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Gast

  • #1

Kann das ein Zeichen von Änderung des Verhaltens sein? Fremdgeher in einer neuen Beziehung.

Kann das ein Zeichen von Änderung des Verhaltens sein? Fremdgeher in einer neuen Beziehung.

Jetzt habe ich einen Mann kennen gelernt, der in seiner Ehe, mit einer Frau lange fremd gegangen ist. Er wollte sich für diese Frau auch von seiner Ehefrau trennen. Er hat den Absprung nicht schnell genug geschafft. Die Fremdbeziehung scheiterte.Daraufhin, machte er mit seiner Ehefrau eine Therapie und auch die scheiterte. Er konnte seine Ehe nicht fortführen. Er hat sich getrennt. Er bereut, so lange in der Ehe, die für ihn nicht gut war, geblieben zu sein. Er verurteilt sich selbst, seine Frau so verletzt zu haben. Möchte nie wieder dieses Doppelleben führen. Jetzt komme ich ins Spiel. Wir sind jetzt schon 9 Monate sehr verliebt. Ich traue ihm, aber wenn ich so einige Beiträge lese, wird mir angst und bange. Ich habe aber noch so gut wie keinen Mann über 45 Jahre kennen gelernt, der nicht irgendwann in seinem Leben den Partner verletzt bzw. betrogen hat. Kann man mit über 45 noch Partner finden, die frei sind von Schuld? Muss ich nicht auch verzeihen können? Darf ich trauen?
 
  • #2
Dein Denkansatz ist meines Erachtens falsch und schon von diesem Fremdgeher beeinflusst.

Selbstverständlich gehen bei weitem nicht alle Männer fremd und selbstverständlich gibt es auch jenseits der 40 jede Menge Männer, die noch nicht fremdgegangen sind. Nicht jeder Mann säuft, schlägt oder betrügt... darüber wird nur öfter geredet, weil es so schrecklich ist.

Wer Charakter und Anstand hat, der geht nicht fremd. Wem mangelnder Anstand es erlaubt, fremdzugehen, der wird unter passenden Umständen auch wieder fremdgehen -- mit neuen oder alten Ausreden, Argumenten, Selbstbetrügereien. Wer Treue und Anstand nicht in sich hat, wird nicht plötzlich dazu kommen und sich grundsätzlich wandeln. Wer Frau A betrügt, der betrügt auch Frau B irgendwann, und man sollte sich nicht einreden, dass der eigene Fall ach-so-besonders ist und das nicht vorkommen wird.

Reue und Einsicht sind zwar prinzipiell gute Ansätze, um mit Schuld und Verfehlung umzugehen, aber den Charakter bezüglich Fremdgehen ändern dieser Ansätze leider nur unzureichend.

Ich persönlich würde NIEMALS mit einem Partner zusammen sein wollen, der bereits fremdgegangen ist. Unter keinen Umständen. Du musst Deine Entscheidung alleine für Dich treffen, aber bitte nicht an der Sachlage schönredend vorbeischauen. Wenn Du einen Fremdgeher als Partner erwählst, dann kannst Du davon ausgehen, dass er irgendwann fremdgehen wird. Du bist gewarnt und musst damit dann auch zurechtkommen.
 
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Gast

  • #3
Wenn er so ein Leben einige Jahre geführt hat, spricht das für ein Problem das er hat und nicht löst. Aus dem Grund wäre ich zurückhaltend mit einer Beziehung zu ihm, egal wie viele Beteuerungen er von sich gibt. Diese Mitleidsschiene ist sowieso nicht gut. Er war nicht Opfer, er war Täter. In meinen Augen ist so jemand einer der sich Hintertüren offenhält.
 
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Gast

  • #4
Ich würde so einen auch nicht haben wollen. Denn er weiss, wie es geht - und macht es ggfs. nochmal. Diese Typen sind nur bis zu einem gewissen Grad treu. Irgendwann nicht mehr - es ist ja so einfach, fremdzugehen, wenn etwas nicht (mehr) gefällt. Da helfen auch keine Therapien und Schwüre. Und wenn die wollen, können die richtig lügen und du kommst nicht drauf.
 
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Gast

  • #5
Ich würde mich auch nicht darauf einlassen .Frederika hat recht . Da solltest Du Dir nix schönreden .

Manche Männer und auch Frauen haben keine Hemmschwelle was Fremdgehen anbelangt .

Also Hände weg.
 
G

Gast

  • #6
Liebe FS,

In diesem Fall muss ich Frederika ausdrücklich Recht geben.

Und zwar aus dem Grund, weil es mir auch schon passiert ist- sehr selten und aus bestimmten Gründen- aber die Gründe sind ja immer besonders und speziell. Andererseits kann ich für viele Jahre treu in einer Beziehung sein, auch unter sehr schwierigen Umständen, wenn ich das Gefühl habe, bei dem Mann angekommen zu sein.

Ich bin aber in der Lage, mir selbst ins Gesicht zu sehen und vor mir zuzugeben, dass es mir wieder passieren könnte. Ich bin beileibe nicht stolz darauf!

Bitte sei Du nun auch realistisch und mach Dir klar, dass es auch bei deinem Partner wieder geschehen könnte. Woher weißt Du, dass es nur eine Frau war und nicht mehrere Affairen?
 
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Gast

  • #7
Jeder Mensch macht Fehler. Dein Freund hat es sich nicht leicht gemacht in seiner ersten Ehe. Er hat dir von seinen Fehlern erzählt und er ist offen und ehrlich mit dir zu sein. Und er hat eingesehen, dass er sich falsch verhalten hat.

Warum solltest Du ihm jetzt nicht vertrauen?

Ich verstehe nicht, warum #1 hier so rigoros verurteilt. Menschen können aus schlechten Erfahrungen lernen und sich ändern.

Nicht jeder, der fremd geht, tut das vorsätzlich und mit der Absicht seinen Partner zu verletzen. Insofern muss man auch verstehen und verzeihen können. Wer das nicht kann, werfe den ersten Stein.
 
  • #8
@#6: Das hat mit Lernfähigkeit rein gar nichts zu tun. Man geht nicht fremd, weil man unwissend oder dumm ist oder nicht ahnen würde, dass man den anderen damit zutiefst verletzt oder einer Partnerschaft das Vertrauen entzieht. jeder, der fremdgeht, weiß, dass er nachher wieder dem Partner ins Auge schauen muss, wieder in einem Bett liegen wird, dass der andere noch glaubt, eine Partnerschaft mit Vertrauen und Exklusivität zu haben. Fremdgeher sind nicht dumm und müssen nichts lernen -- ihnen mangelt es einfach an Charakter und Anstand.

Charakter und Anstand entstehen bei Erwachsenen nicht einfach so aus dem Nichts und sind auch als Erwachsene kaum noch lernbar oder trainierbar. Angst vor Konsequenzen mag Verhalten beeinflussen, aber wirkliches Lernen im Sinne von charakterlichen Verbesserungen tritt bei Erwachsenen nicht mehr ein.

Frage an Dich zum letzten Absatz: Wie kann Fremdgehen nicht vorsätzlich sein?

Mir fällt da keine Situation ein, in der man "aus Versehen" fremdgeht! Sicherlich ist der Vorsatz selten die Verletzung des Partners oder das Entziehen des Vertrauens, aber beides wird billigend in Kauf genommen und faktisch durchgefüjrt. Primäres Ziel ist Befriedigung des Triebs und Durchführung des Fremdgehens -- aber dass man damit einer Beziehung unwiderbringlich die essentielle Vertrauensbasis entzieht und seinen Partner zutiefst verletzt, das sollte jedem Menschen klar sein. So dumm ist niemand.
 
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Gast

  • #9
Ob Du vertrauen kannst oder nicht, kannst nur Du entscheiden. Nur Du kennst Deinen Partner, das Forum nicht, darum würde ich meine Entscheidung nie von den Antworten fremder Menschen abhängig machen.

Er bereut seine Taten und gibt an, das nie mehr tun zu wollen. Wäre für mich eine gute Basis, es zu versuchen und wäre mir deutlich lieber als ein Partner, der auch in Beziehungen schon fremdgegangen ist, dies aber nicht zugibt und sich mit seinem Verhalten nicht auseinander gesetzt hat. Eine Garantie wirst Du nie bekommen, von daher, wenn es gut läuft mit Euch, probiere es.
 
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Gast

  • #10
Liebe FS:

Ich (w 49) würde ihn vorsichtig doch vertrauet, und genossen. Die Antwort bekommst Du nicht jetzt, sondern ich der Zukunft. Nach dem ihr auf Eure Beziehung gearbeitet habt. Jede sollte ja eine Chance im Leben bekommen, oder? im Rechtsystem geht es genau so. Warum nicht auch im zwischenmenschlichen System? Gib ihm eine Chance, wie wäre es umgekehrt wäre (statt er, Du). Bestimmt bräuchtest Du auch eine vertrauensvolle Unterstützung, oder? Ich bin selber super toll gegen Affäre. Aber hier geht es um einen Menschen und nicht um die Situation Affäre! Verzeihen ist auch ein guter Begriff!
 
  • #11
Ich glaube schon, dass es Unterschiede gibt, ob jemand mit über 30 JAhren eine Affäre unterhalten hat oder mit Anfang 20 mal einen Seitensprung unter Alkohol hatte.
Eine Affäre würde jemanden als Partner für mich klar ausschließen, aber jemand der mit Anfang 20 einen Seitensprung hatte und erlebt hat, was das für Auswirkungen hatte, für den Partner und für sich selber, da halte ich es schon für vorstellbar, dass so ein Erlebnis prägenden Einduck auf einen Menschen haben kann und sein moralsiches Empfinden so entwickelt werden kann.
Ich sehe nicht, was in solchen Situationen zu verzeihen wäre da einem ja nichts angetan wurde sondern einem Vorgänger. Und ganz ehrlich, mir ist egal was das Rechtssystem für Chancen gibt, ich würde auch einen Menschen als PArtner ausschließen der ein Verbrechen begangen hat wofür unser Rechtssystem Gefängnis vorsieht. Denn auch da geht es nicht um Delikte die einem einfach so passieren, sondern da entscheidet man sich das man moralsich keine Bedenken hat. Für mich ist das auch ganz klar, es gibt Grenzen, da kann man einfach nicht drüber und wenn das jemand für sich anders entscheidet, dann passt die grundsätzliche Lebenseinstellung einfach nicht zusammen. Betrug ist eben auch so eine Grenze
 
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