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  • #31
Man muß zwei Fragen differenzieren:

1. Wovor will man sich schützen?
2. Wie kann man sich davor schützen?

Soll die Vorsichtsmaßnahme Schutz vor Vergewaltigung und sexuellen Übergriffen bieten, so helfen nur die allgemeinen Ratschläge, wie bei den ersten Treffen nicht in fremde Autos steigen oder in Wohnungen gehen, sondern sich an allgemein frequentierten Orten treffen. Ob man nun einen Nachnamen und eine Telefonnummer genannt bekommt, ist in diesem Zusammenhang völlig irrelevant. Das gaukelt nur eine trügerische Sicherheit vor; schützt aber weder vor einem spontanen Übergriff, noch davor an einen Psychopathen zu geraten, der gezielt Bekanntschaften im Internet sucht.

- Der spontane Übergriff geschieht aus einer Situation heraus, ohne großes Nachdenken, egal welche Daten ausgetauscht sind.
- Der planvoll vorgehende Psychopath würde eben unter falschem Namen auftreten, was auch niemand wirklich nachprüfen kann, seine Nachrichten und E.P.-Anmeldung würden vom Internetcafé aus erfolgen. Niemand macht zunächst eine Einwohnermeldeamtabfrage, um Daten zu checken. Der einzige Schutz vor dem planvoll vorgehenden Täter besteht ohnehin (jedenfalls bei E.P.). Er muß ein Foto einstellen, über das er später auch identifiziert werden könnte. Falls dieses nicht von ihm wäre, würde es beim ersten Treffen sofort auffallen und das Treffen wäre beendet. (Ein weiterer Grund, nur Profile mit Bild zu daten.)

Ob man nun selbst Daten von sich preisgibt, wie Adresse, Telefonnummer und Nachnamen, dürfte hinsichtlich der Gefahr von sexuellen Übergriffen ebenfalls irrelevant sein. Vergewaltigungen entstehen in aller Regel aus Situationen heraus, in denen Täter und Opfer ohnehin zusammen sind. Entgegen verbreiteter diffuser Ängste lauern Vergewaltiger ganz überwiegend nicht hinter den Gebüschen vor der Wohnung oder in Tiefgaragen. Die Vergewaltigungsgefahr dürfte nicht nennenswert steigen, wenn der Mann den Nachnamen und die Adresse der Frau kennt. Übrigens bekommt er diese auch heraus, wenn er das Kfz-Kennzeichen hat. Andererseits gibt es aber auch keinen einzigen Grund, mehr Daten als nötig preiszugeben- auch wenn das Vergewaltigungsrisiko hierdurch nicht steigt. Nachdem für erste Treffen Vorname und eventuell eine pre-paid-Nummer genügen, sehe ich keine Veranlassung mehr herauszugeben, übrigens auch nicht als Mann.

Sehr viel realistischer ist allerdings die Gefahr des Stalkings oder auch nur des genervt Werdens. Anders als wenn ich jemanden im privaten oder dienstlichen Umfeld kennenlerne, besteht bei Internetbekanntschaften keine unmittelbare soziale Kontrolle durch das jeweilige Lebensumfeld. Das macht es Spinnern sehr viel leichter. Alleine aus diesem Grund halte ich es für vernünftig, mit persönlichen Daten - als Frau und als Mann - zurückhaltend umzugehen, um mich jederzeit "spurlos" zurückziehen zu können.

Das heißt, man offenbart zunächst nicht seine Daten zu Adresse und Nachnamen und verlangt das auch nicht vom anderen. Eine Frau, die aus irrationalen Gründen vor einem Treffen von mir die Nennung ohnehin nicht nachprüfbarer Daten verlangen würde, würde von mir verlangen, daß ich mich des Stalkingsrisikos durch sie aussetzte, ohne daß sie wirklich einen Nutzen oder Sicherheit davon hätte und ohne andersherum bereit zu sein, auch ihre Daten zu offenbaren.
 
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  • #32
@ #30 Volljurist

Sehr sorgfältig ausgeführt, danke.

ABER: für das MINIMALE Risiko, auf eine Stalkerin zu treffen (in einem von 1000 Fällen?) soll der Mann seine gute Kinderstube vergessen? Nein.

@ #29 Vicky

Ja, ist sicher zum Teil eine Generationenfrage. Aber eben nur zum Teil. Ein Mindestmaß an niveauvollem und höflichem Umgang miteinander erwarte nicht nur ich, sondern beobachte es (zum Glück) auch bei Mittdreißigern in meinem Umfeld.

w54
 
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  • #33
Erstmal auch von mir ein Dankeschön an Volljurist.

Worum es mir ging, ähnlich wie #31, sind nichtmal das Problem der Minimaldaten, die zumindest für ein Date völlig ausreichen würden, sondern um Stil und Charakter.

Für mich ist es selbstverständlich, mich mit Vor- und Zunamen vorzustellen. Wer nichtmal das kann, wird bei uns erst gar nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Selbstverständlich gehört dazu eine Rückrufnummer und ggf. eine Adresse (halte ich zwecks eines Dates zwar nicht für erforderlich), aber für die Erhöhung der Authenzität und Glaubwürdigkeit hilfreich. Es ist einfach auch nur ein Indiz dafür, daß man eine anständige Erziehung genossen hat.
 
  • #34
@#30: Lieber Volljurist, wie bekommt eine Normalsterbliche wie ich anhand des Kfz-Kennzeichens an die Halterdaten? Wer gibt mir die so einfach? Interessiert mich wirklich!
 
  • #35
@#33
Du gehst zur Kfz-Meldestelle Deiner Stadt, zahlst eine Gebühr und weist ein berechtigtes Interesse nach, das heißt Du behauptest, es gehe um die Abwicklung eines Unfalls. Der Fahrer des entsprechenden Fahrzeuges habe Dich beim Ausparken gerammt und sei weggefahren und nun wolltest Du es ohne Polizei regulieren. Das Ganze versicherst Du an Eides statt (strafbar!) und Du mußt Dich natürlich ausweisen. (Mein Kenntnisstand ist nicht ganz aktuell, vor nicht allzu langer Zeit ging es jedenfalls so. Falls ich morgen daran denke, recherchiere ich noch mal nach.)

Da registriert wird, wer eine solche Abfrage macht, ist die Mißbrauchsgefahr nicht so hoch. Ich wollte nur darauf hinweisen, daß es eine wirkliche Sicherheit nicht gibt.
 
  • #36
@#34: ...ganz ehrlich, klingt jetzt nicht so, als ob das eine realistische Gefahr ist. Wer gibt falsche eidesstattliche Versicherungen, nur um an die Adresse einer Frau zu kommen? Das ist schon weit hergeholt.

Im normalen Leben kriegt ein Normalsterblicher also nicht mal eben so aus einem Kennzeichen die Halterdaten raus, oder? Können wir das festhalten?
 
  • #37
@#35 Wir sind uns einig. Etwas größer ist die Gefahr, daß die Adresse über Polizisten im Freuindeskreis ermittelt wird. Allerdings ist auch die Gefahr über Polizisten nicht so groß. Zum einen werden auch diese Halterabfragen dokumentiert, so daß die meisten Polizisten ihre Finger von solchen Gefälligkeiten lassen. Zum anderen dürfte es keine gute Idee sein, sich gerade an einen Polizeibeamten zu wenden, wenn man Arges im Schilde führt.

Es ging mir in in #30 vorrangig darum, darauf hinzuweisen, daß es eine große Diskrepanz zwischen gefühlter und realer Gefahr gibt sowie daß keine absolute Sicherheit existiert, auch wenn man sich (irgendeinen) Namen und (irgendeine) Adresse nennen läßt und auf die eigene Anonymität vertraut. Wenn man das Thema schon erörtert, muß man eine realistische Risikoanalyse betreiben und sich fragen, welche Risiken existieren und wie man sie in den Griff bekommt und welche Restrisiken bestehen bleiben. Zugegeben, die Halterabfrage ist ein geringes Restrisiko, zeigt aber, daß es absolute Sicherheit nicht gibt.

P.S.:Natürlich würde ich mich strafbar machen, um Deine Adresse zu bekommen ;-))
 
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  • #38
Schönen Dank an Volljurist!! Ok, ein prepaid-Handy kann man bestimmt auch unter falschem Namen besorgen. Unter meinen Kontakten gabt es übrigens auch ein Paar Männer, die beruflich mit der Kriminalität zu tun haben.. Gerade die haben mir von sich aus(!) ihre Nachnamen & Festnetz-Nr. gegeben! Für mich ein Zeichen von Seriösität, Niveau und .. ja, guter Kinderstube! Wenn eine Frau nach den Daten fragt, ist sie nicht unbedingt eine Stalkerin.. ich tippe eher auf einen Angsthasen. Ansonsten .. hatte auch 2 Kontakte, die zwar meinen Nachnahmen kannten, wollten ihre aber nicht bekanntgeben. In beiden Fällen wars .. ziemlich niveaulos (einer davon hatte eine Freundin, der andere hat nie eine Freundin gehabt...)
 
  • #39
@#36: Ja, da sind wir uns einig. Ich bleibe daher dabei, dass man einfach Vornamen tauscht und sich an einem öffentlichen, belebten Ort wie Cafe, Eiscafe, Restaurant, Hotellobby trifft und sich ungezwungen und unverbindlich kennenlernt. Auch der Hamburger Dom hat sich für mich bewährt, da man gleich richtig in Aktion ist. Ich sehe beim Online-Dating keine besonderen Gefahren.

Aber die Adresse oder Festnetznummer herauszugeben, halte ich für grundfalsch und regelrecht dumm. Das muss nicht sein -- ein Großteil der Dates verlaufen danach im Sande, die müssen nicht alle meinen vollen Namen und meine Adresse kennen und so oder: Welchen Vorteil hätte es, wenn man nur einen Kaffee zusammen trinkt? Gar keinen!

PS: Ich fühle mich geschmeichelt. ;-)
 
  • #40
Wenn ich darüber nachdenke, wieviele (fremde) Menschen meinen Vor-und Nachnamen kennen, erscheint es mir lächerlich, plötzlich ein Geheimnis daraus zu machen.
Da ich der deutschen Sprache mächtig bin, konnte ich jedem Mann klar machen, ob ich ihn näher kennenlernen möchte - oder eben nicht.
Ich habe mich nie mit einem Mann getroffen, dessen Namen ich nicht kannte und ich habe aus meinem nie ein Geheimnis gemacht. Da meine Anschrift nicht im Telefonbuch steht, war esauch kein Problem für mich, über´s Festnetz zu telefonieren. Wenn ich mit jemandem nicht sprechen möchte, dann spreche ich eben nicht mit ihm.
 
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  • #41
ich habe mir das jetzt alles durchgelesen weil ich vor dem ersten Date stehe, wo ich eben nur den Vornamen weiß. Es gibt wirklich zwei Meinungen. Ich denke ich habe mich auch von Freundinnen verrückt machen lassen. " Was da alles passieren" kann. Ich selber hatte diese Bedenken garnicht, da wir uns an einem öffentlichen Platz treffen. Jetzt habe ich fast einen Tag gegrübelt. Aber ich werde es versuchen und mich auf das Date freuen. Wir schon schief gehen.

w 60
 
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  • #42
Mir (m) reichen Vorname und Handynummer, damit ich mitteilen kann, wenn etwas dazwischenkommt.

Ich gebe Vorname und Telefonnummer (Handy, denn Festnetz benutze ich nicht). E-Mail-Adressen ist sowieso bekannt. Auf Nachfrage gebe ich auch Nachname und Adresse raus, ich sehe das nicht so eng. Übets Internet findet man mich dann auch auf den einschlägigen Seiten.
 
  • #43
Also ich bin da ziemlich unkompliziert. Ich hatte mich nie mit jemandem getroffen, mit dem nicht 2-4 längere Telefonate übers Festnetz vorangegangen waren. In der Regel kannte ich auch den Nachnamen.
Mein Nachname war bekannt, da ich mich am Telefon grundsätzlich mit Nachnamen melde. Da viele Kontakte von außerhalb kamen haben sogar einige wenige bei mir auf dem Sofa geschlafen. Sie kannten also meine Adresse. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich irgendeine Art von Problem. Alle getroffenen Männer besaßen mein Grundvertrauen, eine gute Erziehung und ich bin nicht einmal blöd angemacht worden. Auch von den Sofa-Herren nicht. Eine körperliche Annäherung erfolgte auch in keinem Fall.
 
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  • #44
Auch wenn ich den Hintergrund verstehe: was passiert in der Dating-Welt den Herren, die keinen Festnetz-Anschluß haben?

Zumindest bei der jüngeren Generation ist Mobilnetz dem Festnetz gleich, Kostenunterschied gibt es kaum noch, vor allem, wenn man Firmenhandys privat benutzen darf.

Ein Festnetzgerät an die DSL-Leitung zu klemmen empfiehlt sich eigentlich erst wieder, sobald man Kinder hat.
 
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  • #45
Ich finde, nähere Daten sind nur wichtig, wenn eine größere Entfernung besteht und ein Besuch stattfinden soll. Dann bedeuten nähere Angaben größere Sicherheit für den Besuchenden darüber, dass er nicht veräppelt wurde. Bei einer nur geringen Entfernung finde ich das alles überhaupt nicht relevant. Ich sage mittlerweile auch meinen Vornamen nur, wenn ich danach gefragt werde.
 
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  • #46
Ich möchte einen Vornamen und eine Handynummer. Das genügt mir und mehr gebe auch ich nicht her. Die ersten Treffen finden bei mir stets in der City an einem belebten Ort statt.

Wenn man Vertrauen gefasst und den anderen besser kennengelernt hat, tauscht man ohnedies bald genauere Daten aus.
Seltsam finde ich hingegen diese "Ich habe ja nichts zu verbergen!"-Mentalität. Ich schon. Jemand der mir komplett fremd ist, erhält sicher nicht gleich meine Daten.
 
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  • #47
Ich gebe Gast 44 recht.

Nähe Daten, wie der Nachname und genaue Adresse sind nur wichtig, wenn sich das Date in einer weiteren Entfernung befindet.

Den Vornamen meines Datingpartners bzw. die Handy-Nr will ich natürlich wissen, meine Nr. bzw. Vornamen erhält er ja auch, das ist ein Mindestmaß an Infos. Wenn ich mich treffe, will ich die Personen mit Vornamen ansprechen können und nicht mit "Hallo Du", klingt komisch - und jemand, der mir seinen Vornamen nicht nennen will ist unhöflich oder will etwas verbergen, da würde ich mir ein Date ersparen.

Da ich mich grundsätzlich an ungefährlichen, öffentlichen Plätzen seinerzeit gedatet habe, hat sich eine übergroße Vorsicht erübrigt.

w

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[Mod.= Es wurden ausreichend verschiedene Antworten gegeben, wir schließen diesen Thread und danken für die Teilnahme.]
 
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