• #31
... aber am Ende hat ihn seine Frau quasi behalten, ... warum macht das der betrogene Partner der Ursprungsbeziehung? Ich verstehe es nicht, würde es aber gern.

Ich verstehe auch nicht, warum ein betrogener Partner an der Beziehung festhält, denn ich würde so jemanden nicht mehr um mich haben wollen.

Unabhängig davon kann es dafür verschiedene Ursachen geben.

Vielleicht liebt die betrogene Ehefrau ihren Mann so sehr, dass sie ihm verzeihen und/ oder den Kindern den Vater in der Familie erhalten will. Vielleicht will sie den Status Quo als Ehefrau mit all seinen Privilegien nicht aufgeben, weil sie als getrennte oder geschiedene Frau wirtschaftlich schlechter da stehen würde. Vielleicht kann oder will sie nicht ohne ihn leben. Vielleicht will sie sich bloß der anderen Frau gegenüber als Siegerin sehen. Welche Gründe es auch immer geben mag, in den meisten Fällen wird sich der Mann für seine Frau/ Familie entscheiden, wenn die Frau ihn behalten will.
 
  • #32
Ehemänner und Frauen mir auch nicht erzählen dass die Ehe nach der Aufklärung oder wenn es raus kommt einfach weitergeht, wo ist das Vertrauen hin? Kommt das jemals wieder? Und die Frage an die
Nein, das kommt nicht wieder. Und ich denke, die Männer machen das hauptsächlich weil es bequem ist. Warum eine teure Scheidung, wenn doch das Leben auch so weitergehen kann? Und die Frauen? Sehr viele merken lange wirklich nichts, aber wenn und sie bleiben doch, kann es nur Angst vorm Alleinsein bedeuten... traurig ist aber oft so
 
  • #33
Schlimm finde ich es übrigens nicht wenn Männer oder Frauen mehrgleisig lieben. Schlimm finde ich die Luegen, die Heimlichkeit und das Heucheln von Monogamie.
Tja, die Lügen, die Heimlichtuerei und die Heuchelei sind der Moral geschuldet. Und zwar oftmals nicht einmal der eigenen, sondern der der Gesellschaft.
Als unmoralischer pöhser Tom habe ich immer mit offenen Karten gespielt. Auch heute weiss meine Freundin, dass es passieren könnte - allerdings weiss sie auch, dass ich gar keine Lust habe, mir eine zusätzliche Freundin anzulachen. Aber sie hat lernen müssen, dass ich nichts verspreche, von dem ich nicht weiss, ob ich es unbedingt halten möchte. Dafür ist mein gegebenes Wort etwas wert.
Ich persönlich verstehe nicht, dass Mann etwas verspricht, was wider seine biologische Veranlagung ist. Moral? Das ist etwas, bei dem ich immer erst mal frage, wer daran verdient.
Um die Frage der FS zu beantworten - Nein, auch ein Dutzend Affären sind nicht verwerflich, wenn Mann dazu steht.
(Wie Frauen das handhaben wollen? Soll eine Frau beantworten)
 
  • #34
@Tom26 eine offene Beziehung ist kein Betrug, sie ist eine Entscheidung!
Auch wenn es nicht gerade schön gewesen wäre, hätte mein Mann gesagt: ich möchte nicht (mehr) treu sein, ich hätte für mich entscheiden können.

Wenn ich aber belogen werde, habe ich keine Chance zu entscheiden: möchte ich Sex mit meinem Mann obwohl er diesen auch mit einer anderen hat...nur als Beispiel.
Ich hatte diese Entscheidung nicht und ganz ehrlich: ich habe mich stundenlang geschrubt, als ich es erfahren habe.

Ich konnte nicht entscheiden was in meinem Leben passiert, weil ich als Einzige in der Dreierkonstellation nicht wusste was passiert.

Er hätte mich auch einfach nur verlassen können.
Und sie hätte ihn auch einfach erst als Getrennten nehmen können.

Zumindest wäre ich lieber nicht mit einem Auto gefahren, welches mir zwar gehörte aber nicht von mir zum Akt zwischen den Kindersitzen benutzt wurde...

Ok ich muss aus dem Thema raus, 14 Jahre her aber wenn die Erinnerung kommt kann ich nur unterschreiben: langer Betrug ist schlimn und da hat Frau etwas Bleibendes
 
  • #35
Älter = Ein erfahrener Verführer, spricht das Mädchen in der Frau an, welches einen Papa-Ersatz sucht

unglückliche Ehe = ein Prinz der aus unglücklicher Gefangenschaft befreit werden muss, spricht das Helfer-Syndrom an

Freigeist = ein cooler Typ gerade attraktiv für das Mädchen in jeder Frau die Spießertum ablehnt

Geschenke = er liebt mich, denn warum sollte er etwas schenken wenn dies nicht so ist

Lieber Ejscheff,
du hast es vollkommen richtig erkannt, ich musste das erst und viel später in einer Therapie erkennen.
Ich blicke tatsächlich bis heute mit Schmerz zurück, denn diese "Beziehung" hat natürlich Spuren hinterlassen, nicht nur weil daraus auch ein Kind entstanden ist. Wie man sicherlich schon vermutet, liegen mehrheitlich die Probleme in einer unglücklichen Kindheit begraben.

Zur Polyamorie
Es war niemals einvernehmlich, ich denke für beide nicht, weder für mich noch für seine Ehefrau, teilen wollten wir ihn beide nicht. Trotzdem wurde es so gelebt.
 
  • #36
Wenn ich aber belogen werde, habe ich keine Chance zu entscheiden:

...das ist moralisch für mich verwerflich. Durch Verschweigen ist es vorsätzlicher Diebstahl von Lebenszeit, Bereicherung von Lebensenergien, psychischer Gewalt, Vertrauensmissbrauch und Betrug.
Psychische Gewalt und Verletzung setze ich gleich mit körperlicher Verletzung. Körperliche Verletzung wird rechtlich geahndet, psychische leider nicht. Als Betrogene(r) trägt man lebenslange Verletzungen mit sich, es gib keinen Schadensersatz.
Weil ja immer zwei dazu gehören, macht man es sich leicht, rechtfertigt aber niemals das Verschweigen. Mit einem Betrug würde ich klarkommen, mit Lügen und Verschweigen nicht.

Guten Morgen!
 
  • #37
Ist es nicht eher ein Problem in der Ursprungsbeziehung? In einer befriedigenden Beziehung brauche ich das doch nicht, setze alles aufs Spiel, oder? ....Auch nach langen Jahren Ehe würde ich meinen Mann eiskalt rauswerfen,
Es ist nicht immer so, dass die Beziehung kaputt ist, wenn ein Mann fremdgeht. Wir sind keine völlig monogamen Wesen und können das sehr gut trennen - Männer wie Frauen.
Es ist außerdem immer ein Unterschied, ob man es sich in der Theorie vorstellt, dass der eigene Mann fremdgeht oder ob es dann wirklich in der Praxis passiert. Ich glaube nicht, dass du deinen Mann für immer "eiskalt" verlassen würdest.
Es verbinden einen so viele Erinnerungen, Gemeinsamkeiten, vielleicht ein Haus, Kinder.... da ist eine tiefe "Grundliebe"... dazu ist eine Ehe auch eine Art Unternehmen - wenn die zu Ende geht, bricht das ganze Leben zusammen und man muss von vorne anfangen. die Idee der Familie ist dann zerstört, man ist alleinerziehend und muss von vorne anfangen, aber unter schweren Bedingungen und als Frau meist auch mit weniger Geld aber vielen VErpflichtungen.
Hinzu kommt, dass bei einer Ehefrau, wenn sie es herausbekommt oft auch der Kampfgeist entfacht wird nach dem Motto:
"Eigentlich werde ich ihn verlassen, aber es ist immer noch MEIN (!) Ehemann und die Geliebte kriegt ihn schon 3x nicht".
Und die Ehemänner wollen ihre Geliebte als GELIEBTE und nicht im Alltag als Frau an ihrer Seite.
Wie kann man so schauspielern zu Hause wenn das Herz woanders ist? Wie kann man noch mit der eigenen Frau schlafen?
Die Ehemänner schauspielern nicht. Das Herz IST nicht woanders, sie lieben ihre Ehefrau trotzdem. Eventuell sind die Gedanken ab und an woanders, aber nicht jeder Mann liebt eine andere Frau, nur weil er eine Affäre hat. Wie kommst du drauf, dass die Männer ihre Affäre lieben und die Ehefrau nicht? In der Regel ist es andersrum.
Und nein - nicht jeder Mann kriegt das hin, dass er locker mit 2 Frauen schläft. Auch Ehemänner schlafen manchmal nicht mehr mit ihren Ehefrauen, weil sie es eben nicht hinkriegen.

Kein Mensch sagt, dass die Geliebte "schuld" ist. Allerdings ist es moralisch verwerflich, sich einen liierten Mann zu angeln und sich dann als Geliebte einzureden, dass seine Beziehung ja sowieso nichts mehr wert ist, weil er sonst ja gar nicht offen für eine Affäre gewesen wäre. Das ist Blödsinn. Würden Frauen sich keine liierten Männer krallen, gäbe es auch keine Fremdgeher. Aber Geliebte reden sich ja gerne ein, dass der Mann lieber bei ihnen wäre. Stimmt aber nicht. Eine Geliebte ist dafür da, den Mann ein besseres Gefühl zu geben, ist aber eher ein netter Freizeitvertreib und soll keinen Platz in seinem Leben bekommen. Sie ist eher ein Ego-Boost - Psycho-Hygiene und kann sehr eheerhaltend wirken.
 
  • #38
Nun ja, wie kann man jemandem der schon völlig in Flammen steht, mit einem Streichholz Angst machen? Es war nur der Anfang vom Ende.

m47
Sehr schön dargestellt. Ich habe auch so ein Erlebnis gehabt. Ich habe meinen Mann nie betrogen und ehrlich gesagt, egal was er gemacht hat, ich habe ihn immer verteidigt. Als die Affäre aber aufgeflogen war und der Zerfall unserer Beziehung eine neue Stufe erreicht hat, habe ich auch keinen Respekt mehr vor ihm gehabt und wollte ihm meine Wut, Entsetzen und völlige Verachtung zeigen. Ich war damals bei der Arbeit auf Vollzeit umgestiegen und musste eine Prüfung bestehen und dafür musste ich lernen und er hat mich mit den Kindern alleine gelassen und wollte mit seiner Affäre/Freundin in den Urlaub fahren. Ich weiß noch, dass ich ihm gesagt habe, dass er bitte zwei Tage bleiben solle und ich jetzt wirklich seine Unterstützung brauche. In diesem Moment hat sie (die Affären Frau) ihn angerufen. Ich war so wütend auf ihn, auf sie , auf die Situation, ich könnte schreien und ehrlich, ich weiß nicht wie ich es geschafft habe aber ich habe sein Handy aus seiner Hand gerissen und an die Wand GEKNALLT. Sein Handy ist vollkommen auseinander gegangen und war nicht mehr funktionsfähig. Er war natürlich extrem sauer, hat die Bruchstücke zusammengesammelt und mich angeschaut und gesagt: "Es ist aus". Ich sagte ihm: "Willst du mir Angst machen? Selbstverständlich ist es aus, für mich schon längst".
Nun, 6 Jahre später, ist es immer noch nicht aus und die Affäre ist schon längst die Vergangenheit.
 
  • #39
Als ich jung und ungestüm war, hätte ich mich auch sofort und umgehend, einem Feuerteufel ähnlich, getrennt. Heute sehe ich einiges anders. Ich gehe mal von einer monogam geführten Ehe aus. Da würde ich heute versuchen eine kurze Affäre oder ONS unter bestimmten Randbedingungen verzeihen. Aber es würde mich trotzdem tief verletzen, deshalb bin ich mir auch nicht 100% sicher, ob ich es dauerhaft schaffen würde. Aber Partnerschaft und Familie haben für mich einen sehr hohen Stellenwert.

Jeder kann mal einer Verlockung erliegen. Eine langjährige Ehe kann als sehr alltäglich erscheinen, wo man den Wert der Partnerschaft nicht mehr so schätzen weiß. Ich finde neverever hat das in seinem Beitrag sehr schön beschrieben.
Man kann sich in so vielen Jahren aus den Augen verlieren.
Aber ich würde gemeinsam versuchen zu ergründen, weshalb das passieren konnte und wie wir gemeinsam einen Weg daraus finden. Es müßte ein sehr nahes intimes Paargespräch sein, das mir das verlorene Vertrauen zurück geben könnte.
Wenn das zwischen den Partnern nicht mehr möglich ist, dann ist die Partnerschaft aus meiner Sicht verloren.
Ich bin keine klammernde Ehefrau gewesen und habe nie seine Sachen/Handy etc. untersucht, trotzdem habe ich den Verdacht, dass er mindestens eine Affäre hatte. Es gab Indizien dafür und auf mein Insistieren hat er mir glaubhaft versichert, dass dem nicht so war. Da habe ich ihm geglaubt und vertraut.

Später in einem völlig anderen Zusammenhang habe ich mal bemerkt, dass er ein meisterhafter Lügner war. Wirklich meisterhaft. Betonung, Körpersprache, Blick...alles tipp topp und trotzdem wußte ich in diesem (eher belanglosen) Fall, dass er lügt.
Da wußte ich, dass dieser Mann völlig für sich agiert, dass ihm nicht zu trauen ist. Mich hat das bzw mein Weltbild sehr erschüttert. Ich habe ihm grenzenlos vertraut. Wem sollte ich denn sonst vertrauen, wenn nicht dem für mich nahesten Menschen auf dieser Welt, den ich liebe, mit dem das Bett teile und Kinder habe.
Die männliche Spezies sehe ich seitdem mit etwas anderen Augen. Dies Erfahrung hat mich schon sehr geprägt.
 
  • #40
Nun, 6 Jahre später, ist es immer noch nicht aus und die Affäre ist schon längst die Vergangenheit.
Und genau solche Geschichten schreibt das Leben. Wir können noch so viel "wollen". Aber wie heißt es doch : Erstens kommt es anders....
Wir erlernen das nicht in der Schule oder sonst wo. Nicht das gute und auch nicht das weniger gute in einer Beziehung. Jeder Tiefgang erreicht uns erst mal ohne Vorwarnung, so denken und empfinden wir es zumindest. Projekt Mensch halt.

m47
 
  • #41
Liebe Foristen,
bisher danke, für die vielen Denkanstöße und Sichtweisen, alleine dreht man sich im Kreis und so kann man von allen Ecken denken, trotzdem geht eines nicht, und da bin ich bei denen, die Offenheit und Ehrlichkeit schätzen und Verlogenheit eben nicht. Einen langen Betrug kann man verzeihen, irgendwann denke ich, aber nicht vergeben. Genau wie gesagt wurde, wenn ich betrogen und belogen werde, dann bin ich doch einer nicht gewollten Situation machtlos ausgeliefert und kann für mich selbst gar keine Entscheidung treffen, nämlich ob mir das gefällt. Mir ging es auch darum, mal zu hinterfragen was das alles auch aus einem macht, wer man letztendlich sein will...interessant die Aspekte, wo wirtschaftliche Interessen höher gehandelt werden als der eigene innere Frieden, wenn Haus, Hof und der Nachbar wichtiger sind als das eigene Glück und ich als betrogene Ehefrau "aushalte". Für mich unvorstellbar, innen sollte es sich gut anfühlen. Ja, das liebe Geld und der Lebensstandard, aber das ist es nicht wert, dafür Lebenszeit zu verschwenden. Es wurde schon angesprochen, die "Rache" dann später, wenn das Alter kommt und ich soll meinen untreuen Ehemann vielleicht pflegen? Wie bitte?
Und, WARUM bitte wird die Ehe mit ihren festen Säulen so hoch gehandelt? Haben sich die Ehepartner denn nicht auch mal kennengelernt und sich alles erst aufgebaut? Dann ist die Liebe weg, ja, und nun? Der Ehemann sucht sich was, vielleicht auch was ernsthaftes.....und nicht jede Geliebte ist ein Kind/Mädchen geblieben mit Vatersehnsüchten etc., sondern da gibt´s auch gestandene Frauen.......und wo die Liebe hinfällt, wenn nach der Zeit der Rosa Brille die Gefühle mehr werden...hmmmm.....Kann so was denn nicht nochmal möglich sein? Wieder neue Säulen schaffen? Mit dem Rucksack der Vergangenheit? Und muss der betrügende Ehemann immer der moralisch schlechtere sein? (Ganz klar geht nichts über Ehrlichkeit, irgendwann dann schon mal) Danke für weiteren Input.....
 
  • #42
Und, WARUM bitte wird die Ehe mit ihren festen Säulen so hoch gehandelt?
Die romantische Liebe ist eine relativ neue "Erfindung". Die Ehe gewährte hingegen in der gesamten Menschheitsgeschichte gesellschaftliche Stabilität. Kinder wurden gesichert großgezogen. Familien blieben zusammen, Alte wurden gepflegt. Das pflegen der Treue vermindert Reibungen durch wechselnde Partner, Begehrlichkeiten, Eifersucht (Morde!) etc. Schon in den 10 Geboten wird gesagt, dass man nicht des nächsten Frau/Mann begehren soll WEIL es zu gesellschaftlichen Spannungen führt! Es wurden früher mit Heirat zwischen Königshäusern der Friede aufrecht erhalten.
Fremdgehen ist so alt wie die Ehe. Ob man sich aber mies behandeln lässt ist gerade in der heutigen Zeit auch seine eigene Entscheidung.
 
  • #43
Die Ehe gewährte hingegen in der gesamten Menschheitsgeschichte gesellschaftliche Stabilität.

Nicht nur das.
Die Familie ist die kleinste Einheit menschlichen Zusammenwirkens (Staaten/Nationen sind quasi eine Erweiterung von Familien.

Die Familie war bevor es Sozialsysteme gab DIE Grundlage der Existenzsicherung von Menschen. Familien haben in Hungerszeiten untereinander ihr Essen geteilt. Kranke, kleine Kinder und alte Menschen wurden von ihren Familien oder überhaupt nicht bzw. kaum oder sehr schlecht versorgt.

Die Familie besteht aus Verwandten. Die Ehe bietet in ihrem Ursprung einen formalen Rahmen (Vertrag) diesen Verwandtenkreis um Fremde zu erweitern. Teil des Vertrages ist meist ein Ressourcenübergang (Mitgift bzw. Brautpreis) verbunden gewesen. Die Ehe ist ihrerseits ebenfalls ein Schritt von der Familie zu grösseren Einheiten wie Sippen, Stämmen usw.

Die Individualisierung der Gesellschaft, der Verzicht auf eigene Familien und Kinder, die Umstellung von funktionalen vertraglich gesicherten Beziehungen (Zweckehe) auf romantische oft nicht vertraglich gesicherten Partnerschaften ist nur auf Grund unsere sozialen Systeme bzw, unserer weit entwickelten Gesellschaft möglich, deren Ursprung paradoxerweise aber Familie und Ehe sind.

Liebe, Affären usw. hat es natürlich trotzdem zu allen Zeiten gegeben. Da dies oft bestehende existenzsichernde Verbindungen eventuell sogar den Frieden (z.B. trojanischer Krieg, auch wenn es nur eine Sage ist) störte, wurde Ehebruch nicht selten mit der Todesstrafe bedroht.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Laleila

Cilia
  • #44
Es wurde schon angesprochen, die "Rache" dann später, wenn das Alter kommt und ich soll meinen untreuen Ehemann vielleicht pflegen? Wie bitte?
Musst Du ja nicht. Es gibt Frauen, die nehmen die Vorteile der Ehe mit, lösen sich innerlich vom fremdgehenden Mann, Leben ihr eigenes Leben, oft sehr glücklich und wenn der Ehemann pflegebedürftig ist, wird er abgeschoben.
Nicht nett aber das waren seine Affären ja auch nicht.
Haben sich die Ehepartner denn nicht auch mal kennengelernt und sich alles erst aufgebaut? Dann ist die Liebe weg, ja, und nun?
Ja.. Aber meist lernten sich da zwei freie, offene Menschen kennen und bauten diese Liebe nicht auf Verrat auf. Ein ganz schlechtes, brüchiges Fundament.
und wo die Liebe hinfällt, wenn nach der Zeit der Rosa Brille die Gefühle mehr werden...hmmmm.....Kann so was denn nicht nochmal möglich sein?
Es passiert ja auch... in den ganz seltenen Fällen. Aber das sind die absoluten Ausnahmen und jede Geliebte glaubt, jene zu sein.
Die Wirklichkeit sieht anders aus, tiefe Gefühle entstehen meist nur bei der Geliebten. Der Mann weiß seinen sicheren Hafen zu schätzen und die Abwechslung sowie die sexuelle 'Freiheit'.
Warum sollte er das aufgeben wollen? Nur um wieder von vorn anzufangen den sicheren Hafen zu bauen und dann irgendwann wieder ins Affärenmeer zu segeln?
Affären sind, selbst wenn man sich anfänglich verknallt, im Prinzip austauschbar, leicht beendbar.

Nicht, dass ich das verteidigen will, ich verachte Menschen die ihre Partner hintergehen und belügen, aber es ist einfach komplett naiv, als Geliebte, dasselbe wie alle Geliebten zu denken, man sei die Ausnahme.
Ganz gleich wie alt und gestanden sie ist.

@Ejscheff erklärt hervorragend warum die Ehe einen besonderen Status hat, fernab von Pseudomoral. Fantastischer Beitrag. Sollte Deine diesbezügliche Frage vollständig beANtwortet haben.
 
  • #45
Ich persönlich verstehe nicht, dass Mann etwas verspricht, was wider seine biologische Veranlagung ist. Moral? Das ist etwas, bei dem ich immer erst mal frage, wer daran verdient.
Um die Frage der FS zu beantworten - Nein, auch ein Dutzend Affären sind nicht verwerflich, wenn Mann dazu steht.
(Wie Frauen das handhaben wollen? Soll eine Frau beantworten)

Doch, es ist verwerflich - offen oder heimlich - egal!
Und zwar liegt das daran, dass Männer wie auch Frauen extrem verletzt sind, wenn der Partner/die Partnerin einen anderen im Bett hat.
Da kann man vorher abgesprochen haben und offen sein wie man will, aber auch die offene "freie" Liebe in den 70ern hat ja nicht funktioniert und da haben auch die Männer gelitten wie die Hunde.
Eine Beziehung ist ja auch ein Versprechen, dass man sich unterstützt und schaut, dass es dem Anderen gut geht. und nicht, dass man mit einem anderen Menschen ins Bett geht, nur weil es zuhause gerade schwierig ist.
Die Sache ist ja die, dass man in eine richtige Beziehung auch sehr viel investiert - es ist ein Investment.
Man investiert Mühe, Gefühle, Zeit und geht und pflegt diese Beziehung wie eine Pflanze.
Wieso sollte man sich aber Mühe geben (vielleicht gibts du dir ja wenig Mühe, kann sein!?), wenn die Beziehung doch jederzeit beendet werden kann, weil er / sie anderweitig Sex hat. Kann ja sein, dann man/frau sich verliebt und dann war alles umsonst.
Bei einer Affäre hat man doch immer auch Verlustangst - also der Betrogene. Männer plagt dazu noch das Gefühl und die Frage: War er besser im Bett? Hat er nen größeren? Kann er es ihr besser besorgen (sorry) :).... Frauen beschäftigt eher die Frage: "Liebt er sie mehr als mich?"
Wenn ich einen Mann liebe, möchte ich ihm diesen emotionalen Schmerz und Stress einfach gerne ersparen... deswegen bin ich weder spießig noch übermoralisch geprägt von "der Gesellschaft".
Ich weiß selber, dass wir nicht monogam sind - weder Männer noch Frauen. Im Gegenteil. Es ist sogar so, dass frauen wesentlich weniger monogam sind als Männer und es gibt Studien, die besagen, dass die meisten Frauen nach 2-3 Jahren keine Lust mehr auf Sex mit ihrem Partner haben. (aus "Die versteckte Lust der Frau").
Ich finde, lieber @Tom26 , die machst es Dir ein wenig zu einfach, wenn du deiner Freundin oder gar Ehefrau sagst: "Sorry Schatz, och schlafe mit ner Anderen, aber ich hab dir ja nie etwas versprochen!"
Und ich frage mich, ob du cool damit wärest, wenn es denn anders herum wäre.
Klar habe ich auch schon überlegt, dass es vielleicht die viel größere Liebe wäre, wenn man seinem Partner andere Partner "erlauben" würde.
Aber zeig mir bitte mal einen Mann, (der kein Selbstbewusstseinsproblem hat, weil er alt ist und eine sehr junge Frau hat, die andere Bedürfnisse hat als er) der es okay fände, wenn seine Freundin, die er sehr liebt, mit einem anderen Mann eine feste Affäre hätte.
 
  • #46
Liebe FS
Meiner Ansicht nach haben wir heute ein unrealistisches Bild von der Liebe, was in Vermischung mit Eheversprechen oft dazu führt, dass wir die komplexe Realität des eigenen Innenlebens verleugnen, bis dann "Ausrutscher" passieren.
Die Ehe war doch früher keine romantische Sache, sie war ein "Deal" zwischen Königshäusern, Sippen - es ging auch um die Sicherung von Wohlstand, um Allianzen, Gefälligkeiten, Stammbäume und Diplomatie.
Das mit dem Fremdgehen passiert so vielen Leuten (etwa der Hälfte im Verlauf des Lebens), dass ich denke, wir können nicht jedes Mal von "verkommenen" Individuen und Lügnern sprechen, die irgendwelche irreversiblen Psychopathologien aufweisen und so fort. Fremdgehen, Betrogenwerden, Affäre sein - das sind keine Ausnahmeerfahrungen.
Wir müssten als Gesellschaft darüber nachdenken, ob die jetzigen Ideen von Liebe, Treue und Ehe nicht angepasst werden sollten.
Ich finde sexuelle Monogamie nicht so wichtig, aber Ehrlichkeit schon. Und Fairness auch. Ich mag nicht monogam sein für jemanden, der sich die Freiheit nimmt, mit anderen zu schlafen.
 
  • #47
Und muss der betrügende Ehemann immer der moralisch schlechtere sein?

...wenn er schweigt und lügt, ist er der schlechtere und gleichzeitig stärkere, er hat zwei Leben in der Hand, um zu jonglieren. Die Geliebte und die Ehefrau. Nicht immer ist Liebe zu der Ehefrau im Spiel, aber die Gewohnheit und Sicherheit, das ist ein ganz schlechter Handel auf Kosten des anderen, oder umgekehrt.
Alles kann passieren, die Natur hat ihre eigene Art, auch Wege aufzuzeigen, dennoch ist eine Verantwortung dem anderen gegenüber, darin enthalten, die heißt Outing jetzt sofort und nicht erst nach Wochen, Monaten, Jahren und es dem Zufall überlassen. Das macht was mit einem, wir lesen und hören es oft genug. Sicher kann man einen zerbrochenen Krug wieder flicken, gibt genug Porzellankliniken. Aber ein feiner Riss wird für immer sichtbar bleiben und für tragfähige Säulen niemals mehr halten.
Wer liebt, der möchte dem anderen keinen Schaden zufügen.
 
  • #48
Würden Frauen sich keine liierten Männer krallen, gäbe es auch keine Fremdgeher.
Das stimmt, aber ich frage mich, ob der Mann dann besser wäre, wenn er NOTGEDRUNGEN treu ist. Ich bin mir da nicht schlüssig, ob in einer guten Beziehung NIE nach anderen Männern/Frauen geguckt wird. Meine Erfahrung war: Als ich damit anfing, fing eigentlich die Beziehung an, ein Nebeneinander statt ein Miteinander zu werden. Und 2 Jahre später zeigte sich das auch, dass damit die Auseinanderentwicklung begann.

Davon abgesehen, ob in einer guten langen Partnerschaft auch Seitenblicke sein sollten: Ich denke, wenn ich treu sein kann, kann es auch ein Mann. Ich denke, es gibt viele Frauen, die in ihrer Beziehung nicht mehr so romantisch sind, dass sie ihren Mann für den schönsten und besten und begehrenswertesten Mann halten. Die gucken vielleicht auch nach anderen Männern. Ich will darauf hinaus, dass ich diesen "es liegt in der männlichen Natur"-Kram, dass der Mann fremdgehen MUSS, nicht glaube. Dann MUSS auch die Frau fremdgehen. Beide haben aber ein Gehirn, das sie zum Steuern ihrer Taten nutzen könnten.

Ergo wäre mein Schluss, dass es nicht damit getan wäre, dass es keine Frauen mehr gäbe, die sich auf Affären einlassen, sondern dass Männer eine andere Einstellung zu ihrer Partnerschaft haben. Und da ja Frauen ihre Partner genauso betrügen, dann natürlich auch die Frauen.
(Offene Beziehungen sind was anderes, da wird ja nicht betrogen.)

Ich denke, viele haben daraus den Schluss gezogen, dass auch mit der Nebenfrau irgendwann die Liebe weg sein wird, und bleiben deswegen gleich bei der Ehefrau. Und ein wichtiger Punkt ist noch: JETZT, wo er ne "Geliebte" hat, wird sein Leben besser. Aber MIT der Partnerin dabei, also nicht austauschen, sondern BEIDE. Deswegen wird die Nebenfrau so selten die Partnerin. Und weiterhin ist mE wichtig, dass der Mann seine Art hat, die Probleme in seinem Leben zu lösen. Das ist ne grundsätzliche Charaktereigenschaft, dann heimliche Wege zu gehen, um sich Zufriedenheit zu verschaffen, statt sein Leben zu ändern und ehrlich zu sein.
 
  • #49
Und, WARUM bitte wird die Ehe mit ihren festen Säulen so hoch gehandelt?
Mir hat ein Affären-Kollege mal gesagt, zu Hause weiß er was er hat. Bei der Affäre wüßte er nicht was sie für Marotten entwickeln würde.

Aber das allerwichtigste wäre, viele betrogene Frauen verzeihen oder arrangieren sich damit. Wie ich hier lese stimmt das wirklich.

Wir müssten als Gesellschaft darüber nachdenken, ob die jetzigen Ideen von Liebe, Treue und Ehe nicht angepasst werden sollten.
Ich finde sexuelle Monogamie nicht so wichtig,
Muss ich nicht tu ich auch nicht, meine Ansicht von Liebe und Treue pass ich nicht an, nur weil sich bei einigen Menschen der Unterleib immer verselbstständigt.

Offene Beziehungen wie u.a. bei @Tom26 sind ja von beiden Beteiligten gewollt. Ich könnte das nicht, kriege ja schon Schnappatmung wenn ich mir vorstelle, jemand fasst sie an.
 
  • #50
Ich finde, der Grad der (moralischen) Verwerflichkeit hängt von mehreren auch materiellen Faktoren ab: Gibt es Kinder? Ist man verheiratet? Ist man finanziell voneinander abhängig, z.B. wg. Immobilienfinanzierung? Ist die Haus- bzw. Familienarbeit gerecht aufgeteilt? Verfügen beide über einen ähnlichen "Marktwert"?

Ferner von eher soften Commitments: Führt man eine Beziehung als autonome Individuen oder als Paar, das sich gegenseitig unterstützt und "beflügelt"? Gibt es gemeinsame Zukunftsplanungen und steckt evtl. einer sogar zurück zur Erreichung gemeinsamer Ziele?

Fernab von moralischen Erwägungen religiöser Art ist mein Eindruck, dass aufgrund des Rückgangs materiellen Zwangs in einer Beziehung zu sein oder zu verharren, der Anreiz bzw. Wunsch stärker geworden ist, die richtige Liebe zu finden. In der Fragestellung ging es ja um lange andauernde Affären, nicht um ONS oder Kurzaffären. Je geringer die materielle Abhängigkeit, desto bedeutender die Frage, ob der Mensch, mit dem ich die letzten Jahre verbracht habe, auch der Mensch ist, mit dem ich gemeinsam alt werden möchte.

Der Leistungsdruck, in einer Beziehung zu performen, nimmt dadurch natürlich zu. Und die Freiheit, die Beziehung zu beenden hängt nunmal auch davon ab, ob Kinder etc. im Spiel sind.

Last but not least zur historischen Einordnung: In der Steinzeit haben diejenigen Kinder überlebt, wo sich beide Elternteile um den Nachwuchs gekümmert haben. Das nur kurz zum Einwand, die Ehe sei eine neuzeitliche Erfindung der Kirche. Das mit dem "Samen weit streuen" und deswegen keine Monogamie war bis vor 100 Jahren für mindestens 90 Prozent der Männer keine Option. Andersherum ist die Option von Sex mit selbstbestimmter Verhütung für die Mehrheit der Frauen erst seit ca. 50 Jahren möglich.
 
  • #51
Vielleicht hat man das Bild von Frauen im Kopf, die es darauf anlegen, mit einem vergebenen Mann zu treiben. Manche sind ja auch schamlos und umgarnen den Mann, wenn die Freundin daneben steht. Und der Mann ist eben der reguläre Seggel, der sein Mundwerk nicht aufkriegt.

Warum man die Frau beschuldigt? Weil Frauen viel mehr Scharfsinn und Intelligenz haben, während verheiratete Männer, die sich verführen lassen, kaum noch irgendwas in der Birne haben.

Das Ganze was du erzählst ist sehr komplex. Keine Frau, die emotionalen Bezug zum Mann hat, gibt den Mann einfach so her, nur weil er mit einer anderen ins Bett springt. Weder die Ehefrau noch die Geliebte. Und schon gar nicht, wenn da Kinder dran hängen. Den "Ekel", dass er mit anderen ins Bett springt, ist für dich vielleicht schlimm, aber die meisten andere Frauen sind gegen sowas längst abgehärtet.

In der Tat müsste man den Mann zur Rechenschaft ziehen, aber hinter dem Mann steht eben eine ganze Gesellschaft, die solche Männer als tollen Hecht bezeichnet und auch meist schützt. Ich kenne viele Affäre-Männer, die mittlerweile ungeniert fremdgehen und ihr Konstrukt aufrechterhalten, indem sie eiskalt sind.

Und zu den Männern:
Ich stelle immer wieder fest, die Männer, die fremdgehen, sind äußerst hässliche Durchschnittstypen, die nur das Glück hatten, dass sie eine normale Frau heiratet. Wenn sie fremdgehen, wollen sie eben mehr aus ihrem Leben rausholen und viele solcher Typen denken ja sowieso, ihnen steht was besseres an Frau zu.
 
  • #52
Ich will darauf hinaus, dass ich diesen "es liegt in der männlichen Natur"-Kram, dass der Mann fremdgehen MUSS, nicht glaube. Dann MUSS auch die Frau fremdgehen.


....Das ist ne grundsätzliche Charaktereigenschaft, dann heimliche Wege zu gehen, um sich Zufriedenheit zu verschaffen, statt sein Leben zu ändern und ehrlich zu sein.

Wieder mal ein schöner @void -Beitrag :)
Natürlich ist das eine billige Ausrede, dass Männer eben nicht treu sein KÖNNEN und nicht wider ihre Natur handeln können.
Frauen sind allerdings genauso triebhaft, können auch mehrere Männer gleichzeitig haben... da hab ich so einige Frauen im Bekanntenkreis.

Und liebe @void: Du hast auch damit Recht, dass die Geliebte nicht zur Ehefrau wird, weil der Mann ja BEIDE braucht für sein Ego.
Die Geliebte himmelt ihn relativ unkritisch an und ist der Meinung, dass nur sie ihn wahrhaftig und ehrlich liebt (was aber in erster Linie daran liegt, dass sie ihn nicht ganz kriegen kann und so das Verlangen wächst) und die Ehefrau ist der sichere Hafen, die Basis.
Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass Männer, die ihre Frau betrügen, diese nicht lieben.
Sie sind nur nicht zu einer richtig tiefen Beziehung fähig, sie bleiben mehr für sich und brauchen diese Frauen um sich herum: Als Statusobjekt, für das Gefühl der eigenen Sicherheit, zur Bestätigung ihres Egos...Die Ehefrau hat dabei beim Mann meist natürlich das höhere Standing.
Ich habe mal ein Buch gelesen, das "Treue ist auch keine Lösung" heißt.
Die Autoren pladieren dafür, dass man seinem Partner/seiner Partnerin aus Liebe auch eventuelle Seitensprünge erlaubt, weil Liebe ja nicht festnagelt.
Wenn man es liest, scheint es logisch zu sein, aber wie wir alle wissen, sind AFfären oft sehr emotional, so dass der Satz "das ist doch nur Sex" sehr danach klingt, dass man für dumm verkauft wird.
Es ist selten "nur Sex" - zumindest nicht, wenn es mehrfach geschieht.
Schwache Männer und Frauen brauchen Affären, weil sie diese Bestätigung dauernd brauchen.
 
  • #53
Muss ich nicht tu ich auch nicht, meine Ansicht von Liebe und Treue pass ich nicht an, nur weil sich bei einigen Menschen der Unterleib immer verselbstständi
Sehe ich auch so. Mich interessieren die Gesellschaft, die Motive eines Fremdgehers oder die Evolution an sich herzlich wenig. Ich bestimme mein Leben, meine Einstellung, ausschließlich nach meinen Gefühlen und meinem Empfinden, und da kommt ein Fremdgeher grundsätzlich schlecht weg.

Wenn ich an zwei/drei stadtbekannte Fremdgeher in meinem Wohnort denke sehe ich immer das gleiche Modell: Nach außen hin hat Mann sich etwas aufgebaut, womöglich eigene Firma, eigenes Haus, Statussymbole noch und nöcher. Schaut man jedoch hinter die Fassade erkennt man nichts weiter als Menschen mit geringem Selbstwert, immer egoistisch handelnd und auf der Suche nach der nächsten Gelegenheit um das Ansehen zu erhöhen und den Bauch zu pinseln. Und wenn es nur durch die Schwärmerei einer weiteren Affärenfrau ist. Eine Frau halt, die wie die wenig Charakter starke Ehefrau an diesem Mann festhält obwohl es genügend Anzeichen gibt, dass der nichts weiter ist als ein hochgradiger Lügner und Waschlappen. Ein Vollpfosten also der wenn es darauf ankommt nichts weiter kann als feige den Schwanz einziehen. Wie ein reudiger Hund. Widerlich!

Für mich gilt: Affärenfrau, Affärenmann und Basispartner passen zusammen wie die Faust auf's Auge. Denn jeder nur ansatzweise konsequente Mensch würde sich nicht auf Dauer für dumm verkaufen lassen und durch Trennung verabschieden.
 
  • #54
Für mich gilt: Affärenfrau, Affärenmann und Basispartner passen zusammen wie die Faust auf's Auge. Denn jeder nur ansatzweise konsequente Mensch würde sich nicht auf Dauer für dumm verkaufen lassen und durch Trennung verabschieden.
Für mich sind Menschen, die Affären haben leider auch Menschen zweiter Klasse - sozusagen die Gammas der Gesellschaft...oder die Epsilons!? Für mich verachtenswert.
Meine Freundin hat auch gerade was mit nem verheirateten Mann - ich kanns kaum anhören und habe mich distanziert. Sie ist schwer verliebt, lügt sich selbst in die Tasche, dass sie ja gar nicht mehr will, wird aber schon nervös, wenn er sich einen halbe Tag nicht meldet und ist beleidigt, wenn er Freitag nicht kann. Ich distanziere mich dann und lasse den Kontakt auf Distanz.
Das sind schwache Menschen, die ohne einen anderen Mann/eine andere Frau nicht existieren können und wenn sie keine kriegen, nehmen sie sich eben einen gebundenen - egal.
Ich hatte auch schon eine Affäre, dazu hatte mein Exmann mehrere - ich kenne also beide Seiten.
Auch ein Ehemann, der seine Frau betrügt, ist ein schwacher bemitleidenswerter Wurm, der nach Anerkennung lechzt. Womit wir beim Parallelthread wären: Narzissmus!
Solche Affärenmänner brauchen eine Geliebte, damit sie die gelegentliche Abwertung und den Stress mit der Ehefrau ertragen und dann winselnd bei der Geliebten ihre Wunden und was auch immer geleckt bekommen. Würg! Schwach eben.
Mein Ex-Affären-Ehemann kommt auch immer wieder an - wenn ich nun doof und schwach wäre, würde ich sagen: Er vermisst und liebt mich, denn das schreibt er mir ja. Aber wenn dem so wäre, würde er seine Frau ja verlassen und mit mir zusammen sein.
Nein, er braucht nur ein paar Streicheleinheiten für sein Ego - ihm gehts danach besser und er ist wieder fit für seine Ehe, mir ginge es schlecht und ich wäre wieder für Tage und Wochen entwertet, denn für mehr als ein paar gestohlene Stunden reichts ja wohl nicht.
Alles schwache Kreaturen in den Affären.
 
  • #55
Ich stelle immer wieder fest, die Männer, die fremdgehen, sind äußerst hässliche Durchschnittstypen, die nur das Glück hatten, dass sie eine normale Frau heiratet. Wenn sie fremdgehen, wollen sie eben mehr aus ihrem Leben rausholen und viele solcher Typen denken ja sowieso, ihnen steht was besseres an Frau zu.

Das kenne ich auch so.
Die fremdgehenden Männer, die mir bekannt sind, haben Bauch, Glatze, Zahnlücken, (weil Angst vorm Zahnarzt), tragen Toupet, (was nicht zu übersehen ist) und haben dicke Augenringe. Trotzdem finden sie ständig Frauen, die mit ihnen rummachen und sich mit ihnen in der Öffentlichkeit zeigen, als hätten sie den ersten Preis gewonnen. Hauptsache, sie haben einen Mann, auch wenn der Ehefrau und Familie hat. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man Witze drüber machen.
 
  • #56
...interessant die Aspekte, wenn Haus, Hof und der Nachbar wichtiger sind als das eigene Glück und ich als betrogene Ehefrau "aushalte".
.....
Das ist ein Denkfehler. Eigenes Glück ist ein weites Feld und darf nicht isoliert behandelt werden. Manchmal muss man zwischen schlecht und schlechter entscheiden und die andere Männer sind auch nicht unbedingt besser. Die betrügen ihre Frauen auch und gehen auch fremd. Einer hat oben geschrieben, dass ONS das normalste auf der Welt ist und fast alle Männer fremd gehen würden. Wenn es so ist, dann bleibe ich lieber wo ich jetzt bin.
Und vor allem wo soll ich denn hin? Da, wo ich jetzt stehe, ist mein zuhause und unterschätze die Nachbarn nicht. Meine Nachbarn schätze ich sehr und würde sie nicht verlieren wollen. Die Frage ist nun, ob die betrogene Frau alles loslassen soll, nur weil der Mann mit einer anderen Frau schläft? Heute würde ich wirklich anders agieren. Er hat immer gesagt, er liebt uns und mittlerweile glaube ich ihm es.
 
  • #57
Solche Affärenmänner brauchen eine Geliebte, damit sie die gelegentliche Abwertung und den Stress mit der Ehefrau ertragen und dann winselnd bei der Geliebten ihre Wunden und was auch immer geleckt bekommen. Würg! Schwach eben.
Klar, genau deshalb hast du ja auch einen Mann geheiratet, der keinerlei Lust hat, auf seine Affären zu verzichten. Völlig logisch und glasklar ....
Zum Egopush, zum reinen Sex oder um solch eine Ehefrau zu ertragen .... da reicht auch der eine oder andere ONS. Die (langjährige) Geliebte gibt es genau deshalb, weil mit ihr nie der Alltag die Hauptrolle spielt.
Meist sind die Menschen, die irgendwann bemerken, dass der/die Andere auch noch eine oder mehrere Affären am Laufen hat, vom Typus "Graubrot". Alltag ohne Genuss, Mülldiskussion, kein Thema ausser Kindern, Forderungen ohne Ende ........ und sich dann wundern, wenn der "Partner" Urlaub von dieser Person braucht und sich nimmt.
Ja, es gibt Männer, die nicht sexuell exklusiv leben wollen. Es gibt auch solche Frauen. Sehr viele stehen nicht dazu. Das ist aber auch schon das Einzige, was man als verwerflich ansehen könnte.
Vielleicht sind solche Menschen deswegen attraktiver, weil sie nicht verkniffen allen anderen ihr Lebensmodell aufzwingen wollen. Ja, wir sind egoistischer als der Durchschnitt. Manche auch aktiver. Offener und mit mehr Lebensfreude. Denn der Trugschluss ist der: kaum eine Person, die in sich ruht, sich aus Überzeugung für nur einen Menschen entschieden hat, ist mit den durchschnittlichen, langweiligen, regelkonformen und moralinsauren "Korrektlingen" zufrieden, sondern lebt seinen Lebensentwurf. Und nicht den der "Gesellschaft". Und haben damit mehr mit den Menschen gemeinsam, die dazu stehen, keine sexuelle Exclusivität leben zu wollen. Zumindest nicht zwangsweise.
90 % der Gesellschaft sind eben kleine Angstkläffer - das macht die restlichen 10 % so attraktiv.
 
  • #59
Und haben damit mehr mit den Menschen gemeinsam, die dazu stehen, keine sexuelle Exclusivität leben zu wollen. Zumindest nicht zwangsweise.
90 % der Gesellschaft sind eben kleine Angstkläffer - das macht die restlichen 10 % so attraktiv.
Bla bla bla... Da fühlt sich aber jemand extrem auf den Schlips getreten und zwar dermaßen, dass er das eigene Lebensmodell wieder einmal vehement verteidigen muss.

Man kann Grundsatzdiskussionen über jeden Mist führen und wird nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen denn die Meinungen der Menschen sind und bleiben unterschiedlich. Nichts desto trotz sind mir die Menschen Tausend mal lieber die Treue praktizieren.

Ich befinde oder begebe mich nicht in irgendwelche Zwänge, es gibt nur einen einzigen Grund warum ich keinen Bock auf irgendwelche anderen Männer in einer Beziehung habe: Ich liebe meinen Partner! Und wenn der Sex mit ihm auch noch gut ist benötige ich keine anderen die es mir besorgen, aus welchen Gründen auch immer. Mit dieser Meinung stehe ich nicht allein, alle meine Bekannten sehen es ebenso. Solange ich glücklich verbandelt bin brauche ich keinen externen Egopush. Ist das nicht mehr so, arbeite ich daran oder trenne mich. Ganz einfach eigentlich.

Ich denke Tom26, so richtig verknallt bis über beide Ohren bist du in deine aktuelle Freundin nicht denn sonst käme nicht der Spruch: Ich kann nicht garantieren/versprechen, dass... Für mich nichts weiter als Hintertürchen offenhalten für Gelegenheiten oder als ultimativen Schritt die Trennung wenn man sich nach dem Ausrutscher ernsthaft verliebt.

Klar, es gibt keine Garantie für Liebe bis zum Tod. Aber Partnerschaft bedeutet auch Verantwortung und Pflichtbewusstsein und da haben m. E. Affären, ob heimlich oder nicht heimlich, nichts zu suchen. Offene Ehen kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen, da macht sich auch jeder etwas vor. Vögeln bis der Verstand wegbleibt geht besser als Single und ohne einen vorhandenen Partner emotional zu verletzen. Fair play ist eine Affäre nie, zumindest ist mir bis heute keine einzige zu Ohren gekommen. Egal wie lange diese letztendlich dauert.
 
  • #60
Aber Partnerschaft bedeutet auch Verantwortung und Pflichtbewusstsein und da haben m. E. Affären, ob heimlich oder nicht heimlich, nichts zu suchen. Offene Ehen kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen, da macht sich auch jeder etwas vor.
Genau da haben wir den Casus Knacksus .... was sich manche Leute nicht vorstellen können, darf es einfach nicht geben.
Genau diesen stark beschränkten Horizont habe ich beschrieben. Für genau diese Leute steht auf der Verpackung des Klopapiers, dass dieses Produkt weder vor noch nach Gebrauch zum Verzehr geeignet ist.
Wer aufgrund der eigenen, stark eingeschränkten Weltsicht die Fähigkeit, Freiheit als bereichernd zu empfinden und zu nutzen, nicht entwickeln kann, muss alles, was dem eigenen Weltbild widerspricht, als verwerflich bezeichnen und ein Verbot der Freiheit anstreben. Zum Glück für uns alle klappt das nie.
 
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