• #1

Ist sich anpassen auf die Dauer das richtige?

Ich habe kürzlich hier einen thread erstellt über ein anderes Thema der mir aber einen Denkanstoß gegeben hat.

Und zwar möchte ich ein paar Erfahrungen aus meinen vergangenen Beziehungen schildern.

Ich war jemand der in einer Beziehung oft zuerst die "großen" Themen wie zusammenziehen etc angesprochen hat, aber letztlich hat es für mich nie wirklich ein positives Ende gehabt.

Als ich zum Beispiel meinen Freund damals nach ca zwei Jahren Beziehung auf das Thema angesprochen hatte schien er voller Begeisterung und zog mit mir zusammen, im Nachhinein dürfte ich mir dann immer anhören, ich hätte ihn unter Druck gesetzt und er hätte ja keine andere Wahl gehabt.

Ich habe mir durch all diese Erfahrungen geschworen, nie wieder als erstes wichtige Themen in einer Beziehung anzusprechen, egal ob es mir dann auf der Seele liegt oder nicht, ich kann es einfach nicht mehr. Auch rede ich seitdem generell weniger uber meine Gefühle und Gedanken und mache viel mit mir selbst aus...

Habe zudem auch die Erfahrung gemacht, dass es bei meinen Partnern oft nicht gut ankam wenn ich ihnen meine eigene Meinung gesagt hab. Da Fällt mir ein Spruch ein der besagt, dass es für andere okay ist, wenn du deine eigene Meinung hast, solange sich diese mit ihrer eigenen deckt..und irgendwie ist da schon was dran, find ich.

Ich habe daher über die Jahre angefangen, mich mehr und mehr anzupassen, viel mit mir selbst auszumachen und eine eher passive Rolle einzunehmen so nach dem Motto: Hauptsache, dem anderen nicht auf die Nerven zu gehen.

Aber dann frag ich mich wieder, ob das wirklich die Lösung sein soll?

Wie ist bzw war es bei euch in Beziehungen? Seid ihr der Meinung, anpassen ist manchmal einfach nötig um eine Beziehung aufrecht zu erhalten oder ist das der völlig falsche Weg?
 
  • #2
Ich glaube wenn man sich zu sehr verstellen muss dan wird man nicht zufrieden sein in der Beziehung. Wenn du dich selber immer klein hältst und meinst an den anderen immer absolut anpassen zu müssen, dann tust du dir damit keinen Gefallen.
Gehe reflektiert durchs Leben und mach das was du möchtest und dich glücklich macht. Es tut gut seine eigenen Ansichten und Meinungen gelegentlich nochmal zu updaten und genauer zu betrachten ob du das noch so siehst oder vllt die Dinge anders siehst mit der Zeit, weil du neue Erfahrungen gemacht hast zb.

Es ist schwierig wenn man seinem festen Partner fragt ob man nickt zusammen ziehen möchte und der sagt plötzlich „nein“, dann denkst du dir auch: „oh, der will mich nicht, der kann sich keine Zukunft mit mir vorstellen, möchte nicht den nächsten Schritt gehen.“ aber vllt kann man genau dann herausfinden ob es tragfähig ist für die Zukunft oder ob man überhaupt zusammen passt und gleiche Pläne und Vorstellungen hat (nicht alle wollen mit ihren Partner zusammen leben).

Hör auf dein Herz und Bauchgefühl, verstelle dich nicht um anderen besser zu gefallen. Man kann sich anpassen aber nicht immer und andauernd, deinen Partner solltest du alles anvertrauen können was dir auf dem Herzen liegt, er sollte dir vertraut genug sein.

Man kann Dinge gut mit sich selber ausmachen aber manchmal tut es auch einfach gut jemanden zu haben mit dem man darüber reden kann, um sich zu entladen oder diese Dinge die dich beschäftigen loszuwerden, weil du sie ausgesprochen hast.

W 27
 
  • #3
Nein, kann ich dir nicht empfehlen. Damit verleugnest du dich selbst und deine Bedürfnisse. Bei meinem jetzigen Freund muss ich mich null anpassen und er sich auch nicht an mich. Es passt einfach. Wir haben die gleichen Interessen und die gleichen Zukunftspläne.

Ich finde es tatsächlich merkwürdig, dass du das Thema Zusammenziehen erst nach zwei Jahren angesprochen hast. Warum erst so spät, warum kam nicht viel früher was von ihm?! Würde ich als sogenannte „red flag“ bezeichnen. Auf die solltest du zu Beginn achten. Ein Mann, der eine gemeinsame Zukunft mit einer Frau plant, spricht solche Themen von sich aus nach ein paar Monaten an.
 
  • #4
Ich war jemand der in einer Beziehung oft zuerst die "großen" Themen wie zusammenziehen etc angesprochen hat, aber letztlich hat es für mich nie wirklich ein positives Ende gehabt
Du warst mit dem unpassenden Partner zusammen!
Als ich zum Beispiel meinen Freund damals nach ca zwei Jahren Beziehung auf das Thema angesprochen hatte schien er voller Begeisterung und zog mit mir zusammen, im Nachhinein dürfte ich mir dann immer anhören, ich hätte ihn unter Druck gesetzt und er hätte ja keine andere Wahl gehabt.
Das machen sehr viele Frauen wie du und sehr viele Männer reagieren so wie er, da sie oft gegen sich das machen, was Frauen wollen, so geht Partnerschaft nicht!
Ich habe mir durch all diese Erfahrungen geschworen, nie wieder als erstes wichtige Themen in einer Beziehung anzusprechen, egal ob es mir dann auf der Seele liegt oder nicht, ich kann es einfach nicht mehr. Auch rede ich seitdem generell weniger uber meine Gefühle und Gedanken und mache viel mit mir selbst aus...
Mit dieser unterdrückten Geisteshaltung, wirst du niemals eine zufriedene und glückliche Beziehung leben können!
Habe zudem auch die Erfahrung gemacht, dass es bei meinen Partnern oft nicht gut ankam wenn ich ihnen meine eigene Meinung gesagt hab. Da Fällt mir ein Spruch ein der besagt, dass es für andere okay ist, wenn du deine eigene Meinung hast, solange sich diese mit ihrer eigenen deckt..und irgendwie ist da schon was dran, find ich.
Von diesem Spruch und von dieser Aussage halte ich nichts! Man sollte sich nicht so verhalten, dass man beim anderen gut ankommt, man sollte aufrichtig und authentisch zu sich selber sein und somit auch zum Partner!
Ich habe daher über die Jahre angefangen, mich mehr und mehr anzupassen, viel mit mir selbst auszumachen und eine eher passive Rolle einzunehmen so nach dem Motto: Hauptsache, dem anderen nicht auf die Nerven zu gehen.
So geht zufriedene und glückliche Partnerschaft nicht!
Aber dann frag ich mich wieder, ob das wirklich die Lösung sein soll?
Wie ist bzw war es bei euch in Beziehungen? Seid ihr der Meinung, anpassen ist manchmal einfach nötig um eine Beziehung aufrecht zu erhalten oder ist das der völlig falsche Weg?
Für mich der absolut falsche Weg, ich möchte sein und bleiben wie ich bin und nehme meinen Partner auch so wie er ist, wenn ich mich anpassen muss, um die Beziehung so aufrecht zu halten, so habe ich den unpassenden Partner an meiner Seite, die Beziehung wird scheitern!
 
  • #5
Ich denke man muss unterscheiden zwischen 'sich anpassen' und sein eigenes Ding machen.

Ich mache es auch so, dass ich nichts mehr zuerst anspreche, aber nicht, um mich anzupassen, sondern eher, weil mein Wunsch nach Autonomie größer ist als früher. Mir ist es schlichtweg wurscht, ob wir zusammen wohnen oder nicht, also hab ich es nie angesprochen. Da er gern zu mir ziehen wollte, da ich ein schönes Haus im Grünen habe, hat er es eben angesprochen.

Aber ich verhalte mich selbst auch aus taktischen Gründen so, weil Männer eben gern glauben, selbst die Idee gehabt zu haben und dann engagierter sind.

So bin ich bei meiner jetzigen Beziehung immer einen Schritt hinter ihm geblieben. Es ist auch eine machtvollere Position, den anderen agieren zu lassen und selbst nur 👍 oder👎zu entscheiden.

So kann man aber eben nur handeln, wenn man innerlich dahinter steht, sonst verbiegt man sich und leidet. Funktioniert aber gut.
 
  • #6
Wenn du dich unentwegt selber zensiert und unterdrückst wirst du eines Tages depressiv und noch viel unglücklicher als vorher. Viel wichtiger wäre herauszufinden, warum Du Dir solche Kerle aussuchst. Das darf doch nicht wahr sein. Dieses taktische Vorgehen, einem Mann das Gefühl zu geben er sei der OberGorilla und man würde ihm nur brav folgen, das finde ich in Zeiten der Emanzipation so unsäglich, dass mir absolut die Worte fehlen.
 
  • #7
Als ich zum Beispiel meinen Freund damals nach ca zwei Jahren Beziehung auf das Thema angesprochen hatte schien er voller Begeisterung und zog mit mir zusammen, im Nachhinein dürfte ich mir dann immer anhören, ich hätte ihn unter Druck gesetzt und er hätte ja keine andere Wahl gehabt.
Naja, da hatte sich ja dann dein Freund offenbar zu sehr angepasst.

Tendenziell erkenne ich mich bei so einem Verhalten wieder - ich bin wohl konfliktscheu, haue nicht auf den Tisch, wenn mir etwas sauer aufstößt etc., sondern denke, ich sei tolerant genug, um das auszuhalten oder mich anzupassen.
Irgendwann ziehe ich dann - für den anderen überraschend - meine Konsequenzen, platze plötzlich doch verärgert heraus oder treffe drastische Entscheidungen.
Ich tue das dann, weil ich die Position des anderen für unumstößlich halte - in deinem Beispiel „ok, sie will unbedingt, dass wir zusammenziehen. Wenn ich das nicht will, geht es wohl auseinander“.
Insgesamt natürlich ein blödes Verhalten, ganz klar.
 
  • #8
Ich habe mir durch all diese Erfahrungen geschworen, nie wieder als erstes wichtige Themen in einer Beziehung anzusprechen, egal ob es mir dann auf der Seele liegt oder nicht, ich kann es einfach nicht mehr. Auch rede ich seitdem generell weniger uber meine Gefühle und Gedanken und mache viel mit mir selbst aus...
Würde ich dann als beziehungsunfähig sehen...
Wie ist bzw war es bei euch in Beziehungen? Seid ihr der Meinung, anpassen ist manchmal einfach nötig um eine Beziehung aufrecht zu erhalten oder ist das der völlig falsche Weg?
Anpassen ist gut. Ausweichen nicht. Wie soll sich eine Beziehung entwickeln, wenn sich nicht beide mit ihrer Sicht und ihren Wünschen beteiligen?
 
  • #9
Ich habe daher über die Jahre angefangen, mich mehr und mehr anzupassen, viel mit mir selbst auszumachen und eine eher passive Rolle einzunehmen
Das geht auf Dauer nicht gut. Am Anfang wirst du mit dieser Methode zwar das Gefühl haben, die Beziehung laufe harmonisch und leicht, weil du durch die Selbstverleumdung Konflikten aus dem Weg gehst. Aber die Unzufriedenheit wird sich in dir anstapeln, bis ein erträgliches Maß überschritten wird und dann passiert Folgendes:
Wenn du dich unentwegt selber zensiert und unterdrückst wirst du eines Tages depressiv und noch viel unglücklicher als vorher.
Irgendwann ziehe ich dann - für den anderen überraschend - meine Konsequenzen, platze plötzlich doch verärgert heraus oder treffe drastische Entscheidungen.
Dann hast du durch dein Nicht-Reden die Beziehung gegen die Wand gefahren. Dein Partner wird dir dann auch vorwerfen "Warum hast du nie was gesagt?"

Ich weiß wovon ich rede, weil ich auch zum Schweigen und Mit-mir-selbst-Ausmachen neige. Das weiß mein Partner aber und er erinnert mich regelmäßig "Bitte REDE mit mir!" Wir finden für Alles eine Lösung.

Wenn du mit deinem Partner nicht offen über deine Bedürfnisse und deine abweichende Meinung reden kannst, weil er negativ reagiert, dann ist er der Falsche.

W36
 
  • #10
Ich glaube, du kennst die Antwort auf deine Frage selbst. Sich immer anzupassen bzw. zu verstellen und nach dem anderen zu richten, macht dich auf Dauer nicht glücklich. Im schlimmsten Fall kann das sogar zu chronischen Erkrankungen und dem Gefühl, nie selbstbestimmt das eigene Leben gelebt zu haben, zu einer Midlife Crisis und viel persönlichem Leid führen, du verachtest irgendwann deinen Partner und dich selbst.

Andererseits kommt es natürlich darauf an, was deine Ziele und Prioritäten sind. Meine Patentante hatte es schwer im Leben, war ein Heimkind und musste sich immer irgendwie durchkämpfen. Für sie war es ein großes Glück, irgendwann ihren späteren Ehemann kennenzulernen, er hat ihr endlich ein Zuhause, Liebe, Partnerschaft, eine Familie und Sicherheit gegeben, hat sie geheiratet und finanziell komplett abgesichert, sie konnte endlich mal durchatmen und war angekommen. Der "Nachteil" war, dass er berufsbedingt alle 2-3 Jahre umziehen musste. Sie hat sich nach ihm gerichtet, ist überallhin mitgezogen und hat dafür ihren eigenen Job, ihr Umfeld und ihren Freundeskreis aufgegeben, das war nicht unbedingt leicht, sie hat da klar zurückgesteckt, was ihre eigenen Bedürfnisse und Pläne betrifft, aber für sie war das allgemeine Glück dieser Beziehung wichtiger. Es kommt halt auf die eigenen Prioritäten an.

Zuletzt denke ich, dass ein gewisses Anpassen innerhalb einer Beziehung auch normal und was Gutes ist. Wer total auf seinem individuellen, kompromisslosen Ego-Trip ist, wird es vermutlich schwer haben, eine gelingende Beziehung zu führen. Ich habe mich auch in allen Beziehungen immer ein Stück weit verändert und Dinge von meinem Partner übernommen, das hat mein Leben sehr bereichert. Ich spreche von Alltagsroutinen, Interessen, der eigenen Ausdrucksweise. Besonders deutlich merke ich immer, wie ich gewisse Wörter und Phrasen im Laufe der Zeit übernehme. Ich habe das schon immer gemacht, auch z.B. bei der Arbeit, da übernehme ich z.B. bewusst die jeweils üblichen E-Mail-Grußformeln von Kollegen (Herzliche Grüße/Viele Grüße etc.) und passe mich an, übernehme Elemente, die mir gefallen. Und wie schon mal erwähnt, habe ich Freunde und Bekannte mit ganz verschiedenen (politischen) Einstellungen und Werten, von ganz links nach rechts, von katholischer Nonne bis hin zu promisk und Fremdgehen. Ich habe meine eigenen persönlichen Ansichten, wähle Gesprächsthemen und meine Ausdrucksweise (z.B. umgangssprachlich vs. intellektualistisch) aber durchaus so, dass sie etwas zu der Person passen, mit der ich spreche. Wenn mein Gegenüber berlinert, berlinere ich auch etwas stärker, sonst eher nicht. Ich rede mit verschiedenen Menschen über verschiedene Themen. Wenn mein Partner sich für eine mir bisher unbekannte Sache begeistert, versuche ich das nachzuvollziehen, informiere mich und interessiere mich dann oft ebenfalls dafür. Ist das manipulativ? Hm, für mich ist das nichts Negatives, ich würde das einfach als allgemeine soziale Kompetenz bezeichnen.
w26
 
  • #11
Ich würde sagen: Bis zu einem gewissen Grad ist Anpassungsfähigkeit notwendig, weil sich die Umgebung ständig verändert und wir eben nicht völlig unabhängig leben. Aber auch Selbstbehauptung ist für die eigene Gesundheit wichtig, denn sonst können wir unsere eigenen Grenzen nicht währen.

Innerhalb einer Beziehung gibt es dann eben einen Tanz zwischen Anpassung und Selbstbehauptung. Die einen gehen völlig in der Anpassung bis hin zur Selbstaufgabe auf und die anderen behaaren stur darauf, ihr eigenes Ding durchzuziehen; beides auf Kosten der Beziehung. Es gibt auch welche, die zwischen den beiden Polen pendeln. Die gesündesten Beziehungen sind solche, denen der Tanz zwischen diesen Polen gelingt, die beziehungserhaltend leben und dabei zufrieden sind.

Also, Antwort: Ja, eine gewisse Anpassung in Beziehungen ist vonnöten, aber das ist von beiden gefordert. Überanpassung führt zur Selbstaufgabe und ist langfristig sicher nicht zufriedenstellend.

W34
 
  • #12
Entweder es passt einfach oder nicht. Klar mach ich meine Probleme mit mir aus, denn nur ich selbst bin dafür verantwortlich u. nur ich selbst kann sie lösen. Aber anpassen u. Jasager werden: Niemals. Für was denn?

Ich möchte einen Mann, der mich haargenau so will, wie ich bin. Mit allem drum und dran. Allerdings hätte ich so typische Themen wie zusammenziehen, Kinder kriegen, Geldaufteilung auch nicht, was vielleicht einer Beziehung auch mehr Luft zum atmen gibt und keine Abhängigkeiten entstehen lässt, wobei es natürlich immer auch gewisse emotionale Abhängigkeiten geben wird...
 
  • #13
Habe zudem auch die Erfahrung gemacht, dass es bei meinen Partnern oft nicht gut ankam wenn ich ihnen meine eigene Meinung gesagt hab
Bitte nicht mit deiner Meinung hinter dem Berg halten nur aus Sorge, du könntest Männer vergraulen.

Es hilft dir nicht, dich selbst zu verleugnen. Im Gegenteil macht es dich auf Dauer unzufrieden.

Er sagt seine Meinung, du nicht? Nee, das kann nicht richtig sein ...
 
  • #15
Ich habe kürzlich hier einen thread erstellt über ein anderes Thema der mir aber einen Denkanstoß gegeben hat.
Wie schön dass dieser Denkanstoß bewirkt, dass du dich nochmal mehr mit dem Thema der Überanpassung beschäftigst. In dem anderen Thread hatte ich dir dazu ja schon geschrieben. Und die Antworten hier in desem Thread sprechen für sich.

Ich sage bewusst "Überanpassung", damit meine ich eine häufige und einseitige Anpassung, häufige Zurückstellung der eigenen Bedürfnisse, sich Verbiegen und es Anderen immer Recht machen wollen, gepaart mit der Angst vor einer negativen Reaktion des Partners, wenn man seine eigene Meinung und Bedürfnisse äussert.

In normalen zwischenmenschlichen Beziehungen passt jeder sich mal an und jeder macht mal Kompromisse, ob in Partnerschaften, Freundschaften oder im familiären Umfeld. Es ist halt eine Sache des Gleichgewichts.

In guten Partnerschaften sollte man miteinander wachsen und das geht nur, wenn jeder authentisch ist. Wie langweilig wäre das Leben mit einem Partner, der einem nur nach dem Mund redet, seine Wünsche nicht äussert und mit seiner Meinung hinterm Berg hält! Das können nur Menschen wollen, die ihre Partner kleinhalten, um sich dadurch zu erhöhen - damit nicht auffällt, wie klein sie selbst sind. Ergo läuft man bei Überanpassung Gefahr eben diese Menschen anzuziehen. Und wer will das schon? Das sind eben nicht die geeigneten Kandidaten für eine liebevolle, respektvolle Beziehung auf Augenhöhe.
 
  • #16
Naja, da hatte sich ja dann dein Freund offenbar zu sehr angepasst.

Tendenziell erkenne ich mich bei so einem Verhalten wieder - ich bin wohl konfliktscheu, haue nicht auf den Tisch, wenn mir etwas sauer aufstößt etc., sondern denke, ich sei tolerant genug, um das auszuhalten oder mich anzupassen.
Irgendwann ziehe ich dann - für den anderen überraschend - meine Konsequenzen, platze plötzlich doch verärgert heraus oder treffe drastische Entscheidungen.
Ich tue das dann, weil ich die Position des anderen für unumstößlich halte - in deinem Beispiel „ok, sie will unbedingt, dass wir zusammenziehen. Wenn ich das nicht will, geht es wohl auseinander“.
Insgesamt natürlich ein blödes Verhalten, ganz klar.
Das solltest du ganz ganz dringend ändern. Steh für deine Gedanken und Gefühle ein und unterdrück sie nicht! Sehr schlimm...deine Partnerinnen denken ja immer alles ist in bester Ordnung und plötzlich platzt du damit raus was dir alles nicht passt. Geht gar nicht. Ich wäre als Partnerin weg.

Zu FS: Du solltest herausfinden, warum du genau von diesen Männern angezogen bist. Ich empfehle Familienaufstellungen mit echten Protagonisten und nicht Holzfiguren. Deine neue Einstellung führt zu grossem Unglück, du verleugnest dich selber.

Das Gegenteil ist gut. Wenn du den passenden Decken hast, kann gar nicht sooo viel schief gehen. Wenn du den unpassenden Deckel hast, geht fast alles schief.

Die Schwierigkeit liegt dabei, einen der sehr wenigen Deckel zu finden, die zu dir passen.
 
  • #17
Ich war jemand der in einer Beziehung oft zuerst die "großen" Themen wie zusammenziehen etc angesprochen hat, aber letztlich hat es für mich nie wirklich ein positives Ende gehabt.

Liebe Vanilla,

in der Kennlernphase ist das in meinen Augen tatsächlich keine gute Idee. Für mich klingt es ein wenig krampfhaft.
Überdies kann man dem Gegenüber ja nun viel erzählen, wenn der Tag lang ist. Schallwellen sind bekanntlich geduldig. Vor allem, wenn der Inhalt auch noch blumig umschrieben und reichhaltig verziert wird. (So im Stil von: "Ich suche eine Frau fürs Leben, die große Romantik, und möchte schon bald Kinder mit Dir haben. Denn Du gefällst mir super gut und ich habe noch niemals so eine wunderbare Frau kennengelernt.")
Wie meine Oma immer sagte: Wer's glaubt, wird selig.
Ich denke persönlich, dass nur das wirklich zählt, was jemand durch sein Handeln ausdrückt.
Menschen zeigen ihr wahres Gesicht viel besser und schneller, wenn man sie lässt, wenn sie sich also nicht beobachtet fühlen.
In einem unbeschwerten Gespräch. Einfach nur so, fröhlich, lustig, spaßig. Alles, was Du wissen must, wirst Du meiner Ansicht nach bei solchen lockeren Gesprächen erfahren.

Anders ist es allerdings aus meiner Sicht in einer langen Beziehung. Wenn da einer nach geschlagenen zwei Jahren (!) nicht sagen kann, ob er zusammenwohnen möchte oder nicht, beziehungsweise es tut und Begeisterung zeigt und dann hinterher Dir alle Probleme in die Schuhe schiebt, dann stimmt da etwas nicht.
Und das muss nicht unbedingt etwas mit Dir zu tun haben.
 
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