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Gast

  • #1

Ist es üblich, nach einer Scheidung noch Trennungsunterhalt zu fordern?

Er fordert Trennungsunterhalt von mir. Wie kann ich argumentieren, da ich keinen Trennungsunterhalt im Nachhinein an ihn zahlen möchte? Ich bin der Meinung, daß er nur geringe bis gar keine Chance hat, von mir Geld einzuklagen - Trennung ging von ihm aus, Ehe mittlerweile geschieden - wie sind beide berufstätig - er hatte während der Ehe eine Geliebte, im Trennungsjahr eine weitere Partnerin - Kinder bei mir im Haushalt, Kindesunterhalt erst nach Klage
 
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Gast

  • #2
*keine Rechtsberatung*
Trennungsunterhalt gibt es nur während der Trennungsphase.
Wenn man geschieden ist, gibt es keinen Trennungsunterhalt mehr sondern allenfalls Ehegattenunterhalt.

Trennungsunterhalt zahlt im Regelfall derjenige der mehr Nettoeinkommen erzielt dem Partner mit den geringeren Einkünften (70/30).

Was zur Trennung führte ist unerheblich (Schulfrage gibt es seit 1972 (oder war es doch 78) ;-)) nicht mehr.

Ich kann in solchen Dingen nur empfehlen einen Rechtswanwalt zu konsultieren. Es gibt so viele Dinge zu beachten, dass eine pauschale Aussage eigentlich nur falsch sein kann.

Ich gehe aber davon aus, dass Du die Einkünfte Deines Ex-Mannes kennst (es gelten die Einkünfte zur Zeit der Trennung - nicht die aktuellen). und somit eine mögliche Zahllast ausrechnen kannst.

Grüße
Chris 7E266E55
 
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Gast

  • #3
1. Trennungsunterhalt muß der zahlen, der mehr verdient hat....
2. Trennungsunterhalt muß innerhalb von 6 Monaten nach Trennung (nicht nach Scheidung) vom Unterhaltsberechtigten Schriftlich angemahnt worden sein.

Wenn er also mehr verdient hat oder dich mit seiner Forderung rechtzeitig in Verzug gesetzt hat, mußt du nicht zahlen.
viel Glück beim Streit :)
 
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Gast

  • #4
Warum betonst du, dass er eine Geliebte hat?? Schuldfrage ist schon lange abgeschafft! Und ehrlich gesagt, deine Meinung ist total uninteressant - entscheiden wird das ein Richter! Und wenn ein Richter meint - aus was für Gründen auch immer - du bist ihm Aufstockungsunterhalt schuldig, dann ist es eben so. Basta! Dann kannst dich noch durch die Instanzen prügeln. Geld.Zeit.Nerven!
Aber lass mal, das ist eben das, was tausendfach täglich in D passiert - nur eben mit anderen Vorzeichen! Verstehst wie ich das meine?
 
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Gast

  • #5
Schätze er kann leider rückwirkend keinen Trennungsunterhalt mehr fordern, da ihr geschieden seid. Jedoch deine Gründe, die gibt es zuhauf anders herum: Frau poppt fremd, wirft den Mann aus dem Haus, behält die Kinder und der Lover zieht ins Haus - und der Mann muss 2 -3 Jahre (!) Trennungsunterhalt an dieses Früchtchen von Frau zahlen! Das ist dt. Rechtssprechung!
 
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Gast

  • #6
@4

Ja, genau so ist es mir passiert.

m44
 
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Gast

  • #7
Lisa
..........in deinem Fall müßte es Ehegattenunterhalt und nicht Trennungsunterhalt heissen, da ihr bereits geschieden seit. Da ihr beide berufstätig seid wird er wohl einen Anspruch auf Aufstockungsunterhalt geltend machen. Das du nicht gerne zahlen möchtest ist verständlich! Unterhaltsverpflichteten Männern ergeht es ebenso!
Letztendlich entscheidet der Richter ob du verpflichtet werden wirst. Bei beträchtlichen Einkommensunterschieden sind deine Chancen eher gering dich dieser Verpflichtung zu entziehen.
Übrigens spielt es keine Rolle wer die "Schuld" am scheitern einer Ehe hatte. Und das ist aus verschiedenen Gründen auch gut so. Das Schuldprinzip würde 1976 (@1) durch das Zerrüttungsprinzip ersetzt.
Und das er Kindesunterhalt erst nach einer Klage deinerseits zahlte, spielt ebenfalls keine Rolle für den eventl. Aufstockungsunterhalt an ihn.
Lasse dich auf jeden Fall durch einen Fachanwalt beraten. Bzgl. Ehegattenunterhalt hat sich gravierend viel verändert - zugunsten unterhaltsverpflichteter Ehegatten!! Du bist eindeutig im Vorteil...........
 
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Gast

  • #8
@Chris, Nr.2 und Lisa
Danke für Eure Antworten.
Es ist tatsächlich Trennungsunterhalt, der noch nachträglich gefordert wird. Die Forderung von nachehelichem Unterhalt kommt extra noch dazu.
Ich werde anwaltlich vertreten und werde das in den nächsten Tagen klären.
Die Geliebte habe ich genannt, weil ich es für mich sehr demütigend fand, einerseits hauptsächlich in den letzten Jahren das Familieneinkommen erwirtschaftet zu haben, wobei ich unter der Woche in einer anderen Stadt gelebt habe, er händchenhaltend mit ihr durch die Gegend zog. Mal schauen, was ein Richter für eine Meinung dazu hat.
Fragestellerin
 
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Gast

  • #9
@7
Sei mal froh, dass dein Ex-Mann nicht auf 'krank' macht oder so...
Denn dann würdest du definitiv zahlen! Und das wäre auch richtig, das entspricht nämlich dem nachehelichen Solidarprinzip. Gleiches Recht für alle!
Wobei ich ehrlich gesagt vermute, du bist so 'ne ganz Liebe, die das ganze Dilemma nun wirklich nicht verdient hat!
Ach, wie kann das Leben heutzutage schon grausam sein!
 
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Gast

  • #10
@7 FS: Tja, dieses Problem haben immens viele Männer, die extrem viel gearbeitet und entsprechend verdient haben, um die Familie gut darstehen zu lassen. Und die träge faule Ehefrau bespasste erst die Kinder und dann den Lover. Und bekam dann noch den Hauptgewinn: Exmann raus aus der von ihm bezahlten Hütte (Zugewinnausgleich!!) und der neue Lover zieht ein, dann noch Trennungsunterhalt kassieren usw.
Finde es dann nur gerecht, wenn bei Frauen genau so hart geurteilt wird, wie bei den vielen Männer, die jahrelang erst Trennungs- und dann noch Ehegattenunterhalt zahlen müssen - vom Kindsunterhalt mal ganz abgesehen. Alles andere wäre mal wieder eine frauenfreundliche Rechtssprechung, für die Deutschland leider bekannt ist! - nicht persönlich nehmen FS, aber es wäre aus Sicht der gemolkenen und betrogenen Männer nur gerecht!
 
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Gast

  • #11
@9 Du scheinst ein gemolkener Mann zu sein.
Es ist doch nicht immer so, dass Männer träge und faule Ehefrauen haben, die es nur darauf anlegen, ihn bei nächster Gelegenheit herauszuschmeißen und den neuen Lover mit in's Ehebett zu nehmen. Warum heiratet man da überhaupt noch? Ich finde es so schade, dass die Arbeit mit und für die Kinder meist (von den Männern) herabgewürdigt wird. Es wurde hier schon so oft diskutiert, dass, wenn man sich denn für das "bürgerliche Modell", dass sie zu Hause bleibt und für die Familie sorgt, man auch mit der Konsequenz leben muss, im Falle der Trennung Rentenansprüche usw. an denjenigen, der nicht extrem viel Geld verdienen konnte, abzutreten.
Unsere Arbeitswelt finde ich eigentlich voll zum Kotzen: Manche arbeiten rund um die Uhr und vielleicht für drei und haben keine Zeit mehr für ihre Familien, die in der Folge zerbrechen, andere bekommen keinen Job und hängen herum und vergammeln zusammen mit Familie. Es hapert an Betreuungsplätzen für Kinder und die Mutter bleibt zu Hause und kann nach Jahren überhaupt nicht mehr nachvollziehen oder mitreden, was in der Arbeitswelt passiert, was vielleicht auch zu häuslichen/ ehelichen Konflikten führt. Ich finde es daher besser, wenn die von Dir beschriebenen trägen und faulen Ehefrauen auch zum finanziellen Familieneinkommen beitragen, auch in Teilzeit, könnten und Männer nicht 12-15 Stunden schuften müssen, um mehr am Familienleben inklusive Kinderpflege und -bespaßung teilhaben dürfen.
Fragestellerin
 
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Gast

  • #12
@Fragestellerin
Dazu wird der Richter leider nur die Meinung haben dürfen, die das Gesetz her gibt.
Die persönliche Meinung wird sicherlich anders lauten. Das hilft Dir aber letztendlich wenig.

Schade, dass man in der Kommunikation so eingeschränkt ist und keine richtigen Falldaten hat. So könnte man die Chancen und Daten berechnen und sogar anraten (bei unstrittiger Höhe der festgesetzen Ausgleiche) den Rechtsweg nicht zu beschreiten. Einige Anwälte sind ja froh wenn Sie Geld verdienen und ziehen das dann, oft zum Nachteil des Mandanten, durch bis zum Gericht.

Das "kleine" Thema ist aber sehr komplex und es gäbe noch ausreichend zu sagen. Auch kleine (natürlich legale) Tricks die Kosten zu senken und die Berechnungsgrundlage zu "schönen"

Gott sei Dank gibt es auch gute Anwälte :)


Viel Erfolg und Glück
Chris 7E266E55