• #32
Ich meine, dass es allgemein so ist, dass man, wenn die Schmetterlinge im Bauch weg sind und man den Partner so sieht, wie er ist, erst sehen kann, ob es passt. Vorher guckt man drüber weg oder "veräppelt" sich selbst mit "das wird schon". Oder man denkt, dass man das schon hinkriegt, obwohl sich schon Unpassungen auftun.

Und ich warte nicht darauf, dass die Verliebtheit weg ist. Ich habe in meiner Exbeziehung nach 3 Jahren (!) festgestellt, dass einige Dinge wirklich NICHT passen und ich versuche, sie passend zu machen.
Das hast du gut beschrieben, so geht es mir zT auch. 3 Jahre finde ich allerdings heftig, das ist ja schon substanzielle Lebenszeit. Bei mir liegt die zeitliche Grenze gewöhnlich dann, wenn ich den anderen ernsthaft in Familien- und Freundeskreise einführen würde bzw „müsste“, und merke, dass sich da etwas in mir sträubt, dass ich mich nicht ganz zu ihr „bekennen“ kann.
 
  • #33
Ich kenne dein Problem nicht, weil ich mich mit Männern, die ich kennenlernte, immer erst monatelang freundschaftlich (alles Beziehungsmäßige, nur ohne Küssen, Sex etc.) quasi wie in einer Beziehung verhalten habe (gemeinsame Aktivitäten, Gespräche, zusammen kochen/essen/sporten ...), bevor dann nach langer Kennenlernphase durch Kuss und Sex auch die Romantik reinkam und eine Beziehung draus wurde. Im Prinzip hat das Zusammensein aber vorher schon geklappt
Das finde ich ein wirklich schönes „Anbandeln“! Würde mich glatt interessieren, wo das so lief bei dir - an der Uni?
Irgendwie ergeben sich solche langsamen Annäherungen aus meiner Lebensrealität heraus heute einfach nicht mehr, da habe ich nicht (mehr) die geeigneten sozialen Kreise dafür.
 
  • #34
Ich habe diese innere Probezeit in mir auch...mittlerweile
Was nicht heißt, daß ich völlig unterkühlt oder unverbindlich bin.

Eher die Erfahrung, dass...in meinem Fall Mann, sich anders gab als er war
Ich möchte überhaupt keine böswillige Täuschung unterstellen eher Selbstbetrug mit rosa Brille.
Wenn ich ehrlich kommuniziere, dass ich gerne reise und gemeinsame Wochenenden wichtig finde.
Am Anfang auch sage: he du fährst gerne Motorrad, dann wirst du das sicher gerne auch an den Wochenenden tun. Das wird dann ggf nicht passen...
Kann ich erstmal nur glauben wenn der andere sagt: ich fahr kaum noch und liebe Unternehmungen am Wochenende.
Und das auch ein paar Monate total verliebt mit mir durchzieht.
Dann kam nunmal der Tag, an dem sich das änderte und "aufflog"...er mag vereisen gar nicht und braucht eine Frau, die wartet wenn er spontan für nicht absehbare Stunden jeded Wochenende biken geht.
Dieser Mann wollte auch weiterhin mit mir zusammen sein und war traurig, als ich das beendete.
Für mich mit dem besten Argument....du da passen wir nicht.
Was doch zumindest ihm hätte von Anfang an klar sein müssen...denn er wusste wie ich ticke und über sich, dass er doch gar nicht so ist.
Verliebt denkt man wahrscheinlich alles toll, wird schon gehen.
So etwas habe 2x erlebt und da hat sich die "Probezeit " schon aus selbstschutz automatisch ergeben.
 
  • #35
Aber ich finde auch, dass manche Frauen nicht so schnell denken sollten "nun bin ich in einer Beziehung"
Warum nur manche Frauen 😀? Und was ist mit den restlichen Frauen und wo bleiben die Männer? Sollte nicht dieses Prinzip für alle Menschen, also für alle Frauen und für alle Männer gelten 😊?
Es heißt doch auch: Das, was am Anfang stört, wird nachher der Grund, weshalb man sich trennt. Ich glaube, das kann so mancher bestätigen.
Das gilt vielleicht für kurzfristige Geschichten aber langfristig betrachtet würde ich es nicht bestätigen. In meinen Beziehungen fand ich am Anfang alles toll. Erst nach und nach hat sich die Situation geändert. Ich habe mich geändert. Der Partner hat sich geändert. Es kamen auch weiteren Faktoren dazu, die keine beeinflussen konnte.
 
  • #36
Wenn ich ehrlich kommuniziere, dass ich gerne reise und gemeinsame Wochenenden wichtig finde.
Am Anfang auch sage: he du fährst gerne Motorrad, dann wirst du das sicher gerne auch an den Wochenenden tun. Das wird dann ggf nicht passen...
Kann ich erstmal nur glauben wenn der andere sagt: ich fahr kaum noch und liebe Unternehmungen am Wochenende.
Und das auch ein paar Monate total verliebt mit mir durchzieht.
Ein sehr gutes Beispiel. Ja, sowas könnte mit mir auch passieren, diese rosa Brille.
Und das kann sich natürlich auf Vieles beziehen: politische Haltung, kulturelles Leben, Kommunikationsverhalten, Treue, Umgang mit Geld… wenn eine Frau sich zB nach und nach als eingefleischte Verschwörungstheoretikerin entpuppt, kann ich sie ja nirgendwo mit hinnehmen, wo man mich kennt.
 
  • #37
Warum nur manche Frauen 😀? Und was ist mit den restlichen Frauen und wo bleiben die Männer? Sollte nicht dieses Prinzip für alle Menschen, also für alle Frauen und für alle Männer gelten 😊?
Das ist immer ein heikles Thema, diese Geschlechterunterschiede.
Die Antwort ist vielleicht, dass Frauen schon ganz am Anfang besser auswählen, sie fangen überhaupt nur eine Annäherung mit Männern an, in die sie sich auch ernsthaft verlieben können. Prompt tun sie das dann auch, wenn der erste Sex gut war.
Männer sind hier tendenziell wahlloser, sind einfach spontan davon begeistert, dass sich überhaupt mal wieder eine hübsche Frau für sie interessiert. Durch Sex verlieben sich Männer eher nicht. Das Resultat ist dann typischerweise „verliebte Frau mit zweifelndem Mann“.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #38
Gut, das ist vielleicht sexistisch :D Aber ich glaube doch, dass das eher Frauen passiert. Wenn ich so überlege, dann gibt es auch eine Menge Beispiele in meinem Bekanntenkreis, wo der Mann das selbst nach Jahren noch nicht SOOO ernst nahm, also mit anderen Worten: Heiraten wollte, obwohl er gesagt hatte, dass er "die Richtige" auch heiraten wird.

Und was ist mit den restlichen Frauen und wo bleiben die Männer
Die restlichen Frauen machen es, wie ich den Männern unterstellt hatte: Sie lassen es erstmal ganz locker angehen und drücken der Beziehung noch nicht den Stempel "Beziehung für immer" auf. Sie können noch nach 3 Monaten sagen, dass es nicht passt. Die andere Fraktion stellt nach 3 Monaten vielleicht auch fest, dass es nicht passt, beginnt aber, am Partner zu arbeiten und/oder zu ertragen.

Das gilt vielleicht für kurzfristige Geschichten aber langfristig betrachtet würde ich es nicht bestätigen.
Ok. Bei mir war es tatsächlich so.
Sollte man jedoch kein allgemeines Gesetz dahinter vermuten.
 
  • #39
Bei mir was es immer so, dass ich nach ein, zwei Dates schon generell wusste, will ich oder nicht. Bei allen drei Beziehungen war nach den ersten drei Dates klar, das ist jetzt eine, wir haben Freunde, Eltern usw. recht schnell kennengelernt. Und es hat ja auch bei jedem mindestens drei Jahre gehalten. Beide waren sich da sicher. Den ersten samt Freunden kannte ich aber schon von früher, da fiel eh die Kennenlernphase etwas flach. Die negativen Seiten am Anfang waren dann immer auch Trennungsgrund, aber damals wusste ich das nicht, dass mich das stören würde, aus Erfahrungsmangel. Nach jeder Beziehung wusste ich was neues: kein Typ mehr, der sein Leben nicht auf die Reihe bekommt (Beziehung 1), kein Typ mehr, der extrem extrovertiert und von sich überzeugt ist/Blendertyp (Beziehung 2) - bei Beziehung 3 habe ich bisher noch gar nichts negatives entdeckt nach 6 Jahren ^^
Ich bin nicht der Typ für Monate langsam kennenlernen und abwarten. Wenn ich das Gefühl habe, der andere ist zögerlich, dann lasse ich es sein. Ich hatte damit nur schlechte Erfahrungen. Denn dann passte irgendwas einfach nicht und man war nur eine Option, nicht einfach die Person, die gerade Nummer 1 ist. Liebeskummer hatte ich bei den rumeiernden Männern, ich selbst hab mir vorgenommen, daher niemanden, bei dem ich mir nicht sicher bin, lange auf Abstand zu halten und habe angefangen, das dann immer konsequent zu beenden. Liebeskummer generell gehört eben dazu und man kann ihn nicht vermeiden, daher versuche ich das gar nicht erst. Ich verliebe mich aber eh nicht ständig und überall.
Auseinandergehen kann es immer, wenn es nicht passt. Ob nach drei, zehn oder 20 Dates, nach einem Monat, drei oder einem Jahr. Ich denke, es gibt eben diese Punkte, die meist die Sollbruchstelle geben: Bin ich verliebt in den anderen? (nach ein paar Dates) Kann ich mir eine Beziehung vorstellen? (nach ein paar mehr Dates) Passen wir zusammen? (so nach drei Monaten; hatte ich persönlich noch nicht) Ist aus der Verliebtheit Liebe geworden? (Meist so nach 1,5- 3 Jahren) Und später eben: Haben wir uns auseinandergelebt?
w, 37
 
  • #40
Das finde ich ein wirklich schönes „Anbandeln“! Würde mich glatt interessieren, wo das so lief bei dir - an der Uni?
Irgendwie ergeben sich solche langsamen Annäherungen aus meiner Lebensrealität heraus heute einfach nicht mehr, da habe ich nicht (mehr) die geeigneten sozialen Kreise dafür.
Ja, tatsächlich, die letzte fünfjährige Beziehung entstand an der Uni und meine jetzige Beziehung mit meinem Nachbarn, das heißt, man hat sich oft gesehen und konnte sich in aller Ruhe erstmal "unverbindlich" kennenlernen. Ich fand beide Männer sofort attraktiv, aber es gab keinen Grund zur Eile, wir kamen halt ins Gespräch, haben uns gut verstanden, öfters was miteinander unternommen .... Dadurch wussten wir dann schon lange vor dem ersten Kuss, wie der andere so tickt und lebt. Ich finde für mich so ein entspanntes, langsames Kennenlernen im Alltag ideal und würde auch immer versuchen, Partner über Arbeit, Hobby oder sonstige regelmäßige Aktivitäten kennenzulernen, auch wenn das wohl schwieriger ist, wenn man sehr eingebunden ist, da ich persönlich das als natürlicher und entspannter empfinde. Man lernt einfach Menschen kennen, und wenn man sich mag und gut versteht, macht man mehr zusammen und die Themen und Treffen werden privater, dann kann eine nette Bekanntschaft, Freundschaft oder Beziehung draus werden. Ich habe noch nie bewusst und aktiv nach einem Partner gesucht oder gedatet und war bei meinen Partnern auch offen -- wäre keine Beziehung draus geworden, dann eben gute Freunde. Ich gehe Beziehungen nur mit Männern ein, die ich insgesamt so sympathisch, gut und liebenswert finde, dass ich sie auch dann mag und schätze, wenn wir kein Paar sind, nicht, noch nicht oder nicht mehr.
w26
 
  • #41
bei dem ich nach wenigen Monaten beschlossen hatte, Schluss zu machen. Ich fand das zwar sehr schade, aber auch wieder nicht besonders ungewöhnlich, dass es in diesem Zeitrahmen aus verschiedenen Gründen endet. Sie war dagegen komplett vor den Kopf gestoßen, weil sie in uns die große und einzige Liebe gesehen hatte.
Du kannst nicht verhindern dass einer von Beiden mehr in der Anbahnung sieht, mehr empfindet.

Selbst wenn es für alle Menschen eine Regel gäbe, eine "Probezeit für Beziehungen" einhalten zu sollen und mit "Kündigung" zu rechnen haben, selbst dann ist es gut möglich, dass einer schon in der Probezeit/Anbahnung hellauf begeistert ist und das Gefühl hat, den/die Richtige/n gefunden zu haben. Wie willst du das verhindern? Du kannst die Gefühle deines Gegenübers nicht kontrollieren und Jemand, der schwer verliebt und voller Hoffnung war, hat ebenso "Recht" damit, vor den Kopf gestoßen und zerstört über eine frühe Trennung zu sein, so wie du "Recht" hast, noch nicht viel Gefühl investiert zu haben. Da gibt es kein Richtig und kein Falsch.

Schweren Liebeskummer haben Menschen auch am Ende einer unverbindlichen Affäre oder bei unerwiderter Liebe. Es gibt keine Zeit-Regel, ab wann es gerechtfertigt ist leiden zu dürfen oder bis wann man mit einem Schlussmachen gefälligst zu rechnen hat und sich nicht wundern soll.

Du hast zudem mal erzählt, dass dich Begeisterung und Verliebtheit einer Frau anziehen. Wenn ihr schon mit diesem Ungleichgewicht eine Anbahnung beginnt, ist es doch vorprogrammiert, dass sie leiden wird wenn du es dir anders überlegst.

Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit Beziehungsanbahnung nach @Inanna* s Weg. Meinen Mann kannte ich schon als Kollegen und wir haben uns, als es uns zufällig in die gleiche Abteilung gespült hat, zunächst einmal unverbindlich kennengelernt und angefreundet, bis ich gemerkt habe, er passt perfekt und ihn als potentiellen Partner wahrgenommen habe. Das gleiche funktionierte mal bei Jemandem aus dem Freundeskreis. Wir kannten uns Jahre, bis wir uns auf einem Konzert küssten.
Onlinedating fand ich schwierig, da checken sich 2 Fremde von Beginn an auf Beziehungstauglichkeit ab, ohne unverbindliches freundschaftliches Kennenlernen im Vorfeld. Da passierte es mir auch in eine Anbahnung "reingeraten" zu sein, weil er so begeistert war, und ich den Gedanken hatte, es mal "zu probieren". Das ging nicht gut. Auch funktionierten bei mir keine Beziehungen nach reiner erotischer Anziehung, das verblendete mich zu sehr und war mehr Projektion als Wahrheit. Die rosa Brille führte bei mir immer zu Enttäuschung.

W36
 
  • #42
Vielleicht wäre es wirklich gut, so etwas wie eine Drei-Monats-"Regel" zu verinnerlichen
Wie soll das funktionieren? Regeln sind statisch, künstlich, nie situativ - das Gegenteil von dem was @Inanna* beschreibt und Du suchst.
Verzichte auf Regeln und lass es passieren.
Wenn Du meinst, (wie es viele hier postulieren) ohne Sex nach dem 3. Date wird das nichts, dann bist Du aus dieser Art der Anbahnung halt raus.

Eine Probezeit oder sowas finde ich auch albern.
Ist nicht albern, sondern kann nicht funktionieren - man muss genauer hingucken.
Wie willst Du 3 Monate definieren? Mein Mann tanzte 3 Monate lang (und noch länger täglich ohne Sex bei mir an, obwohl ich ja schon im Bett lag :cool: ).
Andere treffen sich wegen Fernbeziehung in 3 Monaten nur 3 mal -kann man sich nicht kennenlernen.

Ich finde die beste Voraussetzung für eine gute Beziehung ist: keine Beziehung zu brauchen und somit sich nur für eine mit guter Passug entscheiden zu können.
Wer nur Sex sucht: gibt es kommerziell (kostet halt, entsprechend dem gesuchten Niveau) oder als C-Dating, wenn man/frau die Suche nicht zum Lebensinhalt machen will.
 
  • #43
3 Jahre finde ich allerdings heftig, das ist ja schon substanzielle Lebenszeit.
Ich war noch weitere Jahre mit dem Mann zusammen, weil die Beziehung ansonsten sehr stimmig war und diese Aspekte mir erstmal wichtiger waren. Das war aber keine Kopfentscheidung. Ich konnte gefühlsmäßig nicht mehr loslassen, weil vieles eben gut war, das, was nicht passte, aber eben auch wichtig war.

Man darf das auch nicht so "mit bestimmten Ziel" sehen. Also z.B. "Heirat, Kinder". Wer so rangeht, der denkt vielleicht wirklich, dass er Lebenszeit verschwendet hat, wenn es dann doch nicht passt.

Ich seh das anders, ich habe viel gelernt durch meine Beziehung. Über mich, über andere Menschen, einfach auch darüber, dass es nicht nur "meine Wahrheit über das Sein" gibt. Andere haben andere Bedürfnisse, andere Werte, andere Bilder vom Leben, den Lebenszielen und Beziehungen.

Ich weiß allerdings nicht, ob man viel über sich lernt, wenn man, sagen wir, 3 Monate mit jemandem Dates hat und nach und nach feststellt, dass er schlechte Manieren hat, selten duscht oder sowas. Das ist einem ja schon klar, dass man das nicht will.
Aber auch in so kurzer Zeit, denke ich, kann man was über andere lernen. Weil man z.B. anderen Menschen begegnet, die man vorher nicht für möglich hielt. Dadurch wird man vielleicht sensibler für Anzeichen. Das ist das, was Du in dem anderen Thread auch schriebst: Woran kann man erkennen, dass eine Frau viele Ex-Lover noch in ihrem Umfeld hat.
Wobei mir darauf nichts einfiele. Das einzige war, dass man guckt, wie die Frau sich einem selbst gegenüber verhält, und natürlich, ob sie schon mal einen Strauß "gute männliche Freunde" hat. Aber was ableiten kann man hier auch noch nicht. Bloß sind z.B. diese vielen männlichen Freunde bei anderen Frauen nicht vorhanden, und so fehlt schon mal DIESE Voraussetzung für das Problem.
 
  • #44
Also die Männer, die ich gedatet habe, haben das mehrheitlich so gesehen. Von wegen: Erstmal in Ruhe kennenlernen, mal verreisen, viel unternehmen und nach ca 3 Monaten schaut man wie es sich entwickelt hat bzw entwickeln wird.

Ich persönlich finde das schrecklich. Man weiß doch eigentlich schon nach wenigen Wochen, wo die Reise hingeht. Mit meinem jetzigen Freund war ich nach dem dritten Date fest zusammen. Alles, was sich über Monate zog, wurde nie zu einer Beziehung. LG w32
 
  • #46
Für mich heißt das, zwar irgendwie zusammen sein und durchaus auch gemeinsam als Paar nach Außen auftreten aber keine gemeinsamen Pläne für die Zukunft machen, immer nur so vor sich hin „mal schauen, wo es hinführt“. Da ist immer eine restliche Unverbindlichkeit, es gibt keine wirkliche Entwicklung, keine Schritte nach vorne. Kein wirkliches Gefühl der Zusammengehörigkeit.
Das ist aber auch an dem gesamten Umgang miteinander erkennbar - wenn man sich nicht vom Wunschdenken blenden lässt. Und einer „investiert“ immer mehr als der andere, der mit angezogener Handbremse die Beziehung führt weil der Partner doch nicht DAS ist, was man sich eigentlich wünscht.
 
  • #47
Das ist etwas unklar - was heißt „fest zusammen“, was heißt „sich ziehen“?
Ich verstehe das so, dass man sich bei „fest zusammen“ zum momentanen Zeitpunkt eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann — oder anders herum: dass es keine NoGos gibt, so dass man von vornherein weiß, es wird nichts Dauerhaftes werden. Für mich bedeutet das auch, dass man ausschließlich den Kontakt zu dieser Person intensiviert und nicht noch parallel datet.

„Sich ziehen“ bedeutet, dass man sich unverbindlich gibt und darauf verweist, dass man sich erst mal näher kennenlernen müsse. Meiner Erfahrung nach ist das immer dann der Fall, wenn man nicht sonderlich überzeugt ist vom anderen, aber hofft, dass sich das im Laufe der Zeit noch ändert. Das passiert aber so gut wie nie.

Wenn ich an jemandem wirklich Interesse habe, dann will ich ihn kennenlernen, und das erfordert Zeit und Herzblut. Das investiere ich gerne nach meinen Möglichkeiten, wenn die Gegenseite das auch tut. Spätestens nach dem ersten Treffen muss ich das spüren. Wenn der Mann danach noch meint, andere Frauen treffen zu müssen, kann man es eigentlich schon abhaken.
w46
 
  • #48
Da ist immer eine restliche Unverbindlichkeit
Das trifft es wohl gut - einer der beiden ist sich nicht sicher, ob er zB nächstes Jahr noch mit dem anderen zusammensein wird bzw. möchte und hat daher wenig Interesse an Plänen für gemeinsamen Hausbau etc. Dramatisch ist, dass sich der andere durchaus schon ganz sicher sein kann, dass man zusammengehört etc.
Das ist aber auch an dem gesamten Umgang miteinander erkennbar - wenn man sich nicht vom Wunschdenken blenden lässt. Und einer „investiert“ immer mehr als der andere
Das wiederum wäre bei mir genau 0,0 % zutreffend. Ich bin einfach sowieso schon ein sehr „netter“ und aufmerksamer Mensch, umso mehr natürlich gegenüber meiner angehenden Partnerin. Die o.g. Zweifel würden an meiner aktiven Bemühung um sie so gut wie nichts ändern. Und ich will, trotz dieser Zweifel, sie z.B. gerne häufig sehen (nicht vor allem wegen Sex!), freue mich, wenn sie glücklich ist etc. Trotz der Zweifel habe ich sehr große Sympathie für sie, das trifft es wohl am besten.
Und aussprechen würde ich die Zweifel auch nicht, weil ich mir eben nicht sicher bin und meine Partnerin nicht unnötig mit Unausgegorenem belasten möchte.

Das führt dann - aus ihrer Sicht - zu einer Trennung aus relativ heiterem Himmel, unter der wir beide dann extrem leiden. Sie sowieso, ich, weil ich einem Menschen wehgetan habe, der mir - natürlich nach wie vor - sehr viel bedeutet.

Natürlich ist das ein sehr problematisches Muster, das nächste Mal muss das anders laufen. Einerseits gibt es gerade hier so viele Threads zum Thema „Hilfe, er ist sich nicht sicher“ (das sind dann offensichtlich transparentere, weniger „nette“ Kandidaten als ich), hier wird ihr dann oft zu Rückzug und/oder Trennung geraten. Es folgt dann gewöhnlich ein schlimmes Hin und Her. Bisher dachte ich, das wäre unbedingt zu vermeiden.

Gerade nach jüngsten Erfahrungen sehe ich das aber anders. Wurzel des Übels ist bei mir sicher die unzureichende Auswahl im Vorfeld. Mir genügt die o.g. Sympathie als Grund, eine Beziehung eine Zeitlang intensiv zu führen und zu pflegen. Neinsagen-Können trotz Sympathie nach den ersten paar Dates ist angesagt.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #49
Das wiederum wäre bei mir genau 0,0 % zutreffend. Ich bin einfach sowieso schon ein sehr „netter“ und aufmerksamer Mensch, umso mehr natürlich gegenüber meiner angehenden Partnerin. Die o.g. Zweifel würden an meiner aktiven Bemühung um sie so gut wie nichts ändern. Und ich will, trotz dieser Zweifel, sie z.B. gerne häufig sehen (nicht vor allem wegen Sex!), freue mich, wenn sie glücklich ist etc. Trotz der Zweifel habe ich sehr große Sympathie für sie, das trifft es wohl am besten.
Und aussprechen würde ich die Zweifel auch nicht, weil ich mir eben nicht sicher bin und meine Partnerin nicht unnötig mit Unausgegorenem belasten möchte.
Ich dachte mir, dass diese Antwort kommt 😉 Doch ein empathischer Mensch fühlt es trotzdem. Der eher distanzierte Partner glaubt, alles zu tun, was nötig ist und gibt aus seinem Gefühl der Sympathie sein Bestes. Das glaube ich Dir wirklich ohne jeden Zweifel.
Doch der andere Partner spürt trotzdem die Rest-Distanz, das kannst Du gar nicht kompensieren, egal wie sehr Du Dir Mühe gibst. Es sind Momentaufnahmen von Dingen, die Du eben gerade nicht tust weil Du sie einfach nicht fühlst. Momentaufnahmen von Dingen, die spontan gesagt oder getan werden, was man allgemein als „ist mir so rausgerutscht“ bezeichnet. Doch genau diese Dinge geben die unkontrollierten aber dafür authentischen Gefühle wieder. Für Deine Partnerin fühlt es sich an wie eine unsichtbare gläserne Wand zwischen Euch trotz aller Innigkeit. Du KANNST gar nicht diese Energie nicht ausstrahlen denn das ist ja, wie Du in Wahrheit bist. Als Partnerin kann man davor die Augen verschließen und weiter versuchen, Dich zu überzeugen (natürlich auch nur unterschwellig) und zu hoffen, dass das schon noch wird (was nie passiert) oder zu sich selbst ehrlich zu sein und selbst das Ganze zu beenden (was selten passiert).
Wenn jemand sagt, er/sie hätte die Trennung nicht kommen sehen und es wäre aus heiterem Himmel passiert dann halte ich das für ein klares Zeichen, dass diese Person einfach etwas nicht sehen WOLLTE aus verschiedenen Ängsten, die Menschen so haben und deshalb lieber in einer Beziehung bleiben, die sie nicht wirklich glücklich macht statt alleine zu bleiben bis sie den wirklich passenden Partner gefunden haben.
 
  • #50
Der eher distanzierte Partner glaubt, alles zu tun, was nötig ist und gibt aus seinem Gefühl der Sympathie sein Bestes. Das glaube ich Dir wirklich ohne jeden Zweifel.
Doch der andere Partner spürt trotzdem die Rest-Distanz, das kannst Du gar nicht kompensieren, egal wie sehr Du Dir Mühe gibst.
Das stimmt. Schwierig finde ich, wenn man das spürt, anspricht und der andere einem dann vorwirft, man würde spinnen und sich das nur einbilden. Das ging mir beim Ex am Ende so. Dann wird man total unsicher, ob man wirklich irgendwie übertrieben reagiert, weil es ja wirklich oberflächlich okay ist, weil man nicht den Finger rauflegen kann. Daher würde ich den FS bitten, wenn die Frau mal nachfragen sollte, dann aber wirklich ehrlich zu sein.
 
  • #51
Das stimmt. Schwierig finde ich, wenn man das spürt, anspricht und der andere einem dann vorwirft, man würde spinnen und sich das nur einbilden. Das ging mir beim Ex am Ende so. Dann wird man total unsicher, ob man wirklich irgendwie übertrieben reagiert, weil es ja wirklich oberflächlich okay ist, weil man nicht den Finger rauflegen kann. Daher würde ich den FS bitten, wenn die Frau mal nachfragen sollte, dann aber wirklich ehrlich zu sein.
Ganz genau. Mein Ex hat erst am Ende - nachdem ich mich getrennt habe weil ich diesen Zustand nicht mehr ertragen wollte - gesagt, ich hätte immer Recht gehabt und er hätte sich immer wieder gefragt, wieso ich das alles so glasklar einschätzen kann. Trotzdem hat er mir ins Gesicht gelogen. Immer wieder. Weil er auch diese Beziehung unbedingt erhalten wollte weil sie nach seinen eigenen Worten das Beste war, das er je hatte. Die Gefühle kann man aber nun mal nicht erzwingen.
Zumindest weiß ich jetzt, dass ich mir selbst vertrauen kann. Und selbst wenn es nicht so wäre, es ist mir wichtiger, glücklich zu sein als irgendwelche Beweise zu sammeln und Angst zu haben, Fehler zu machen. Nothing is worth it if you aren’t happy.
Das Leben ist zu kurz.
 
  • #52
Das hängt doch davon ab, was man vereinbart hat?

Häufig wird dieses monatelange Kennenlernen von bindungsschwachen Männern gestreckt. Frauen wollen ja oft sofort Bindung und Beziehung und es sind auch meist die Frauen, die Druck machen und Klartext wollen. Ginge es nach den Männern, und hätte ich oft nicht mal unangenehmen Druck gemacht, dann wäre ich mit vielen Männern einfach nur oberflächlich befreundet geblieben. Bemüht hätte sich kein Mann so richtig oder sie dachten, es reiche, ein bisschen zu schreiben und sich ab und an mal zu treffen. Nicht mal zum Sex wäre es gekommen, wenn ich nicht immer eingeleitet hätte und gesagt hätte, jetzt ist Schluss und wir müssen was tun.

Natürlich kann man sagen, kann eine Beziehung in den ersten Monaten unsicher sein, einfach weil sich zwei Person zusammenfinden müssen. Manchmal merkt man, dass der Traummann doch kein Ideal is.

Ich stimme da void zu. Auch ich habe versucht, mich gegen meine Natur zu verändern, auch positiv an meinem Charakter zu arbeiten, letztendlich habe ich mich aber verleugnet. Man merkt schon recht früh, ob es passt, z. B. in Sachen Sex, Werte, Vorstellung, Temperament. Chance hat die Beziehung nur, wenn der Gegenüber dann schnell schaltet, es erkennt und zusammen an den gemeinsamen Bedürfnissen arbeiten will. Das ist aber sehr oft nicht der Fall.
 
  • #53
Ich habe nie offiziell gefragt oder definiert, ob wir zusammen sind, wir waren es einfach nach dem ersten Kuss, dem eine lange Kennenlernphase vorausging, das wurde gar nicht hinterfragt. Ich kenne dein Problem nicht, weil ich mich mit Männern, die ich kennenlernte, immer erst monatelang freundschaftlich (alles Beziehungsmäßige, nur ohne Küssen, Sex etc.) quasi wie in einer Beziehung verhalten habe (gemeinsame Aktivitäten, Gespräche, zusammen kochen/essen/sporten ...), bevor dann nach langer Kennenlernphase durch Kuss und Sex auch die Romantik reinkam und eine Beziehung draus wurde. Im Prinzip hat das Zusammensein aber vorher schon geklappt und wurde durch die zusätzliche romantische Ebene einfach noch besser, macht ja alles noch schöner und spannender. Zu dem Zeitpunkt mochte man sich schon menschlich so sehr, dass keiner Sorgen haben musste, verletzt oder plötzlich abgeschoben zu werden.
w26
Eine sehr merkwürdige Methode. Erst auf der Freundschaftsschiene und dann, ganz plötzlich, kommt nach Monaten Romantik hinzu? Wie geht das denn? Das sind doch dann Beziehungen die vom Verstand als vernünftig eingeordnet und genehmigt werden - Verstandesbeziehungen eben. Das hat mit Liebe und Leidenschaft nichts zu tun.

Ich weiß innerhalb von wenigen Minuten ob vor mir ein Mann steht der mich mitten ins Herz trifft oder eben nicht. Und dann lernt man sich kennen und wenn man sich anziehend findet, dann unterdrücke ich doch nicht meine Gefühle und denke "Nein - kein Berühren, keine Küsse, erst mal ein halbes Jahr testen ob der was taugt".
Die starke Anziehung zwischen zwei Menschen ist sofort da oder eben nicht. So etwas ist ja auch sehr selten im Leben.
 
  • #54
"Halt" finde ich in diesem Zusammenhang ein interessantes Füllwort, und natürlich genügt ein NoGo, sonst ist es keines

Vielleicht wäre es wirklich gut, so etwas wie eine Drei-Monats-"Regel" zu verinnerlichen, bis zu einem Grade, dass man das gar nicht mehr extra thematisieren muss. Ähnlich wie z.B., dass der Mann beim ersten Date den Kaffee bezahlt, ist einfach so, hat keine besondere Aussagekraft über seine Großzügigkeit etc.
Der Nachteil wäre die solange "gebremste" Emotionalität, wie man ja auch nicht schon in der Probezeit eine teure Wohnung am Dienstort mietet.
"Man" muß gar nichts verinnerlichen! Und es ist auch weder nötig noch möglich eine für alle Menschen geltende "Drei-Monats-Kennenlern-Verhaltensregel" aufzustellen".
Wenn Du dafür eine exakt vom Verstand definierte Regel brauchst, dann mach Dir eine und befolge sie.

Wer immer Angst hat verletzt zu werden und daher Emotionen zurückhält - weil es könnte ja eventuell zur Trennung kommen - der wird sicherlich nie besonders tief verletzt werden.
Wahre Liebe und Glück wird ein solcher Mensch aber auch
nicht erleben. Das Leben hat keine Hängematte. Wer nicht wagt gewinnt auch nie.
 
  • #56
Was ist das denn für eine dumme Frage. Weisst Du nicht was es heisst, wenn zwei Menschen fest zusammen sind?
Dann sind sie ein Paar! (Anmerkung: ohne Trauschein).
Du nimmst dir Einiges heraus.

Nein, „ein Paar sein“ ist keineswegs klarer definiert als „zusammen sein“.

Auch wenn du es nicht zu schätzen wissen wirst, hat Brecht ein schönes Gedicht dazu geschrieben, es heißt

„Die Liebenden“

Seht jene Kraniche in großem Bogen!
Die Wolken, welche ihnen beigegeben
Zogen mit ihnen schon als sie entflogen
Aus einem Leben in ein anderes Leben.
In gleicher Höhe und mit gleicher Eile
Scheinen sie alle beide nur daneben.
Daß so der Kranich mit der Wolke teile
Den schönen Himmel, den sie kurz befliegen
Daß also keines länger hier verweile
Und keines anderes sehe als das Wiegen
Des andern in dem Wind, den beide spüren
Die jetzt im Fluge beieinander liegen:
So mag der Wind sie in das Nichts entführen.
Wenn sie nur nicht vergehen und sich bleiben
So lange kann sie beide nichts berühren
So lange kann man sie von jedem Ort vertreiben
Wo Regen drohen oder Schüsse schallen.
So unter Sonn und Monds verschiedenen Scheiben
Fliegen sie hin, einander ganz verfallen.
Wohin ihr? - Nirgend hin. Von wem davon? - Von allen.
Ihr fragt, wie lange sind sie schon beisammen?
Seit kurzem. - Und wann werden sie sich trennen? - Bald.
So scheint die Liebe Liebenden ein Halt.
 
  • #57
Ich erlebe es auch so, dass in Zeiten von Internet und Handy die Partner schneller ausgetauscht werden. Im Internet las ich: "um sein sterbendes Selbst zu retten". Ich erinnere mich, in den 80er Jahren wusste noch keiner, was das "Selbst" war. Man blieb einfach zusammen, egal, wie schmerzhaft es war. Selbstentwicklung gab es da noch nicht.

Wieso hast Du denn die Beziehung beendet - und vor allem, warum als Mann? Das ist doch sehr ungewöhnlich. Die meisten Männer sind froh, wenn sie eine tolle Freundin haben.
 
  • #58
Wieso hast Du denn die Beziehung beendet - und vor allem, warum als Mann? Das ist doch sehr ungewöhnlich. Die meisten Männer sind froh, wenn sie eine tolle Freundin haben
Diese Geschichte habe ich hier in episch-therapeutischer Breite ausgewalzt…

Ansonsten glaube ich aber, dass sich Männer zumindest ebenfalls häufig in bzw nach der Kennenlernphase trennen. Und wer sich trennt, findet den anderen eben nicht so toll…
 
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