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Mooseba

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  • #32
Ich bin entsetzt, hast du noch so viel böses Elternhaus in dir und kannst die Festplatte nicht löschen?

w 50
Vielleicht war es nur ein halber Witz. Also den Spaß am Erwachsensein sehe ich bis heute nicht. Sobald es um Verantwortung geht - das ist nun mal der Kern des Erwachsenendaseins - ist bei mir vorbei mit der Freude. Dann stehe ich unter Anspannung, die ich oft erst am Abend mit einer Mischung aus Sport und Heavy Metal loswerde - sonst wäre ich wahrscheinlich Alki. Wie man da das Leben genießen, ist mir schleierhaft. Ich beglückwünsche alle, denen das gelingt. Ich muss mir wohl - wieder mal - einen Therapeuten suchen. Schönen Tag euch allen.
 
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Gast

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  • #33
Sobald es um Verantwortung geht - das ist nun mal der Kern des Erwachsenendaseins - ist bei mir vorbei mit der Freude. Dann stehe ich unter Anspannung, die ich oft erst am Abend mit einer Mischung aus Sport und Heavy Metal loswerde.

Naja, aber das finde ich nicht sonderlich ungewöhnlich. Anspannung und Stress bilden sich bei einem fordernden Beruf doch fast automatisch - selbst wenn die Arbeit grundsätzlich als erfüllend empfunden wird. Meiner Meinung nach muss man nicht einmal erwachsen sein um diesen Druck zu spüren, den kann man leider auch schon bei Grundschulkindern finden. Das ist nun einmal das Joch unserer Leistungsgesellschaft.

Solange man rechtzeitig zur Freizeit abschalten kann, ist eigentlich alles im grünen Bereich. Manche Leute brauchen dafür eben ein passendes Ventil (hier: Sport und Heavy Metal), ist auch nicht ungewöhnlich. Ich sehe da keinen Bedarf für einen Therapeuten.

Vielleicht könnte man zu etwas ruhigerer Musik raten. Metal hat mich, auch wenn er mir gefallen hat, meist zusätzlich gestresst. Ist halt ein Nebeneffekt von aggressiver Musik.
 
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Gast

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  • #34
Ich denke, man kann nicht planen erwachsen zu werden oder eben nicht.
Jeder wird durch das Leben, die Erfahrungen und Schicksalsschläge geformt. Jemand, der bereits Todesfälle im engen Verwandtenkreis hatte (eigene Kinder) ist ein anderer, als jemand, der solche Erfahrungen nie machen mußte. Genauso lebt ein Mensch, der sich mit einer chronischen Krankheit seit der Jugend rumschlägt "spiesiger" als ein Gesunder, der mit 40 noch mit den Rollschuhen draußen rumfahren kann. Aber was bei mir zum Erwachsensein dazukommt und was ich auch nicht mehr missen möchte, ist der Überblick, den man im Leben bekommt. Während der 30jährige im Berufsleben noch in jedes Loch fällt und allerlei Dinge mit sich anstellen läßt, ist es richtig schön, selbst komplizierte Dinge quasi aus der Schublade ziehen zu können ohne Angst, ob man es hinbekommt. Man hat die Situation bereits einmal gemeistert und weiß, wie es geht. Auch die Menschenkenntnis möchte ich nicht missen. Wie amüsant ist es z. B. aus dem Alter auf die Probleme eines 23jährigem der "noch" keine feste Partnerin hat, zu schauen. Obwohl es in der selben Lage damals auch bedrohlich aussah, lacht man doch eher wegen der Jugend und dem Wissen, wie viel noch kommen kann. Ich denke, man sollte nicht krampfhaft versuchen, erwachsen zu werden oder auch nicht. In der Jugend war vieles nicht schöner.
 
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Mooseba

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  • #36
Naja, aber das finde ich nicht sonderlich ungewöhnlich. Anspannung und Stress bilden sich bei einem fordernden Beruf doch fast automatisch - selbst wenn die Arbeit grundsätzlich als erfüllend empfunden wird. Meiner Meinung nach muss man nicht einmal erwachsen sein um diesen Druck zu spüren, den kann man leider auch schon bei Grundschulkindern finden. Das ist nun einmal das Joch unserer Leistungsgesellschaft.

Solange man rechtzeitig zur Freizeit abschalten kann, ist eigentlich alles im grünen Bereich. Manche Leute brauchen dafür eben ein passendes Ventil (hier: Sport und Heavy Metal), ist auch nicht ungewöhnlich. Ich sehe da keinen Bedarf für einen Therapeuten.

Vielleicht könnte man zu etwas ruhigerer Musik raten. Metal hat mich, auch wenn er mir gefallen hat, meist zusätzlich gestresst. Ist halt ein Nebeneffekt von aggressiver Musik.
Also anstrengende Arbeit mit Zeit- und Ergebnisdruck habe ich noch nie als Erfüllung empfunden. Dafür ist sie stets zuviel mit Angst und Sorge verbunden. Ich möchte nicht wissen, wie hoch mein Cortisolausstoß jeden Tag ist. Versuche ich, die Sorgen gedanklich zu umgehen, strenge ich mich nicht mehr an. Ginge ich nur nach Lust, würde ich fast nichts im Leben erreichen. Aber das wäre nun mal nicht erwachsen. Bestimmte Dinge müssen getan werden, ohne Wenn und Aber.
 
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  • #37
Streber!

(okay, das war jetzt etwas kindisch)

Ich bin W, 28 und anscheinend deutlich erwachsener als manche Schreiber hier mit 20 oder 30 Jahren mehr Lebenserfahrung...

Ich studiere auf dem zweiten Bildungsweg und finanziere das komplett selbst. Mein Studium besteht also nicht aus Party, sondern aus Vorlesungen, viel Jobben um das Geld zu verdienen und lernen. Das verschaffte mir einen Bachelor mit 1er Schnitt und einen von 20 limitierten Masterstudienplätze. Ich weiß was ich will und dafür bin ich bereit diszipliniert zu sein anstatt ständig die Nächte durchzumachen ohne an morgen zu denken.

Trotzdem habe ich einen sehr großen Freundeskreis mit denen ich eigentlich jeden Abend unterwegs bin, halt nur nicht ohne nachzudenken.

Erwachsen sein bedeutet für mich also: auf eigenen Beinen zu stehen, zu wissen was man will und dafür auch Einsatz zu zeigen, Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen.

Wenn das hier einige mit stink langweiligem Leben verbinden, sind diese Leute wirklich noch nicht erwachsen.
 
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