• #61
Lieber Kimi, wenn jemand erkältet ist oder eine OP hatte, dann kann man ja schreiben, hey du, ich wünsche dir gute Besserung und alles Gute, melde dich mal, wenn du magst. Bei Erkrankungen wie Depression wäre ich aber sehr vorsichtig, denn die einfachsten und durchaus auch freundlichen Gesten, können falsch ankommen und zu Überförderung führen. Ich hatte drei Freunde, die an Depression leiden. Mit einem habe ich über meine Mutter noch Kontakt. Mit den beiden anderen habe ich leider keinen Kontakt mehr. Einer der beiden hat mir einmal genau so eine Geschichte wie deine geschildert. Seine Ex-Freundin hatte ihn nach langer Zeit kontaktiert und er war sehr aufgewühlt und die kurze Nachricht (hey du) kam bei ihm gar nicht gut an. Ich denke oft an ihn aber ich traue mich nicht ihn zu kontaktieren. Ich möchte ihn nicht belästigen. Ich kann nur für ihn beten und tue ich es auch tatsächlich manchmal.
 
  • #62
Als ich schwer krank war, hat sich das nicht nur im engsten Freundeskreis herumgesprochen. Als DJ hatte ich viele Menschen um mich, die ich wenig kannte und dennoch mochte.
Ich hatte über die Disco eine eigene mail Adresse. Und habe haufenweise Mails bekommen - alle besorgt um meine Gesundheit. Viele gute Wünsche.
Ich hab mich sehr gefreut und jede dieser Mails eigenhändig beantwortet. Hat Tage gedauert - aber es war mir ein Bedürfnis.

Insofern - ich fand es schön.
Ist doch aber was ganz anderes. Du hattest Dich ja nicht zurückgezogen, weil Du in Ruhe gelassen werden wolltest. Es war sichtbar, dass Dir was passiert war. Du hattest eine Diagnose, die ein Arzt gestellt hatte.

Bei dem Kumpel ist es doch so, dass er nicht reagiert auf den Freund, der Freund hat selbst "diagnostiziert", dass er irgendwelche Probleme haben müsste, und @Kimi 48 eingeweiht. Und daraufhin haben die beiden sich gefragt, ob er Hilfe braucht.
 
N

Nordlicht444

Gast
  • #63
Wie fühlt sich aber der Empfänger bei dieser Nachricht?

Setze ich ihn unter Druck? Wie würdet ihr reagieren, wenn die Bedenken gerechtfertigt sind und wie wenn nicht? Kann man eine Antwort „erwarten“?

Wird es als übergriffig empfunden, weil der Andere es so verstehen kann, dass ich ihm nicht zutraue allein mit seinen Problemen fertig zu werden?
Wenn sich jemand zurückzieht kann der Grund sein, dass es ihm gut geht und er nur keinen Kontakt zu euch möchte, weil ihr ihn enttäuscht oder verärgert habt oder er einfach keine Lust hat.
Wenn er jedoch depressiv sein sollte, kann es sein, dass er sich von den meisten Bekannten zurückzieht. In einer Depression fühlt man sich vom Umfeld nicht verstanden. Man sieht sich selbst, das Umfeld und die Zukunft negativ (kognitive Triade). Man ist hoffnungslos und versteht nicht, warum es einem so schlecht geht oder zumindest nicht, was man tun kann, damit es besser wird.
Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass man sich, wenn man depressiv ist, unter Druck gesetzt fühlt bei so einer Nachricht. Nicht, weil es per se ein Fehler von euch Freunden ist, sich Sorgen zu machen, sondern, weil ein depressiver Mensch sich als nicht gut genug ansieht und wenn sich jemand Sorgen um einen machen muss, ist es das Gegenteil von Anerkennung bekommen (ich bekomme mein Leben nicht auf die Reihe und es bekommen sogar andere mit). Anerkennung (von sich selbst und anderen) fehlt einem aber in einer Depression.
Wenn man nicht depressiv ist und einfach mal eine schlechte Woche hat, würde man eher denken "Meine Freunde machen sich Sorgen um mich. Es liegt ihnen viel an mir.", also das ganze positiv sehen. In einer Depression sieht man aber eher negativ, auch wenn es der andere gut meint.
Wie ich reagieren würde: Freundlich sein, versuchen auf die Wortwahl zu achten um denjenigen nicht zu verletzen, da man in der Depression sehr sensibel ist. Versuchen, einen kurzen Spaziergang zu machen bzw. etwas was denjenigen nicht überfordert und in der Zeit ablenken mit etwas, dass er auf andere Gedanken kommt und ihm Wertschätzung entgegenbringen. Das setzt natürlich voraus, dass derjenige überhaupt Kontakt möchte.
 
  • #64
Wie fühlt sich aber der Empfänger bei dieser Nachricht?
Das kann dir nur der Empfänger beantworten. Ich würde mich über das Interesse freuen.
Ebenso

"Wie würdet ihr reagieren, wenn die Bedenken gerechtfertigt sind und wie wenn nicht?"

Ich in meinem jetzigen Zustand würde in jedem Fall positiv reagieren. Dies habe ich auch während meiner Krebserkrankungen und Trauerfälle gemacht.

Wie es in einer Depression oder Psychose aussehen würde weiß ich nicht.
Von mir ja. Ich selbst wäre aber Fall abhängig (siehe unten) von "keiner Antwort" nicht überrascht.
Wird es als übergriffig empfunden, weil der Andere es so verstehen kann, dass ich ihm nicht zutraue allein mit seinen Problemen fertig zu werden?
Von mir nicht.

Es ist bei meinem bisherigen Arbeitgeber mehrfach vorgekommen, dass Mitarbeiter sich zurück ziehen, ihre Arbeit einstellen und nicht informieren warum.

Sowohl durch die Personalabteilung, den Betriebsrat und Vorgesetzte wird dann vor arbeitsrechtlichen Maßnahmen der persönliche Kontakt bis hin zum Hausbesuch aber auch das Gespräch mit Kollegen des Betroffenen gesucht.

Es wird insbesondere versucht zu klären ob der Kollege in irgendeiner Form medizinische Hilfe benötigt und ihm zu vermitteln, dass er sich diese im Zweifel suchen muss, da er ohne Bescheinigung seiner Arbeitsunfähigkeit gekündigt werden wird.

Für diese Suche nach Hilfe wird ihm Zeit z.T. auch weitere Unterstützung (Betriebsärztliche Untersuchung, Unterstützung durch einen externen Dienstleister für Lebenslagen Coaching bei der Suche nach einem Therapeuten ...) angeboten. Dies aber insbesondere hinsichtlich einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zeitlich begrenzt.

Erfolgt ein persönliches Gespräch ist dies eigentlich immer in einer ruhigen vermeintlich konstruktiven Atmosphäre. Der Betroffene bestätigt, dass er weiß was er machen muss und will dies auch machen.

In der Regel steht am Ende danach kein arbeitsrechtliches Happyend sondern eine Kündigung weil keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt wird.

Auch auf diese Kündigung erfolgt dann keine Reaktion.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #65
Mein Unverständnis kommt vielleicht daher, dass ich bei dir manchmal das Gefühl habe, dass du anderen deine Hilfsangebote aufdrängst, und wenn sie diese nicht wollen, dann denen ein tiefergehendes (manchmal psychisches) Problem unterstellst, welches DU dringend lösen möchtest.
Ich weiß schon, was Du meinst.
In die Gefahr, dass ich da etwas unterstelle, was nicht da ist, begebe ich mich natürlich besonders bei ihr, klar.
Aber diese Situation ist erstmals so in meinem Leben entstanden.

Das ist nicht so, dass ich laufend Leute anspreche und sage "Hey, ich sehe Dir geht es schlecht. Erzähl mal. Interessiert mich!"
Es ist anders rum, die Leute öffnen sich im Gespräch. Und wenn nicht, ist es doch okay. Das ist nicht so oft. Vielleicht einmal im Jahr? Alle zwei Jahre? Was weiß ich. Wie oft kommt man in diese Situationen?

Das ist mir mit wildfremden Leuten im beruflichen Kontakt mehrfach passiert. Da sitzt dir jemand gegenüber und öffnet sich. "Ich weiß auch nicht, warum ich ihnen das erzähle." Leitender Manager einer großen Firma. Fängt an zu weinen. Verrückt. Ich kenne den nicht. Was weiß ich, was der für Probleme hat? Es ist nicht so, dass ich da sitze und denke "Boah, wie unangehm. Ich muss weg." Für mich ist die Situation okay, da ist nichts peinlich. Für mich ist das menschlich.

Projekt in Berlin vor 4-5 Jahren. Eine Frau. Nie zuvor gesehen. Die wollten den Krankenwagen rufen. :cool: Ich sage "Ist doch alles gut. Alles okay. Wozu brauchen wir hier einen Krankenwagen? Die will einfach nur reden."
Als die geht sagt sie: "Danke, sie sind ein guter Mensch." Das vergisst man nicht. Ich habe nichts gemacht. Einfach nur zugehört. Vielleicht habe ich das gespürt. Fünf Sekunden später und wir wären uns nie begegnet. Ich arbeite viel mit (fremden) menschen. Vielleicht entwickelt man über die Jahre ein Sensibilität, die andere spüren. Ich weiß es nicht.

Ich sage immer manche Menschen könnne Brücken bauen, manche Räder reparieren, Triathlon bestreiten, Bilder malen, Berge besteigen, Suppe kochen. Ich kann zuhören.

Und während andere sich öffnen macht sie komplett dicht. Das ist schon frustrierend. Wobei es für mich okay ist, wenn man sagt STOP. Aber sie sagt gar nichts. Nie. Zuvor nicht, danach nicht. Das lese ich so, dass für sie das Problem gar nicht existent ist. Mir fehlen die letzten beiden Seiten in diesem Buch.
 
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  • #66
Es ging darum, dass dein Kumpel und du aus einem "Keine Antwort" die Schlussfolgerung zieht, eure Sorgen bestätigt zu sehen. Hä? Wieso denn dass? Keine Antwort heißt erstmal: Ich will nicht mit Dir reden. Wieder das alte Thema: eventuelle Aufdringlichkeit wird mit Ignoranz beantwortet.
Ja, schon klar, aber ich muss ja für mich entscheiden, wie es für mich dann weitergeht. Und darauf bereite ich mich ja vor. Andere greifen zum Telefonhörer und rufen den Notdienst, der dann klingelt, während sie im Schlafanzug sich die Zähne putzt.
Und keine Antwort heißt für mich "da ist etwas" über das Du nicht mit mir reden willst.

Habe jetzt im Zuge dieser Diskussion in den letzten Tagen mit drei Leuten darüber gesprochen. Alle sagten, dass sie sich in jedem Fall bei mir oder einem Dritten gemeldet hätten, egal ob positiv oder negativ. Aber eine Antwort wäre rausgegangen. Die sagen aber auch, dass sie Leute sind, die darüber reden. Andere tun es nicht.

@*a_n_s_i_n*

Ich weiß nicht, wie Du zu Deinem Bild von mir kommst.

Ich möchte mit Dir aber auch keine Diskussion führen. Du hast Dich mit Deiner unfassbaren Anschuldigung im Thema von Sun Ny in meinen Augen völlig disqualifiziert.

Ich kann Dir sagen, dass mich Deine Worte sprachlos und unfassbar traurig gemacht haben. Ich kenne Dich nicht und würde mit derartigen Anschuldigungen sehr vorsichtig sein.

Ich schätze einen respektvollen Umgang im Forum.
Das ist mit Dir nicht mehr möglich.
 
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  • #67
Lieber Kimi,
Ich kann Dir sagen, dass mich Deine Worte sprachlos und unfassbar traurig gemacht haben. Ich kenne Dich nicht
Wie kann es sein, dass die Worte einer Person, die du nicht kennst, dich „unfassbar traurig“ gemacht haben?

Ich möchte mit Dir aber auch keine Diskussion führen. Du hast Dich [...] in meinen Augen völlig disqualifiziert.
Findest du das (zusammen mit der Aussage, ein respektvoller Umgang sei mit ihr nicht mehr möglich) nicht ein bisschen hart?
w45
 
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  • #68
Lieber Kimi,

Wie kann es sein, dass die Worte einer Person, die du nicht kennst, dich „unfassbar traurig“ gemacht haben?


Findest du das (zusammen mit der Aussage, ein respektvoller Umgang sei mit ihr nicht mehr möglich) nicht ein bisschen hart?
w45
Schön, dass Du Deinen Kommentar wieder gelöscht hast @Trixie75 , aber erst einmal draufhauen, nicht?

Weil hier ein schwerer Vorwurf im Raum steht und sich jemand völlig vergessen hat. Ihr Kommentar war mehrere Stunden oder Tage freigeschaltet und wurde dann editiert. Für mich ein NoGo.

Wenn ich in einem Thema mit einem Menschen schreibe, den ich (nur ich, was andere denken weiß ich nicht) für instabil halte und mir dann von einem Dritten in einer beispiellosen Art diese Anschuldigung an den Kopf geworfen wird, dann macht es mich einfach sprachlos.

Ich weiß nicht, was in den Köpfen anderer Menschen hier vor sich geht. Ich weiß nicht, wer sie ist und was sie Schreckliches erlebt haben muss, aber ich habe damit nichts zu tun.
Anm. der Mod.
Trixies Beitrag gestern wurde mit dem Mod-Vermerk freigeschaltet - nur um das Missverständnis aufzuklären - und danach von der Mod. wieder gelöscht.

Die hier in Rede stehenden provokanten Sätze im Sun Ny-Thread wurden kurz nach Freischaltung gelöscht.
 
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  • #69
Ganz ehrlich, Kimi, bei sowas bin ich sehr simpel gestrickt. Ich mag es, wenn jemand an mich denkt, die Wortwahl ist mir dabei nicht so wichtig. Und deswegen hätte ich es auch gemacht wie du. Dass die Wortwahl "sich Sorgen machen" statt "wie geht es dir" sooo hohe Wellen schlägt, hätte ich nicht gedacht.
Ich kann mich in stark Depressive nicht reinversetzen und will auch in Zukunft nicht jedes Wort aufwiegen, da würde ich es stattdessen gleich bleibenlassen, und das kann ja nicht der Sinn der Sache sein.
Mag sein, dass es empathiebefreit ist, aber ich möchte mich nicht in jede mögliche Denkrichtung hineinzwängen, bevor ich kommuniziere.
Trotzdem danke an eure Erfahrungsberichte, zumindest kann ich mich dadurch besser in diese Welt der Antriebslosigkeit hineinversetzen. Und gut, dass einige von euch es aus dem Loch herausgeschafft haben.
W37
 
A

*a_n_s_i_n*

Gast
  • #70
Ich weiß nicht, wie Du zu Deinem Bild von mir kommst.

Bist Du der Meinung, mein Bild von Dir stimmt nicht mit dem Bild überein, das Du von Dir hast?

Ich mache mir mein Bild von Dir, anhand von dem, was Du hier im Forum schreibst. Ich habe hier im Thema das zusammengefasst, was Du uns erzählt hast.

Möchtest Du mir verraten, an welchem Punkt mein Bild von Dir nicht mit dem übereinstimmt, das Du von Dir hast?

Ich möchte mit Dir aber auch keine Diskussion führen.

Ach so, jetzt erst gelesen. Dann kannst Du mein "falsches" (?) Bild von Dir natürlich nicht richtigstellen....

Hättest Du gleich in Deinem Eröffnungsbeitrag geschrieben, dass nur Meinungen erwünscht sind, die Dich und Deine Sichtweise bestätigen, hätte ich nicht weitergelesen und mir meine Beiträge gespart. Wie Du an den anderen Antworten siehst, hättest Du dann aber kaum Antworten bekommen.
Für gewöhnlich werden hier ja durchaus auch kontroverse Meinungen diskutiert.

Du hast Dich mit Deiner unfassbaren Anschuldigung im Thema von Sun Ny in meinen Augen völlig disqualifiziert.

Ich habe mich "disqualifiziert"? Weil ich Dich mit meinen Augen sehe und dies auch kundtue, und nicht so, wie Du gerne gesehen werden möchtest? Da muß ich jetzt mal lachen.

Wer maßt sich an, mich zu qualifizieren oder disqualifizieren? Was glaubst Du, wer Du bist, dass Du Dir hier im Forum herausnehmen kannst, andere Foristi zu qualifizieren oder zu disqualifizieren? Wenn überhaupt kann das hier nur die Moderation, und dieser gestehe ich das auch gerne zu, denn die hat einen objektiven Blick auf die Beiträge.

Ich weiß jetzt nicht, auf welche meiner Worte Du Dich beziehst @Kimi 48, die Dich so "unfassbar traurig" machen, aber ich würde Dir für Dein eigenes Seelenheil dringend empfehlen, mal ein bischen das Drama rauszunehmen. Du übertreibst mal wieder maßlos. Unfassbar traurig bin ich jedenfalls, wenn ein geliebter Mensch oder eines meiner Haustiere stirbt, aber doch nicht, weil mir hier im Forum eine andere Meinung nicht gefällt! Also bitte...

Ich weiß jetzt nicht ganz sicher, was genau zensiert wurde, ich vermute es geht um meine "Lolli"-Aussage, oder? Denn die wurde nicht freigeschaltet (dachte ich), was auch okay für mich ist. Da bin ich vollkommen okay mit der Moderation.
Dennoch stehe ich felsenfest hinter dieser Meinung, und so sehe ich Dich, Kimi! Es sei mir unbenommen. Aber es ist natürlich richtig, dass ich das hier nicht unbedingt schreiben muß. Dein sehr spezielles Gebahren, auf die Foristin um die es ging, einzugehen, hatte mich bloß, vor allem auch in Anbetracht auf Dein Thema angewidert, deshalb ist mir dieser Vergleich rausgerutscht. Aber der mußte nicht sein.
 
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  • #71
Ich finde es überhaupt nicht falsch jemandem zu sagen, dass man sich Sorgen macht. Mir persönlich tut das sogar gut. Dann weiß ich wenigstens, dass man noch jemanden hat der zu mir hält und der mich auch mag. Allerdings kann man bei Depressionen selber gar nichts machen.
Ich habe selbst vor 10 Jahren völlig unerwartet eine Freundin (37) durch Suizid verloren, die als überaus lebenslustige Frau in eine tiefe Depression gerutscht ist und sich in einer Klinik fernab der Heimat (sie war überregional bekannt) das Leben nahm.
Das tut mir sehr leid für dich. Ein sehr guter Freund von mir hat sich auch das Leben genommen. Damit hat auch keiner gerechnet. Als ich früher noch bei meinen Eltern gewohnt habe hat er gleich neben uns gewohnt. Meine Eltern wohnen in einem Reihenhaus.
Wie fühlt sich aber der Empfänger bei dieser Nachricht?

Setze ich ihn unter Druck? Wie würdet ihr reagieren, wenn die Bedenken gerechtfertigt sind und wie wenn nicht? Kann man eine Antwort „erwarten“?
Man kann natürlich keine Antwort erwarten. Trotzdem frage ich mich was dagegen spricht einen guten bzw dem besten Freund zu sagen was los ist. Eine gute Freundschaft hält nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen aus sondern auch Probleme.

Trotzdem muss man es auch akzeptieren wenn man nicht darüber reden will. Es gibt auch Situationen in denen ich nicht mit meinen Freunden reden will. Ich bin so jemand, der nicht andere damit belasten will. Trotzdem können meine Freunde und ich über alles reden. Da gibt es überhaupt keine Tabus. Ein sehr guter Freund von mir hat mich mal gefragt ob er im Mitternacht zum reden kommen kann da er zuhause Probleme hatte. Das könnte ich bei ihm auch machen.
 
  • #72
Ich würde mich über die Aussage ärgern, da man mir nicht zutraut, mit meinen Problemen selbst klarzukommen. Du kriegst keine Antwort, weil dich manche Dinge nichts angehen. Ich habe mich aus Gesellschaften immer zurückgezogen, weil ich unter Leuten depressiv wurde, besonders wenn die Freunde nicht mehr zu mir passten. Das kann, wie hier schon angesprochen, daher sein, dass der Ton in unserer Gesellschaft immer flegelhafter wird, man sehr zynisch, sarkastisch und kränkend geworden ist. Und überall wo Menschen sind, wird nur gestänkert und falsch gelacht. Einzelgänger bevorzugen daher ihr Harmonie ohne Menschen.
Daher auch keine Antwort. Es könnte sogar ganz persönlich an dir liegen. Die Person mag dich nicht, vielleicht deswegen, weil du alles ausdiskutieren und über alles Bescheid wissen willst?!

Jemand geht absichtlich nicht ans Telefon, er will mit dir nichts zu tun haben.
Es gibt auch eigene Dinge, die man für sein Leben regeln muss, dort können Freunde nicht dabei sein. Liebeskummer, jemand liegt im Sterben, ungewollt Schwangerschaft, Betrug, Angst vor Krankheiten/HIV, der letzte One-Night-Stand. Weißt du, es gibt noch ein paar andere Dinge, als das Spaßleben unter Freunden und darüber brauchst du dir auch keine Sorgen machen. Nicht jedes intime Detail geht dich was an.

"Ich mache mir Sorgen um dich" hat etwas Mütterliches, aber nichts Freundschaftliches. Ich würde mich da sowieso unverstanden fühlen. Da müsste ich mich mit dir auch noch beschäftigen, obwohl ich eigene Probleme habe.

Übrigens, Depression erkennt man nicht offensiv. Suizid-Opfer sind jene, die am meisten lachen. Offensiv Sorgen machen kannst du dir über Herorin-Opfer und Obdachlose auf der Straße, da wird deine Hilfe gesucht.

Andererseits finde ich, fehlt dir Empathie, deswegen fragst du hier, wie andere das aufnehmen könnten, gleichzeitig fühlst du dich von Antworten selber gekränkt. Die Lösung ist: Jeder Mensch wird anders reagieren, das zu verstehen, ist Empathie.

Vermutlich will die Person seine Ruhe. Depression verlangt übrigens auch Ruhe und Distanz.
 
  • #73
Ja, das mag ja alles sein, aber

Du kriegst keine Antwort, weil dich manche Dinge nichts angehen.

Daher auch keine Antwort. Es könnte sogar ganz persönlich an dir liegen. Die Person mag dich nicht, vielleicht deswegen, weil du alles ausdiskutieren und über alles Bescheid wissen willst?!

wenn jemand meine Grenze verletzt, weil er/sie sich meiner Meinung nach in Sachen einmischt, die ihn/sie nichts angehen, dann ist es doch an mir die Grenze zu setzen und nach außen hin zu verteidigen. Dann würde ich (ich gehe von mir aus) immer versuchen ein klare Grenze zu setzen.

Ein klares "ich möchte mit Dir nicht darüber reden" ist eine klare und unmissverständliche Botschaft. Klar kann das nicht jeder, aber um das zu verstehen geht es ja hier in der Diskussion.

Der Andere wird mein Schweigen interpretieren müssen und kann das vielfältig auslegen. Ausserdem steht "die Sache" dann immer unausgesprochen zwischen zwei Menschen.

Ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht, dass es gut ist Dinge zu kommunizieren. Ich weiß natürlich, das andere Menschen es anders sehen.

Auf eine Frage (egal welche) ist ein "Ja" für mich ein "Ja", ein "Nein" ein "Nein" und ein "keine Antwort" bleibt für mich ein "keine Antwort" und wird in der Interpretation vielleicht ein "Nein", aber auch nur vielleicht.

Übrigens, Depression erkennt man nicht offensiv. Suizid-Opfer sind jene, die am meisten lachen.

Nein, bin ich anderer Meinung. Bin ich nah genug an den Menschen dran, glaube ich dass ich es erkenne.


Offensiv Sorgen machen kannst du dir über Herorin-Opfer und Obdachlose auf der Straße, da wird deine Hilfe gesucht.

Du widersprichst Dich. Das ist genauso übergriffig. Jetzt legst Du fest, wer Hilfe braucht und wer nicht. Das "Opfer" kann es als genauso übergriffig empfinden.

Andererseits finde ich, fehlt dir Empathie, deswegen fragst du hier, wie andere das aufnehmen könnten

Nein, ich versuche meine Empathie abzugleichen mit den Sichtweisen anderer Menschen. Nur nur kann ich doch sehen, ob ich Empathie habe, Menschen verstehen und sich bei mir verstanden fühlen.

Wenn ich Menschen nicht frage, kann ich nicht wissen ob ich mit meinen Vermutungen Recht habe. Behaupten kann ich vieles. ich berufe mich gerne auf valide Daten.
 
  • #74
Ein klares "ich möchte mit Dir nicht darüber reden" ist eine klare und unmissverständliche Botschaft. Klar kann das nicht jeder, aber um das zu verstehen geht es ja hier in der Diskussion.
Wenn ich es richtig verstanden habe, kennst Du die Person doch nach wie vor nicht mal persönlich. Das Thema wird jetzt hier seit 4 Wochen diskutiert und Du liest ja, dass die Sichtweisen unterschiedlich sind.
Der Andere wird mein Schweigen interpretieren müssen und kann das vielfältig auslegen. Ausserdem steht "die Sache" dann immer unausgesprochen zwischen zwei Menschen.
Wenn "irgendjemand" meint, mich zu einem persönlichen Thema ansprechen zu müssen, dann kann ich das doch für so unpassend halten, dass ich nicht mal darüber eine Diskussion anfange.
Nein, bin ich anderer Meinung. Bin ich nah genug an den Menschen dran, glaube ich dass ich es erkenne.
Wie nah bist Du hier dran? Das ist doch bestenfalls "Stille Post".
Wenn ich Menschen nicht frage, kann ich nicht wissen ob ich mit meinen Vermutungen Recht habe. Behaupten kann ich vieles. ich berufe mich gerne auf valide Daten.
Für mich ist vollkommen klar, dass es reichlich Menschen gibt, die nicht von "irgendwem" (und so ist ja euer Verhältnis) nach persönlichem Befinden gefragt werden wollen.
Ob Du dann mit Deinen Vermutungen Recht hast oder nicht, wird der Person relativ egal sein. Ich wäre schon genervt, wenn ein Fremder meint, mich beurteilen zu müssen.

Was hat das Thema mit Dir zu tun? Schlechtes Gewissen wegen der Freundin, der Du nicht helfen konntest? Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dich in dem Bereich ehrenamtlich engagierst? Institutionen wie die Telefonseelsorge brauchen Freiwillige, die sich in dem Bereich engagieren möchten und vielleicht ist das etwas für Dich?
 
  • #75
Wie nah bist Du hier dran? Das ist doch bestenfalls "Stille Post".

Nein, Du hast die Story nicht verstanden.

Ich telefoniere mit einem Freund. Er erzählt mir von seinem Kumpel, den ich persönlich nicht kennen. Dieser ist psychisch auffällig, war wohl mal in einer Klinik, so wie ich es verstanden habe. Der Kontakt ist nicht mehr da, er geht nicht an Telefon, reagiert nicht auf Nachrichten. Der Freund macht sich über seinen Kumpel Sorgen. Und wir reden darüber. Es geht um Suizidgefahr!!!

Er fragt mich was er machen soll. Ich sage: Schreib ihn doch einfach klar und deutlich an. Und ich erzähle ihm, dass ich ca. sechs Monate zuvor in einer ähnlichen Lage war und einer Person erstmals in meinem Leben eine solche Nachricht geschrieben habe.

Wir überlegen: Wie würde der Empfänger reagieren? Und ich denke: Mensch ich bin hier bei EP. Stelle ich doch einfach mal die Frage rein.

Es ist doch wohl klar, dass ich nicht irgendeinen Menschen einfach so anschreibe. Das hatte ich doch schon geschrieben.

Ich mische hier sein Thema mit meinen persönlichen Erfahrungen mit einer anderen Frau. Vielleicht ist das nicht ganz so klar geworden.

Es geht mir einfach um die Diskussion:
Wie würdet ihr darauf reagieren?


Weil ich sechs Monate zuvor vor einer ähnlichen Situation stand.

Schlechtes Gewissen wegen der Freundin, der Du nicht helfen konntest?
Nein habe ich nicht. War nicht nah genug dran.

Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dich in dem Bereich ehrenamtlich engagierst?

Mache ich bereits. Seit vielen Jahren.
Wir freuen uns über jede Spende von Euch.
Leider kann ich hier nichts verlinken.
 
  • #76
Mache ich bereits. Seit vielen Jahren.
Wir freuen uns über jede Spende von Euch.
Leider kann ich hier nichts verlinken.
Dann coachst Du Deinen Freund, der ihn kennt(?) Aus meiner Sicht kann man Hilfe anbieten, aber nicht erzwingen. Wenn er ihn persönlich kennt, kann er Kontakt aufnehmen, wenn derjenige es nicht will, würde ich das, wenn überhaupt, diskret an Familie oder professionelle Hilfe weiterleiten.
 
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