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Lionne69

Gast
  • #31
Es heißt doch nicht, dass wenn man gerne zärtlich ist, kuschelt, sich gerne berührt - auch mal so flüchtig, dass dann die sexuelle Nähe kuschelig sein muss. Kann,kann aber auch ganz anders sein .
Alles zu seiner Zeit, man ist sich generell nahe, fühlt sich verbunden, und wenn es mal leidenschaftlich wird, kann die Melodie dann gerne eine ganz andere werden.

Um beim Bild zu bleiben, körperliche Nähe und die sexuelle Nähe kann eine ganz weite Bandbreite von Tönen und Rhythmen umfassen, genau das ist doch das wirklich schöne. Da kann es mal einfach nur das zarte, beiläufige Berühren sein, ein zärtlichen Beieinander sein sein, oder der kurze, schnelle, intensive Akt. Mit den ganz, ganz vielen Varianten dazwischen, je nach Stimmung.
Und das ist für mich auch das, was eine Partnerschaft z.B. von einer Freundschaft unterscheidet - dass man miteinander diese ganze Klaviatur spielen kann und mag.

Der Zeitgeist interessiert mich nicht, ich lebe meinen Zeitgeist, wer bestimmt überhaupt was Zeitgeist ist ?
Abgebrüht mag ich nicht werden, da komme ich nämlich tatsächlich nicht auf meine Kosten, sondern schädige mich selbst.

W,49
 
  • #32
Aber ich denke, das geht auch den meisten Männern so, dass sie sich von ihren Partnerinnen begehrt fühlen wollen.
Eher weniger. Außerdem gibt es genug Frauen, die dies eigentlich ablehnen. Wenn der Mann nicht recht will, dann wird Frau nicht auf ihn zugehen.

Beim Kuscheln ist sie vielleicht etwas eher bereit, eine Distanz zu überwinden (aber wiederum auch tendenziell weniger, als der Mann)
 
  • #33
Bei uns gehören Zärtlichkeiten, Berührungen und das Kuscheln zum Alltag und stehen gleichberechtigt neben dem Sex.
Früh klingelt sogar der Wecker 15 Minuten vor der Zeit um noch etwas in den Tag zu kuscheln. Wir lieben diese Bettwärme nähe am Morgen, ... ohne Sex... tausend Kleinigkeiten ohne die ich in einer Beziehung unglücklich würde.

Passend dazu hörte ich heute Morgen "Zärtlichkeit ist gefährlicher als Sex". Gefährlich? Nun es ist emotionaler, fürsorglicher und näher als Sex. Bei gutem Sex überlässt man sich dagegen ganz den eigenen Gefühlen oder beobachtet die eigene Wirkung beim Partner. Bei Zärtlichkeit ist und bleibt man nah beim Partner.

Deswegen haben einige Menschen mit Zärtlichkeit ein Problem. Es ist ihnen zu nah. Sie haben Angst sich in dieser Nähe zu verlieren. Andererseits stabilisiert diese Näheform Beziehungen eher als Sex und kittet anders als Sex auch die eine oder andere distanzierte Beziehung.

Letzte Woche gab es im Deutschlandfunk Kultur einen Beitrag zum Bedürfnis nach körperlicher Nähe. Allerdings wandte sich die Autorin sofort kommerzialisierter und sexualisierter Nähe zu. Trantamassagen die bei Bedarf auch den Intim-, Anal- und Mundbereich (genau diese Reihenfolge in dem Bericht) des Klienten einschließen. Nur Zärtlichkeit ist wohl nicht attraktiv genug (?) oder doch zu tiefgehend?

Die Autorin plädierte für gleichgeschlechtliche Tantra-Massage. Als Distanz-Garantie?
 
  • #34
Benötigen wir "Elitemenschen" eigentlich für alles Regeln ?
Menschenskinder, ich sehe doch, wenn mein Mädel sich auf was auch immer konzentriert und keine Ablenkung gebrauchen kann. Und sie sieht es bei mir ....
Ob sich aus einem eher beiläufigen "Hand auf den Po " Sex entwickelt ? Das merkt man dann schon ....

Wie wäre es, wenn sich die Individuen wieder mehr Raum geben würden ? Beobachtung und Verständnis statt Regeln - einfach machen statt langer, theoretischer Abhandlungen.
 
  • #35
Leider habe ich diesen Thread erst jetzt entdeckt - spannend, wie unterschiedlich die Meinungen zu diesem Thema sind. Ich (m,39) kann auf Geschlechtsverkehr sehr gut verzichten - auf Kuscheln aber nicht. Gegenseitige zärtliche Berührungen, mit oder ohne Höhepunkt, ziehe ich simpler Triebbefriedigung vor. Aber offenbar sehen das viele anders. Kuscheln hat für mich auch etwas Intimeres als der bloße Akt.

Ob man das im Profil zumindest andeuten sollte? Mit einer Partnerin, die jede Woche mindestens einmal Sex braucht, werden weder ich noch sie glücklich. Meiner Meinung nach ist das ein wichtigeres Kriterium als Größe oder Gewicht...
 
  • #36
Ohne Kuscheln könnte ich keine Beziehung führen und mein Mann sieht das zum Glück genauso. Wir sind beide extreme Kuschelbärchen. :) Wir stehen unter der Woche sogar 20 Minuten früher auf um nochmal mit vollem Bewusstsein zu kuscheln (absolut nicht sexuell!) und er kann abends nicht oder nur sehr schwer einschlafen, wenn er nicht bekuschelt wird (Löffelchen mal anders rum), weil ich vorher schon in seinen Armen eingepennt bin. Körperwärme, Nähe, weiche Haut, sein Geruch... Kuscheln ist so wichtig!!! Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass man im Idealfall 40 x am Tag kuschelt. Das ist gut für die physische und psychische Gesundheit!
 
  • #37
Ich komme aus einer Zeit, wo Männer noch kein Buch gelesen haben. Mein Vater hat mir schon als kleines Kind beigebracht, dass richtige Männer keine Bücher lesen.

Ich bin Jahrgang 1965. In meiner Zeit wurde mehr zur Unterhaltung gelesen als heute, denn die heutige mediale Vielfalt gab es noch nicht.

Mein Vater (Jahrgang 1926), meine Großväter, Onkel, Großonkel haben viele Bücher vererbt. Bei meinem Vater weiß ich es, bei den anderen gehe ich davon aus, dass sie diese Bücher auch gelesen haben.

Bücher, lesen. Beides hat seine eigene Erotik. Frauen (zumindest jene die ich kenne) sind von einer (gelesenen) Büchersammlung positiv angetan. Wenn ihnen vorgelesen wird entfaltet das auch Wirkung.

Gut vorlesen und selbst schreiben ist etwas was viel Freude bereiten kann. Vielleicht so ähnlich wie wenn man Freunde bekocht und diese danach begeistert sind, dann ist man selbst glücklich.

Lesen, Bücher als unmännlich, unerotisch und schwul darzustellen zeigt eine Kultur feindliche und homophobe Haltung. Wenn man so eine Haltung auch noch von seinen Eltern übernommen hat, zeigt dies fehlende Selbstreflexion und Angst davor selbst schwul zu sein.
 
  • #38
Peter,
Du kommst aus einem Sozio-kulturellen Umfeld, wo man lesen als unmännlich empfindet.
In meiner Familie wurde immer viel gelesen, und offensichtlich Sex gehabt.
Es kommt zudem auf die Literatur an.

Es hat eine eigene Erotik, dem anderen etwas vorzulesen, nah und verbindend.

Vielleicht sind es die etwas feinsinnigeren Männer, die lesen, lesend kuscheln, kuscheln, kuschelnd intim werden, und intim-sexuell werden?
Alle Facetten von Nähe, Intimität. Nach Stimmung, Bedürfnissen, Situation.
Das inkludiert den 5min Gutenmorgen Akt, ebenso wie entspanntes Kuscheln ohne sexuelle Komponente.

M, 54
 
T

ThePinkLady

Gast
  • #39
Also ehrlich gesagt irritiert mich diese Frage ein bisschen.

Ich könnte mir nie vorstellen, mit einem Mann in irgendeiner Art und Weise liiert zu sein, der mich nur liebevoll berührt, wenn er mir seinen Schw** irgendwo reinstecken will; das wäre für mich Missachtung und Lieblosigkeit per exellance. Hatte ich ehrlich gesagt bis jetzt zum Glück auch noch nie und schon gar nicht in einer festen Beziehung. Die Kombination aus Kuscheln nur beim Sex und nach dem Sex wegdrehen und einratzen hatte ich ebenfalls noch nicht und würde es als Frau auch nicht akzeptieren.

Ist, wie IM sagt, eine Frage des hoffentlich gesunden Selbstwertes und wenn die Bedürfnisse diesbezüglich zu unterschiedlich sind, dann passt das alles eben nicht zusammen. Kenne aber irgendwie auch keine Männer, die in dieser komischen Richtung gepolt sind oder waren.
 
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