• #1

Ist funktionierender Sex wirklich DIE Basis einer Beziehung?

Meine Freundin und ich sind trotz des Altersunterschiedes von über 10 Jahren (sie die jüngere) seit vielen Jahren zusammen. Muss feststellen, dass auf meiner Seite die sexuelle Anziehung bereits ca. zwei Jahre nach dem Beginn unserer Beziehung spürbar nachgelassen hat. Damit meine ich keineswegs die Erotik – sofern diese sich auf »soften« Sex wie Berührungen, Küssen, Streicheln u.Ä. bezieht. Das Bedürfnis, meine Freundin mit Zärtlichkeiten zu verwöhnen, ist auf meiner Seite sehr viel stärker ausgeprägt, als mit ihr zu schlafen (während ich den Eindruck habe, dass meine Freundin mehr Sex als Zärtlichkeit braucht). Für mich selber ist das eigentlich kein großes Problem, ich kann meine Sexualität auch jenseits der Freundin durch Selbstbefriedigung und pornografischen Konsum in Maßen befriedigen, während ich die Erotik und das Zusammensein mit ihr sehr genieße. Auch kann ich mit ihr schlafen, ohne selbst diesbezüglich ein besonderes Verlangen zu verspüren.
Das eigentliche Problem sehe ich vielmehr darin, dass ich meiner Freundin gegenüber unehrlich bin, um ihr nicht das Gefühl zu geben, unattraktiv zu sein – denn ich glaube, erst in dem Moment bekäme unsere im Großen und Ganzen sehr harmonische Liebesbeziehung einen Knacks, sie wäre dann gestört, weil sich ein solches Bekenntnis nie wieder zurücknehmen lässt. Hinzu kommt, dass meine Freundin ohnehin, was ihr Aussehen betrifft, sehr verletzlich ist, weil sie in den letzten Jahren etwas molliger und stämmiger geworden ist – was aber nicht der Grund meiner nachlassenden sexuellen Begierde ist.
Den Grund suche ich stattdessen darin: Schon immer hat gegenüber Frauen, die ich liebe, meine sexuelle Anziehung nachgelassen in dem Maße, je stärker die Liebe wurde. Ich brauche für sexuelle Anziehung immer einen bestimmten Grad an Fremdheit, Objektivizierung, Neuheit – und vielleicht sogar auch ein Quentchen Antipathie. Zugespitzt formuliert: Eine Frau, die ich liebe, zu der ich eine tiefe seelische Verbindung habe, kann ich nicht wirklich sexuell begehren.

Nun meine beiden Fragen an die Runde:
1. Kennt Ihr Ähnliches von euch bzw. eurer Partnerin/eurem Partner? In so krasser oder zumindest in abgeschwächter Form?
2. Sollte ich meiner Freundin sagen, dass ich sie sexuell kaum noch begehre – obwohl ich sie liebe und die Zärtlichkeit und körperliche Nähe mit ihr genieße? Ich selbst tendiere eher dahin, diese Frage mit Nein zu beantworten.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #2
Den Grund suche ich stattdessen darin: Schon immer hat gegenüber Frauen, die ich liebe, meine sexuelle Anziehung nachgelassen in dem Maße, je stärker die Liebe wurde. Ich brauche für sexuelle Anziehung immer einen bestimmten Grad an Fremdheit, Objektivizierung, Neuheit – und vielleicht sogar auch ein Quentchen Antipathie. Zugespitzt formuliert: Eine Frau, die ich liebe, zu der ich eine tiefe seelische Verbindung habe, kann ich nicht wirklich sexuell begehren.
Zu diesem Erkenntnis bin ich gekommen, als ich den Grund für den nicht funktionierenden Sex in meiner Beziehung gesucht habe. Mein Freund hat es nicht eindeutig bestätigt, meinte aber, es könnte etwas dran sein..
Ich vermutete bei ihm als Grund das enge Verhältnis zu seiner Mutter, sowie den übermäßigen Pornokonsum im seiner Jugend, aufgrund des nicht vorhandenen "Beziehungslebens".

Da Deine Freundin sensibel ist, würde ich sie erstmal mit deiner "Beichte" nicht belasten. Eine Lösung habe ich aber auch nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #3
1. Nein das kenne ich von meinen Beziehungen nicht.
2. Bist du wahnsinnig? Auf gar keinen Fall darf sie es erfahren.
Ich habe auch zwei Fragen für dich:
1- leidest du darunter?
2- Spürst Du, dass du etwas ändern müsstest bzw. mit ihr darüber reden müsstest?
 
  • #4
Das eigentliche Problem sehe ich vielmehr darin, dass ich meiner Freundin gegenüber unehrlich bin, um ihr nicht das Gefühl zu geben, unattraktiv zu sein – denn ich glaube, erst in dem Moment bekäme unsere im Großen und Ganzen sehr harmonische Liebesbeziehung einen Knacks, sie wäre dann gestört, weil sich ein solches Bekenntnis nie wieder zurücknehmen lässt.
Für mich das schlimmste, was du betreibst, nämlich eine unehrliche Beziehung zu führen!
Hinzu kommt, dass meine Freundin ohnehin, was ihr Aussehen betrifft, sehr verletzlich ist, weil sie in den letzten Jahren etwas molliger und stämmiger geworden ist – was aber nicht der Grund meiner nachlassenden sexuellen Begierde ist.
Den Grund suche ich stattdessen darin: Schon immer hat gegenüber Frauen, die ich liebe, meine sexuelle Anziehung nachgelassen in dem Maße, je stärker die Liebe wurde. Ich brauche für sexuelle Anziehung immer einen bestimmten Grad an Fremdheit, Objektivizierung, Neuheit – und vielleicht sogar auch ein Quentchen Antipathie. Zugespitzt formuliert: Eine Frau, die ich liebe, zu der ich eine tiefe seelische Verbindung habe, kann ich nicht wirklich sexuell begehren.
Du redest dir das ausschließlich passend und schön, der wirkliche Grund liegt eindeutig im Porno schauen und in der Selbstbefriedigung, du bist dadurch über gereizt, deshalb reizt dich deine Freundin nicht mehr!
Nun meine beiden Fragen an die Runde:
1. Kennt Ihr Ähnliches von euch bzw. eurer Partnerin/eurem Partner? In so krasser oder zumindest in abgeschwächter Form?
Das alles und mehr ist vielfach bekannt und wurde vielfach hier schon diskutiert, also nichts Neues!
2. Sollte ich meiner Freundin sagen, dass ich sie sexuell kaum noch begehre – obwohl ich sie liebe und die Zärtlichkeit und körperliche Nähe mit ihr genieße? Ich selbst tendiere eher dahin, diese Frage mit Nein zu beantworten
Es wäre deine Pflicht und Schuldigkeit in Aufrichtigkeit und in der Authentizität ihr die Wahrheit zu sagen, Punkt.
Ich halte von solchen Spielchen in einer Beziehung absolut nichts, ja du spielst mit ihr ein falsches Spiel, stell dir das einmal umgekehrt vor. Beziehungen die nicht in der Wahrheit geführt werden, gibt es kein Vertrauen, sie taugen für mich nichts, falsche Rücksichtsnahme ist ebenso falsch und geht irgendwann schief!
Merke: ohne Vertrauen keine Liebe und ohne Liebe kein Vertrauen! Vertrauen ist das wichtigste Kapital, deshalb verschwende es nicht!
 
  • #5
Sven, ich finde deinen Post sehr interessant und erkenne ich mich (w) hier durchaus wieder. Leider kann ich dir keinen wirklichen Tipp dazu geben. Ich würde mit deiner Freundin generell schon über deine Gedanken reden, auch oder vor allem über deine Mutmaßung, woran das liegt. Vermeide dabei aber die Aussage oder Andeutung, sie nicht mehr sexuell anziehend zu finden.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass das so gar nicht stimmt. Du hast gegenwärtig kein Verlangen nach ihr, weil deine genannten Punkte einfach dagegen sprechen. Es ist alles zu vertraut, kein Reiz des Neuen mehr. Mit Pornokonsum hat das in meinen Augen nichts zu tun. Ich zum Beispiel habe zwei Arten von Sexualitäten. Eine, die sich nur im Kopf abspielt und durchaus durch Pornos stimuliert werden kann. Im realen Leben reizt mich diese sexuelle Spielart aber gar nicht. Die Sachen, die ich im "echten" zwischenmenschlichen Sex mache und mag, sind nichts woran ich denke während ich mastrubiere. Und ich könnte mit meinem optischen Traummann zusammen sein und hätte trotzdem keine überaus große Lust auf Sex. Das hat ja auch viel mit dem eigenen Körpergefühl zu tun. Ist schwierig. Kann ich bei mir selbst akzeptieren, dass ich Sex nicht allzu oft brauche? Ja. Könnte ich es bei meinem Partner akzeptieren ohne, dass ich das auf mich beziehe und Selbstzweifel bekommen würde? Nein. Ist eine offene Beziehung etwas für mich? Nein. Fühle ich mich begehrt, wenn mein Partner mir zeigt, dass er sexuelles Verlangen nach mir hat? Ja. Kann ich meinem Partner zeigen, dass ich sexuelles Verlangen nach ihm habe? Eher nein. Wäre das bei einem anderen Partner anders? Anfangs ja, im Verlauf, nein.

Da Sex in einer Beziehung wie du selbst ja auch merkst ein zentrales Thema, ist frage ich mich manchmal, ob eine Beziehung überhaupt das Richtige für mich ist. Ich finde in diesem Punkt keine Harmonie. Und bin auch zu unromantisch veranlagt daran zu glauben, mit dem "richtigen" Partner, wäre das gar kein Thema. Es geht um das Neue, Unbekannte. Und Fremdgehen ist nichts für mich. Also ja, ist echt nicht leicht.
 
  • #7
Was bin ich froh, dass ich lange Single gewesen bin und nicht so halbgare Beziehungen aus der Not, Langeweile oder was weiß ich geführt habe. Und ich keinen Partner habe, der notgedrungen abund zu mal über mich drüberrutscht, ovwohl er keinen Bock auf mich hat, nur damit ich nicht misstrauisch werden.

Funktionierender Sex? Was ist das überhaupt für eine Frage. Vom Prinzip her funktioniert das meistens, zumindest wenn eine Errektion da ist, Deine hat aber nichts mit Deiner Freundin zu tun.

Werden hier in letzter Zeit nur Threads aufgemacht wo man sich einredet die Partner zu schonen, in dem man sie jahrelang belügt? Wahrscheinlich ahnt Deine Freundin schon lange etwas und Du wiegelst ab, redest ihr aus das da etwas nicht stimmt.

Wirklich, lieber Jahrelang allein mit ab und zu Spaß als so Beziehungen.
 
  • #8
Das ist mE eine Frage des richtigen Mindsets beim Sex oder in seinem Vorfeld. Sich nicht ständig fragen „macht mich jetzt genau diese Frau ultimativ sexuell an oder doch nicht“, sondern sich an der allgemeinen Situation „Mann und Frau haben Sex“ freuen, sich quasi als „natürlich triebhaftes, potentes Lebewesen“ darauf einlassen.
 
  • #9
Ich denke, der Hinweis mit dem Mutterkomplex und der therapeutischen Aufarbeitung ist ein guter Hinweis. Vor allem, weil dir das schon öfter passiert ist, da scheint ein Fehler im System zu sein. Therapeuten können hier hilfreich sein.
 
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  • #10
Ist es nicht generell so dass die sexuelle Anziehung mit den Jahren nachlässt und von einer intimen Vertrautheit abgelöst wird . Ich habe das schon oft gehört , das Jagen, die fremde Haut gibt vielen Männern ein prickelndes Gefühl, ohne dass sie es ausleben müssen. Hat mir ein guter Freund mal gesagt , der absolut treu ist . Ich finde nicht dass er seine Freundin belügt . Man muss nicht alles sagen, das würde die Situation auf keinen Fall verbessern . Lebt wieder mehr euer eigenes Leben dann wird der andere auch wieder spannender . Wenn du Angst hättest sie zu verlieren wäre euer Swx wieder leidenschaftlicher . Therapeutische Hilfe würde ich nur dann suchen wenn der Leidensdruck wirklich groß ist . Ansonsten bleib mal auf dem Teppich , Perfektion in allen Bereichen gibt es in keiner Beziehung .
 
  • #11
Ein bisschen erkenne ich meinen Mann auch darin, es war nie so, dass wir überhaupt keine körperliche Nähe miteinander hatten (bis auf die Zeit wo er seine Arbeit und den Hausbau um die Ohren hatten, da wollte er gefühlt gar nichts von uns wissen) sonst haben wir uns täglich geküsst, umarmt und haben oft abends zusammen geschmust (sexuell lief selten was er hatte seine Befriedigung durch den Konsum seiner morgendlichen, gewohnten Pornos erfüllt und war so zufrieden, nur für mich reicht das einfach nicht zu schmusen, ich mag Sex und hab gerne auch mal regelmäßig Sex).
Schon interessant diese Sichtweise und irgendwie einleuchtend.
Also momentan läuft es sexuell bei uns wieder aber es könnte eben sein, dass irgendwann der Reiz fehlt, wobei mein Mann eine offene Beziehung hätte haben können, ich hab es ihm vorgeschlagen, also wenn ihm das gefehlt hätte, hätte er Gelegenheit dazu bekommen es auszuleben aber ich glaube bei ihm überwiegt die Eifersucht und für ihn wäre das dann auch so als würde er mir nicht genug sein und ich bräuchte dann andere Männer.
Generell finde ich es viel schöner einen festen, vertrauten Sexualpartner zu haben. (im Falle einer offenen Beziehung hätte ich mir neben meinem Mann eine „feste aber lockere“ F+ gesucht, wo man einfach weis die Chemie und Anziehung stimmt, es macht Spaß miteinander und man lässt es so lange laufen wie es sich schön miteinander anfühlt).

Ich finde Sex schon wichtig in einer Beziehung aber nicht das aller wichtigste, es gibt auch andere Punkte die Stimmen müssen und das Gesamtpaket muss stimmig sein.
2. Sollte ich meiner Freundin sagen, dass ich sie sexuell kaum noch begehre – obwohl ich sie liebe und die Zärtlichkeit und körperliche Nähe mit ihr genieße? Ich selbst tendiere eher dahin, diese Frage mit Nein zu beantworten.
So deutlich würde ich ihr das nicht sagen, denn sowas ist verletzend.
Vllt überlegst du mal (oder ihr beiden gemeinsam) was dir einen neuen Reiz geben könnte den du mit deiner Freundin gemeinsam ausprobieren könntest.
Vllt mal eine Art Distanz voneinander, ohne körperliche Nähe - (Wochenende getrennt mit Freunden verbringen o. Ä)? Dann ist sie dir zwar nicht plötzlich unbekannt aber du hast sie kurze Zeit nicht gesehen und man freut sich mehr auf das „gewohnte“ und sich wieder zu sehen.
Ich denke es ist normal das man am Anfang mega scharf aufeinander ist und dieses Gefühl mit der Zeit nachlässt und sich eben Routine, Gewohnheit einspielt, man muss aber doch nicht auf ewig dann den gleichen Sex haben und darf auch in einer längeren Beziehung kreativ werden und sollte über Dinge die einen bedrücken oder Wünsche miteinander reden, damit es nicht einschläft und man dann eher so für sich ist mit seinen Gedanken und Wünschen.

W 27
 
  • #12
Das eigentliche Problem sehe ich vielmehr darin, dass ich meiner Freundin gegenüber unehrlich bin
Das verstehe ich nicht so ganz. Ich bin sehr für Ehrlichkeit, aber du beschreibst es doch so, dass ihr beide, so wie es ist, zufrieden seid. Sagen würde ich so etwas tendenziell Verletzendes nur dann, wenn ich eine Veränderung anstreben wollte oder wenn es mich persönlich so sehr beschäftigen würde, dass ich das mit meinem Partner teilen wollte.

Ich sehe die Unehrlichkeit nicht so recht — oder weiß sie von deinem maßvollen Pornokonsum nichts und du hast deshalb ein schlechtes Gewissen?
w45
 
  • #13
Ich habe das schon oft gehört , das Jagen, die fremde Haut gibt vielen Männern ein prickelndes Gefühl, ohne dass sie es ausleben müssen.
Das ist dasselbe wie mit anderen Bereichen (Gespräche, Aktivitäten) auch. Ich KANN mir einreden (bzw mich damit rausreden), dass ein anderer Mensch dafür interessanter wäre, oder ich kann mich bewusst mehr mit diesem einen befassen. Sex ist Interaktion, die ich bewusst pflegen kann, nichts, das einfach irgendwie „passiert“ bzw „nur dann passt“, wenn der richtige Reiz da ist.
 
  • #14
2. Sollte ich meiner Freundin sagen, dass ich sie sexuell kaum noch begehre – obwohl ich sie liebe und die Zärtlichkeit und körperliche Nähe mit ihr genieße? Ich selbst tendiere eher dahin, diese Frage mit Nein zu beantworten.
Vorher schreibst Du das
Hinzu kommt, dass meine Freundin ohnehin, was ihr Aussehen betrifft, sehr verletzlich ist, weil sie in den letzten Jahren etwas molliger und stämmiger geworden ist – was aber nicht der Grund meiner nachlassenden sexuellen Begierde ist.
So ganz nüchtern betrachtet denke ich, würde sie sich nicht wegen ein paar Kilos mehr schämen, wenn sie weiter das Gefühl hätte, Du fändest sie immer noch so begehrenswert wie die ersten zwei Jahre und mit weniger auf den Hüften.

Ich kann mir vorstellen, sie ist sich Deines Begehrens nicht sicher.

1. Kennt Ihr Ähnliches von euch bzw. eurer Partnerin/eurem Partner? In so krasser oder zumindest in abgeschwächter Form?
Nein, eher das Gegenteil. Je vertrauter und tiefer die Bindung, desto inniger, abwechslungsreicher, hemmungsloser der Sex. Die knisternde Spannung braucht zumindest bei uns immer wieder etwas Abstand, zwei, drei Wochen mal Pause finden wir beide gut.
 
  • #15
Schon immer hat gegenüber Frauen, die ich liebe, meine sexuelle Anziehung nachgelassen in dem Maße, je stärker die Liebe wurde.
Das ist denke ich normal, also dass sich das Verlangen verändert.
Von einem starken aufgeregten, aggressivem "Rammelverlangen", bei dem der andere fremd und in seiner purer Abwesenheit erregend wirkt, zu einem sanften "sich nahe sein wollen- Gefühl" was sich zur Lust steigern kann.
Die Frage ist wieso du letzteres eher abwertest und als schlechter wahrnimmst.

Ich brauche für sexuelle Anziehung immer einen bestimmten Grad an Fremdheit, Objektivizierung, Neuheit – und
Das ist deine Prägung, oder anders du erwartest dieses Gefühl um dich sexuell lebendig zu fühlen.
Keine Ahnung ob das änderbar ist, wäre aber einen Versuch wert.
Bei deinem Wunschdenkensex, ist die Frau mehr Objekt, du der unbekannte Wilde.

Auch kann ich mit ihr schlafen, ohne selbst diesbezüglich ein besonderes Verlangen zu verspüren.

Also hast du Lust.
Nur nicht so wie du es kennst und willst
Die Frage ist, ob du dieses nicht als besseren Sex mit Nähe umdeklarieren kannst.
Du hast nun die Möglichkeit der seelischen Intimität. Sex mit Blickkontakt, Orgasmus mit Blickkontakt.
Wer das kann, genießt den Sex anders und sogar stärker durch die starke Verbindung dabei.
( Beschäftige dich mit Tantra Sex und David schnarch...)

Pornographie ist oft eher destruktiv, da sie Bilder in den Kopf setzt, die unsere Reizempfindlichkeit abstumpfen lassen.

Ein wenig wie viel Salz den Geschmack dauerhaft ändern kann und es dann auch so salzig verlangt wird.

Sagen würde ich es ihr erstmal nicht.
Zumindest nicht mit der sexuellen Anziehung.
Setzt sich mit dem Thema Mal erst alleine auseinander.

Und kurze Nachfrage:
Was meinst du mit deiner Überschrift Frage?
Ob du es beenden sollst? Oder ob sie es beenden wird wenn du nicht mehr oft genug mit ihr schläfst?
 
  • #16
Das ist denke ich normal, also dass sich das Verlangen verändert.
Von einem starken aufgeregten, aggressivem "Rammelverlangen", bei dem der andere fremd und in seiner purer Abwesenheit erregend wirkt, zu einem sanften "sich nahe sein wollen- Gefühl" was sich zur Lust steigern kann.
Das ist für mich perfekt zusammengefasst. Tatsächlich habe ich auch dieses Problem @SvenBln und @Navith . Und es lässt mich ratlos zurück.

Sexuelles Verlangen ist bei mir leider auch sehr eng mit etwas Fremden, Aufregendem verbunden. Ein bisschen gefährlich und aggressiv (im positiven Sinne) mit viel Adrenalin. Das Verzehren nach dem Anderen, dessen bloße Anwesenheit spontanes Verlangen auslöst.

Dieser Kick, all das schwindet mit abnehmender Verliebtheit und zunehmender Vertrautheit und Liebe. Nach wenigen Jahren habe ich keine spontane Lust mehr. Ich muss mir eher einen Ruck geben, Sex zu haben (weil es uns gut tut), dann kommt die Lust währenddessen. Aber eben nur sanft und zärtlich. Das wilde Verlangen in mir vermag ein Langzeitpartner nicht mehr auszulösen. Keine Spannung. Kein Adrenalin.

Du hast sehr recht @Liviana mit deinem Vorschlag, diesen innigen liebevollen Sex mit der geliebten Person umzudenken, nicht mehr als "langweilig" zu empfinden, sondern als das Wahre, Begehrenswerte und den ersteren "Verliebtsheitssex" als hormongesteuertes Gerammel abzutun. Das wäre der richtige Ansatz. Eine andere Lösung fällt mir nicht ein. Ich liebe meinen Mann und will keinen anderen.
Nein, eher das Gegenteil. Je vertrauter und tiefer die Bindung, desto inniger, abwechslungsreicher, hemmungsloser der Sex.
Das finde ich klasse!! Hätte ich auch gerne so.
 
  • #17
Das eigentliche Problem sehe ich vielmehr darin, dass ich meiner Freundin gegenüber unehrlich bin, um ihr nicht das Gefühl zu geben, unattraktiv zu sein
Kannst Du nicht differenziert kommunizieren, sodass sie den Unterschied versteht oder ist sie nicht so helle, das verstehen zu können?
Ich verstehe immer nicht, warum man sich dem Menschen, den man angeblich so sehr liebt und dem man so verbunden ist nicht auch in seiner inneren Zerrissenheit anvertrauen kann.
Bin ich froh, dass mein Mann und ich das gegenseitig ganz wunderbar können.

Schon immer hat gegenüber Frauen, die ich liebe, meine sexuelle Anziehung nachgelassen in dem Maße, je stärker die Liebe wurde. Ich brauche für sexuelle Anziehung immer einen bestimmten Grad an Fremdheit, Objektivizierung, Neuheit.... 1. Kennt Ihr Ähnliches von euch bzw. eurer Partnerin/eurem Partner? In so krasser oder zumindest in abgeschwächter Form?
Das kann ich so nicht nachvollziehen, weil es bei mir genau gegenteilig ist: je größer die Liebe, je inniger die Verbundenheit umso mehr Lust auf Sex und auch kein Problem, wenn xder andere mal keine Lust hat.
Während Fremdheit genau das Gegenteil bewirkt: Null sexuelles Interesse. Darum hat Sex spätestens beim 3. Date bei mir nie funktioniert.

2. Sollte ich meiner Freundin sagen, dass ich sie sexuell kaum noch begehre
s.o. Deine kommunikativen Fähigkeiten scheinen da nicht ausreichend ausgebildet zu sein, um das so ausdrücken zu können, dass sie es nicht in den falschen Hals bekommt und dann noch im Zusammenspiel mit ihrem Gewicht ist das eine ungünstige Gemengelage mit unübersehbarem Risiko.

Dann schläfst Du halt ohne Lust mit ihr (klappt doch wie Du schreibst und macht Dir nichts aus) und keinem von euch entsteht ein Schaden.
 
  • #18
Das Bedürfnis, meine Freundin mit Zärtlichkeiten zu verwöhnen, ist auf meiner Seite sehr viel stärker ausgeprägt, als mit ihr zu schlafen (während ich den Eindruck habe, dass meine Freundin mehr Sex als Zärtlichkeit braucht).
Das könntest du ihr im Prinzip liebevoll so sagen, ohne dass es etwas Schlimmes ist.
Auch kann ich mit ihr schlafen, ohne selbst diesbezüglich ein besonderes Verlangen zu verspüren.
Das wiederum würde ich eher nicht sagen. Ich kann auch im Prinzip jederzeit ohne eigenes großes Verlangen mit meinem Partner schlafen und es schön finden, wie wahrscheinlich viele, aber wenn man dem anderen sagt, man hat Sex ohne eigene Lust und sozusagen nur dem anderen zuliebe, kommt das irgendwie blöd an, weil die meisten sich wünschen, beim Sex begehrt zu werden. Ich fände es jedenfalls abturnend, wenn mein Partner mir sagte, eigentlich hat er gerade keine besondere Lust und braucht keinen Sex, aber wenn ich will, können wir trotzdem Sex haben. Wenn ich so was höre, hätte ich ebenfalls in dem Moment keine Lust mehr, denn ich will Sex nicht nur für mich selbst haben, dann könnte ich auch Selbstbefriedigung machen, sondern es soll dem Partner auch Spaß machen und er soll es auch selbst wollen.
denn ich glaube, erst in dem Moment bekäme unsere im Großen und Ganzen sehr harmonische Liebesbeziehung einen Knacks, sie wäre dann gestört, weil sich ein solches Bekenntnis nie wieder zurücknehmen lässt.
Sehr berechtigte Sorge. Nach Dürrenmatt gilt: Was einmal gedacht/gesagt wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.
1. Kennt Ihr Ähnliches von euch bzw. eurer Partnerin/eurem Partner? In so krasser oder zumindest in abgeschwächter Form?
Naja, wir kuscheln und schmusen auch viel und müssen nicht jeden Tag Sex haben. Ich finde das nicht schlimm.Vielleicht ist es sogar so, dass eben durch viele Zärtlichkeiten im Alltag der Sexdrang weniger wird, eben weil man sein Nähebedürfnis dann dauerhaft befriedigt hat.
2. Sollte ich meiner Freundin sagen, dass ich sie sexuell kaum noch begehre – obwohl ich sie liebe und die Zärtlichkeit und körperliche Nähe mit ihr genieße? Ich selbst tendiere eher dahin, diese Frage mit Nein zu beantworten.
Würde ich eher nicht machen. Man kann das, wie @Vikky erklärt, theoretisch genau so, wie es ist, differenziert-liebevoll darstellen und erklären, dann ist es nicht schlimm, aber es kann halt auch voll schiefgehen und Drama geben. Wenn alles eigentlich gut ist, warum schlafende Hunde wecken?
w26
 
  • #19
Erstmal find ichs gut, dass du mal einen persönlicheren Thread aufgemacht hast, anstatt rein um der theoretischen Diskussion willen eine provokante Geschlechterklischee-These in den Raum zu werfen.

Zur Titelfrage: Ist funktionierender Sex wirklich DIE Basis einer Beziehung?

Es gibt eine Langzeitstudie von Psychologen der York Universität in Kanada, die über 40 Jahre lang Daten von 30.000 Teilnehmern gesammelt und zu dem Ergebnis gekommen ist: Einmal Sex pro Woche sei für Menschen in einer Beziehung optimal für ein glückliches Leben. Es gebe keinen Stress nach dem Motto: Je mehr, desto besser! Paare, die häufiger miteinander schlafen, seien nicht glücklicher – wer aber weniger Sex hat, sei unglücklicher.

Das als wissenschaftliche Antwort darauf. Der Einzelfall kann natürlich immer abweichen und ich weiß nicht, von welcher Frequenz wir bei euch sprechen oder wie groß das Bedürfnis deiner Freundin ist.

Aber so unterm Strich finde ich es ganz interessant und auch beruhigend, dass es erstmal nichts über die Beziehungsqualität aussagt, wenn man nicht mehr wie am Anfang (mehrmals) täglich Sex will. Man sollte halt nur aufpassen, dass die Erotik nicht irgendwann ganz abhanden kommt – das wird ja oft als die Gefahr bei engen Langzeitbeziehungen gesehen. Also, alleine bist du mit dem Problem sicher nicht.

Ich frage mich, ob sich eine gewisse Fremdheit / Objektifizierbarkeit künstlich (wieder)herstellen ließe. Durch räumlichen Abstand für eine gewisse Zeit (tatsächlich bin ich schon gespannt, was ein bei mir persönlich bald bevorstehender Wechsel von aktuell sehr naher 24/7-Lockdown-Beziehung auf Fernbeziehung diesbezüglich bewirken wird)? Durch Verkleidungen, Rollenspiele, Ortswechsel, den Porno vielleicht mal gemeinsam schauen...? Oder könntest du bei all dem nicht ausblenden, dass es sich um deine vertraute, geliebte Freundin handelt?

W, 28
 
  • #20
Ob das mit Pornographie zu tun haben könnte, kann keiner sagen aber vielleicht kannst du einen Versuch starten und uns später berichten, ob sich der Verzicht auf Porno und Selbstbefriedigung (Phantasien) auf dein sexuelles Verlangen nach deiner Freundin ausgewirkt hat. Du hast dabei nicht zu verlieren.
 
  • #21
Ersteinmal vielen Dank für die vielen unterschiedlichen Statements. Aus Platzmangel kann ich nur einige wenige herausgreifen – und beginne mal mit einem provokativeren:

Ich denke, der Hinweis mit dem Mutterkomplex und der therapeutischen Aufarbeitung ist ein guter Hinweis. Vor allem, weil dir das schon öfter passiert ist, da scheint ein Fehler im System zu sein. Therapeuten können hier hilfreich sein.
Naja. Mit Ferndiagnosen wie »Mutterkomplex« aufgrund eines Threads über fehlendes Begehren bei Nähe wäre ich eher vorsichtig. Therapeuten können natürlich immer hilfreich sein, gewiss! Ob sie aber eine seit frühester Jugend verankerte sexuelle »Präferenz« »wegtherapieren« könnten, denke ich nicht.
Ich frage mich, ob sich eine gewisse Fremdheit / Objektifizierbarkeit künstlich (wieder)herstellen ließe. Durch Verkleidungen, Rollenspiele, Ortswechsel, den Porno vielleicht mal gemeinsam schauen...?
Darüber habe ich schon nachgedacht. Aber: Rollenspiele finde ich (übrigens auch meine Freundin) albern, Verkleidungen abturnend (erst recht wenn es um Kleidung wie »heiße Dessous« geht o.Ä – grrrr). Ich finde meine Freundin attraktiver, wenn sie sie selbst ist, natürlich ist, stehe ohnehin eher auf den natürlichen Typus von Frau. Ich würde mich sexuell eher weiter von ihr entfernen, wenn wir versuchen würden, das Begehren durch Hilfsmittel künstlich zu toppen. – Die Distanz ist übrigens schon dadurch gegeben, dass wir in zwei getrennten Wohnungen leben. bzw. in getrennten Betten schlafen. Mehr Distanz wäre also auch nicht hilfreicher.
Du hast sehr recht @Liviana mit deinem Vorschlag, diesen innigen liebevollen Sex mit der geliebten Person umzudenken, nicht mehr als "langweilig" zu empfinden, sondern als das Wahre, Begehrenswerte und den ersteren "Verliebtsheitssex" als hormongesteuertes Gerammel abzutun. Das wäre der richtige Ansatz. Eine andere Lösung fällt mir nicht ein. Ich liebe meinen Mann und will keinen anderen.
Ja, Sommergold, richtig. Ich finde die Sexualität mit meiner Freundin ja auch nicht als »langweilig«, wie ich schon in meinem Thread schrieb, da ich sie ja erotisch – im Sinne von Berührungen, Nähe, Kuscheln – begehre. Meine Frage hob eher darauf ab, ob das oft zu hörende Klischee »funktionierender Sex ist die Basis einer Beziehung« so haltbar ist. Denn träfte dieses Klischee zu, dann hätte unsere Beziehung keine Basis, da es im »Sex ja nicht richtig klappt«. Aber was ist »funktionierender Sex« überhaupt? Insofern, so meine momentane Einsicht, muss ich mich tatsächlich von dem Gedanken verabschieden, ich müsse meiner Freundin unbedingt das Abnehmen meiner Begierde unter die Nase reiben, da wir ja trotzdem beide Erotik zusammen erleben.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #22
Meine Frage hob eher darauf ab, ob das oft zu hörende Klischee »funktionierender Sex ist die Basis einer Beziehung« so haltbar ist. Denn träfte dieses Klischee zu, dann hätte unsere Beziehung keine Basis, da es im »Sex ja nicht richtig klappt«.
Darum meine ich ja, warum stellst Du Dir ohne Notwendigkeit solche Fragen?
Manchmal haben funktonierende Beziehungen auch eine völlig andere Basis, friedliche Co-Existenz.

Du brauchst daraus auch kein Klischee zu machen, weil befriedigende, erfüllende Sexualität für jeden etwas anderes ist.

Du bist schließlich kein Jungspund, der sein Lebtag noch nix von Tantra, Dessous oder böse Junge spielen gehört hat. Auch gewisse Abstinenz oder Zurückhaltung wird Dir nicht fremd sein.

Ich bleib dabei, Du lügst Deine Freundin an, weil Du ihr einen elementaren Teil in Eurer Beziehung verschweigst.
 
  • #24
Ich denke das ist oft der Fall, da viele Langzeitpaare sich viel zu vertraut sind. Man erzählt sich fast alles und verbringt zu viel Zeit. Ich habe das mal gelesen. Wenn es dann so weitergeht, wird man zu Bruder und Schwester.

Der Tipp war: Immer ein bisschen Spannung beibehalten. Durch Rollenspiele, immer etwas neues oder Abwechslung. Und nicht ständig zusammen sein. Eigenes Leben leben, Freunde jede Woche alleine treffen. Mal alleine in Urlaub fahren, auch arbeiten.

Sich attraktiv halten. Dem anderen sagen, dass man ihn begehrt.

Bei zu viel Nähe würde ich auch zur Schwester werden. Es ist wichtig, dass man sein eigenes Leben aufrecht erhält. Am besten mit Job, Freunden die man jede Woche trifft und auch mal alleine Urlaub.

Mehr weiss ich leider auch nicht. Ich denke, es könnte diese zu viel Nähe sein. An den Pornokonsum glaube ich eher. Eher dann noch das Frauenbild. Evtl. Therapie? Energetische Therapie?
 
  • #25
Es gibt eine Langzeitstudie von Psychologen der York Universität in Kanada, die über 40 Jahre lang Daten von 30.000 Teilnehmern gesammelt und zu dem Ergebnis gekommen ist: Einmal Sex pro Woche sei für Menschen in einer Beziehung optimal für ein glückliches Leben. Es gebe keinen Stress nach dem Motto: Je mehr, desto besser! Paare, die häufiger miteinander schlafen, seien nicht glücklicher – wer aber weniger Sex hat, sei unglücklicher.
Ich finde sowas immer problematisch.
Was helfen solche Studien dem Individuellen Paar?
Das hilft nur dem Paar das dem Durchschnitt der Studie entspricht um sich bestätigt zu fühlen.

Es gibt so viele Ausnahmen davon die mindestens ebenso glücklich sind.

Der Schlüssel ist schlicht und ergreifend eine ähnliche Libido und/oder eine ähnliche Gewichtung von Sex.
Sex lässt keine Kompromisse zu. Will der eine viel und der andere wenig, kann man sich nicht einfach in der Mitte treffen. Dann hat einer immernoch, für sein Empfinden zu wenig. Und der andere muss ab und zu ohne Lust ran. Und dann sind beide unglücklich.
Beim Sex kann man sich eigentlich nur auf nach unten einigen. Auf das Level dessen der weniger will. Und dann ist es eine Frage der Wichtigkeit.
Ist mir Sex so wichtig das ich mich nicht einschränken kann bzw. will.

Wenn man das deckungsgleich hinbekommt, wo auch der Zufall den passenden Partner zu erwischen mitspielt, dann sind Durchschnittwerte völlig egal, dann hat man sein eigenes Maß.

Wir z.B sind wieweit, weit Weg von einmal die Woche (manchmal nur einmal im Jahr). Ich könnte schon manchmal öfter, aber es ist mir in keinster Weise wichtig. Es macht mir nicht das geringste aus mich da zurückzunehmen bzw. es mit Handarbeit auszugleichen.
Und so sind wir auch mit einer sehr niedrigen Frequenz absolut und ohne die kleinste Krise seit mehr als 14 Jahren glücklich.

Schwierig wird es immer nur wenn die Vorstellungen unvereinbar sind. Sei es Häufigkeit, Wichtigkeit oder Art des Sex. Da wird es schwer, so sehe man sich auch liebt, einen Konsens zu finden wo nicht mindestens einer auf der Strecke bleibt.
 
  • #26
Ich habe es hier im Forum ja schon mehrfach erwähnt, dass ich dich für einen richtig seltsamen Kauz halte und einen Problem-Mann der es den weiblichen Frauen, die in ihrer Sinnlichkeit aufgehen, extrem schwer macht.

Besonders dein ständiges Problem mit Weiblichkeit und Männlichkeit, das du gerne neutralisieren würdest, halte ich persönlich für Verkümmerung. Daraus resultierend für mich auch dieses verkümmerte Sexualproblem.

Nach wie vor denke ich, bist du auf dem Holzweg.

Nein, es ist nicht normal, dass die Sexualität oder das Begehren zu der Frau weniger wird, wenn man mehr liebt. Das ist nur ein Neuzeitproblem der Männer, die mit ihrer Männlichkeit nicht mehr richtig umzugehen wissen, ihre Rolle und Pflichten als Mannsbild vergessen, und die Bequemlichkeit der Pornografie nutzen und immer asexueller werden.
Zugespitzt formuliert: Eine Frau, die ich liebe, zu der ich eine tiefe seelische Verbindung habe, kann ich nicht wirklich sexuell begehren.
Klingt für mich nach dem Ende der Fahnenstange. Würden alle Männer so denken, hätte ich mir längst einen Strick genommen.
Nun meine beiden Fragen an die Runde:
1. Kennt Ihr Ähnliches von euch bzw. eurer Partnerin/eurem Partner?
Ja, asexuelle Männer und Männer, die nicht begehren können, kenne ich. Meiner Ansicht nach liegt es daran, dass man den Männern versucht, ihre Männlichkeit auszutreiben.
2. Sollte ich meiner Freundin sagen, dass ich sie sexuell kaum noch begehre
Nein, weil es nicht an der Frau liegt. Du würdest jede andere Frau genauso wenig begehren.
Es liegt in dir.
Und nebenbei wäre es doch sehr verletzend und nicht human.

Ich finde deine Einstellungen zum Leben sehr traurig und ohne Feuer. Es gibt nichts Schöneres und Ehrliches, als seinen Partner zu begehren. Daran kommen Küsse und Zärtlichkeiten nicht ran. Das ist zwar nicht verkehrt, aber das lebt man vielleicht im Rentneralter, wenn man schon eine gute Sexualität hinter sich hat, sonst fehlt die Basis.

Mit der Partnerin keinen Sex haben zu können/wollen könnte auch ein Heiligen-Huren-Komplex sein, weil du Sex vllt. als schmutzig erachtest (?) und deine Freundin für zu sauber für deine schmutzigen Gedanken?
Aber auch das ist eine sexuelle Störung. Gesunde Beziehungen überwinden das. Die Sexualkraft ist sehr wichtig, damit Frauen sich überhaupt in ihrer Stärker fühlen können. Deiner Partnerin verweigerst du, vollkommen zu sein mit dir. Denke mal drüber nach.
 
  • #27
Vielleicht sollte man(n) hier auch wirklich seine Gedanken kontrollieren. Gar nicht erst anfangen, darüber nachzudenken, ob eine andere Frau, ein luftigeres Höschen etc. mehr Lust verursachen würden. Solche Überlegungen sind zwar wahrscheinlich „irgendwo“ im Menschen von Natur aus angelegt, deswegen kann man ihnen auch relativ leicht nachgeben, „Optimierung der Partnerwahl“ etc. Aber auch anderen Tendenzen (Aggressionen etc) gibt man ja nicht nach, sobald sie einen anfliegen.
 
  • #28
Meine Freundin und ich sind trotz des Altersunterschiedes von über 10 Jahren (sie die jüngere) seit vielen Jahren zusammen. Muss feststellen, dass auf meiner Seite die sexuelle Anziehung bereits ca. zwei Jahre nach dem Beginn unserer Beziehung spürbar nachgelassen hat. Damit meine ich keineswegs die Erotik – sofern diese sich auf »soften« Sex wie Berührungen, Küssen, Streicheln u.Ä. bezieht. Das Bedürfnis, meine Freundin mit Zärtlichkeiten zu verwöhnen, ist auf meiner Seite sehr viel stärker ausgeprägt, als mit ihr zu schlafen (während ich den Eindruck habe, dass meine Freundin mehr Sex als Zärtlichkeit braucht). Für mich selber ist das eigentlich kein großes Problem, ich kann meine Sexualität auch jenseits der Freundin durch Selbstbefriedigung und pornografischen Konsum in Maßen befriedigen, während ich die Erotik und das Zusammensein mit ihr sehr genieße. Auch kann ich mit ihr schlafen, ohne selbst diesbezüglich ein besonderes Verlangen zu verspüren.
Das eigentliche Problem sehe ich vielmehr darin, dass ich meiner Freundin gegenüber unehrlich bin, um ihr nicht das Gefühl zu geben, unattraktiv zu sein – denn ich glaube, erst in dem Moment bekäme unsere im Großen und Ganzen sehr harmonische Liebesbeziehung einen Knacks, sie wäre dann gestört, weil sich ein solches Bekenntnis nie wieder zurücknehmen lässt. Hinzu kommt, dass meine Freundin ohnehin, was ihr Aussehen betrifft, sehr verletzlich ist, weil sie in den letzten Jahren etwas molliger und stämmiger geworden ist – was aber nicht der Grund meiner nachlassenden sexuellen Begierde ist.
Den Grund suche ich stattdessen darin: Schon immer hat gegenüber Frauen, die ich liebe, meine sexuelle Anziehung nachgelassen in dem Maße, je stärker die Liebe wurde.
Ich kann das In Teilen schon ein wenig nachvollziehen.
Mit diesem albernen Männerbild welches Zuhii hier zeichnet kann ich auch nicht anfangen und will Dosen auch gar nicht entsprechen.
Männer wollen immer Sex, sind immer geil, haben die Pflicht immer zu begehren. Nein. Das muss man nicht sein.

Was ich aber komisch finde das es erst später einsetzt und sobal Liebe im Spiel ist, das das begehren nachlässt bzw. verschwindet.
Das ist schon merkwürdig.

Ich bin auch nicht Sexversessen und komme lange und gut ohne aus. Wenn meine Frau morgen sagen würde sie wolle keinen Sex mehr, wäre das für mich kein Weltuntergang und unsere Beziehung würde nicht leiden.
Aber ich bin Grundsätzlich so und werde nicht erst so wenn ich mich verliebe.
Das Muster solltest du dann vielleicht doch mal näher beleuchten. Da scheint dann doch etwas nicht ganz normal zu sein.
 
  • #29
... seit vielen Jahren zusammen. Muss feststellen, dass auf meiner Seite die sexuelle Anziehung bereits ca. zwei Jahre nach dem Beginn unserer Beziehung spürbar nachgelassen hat.
...ich kann meine Sexualität auch jenseits der Freundin durch Selbstbefriedigung und pornografischen Konsum in Maßen befriedigen,

....dass meine Freundin ohnehin, was ihr Aussehen betrifft, sehr verletzlich ist, weil sie in den letzten Jahren etwas molliger und stämmiger geworden ist – was aber nicht der Grund meiner nachlassenden sexuellen Begierde ist.
Nun meine beiden Fragen an die Runde:
1. Kennt Ihr Ähnliches von euch bzw. eurer Partnerin/eurem Partner? In so krasser oder zumindest in abgeschwächter Form?
2. Sollte ich meiner Freundin sagen, dass ich sie sexuell kaum noch begehre – obwohl ich sie liebe und die Zärtlichkeit und körperliche Nähe mit ihr genieße? Ich selbst tendiere eher dahin, diese Frage mit Nein zu beantworten.
Im Thread-Titel stelltest die Frage "Ist funktionierender Sex die Basis einer Beziehung". Für mich ist das das klassische Henne-Ei-Problem: ohne guten und erfüllenden Sex würde ich nicht in einer Beziehung bleiben wollen (sofern nicht eine Erkrankung ursächlich dafür ist - da hätte man sicherlich andere Probleme); auf der anderen Seite würde ich ohne die Liebe, die Innigkeit und die Nähe zu meiner Frau sicher auch nicht so erfüllenden Sex haben, wie ich ihn gerade habe. Gut, das Überraschungsmoment ist im Laufe der Jahre vielleicht verloren gegangen (anderer Thread), aber daran kann man ja arbeiten.

Zu 1) Nein, das kenne ich nicht von mir. Wir sind seit 6 Jahren zusammen, ich finde meine Frau sexier denn je und genieße den Sex mit ihr in vollen Zügen - ich kann nicht genug von ihr kriegen.

Zu 2) Ja, das solltest du. Zwar gilt, wie oben schon geschrieben wurde, das Möbius'sche Axiom, aber hier lese ich heraus, dass deine Freundin deine Sexlust bereits wahrnimmt und auf ihre Gewichtszunahme bezieht. Insofern würde ich Offenheit hier als "milderes Mittel" sehen. Zumal deine Unlust ja vermutlich dauerhaft ist oder aber weiter zunimmt, deine Freundin aber annehmen muss, dass alles wieder ins Lot kommt, wenn sie nur entsprechend abnehmen würde.
 
  • #30
Vielen Dank für eure Antworten. Ich greife aus der Vielzahl der Reaktionen einfach mal ein paar heraus – und fange gleich mit den etwas provokanteren an:
Du redest dir das ausschließlich passend und schön, der wirkliche Grund liegt eindeutig im Porno schauen und in der Selbstbefriedigung, du bist dadurch über gereizt, deshalb reizt dich deine Freundin nicht mehr!
Das Problem hatte ich schon, als ich noch gar keine Pornos konsumierte. Der Porno-Konsum entstand erst, als der sexuelle Reiz aufgrund der Nähe weitgehend verflogen war.
das klingt nach einem Madonna Whore Komplex - oder auf deutsch: Mutterkomplex ....

Ich würde an deiner Stelle mal mit einem Psychologen darüber sprechen, weil das langfristig immer zu Problemen in deinen Beziehungen führen wird.
Auch wenn ich Ferndiagnosen dieser Art für problematisch und auch etwas anmaßend halte: Therapien haben ja noch nie jemandem geschadet. Wäre zu überlegen, auch wenn ich nicht aus jeder sexuellen Präferenz gleich einen Fall für den Psychologen machen würde. Soweit ich weiß, lassen sich solche Präferenzen am allerwenigsten therapeutisch beeinflussen.

Du brauchst daraus auch kein Klischee zu machen, weil befriedigende, erfüllende Sexualität für jeden etwas anderes ist.

Ich bleib dabei, Du lügst Deine Freundin an, weil Du ihr einen elementaren Teil in Eurer Beziehung verschweigst.
Thanis, deinem ersten Satz stimme ich zu. Dem zweiten Satz nicht. LÜGEN ist, jemandem bewusst die Unwahrheit sagen. Jemandem aber nicht immer ALLES sagen, weil es auch unnötig verletzen könnte, ist kein Lügen. Und mit deinem ersten Satz hast du doch selber gesagt, dass ich die Sache möglicherweise viel zu hoch gewichte. MEINE Sexualität ist nun mal so, dass sie bei Vertrautheit abnimmt – und muss man deswegen alles zum Gesprächsthema mit der Freundin machen? Oder sollte man es nicht einfach akzeptieren stillschweigend, solange sie nicht selber mit einer Frage an mich herantritt? Nach all den Statements hier halte ich letztere Lösung eigentlich für die angemessenere.
Vllt mal eine Art Distanz voneinander, ohne körperliche Nähe - (Wochenende getrennt mit Freunden verbringen o. Ä)? Dann ist sie dir zwar nicht plötzlich unbekannt aber du hast sie kurze Zeit nicht gesehen und man freut sich mehr auf das „gewohnte“ und sich wieder zu sehen.
Naja, an mangelnder Distanz fehlt es in einer Beziehung mit zwei getrennten Wohnungen und Betten nicht. :) DAs wäre eine Erklärung, wenn man wirklich alles rund um die Uhr teilen würde: Wohnung, Bett usw. Käme für mich in einer Beziehung überhaupt nicht infrage, denn ich brauche immer wieder Phasen der Distanz neben solchen der starken Nähe.
 
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