Laleila

Cilia
  • #121
Ich vertrete den Standpunkt, dass niemand gezwungen sein sollte 8,5 Stunden des Tages plus Fahrweg (häufig nochmals 1 bis 1,5 h) mit Arbeit verbringen zu müssen um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Mehr Lohngerechtigkeit, Obergrenzen von Reingewinn gekoppelt an einen Reinvestitionszwang würde zu faireren Gehältern führen mit denen sich locker eine 30Stunden-Woche realisieren ließe.
Und in Deutschland bedeutet Vollzeit leider noch überwiegend 40 Stunden.
Das hat nichts mit ausgewogener Life- Work- Balance zu tun.
Gerade mit Kindern bis zur Pubertät, ist eine 40 Stunden-Woche eine unangemessene Belastung. Für Elternteil und Kind.
 
M

moobesa

Gast
  • #122
Mehr Lohngerechtigkeit, Obergrenzen von Reingewinn gekoppelt an einen Reinvestitionszwang würde zu faireren Gehältern führen mit denen sich locker eine 30Stunden-Woche realisieren ließe.
Dann können wir den Laden auch gleich komplett dicht machen. Mal abgesehen davon, welch grundlegenden und grundgesetzwidrigen Eingriff in persönliche Entscheidungs- und Eigentumsrechte dies bedeutet.
Und nochmal: Wieso muss man bei größeren Kindern ständig um sie rum sein? Ist das so'n Westding.
 

Laleila

Cilia
  • #123
Nun, im Grundgesetz steht aber auch:
Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
 
M

moobesa

Gast
  • #124
Nun, im Grundgesetz steht aber auch:
Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
Der letzte Satz steht so drin? Bezweifle ich. Die Steuereinnahmen waren noch nie so hoch wie heute. Somit hat sich dein Argument bereits erledigt. Außerdem würden solche Maßnahmen die Motivation für Unternehmer nicht gerade erhöhen. In Deutschland glaubt man wirklich, die Gewinne fallen nur so vom Himmel und kein Gesetz könnte daran irgendwas ändern. Dass der aktuelle wirtschaftliche Erfolg Deutschlands kaum etwas mit Fleiß, vermeintlichen "deutschen" Tugenden oder gar Reformen, sondern viel mit Glück (schwacher Euro z.B.) und auf Kosten anderer (auf Pump kaufen) zu tun hat, wird spätestens dann klar, wenn dieser Erfolg ausbleibt und alles bereits bestehende wirtschaftsfeindliche (z.B. Energiepolitik) zum Wirken kommt, was neuen Erfolg verhindern wird. Aus der nächsten Krise kommen wir nicht mehr so schnell, dafür sind Politik und auch die meisten Bürger mittlerweile zu industrie-, technik- und innovationsfeindlich - oder anders gesagt: zu satt. Dann werden sich existenziellere Frage stellen als Teil- oder Vollzeit.
 
  • #125
Ich habe auch eine Freundin (alleinerziehend), die sich den Luxus nimmt, nur TZ zu arbeiten, sie hat immer einen kompletten Arbeitstag in der Woche frei, den sie dann nutzt, um den Haushalt zu machen, laufen zu gehen, zur Kosmetik, sich mit Freundinnen zum Frühstück zu treffen.
Ihr Sohn ist 17.
Habe von ihr aber auch tatsächlich schon öfter Klagen gehört, dass jetzt eine größere Autoreparatur o.ä. anstand, wo sie sich dann Geld von ihren Eltern "geliehen" hat (4-stelliger Bereich). Was sie nicht zurück zahlen musste.
Würde ich nie machen. Aber wenn man/frau es mit dem eigenen Gewissen vereinbaren kann. Warum nicht?
 
  • #126
Ich habe hier das Gefühl, dass viele gar nicht mitreden können, weil sie gar nie alleinerziehend waren, geschweige denn kleine Kinder hatten/haben. Auch ist ein Kind nicht dasselbe wie zwei.
Trotzdem finde ich den Beitrag von @Frau29 höchst amüsant. Auch eine Sicht der Dinge ... :)
Es ist nun wirklich kein Zeichen von Intelligenz, jeden Tag 8-10 Stunden arbeiten zu gehen. Mir kann auch keiner erzählen, dass er das täglich "braucht".
Allerdings ist es natürlich ein Witz zu behaupten, dass Frauen in Teilzeit mehr Freizeit hätten.
Übrigens kommt man mit 5000€ Unterhalt bei 2-3 Kindern nicht bis nach Ischgl, wenn man ansonsten keine Einkünfte hat oder gar noch Miete (im angesagten Viertel) zahlen muss.
 
  • #127
Mir erzählte eine Bekannte, dass sie, seit 20 Jahren, das erste Mal voll gearbeitet hat, weil die Stelle, auf die sie sich beworben hat, so ausgeschrieben war.
Nach einem halben Jahr ist sie zurück auf 20 Stunden gegangen, weil sie das nicht wuppen konnte mit den Kindern (Teenager). Wenn sie es so empfindet, dann kann ich das irgendwie verstehen. Aber auch bei ihr fand ich bemerkenswert, dass sie eine Haushaltshilfe haben, was putzen angeht und sie die freie Zeit offenbar für Sport u.a. Aktivitäten, sprich, für sich, nutzt.
Sie beklagte sich nicht über zu wenig Geld (sie und ihr Mann haben ein gemeinsames Konto), hatte aber Bedenken, im Alter nicht gut versorgt zu sein. Falls es doch mal zu einer Trennung kommt.
Ihre Rente wäre, ihrer Aussage nach, aktuell bei 500 € mit 50 Jahren.
Das würde mir persönlich Angst machen.
 
  • #128
Ihre Rente wäre, ihrer Aussage nach, aktuell bei 500 € mit 50 Jahren.
Das würde mir persönlich Angst machen.
Ich lass jetzt mal den Rentenausgleich bei einer Trennung weg, da ja der Verdienst des Mannes unbekannt ist. Ich hab auch Bekannte bei denen sieht es ähnlich aus, eine 52 jährige sagte mir sie hat keine Angst, ändern kann sie es eh nicht mehr. Wenn es ihr gesundheitlich weiter gut geht, zieht sie im Rentenalter in die Ostblockstaaten, da kriegt sie noch was für ihre kleine Rente.
 
  • #129
Sie beklagte sich nicht über zu wenig Geld (sie und ihr Mann haben ein gemeinsames Konto), hatte aber Bedenken, im Alter nicht gut versorgt zu sein. Falls es doch mal zu einer Trennung kommt.
Ihre Rente wäre, ihrer Aussage nach, aktuell bei 500 € mit 50 Jahren.
Das würde mir persönlich Angst machen.
Keine Angst. Im Falle einer Trennung werden (ungefähre Vorgehensweise) die Rentenansprüche beider Expartner zusammengelegt und auf Beide gleichmäßig verteilt. Das nennt sich Versorgungsausgleich und soll verhindern, daß Frauen wegen freiwilliger Teilzeitarbeit (schon seit Jahrzehnten hat der Mann kein Mitspracherecht mehr über die Arbeitsverträge seiner Ehefrau!) weniger Rente bekommt, als der freiwillig in Vollzeit arbeitende Ehemann.
Das ist eine Besonderheit des (rückständigen) deutschen Familienrechtes.

Anders z.B. im feministischen, fortschrittlichen Schweden - dort ist jeder selber für seine Rente verantwortlich, in der Ehe und danach.

Mensch50
 
  • #130
Wenn es keine Gründe wie Kinder oder pflegebedürftige Angehörige gibt, sollte Teilzeit nicht so einfach zu haben sein. Wer sie dennoch will, sollte Abgaben in der Höhe eines Vollzeitjobs zahlen. Sonst ist es schlicht unsozial.
Richtig. Erst recht, nachdem es in Teilbereichen ja bereits so gehandhabt wird: ein Selbständiger zahlt Krankenkassenbeiträge (der größte Posten nach der Miete) immer auf Basis eines Vollzeit-Einkommens, selbst wenn er aus irgendwelchen Gründen kürzer tritt. Wäre es anders, könnte man Menschen mit Kindern zu dieser erheblich flexibleren Arbeitsform raten. Anscheinend ist das aber politisch nicht gewollt.
 
  • #131
...ein Selbständiger zahlt Krankenkassenbeiträge (der größte Posten nach der Miete) immer auf Basis eines Vollzeit-Einkommens, selbst wenn er aus irgendwelchen Gründen kürzer tritt.

Das ist nicht richtig. Auch ein Selbstständiger zahlt in der gesetzlichen Krankenversicherung Beiträge nach dem Jahreseinkommen in der Steuererklärung. Es gibt allerdings ein Mindesteinkommen von ca. 2300 Euro (brutto), bei Gründern weniger, das angesetzt wird und nach oben ist durch die übliche Grenze gedeckelt.
Wenn das Einkommen eines Selbstständigen bei Vollzeit unter 2300 Euro liegt, muss er sich sowieso fragen, ob sich die Selbstständigkeit lohnt, denn Rentenabsicherung etc. ist dann ja auch marginal.
 
  • #132
Ich finde es nur wieder immer erstaunlich, dass so viele Paare ein gemeinsames Konto haben. Manch einer mag es als fair ansehen, andere als bemerkenswert.
Einer/eine geht Vollzeit arbeiten, der/die andere TZ. Weil Kinder und Haushalt vom Teilzeit-Arbeitenden betreut/gemacht werden.
Würde nicht jeder sagen:" Hallo! Ich mache Teilzeit und dafür Kinderbetreuung und Haushalt. Und dafür habe ich genauso viel Geld für mich wie du, der/die Vollzeit arbeiten geht."
Ich habe es nie so empfunden, dass TZ arbeiten und Kinderbetreuung genauso stressig waren wie Vollzeit. TZ war schon entspannt. Trotz Kinder.
Man/frau kann sich ja schon seine Nischen schaffen, die man im Büroalltag oder im Supermarkt an der Kasse nicht hat.
 
  • #133
Ich habe es nie so empfunden, dass TZ arbeiten und Kinderbetreuung genauso stressig waren wie Vollzeit. TZ war schon entspannt. Trotz Kinder.
Aber ich z.B. empfinde es so und andere wahrscheinlich auch.
Die Menschen sind eben verschieden.
Ich habe den direkten Vergleich, weil ich in Vollzeit gearbeitet habe und am WE allein für den Haushalt und das Kind zuständig war.

Als meine Tochter sehr klein war, arbeitete ich 30 Stunden, musste aber noch zwei Stunden pendeln. Dann sehr bald Vollzeit und inzwischen komme ich auf etwa 60-70 Stunden.
Bevor ich meinen Venedigfimmel entwickelte, bin ich außerdem nicht in Urlaub gefahren, sondern habe in diesen sechs Wochen interessante Projekte bearbeitet. DAS war meine Entspannung.
Naja, nicht Entspannung, denn angespannt war und bin ich nie.
Ich fiebere nie auf den Feierabend hin, nicht auf's WE, nicht auf den Urlaub, nicht auf die Rente, denn ich mache meine Arbeit gerne und ich empfinde sie als null anstrengend.

Sehr wohl aber die Zeit mit einem kleinen Kind.
Das hat mich extrem angestrengt.
Ich war am Montag immer froh, wenn ich wieder ins Büro konnte.

Die Menschen sind verschieden und nach meinem persönlichen Empfinden, vorausgesetzt das Bemessungskriterium wäre die Anstrengung und Anspannung, müsste eine Frau, die sich um den Haushalt und die Kinder kümmert, viel Geld bekommen und ich gar keins.

w 51
 
  • #134
Ich habe es nie so empfunden, dass TZ arbeiten und Kinderbetreuung genauso stressig waren wie Vollzeit. TZ war schon entspannt. Trotz Kinder.
Wenn ich da in meinem Umfeld so links und rechts gucke, so entspannt sind sie oft nicht. Da es für die meisten TZ arbeitenden Mütter heißt, die Kinderbetreuung und der Haushalt bleibt an ihnen hängen, Feierabend und WE gestrichen.
Für mich kommt auch keine TZ Arbeit in Frage, ich mag mich nicht zerteilen. Aber letzendlich ist es wohl meist eine Frage des Einkommens und was Paar vorher abspricht.
 
  • #135
Ich denke, es kommt auch darauf an, was TZ bedeutet.
Bei mir waren es immer noch sechs Stunden am Tag, also eine 30-Stunden-Woche. Das war natürlich viel entspannter als ein 9-Stunden-Tag. Und danach ging es ja trotzdem weiter....Hausaufgaben, Hobby der Kinder, Abendessen machen, morgens Frühstück, was bei uns, als ich Vollzeit arbeitete, sehr früh war.
Die "Nebentätigkeiten" neben dem Hauptjob waren so und so da.
Nur hatte ich da mehr Zeit für.
Meine Kinder sind längst aus dem Haus. Und ich würde nicht wieder den Vollzeit-Job wählen und lieber weniger Stress- und auch weniger Geld haben-, wäre ich jünger.
Ich war lange Zeit weit und breit die einzige Frau, die die meiste Zeit voll gearbeitet hat in meinem Freundes- und Bekanntenkreis.
Damals wollte ich meinen Kindern etwas bieten, was Urlaube und Hobbies usw. anging, Wohnen, Kleidung.
Ich war die längste Zeit allein erziehend.
Ich weiß nicht, ob es ihnen wirklich so wichtig war. Oder sie lieber eine entspannte Mutter gehabt hätten als eine teils gehetzte.
Und ehe die Frage kommt von einigen: Ja, sie stehen im Leben und aus ihnen ist "was geworden". Kann nicht alles falsch gelaufen sein, aber im Endeffekt ist man/Frau der-,diejenige, m.E., die mit Kindern bei Vollzeit auf der Strecke bleibt, möchte man es gut machen.
 
  • #136
Ich weiß nicht, ob es ihnen wirklich so wichtig war. Oder sie lieber eine entspannte Mutter gehabt hätten als eine teils gehetzte.
Keine Sorge, das werden sie Dir schon noch aufs Butterbrot schmieren:)
Du hast Dein Modell gewählt und hattest entsprechende Gründe. Hättest Du zwischendurch gemerkt, dass es nicht klappt hättest Du vielleicht umgeplant.
Früher hab ich mir da auch kein Kopf drum gemacht, mittlerweile bei unseren Gesprächen ist da immer noch viel hätte, könnte, sollte und vielleicht drin. Die nähere Kita ist zu, die Grundschule gefällt mir überhaupt nicht, keine schnell zu erreichenden Sportvereine, ich glaub wir müssen umziehen.
 
  • #137
Keine Sorge, das werden sie Dir schon noch aufs Butterbrot schmieren:)
Du hast Dein Modell gewählt und hattest entsprechende Gründe. Hättest Du zwischendurch gemerkt, dass es nicht klappt hättest Du vielleicht umgeplant.
Früher hab ich mir da auch kein Kopf drum gemacht, mittlerweile bei unseren Gesprächen ist da immer noch viel hätte, könnte, sollte und vielleicht drin. Die nähere Kita ist zu, die Grundschule gefällt mir überhaupt nicht, keine schnell zu erreichenden Sportvereine, ich glaub wir müssen umziehen.
Das glaube ich nicht. Sie sind mittlerweile 24 bzw. 26 Jahre alt.
Das hätten die beiden mir bereits gesagt. Und haben es nicht. Und beide sind, was sowas angeht, echt straight, offen und ehrlich.
Ich glaube, ich schmiere es mir im Nachhinein eher selber auf das Butterbrot.
Meine Kinder kann ich um sechs Uhr morgens anrufen und sie sind wach und gehen ihrem Job und Hobbies nach, versorgen ihre Tiere.
Ich weiß nicht, ob ich das gut oder nicht so gut finde.
Die Kinder machen halt das, was man ihnen selbst vorgelebt hat.
Früh aufstehen und das Leben leben. Mit allen Ecken und Kanten und meist mit Freude. Auch, wenn es nicht immer leicht ist.
 
  • #138
Das glaube ich nicht. Sie sind mittlerweile 24 bzw. 26 Jahre alt.
Das hätten die beiden mir bereits gesagt. Und haben es nicht. Und beide sind, was sowas angeht, echt straight, offen und ehrlich.
Manno, jetzt hab ich exra nen Smilie gesetzt, gehst Du zum Lachen in den Keller?
Die Kinder machen halt das, was man ihnen selbst vorgelebt hat.
Nein, manche nehmen sich Vater oder Mutter als gelebtes schlechtes Beispiel und sagen sich so will ich nicht werden. Aber darüber brauchst Du Dir doch keinen Kopf zu machen, sie sind gut geraten also ist es doch Pott egal ob Du TZ oder VZ gearbeitet hast.
Also, Du wolltest Deine Kinder allein großziehen, wolltest ihn Urlaub und noch anderes ermöglichen, hast es gemacht, damit ist doch gut.
Wenn Du selber jetzt unzufrieden bist, versuch einen Weg zu finden.
 
  • #139
Wenn es keine Gründe wie Kinder oder pflegebedürftige Angehörige gibt, sollte Teilzeit nicht so einfach zu haben sein. Wer sie dennoch will, sollte Abgaben in der Höhe eines Vollzeitjobs zahlen. Sonst ist es schlicht unsozial.

Ach, schon wieder so ein weibliches Rechengenie, dass sich aus Neid verkalkuliert.
Wie legst Du denn das Vollzeitgehalt fest, wird man noch verpflichtet, nie den Job wechseln und weniger verdienen zu durfen? Totalitarismus aus Sozialneid?

Ich arbeite seit 10 Jahren Teilzeit und habe weder Kinder noch pflegebedürftige Angehörige.IIch liege niemandem auf der Tasche, weder jetzt noch später. Also gehen meine persönlichen Entscheidungen keinen was an.
Ich tu' es aus Gründen der Lebensqualität (Fernbeziehung) und auch aus gesundheitlichen Gründen. Anders als viele Vollzeitkollegen bin ich nur alle paar Jahre mal krank. Meine Erledigungen mache ich nämlich an meinem freien Tag, statt mich krank zu melden.

Trotz Teilzeit habe ich ein 6-stelliges Jahresgehalt, d.h. zahle die Höchstbetraege an die Sozialversicherungen und auch den Höchststeuersatz.
Wem wäre damit gedient, wenn ich wegen der Partnerschaft umziehe und nur noch 30-40.000 € verdiene? Dann zahle ich doch viel weniger?
Ok, ich werde zukünftig für Mathematiknachhilfe für Frauen spenden, damit ihr Sozialneid ihnen nicht so das Leben vergällt - Ironie Off.

Menschen sind verschieden und jeder sollte so leben, wie es gut für ihn ist. Wenn jemand jung und gesund ist, soll er für sich selber sorgen. Wie viel er mit wieviel Arbeitsstunden zu verdienen hat, kann man in unserer Gesellschaft glücklicherweise niemandem vorschreiben sondern das darf noch jeder selber entscheiden und als Familie eben gemeinsam.
 
  • #140
Ich hätte es als Jugendliche schon schön gefunden, wenn meine Eltern häufiger da gewesen wären. Beide Eltern arbeiteten Vollzeit, meine Mutter sogar in Schichten; wenn ich aus der Schule heim kam, war oft keiner da und ich musste mir irgendwas Vorbereitetes warm machen und hockte dann alleine da. Und während andere öfters von der Schule abgeholt wurden, musste ich auf den Bus warten, der manchmal erst eine Stunde nach Schulschluss kam. Nicht schön. Klar, man überlebt es, aber schön ist es nicht.
 
  • #141
Ich bin auch in der Situation, über Teilzeit langsam nachzudenken, weil das Geld auch so reicht. Ich liege niemandem auf der Tasche, für meine Rente komme ich selbst auf.
Was für Gründe gibt es, Vollzeit zu erwarten, wenn die Allgemeinheit nicht anschließend einspringen muss, weil Einkommen oder Rente nicht reichen? Es soll doch jeder selbst entscheiden, wie er leben möchte.
Dazu gehört natürlich Tranparenz darüber. Rentenansprüche bei Ehepaaren müssten jährlich wechselseitig auf die Rentenkonten übertragen werden, damit jeder sich ausrechnen kann, ob es reicht oder nicht.
 
  • #142
Danke euch. Als ich diese sozialistischen Vorschriften hier las und dem auch noch beigepflichtet wurde, bin ich doch kurz, ganz kurz vom Glauben abgefallen.
Es darf jeder selbst entscheiden und das ist auch richtig so. Andernfalls müsste man auch die Aufnahme eines Niedriglohnjobs "verbieten" und alle zur bestmöglichen Ausbildung verpflichten, weil die zahlen ja sonst auch weniger Sozialabgaben, irre!

Ich hätte es als Jugendliche schon schön gefunden, wenn meine Eltern häufiger da gewesen wären. Beide Eltern arbeiteten Vollzeit, meine Mutter sogar in Schichten; wenn ich aus der Schule heim kam, war oft keiner da und ich musste mir irgendwas Vorbereitetes warm machen und hockte dann alleine da. Und während andere öfters von der Schule abgeholt wurden, musste ich auf den Bus warten, der manchmal erst eine Stunde nach Schulschluss kam. Nicht schön. Klar, man überlebt es, aber schön ist es nicht.

Ich habe es genossen ohne Ende. Meine Freiheiten. Jeden Tag direkt nach der Schule mit Freunden treffen, war das herrlich. Wo waren deine Freunde? Es muss doch niemand allein daheim hocken!
Selbst das Aufgewärmte meiner Eltern schmeckte ausgezeichnet und später wurde dann einfach abends gemeinsam gekocht. Bißchen selbstständig sein ist schon nicht verkehrt. Ich find es ziemlich vermessen zu erwarten, dass ein Elternteil auf seine berufliche Zukunft verzichtet, nur damit ich nach hause chauffiert werden kann. Ich war zu Fuß unterwegs, wie alle meine Freunde auch.
 
  • #143
Ich habe es genossen ohne Ende. Meine Freiheiten. Jeden Tag direkt nach der Schule mit Freunden treffen, war das herrlich. Wo waren deine Freunde? Es muss doch niemand allein daheim hocken!
Selbst das Aufgewärmte meiner Eltern schmeckte ausgezeichnet und später wurde dann einfach abends gemeinsam gekocht. Bißchen selbstständig sein ist schon nicht verkehrt. Ich find es ziemlich vermessen zu erwarten, dass ein Elternteil auf seine berufliche Zukunft verzichtet, nur damit ich nach hause chauffiert werden kann. Ich war zu Fuß unterwegs, wie alle meine Freunde auch.[/QUOTE]
Erinnert mich an meine eigene Jugend.
Ich fand es auch grandios, nach der Schule erstmal alles abzuwerfen, Musik an, Essen warm machen, Freunde treffen, Hausaufgaben machen, mit den Geschwistern Quatsch machen.
Gegen 17 Uhr alle Spuren verwischen :), denn dann kam Mutti nach Hause.
Was mir in Erinnerung blieb:
1. Wenn ich morgens um halb sieben aufgestanden bin, hatte sie die Küche/das Bad bereits geputzt, Essen vor gekocht
2. wir Kinder mussten nie viel im Haushalt helfen
3. wir Kinder haben früh gejobbt (Zeitungen austragen, Nachhilfe gegeben uvm.) Uns unser Taschengeld verdient
4. es gab auf unserem Gymnasium immer einen "Elternsprecher", in meinem Falle war es die Mutter eines Schulkameraden, die auch sehr oft präsent war. Da dachte ich mir als Elf-, Zwölfjährige, wie sie das denn macht?? Bis mir klar wurde, das diese Frau zu Hause ist, nicht im Beruf.
Aber schon damals hatte ich da irgendwie eine Art Achtung, Tendenz Fragezeichen davor, was sie ehrenamtlich betreibt.
Wäre für meine Mutter ein Graus gewesen, so ein Amt zu übernehmen. Abgesehen von der Zeit, die sie dazu nie gehabt hätte.

Ich glaube mittlerweile, man schaut sich viel von den Eltern ab. Ob man es will oder nicht. Alles wiederholt sich in den Generationen. Es wird weiter gegeben....
Nein, nicht alles, aber vieles.

Und wenn meine Generation (60er) mit einer Mutter, die (nur) Hausfrau war (nicht despektierlich gemeint) groß geworden ist, tendieren diese Menschen sicherlich auch dazu, heute viel Zeit ihren Kindern zu Hause zu widmen. Und umgekehrt.
Fand ich jetzt sehr spannend von kobaltblau zu lesen.
 
M

moobesa

Gast
  • #144
Ach, schon wieder so ein weibliches Rechengenie, dass sich aus Neid verkalkuliert.
Wie legst Du denn das Vollzeitgehalt fest, wird man noch verpflichtet, nie den Job wechseln und weniger verdienen zu durfen? Totalitarismus aus Sozialneid?

Ich arbeite seit 10 Jahren Teilzeit und habe weder Kinder noch pflegebedürftige Angehörige.IIch liege niemandem auf der Tasche, weder jetzt noch später. Also gehen meine persönlichen Entscheidungen keinen was an.
Ich tu' es aus Gründen der Lebensqualität (Fernbeziehung) und auch aus gesundheitlichen Gründen. Anders als viele Vollzeitkollegen bin ich nur alle paar Jahre mal krank. Meine Erledigungen mache ich nämlich an meinem freien Tag, statt mich krank zu melden.

Trotz Teilzeit habe ich ein 6-stelliges Jahresgehalt, d.h. zahle die Höchstbetraege an die Sozialversicherungen und auch den Höchststeuersatz.
Wem wäre damit gedient, wenn ich wegen der Partnerschaft umziehe und nur noch 30-40.000 € verdiene? Dann zahle ich doch viel weniger?
Ok, ich werde zukünftig für Mathematiknachhilfe für Frauen spenden, damit ihr Sozialneid ihnen nicht so das Leben vergällt - Ironie Off.

Menschen sind verschieden und jeder sollte so leben, wie es gut für ihn ist. Wenn jemand jung und gesund ist, soll er für sich selber sorgen. Wie viel er mit wieviel Arbeitsstunden zu verdienen hat, kann man in unserer Gesellschaft glücklicherweise niemandem vorschreiben sondern das darf noch jeder selber entscheiden und als Familie eben gemeinsam.
Seit wann bin ich weiblich?
Wieso bitte ist deine Argumentation, dass ein Vollzeitjob nur ein neuer Job mit niedrigerem Verdienst sein kann für dich? Warum geht's nicht Vollzeit im jetzigen Job? Erst wenn das so wäre, also derart alternativlos, kannst du mir irgendwas mit falsch rechnen vorwerfen.
Das Argument, ich verdiene eh so viel, da reicht doch Teilzeit, ist pure Dekadenz, gar schon asozial, das berühmte Spucken von oben nach unten. Selbsternannte Elite halt.
Mir geht es nicht ums Verbieten, sondern es sollte schlicht schwer gemacht werden. Der Staat darf da schon egoistischer sein.
 
  • #145
Das Argument, ich verdiene eh so viel, da reicht doch Teilzeit, ist pure Dekadenz, gar schon asozial.
Finde ich nicht.
Ich finde es dekadent und asozial, wenn jemand gerne chillt, sich mal locker macht, nur so viel arbeitet, dass es gerade so reicht, findet, dass die anderen nicht kapieren, worauf es im Leben ankommt ( chillen ) und dann bei Renteneintritt feststellt, dass die Rente noch geringer ist als das magere Teilzeitgehalt und dann eben nicht mehr reicht.
Ich habe hier mal von einer Rentnerin in einem sehr einseitig gefärbten Fernsehbericht erzählt, die unter Tränen von ihrer 588€-Rente erzählte, die sie nun bekomme, obwohl sie doch ein Leben lang gearbeitet habe und die Stimme aus dem Off schlug um der Sensation Willen in diese Kerbe und lallte dauernd unqualifiziert was von in-unserm-Staat-läuft-was-schief usw.
Ok, die Reportage war null seriös, aber wenigsten hätte man doch erklären müssen, worin dieses ein-Leben-lang-gearbeitet besteht. Wenn die Rente derart gering ist und die Frau, da ungelernt, mindestens 50 Jahre einbezahlt hat ( ein Leben lang ), kann es nur so sein, dass sie erstens nur Teilzeit gearbeitet hat oder weitgehend schwarz.
Und schon sieht die Sache anders aus, nicht ?
DAS ist asozial. So wenig abzuführen, dass es später nicht für's Überleben reicht und dann nach der Allgemeinheit zu rufen.
( Hinweis: ich rede nicht von Kranken, nur von denen, die das Chillen und Schwarzarbeiten oder wegen der Kinder zuhause bleiben freiwillig wählen. )

@Vikky hingegen hat viel gelernt und offenbar viel eingezahlt.
Sie wird, obwohl sie jetzt Teilzeit arbeitet und in relativ jungen Jahren ganz aussteigen wird, eine Rente erhalten, mit der sie auskommt, ohne der Allgemeinheit auf der Tasche zu liegen.
Die persönliche Freiheit endet meiner Meinung nach dort, wo ich die Freiheit anderer beschneide.
Das tut sie nicht, sie ruft nicht nach den anderen.
Und so kann sie völlig legitim ihre Entscheidungsfreiheit genießen.
Das ist nicht asozial, das ist ihre Freiheit.

w 51
 
  • #146
...ein-Leben-lang-gearbeitet So wenig abzuführen, dass es später nicht für's Überleben reicht und dann nach der Allgemeinheit zu rufen.

Asozial ist, wenn man auf Kosten anderer lebt. Wenn die Rente trotz Teilzeit reicht und nicht aufgestockt wird, finde ich das auch in Ordnung. Wenn Löhne so niedrig sind, dass trotz Vollzeitjob noch Wohngeld bezogen werden muss, passt das nicht.

Wenn ich hier immer wieder mal von Frauen lese, die seit 25 Jahren zu Hause sind, dann sehe ich wenig Gerechtigkeit, wenn ich irgendwann mal meine Rente höher versteuere, damit die eine Rente bekommen. Die sollte dann der Ehemann bezahlen.
 
  • #147
Tschuldigung - Vorurteil meinerseits. obwohl selber weiblich und Ingenieurin ist es doch meine Erfahrung, dass Frauen es so nicht mit Mathe haben. Ok, Du bist halt ein Vertreter der "neuen Männer" und hast es auch nicht so mit Mathe und umfassendem Blick.

Wieso bitte ist deine Argumentation, dass ein Vollzeitjob nur ein neuer Job mit niedrigerem Verdienst sein kann für dich? Warum geht's nicht Vollzeit im jetzigen Job?
Weil man nicht an jedem Ort entsprechend qualifizierte und hochbezahlte Arbeitsplätze finden - erst recht nicht in dem bayrischen Dorf und Umkreis von 50 km wo ich zukünftig leben werde. Da muss man nehmen, was es dort gibt.
Darf man in Deiner Denke nach nicht mehr entscheiden, wo man leben will, wenn man dort mit mehr Arbeit nicht mehr so viel verdienen kann oder ist es ok, weniger zu verdiennen, weil Du dann nicht mehr so unter Sozialneid leidest?

Das Argument, ich verdiene eh so viel, da reicht doch Teilzeit, ist pure Dekadenz, gar schon asozial
Das kann jeder bewerten wie er will. Steuern und Sozialabgaben berechnen sich nach der Einkommenshöhe, nicht nach der Anzahl der Arbeitsstunden - was ich total gerecht finde. Das haben Leute ausgerechnet und entschieden, die wissen, wie die gesellschaftlichen vorhaben sich am besten finazieren lassen.

Mir geht es nicht ums Verbieten, sondern es sollte schlicht schwer gemacht werden. Der Staat darf da schon egoistischer sein.
Kann man ja verbieten und darf sich dann nicht wundern, wenn die Rechnung nicht aufgeht. Wenn Menschen in hochqualifizierten Jobs sich nicht mehr weiterbilden in ihrer Freizeit (was heute UUsus iist) und dann zwar Volllzeit arbeiten und weniger verdienen, also weniger der Umverteilung zu führen.
Du pflegst halt die Neidkultur, die garnichts bringt fürs Gemeinwesen.
Es gibt zunehmend Firmen, die mit Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich experimentieren, weil sie feststellen: die MA arbeiten in weniger Arbeitszeit effizienter und nutzen die gewonnene Zeit für aktive Regeneration und Weiterbildung.
Natürlich bieten die AG das nur MA an, bei denen das Unternehmen davon einen Nutzen hat. da könne Leute wie Du neiddebattieren wie sie wollen.
 
  • #148
Es gibt zunehmend Firmen, die mit Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich experimentieren, weil sie feststellen: die MA arbeiten in weniger Arbeitszeit effizienter .
Deswegen stimmen Geschäftsführer ihren guten Mitarbeitern auch gerne zu, wenn die ihre Arbeitszeit so wie heute noch üblich ohne Lohnausgleich reduzieren wollen. Die machen die gleiche Arbeit nämlich weiter aber für weniger Geld.
Mein Freund hat jetzt fünf Wochenstunden weniger, seine Aufgaben oder Arbeitsfelder wurden aber nicht reduziert, das stand überhaupt nicht zur Debatte.

w 51
 
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