• #1

Ist er zu sehr verletzt worden?

Hallo liebe Forengemeinde.

Ich (25) date seit etwa 6 Wochen einen jungen Mann, (29) der ein großes Problem mit Nähe hat.
Es hat sich bei uns recht langsam entwickelt. 4 Dates, von denen alle von ihm ausgingen, in denen
außer tolle Gespräche nichts weiter passiert ist. Dann beim 5. Date haben wir uns geküsst.

In dieser Zeit hat er mir gebeichtet, dass er mit 23 schon mal verheiratet war. (was für mich kein Problem darstellt.) Er wurde von seiner Exfrau kommentarlos sitzen gelassen. Lediglich eine SMS mit ihrem Scheidungswunsch die sie ihm aus dem Urlaub schickte hatte sie für ihn übrig. Er hat bis heute keinen Grund erfahren warum sie sich trennen möchte und hat auch nach ihrem Auszug und dem Scheidungstermin nie wieder etwas gehört. Laut Bekannten lebt sie relativ isoliert im Nachbarort. Ein neuer Partner war nicht der Grund
Sie waren 5 Jahre zusammen und davon 2 verheiratet.
Seit der Scheidung hatte er kurze Beziehungen die alle in die Brüche gingen, weil er sich als Chauffeur, Geld- und Obdachgeber ausgenutzt fühlte.
Dass er diese Angst bei mir nicht haben muss weiß er und dass ich ebenfalls kein Mensch bin der seinem Partner zu sehr auf die Pelle rückt auch.

Ab diesem Zeitpunkt haben wir uns fast jeden 2. Tag gesehen, uns gegenseitig besucht und sind auch über Nacht geblieben.
Wir haben viel geredet, viel gelacht. Waren total auf einer Wellenlänge. Es war die ganze Zeit wunderschön, auch körperlich. Bis zu letztem Wochenende.
Als ich ihm eine SMS geschrieben hatte, bis wann ich denn abends mit ihm rechnen kann, kam ohne Vorwarnung ein ellenlanger Text:

Ich mag dich viel zu sehr um dir wehtun zu wollen..
Ich habe zu sehr Angst davor, meine Selbstständigkeit, meine Freiheiten und mein Leben zu verlieren/herzugeben..
Ich kann mich nicht auf etwas einlassen weil mich zuviele (Selbst)Zweifel verfolgen..
Es ist nicht so als wärst dus nicht wert, im Gegenteil, eigentlich bist dus aber mich plagen zuviele Geister aus meiner Vergangenheit.
- die wichtigsten Aussagen.

Danach, als ich ihm dann nach einigem hin und her sagte dass ich ihn nicht belabern oder mich aufdrängen sondern nur eine Bereicherung sein möchte aber er wohl schon weiß was er tut, kam zusammengefasst folgendes zurück:
Du bist eine Bereicherung und Nein eigentlich habe ich keine Ahnung was ich tu. Überleg dir bitte ob du mich nicht als Freund behalten möchtest, wenn schon nicht als Partner. Ich dich nämlich schon.

Seitdem besteht noch täglicher aber sporadischer Kontakt, da ich noch mit einem Schicksalsschlag zu kämpfen habe. Als er das mitbekam hat er mir gesagt dass er für mich da wäre wenn ich ihn brauche.
Nun bin ich wirklich komplett verwirrt. Er hat alle Frauen vor mir komplett aus seinem Leben entfernt und blockt sämtliche Kontaktversuche möglichst ab.
Und eigentlich hatte ich mit dieser Behandlung auch gerechnet.


Was haltet ihr davon?
Ich will ihn nicht so einfach aufgeben, er ist ein wunderbarer Mensch.

Ich freue mich über eure Meinungen.
 
  • #2
Nachtrag:

Wichtig zu erwähnen wäre vielleicht noch die Frage warum wir ausschließlich geschrieben/telefoniert haben: Er ist sehr zurückhaltend und unsicher und braucht anfangs die emotionale Distanz um solche Dinge besprechen zu können. Ich habe das bis auf weiteres akzeptiert, auch wenn mir das persönliche Gespräch lieber gewesen wäre, da ich ihm dann vielleicht auch die Angst vor manchen Dingen hätte nehmen können. Das hab ich ihm auch so gesagt.
Vielen Dank.
 
G

Gast

  • #3
Mh, das ist wirklich eine komplizierte Situation bei euch beiden... mir geht es so wie ihm, dass ich nur schwer Nähe zulassen kann. Hat er denn etwas in der Richtung angedeutet, dass er diesbezüglich an sich arbeiten will? Ich denke, dass wäre nämlich sehr wichtig.
Ansonsten solltest du dir überlegen, wie lange du das noch mitmachen willst/kannst. Wenn ihr immer sporadischen Kontakt habt, dann kommst du bestimmt nicht so leicht über ihn hinweg, vor allem, wenn er dir sagt, dass er immer für dich da usw. vielleicht wäre es eine Idee, ihm ehrlich zu sagen, dass du so nicht weiter machen kannst. Dass du zwar gerne mit ihm zusammen wärst, es dir aber zu wehtut und du den Kontakt daher abbrechen möchtest (wenn er wie gesagt nicht an sich arbeiten will). Vielleicht bewirkt das so eine Art "Schock" bei ihm? Ich wünsche euch alles Gute!!
 
G

Gast

  • #4
Hallo!
Es ist schwierig, dir einen guten, hilfreichen Rat zu geben, da man nicht in sein Inneres schauen kann.Seine Option, dir ein guter Freund zu sein, wenn schon kein Partner, hilft dir nur, wenn du nicht wirklich verliebt bist.Dann würde ich es mit einer Freundschaft versuchen.
Es wird aber einen Grund geben, den er dir , aus welchen Gründen auch immer , nicht verrät.
Mein Rat an dich wäre:Finger weg von dem Mann, wenn du dir Hoffnungen auf mehr machen würdest oder gar verliebt bist.
Ansonsten:Freundschaft ja,aber nicht mehr.Klare Grenzen, die ihr beide einhalten müßt, damit es klappt.
Und sieh`dich schon nach einem Menschen um, der diese Angst bei dir nicht hat.
Leider sehe ich sonst keine andere Möglichkeit,er hat sich so entschieden.Sei froh, das er so anständig ist, es dir gleich gesagt zu haben, damit du entsprechend darauf reagieren kannst.Das macht heutzutage leider auch nicht mehr jeder.
Viel Glück wünscht dir W / 49.
 
G

Gast

  • #5
Liebe FS,
ich war bis vor kurzem fast 4 Jahre lang mit einem Mann zusammen, der mir schon ziemlich in der Anfangszeit die gleiche Geschichte präsentierte.
Wir führten über die gesamte Zeit eine Wochenendbeziehung obwohl wir nur 45 Km entfernt wohnten.
Er sagte immer, er wäre zufrieden mit unserem Sex, unseren guten Gesprächen und den schönen Abenden am Wochenende.
Mehr Nähe wollte er nicht, da er schon einige Male von Exfreundinnen die "Koffer vor die Tür gestellt" bekam.
Unsere Beziehung ging kaputt, da ich mir mehr Nähe und Gemeinsamkeiten gewünscht habe.
Über die ganzen Jahre hatte ich gehofft, dass er irgendwann über seine früheren Enttäuschungen hinwegkommt.
Heute nach der Trennung vermute ich, dass es nur ein Vorwand war, um nicht zu viel Nähe entstehen zu lassen. Ich denke er ist absolut Beziehungsunfähig.
Denn meine Wünsche und wie es mir ging, war ihm nicht wichtig. Nur sein Befinden zählte.

Liebe FS überlege dir gut, ob du wirklich so viel Kraft, Energie und Hoffnung in einen vielleicht beziehungsunfähig (gewordenen?) Menschen investieren möchtest. Am Ende könnte es sein das für dich alles umsonst war.
Liebe Grüße und alles Gute
w 51
 
G

Gast

  • #6
Liebe FS,
er knabbert seit Jahren an seiner unglücklichen Trennung und kommt damit wohl nicht so Recht voran. Du bist aber nicht seine Therapeutin, sondern wärst gern seine Partnerin. Therapieren muss ihn jemand anderer und er muss es wollen.
Es klingt nicht so, als würde er es allein schaffen, aber auch nicht so, als würde er Handlungsbedarf sehen und in den Aktionsmodus wechseln. Insofern gilt für Dich Selbstschutz. Mag sein, dass er ein wertvoller Mensch ist, aber er muss auch was zu seiner Potenzialentfaltung tun. Idealisiere ihn nicht in seinem erfahrenen Leid, Du hast es nicht verursacht.
Du musst seinen Wunsch nach Distanz, Freundschaft, keine Beziehung akzeptieren. Überleg' Dir, ob Du das willst. Solange er nichts tut zur Vergangenheitsbewältigung, wird sich daran nichts ändern, d.h. Du hast keine Chance auf Beziehungswachstum, sondern nur auf ganz viel Frust. Willst Du das?
w. 55
 
G

Gast

  • #7
Liebe Lynnea
Mein Beileid, Du hast es mit einem Bindungsängstlichen Mann zu tun.
Ja, ist in der Tat eine sehr schwierige Situation....und ich sehe die Sache gespalten:
Erstens ist es wenigstens gut, dass er weiß, dass ER das Problem hat, das finde ich sehr positiv. Allerdings ist sehr fraglich ob er bereit ist, daran zu arbeiten. Wie ich es verstehe, helfen ihm seine Probleme das vermeintlich unabhängige, sichere Leben zu führen, die er zur Zeit braucht, weil er glaubt, er kann sich nicht schützen, sollte wieder was in die Brüche gehen.
Also wozu an seinen Probleme arbeiten, wenn gerade die Aufarbeitung evtl. verursachen würde, dass er sich wieder in der Ausgangsposition befindet. Bzw, sollte er wieder Beziehungsfähig werden, könnte er wieder tierisch verletzt werden.

Also, anderseits, obwohl er anscheinend weiß, dass er ein Problem hat, geht er nicht gerade Fair damit um. Wenn man weiß, dass man nicht in der Lage ist eine Beziehung einzugehen d.h. wenn man eine Beziehung nicht WILL (und das sagt er ja), kann man das am Anfang relativ schnell thematisieren...und so weiß man schnell woran man ist.
Auch, dass er sagt, dass "Seit der Scheidung er kurze Beziehungen hatte die alle in die Brüche gingen, weil er sich als Chauffeur, Geld- und Obdachgeber ausgenutzt fühlte" zeigt eigentlich, das er in seinem eigenen Teufelskreis sitzt. Er fühlt sich als Opfer (verständlich nach seiner Ehegeschichte), versucht sein Selbstwertgefühl aufzubessern insoweit, dass er es mit Frauen zu tun hatte, die ein großes Sicherheitsbefürfnis haben. Bzw, er suchte Frauen, wo er sich Stark fühlen konnte und ihm das Gefühl gegeben haben gebraucht zu werden, um nachher zu sagen, er fühlte sich ausgenutzt. Also verwechselt er das Gefühl "Gebraucht werden zu wollen" mit seinem unbewußten Bedürfnis selbst "Sicherheit" haben zu wollen (wovon er eigentlich auch dann wieder Angst hat) und dann beendet er die Beziehungen da sie ihm nicht das gegeben haben was er brauchte.
Er mag ein wunderbarer Mensch sein. Aber: Einerseits erkennt er seine Probleme, anderseits nimmt er wenig Verantwortung dafür...und am Ende ist sein Verhalten unglaublich verletztend. Du kannst ihm nicht helfen. Solltest Du ihm das Gefühl der Sicherheit geben, wird er wahrscheinlich, wie jetzt wieder das Gefühl bekommen zu ersticken (die Angst)...solltest Du auf Abstand bleiben, fühlt er sich auch wieder unsicher und so pendelt sich schnell eine sehr destruktive on/off Beziehung ein...für Dich noch verletztender, weil Du weißt was Du willst. Er ist komplett zerissen. Er kann nur daraus kommen, wenn ER weiß, dass er es wirklich WILL, wenn er lernt, dass er nicht nur Opfer ist, dass er nicht von sich selbst weg rennen kann, und wenn er sich stark genug fühlt, wieder ein Risiko einzugehen. Und das schafft er wahrscheinlich nur mit Therapeutischer Hilfe.
Ich wünsche Dir viel Kraft bei deiner Überlegungen....
W 40
 
G

Gast

  • #8
Liebe FS,
vielleicht lautet die Antwort auf Deine Frage tatsächlich JA. Diese Verletzung macht ihn unsicher. Das ist durchaus verständlich. Natürlich könntest Du die Frau sein, die ihn davon befreit. Aber, wie oft kommt soetwas wirklich vor? Wir Frauen neigen dazu, verletzte Männer heilen zu wollen und viel für sie zu geben und zu ertragen. Aber, Du musst Dich fragen, ob Du das wirklich willst. Er bietet Dir Freundschaft statt Liebe. Darauf einzugehen kann sehr weh tun. Wenn Du Dich verliebt haben solltest, dann soltest Du - so schwer das sein mag - ernsthaft darüber nachdenken, ihn nicht noch weiter in Dein Leben zu lassen. Auch in einer vermeintlichen Freundschaft, die Dir ja eigentlich nicht genug ist, kann man einander verletzen. In Deinem Fall befürchte ich, wirst Du diejenige sein, die verletzt zurück bleibt. Wie würdest Du Dich fühlen, wenn er doch noch die Frau kennen lernt, bei der er keine Zweifel hat, und Du wärst die "gute Freundin", die ihn aufgebaut und gestützt hat? Ich will Dir nicht zu dem einen oder dem anderen raten. Aber Du solltest darüber nachdenken, was wäre, wenn.

Alles Gute!
 
G

Gast

  • #9
Er hat Dir eine Freundschaft angeboten - kannst Du sie vorbehaltlos annehmen, oder würdest Du Dir bei jedem Treffen nicht insgeheim Hoffnung auf eine Beziehung machen? Falls Du verliebt bist, rate ich von der Freundschaftsnummer ab, zu groß wäre die Enttäuschung für Dich.

Ich rate Dir, den Kontakt mal eine Weile auf "Eis zu legen", vllt. kannst Du zu einem späteren Zeitpunkt auf sein Freundschaftsangebot zurückkommen. Er hat Dir sehr ehrlich geschrieben, dass er sich eine Beziehung nicht vorstellen kann und hat Dir nichts vorgemacht, auch wenn das für Dich kein Trost ist momentan - aber ich sehe für Dich momentan keine Chance, dass sich das Blatt wendet, Du leidest unnötig und bist am Schluss die Dumme. Ich wünsche Dir einen Mann, der offen ist für eine Beziehung mit Dir und weniger emotionale Probleme mit sich rumschleppt.

w
 
G

Gast

  • #10
Ich habe auch mal so einen kennengelernt. Allerdings ist es mit dem gar nicht so weit gekommen wie bei euch. Er hatte mit Anfang 40 noch nie eine Beziehung und ist auch bei mir nach einer Anfangsbegeisterung total zurückgeschreckt und hat alles weitere abgeblockt. Ich habe auch einige Zeit gebraucht, um zu realisieren, dass er Angst vor Nähe hatte, weil das für mich so unverständlich war.

Du solltest dich nicht als Retterin sehen, sondern auf dich und dein Seelenheil aufpassen. Du bist genauso wichtig, wie er. Er kann zum Beispiel eine Therapie machen, damit es besser wird. So kann es mit ihm ja auch nicht bleiben.
 
  • #11
Hallo!

Wenn Du Dich verliebt haben solltest, dann soltest Du - so schwer das sein mag - ernsthaft darüber nachdenken, ihn nicht noch weiter in Dein Leben zu lassen. Auch in einer vermeintlichen Freundschaft, die Dir ja eigentlich nicht genug ist, kann man einander verletzen
Alles Gute!
Verliebt? Jein..
Ich würde lügen wenn ich sage dass ich nichts für ihn empfinde, aber verliebt bin ich nicht.
Allein schon aus dem Grund da ich anfangs sehr vorsichtig mit meinen Gefühlen bin. - Zum Glück.
Ich bin also aktuell noch in der Lage die Notbremse zu ziehen falls das von nöten sein sollte.

Auch, dass er sagt, dass "Seit der Scheidung er kurze Beziehungen hatte die alle in die Brüche gingen, weil er sich als Chauffeur, Geld- und Obdachgeber ausgenutzt fühlte" zeigt eigentlich, das er in seinem eigenen Teufelskreis sitzt. Er fühlt sich als Opfer (verständlich nach seiner Ehegeschichte), versucht sein Selbstwertgefühl aufzubessern insoweit, dass er es mit Frauen zu tun hatte, die ein großes Sicherheitsbefürfnis haben.
Also der Fairness halber muss ich vielleicht dazu sagen (was im Anfangsbeitrag leider aus Platzgründen nicht möglich war) dass ich diese Info nicht nur allein von ihm habe.
Eine seiner ehemaligen hat z.B. nach 3 Wochen angefangen, schleichend bei ihm einziehen zu wollen indem sie nach und nach ihren Hausrat in seine Wohnung geschleppt hat und auch für die Lebenshaltungskosten nicht aufkommen wollte, wenn sie bei ihm war (was in Woche fünf schon an 5 von 7 Tagen der Fall war)
In Woche 7 hat er sie dann mit ihrem Kram vor die Tür gesetzt und das ganze beendet.
Diese Info hab ich nicht von ihm sondern von seinem Bruder und einer guten Freundin von ihm, da er eben sehr ungern über das alles spricht.
Aber dennoch gebe ich dir recht wenn Du sagst, dass er sich irgendwo als Opfer sieht. Aber eben nicht komplett unberechtigt.

Liebe FS,
Es klingt nicht so, als würde er es allein schaffen, aber auch nicht so, als würde er Handlungsbedarf sehen und in den Aktionsmodus wechseln. Insofern gilt für Dich Selbstschutz. Mag sein, dass er ein wertvoller Mensch ist, aber er muss auch was zu seiner Potenzialentfaltung tun. Idealisiere ihn nicht in seinem erfahrenen Leid, Du hast es nicht verursacht.
Ja, das sehe ich auch so und ist eines meiner größten Bedenken.
Ich werde die nächsten Tage darüber nachdenken und ggf. genau das so wie Du es schilderst ansprechen. Je nachdem wie dann seine Reaktion ausfällt werde ich mir dann genau überlegen was ich tue.
Ich für meinen Teil kann eben auch nicht nachvollziehen, wie man sich von den Dämonen die die Vergangenheit zerstört haben auch seine Gegenwart und Zukunft beherrschen und ruinieren lassen möchte. Und das macht mich einfach unendlich traurig.

Vielen Dank für eure bisherigen Antworten und dafür, dass ihr mein Problem ernst nehmt. Ich freue mich auch weiterhin sehr über eure Ansichten und Tipps.
 
G

Gast

  • #12
In Woche 7 hat er sie dann mit ihrem Kram vor die Tür gesetzt und das ganze beendet.
Diese Info hab ich nicht von ihm sondern von seinem Bruder und einer guten Freundin von ihm, da er eben sehr ungern über das alles spricht.
Aber dennoch gebe ich dir recht wenn Du sagst, dass er sich irgendwo als Opfer sieht. Aber eben nicht komplett unberechtigt.


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Liebe Lynnea
Meine Erfahrung ist, dass Männer, die sich selber in der Opferrolle sehen, gerne darüber sprechen. Was Du schreibst, interpretiere ich eher als erfahrungsbedingte (Über-)Vorsicht seinerseits. Er hat offenbar schnell realisiert, dass die Dame in oben erwähntem Beispiel ihm nicht gut tut und hat selbstbewusst und konsequent reagiert. Hut ab! Aber auch dieses Erlebnis hat wieder Spuren hinterlassen...
Ich habe zwei verschiedene Erfahrungen gemacht: Der eine Mann ist von der Beziehungseben wieder in die Freundschaftsebene gerutscht (eigentlich nicht mal das...) und hat mir später gestanden, ich hätte ihn zu sehr an seine Ex erinnert, mit dem Anderen bin ich seit über einem Jahr zusammen. Wenn Du noch nicht tiefere Gefühle für ihn hegst, würde ich den Kontakt mit ihm auslaufen lassen. Erstens weisst du nicht, was dich erwartet und zweitens ist es schwierig, mit jemandem richtig befreundet zu sein, mit dem schon mehr war...
Viel Kraft!

w,44
 
G

Gast

  • #13
Mag sein, dass er sehr verletzt wurde. Vielleicht sogar mehrfach. Aber das ist eine Erfahrung, die den wenigsten dauerhaft erspart bleibt. Gehört auch zum Leben. Wichtig ist, dass man nach einer angemessenen Zeit aus diesem Gram herauskommt und sich wieder auf die Füße stellt. Nur dann ist man mE wirklich bereit für neue Kontakte, die dann auch tragfähig sind.

Dieses "mein(e) Ex war böse", ist einfach keine gute Grundlage für neue Beziehungen. Irgendwann muss die/der Ex einfach so gleichgültig sein, dass er/sie nicht mehr der Maßstab für eine Beziehung ist.
 
G

Gast

  • #14
Ich kann meinem Vorschreiber @12 da nur recht geben, Enttäuschungen bzw. Verletzungen bleiben im Laufe des Lebens leider nicht aus, auch mehrfache. Nun muss ein Mensch in der Lage sein, diese Erfahrungen zu verarbeiten und seine Lehren daraus ziehen. Er kann sich jetzt nicht in die "Ich-wurde-verletzt-Hängematte" legen und darauf ausruhen.

Du schreibst zwar, dass Du nicht richtig verliebt bist und rechzeitig emotional die Notbremse ziehen kannst. Falls Dir an seiner Freundschaft etwas liegt, dann würde ich Dir vorschlagen, den Kontakt momentan auf Eis zu legen. Mit etwas Abstand siehst Du in vllt. aus einer anderen Warte und kannst ohne Hoffnungen auf eine Beziehung eine Freundschaft mit ihm eingehen. Wobei ich sagen muss, dass eine Freundschaft, bei der schon "mehr" passiert ist, äusserst schwierig sind.

Ich hoffe, Du triffst die richtige Entscheidung.

w
 
G

Gast

  • #15
Wow, das könnte ich sein...1 zu 1...ist bei mir nach einer 9 Jährigen Beziehung (welche in guter freundschaft ausseinander ging) genau so...geister die einen plagen, selbstzweifel, zweifel am weltbild, man will sich auf niemanden einlasssen, aus angst die person zu enttäuschen, man will seine eigene Freiheit und unabhängigkeit nicht verlieren, man will sich nicht verbiegen, aber eigentlich weiss man selbst nicht wie man das ganze ins licht rücken kann...das ist sehr schade aber man kann aus seiner haut nicht raus, ich vermute, dass es bei mir deshalb ist weil ich mich in einer zeit in welcher sich normalerweise der charakter stark prägt ich mich fast nur über meine beziehung identifiziert habe und mir wenig gedanken über mich selbst als individuum gemacht habe, dast muss ich jetzt mit ende 20 nachholen, ich hoffe bei mir bessert es sich mit der zeit.
Ich kann dir nur raten was ich in momentan bei meinen weiblichen bekanntschaften gerne hätte, bleibt locker befreundet und genieße die Zeit mit ihm als Freund so gut es geht, falls du aber zu tiefe gefühle zu ihm hegst brich dirzuliebe besser den kontakt ab als dich sinnlos zu zermartern, denn vermutlich wird er sich irgendwann binden können (hofentlich) und das könnte dir das herz brechen.
M28