G

Gast

  • #1

Kalte Füße vor Umzug bekommen. Mein Freund ist enttäuscht.

Wir haben eine Fernbeziehung und endlich hat es mit einem Job für mich am Ort meines Freundes geklappt. Der Job war nicht so toll, aber immerhin eine Gelegenheit, dass wir endlich zusammen kommen. Hatten uns schon alles ausgemalt ...

Und dann bekam ich kalte Füße. Vor dem Umzug und das Zurechtfinden in der neuen Stadt. Das erste Mal weg von zu Hause. Ich habe dann in einer Kurzschlusshandlung alles abgesagt und nun fühle ich mich wie ein Versager und mein Freund ist wahnsinnig enttäuscht.

Im Nachhinein ist das alles lächerlich. Warum sollte ich Angst haben. Er ist da, wir wollten uns eine tolle Wohnung holen, aber dann kam diese riesen Angst. Ich kann jetzt ja nicht mehr bei der Firma anrufen. Hatte einen Assistentenjob mit viel Verantwortung bekommen. Bezahlung war zwar nicht der Knüller, aber Tätigkeit war gut. Das wirkt doch lächerlich, wenn ich nicht so viel Mut in den Beinen habe für einen Umzug, dann aber jeden Tag andere schwerwiegende Entscheidungen treffen soll.

Zeitgleich liegt jetzt ein Vertrag 30 km von zu Hause auf meinem Tisch. Jetzt fühle ich mich wie ein Versager. Ich wollte mich beruflich neu orientieren, weil mein Vertrag nächstes Jahr eh ausläuft.

Was mache ich jetzt nur?
 
G

Gast

  • #2
Die Liebe und die Angst sind häufig jene Faktoren, die uns leiten.

Ich kann dich verstehen, es ist eine Veränderung und eine Herausforderung.

Ist es ein Bauchgefühl? Bist du dir möglicherweise nicht mehr sicher, ob du deinen Freund ausreichend liebst, um diese neue Situation auf dich zu nehmen?

Bei mir war es damals auch so, ich kam mir vor wie auf einer Sinus-Kurve. Mal voller Tatendrang, dann wieder voller Zweifel. Dieses Auf und Ab zermürbte mich.

Es ist wichtig, dass du eine Entscheidung triffst und diese verfolgst. Zielstrebig.

Trau dich!
Alles Gute!
 
G

Gast

  • #3
Ja, es ist eine Achterbahnfahrt. Wir haben noch nie zusammen gewohnt und jeder lebt für sich schon lange alleine. Das ist also auch ein großer Schritt neben der räumlichen Veränderung. Dabei mache ich mir jedoch wenig Sorgen,w eil wir uns gut verstehen und uns dann auch eine riesen große Wohnung mieten wollen. Jeder wird seine Rückzugsmöglichkeit haben. Vielleicht ist es einfach alles auf einmal...Ich weiß es nicht. Ich fühle mich einfach nur schlecht und bin von mir selbst enttäuscht...

[Mod# Dies ist ein Post der FS. Bitte geben Sie sich zu erkennen.]
 
G

Gast

  • #4
Meine Freundin hatte das auch mal erlebt und danach war nichts mehr wie vorher!
Bei ihr waren schon Kosten angefallen, es wurden wochenlang Pläne geschmiedet, Wohnungen besichtigt usw.
Dann hat er kurz bevor der Mietvertrag unterschrieben werden sollten gekniffen.
DIe Beziehung scheiterte kurz darauf, weil sie keine Lust mehr hatte und dann einen anderen Mann kennengelernt hatte - zum Glück!
Denke VOR einer Entscheidung gut darüber nach, was du wirklich willst!
Eiere nicht so herum, das macht Deinen Partner mürbe!
Wie soll er wissen, woran er bei Dir ist?!
Ich werde nie verstehen, warum es so problematisch ist, die Stadt zu wechseln?!
Was kann Dir denn schlimmstenfalls passieren?
Du ziehst um und DEIN Partner wohnt in dieser Stadt - das heisst, du fängst nicht ganz alleine von vorne an!
Einen neuen Job brauchst Du ohnehin - wo ist Dein Problem?
Wenn Du weiter so "entscheidungsfreudig" bleibst, musst Du damit rechnen, dass Dein Freund die Konsequenzen zieht!
Wäre ich Dein Partner, ich hätte mich bereits jetzt von Dir getrennt.
Das ist ja nun ein eindeutiger Beweis, dass man mit Dir keine Zukunftspläne machen kann.
Wenn Du jetzt schon kneifst, was machst Du dann bei richtigen Problemen?!
Das klingt alles sehr unreif!
Mach Dir vorher Gedanken, BEVOR Du etwas versprichst und dann sei konsequent!
Viel Glück für Dich!
w.
 
G

Gast

  • #5
Doch, natürlich kannst Du bei der Firma anrufen. Mach´ das so schnell wie möglich, wenn du den Job doch gerne haben möchtest. Wo ist das Problem ?
Ich finde es übrigens ganz normal, dass Du kalte Füße bekommen hast. Es ist ein großer Schritt und eine große Veränderung.
Nimm einfach in aller Ruhe einen zweiten Anlauf. Dein Freund freut sich. Und der neue Arbeitgeber freut sich wahrscheinlich auch, dass er die Stelle besetzen kann.

Viel Glück !
w55
 
G

Gast

  • #6
Doch, wie mein Vorredner/in:
Du kannst anrufen udn sagen, dass Du den Job doch haben willst.

Klar kostest das Selbstüberwindung! Aber es geht.

Jetzt!

Dann kannste auch wieder in den Spiegel guckien und sagen: Ich hab's versucht (fall's es doch nicht klappt).

Es nicht zu versuchen, nicht anzurufen, ist falscher Stolz!
Nicht umsonst eine der Todsünden.

Und wenn Du's gemacht hast, erzähl's Deinem Freund.

Viel Erfolg!
 
  • #7
Nun, was passiert denn schlimmstenfalls wenn Du diese Firma nochmal anrufst? Der Job ist weg! Oder eben auch noch da.

Im Grunde genommen hast Du zwei Optionen: Entweder Du gestaltest Dein Leben aktiv und gehst dorthin wo Du willst oder das Leben macht halt mit Dir was es will. Hey, DU musst Dich doch spätestens nächstes Jahr eh verändern!

Aber natürlich hat Deine Beziehung jetzt einen Knacks weg. So ein rumgeeiere ist natürlich enttäuschend. Sieh zu wie Du das wieder gerichtet bekommst!

Um für alle FB`ler ins Stammbuch: Es ist sehr wichtig auch am Wohnsitz des PArtners seine Kontakte zu knüpfen, Freundschaften aufzubauen um dann eben wenns zum Umzug kommt nicht diese Panik zu bekommen oder ausschliesslich am Partner zu hängen. Dann ist es auch nicht mehr soooo fremd.
 
G

Gast

  • #8
DIE FS: Ich glaube nicht, dass deswegen die Beziehung scheitert....Ich war schon immer ein Stubenhocker und er weiß das. Für manche ist ein Umzug schlimm, für andere nicht, je nachdem wie sehr man sich verwurzelt hat. Nein, es sind bei uns keine Kosten angefallen, weil nur, wenn die Tatsachen vollendet sind, den Schritt wagen und um uns die Wohnung kümmern. Er kennt meine Ängste und Bedenken. Der Job war ja ganz ok und vielleicht wäre es etwas anderes gewesen, wenn der Job wirklich gut gewesen wäre. Ich hätte sehr viel weniger verdient als jetzt. Im Nachhinein habe ich mir dann auch wirklich viele Gedanken um die Stelle gemacht, ob ich das wirklich will. Wirklich glücklich wäre ich damit nicht. Ich denke, man sollte nicht alles in Kauf nehmen, um den Partner nah zu sein, weil es dann auch belastend ist, wenn man mit dem Job nicht zufrieden ist.

Nein, ich frage nicht mehr beim Arbeitgeber an. Das Verhältnis ist zerstört durch die Absage.
 
G

Gast

  • #9
Tut mir leid, liebe FS, aber für mich sind da ganz viele Ausreden dabei.
Du hättest den neuen Job als Überbrückung nehmen können. Du könntest an eurem neuen Wohnort befristete Jobs annehmen, um die Zeit bis zu einem guten Job zu überbrücken.

Und ich sage das aus dem Hintergrund raus, dass ich bald in derselben Situation sein werde. Aus diversen Gründen kann ich nicht direkt nach dem Umzug in meinem Beruf arbeiten, also muss ich erstmal mit etwas anderem überbrücken. Das ist nicht super. Aber ich will zu ihm.
Ja - klar! Ich hab Angst, hier alles zurückzulassen. Ich hab einen tollen Arbeitsplatz, Familie in machbarer Nähe, Freunde... mein Leben eben.
Aber er ist ortsgebundener und ich werde zu ihm ziehen. Wir haben oft über meine Ängste und Sorgen gesprochen und vieles miteinander vereinbart und so weiter, aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, einen Rückzieher zu machen.

Und deshalb glaube ich: wenn die Angst größer und stärker ist als die Liebe, und diesen Schritt verhindert, muss man sich fragen was schief läuft und was man dauerhaft will...
 
G

Gast

  • #10
Die FS: Warum zweifelt ihr gleich an der Liebe? Solche Zwischenjobs kämen für mich nicht in Frage. Ich möchte Sicherheit. Ich habe das schon alles hinter mir und ich möchte endlich ankommen. Nur Jemandem nah zu sein und unbefriedigende Jobs zu machen belasten ebenso eine Beziehung. Ich möchte nicht nur den Partner den ganzen Tag anhimmeln und damit zufrieden sein. Ich habe hier Freunde und mein eigenes Netzwerk neben unseren gemeinsamen Freunden. Ich habe so viele gesehen, die weg gegangen sind, keine Kontakte fanden, der Job auch nicht das gelbe vom Ei war und dann gefrustet zurück kamen. Ich möchte zu ihm und ich bereue wie gesagt, dass ich es nicht getan habe. Ich bereue es wirklich sehr. Im ersten Moment war da einfach die Angst vorm Unbekannten. Ausreden? Mag sein, aber dahinter steckt doch nur die Angst.
 
G

Gast

  • #11
Hier ist die Posterin von 16.40h...
Du möchtest ankommen, ja. Aber du möchtest nur ankommen mit Netz und doppeltem Boden, und sorry, aber das gibt es nicht. Es gibt es einfach nicht.
Mir ist schon klar, dass da "nur" die Angst dahintersteckt, aber ich frage mich halt auch, wovor genau du Angst hast. Du bist mit irgendwas unzufrieden, RICHTIG unzufrieden, deswegen keilst du aus: "Ich möchte nicht nur den Partner den ganzen Tag anhimmeln und damit zufrieden sein."
Ich sehe nicht, dass das hier jemand geschrieben hätte. Du etwa?
Wenn du weggehst, musst du zwangsläufig etwas aufgeben. Da ist es schon sehr beruhigend, im gemachten und vertrauten Nest zu verharren. Natürlich hat das viel mit Angst und Sicherheitsbedürfnis zu tun, aber dann frage ich mal was anderes: wie stellst du dir denn eure Beziehung vor? Bist du denn damit zufrieden, wenn es weiterhin eine Fernbeziehung ist?
Ganz ehrlich, ich wäre es nicht.
 
G

Gast

  • #12
Zeugt von einer immensen Entschlußkraft erst bei der Firma abzusagen und dann kurz darauf wieder zuzusagen. Manche kommen auf Ideen.

Du hast dich gegen diesen Job entschieden und auch gegen die Überwindung der räumlichen Distanz mit deinem Partner.
Ich denke dein Problem liegt eindeutig im Mangel an Risikobereitschaft und der Angst vor Neuen. Daran solltest du arbeiten, keine Entscheidung ist endgültig, du kannst jederzeit einen eingeschlagenen Weg revidieren, nur solltest du dich entscheiden irgendwann mal irgendeinen Weg zu gehen.

w46
 
G

Gast

  • #13
Ich sehe das etwas anders als einige Kommentatoren hier.

Meines Erachtens zeugt das von Entschlusskraft! Die FS hat einen Entschluss gefasst! Viele hätten wohl eher aus Angst vor einem wie auch immer gearteten Gesichtsverlust sich einfach in die Abläufe gefügt. Die FS hat sich Gedanken gemacht, war sich der Zweifel bewusst und hat dadurch Selbstbewußtsein gezeigt. Wie der Job geworden wäre, weiß man nicht. Kann auch total mies sein so eine Assistententätigkeit. Wenn der Partner seine Freundin liebt, wird er Verständnis für die Entscheidung zeigen.

Alles Gute!

m/45
 
G

Gast

  • #14
Ich sehe das etwas anders als einige Kommentatoren hier.

Meines Erachtens zeugt das von Entschlusskraft! Die FS hat einen Entschluss gefasst! Viele hätten wohl eher aus Angst vor einem wie auch immer gearteten Gesichtsverlust sich einfach in die Abläufe gefügt. Alles Gute!

m/45
Die FS hatte Angst den letzten Schritt zu gehen. Wäre sie mit ihrer Entscheidung zufrieden gewesen hätte sie hier nicht gepostet sondern würde zu ihrer Entscheidung stehen.

Angst ist prinzipiell ein schlechter Berater. Aus Angst entscheiden ist meist eine Verlegenheitslösung mehr nicht. Die FS will Sicherheiten, die kann ihr aber keiner geben, ergo muss sie irgendwann den Sprung wagen. Vielleicht schafft sie es ja beim nächsten Mal. Es ist nicht schlimm etwas nicht zu tun aber man sollte schon genau wissen warum man sich dagegen entschieden hat.

w46
 
G

Gast

  • #15
...
Und dann bekam ich kalte Füße. Vor dem Umzug und das Zurechtfinden in der neuen Stadt. Das erste Mal weg von zu Hause. Ich habe dann in einer Kurzschlusshandlung alles abgesagt und nun fühle ich mich wie ein Versager und mein Freund ist wahnsinnig enttäuscht.
...
Also ich persönlich kann es nicht nachvollziehen. In eine andere Stadt zu ziehen ist doch nicht das Ende der Welt. Die Menschen sehen überall gleich aus und die Geschäfte sind auch überall dieselben. Und wenn Du dann noch einen Lebenspartner mit etabliertem sozialem Umfeld vor Ort hast ist das praktisch ein Warmstart.

Aber es gibt solche und solche Menschen. Wenn Du zu unbeweglich bist, dann sprich mit Deinem Freund. Vielleicht zieht er zu Dir wenn es die einzige Möglichkeit ist zusammen zu leben.
 
G

Gast

  • #16
Die FS hatte Angst den letzten Schritt zu gehen. Wäre sie mit ihrer Entscheidung zufrieden gewesen hätte sie hier nicht gepostet sondern würde zu ihrer Entscheidung stehen.

Angst ist prinzipiell ein schlechter Berater. Aus Angst entscheiden ist meist eine Verlegenheitslösung mehr nicht. Die FS will Sicherheiten, die kann ihr aber keiner geben, ergo muss sie irgendwann den Sprung wagen. Vielleicht schafft sie es ja beim nächsten Mal. Es ist nicht schlimm etwas nicht zu tun aber man sollte schon genau wissen warum man sich dagegen entschieden hat.

w46

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass einiges dazu gehört, solche Entschlüsse zu fassen - das passiert schließlich nicht jeden Tag!

FS: Höre einfach auf deinen Bauch, was das Zusammenziehen betrifft.
Und ich hoffe auch, dass du noch einmal bei der Firma angerufen hast (mehr als absagen können sie dir nicht), du würdest es sonst später bereuen, keine Klarheit zu haben. Dann geht es los: hätte, könnte ...

Wäre ich dein Freund, würde ich mich in Geduld üben. Es ist leicht, aus einer Sicherheit heraus von
anderen derartige Entscheidungen zu erwarten.

Und ich weiß, von was ich rede - wahrscheinlich können das wenige hier von sich behaupten.
In der Theorie ist eben immer alles sehr einfach ..

Ich wünsch dir Mut - egal, zu welcher Entscheidung :)

w/43