• #1

Kann der Rückzug der Freundin des Partners die Trennung unmöglich machen?

Gestern traf ich mich mit einem Studienfreund (wir sind beide 57 und Ingenieure) auf ein Bier. Irgendwann rückte er damit raus, dass sein Leben momentan aus den Fugen ist. Er fragte mich um meine Meinung, die ich ihm freundlich sagte. Ich würde nun gern noch ein paar weitere/andere Meinungen kennen, weil mich das Gespräch beschäftigt, wohl weil ich selbst so anders bin und immer dachte, wir wären uns ähnlich:

Ralf ist seit dreißig Jahren kinderlos verheiratet und hat seit drei Jahren eine zwei Jahre jüngere Freundin; seine Frau hat seit vier Jahren (also ein Jahr länger) einen Freund. Ralf sagte, er wäre anfangs eifersüchtig gewesen, aber Reisende sollte man nicht aufhalten, und seine Frau hätte sich sowieso schon jahrelang über vollständiges Ausbleiben körperlicher Zuwendung beschwert, sie wären sonst aber ein super Team.

Ralf sagte, die neuen Partner wären ungebunden gewesen, und sie hätten sich nur deshalb „eingelassen“, weil Ralf seiner Freundin (und seine Frau ihrem Freund) versicherte, Verharren in der Ehe wäre nicht gewünscht, eine Ehetherapie auch nicht, eine gütliche formale Einigung ohne Zweifel, es wäre formal nur komplizierter wegen gemeinsamen Eigentums und Ralfs kleinem Ingenieurbüro. Allerdings unternahmen sie in den nun drei bzw. vier Jahren nichts, ihre Dinge zu klären, worunter die neuen Partner leiden würden.

Die Freundin würde sich nun, weil nichts vorangeht und weil sie meint, dass Ralf und seine Frau auch emotional doch nicht frei und unabhängig voneinander sind, immer rarer machen. Die Freundin hätte gesagt, mit Freundschaft könnte sie gut leben, aber nach ihrem Gefühl wären Ralf und seine Frau noch so eng, dass sie sich wie ein Fremdkörper fühlen würde (dazu hat er auch Beispiele gesagt, aber das macht den Themenpost zu lang), und ein bisschen käme sie sich auch vor wie ein Werkzeug des Ehepaars. Ralf sagt deshalb, seine Freundin wäre hypersensibel und kompliziert.

Weiters sagte er, er hätte der Freundin (vergeblich) klarzumachen versucht, dass sie allein die Verantwortung für die Stagnation trägt. Seine Frau würde ihm ansehen, dass es ihm nicht gut geht, weil er oft allein ist, und dann würde sie sich aus lauter Verantwortungsgefühl weniger mit ihrem Freund treffen, der darüber dann wieder traurig wäre. Seine Frau hätte schon gesagt, dass sie mit ihrem neuen Partner nur dann glücklich sein und Ralf erst verlassen kann, wenn Ralf mit seiner Freundin glücklich ist. Alle drei (Ralf, seine Frau und deren Freund) sind sich einig, dass die Freundin durch ihren Rückzug induziert, dass die Ehefrau nun zwischen zwei Männern steht (so nennt es Ralf) und dass auch er nicht loslassen kann.

Soweit das Wesentliche, wie es mir von gestern erinnerlich ist.

Nach dreißig Jahren Ehe besteht gewiss viel Verbundenheit, aber wie kann man die Freundin dafür verantwortlich machen? Ich finde ihren Rückzug verständlich. Aber das mögen andere anders sehen. Also, was meint ihr?
 
  • #2
Dein Part an der Geschichte sollte sein, deinem Freund souverän zu erklären, dass eine richtige Beziehung nur dann anfängt, wenn man vorher Platz für Neues gemacht hat. Dann gibt's kein Stress mehr, keine Steine im Weg, der schnellste Weg zu seinem Ziel und Glück. Klare Ansage, klare Stellungnahme. Und dann auch irgendwann mal distanzieren.

Warum ist die Frau denn für die Stagnation verantwortlich? Sie setzt doch eine neue Dynamik in die Runde und jetzt wird Tacheles gemacht. Evtl. bricht das ganze Konstrukt aus allen Beteiligten auseinander, und dann gibt es die Auflösung. Ich empfehle das Buch: "Die Rolle der Geliebten in einer Dreiecksbeziehung." Ein gutes Buch, das zugunsten der Geliebte geschrieben ist und die Rollen von Ehemann und Ehefrau anschaulich erklärt. Die Freundin muss aus der Geschichte aussteigen.

Ralf sagt deshalb, seine Freundin wäre hypersensibel und kompliziert.
Was denkt der denn? Eine neue Frau wäre jetzt das große Glück? Der weiß doch gar nicht, dass man für eine neue Partnerin wieder alles von der Pike auf neu aufbauen muss und das macht man nur, wenn man Herzblut für die Sache hat! Beziehung ist tägliche Investition aus Eigeninteresse.

Die neue Frau ist EBEN NICHT hypersensibel und kompliziert. Halte dich bloß fern von solchen gefrusteten Männern! Das färbt nämlich ab!
Die Freundin ist verständlicherweise sauer. Er wird nie emotional offen sein und missbraucht sie und ihre Zeit für seinen Spaß. Er hatte seine Chance mit der Freundin und etwas schönes aufzubauen. Was wollte er denn jetzt? Mal mit einer neuen ins Bett springen, alles vergessen und keinen Stress mehr. Nach 30 Jahren durchschaubar für mich. Mehr muss es manchmal nicht sein. Er soll die Freundin ziehen lassen und irgendwie sein Dasein in seiner kaputten Ehe betäuben.

Wenn ich dir den Rat geben würde: Degradiere den emotional armen Mann zum Kumpel und distanziere dich sehr stark, denn er ist passiv und macht andere für sein Unglück verantwortlich. Ihm passt es nicht, dass alle anderen Menschen um ihn rum nicht wie Marionetten funktionieren. Er raubt das Glück von anderen, um sich selber zu bereichern. Ralfchen macht sein Schicksal von 3 Personen abhängig, er liebt auch nicht richtig, denn ein Mann der liebt, der versetzt Berge für eine neue Frau. Er hat also keine Werte als Mann, er ist ein Parasit, der sich die Vorzüge von anderen herauspickt zu seinem eigenen Wohlsein und andere sind Schuld, wenn sie nicht mitmachen. Wie oft hat er dich wohl schon um deine Vorzüge bestohlen, dir deine Zeit und die Nerven geraubt oder dir konfuse Geschichten erzählt und verdrehte Werte ins eigene Gehirn gepflanzt?

Ich habe mir abgewöhnt, mich mit schwachen Menschen zu umgeben, die sich selbst als hilflose Opfer sehen, denn wie du siehst, solche Leute ziehen dich mit rein und schaffen es, aus dir eine genauso hilflose Person zu machen.
 
  • #3
Liebe(r) Gast_mn, ich danke dir für dein Feedback. Ich denke in der Tat wie du, und ich habe Ralf freundlich (aber bestimmt) gesagt, was ich denke, nämlich dass er und seine Frau es anscheinend trefflich verstehen, ihre eigene Verantwortung auf andere abzuschieben. Für mein Empfinden ist es eine Gemengelage, und je mehr ich vernahm, desto besser konnte ich Ralfs Freundin verstehen, und wäre ich sie, ich hätte die Beine noch viel zackiger in die Hand genommen. (Ralf ist übrigens "nur" ein Studienfreund, wir haben uns in der Studienzeit gut verstanden, verloren uns dann aus den Augen, sind uns neulich in unserer Heimatstadt über den Weg gelaufen und haben uns dann verabredet.)

Wegen Zeichenbegrenzung konnte ich neulich nicht mehr schreiben, hier noch etwas mehr „Butter bei die Fische“:

Ralf sagte, dass seine Freundin sich z.B. an folgenden Sachen stört: Ralf wohnt weiterhin im Bungalow mit seiner Frau (bzw. vor zwei Jahren zog er in den Garagenanbau, da war er schon ein Jahr mit seiner Freundin zusammen) und weiß „alles“ von ihr, z.B. wann sie wohin geht, wann sie wiederkommen wird, was sie wann mit ihrem Freund unternimmt, welche körperlichen Vorzüge ihr Freund hat und was sie an ihrem Freund charakterlich weniger mag als an Ralf, sie meldet sich auch aus dem Urlaub, manchmal „heimlich“ (was die Freundin nicht weiß – Ralf sagt, das hätte nichts zu bedeuten und würde sie nur auf „falsche“ Gedanken bringen, er und seine Frau wären "wirklich total entfremdet", seine Worte). Hinzu kommt, dass Ralf seine Frau in seinem schlecht laufenden, klitzekleinen Ingenieurbüro während(!) der „Trennungszeit“ als zweite Bürokraft angestellt hat, zu einem (wie er sagt) sehr hohen Gehalt. Die andere Kraft bekommt seitdem(!) viel weniger, sagt er wie selbstverständlich, und er selbst würde von der Hand in den Mund leben, auch weil er die Kosten für Bungalow, Autos etc. weiterhin komplett allein trägt.

Ralf sagte, er verbringt tagsüber auch die Pausen mit seiner Frau und sie essen mittags gemeinsam (sie kocht oder er lädt sie ins Restaurant ein, am Abend lädt der Freund sie ein). Er sagt, er und seine Frau hätten beide niemals gewollt, dass sie sich anderswo bewirbt (sie war entlassen worden). Sie kann bei ihm frei kommen und gehen, hat Urlaub, wann und so viel sie will (auch kurzfristig) und muss wegen „vegetativer Bauchschmerzen“ oder der Entfernung (gutartiger) Muttermale immer mal wieder zu Hause bleiben. Ralf jammert, dass er mit der Arbeit nicht nachkommt, aber seine Frau täte ihm ja so leid, denn sie hätte auch noch niedrigen Blutdruck und würde sich im Büro oft hinlegen, aber sie wäre sehr fleißig und er könnte nicht auf sie verzichten. (Das alles sagte er quasi in einem Atemzug.)

Hinweis der Moderation: Es ist nicht förderlich für den Diskussionsverlauf, wenn Sie auf jede Antwort ausführlich eingehen.
Bitte warten Sie die Antworten zu Ihrer Fragestellung ab. Vielen Dank.
 
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  • #4
Ich sehe überhaupt keine Verantwortung bei der Freundin ausser die, die sie selbst für sich übernimmt: ich will so nicht leben! Völlig richtig und konsequent.

Es ist eher so, dass Dein guter Freund gar keine Verantwortung für andere übernimmt.
In einer Partnerschaft hat man diese meiner Meinung nach aber!
Er belastet andere, damit es ihm gut geht.
Seine Freundin soll leben wie er es bestimmt und seine Ehefrau eigentlich auch. War doch perfekt für ihn: die jahrelange Vertrautheit behalten und die Lücken mit neuem Leben füllen.
Es steht ihm gar nicht der Sinn nach Veränderungen und auch nicht der Sinn, dass er dafür sorgt: geliebten Menschen soll es gut gehen.

Auch seine Frau könnte er entlasten bzw entlassen aus ihrem Versprechen.

Ich komme schon klar, auch solo, wenn Du deinen neuen Freund liebst dann beginn ein neues Leben.

Seine Freundin ist nicht verantwortlich für sein Leben aber er braucht einen anderen Schuldigen für seine Misere!

Es geht ihm letztendlich nur um seine Gefühle und ein Verständnis, dass er seine Freundin traurig gemacht hat, bleibt völlig aus.
 
  • #5
denn ein Mann der liebt, der versetzt Berge für eine neue Frau.
Ja, wirklich? Obwohl er die neue Frau noch nicht gut kennt? Liebe hin oder her, die Faktoren Zeit und Risikobereitschaft wiegen schwer. Allerdings macht es dabei einen großen Unterschied, ob er die neue Frau erst z.B. seit sechs Monaten kennt oder schon seit sechs Jahren. Im letzteren Fall sollte sich schon etwas bewegen und das Leben entweder in die eine oder in die andere Richtung gesteuert werden. Passiert nichts, dann tut die/der Geliebte immer gut daran, sich zurückzuziehen.
 
  • #6
Und nochmal FS - der Info-Rest:

Ralf beklagte, seine Freundin (selbstständige Hebamme, die sich auch um die kranke Mutter kümmert) wäre oft müde von der Arbeit und würde in letzter Zeit manchmal ungewohnt zickig reagieren und betonen, dass sie einen ganz anderen Beruf mit viel Verantwortung, deutlich weniger Freizeit, wegen teurer Versicherungen schlechtem Verdienst und sowieso keinerlei „Protektion“ hätte wie seine Frau. Und weil sie neben ihrer Hebammenausbildung auch eine kaufmännische Ausbildung hätte (super Zeugnisse, sagte Ralf) und er Zeit und Zukunft mit ihr möchte und sie wegen der schlechten Verdienstsituation gern in ein Büro wechseln würde, hätte sie ihm vorgeschlagen, doch sie einzustellen, sie würde ihn bei der Arbeit engagiert unterstützen. Ralf war ob ihres „Egoismus“ immer noch böse, als er mir davon erzählte, und sagte, seine Freundin wäre emotional seine Nummer eins, aber für seine Frau wäre er auch verantwortlich, auch wenn ihr Freund als leitender Angestellter super verdient.

Nun will Ralf raus aus dem Garagenanbau und zu seiner Freundin ziehen (er sagt, er will sich finanziell und handwerklich bei ihr beteiligen, eine eigene Wohnung könnte und wollte er sich nicht leisten, und wenn mit der Freundin auch vom Wohnen her alles klappt, würde er sich auch scheiden lassen). Als Voraussetzung für diesen nächsten Trennungsschritt (also dass er die Wohnnähe zu seiner Frau verlässt) soll die Freundin aber zuerst mehr Zeit für ihn schaffen. Und er sagte, es bliebe weiterhin ausgeschlossen, dass er und seine Frau tagsüber getrennte Wege gehen. Die Freundin könnte aber den Bürojob haben, wenn seine Frau „in einigen Jahren vielleicht nicht mehr arbeiten will“ (Ralfs Worte). Damit würde sich die Freundin nicht wohlfühlen, sagt Ralf. Er kann das nicht verstehen, obwohl er seinerseits anscheinend sehr eifersüchtig ist, wenn seine Freundin als Hebamme beruflichen Kontakt zu Männern (z.B. Ärzten) hat.

Ralf sagte, nun hätte die Freundin resigniert und noch weniger Zeit für ihn als bisher. Ralf ärgert, dass sie sich mehr um Mütter und Babies kümmert als um ihn, und er hätte ihr erneut gesagt, dass sie mit ihrem Rückzug nur induziert, dass er sich nicht scheiden lassen kann, denn „so“ hätte er ja gar keinen Grund, seine Frau wäre ein wunderbarer Mensch, nur eben als Frau nicht mehr interessant. Wenn er mit seiner Frau zusammen bliebe, dann wäre es eine reine Zweckgemeinschaft, und auch sie hätte ihm gesagt, dass sie nicht mehr „ehelich“ für ihn empfände, aber solange Ralfs Freundin so „kompliziert“ wäre und ihn nicht bei sich einziehen lassen will, könnte sie wiederum unmöglich aus dem gemeinsamen Haus und zu ihrem Freund ziehen. Ich empfahl, dass das Ehepaar sich erstmal richtig klar werden soll. Ralf sagte, er wäre klar und will nur seine Freundin, aber die würde es ihm und seiner Frau durch den Rückzug ja so schwer machen. Ich selbst kann diese Haltung nicht verstehen.
 
  • #7
Ja, wirklich? Obwohl er die neue Frau noch nicht gut kennt? Liebe hin oder her, die Faktoren Zeit und Risikobereitschaft wiegen schwer.
Wann ist der Zeitpunkt da,dass man sagen kann,ich kenne die andere Person gut?Ich kenne nicht mal mich auswendig,ich entdecke immer wieder neues an mir.Ralf ist seit drei Jahren zusammen mit der Freundin und wenn man nicht komplett blind und taub ist, spätestens nach sechs Monaten stellt man fest,wie ungefähr jemand drauf ist und wohn die Reise gehen sollte.An altem festzuhalten ,weil das neue unbekannt und unsicher ist,mag sicher und bequem zu sein.Aber keineswegs befriedigend,schon gar nicht für die andere Person, die davon ausgeht, dass du vorhast,mit ihr dein Leben zu verbringen.Wenn der andere nur getestet wird oder bequem dich in das bestehende System fügen soll,dann ist das Feigheit, Egoismus und Vortäuschen der Tatsachen,umgangsprachlich Lüge genannt.Die Beziehung wurde auf Lüge gebaut,aber die Freundin soll die Verantwortung tragen.
 
  • #8
Ich könnte jetzt eine ganz lange Stellungnahme schreiben, oder ganz kurz sagen, Du hast absolut recht.
Ich teile in allen Punkten das, was Du geschrieben hast.
Die Freundin als Sündenbock? Sie als hypersensibel bezeichnen?
Und was da sonst noch ist, alles geht gar nicht, unterstes Niveau.
Sie hat, schon sehr spät, die einzig richtige Konsequenz gezogen., dieser Mann ist kein Verlust.

Aber worum geht es Dir?

Kann es sein, dass da eine große Enttäuschung mitschwingt?
Ein Mensch, von dem Du fährst, dass er Dir sehr ähnlich ist, den Du geschätzt hast, den Du als Freund bezeichnet hast?

Und jetzt zeigen sich solche charakterliche Defizite - in allen Bereichen, es geht ja nicht nur um die Geschichte mit der Freundin?
Fragst Du Dich vielleicht, ob Du selbst diesem Menschen vertrauen kannst?
Ob er auch Dich benutzen würde und ggf. stehen lassen und dann als Schuldigen titulieren?

Manchmal passiert es im Leben, dass man sich so täuscht, vielleicht hat sich ein Mensch sich auch so entwickelt. Ihr hattet länger keinen Kontakt.

Man darf für sich selbst durchaus sagen - diesen Menschen mag ich heute, so wie er ist, nicht leiden.
Damals war es gut, heute nicht mehr.
Danke für schöne Erinnerungen, nur, es ist Vergangenheit.
 
  • #9
Diese ganze Geschichte hört sich ziemlich "krank" an und du, EngineMaster, bist auch schon in den Strudel der Geschehnisse reingezogen worden, dass deine Gedanken um diesen "Freund" kreisen, der irgendein egoistisches Problem hat und alle für sich arbeiten lässt. Auch dich, gedanklich.

Ich hoffe, seine Freundin schafft den Absprung und wird künftig nur noch als Ex gehandelt. Ich würde bei dieser Konstellation als Frau auch nicht mitmachen, wenn ich mehr darstellen möchte, als nur eine Affäre. Es ist ein sehr auf sich bezogenes Pärchen, dass nur auf Kosten von anderen zu existieren scheint. Der Freund der Frau ist vermutlich der einzige, der die Vorzüge der Affäre zu geniessen weiss. Klar, dass dein Freund angepisst ist, weil er es nicht genauso mit der Hebamme schafft.
 
  • #10
Erst einmal danke für die vielen und ausführlichen Infos, das hat man hier selten.

Ralf und seine Frau haben sich offenbar als Ehepaar im Guten getrennt und beide "dürfen" neue Partner haben, trotzdem fühlen sie sich einander weiterhin verbunden und füreinander verantwortlich.
Alles wäre so schön, wenn dies komplett stimmen würde und beide es auch nach außen hin lebten. Tun sie aber nicht.

Beide können einander nicht in dem Ausmaß loslassen, dass ihre nunmehr Freundschaft die neuen Liebesverhältnisse nicht empfindlich stören würde. Beide behandeln den Ex-Partner nach wie vor als die Nr. 1-Frau/Mann in ihrem Leben.
Wie der neue Freund der Frau damit umgeht, bleibt unklar, vielleicht schluckt er es so, vielleicht auch nicht.
Ralfs Frau ist jedenfalls deutlich eifersüchtig auf seine neue Freundin. Sie besetzt weiterhin den Platz der Nr. 1 in seinem Leben und gedenkt weder zu weichen, noch der anderen Frau einen Teil ihres Feldes zu überlassen.
Ralf selbst ist zu dumm und durchschaut das Spielchen seiner Frau nicht. Sie hat ihn hübsch in der Hand und manipuliert ihn, und er lässt sich klaglos manipulieren, steht nicht zu seiner neuen Freundin.

Ralfs Frau mag ihn nicht mehr als vollständigen Ehemann haben, sie stellt aber noch irgendwelche kruden Besitzansprüche an ihn. Ist leider häufig so bei Frauen, muss ich als Frau selbst zugeben. Sie ist nicht gewillt, ihn vollständig in die Arme einer anderen zu entlassen. Sie genießt die Privilegien, die sie weiterhin hat und denkt nicht daran, sie zugunsten einer anderen Frau aufzugeben.
Für mich ist sie hier die treibende Kraft. Ralf ermöglicht ihr dies aus irgendwelchen nostalgischen oder Verantwortungs-Gefühlen heraus, bezieht nicht klar Stellung für seine Freundin.

Die Freundin handelt richtig, sich zu distanzieren. Wahrscheinlich wird sie sich trennen, wenn Ralf nicht aus den Puschen kommt. Zu Recht. Eine Dreiecks-Beziehung geht selten gut.

Was kannst du tun? Meines Erachtens gar nichts, weil Ralf sein Verhalten nicht als problematisch ansieht und auch der Hinweis, dass er sein eigenes Lebensglück aufgibt, um die Marionette seiner Frau zu sein, wird ihn nicht zum Umdenken bringen. Dafür sorgt seine Frau schon, und der vertraut er offenbar mehr als jedem anderen Menschen.
 
  • #11
Die Freundin macht eine Trennung nicht unmöglich, sondern nur schwieriger im Alleingang. In den 3 Jahren davor passte es für ihn gut in der Konstellation: Freundin für angenehme Stunden, die Frau daheim als eingespieltes Team und für den Haushalt, ebenso seine Frau als tatkräftige Mitarbeiterin in seinen Ing.-Büro, als auch seine Frau, welche zufrieden ist mit ihrem Freund, der scheinbar seit 4 Jahren, auch keine Änderung der Situation forcieren will.
Eine tolle Situation, die lange Jahre noch so laufen könnte, wenn die Freundin weiter mitspielen würde. Nach 3 Jahren steigt nun die Freundin langsam aus der Situation aus und er kommt auf die Idee, einfach die Freundin gegen seine Frau einzutauschen, er will bei ihr einziehen und sie in seinem Büro beschäftigen. Anscheinend will die Freundin das so nicht, weder mit ihm in ihrer Wohnung mit ihm zusammen zu wohnen, noch mit der Ehefrau zusammen zu arbeiten. Er lebt aktuell am finanziellen Limit, von der Hand im Mund, da wird ein Auszug aus dem Bungalow schwer, aber nicht unmöglich. Seine Ehefrau müsste er gegen eine gute Nachfolgerin eintauschen, die nicht soviel kostet und ihm die Arbeit abnimmt. Aber nur so kommt er aus dem emotionalen Dilemma, noch irgendetwas über seine Frau tagaktuell zu wissen, und sich mehr von ihr zu distanzieren; und er setzt damit die Signale für seine Freundin. Wenn er aber seiner Frau kein Gehalt mehr zahlt, schneidet er sich ins eigene Fleisch, weil er partizipiert von ihren Essenseinladungen mittags und wohl auch daheim im gemeinsamen Bungalow, und ihr Freund, wird vermutlich, trotz seines gutes Gehaltes, ihr nicht helfend unter die Arme greifen. Bei einer Trennung müssen er und seine Frau schauen, wie sie allein klar kommen, wollen sie aber nicht; denn für das Ehepaar passt es. Seine Freundin hat nicht die Funktion ihn als Sicherheitsnetz aufzufangen, es sei denn sie will es selbst. Er muss lernen allein auf eigenen Beinen zu stehen ohne die Unterstützung und das Wohlwollen seiner Ehefrau. Er würde sich merklich verschlechtern bei einer Trennung von seiner Frau. Seine Frau ebenfalls, dass wollen beide nicht. Doch eine Trennung ist trotzdem möglich, wenn man bereit ist noch kleinere Brötchen zu backen seine Frau & er für sich. Seine Freundin verhindert nicht die Trennung, sondern er selbst, weil er wirtschaftlich (beruflich & finanziell) von seiner Frau mit abhängig ist. Beide suchen sich solvente Partner für einen warmen Wechsel (gleich ins gemachte Nest = Wohnung des Partners, ohne finanzielle Einbußen = der neue Partner finanziert mit, stockt auf), doch hier ziehen beide „neuen“ Partner nicht mit. Ist auch nicht deren Aufgabe.
 
  • #12
Ralf ist ein purer Egoist, der mit Gefühlen anderer Menschen gar nicht umgehen kann. Die Hebamme hat das nur noch nicht erkannt, und weil sie verliebt war, ist sie nicht gleich weggerannt, als sie sah, wie er ist. Vermutlich ist sie ein Stück jünger als er.

Ich seh das wie Du: Er schiebt allen anderen immer die Schuld zu. So einem Menschen ist fernzubleiben, sobald man etwas Lebenserfahrung gesammelt hat. Die naive Hebamme hat leider noch nicht den Durchblick gehabt, was hier läuft, sonst hätte sie ihre Gefühle geschützt.

Was würde ich Ralf raten... Gar nicht so einfach, da er ja der Mensch mit dem richtigen Weltbild und dem totalen Durchblick ist. Er denkt, seine Mitbringsel in eine Beziehung seien akzeptabel und in der Hebamme hatte er ja eine gewisse Zeit auch ein "hoffendes Opfer". Nun, wenn ich ihn als beratungsresistent wahrnehmen würde und nur nach Bestätigung seiner Ansichten suchend, würde ich ihm raten, alles nach seinem Gutdünken der Hebamme zu verklickern. Denn nicht SIE hat Dich um Rat gefragt, sondern er, und wenn er seine Karten offen auf den Tisch legt, rennt sie vielleicht umso schneller. Die Frau tut mir leid, der Mann auch irgendwie, aber wer nicht will, der muss halt so leben.
Nein, ich würde natürlich auch versuchen zu erklären, wie sie sowas wahrnehmen könnte. Aber der Mann klingt so von sich eingenommen und so überzeugt, dass ich keine Hoffnung sehe. Soll er doch die ganze Schuld auf seine Freundin schieben, die Hauptsache ist, dass SIE sieht, was los ist, und geht.

Ralf sagt deshalb, seine Freundin wäre hypersensibel und kompliziert.
Genau. So sagen es dann solche Leute und genauso wirst vielleicht Du auch betitelt, wenn Du Verständnis für die Frau zeigst. Am Ende sind eben ALLE Frauen irgendwie ein bisschen doof und hypersensibel, weil sie IHN, den "richtigen Menschen", nicht verstehen.
Es bringt wirklich nichts, solche Männer von Gefühlen überzeugen zu wollen. Die denken so noch, bis sie hundert sind. Sie wissen genau, wer was falsch macht, und sie selbst sind das auf keinen Fall. Weil der Mensch wie eine ihrer Maschinen funktioniert - logisch. Und sie selbst sind sowieso das Logischste, was hier auf zwei Beinen rumläuft. Man kann sich mit solchen Leuten nicht über Gefühle unterhalten, weil sie sich selbst für Wesen halten, die trotz ihrer Gefühle immer logisch handeln. Sie verleugnen ihre Ängste, ihre Unsicherheiten, ihre Niederträchtigkeiten und ihr Machtgehabe und bringen die Leute zur Verzweiflung, denen sie in den Gefühlen wehgetan haben wegen ihrer Ängste, Unsicherheiten, Niederträchtigkeiten und ihres Machtgehabes. Das ist alles nicht wahr, das haben sie nie so gesagt, das interpretiert der andere falsch, der andere müsse an seiner Toleranz arbeiten, denn SIE sind der Idealmensch, SIE machen es richtig. Der andere muss lernen. So sind sie mit sich immer schön im Reinen. Und wer sich abwendet, mit dem stimmt was nicht.
 
  • #13
Ich kann nur lachen - das ist ein Paar, dass aus allem Profit schlägt, entweder sind sie in gegenseitiger Abhängigkeit oder seine Frau ist die treibende Kraft. Mein Freund hat sich von seinem Freund sogar distanziert und gebrochen, als er sich von Frau und Kinder wegen einer anderen getrennt hat - aus moralischen Gründen...

Er mimt das Opfer, zieht dich auch mit rein, mir tun die Leute rum um ihn leid, bis auf seine Frau, die hat ihn an der langen Leine (hatte selbst so ein Thema), so meine Meinung...

Dein Freund soll zeigen, dass er die Freundin will - soll sich trennen, Rückgrat zeigen - no risk no fun. Seine Frau spielt mit ihm, schließlich hat sie schon länger den Freund, und er ist ein praktischer Arbeitgeber, und dass er seiner Freundin nicht sofort den Job gibt, spricht für sich - so meine Interpretation! Da kann man wirklich nur den Kopfschütteln, wie halten dass die Affärenleute jahrelang aus?! Was haben die für Sternzeichen?
 
  • #14
Moin,

ich kann diese Verbundenheit mit der Ex, die durch Vertrautheit und langjährige Gemeinsamkeit entsteht, durchaus nachvollziehen. Aber das gilt zB auch für Eltern und Freunde. Alle diese wichtigen Bezugspersonen haben beim Umgang mit der neuen Partnerin aber eindeutig nicht mitzureden, und man disqualifiziert sich, wenn man eine solche Mitsprache zulässt und zB durch Indiskretion auch noch fördert.

Man muss sich bewusst machen, dass alle diese Bezugspersonen Macht ausüben wollen, aus den unterschiedlichsten Motiven, die sich als "Fürsorge" oder ähnliches tarnen.

manchmal
 
  • #15
Hier FS:

Herzlichen Dank euch allen für eure Zeit und die freundlichen, einfühlsamen Antworten. Ich hatte noch niemals in einem Forum geschrieben und freue mich über die Ernsthaftigkeit der Kommentare.

Erst einmal danke für die vielen und ausführlichen Infos.

Ich hatte die „Geschichte“ bewusst so ausführlich geschildert, weil ich keinem der Beteiligten gegenüber "ungerecht" sein wollte, indem ich Dinge auslasse, die mir persönlich wichtig schienen – schön, dass das geschätzt wird. Dank eurer Kommentare ist mir noch etwas eingefallen, das ich zur Ergänzung gern schildern möchte:

War doch perfekt für ihn: die jahrelange Vertrautheit behalten und die Lücken mit neuem Leben füllen.

Ja, das ist es offenbar: die jahrelange Vertrautheit behalten, und zwar in jeder Weise: Ralf sagte nämlich noch, dass er und seine Frau bei dem Kind der langjährigen Angestellten in seinem Büro Paten sind, und die Angestellte wäre eine jüngere Cousine seiner Frau. Das kommt zur Gemengelage noch hinzu. Ralf könnte das Büro-Konstrukt auflösen und mit seiner offenbar sehr tüchtigen Freundin neu anfangen, will es aber ganz offensichtlich nicht bzw. ist zu ängstlich. Und das, obwohl er sagt, seine Frau und er hätten eigentlich nie richtig zusammengepasst (sie hätte ihn, den zurückhaltenden jungen Mann, vor über dreißig Jahren angesprochen und ein Jahr später auf Hochzeit gedrängt). Seine Freundin, sagt er, ist definitiv seine große Liebe (sie wäre warm, zuverlässig und positiv).

Und noch etwas: Ich fragte Ralf, ob er seiner Frau denn gesagt hätte, dass seine Freundin den Bürojob bei ihm liebend gern übernehmen würde (Ralf sagte, mehr als zwei Angestellte könnte er sich absolut nicht leisten). Da schaute er mich ganz entrüstet an und sagte, nein, natürlich nicht, damit bräuchte er seiner Frau gar nicht zu kommen, und er selbst könnte auf sie (Post öffnen, Ablage machen, Telefonieren, Computer mit Daten füttern) auch nicht verzichten.

Ralfs Frau ist jedenfalls deutlich eifersüchtig auf seine neue Freundin. Sie besetzt weiterhin den Platz der Nr. 1 in seinem Leben und gedenkt weder zu weichen, noch der anderen Frau einen Teil ihres Feldes zu überlassen.

Das kommt mir auch so vor. Gleichzeitig, und auch das ist (meiner Meinung nach) bezeichnend, möchte er, dass die Freundin sich mit seiner Frau befreundet, auch sie soll sehen, sagt er, was für ein „wunderbarer Mensch“ seine Frau doch ist. Die Freundin hätte aber gesagt, dass sie (für Ralf unverständlich) seine Frau unter den derzeitigen Umständen nicht kennenlernen möchte und dass sie nicht vorhätte, sich quasi einem gemeinsamen ehelichen Diktat oder Regime zu unterwerfen. Ralf findet das "zickig", ich wiederum verstehe die Freundin.
 
  • #16
Diese Geschichte wühlt mich sehr auf. Es ist eigentlich auch zum Teil meine Geschichte. Mein Mann und ich haben uns vor sechs Jahren nach einer langen Ehe getrennt. Er hatte eine Freundin, die auch der Grund unserer Trennung war und sie forderte von ihm einen Cut von seinem alten Leben. Er hatte auch aus Liebe zu ihr alles durchgezogen und ist gegangen. Es gab jeden Monate 4 Tage, wo er einen Kontakt erlaubt hat. Er besuchte uns und verbrachte Zeit mit den Kindern und ich konnte in dieser Zeit ein wenig durchschnaufen. Ansonsten ist er nicht einmal ans Telefon gegangen, wenn die Kinder ihn angerufen haben. Einzige, was er nicht machen wollte, war die Scheidung. Nicht aus Verbundenheit zu uns, sondern aus finanziellen und wirtschaftlichen Gründen. Wir hatten viel zusammen aufgebaut und es war ihm doch Wert und er wollte es nicht aufgeben. Nicht sich scheiden zu lassen, war wirklich eine rationale Entscheidung, um das Erworbene nicht zu verlieren und er konnte auch seine Kinder nicht auf die Straße setzen.
Deren Beziehung ist auch nach vier Jahren gescheitert. Komischerweise erst nach dem sie zusammengezogen waren und den Alltag miteinander hatten. Ihr Zusammenleben hat das zweite Jahr nicht überlebt. Ihre Geschichte begann mit einer Affäre, wo sie so verliebt ineinander waren und endete auch genauso. Sie fand einen anderen und hat sich getrennt.
Mittlerweile denke ich, dass eine Beziehung endet, weil die Menschen nicht miteinander klar kommen und nicht zueinander passen. Schließlich waren und sind die Bedingungen vom Anfang an klar und eine Scheidung ändert auch die emotionale Verbundenheit zur Vergangenheit auch nicht. Manche Menschen können es aber nicht verstehen.
 
  • #17
Nochmal FS:

Wenn der andere nur getestet wird oder bequem dich in das bestehende System fügen soll,dann ist das Feigheit,

Ja. Ralf hat wohl schon „ernsthafte“ Absichten, ist aber zu schwach für Rückgrat und damit tatsächlich feig. Ralf erzählte ja, seine Freundin hätte auch eine kaufmännische Ausbildung, super Zeugnisse und Referenzen, aber sie soll sich halt (ein)fügen, denn Ralfs Frau hält das Büro (mit Ralfs wohlwollender Unterstützung) besetzt, so lange SIE will.

Ralf sagte, er hätte seine Freundin längst auch seinen Eltern vorgestellt (sie hätten von den Eheproblemen gewusst), und sie hätten die Freundin ins Herz geschlossen. Die Freundin wiederum hätte Ralf ihrer Mutter vorgestellt, die ihn auch mag. Ralf sagt, er hätte auch der Mutter der Freundin erzählt, dass er und seine Frau seit langem getrennte Wege gehen, sich scheiden lassen wollen und dass er sein weiteres Leben mit seiner Freundin verbringen will. Ralf sagt, es ist doch alles prima. Aber je länger ich über das Gespräch und euer Feedback nachdenke, desto deutlicher wird für mich, dass er irgendwie Angst vor seiner Frau hat, dass er sie schützt und dass seine Freundin für ihn „ins Feuer springen“ soll. Übrigens sagte er auch, dass seine Eltern nicht verstehen, warum er seiner Frau immer noch so „beihält“.

Wie der neue Freund der Frau damit umgeht, bleibt unklar, vielleicht schluckt er es so, vielleicht auch nicht.

Ich weiß nur, dass der Freund „traurig“ ist, wenn seine Freundin (also Ralfs Frau) weniger Zeit für ihn hat (und als Grund dafür den Rückzug von Ralfs Freundin zumindest heranzieht), und dass auch er Ralfs Freundin für die einzig blockierende Größe hält. Nach meinem Eindruck gibt aber Ralfs Frau den Takt vor, beansprucht Deutungshoheit und beeinflusst/manipuliert damit "ihre beiden Männer", die ihr anscheinend blind und taub zu Füßen liegen.

Man darf für sich selbst durchaus sagen - diesen Menschen mag ich heute, so wie er ist, nicht leiden.

Danke auch für Deine Um- und Weitsicht, liebe Lionne69. Ja, ich mochte Ralf früher und habe ihn als zuverlässigen Freund und Kameraden kennen gelernt, nur so, wie ich ihn jetzt erlebt habe, ist er mir nicht mehr sympathisch. Ich bin innerlich auf der Seite seiner Freundin, zumal er erzählte, dass sie lange gezögert hätte, aus „platonischer Sympathie“ eine Liebesbeziehung werden zu lassen. Sie hätte zu Ralf immer gesagt, sie wäre kein Eindringling und ob Ralf und seine Frau nicht mit Hilfe einer Eheberatung erst richtig klar miteinander werden wollten. Da hat sie von Anfang an wohl ein feines Sensorium gehabt, aber Ralf hat es anscheinend verstanden, ihr dennoch weiszumachen, dass Klarheit längst bestünde (hat er bei unserem Treffen ja auch mir gegenüber noch behauptet). Auch ich bin nun wieder um eine mitmenschliche Erfahrung reicher.
 
  • #18
Dein Freund ist meiner Meinung nach maßlos egoistisch.
Die Freundin will sich nun nach drei Jahren noch immer nicht gefügig zeigen und sich nicht nahtlos und bescheiden in sein Komfort-Konstrukt einreihen.
Das nennt er dann kompliziert, hypersensibel und unangemessen.
Hier erwartet einer, dass sich alles um seine Befindlichkeiten dreht und sich so einreiht, dass er es bequem hat.
Seine Befindlichkeiten spielen die zentrale Rolle.
Hat er sich einmal Gedanken gemacht, wie es der Freundin geht? Dass sie sich als Lückenfüllerin fühlt, die offenbar keinerlei eigenen Ansprüche haben darf?
Wahrscheinlich hat sie diese Rolle lange stillschweigend ausgefüllt und reagiert nun distanziert.
Unglaublich, wie lieblose Menschen den Rückzug des enttäuschten Partners als dessen Defizit (sensibel, intolerant etc) bewerten.
Ein Mann mit so wenig Ar...h in der Hose sollte seine Wertemaßstäbe mal bei sich ansetzen.
Dann findet er einen, der komisch, lieblos, feige und hypersensibel ist und zudem keinerlei Verantwortung tragen möchte.
Was hat denn er eigentlich seiner Freundin zu bieten?
Ein trübes Leben in einem schlecht laufenden Büro mit Exfrau an der Seite und Unterkunft in der umgebauten Garage.
Vielleicht sollte er sich darauf besinnen, dass er derzeit schlicht zweite bis dritte Wahl ist auf dem Partnermarkt.
Und dann schauen, dass seine Bedürfnisse nicht der Nabel der Welt sind.
 
  • #19
Und nochmal FS:

Was ich noch sagen wollte: Ich bin kein Mensch, der dafür plädiert, bei einer Trennung das Kind mit dem Bade auszuschütten, das möge man bitte nicht so verstehen, und das habe ich Ralf auch so gesagt. Alte Verbundenheit hat Gewicht, auch wenn wie bei Ralf keine Kinder da sind, man hat viel zusammen erlebt, und das ist gut so. (Wenn Kinder da wären, wäre es natürlich nochmal eine andere „Kiste“, die Kinderseele darf nicht leiden.)

Dass der Kontakt abgebrochen wird, erwartet Ralfs Freundin anscheinend aber gar nicht, denn nach Ralfs Worten hat sie gesagt, dass sie gut damit leben kann, wenn Ralf und seine Frau weiterhin Kontakt haben. Ralf sagte, die Freundin wäre seit zehn Jahren selbst kinderlos und friedlich geschieden und möchte angesichts der Tatsache, dass Ralfs Frau schon ein Jahr lang einen Freund hatte, als sie, die Freundin, die Beziehung zu Ralf einging, nur, dass allmählich Klarheit geschaffen wird, wie es von Anfang an versprochen war, und dass die Prioritäten klarer gesetzt werden.

Ralf erzählte nämlich noch eine Begebenheit, die mich aufhorchen ließ:

Vor einem Jahr oder so hätte er seiner Freundin von sich aus angeboten, sie am Nachmittag zu einem Einsatz zu fahren, und die Freundin hätte sich darüber gefreut. Am Abend davor hätte Ralf seine Freundin dann aber angerufen und gesagt, er hätte soeben erfahren, dass seine Frau an dem Nachmittag einen Friseurtermin hätte. Sie bekäme dort schlecht einen Parkplatz und deshalb sollte Ralf sie fahren (warum der Freund nicht konnte oder wollte, weiß ich nicht). Ralf hätte daraufhin an das Verständnis seiner Freundin appelliert, dass er seine Frau doch hinfahren und abholen muss, sie würde immer so nervös, wenn sie keinen Parkplatz fände, aber die Freundin wäre verstimmt gewesen und hätte gesagt, in einem Notfall hätte sie Verständnis, aber hier läge keiner vor (was ich einmal mehr verstehen kann, nur Ralf nicht).

Ich fragte Ralf auch, wie es zu dem Gedanken der Freundin kam, die Bürostelle der Ehefrau in Ralfs Ingenieurbüro zu übernehmen, denn von seinen Schilderungen hatte ich nicht den Eindruck, dass die Freundin ein Ellenbogenmensch ist. Ralf rückte dann damit heraus, er hätte sich bei seiner Freundin immer beschwert, dass sie als selbstständige Hebamme so viel arbeiten muss, während seine Frau viel Freizeit hat, in der sie meistens bei ihrem Freund ist, und er, Ralf, säße dann ja alleine zu Hause. Die Freundin hätte daraufhin gemeint, die viele Freizeit hätte seine Frau doch nur, weil er so ein großzügiger Chef wäre, und sie fände es nicht gut, dass er ihr, seiner Freundin, quasi die Folgen seines eigenen Verhaltens zum Vorwurf machen würde. Erst nach immer mehr Vorwürfen seinerseits wegen ihrer knappen Freizeit hätte sie ihm vorgeschlagen, doch sie einzustellen, dann wären sie viel zusammen. Dieser Vorschlag hat Ralf dann sehr verärgert, und er meinte zu mir, „so egoistisch“ würde er sie sonst gar nicht kennen.

So, jetzt wisst ihr „alles“ ;-).
 
  • #20
Hier FS:

Herzlichen Dank euch allen für eure Zeit und die freundlichen, einfühlsamen Antworten. Ich hatte noch niemals in einem Forum geschrieben und freue mich über die Ernsthaftigkeit derDas kommt mir auch so vor. Gleichzeitig, und auch das ist (meiner Meinung nach) bezeichnend, möchte er, dass die Freundin sich mit seiner Frau befreundet, auch sie soll sehen, sagt er, was für ein „wunderbarer Mensch“ seine Frau doch ist. Die Freundin hätte aber gesagt, dass sie (für Ralf unverständlich) seine Frau unter den derzeitigen Umständen nicht kennenlernen möchte und dass sie nicht vorhätte, sich quasi einem gemeinsamen ehelichen Diktat oder Regime zu unterwerfen. Ralf findet das "zickig", ich wiederum verstehe die Freundin.
Ich finde die Anforderungen der Freundin verständlich aber zu aggressiv und nicht durchführbar. Sie verlangt quasi, die Entlassung der Frau und die Scheidung sowie Gütertrennung und danach soll sie den Job der Ehefrau übernehmen. Sie möchte Geld und finanzielle Absicherung von Ralf.
Ich kann nur sagen: gug (gelesen und gelacht).
Die Freundin hat anscheinend von Arbeitsrecht keine Ahnung und von Marktwirtschaft und Ehe auch nicht. "Ralf" und seine Frau haben "zusammen" etwas aufgebaut und es läuft ja sowieso nicht gut. Sollte die Frau entlassen werden, wird sie auch viel know how mitnehmen. Bis die "Hebamme" im Alltag des Ingenieurbüros zu Recht gefunden hat, werden viele Fehler passieren und dann gibt es viele wütende Kunden, die abspringen. Das ist doch klar. Außerdem, er kann seine Frau nicht einfach so entlassen und muss ihr eine ordentlich Abfindung geben.
Er wird sehr viel an Kapital verlieren und die Freundin ist sowieso nicht erfolgreich in ihrem Beruf. Warum soll sie als Bürokraft plötzlich mehr Erfolg haben? Das ist doch unlogisch. Wäre sie so toll im Büro, würde sie keine Hebamme werden.
Sie hat sich mehr erhofft und ihre Rechnungen sind nicht aufgegangen. Garantiert hat sie auch mittlerweile einen anderen dummen gefunden. Es ging bei der Freundin ums Geld. Sonst wäre sie geblieben. Ralfs Frau hat einen Freund und Ralf und seine Frau leben auch nicht zusammen. Es muss dann ums Geld gehen. Warum kann Ralf nicht zu seiner Freundin ziehen oder mit ihr eine gemeinsame Wohnung mieten? Siehst Du? Wenn man die Emotionen wegpustet, kann man besser sehen!
 
  • #21
Hier FS:

Ich finde die Anforderungen der Freundin verständlich aber zu aggressiv und nicht durchführbar. Sie verlangt quasi, die Entlassung der Frau und die Scheidung sowie Gütertrennung und danach soll sie den Job der Ehefrau übernehmen. Sie möchte Geld und finanzielle Absicherung von Ralf.

Ich danke auch dir für deine einfühlsamen Gedanken und denke deiner Empfehlung entsprechend gerade faktenbezogen und „emotionslos“ darüber nach:

Nach dem, was Ralf schilderte, hat die Freundin faktisch weder Scheidung noch Geld verlangt, sie hat (wie auch der Freund von Ralfs Frau) anscheinend „nur“ ein Problem damit, dass auch nach Jahren nicht umgesetzt wird, was den neuen Partnern vor Aufnahme der Liebesbeziehungen gesagt wurde und was für die „Neuen“ conditio sine qua non war (nämlich dass Trennung/Scheidung per se beschlossene Sache wäre).

Die Freundin hat anscheinend von Arbeitsrecht keine Ahnung und von Marktwirtschaft und Ehe auch nicht. "Ralf" und seine Frau haben "zusammen" etwas aufgebaut und es läuft ja sowieso nicht gut.

Ralf hat seine Frau erst eingestellt, als er in den Garagenanbau zog. Er sagte, er hätte sie für seinen Auszug entschädigen und ihr beweisen wollen, dass er nun wenigstens tagsüber mit ihr zusammen sein will und dass sie dort maximale Freiheit (und Freizeit) haben soll (fand ich schräg, aber wie gesagt, das mögen andere anders sehen).

Er wird sehr viel an Kapital verlieren und die Freundin ist sowieso nicht erfolgreich in ihrem Beruf. Warum soll sie als Bürokraft plötzlich mehr Erfolg haben? Das ist doch unlogisch. Wäre sie so toll im Büro, würde sie keine Hebamme werden.

Ralf sagte, dass seine Freundin ihren Beruf liebt und dass die Versicherungskosten allen selbstständigen Hebammen zu schaffen machen (das ist wohl auch so). Nach meinem Eindruck wollte sie Ralfs Frau nicht rauskicken, sondern hat nur reagiert, weil sich Ralf immerzu über ihre wenige Freizeit beschwert hat.

Sie hat sich mehr erhofft und ihre Rechnungen sind nicht aufgegangen. Garantiert hat sie auch mittlerweile einen anderen dummen gefunden. Es ging bei der Freundin ums Geld. Sonst wäre sie geblieben.

Hm. Also ich glaube eben nicht, dass sie „gerechnet“ hat, sie hätte sonst ja schon viel früher eins und eins zusammenzählen können ;-). Und dass es ihr ums Geld ging, glaube ich anhand der Fakten auch nicht. Denn immerhin hat sie offenbar lange akzeptiert, dass Ralf kein Geld hat, weil er seine Frau weit über Tarif bezahlt und alle bisherigen Ehekosten und die Kosten für das private Auto seiner Frau weiterhin trägt. Auch der Freund ist extrem großzügig – ich hatte das Gefühl, da ist auch Konkurrenz im Spiel.

Vorstehendes nur zur Ergänzung. Ich danke euch allen sehr, dass ihr euch so viel Zeit genommen habt.
 
  • #22
Liebe FS, dann wollen wir zusammenfassen: Sie wollte weder Scheidung, noch einen Job. Sie wollte auch die Frau von ihm nicht rauskicken und ein Problem mit der Vergangenheit hat sie auch nicht. Sie hat sich nur bei allem nicht wohl gefühlt, da viele Faktoren nicht passten und Ralfs Frau sehr präsent war, das Ziel "gemeinsame Zukunft" noch sehr weit weg war und deshalb hat sie sich getrennt. Das ist verständlich und nachvollziehbar. Allerdings verstehe ich die Perspektive von Ralf auch. Er ist 57 Jahre alt. die letzte 30 Jahren hat er mit seiner Ehefrau verbracht. in fünf Jahren sieht alles vielleicht anders aus. Die Frau kann in die Rente gehen und der Ralf auch. Hat er eigentlich eine Altersvorsorge?
Es ist auch m. E. nicht nur die Verbundenheit zur Vergangenheit sondern eher die Macht der Gewohnheit. Es ist auch sein Haus, sein Leben, was er aufgeben muss und es ist nicht einfach. Ich denke, dass er nach deiner Schilderung ein guter und empathischer Mensch ist und wenn ich die Wahl hätte, würde ich so jemanden nicht wegschicken und würde die Frau kennenlernen. Er ist zu seinen Leuten großzügig und trotz allem menschlich geblieben. Bei solchen Geschichten hilft nur die Zeit und langsame Veränderungen. Vielleicht überlegt sich die Freundin alles nochmals und sieht auch mal seine gute Seiten.
 
  • #23
FS:

Er ist 57 Jahre alt. die letzte 30 Jahren hat er mit seiner Ehefrau verbracht.

Es ist auch sein Haus, sein Leben, was er aufgeben muss und es ist nicht einfach.

Ich schätze auch deinen Beitrag sehr, und ich stimme dir zu, Vertrautes aufzugeben ist nicht leicht. Aber Ralf „muss“ das doch gar nicht und seine Frau auch nicht. Und ebenso wenig „mussten“ sie innerhalb der Ehe neue Partnerbeziehungen eingehen. Sie hätten sich stattdessen aktiv um ihre Ehe kümmern können (sie wären entfremdet, doch auch tief vertraut und verbunden, sagte Ralf) und hätten im Falle eines Scheiterns der Bemühungen lernen können, sich nach und nach (auch ohne Kontaktabbruch) in die Eigenverantwortung zu entlassen und „frei“ zu werden. Stattdessen haben sie sich mit wechselseitiger Absolution zeitversetzt (die Ehefrau deutlich schneller) nach außen orientiert. So waren sie gleichermaßen voneinander „abgelenkt“, haben einander einvernehmlich das Sicherheitsnetz erhalten, und keiner konnte dem anderen einen Vorwurf machen (Ralf sagte wörtlich, da er nun eine Freundin hätte, wäre er „auch nicht mehr besser“ als seine Frau, diese Äußerung machte mich irgendwie stutzig). Und: Ralf sagte, dass seine Frau ihn, wenn er allein bliebe, niemals allein lassen würde. Eher würde sie „todunglücklich ihren Freund aufgeben und ebenso todunglücklich bei ihrem Mann bleiben“. Die Verantwortung dafür soll Ralfs Freundin tragen, das finde ich bei allem freundschaftlichen Verstehenwollen nicht okay, zumal doch Ralfs Frau als erste eine neue Beziehung einging und damit neue Bedingungen schuf.

Bei solchen Geschichten hilft nur die Zeit und langsame Veränderungen.

Gewiss, auch das Gras wächst ja nicht schneller, wenn man daran zieht. Nur dass wirklich Veränderung gewünscht ist, bezweifele ich. Denn Ralf ließ durchblicken (das vergaß ich zu erwähnen), dass er und seine Frau Freizeit künftig zu viert verbringen, zu viert in den Urlaub fahren und später mit den neuen Partnern zusammen eine Senioren-WG bilden möchten.

Ich finde: Wenn ein Paar beschließt, die Ehe zu „öffnen“ und die neuen Partner sind über die Situation aufgeklärt und einverstanden, ist es ein faires Arrangement, wenn auch nicht jedermanns Sache. Aber sich neuen Partnern zuzuneigen und sich ihnen als „innerlich frei“ darzustellen (das haben Ralf und seine Frau offenbar getan) und die „Neuen“ nach und nach erkennen zu lassen, dass diese Freiheit doch nicht besteht, ist nicht fair.

Das ist meine ureigene Meinung, die ich in meinem eigenen Leben und in meiner Ehe zum Glück einvernehmlich praktizieren kann, und ich sagte Ralf diese meine Meinung (weil er mich fragte) ebenso freundlich wie dezidiert, aber ich sagte eben auch, dass andere das anders sehen mögen, jeder Mensch hat ja sein eigenes „Referenzsystem“.
 
  • #24
. Denn Ralf ließ durchblicken (das vergaß ich zu erwähnen), dass er und seine Frau Freizeit künftig zu viert verbringen, zu viert in den Urlaub fahren und später mit den neuen Partnern zusammen eine Senioren-WG bilden möchten...

Nun, auch da hast Du recht.
Solche Wünsche, Vorstellungen kann man haben, dann aber bitte mit offenen Karten spielen, und zwar zu allen Seiten.
Und auch nicht gekränkt sein, wenn andere a Menschen dieser Lebensform nicht als persönlichen Benefits sehen.
Ich sehe hier 2 Egoisten, die hier alle Register ziehen, Lügen, alles verdrehen, um ihren Benefit ggf. auf Kosten anderer zu maximieren.
Was hätte die Ex- Freundin davon?

Wenn man dies möchte, muss man sich die passenden Partner suchen - dürfte aber nicht so ganz einfach sein.

Wahrscheinlich kommt jetzt als nächste Vorstellung, dass man dann untereinander noch Partner wechselt, oder mal für besondere Momente die Zweisamkeit zum flotten 3er / 4er erweitert?

Es ist hier das Extrembeispiel, warum man gerade als Frau Abstand nehmen sollte von "getrennt lebenden" Männern.

Aber, @EngineMaster, warum beschäftigt Dich dieses Pärchen so?
Reicht nicht die Bilanz, dass Dir diese Haltungen, Einstellungen, der ganze Mensch fremd ist?
Schau Dir das Ganze an - mal mit Distanz.
Da redet einer von dem was er alles möchte, plant.
Vielleicht klingt es auch für Dich nicht ganz reizlos? Oder was bewegt Dich dermaßen? Nur die Enttäuschung über diesen Menschen?

Was ist die Realität bei diesem Mann?
Der Typ hat eine Frau, die schon länger eine Parallelbeziehung führt.
Seine "Revanche' Freundin hat ihn, diesen tollen Hecht, nun auch verlassen
Wirklich trennen kann er sich nicht ohne große Einbußen an Finanzen und Komfort, für Neustart ist er zu alt.
Ist das nicht eigentlich ein erbärmlicher Wicht, der sich die Realität mit bizarren Träumereien schön redet?
Die Gewinnerin ist vielleicht noch die Frau - aber ich habe das Gefühl, da haben sich die Richtigen gefunden.

Schaue lieber auf Dein eigenes Leben, was gibt es da für Dich Positives, was Du wieder mehr pflegen und wertschätzen könntest, wo gäbe es Baustellen, zum Nacharbeiten, Feinjustieren.
Nur als Denkanstoß.
 
  • #25
Mir geht Dein Ralf beim Lesen, ziemlich auf die Nerven.
Die Freundin ist klasse und er wertet es nicht und missachtet alle Grenzen.
Nur wenige neue Partner, würden bei der "vorab" abgesprochenen Verbundenheit zur Ex so pflegeleicht bleiben.
Hat sie völlig akzeptiert und erst angefangen zu meckern, als er sich an die Absprachen nicht hielt und gleichzeitig noch meint, dass nur sie jetzt etwas zu verändern hätte.
Anderer Job, weil ER ihre Arbeitszeiten und Entlohnung doof findet.
Sie soll noch mehr Nähe zur Ex zulassen und nicht nur damit leben, sondern mit Ex noch oben drauf.
Vierer Urlaube und WG...ah ja...und wehe sie sagt Nein.
In Filmen endet das mit Mord im Altersheim oder die neuen Partner verlieben sich in einander.
Ich mach' mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt!!

Ziemlich bigott Dein Ralfinator: einfach Ehe öffnen und sich den Spass draussen holen, macht Mann mit Prinzipien wohl nicht.
Der Heilige Ralf hat nur feste Beziehungen und wer das nicht erkennt, wird gesteinigt.
Ich rechne damit, dass der Freundin die gewünschte "Nähstenliebe" irgenwann am Gral vorbei geht und sie ihn mit erhobenen Mittelfinger verlässt.
Und ihr wird dann völlig wurscht sein, ob er sie zum Sündenbock macht oder nicht.

Reg Dich nicht weiter auf und wenn Du zu neugierig bist, dann mach es Dir mit einer Tüte Popcorn bequem und schau Dir den Film an!
Drama oder Komödie, eins von Beiden wirds sein.
 
  • #26
Denn Ralf ließ durchblicken (das vergaß ich zu erwähnen), dass er und seine Frau Freizeit künftig zu viert verbringen, zu viert in den Urlaub fahren und später mit den neuen Partnern zusammen eine Senioren-WG bilden möchten.

Liebe/r FS,

nach obiger Eingabe von dir glaube ich nicht mehr, dass diese Konstellation, so wie von dir beschrieben, existiert.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich zwei Männer/ Freunde so detailliert über eine persönliche Beziehungskiste austauschen.
Oder, dass du der Freund von Ralf bist, vor allem deshalb, weil dir ja offenbar immer mehr zu den Problemen und der Situation von Ralf einfällt. Demnach müssten du und Ralf schon mehrere Sitzungen zu dem Thema gehabt haben, will sagen, bei jedem eurer Treffen müsste es nur um seine prekäre Situation gegangen sein. Sehr langweilig, wenn es nichts anderes für zwei alte Freunde zu bereden gibt, so dass für sonst nichts mehr Zeit bleibt und sehr unwahrscheinlich, dass der Freund, dem das erzählt wird, sich so immens Gedanken darum macht, dass er sich extra dafür in einem Forum anmeldet, um die Story zur Diskussion zu stellen.

Demnach könntest du Ralf selbst sein oder seine Geliebte oder seine Frau oder ein Beobachter/ Nachbar oder jemand, der einfach nur eine Geschichte konstruiert und sich dazu für anderweitige Inputs und Inspiration interessiert.

So gesehen halte ich es für eine geniale Idee, künftig Freizeit zu viert verbringen und zu viert in den Urlaub fahren.
Nur, warum mit dem Zusammenziehen warten?
Wäre es nicht viel schöner und innovativer bereits jetzt eine Senioren-WG zu bilden, in der sich interessante Möglichkeiten ergeben, - und sich auch die beiden außerehelichen Protagonisten näher kommen könnten?

Ralfs Freundin und der Freund seiner Frau könnten sich ineinander verlieben. Ralf und seine Frau könnten sich ganz neu entdecken, eine innig verwandelte Viererkombination könnte zu Experimentierfreudigkeit und neuen Ufern der Leidenschaft führen. Was für eine aussichtsreiche Zukunft für deinen Freund Ralf und den beschriebenen Personenkreis.

Wirst du da nicht ein bisschen melancholisch?
Da du vermutlich so alt bist wie Ralf, könnte man sich fragen, wie wohl dein Leben verläuft. Eher eingefahren in alten Geleisen oder bunt, fordernd und abwechslungsreich?
 
  • #27
Lieber Enginemaster, weißt du? Ich denke Ralf und seine Frau wussten es nicht, dass sie nicht frei sind. Ich denke, manchmal verwechselt man auch vieles miteinander. Kann jemand wirklich mir erklären, wo die Grenze zwischen Liebe und Sex ist? Ich denke, Ralf und seine Frau hatten Probleme, vieles fühlte sich öde und langweilig an und sie hatten sich auch nichts mehr zu sagen. Wie oft möchte man die alte Erinnerungen sich gegenseitig erzählen und zusammen Kaffee und Kuchen essen. Ein Horror. Die Freundin leidet unter ein Phänomen, was viele Menschen kennen: Der Konkurrenzkampf mit Vergangenheit und Eifersucht. Das kenne ich auch von der Freundin meines Mannes. Egal wie oft er ihr klar machen wollte, dass er sie liebt, sie konnte es nicht glauben. Am Ende war sie auf mich eifersüchtig und ich litt nur mit den beiden, weil ich eigentlich schon längst mich zurückgezogen hatte.
Aber um zu deiner ursprünglichen Frage zurückzukommen, denke ich, dass der Rückzug der Freundin auch Ralf zum Nachdenken bewegen könnte. Er wird sich bestimmt nicht mehr in sein altes Leben wohl fühlen aber Alleingang ohne seine Frau schafft er auch nicht. Was ist eigentlich so schlimm daran eine WG mit den neuen Partnern zu haben? Ist es so schlimm? Dein Ralf wird mir als Mensch immer sympathischer. Ich finde nichts langweiligeres als Menschen, die nur eine vorgekaute Muster nachgehen. Warum kann man auch nicht neue Wege gehen und etwas ausprobieren, was es noch nicht gab? Ist das nicht eigentlich der Grund , warum die Menschheit sich weiterentwickelt hat? Think different hat Steve Jobs mal gesagt ;-)
In diesem Sinne, wünsche ich Ralf und seiner Freundin alles Gute.
 
  • #28
Die Freundin nun für die Stagnation verantwortlich zu machen, ist natürlich absurd. Aber - wie man sich bettet, so liegt man. Die Freundin wusste natürlich, dass sie sich mit einem verheirateten Mann einlässt. Wenn sich die Freundin nicht zurückzieht, besteht für sie wohl überhaupt keine Chance, dass irgendwelche Änderungen an diesem Konstrukt vorgenommen werden.

Ganz allgemein ist die Geschichte, so wie sie hier erzählt wird, nicht glaubwürdig. Wenn sich alte Studienfreunde nach zig Jahren auf ein Bier treffen, werden ganz andere Gespräche geführt. Ganz sicher werden keine solchen Beziehungskonstrukte mit so einer Detaildichte aufgetischt. Das passt nicht.

Hinter dem "EngineMaster" steckt wohl eine Frau. Ich tippe auf die Freundin.
 
  • #29
Was gar nicht geht, dass Ralf seiner Freundin anfangs was ganz anderes erzählt hat (Scheidung, Zusammen ziehen), aber ihr jetzt vorwirft, seine neuen Bedingungen nicht zu akzeptieren.

Urlaub zu viert mit der Ehefrau, geht's noch? In 10/15 Jahren dann die Senioren-WG mit der Immer-noch-Ehefrau? Never ever.

Es liest sich auch so, als ob er das gar nicht mit seiner Freundin bespricht, sondern sich nur beschwert, dass sie das nicht einfach akzeptiert.

Für mich wäre dieser Ralf niemand, den ich als Freund geschweige denn als Partner haben möchte. Hat er bei eurem Treffen auch mal gefragt, wie es dir so geht, oder hat er dich nur mit seinem Drama vollgelabert?
 
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