ihn klarzukommen. Deswegen - werde unabhängiger, halte nicht mehr nur den Rücken frei, sieh zu, dass Du nicht ins Bodenlose fällst, wenn Dein Mann ausfällt. Er sieht Dich nicht als Partnerin auf Augenhöhe, wenn er denkt, er muss Dich wie ein Kind versorgen und ohne ihn wärt ihr verloren.
 
  • #19
Liebe FS,

wer in dem Alter, welches ich annehmen muss, da Du es unfreundlicher Weise nicht angegeben hast, wie so viele hier, immer wieder, noch dermaßen Arbeiten "muss", hat was grundlegendes falsch gemacht und nach 35 Jahren in einer Firma ist man quasi unkündbar, wenn man nicht straffällig wird.

Wer in dem Alter auf Hausmütterchen mimt ist auch nicht viel besser dran.

Mit tut es weh, wie Ihr Eure Lebenszeit benutzt und das auch noch schön aneinander vorbei. Ich bin überzeugt, da kommt für Euch beide ein unangenehmes Erwachen.

Nein mit einer Trennung musst Du nicht rechnen. Bis die umgesetzt wäre, ist er ein Frack oder liegt gar 1,60 tiefer.

Ich bin 33 Jahre alt, mein Mann ist 54.
Unsere Jungs gehen ins Gymnasium. Ich habe ein technisches Studium abgeschlossen und vor 5 Jahren das Lehramt für Volksschule begonnen. Seit zwei Jahren bin ich "nur" zu Hause und betreue nachmittags eine handvoll pubertierender Jungs, lerne mit ihnen und betreue sie beim erledigen ihrer Aufgaben. Unsere Buben schwimmen da mit. Spätestens um 17 Uhr ist zuhause wieder alles ruhig, nur noch unsere Kinder da (oder sie sind noch in der Schule oder bei ihren Hobbies).

Dann kommt meist auch mein Mann nach Hause, macht eine kurze Pause und arbeitet wieder weiter...

Er geht nie fort (außer seine ehrenamtlichen Geschichten), nie nach der Arbeit mit jmd weg.

Sein bester Freund hatte vor 4 Monaten einen schlimmen Fahrradunfall; er ist noch auf Reha und wird das auch mindestens 6 weitere Monate bleiben.

Seine großen Kinder sind mittlerweile 27 und 30 Jahre alt. Goldschätze und ja, jetzt hat die große ihr erstes Kind bekommen und ist im Schnitt 3x vormittags bei mir.
Der ältere Sohn macht auch keinerlei Probleme, er lebt alleine in unserer ETW und ist unabhängig.

Nächstes Jahr wollte ich vormittags das Enkerl betreuen, wenn die Mama wieder arbeiten geht. Das ginge im Falle einer Trennung nicht mehr, dann müsste ich vormittags unterrichten.

So, jetzt hab ich mich komplett ausgezogen. Hast du sonst noch Fragen?

Und nein, ich bin nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen, habe jahrelang neben den Kindern und dem Erststudium in einem Geologenbüro gearbeitet, die Organisation der Betreuung der Kinder komplett übernommen.

Als die Kids in die Schule kamen, hab auch ich umgesattelt, neben dem Zweitstudium nachmittags mit Aufgabenbetreuung begonnen und nach Abschluss haben wir GEMEINSAM beschlossen, dass es schön wäre, wenn ich vormittags einfach einmal "nichts" mache, außer das Haus (180qm) und den Garten (1500qm) in Schuss zu halten.
 
  • #20
Offensichtlich ist er total überlastet, wenn er nach 35 Jahren in der Firma mit über 50 noch 70 Stunden durch die Weltgeschichte fliegt.
Das erklärt (nicht entschuldigt) seine Gereiztheit Dir gegenüber. Du solltest ihm auf der einen Seite den Rücken freihalten, auf der anderen Seite aber das Problem klar ansprechen.

Ich sehe keinen Ansatz, dass er sich trennen will oder eine andere Frau hat. Er weiß nur vor lauter Stress nicht mehr ein und aus.

Dies war auch mein erster Gedanke beim Lesen.

Genau wissen wir es nicht, aber es klingt für mich nach massivster Überlastung.
Sehstörungen, Schlafstörungen, Gereitzheit, was gibt es noch?
Kopfschmerzen, sonstige Schmerzen, Tinnitus...?

Google doch mal unter Burn Out - auch wenn dies so eine Modediagnose ist, bei diesen Arbeitsbedingungen, und dem Alter nicht ohne Grund sehr häufig auftretend.

Dann bist Du als Partnerin gefragt - wenn dies so zutrifft, kommt keine einfache Zeit auf Euch zu, auch dazu findest Du viel im Internet.
 
  • #21
Liebe FS,
Dein Mann ist Mitte 50 und international Reisender über Zeit- und Klimazonen hinweg, mit reichlich Überstunden. Wenn er seit 35 Jahren in der Firma ist, dann heißt das, dass er sich dort nach einer Lehre hochgearbeitet hat.
Ja, als "alter" Mitarbeiter hat er Besitzstaende, die ihm nicht zu nehmen sind und viele Unternehmen würden solche teuren Mitarbeiter gern entsorgen, weil sie glauben, ihn durch einen jungen Master viel preiswerter ersetzen zu können. In der Logistikbranche herrscht ein brutaler Preiskampf.

Nun, nach dem deutschen Arbeitsrecht ist es kaum möglich ihn in dem Alter, mit der Betriebszugehörigkeit, nicht berufstätiger Ehefrau und zwei Kindern vor die Tür zu setzen, d.h. seine Ängste sind irreal aber stressbedingt, denn solche Unternehmen wissen, wie sie solche MA psychisch fertig machen.

Du bist 20 Jahre jünger, geringfügig sozial engagiert (tiefenentspannte Hausfrau) und kannst Dir daher nicht vorstellen, wie seine Energien unter der Belastung und auch altersbedingt nachlassen. Vor dem Hintergrund solltest Du seinen Ausraster verstehen und nicht überbewerten. Ich glaube nicht, dass er sich von Dir und seiner Familie trennen will.
Ich habe das Gleiche bei meinem Schwager gesehen (vergleichbare Situation). Es begann mit Ende 40 und er musste es bis 65 durchhalten, die letzten Jahre zwang die Firma ihn über Standortverlagerung sogar in eine Fernbeziehung zur Familie.

Und nein, ich bin nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen, habe jahrelang...

Gut, dann machst Du jetzt eben nicht mehr Nudelsuppe sondern Organisatorin und hältst Deinem Mann Auto- und Inneneinrichtungstrivialitaeten vom Hals, denn das braucht er grad nicht.
- Fahr' das merkwürdig klingende Auto bis es einen behandelbaren Schaden hat oder fahr' in eine andere Werkstatt
- Er ist eh' nie Zuhause und sieht es nicht. Also entscheide die Umbauarbeiten selber. Ihr seid seit 15 Jahren zusammen. Da solltest Du wissen was ihm gefällt.
Du bist die Rückenfreihalterin, also tu' das auch richtig statt ihm irrelevanten Kleinkram zu delegieren. Zeig' ihm fertige Ergebnisse wenn Du Wertschätzung willst.
Du bist nicht mehr die 20-jährige die einen Mittvierziger amüsieren soll sondern eine erwachsene Frau, die seine Situation mit geringfügigen Wirtschafts-/Politikkenntnissen eigenständig erkennen und ihn entlasten sollte. So war es zwischen Euch vereinbart und dann tu' das auch richtig.
 
  • #22
Schon, nur darin besteht die Gefahr, das der Mann nichts von der "Leistung" der Frau mitbekommt.

Wieso sollte er das nicht mitbekommen? Auch Männer wissen, dass im Wäschekorb keine Zauberei stattfindet, das Essen nicht von allein im Topf erscheint, etc.. Wenn Frau meint, auf diese Weise ihm das mitteilen zu müssen, nervt das nur und zeugt von wenig Selbstsicherheit, wenn man meint, sich auf so eine Art und Weise Bestätigung holen zu müssen.

Meinen Job mach ich doch auch, ohne nach jedem Schriftsatz zum Chef zu rennen und zu fragen: "Hab ich es fein gemacht?" Ich WEIß für mich, dass bzw. ob ich es gut gemacht habe, dafür brauch ich keine Bestätigung und kein Lob.Ich weiß, dass mein Chef meine Arbeit schätzt, ich sehe ja das Ergebnis - den Erfolg. Im Beruf mag das ja noch hinterfragbar sein - aber bei Haushaltstätigkeiten ??

Bezüglich Auto: ich war zweimal in der Zeit, als er weg war in der Werkstatt, wurde aber immer abgespeist. Wollte irgendwo doch seine Unterstützung in der Ideenfindung, wo ich jetzt hin sollte bzw wie wir vorgehen sollten.

Ich verstehe schon dein Anliegen. Ich denk, du hast ihn im falschen Moment mit den falschen Worten erwischt.
Anders betrachtet: was würdest du denn machen, wenn du Single wärst und sich das Problem stellt? Da müsstest du auch selbst eine Lösung finden.

Kleiner Tipp: kompetent vorgetragenes Halbwissen einer Frau beeindruckt jeden Mann in der Werkstatt.

Als Single muss ich solche Probleme selbst lösen. Mein Vorteil; ich interessiere mich wirklich für Autos, aber von genauen technischen Details und Funktionsweisen hab ich eher wenig Ahnung. Ich gehe folgendermaßen vor, auch bei anderen Problemen: ich ergoogle erstmal alles zum Thema, zB. in einschlägigen Foren. Wenn ich die Lösung eigentlich bereits kenne, erst dann trete ich mit der Werkstatt etc in Kontakt. Selbst für die Inspektion hab ich mir zwei weitere Angebote zum Vergleich eingeholt - hat mich 5 min für 2 Mails gekostet - mit der Erkenntnis, dass beim billigsten Angebot gar nicht alle notwendigen Arbeiten umfasst waren.

Wenn das Gegenüber merkt, dass man versteht, wovon es spricht und ein gewisses Wissen vorhanden ist,, traut es sich nicht, einen für dumm zu verkaufen. Kleine detaillierte bestätigende Nachfragen helfen dabei. In der Werkstatt lasse ich mir auch immer alles genau zeigen und überprüfe dann letztlich auch immer nochmal online, was mir gesagt wurde.

Was deine Beziehung ansonsten betrifft, würde ich an deiner Stelle schon das Gespräch suchen und ihn ganz konkret fragen, was ihn so unglücklich an dir und eurer Beziehung macht, dass er von Trennung gesprochen hat.

Kommt ja auch drauf an, wie er sonst tickt, ob er jemand ist, der im Affekt Dinge sagt, die er nicht so meint ...
 
  • #23
Ich würde mit ihm reden!
Klar im Notfall machst Du ihm jetzt auch noch Stress aber eine Grenze setzen solltest Du.
Ich meine es zeigt ihm ggf auch, dass er wahrscheinlich auch seine überschritten hat.
Auch wenn es schwer fällt, frage ihn!
Du möchtest Dich also am liebsten trennen? Schade, ich lieb dich ja aber wenn es so ist...Wann soll ich ausziehen?
Natürlich nicht wenn er gerade am PC sitzt...Vielleicht klebst Du ihm da einen Zettel dran: Termin Samstag 15h mit mir.

Du wirst sonst in jede weitere Geste etwas hineininterpretieren und irgendwann knallt es.
 
  • #24
Ich würde Dir folgendes raten.

Schau zu, wo Du ihn entlasten kannst - so etwas wie Auto kannst Du selbst.
Wohnung renovieren - mach Pläne, Entwürfe, zeige sie im Irgendwann und lass ihn mit entscheiden, aber entwickle selbst und bereite vor.
Auch das kannst Du mit Deinem Background selbst. Genau wie dann die Umsetzung.

Wenn es möglich ist, gehe auch wieder etwas arbeiten - vielleicht könnte er reduzieren, und Du dafür mehr übernehmen?
Wenn er so weiter macht, wird er absehbar gar nicht mehr können - dann braucht es Dein Einkommen.
Warum steigst Du nicht zumindest Teilzeit wieder ein?
In guten wie in schlechten Zeiten, setzt Euch zusammen hin, und schaut seine Überlastungen an, wo ist Potential zum Reduzieren?
Wo hast Du noch Kapazitäten?
Vor den Enkeln kommt der Partner.

Und denke auch mal an Deine Zukunft, beruflich, noch kannst Du Weichen stellen, auch bzgl. Altersvorsorge - ihr habt einen gewaltigen Altersunterschied.
Dass Du Dich mit 33 Jahren auf ein Leben als Hausfrau und Oma einrichtest, ist doch sehr früh - und sehr gefährlich.

Ich nehme jetzt mal eine Glaskugel - Ihr macht so weiter wie bisher.
Was kommt?
Worst Case
Er kann irgendwann gar nicht mehr, erst krankgeschrieben, länger, dann evtl. berufsunfähig - habt Ihr eine BU (die in 98% de Fälle nicht zahlt) für einen solchen Fall? EU- Rente, die allerdings auch endet.
Also hängt es an Dir, die Rolle der Ernährerin zu übernehmen, ihn zu begleiten, ihn zu untersützen. Auch mental, dann bist Du als Starke gefragt.
Euch müsste es dann gelingen, alles komplett neu umzustrukturieren, alles auf den Prüfstand zu legen. Schaffst DU das dann?
Therapie, Paartherapie, etc.
Oder Worst Case 2 - die Ehe zerbricht daran.

Ihr habt noch eine kleine Chance, nutze sie.
Redet, und sucht Euch dringend Unterstüzung.
 
  • #25
Er steht kurz vor dem Burnout. Egal ob er nie gelernt hat "Nein" zu sagen bei der "Pflichterfüllung", Angst vor Job/Ansehensverlust hat, ein Workoholic ist oder von jedem etwas: So kann es nicht weitergehen.

Viele Menschen haben phasenweise nur schwer Zugang zu ihren Gefühlen, besonders in Stresssituationen. Ich glaube nicht dass er sich trennen will. Aber es ist offensichtlich, dass ihm im Moment alles zuviel wird. Vielleicht sucht er Ausflüchte, weil er sich seine Überforderung nicht eingestehen und auch nichts ändern will. Du und die Zweitfamilie sollen ja materiell gut dastehen, einer jungen Frau muss er schließlich was bieten. Vielleicht gehen ihm Gedanken durch den Kopf wie: Hätte ich vor 15 Jahren keine neue Beziehung begonnen, hätte ich jetzt nicht so ein Stress und so eine Verantwortung.

Egal wie: Er muss selbst erkennen, dass er Prioritäten setzen bzw. kürzer treten muss. Du kannst ihm sagen, dass dich seine Worte zum Nachdenken gebracht haben. Dass du jedoch ihn, die Familie sehr liebst. Dass sich an dem Dauerstress jedoch was ändern muss, wenn er, euer Glück und eure Familie gesund bleiben soll. Sage ihm, dass dir ein gesunder, entspannter Mann tausendmal lieber ist, als eine schöne Fassade. Sage ihm, dass du in den nächsten Wochen um ein Gespräch und gemeinsame Lösungssuche bittest. Sobald er wieder ein bisschen Luft hat.

Bleib entspannt und halte die Fahne hoch, aber steh zu deinem Bedürfnis. Anstatt dich auf die Trennung vorzubereiten, stell dich lieber auf einen Burnout seinerseits ein, wenn er so weitermacht bzw. sage ihm, dass du das nicht willst. Frage ihn mal, was wäre, wenn er tatsächlich wegen Depressionen, Angstzuständen, Herzinfarkt, Sehstörungen etc. arbeitsunfähig werden würde. Und ob es nicht besser wäre, vorher eine Lösung zu finden. Du aber nicht seine Mutti bist, sondern dir von ihm den Mut zu einer nachhaltigen Lösung wünschst. Dass du ihn gern dabei unterstützt. Durchaus auch durch mehr Übernahme von Pflichten und weniger schönen, grünen Rasen und ein nicht ganz perfekt geputztes Wohnzimmer.
 
  • #26
Als die Kids in die Schule kamen, hab auch ich umgesattelt, neben dem Zweitstudium nachmittags mit Aufgabenbetreuung begonnen und nach Abschluss haben wir GEMEINSAM beschlossen, dass es schön wäre, wenn ich vormittags einfach einmal "nichts" mache, außer das Haus (180qm) und den Garten (1500qm) in Schuss zu halten.

Ich würde, unabhängig von der aktuellen Situation, intensiv überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, eine qualifizierte Berufstätigkeit aufzunehmen, statt im zarten Alter von 33 Jahren Enkel zu betreuen. Du bist relativ jung, es kann noch viel passieren im Leben und Du wirst später nur noch irgendwelche "Hilfsjobs" bekommen...

Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber gesund ist der Job Deines Mannes nicht, falls die Ehe gefährdet wäre, sitzt Du ziemlich auf dem Trockenen. Abgesehen davon ist es nicht unrealistisch, dass irgendwann demnächst statt sattem Gehalt erstmal die Rente "droht" und für Deine eigene hast Du ja auch noch nicht viel getan. Mit Kindern im Gymnasium sollte das kein Problem sein.

Und, ohne Deine Leistung schmälern zu wollen, aber nach bisher ausschließlich Studium und Hausfrauen"tätigkeit" scheint Dir die Vorstellung zu fehlen, dass 35 Jahre mit intensiver Reisetätigkeit in der heutigen Berufswelt nicht wirklich entspannend sind.
 
  • #27
Danke für die vielen Antworten und eure Gedanken!

Ich habe mit meinem Mann noch nicht gesprochen, allerdings hat er gestern nur bis 18 Uhr gearbeitet, ein Telefonat um 19 uhr hat ergeben, dass er im kommenden Monat seine jungen Mitarbeiter ins Ausland schickt und er zumindest den Oktober zuhause ist.

Gestern stand er auch erstmals (!) seit 15 Jahren abends in der Küche und hat erdäpfel geschält

Seinen zaghaften Annäherungsversuchen entnehme ich jetzt einfach einmal, dass er sich nicht ernsthaft trennen will und das Gesagte ihm wohl auch leid tut. Eine Aussprache halte ich im Moment noch für zu verfrüht, sein Stresslevel ist dazu bestimmt noch zu hoch.

Mir ist auch absolut bewusst, dass sein Job sehr anstrengend ist.

Bezüglich ich und arbeiten: ich werde mich ab Frühjahr beim Landesschulrat melden, um als VS-Lehrerin zu arbeiten. Als hydrogeologin würde ich eventuell mehr verdienen, das will ich aber nicht mehr machen, ich brauche Kinder um mich herum.

Mit der großen Tochter hab ich schon gesprochen, das Enkerl wird im februar in der Kinderkrippe für September angemeldet.

Bezüglich Fassade nach außen: wir besitzen zwar eine ETW, ein Haus und ein Auto, leben aber sonst nicht auf großem Fuß. Wir konnten so in den letzten Jahren noch zusätzlich 300k € auf die Seite packen. Ich hab keine Zukunftsängste, unsere Ausgaben monatlich sind sehr gering (geringe Abgaben beim Haus, geringe Betriebskosten, ein Auto, mein Mann braucht so gut wie gar kein Geld...), ich koche und backe alles selbst (auch das Brot), der garten liefert viel essbares...

Und ich bin kein vorzeigepupperl Da laufen draußen viel schönere Frauen rum. Ich passe besser zu unseren Jungs und auf die Berge

Und nein, ich brauche ihn für den Haushalt (auch für den müll) nicht. Auch zähle ich nicht auf, was ich tagsüber geleistet habe.

Das Auto habe ich heute zum öamtc gestellt, dem fehlt wohl tatsächlich nichts, die geräusche kommen nur von den (schlechten) Reifen.

Trotzdem: ich hätte gerne, dass mein Mann wieder mehr aushält und ihn auch vermeintlich unwesentliches nicht aus der Bahn wirft.
 
  • #28
, dass er im kommenden Monat seine jungen Mitarbeiter ins Ausland schickt und er zumindest den Oktober zuhause ist.

Gestern stand er auch erstmals (!) seit 15 Jahren abends in der Küche und hat erdäpfel geschält

das klingt doch sehr gut und auch reumütig hinsichtlich seiner Äußerungen.

Trotzdem: ich hätte gerne, dass mein Mann wieder mehr aushält und ihn auch vermeintlich unwesentliches nicht aus der Bahn wirft.

Er hat ja nun offenbar bereits Konsequenzen gezogen. Wenn er sich etwas erholt hat und dauerhaft weniger Stress hat, wird er auch sicher wieder belastbarer. Denn so klang es wirklich wie kurz vorm Burnout.

Dennoch würde ich mal in einer ruhigen Minute ganz entspannt über die gegenseitigen Vorstellungen und Wünsche reden.

Auch wenn dein Hausfrauendasein abgesprochen und für beide in Ordnung war, wirst du dich sicher besser und weniger finanziell abhängig fühlen, wenn du wieder dein eigenes Geld verdienst.

Ihr könnt das Geld ja nutzen, um eine Haushaltshilfe anzustellen.
 
  • #29
Gestern stand er auch erstmals (!) seit 15 Jahren abends in der Küche und hat erdäpfel geschält

Seinen zaghaften Annäherungsversuchen entnehme ich jetzt einfach einmal, dass er sich nicht ernsthaft trennen will und das Gesagte ihm wohl auch leid tut. Eine Aussprache halte ich im Moment noch für zu verfrüht
Finde ich klug von Dir. Es sieht ja so aus, als würde er nicht darüber hinweggehen. Eure Beziehung scheint wirklich einfach nur sehr mitgenommen zu sein von seinem Arbeitsstress. Anscheinend hat er sich ja auch Gedanken gemacht bzgl. seiner beruflichen Reisetätigkeit.
 
  • #30
Ich passe besser zu unseren Jungs und auf die Berge... ich hätte gerne, dass mein Mann wieder mehr aushält...

Na dann nimm ihn mit in die Berge. Das ist die beste Erholung, er kriegt den Kopf frei, die Augen entspannen sich, ihr habt schöne, gemeinsame Erlebnisse und in der Natur oder auf einem erklommenen Gipfel erkennt man, was wirklich wichtig ist im Leben. Wäre dort nicht der beste Ort für ein entspanntes Gespräch?
 
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